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HARVARD UNIVERSITY.
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THE GIFT OF
WHITNEY, Sturgis Hooper Professor
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MUSEUM OF COMPARATIVE ZOOLOGY
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Neues Jahrbuch
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Mineralogie, Geognosie, Geologie und
Pelvefaktenkunde.
herausgegeben
von
# Dr. K. C. von Leonhard und Dr. H. @. Bronn,
Professoren an der Universität zu Heidelberg.
Jahrgang 1836.
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mie s Tafeln.
SIUTTOALRT, _E. Schweizerbart’s Verlagshandlung.
© 1836.
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Einige Bemerkungen
zu
Herrn T. E. GumPprREcHT's Schrift:
Beiträge zur geognostischen Kennt- niss einiger Theile Sachsens und BDöhmens,
von
Herrn Professor Karl NAUMaAnn.
Caedimus , ingue vicem praebemus crura sagittis.
Herr Gumprechat hat in dieser Schrift gelegentlich meine, vor mehreren Jahren bei einer flüchtigen Bereisung der Teplitzer Gegend und bei einer Tour längs der Granit- Grenze von Oberau bis Hohenstein niedergeschriebenen Be- merkungen einer Kritik unterworfen. lch selbst habe auf diese Bemerkungen keinesweges den Werth gelegt, welcher ihnen von Ändern beigelegt worden zu seyn scheint; es waren Notizen und Gedanken bei der ersten Wahrnehmung der Erscheinungen aufgezeichnet, die mir nur in sofern eine Veröffentlichung zu verdienen schienen, als sie die Aufmerk- samkeit späterer Beobachter auf dieselben Erscheinungen lenken konnten.
Dieses ist auch geschehen, und einige Beobachter haben jene Erscheinungen in ähnlicher Weise aufgefasst und eben so ausgelegt, als ich sie damals bei der ersten Ansicht auf-
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fasste und auszulegen versuchte, während wiederum andere Beobachter sie anders ansahen und deuteten; wie diess bei so eigenthümlichen und seltsamen Phänomenen zu erwarten war. Dass spätere Beobachter überhaupt, und insbesondere solche, denen Zeit und Verhältnisse ein wiederholtes und detaillirtes Studium dieser Erscheinungen gestatteten, den früheren Beobachter in manchen Punkten berichtigen wür- den, war gleichfalls zu erwarten; wenn auch nicht gerade zu vermuthen stand, dass diese Berichtigung in einer Weise ausgesprochen werden würde, die so ziemlich darauf be- rechnet zu seyn scheint, den ersten Beobachter förmlich in Misskredit zu bringen. *)
Ich will nicht glauben, Bar Herr GumPprREcHT gerade diese Absicht hatte; allein die Worte und Wendun- gen, deren er sich zum Theil bedient, und die unbedingte Abläugnung fast aller meiner Angaben, weil er einige der- selben berichtigen konnte, scheinen wenigstens anzudeuten, dass ihn der kritische Eifer etwas über die, in jeder wis- senschaftlichen Controverse zu respeetirenden Schranken hin- wegreissen mochte.
Herr Gumprecut hat nicht nur Berichtigungen gegeben, wo er sie zu geben berechtigt war; er hat sich auch ver- leiten lassen, Angaben abzuläugnen, die sich auf unwiderlegte
*”), Auch mir hat Herr GumprecHt , so höre ich, die Ehre erwiesen, mich hinsichtlich der Phänomene von Zschella, wie ich solche im Jahrbuch für 1834 S. 127 fl. geschildert, eines Bessern be- lehren zu wollen. Noch gestattete es meine, vielseitig in An- spruch genommene Zeit nicht, die Gumprecnr’sche Schrift zu durchlesen; allein nach dem, was sachkundige Männer darüber ge- äussert, darf ich mir. wohl erlauben, vorläufig zu bemerken, dass meine und meiner Freunde an Ort und Stelle erlangte Überzeu- gungen durch die GumprecHrT’sche Kritik nicht im mindesten ge- schwächt worden sind. Nach mir waren die Herren von BvcH und vox Humsorpr in Zscheila. Von solchen Koryphäen würde ich gerne Belehrung angenommen haben. Wie Herr von Buch geur- theilt, ist im erwähnten Bande des Jahrbuches S. 532 zu lesen. — — Es gibt mancherlei Mittel, zu einem Namen zu gelangen: aber nicht alle Wege führen nach Jerusalem !
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Thatsachen beziehen. Ich werde mir daher erlauben, erst zu den Berichtigungen einige Erläuterungen zu geben, und dann mehrere Thatsachen aufzuzählen, welche ich Herrn GumprecHht bei einem nochmals wiederholten Besuche der fraglichen Gegenden aufzusuchen bitte, um sich von ihrem wirklichen Vorhandenseyn zu überzeugen, und daraus die gute Lehre zu abstrahiren, dass man die Geissel der Kritik nieht schwingen darf, ohne die Wage der Gerechtigkeit im Auge zu behalten.
Allerdings geht besonders ein Fehler durch’ meine frü- heren Beobachtungen hindurch; der Fehler nämlich, dass ich nach einer Seite freie, aber sonst eingeschlossene Par- tien für ursprünglich ringsum eingeschlessene Partien des Pläners hielt, und sonach Infiltrate für Fragmente, rückstän- dige Gesteinsrippen für ursprüngliche Gesteinsadern ansprach. Dieser Fehler ist es, welcher sich in meine Beobachtungen bei Zschesla, eben so wie in jene bei Teplitz eindrängte. Obwohl nun die Veranlassung zum Irrthume hier sehr nahe liegen muss, weil nach mir, der ich zufälliger Weise zu- erst auf diese Erscheinungen aufmerksam machte, gar man- che achtungswerthe Männer dieselben Erscheinungen in älın- licher Weise gesehen und gedeutet haben, so willich doch, da Hr. GumprecHt daran ein psychologisches Räthsel (wenigstens in mir) gefunden zu haben scheint, zur Lösung desselben die Erklärung abgeben, wie mir damals die sehr ähnlichen Er- scheinungen *%) vonf Tufle und Gjällebäck noch in so fri- schem Andenken vorschwebten, während mir die Überla gerungs- Verhältnisse bei Weimbühla und Hohenstein so unbedingt für die spätere Emportreibung der dortigen Granite und Syenite
. *) Dass sie aber ganz anderartig sind, davon habe ich mich, was- Zscheila betrifft, bei einem im verflossenen Frühjahre vorgenom- ‚ menen Besuche überzeugt, noch ehe ich die Gumprecenur’sche Schrift kannte. Durch die mehrmals stattgefundenen Sprengarbeiten wa- ren diessmal die Verhältnisse so evident blossgelegt, dass man sie
unmöglich verkennen konnte, Ganz anders verhielt sich diess bei ıneiner ersten Anwesenheit.
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im flüssigen Zustande zu sprechen schienen, dass ich die Pläner-Partie'n für Einschlüsse und die Granit- oder respee- tive Porphyr-Partien für Eindringlinge nehmen zu müssen glaubte, um so mehr, weil die Formen und Konturen so- wohl jener. als dieser so sonderbar und auffallend waren, dass ich die ersteren eben so wenig für ausgefüllte Kluft- räume, als die letzteren für rückständige Rippen oder Scha- len halten konnte. |
Bei Besprechung der Tepätzer Verhältnisse hebt es Herr Gumprecut besonders hervor, dass ich für das son- derbare Conglutinat von Pläner und Porphyr bei Schönau den Vergleich mit einer Schlackenkruste gebraucht habe, und er bemüht sich, das Publikum glauben zu machen, ich habe dieses Conglutinat für wirkliche Schlacke erklärt. Wer meine Bemerkungen unbefangen durchliest, sieht sogleich, dass dieser Ausdruck offenbar im tropischen Sinne ge- braucht wurde, um das bunte Gewirr und Durcheinander- Vorkommen der beiderseitigen Massen dem Leser zu ver- sinnlichen. Ich sagte ja nur: „dass ich die Schale mit nichts besser zu vergleichen wisse, als mit einer Schlackenkruste, und dass ihr Gestein ein sehr bunt- scheckiges, Schlacken-artiges Ansehen habe.“
Man muss sich aber um so mehr wundern, wie Herr Gumprecht an diesem Vergleiche so grossen Anstoss neh- men konnte, da er selbst $S. 95 die „Ähnlichkeit mit porö- ser Schlacke“ zugibt. Wenn er aber ebendaselbst in der Anmerkung 2) diesen, hier nur in tropischem Sinne zu nehmenden Ausdruck mit dem von mir späterhin sensw pro- prio gebrauchten Ausdrucke einer Schlacken-artigen (d. h. feurigen) Flüssigkeit des Porphyrs absichtlich in Verbindung bringt, wenn er zugleich da, wo ich nur vermuthungs- weise sage, dass „des Porphyrs Flüssigkeit eine Schlak- ken-artige gewesen seyn konnte,‘“ den Sinn meiner Worte willkührlich erweiternd, mich ‚ausdrücklich von einer Schlacken-artigen Natur‘ des Porphyrs sprechen lässt, da sieht man, wie wenig ängstlich Herr Gumrrecht in der
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Wahl seiner Mittel ist, wo es ihm darauf ankommt, seine Kritik zu motiviren,
Überhaupt ist mein ganzer damaliger Erklärungsversuch der Teplitzer Verhältnisse in so hypothetischer Weise aus- gesprochen worden, dass ich wahrscheinlich Herrn Gun- PrREcHT’s ausführliche Widerlegung vorzüglich dem Umstande zu danken habe, dass nach mir auch Andere die dortigen Erscheinungen in derselben Weise auffassen und deuten konnten, woraus wenigstens zu folgen scheint, dass bei der ersten Ansicht eine Täuschung über die wahre Natur die- ser Erscheinungen nicht so gar unbegreiflich seyn müsse.
So weit über Herrn Gumprechrs Berichtigungen.
Was nun aber die ohne allen Grund von ihm abgeläug- neten oder verdächtigten Angaben betrifft, so. glaube ich besonders folgende ausheben zu müssen. 8. 44, Anmerkung, wo der von mir beobachteten Aufrichtung der Plänerschieh- teu bei Niederwarta erwähnt wird, sagt Herr Gumprecur:
„Das Vorkommen ist aber höchst unbedeutend und das 200 Schritt davon hochaufsteigende Niveau des grani- tischen Elb-Randes . . . . beweist, dass hier eine ähn- liche Influenzirung auf den Absatz’ des Pläners wie bei Jüdendorf und Hundorf stattgefunden haben mag. Von einer auffallenden Zertrümmerung der Schichten, die Naumann erwähnt, ist gar nichts zu sehen; der Pläner ist nur zerklüftet.“
Ich weiss zuvörderst nicht, warum dieses Vorkommen unbedeutend genannt wird.*) Etwa um meine erste Beobachtung desselben bedeutungslos erscheinen zu lassen ! Ich habe mir nie etwas darauf eingebildet, wenn mir der Zufall die Priorität einer Beobachtung gönnte. Oder hat der Verfasser die Erscheinung nur so weit verfolgt, dass
*) Die Aufrichtung der Plänerschichten bis zu 45°, verbunden. mit vielfältiger Zerklüftung, ist auch in der von Weisstropp herab- kommenden Schlucht unmittelbar vor dem Granit zu beobachten; auch finden sieh deutliche Spuren einer gleichen Aufrichtung in der zwischen Niederwarta und Costebaude liegenden Schlucht,
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ihm die Aufrichtung der Schichten noch unbedeutend vor- kommen konnte, wie ich fast daraus schliessen möchte, dass er den granitischen Abhang noch 200 Schritte davon. ent- fernt. ängibt und ‚von einer Zertrümmerung des Schichten baues auch’ gar nichts wissen will. i
‚Ich ersuche Herrn..Gumprecht, sich noch einmal an Ort und Stelle zu verfügen und sich zu überzeugen, dass die Schichten, welche allerdings da, wo der Feldweg in das Thal hineinbiegt, nur. 30° einfallen, unterhalb der. Brücke am Wasser 55°, und weiter oben, ganz nahe vor dem gra- nitischen Abhange, 70 bis 90° vom Granite‘ wegfallen, sich hierauf überstürzen, und zuletzt 75° dem Granite -zufallen. Dieser ganze Wechsel. der Schichtenstellung von: 30°, ‚nord- östlicher bis: 75° südwestlicher Neigung ist innerh is 100 Schritt zu verfolgen. Wenn. dergleichen Erscheinungen nieht als Zerrüttungen und auffallende Zertrümmerengen ‚des: ursprünglichen Selichinnkandn bezeichnet werden dür- fen, so weiss ich nicht, was solehen. Namen noch verdient, Aber die Schichten; sind’ auch im Detail sehr zerklüftet und zerrüttet.*) | 2 >
S..134 heisst-’es in Er EDEN GER wo von.dem Sand- steine am Autenberge die Rede ist: „Der Sandstein in den Brüchen ist sehr eisenschüssig, im Übrigen aber. der ge- wöhnliche. Wenigstens fand ich nicht die. mindeste Spur einer Härtung oder einer sonstigen. pyrischen Einwirkung - vor, wie dergleichen Herr Professor Naumann angibt.“
Der Verfasser eitirt hiebei Pocsexporrr's Annalen XIX, S. 439; weil aber dort mit keiner Sylbe einer Härtung des Sandsteins gedacht wird, so mag ihm. irgend eine andere Reminiscenz vorgeschwebt haben, und man sieht wenigstens ‚hieraus, wie leicht sich ‚Herr Gumprecur seiner ‚Urtheile entschüttet. Wahrscheinlich hat er die in v. Leoxnaro’s Basaltgebilden I1,'S. 453 auf meine Autorität mitgetheilten
%) Und früher sab man, was gegenwärtig. dürch herabgerollten Schutt " verdeckt ist, jenseits der 75° südwestlich einfallenden Schichten grosse Pläner - Fragmente in verschiedenen Lagen.
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Angaben von einer harten und dichten Beschaffenheit des Qua- dersandsteins unmittelbar-an der Granitgränze bei Dobra und am Hutenberge im Sinne. ‘Dass er nun diese meine Angabe, so'weit sie den Zuienberg betrifft, in die dasigen Stein- brüche verlegt, die freilich noch weit vom Granite liegen, dafür 'mag er mich nicht verantwortlich machen; denn von ‘dort habe ich sie nirgends und niemals behauptet. Wohl aber ist mir diese härtere und kompaktere Beschaffenheit des Sandsteines aufgefallen an dem in einem Fahrwege auf der Höhe des Autenberges anstehenden Sandsteine, an dem Sandsteine am Kulminationspunkte der Strasse zwischen Lohmen und Dodbra und an dem Sandstein bei Zohenstein, da wo der ‚Fusssteig vom Fahrwege in«das Polenzthal ab- geht. Alle diese Punkte liegen aber nur einige Schritte vom Granite entfernt. '8..151 und 152, wo über den Verlauf der Grenze von Hohenstein nach dem Polenzthale gesprochen: wird, heisst es: „Geht man den Abhang in das Polenzthal hinab , so findet sich von daan, wo der nähere Fusssteig den Fahr- weg verlässt, eine Schlucht, die, auf der Scheide selbst eingeschnitten, in gerader und steiler Linie nach dem "Grunde hinabführt.. —:— Auf der rechten Seite: der Schlucht für den Hinabgehenden sieht man nur Gra; nit, links nur Sandstein, beide oft nur wenige Fuss ' von einander abstehend. Diese Angaben, die ich ver- bürge ‚ zeigen, wie wenig genau. des Herrn P’s. Nav- MANN Bestimmungen sind, wenn derselbe ausdrücklich einer Auflagerung des Granites in-einem grossen Mass- stabe auf dem Sandsteine von: dem Polenzthale bis nach der‘ Stadt hinauf erwähnt. Von einer solchen ist keine‘ Spur vorhanden ; vielmehr ergibt eine ge- naue Beobachtung, dass der Granit und Sandstein an dieser Stelle gegen einander senkrechte Grenzen bilden.‘ 2 ei, | Nun. wahrlich, Herr Gumreecur ‚publizirt hier sein Verdammungsurtheil in einem so zuverlässigen Tone, dass
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man glauben möchte, er habe vor Fassung des Urtheils so- wohl den Siatum causae, als auch seine riehterliche Kompe- tenz auf das Sorgfältigste geprüft. Aber dennoch muss ich sein Urtheil für höchst ungerecht, seine Ansicht für ganz falsch erklären.
Die beiden Grenzpunkte in Hohenstein und im Anfange des Kohlicht liegen schon auf der Höhe; und auf der Höhe läuft die Grenze zunächst von Hohenstein südöstlich nach dem Kalkofen, vom Kohlicht westlich nach der Zeschniger Ziegelscheune. Trägt man nun diese Grenzlinien zugleich mit den Grenzpunkten am rechten und linken Gehänge und in der Tiefe des Polenzihales in eine gute Charte ein, so stellt sich ganz unzweifelhaft das Resultat heraus, dass der Sandstein im Polenzthale mit einem fast ‚spitzen Winkel be- deutend weit in das Gebiet des Granites hiueinreicht; zu- gleich fallen seine, ausserdem horizontalen, Schichten an der Spitze dieses Vorsprunges bis 20° dem Granitgebiete entge- gen. Dieses Resultat ist so in die Augen springend, dass sich mir sofort die Überzeugung aufdrängte, hier müsse die Überlagerung auf mehrere hundert Schritt weit Statt fin- den, obgleich natürlich der innerhalb des eigentlichen Thal- raumes überlagernde Granit in Fölge der Thalbildung ver- schwunden ist. *) |
Jeder Unbefangene, der mit den einfachen geometri- schen Regeln, nach welchen Auflagerungs - Verhältnisse zu beurtheilen sind, bekannt ist, wird diese Überzeugung mit mir theilen.
Herr GumprecHt aber glaubt meine Angabe durch fol- genden Syllogismus zu widerlegen: die am linken Gehänge herabkommende Grenzschrunde läuft in gerader und ganz steiler Linie herunter; folglich muss die Grenzfläche senk-
*) Eine Linie von der Zeschniger Ziegelscheune nach dem Kalkofen dürfte den Verlauf der Granitgränze vor der Bildung des Polenz- Thales bezeichnen. Auf der trefflichen Militärcharte von Sachsen gemessen, beträgt die Weite, um welche der Sandstein in das Gra- nitgebiet bineinspringt, über 4000 Fuss.
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recht seyn. Wir wollen diesen Syllogismus. etwas näher prüfen. Da nicht anzunehmen ist, Herr Gumrrecht habe sich eingebildet, in der (uns wohlbekannten) Grenzsehrunde senkrecht herabgestiegen zu seyn, so müssen wir zu sei- nem Enthymem als proposilio major den Satz suppliren: wo das Streichen der flachen Grenzlinie (am Thalgehänge) mit dem Streichen der horizontalen Grenzlinie (auf der Höhe) zusammenfällt, da ist die Gränzfläche vertikal. Herr Gun- PRECHT führt nun offenbar die Assumtion ein, dass die er- wähnte Grenzschrunde in das dortige Hauptstreichen der Granitgrenze fall. Dieses ist aber durchaus nicht der Fall,*) daher die minor seines Syllogismus völlig un- richtig, und der ganze Schluss ein Fehlschluss. Mit dem atqui fällt auch das ergo, und der gegen mich geführte Streich war ein Hieb in die Luft.
S. 156. Indem hier der Verfasser vom Sandsteine bei Diltersbach spricht, sagt er: |
„Ein Einfallen der Schichten inden Dittersbacher Sand- steinbrüchen auf der Kuppe der Schönhöhe, wie ein solches vom Herrn Professor Naumann angegeben wird, und zwar gegen den Granit, habe ich nicht bemerkt, vielmehr ganz deutliche horizontale Schichtung.“
Meine Worte sind aber folgende:
„In den Dittersbacher Sandsteinbrüchen fällt der Sand- stein etwa 15°; der Berg selbst bildet einen der höch- sten Punkte und fällt nach dem in der Tiefe liegen- den Granit hin ziemlich steil ab: an seinem Fusse sieht man denselben Sandstein nahe vor dem Granite unter 30° einschiessen.“
*) Vielmehr weicht sie von der Streichungslinie der Granitgrenze auf der Höhe des Polenz-Thales, von der Kirche nach dem Kalkbruche, um 30° ab, wie schon aus der Operrsen’schen Charte zu ersehen ist, die ja Hrn. Gumereent bekannt war; auf derselben Charte konnte er sich überzeugen, dass die am rechten Gehänge ausstreichende Grenzlinie wenigstens um 45° vorspringt; die Spitze liegt etwa bei der Brücke über der Polenz,
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‚Der Verfasser erlaubt sich also, meine Angaben in zwei Punkten ganz nach seinem Belieben zu interpretiren: 1) Verlegt er meine Angabe in den Sandsteinbruch auf der Kuppe der Schönhöhe *) und "’2) behauptet er, ich spreche von einem Einfallen gegen + ‚den Granit. |
Indem ich mich gegen dergleichen willkürliche Aus- legungen meiner Angaben verwahre, bemerke ich, dass die unter 12 bis 15° 'einfallenden: Schichten in einem Stein- bruche an demjenigen Abhange der Schönhöhe zu beobach- ten sind, welcher dem nach Eschdorf' aufsteigenden Thale zugewendet ist. Die unter 30° einfallenden Schichten aber trifft man in einem alten Steinbruche, unten am linken Ge- häuge dieses Thales, so wie in einer kleinen, am Wasser entblösten Felswand, nicht weit vor dem Granite.”*) An allen diesen Punkten jedoch fällt der Sandstein vom Gra- nite weg. | 0» Dass Hr. GumprecHt bei seinen wiederholten und gründ- lichen Untersuchungen diese Punkte nicht bemerkte, welche mich ein günstiger Zufall bei der ersten flüchtigen Tour auffinden liess, ist freilich nieht meine Schuld,
Wenn wir Herrn Gumrprecur, welchem Zeit und Ver- hältnisse ein wiederholtes und sehr genaues Studium der von ihm besuchten Gegenden gestatteten, einerseits für die Berichtigung der geschehenen Missgriffe zum Dank verpflich- tet sind, so müssen wir ihn andererseits freundlichst erin- nern, bei künftigen kritischen Versuchen etwas vorsichtiger zu Werke zu gehen. Übrigens will ich recht gerne glau- ben, dass wie Herr Gumrprechts Kritik überhaupt nur aus
*) Selbst in dem ganz oben auf der Kuppe liegenden alten Steinbruche ist noch ein Fallen von 5—8° zu beobacliten.
en, An diesem letzteren Punkte ist der Sandstein sogar 45 bis 50° auf- gerichtet, sehr eisenschüssig und mit spiegelblanken Friktionsflä- chen versehen ; die Richtung der Friktionsstriemen weicht etwas von der Falllinie der Schichten ab. Dr. Corra, dem beide Punkte bekannt sind, bestätigte diese Beobachtungen.
einer Liebe zur Wissenschaft und Wahrheit hervorging, so auch die dabei unterlaufenen Irregularitäten im Eifer für die gute Sache entschlüpft sind. Denn darin stimmen wir wohl beide überein, dass das Bewusstseyn, etwas Besseres sagen zu können, als unsre Vorgänger, uns niemals verleiten dürfe, die etwaigen Missgriffe derselben mit Schroffheit hervorzuheben, oder wohl gar durch entstellende Combina- tionen und verfälschende Interpretationen zu steigern.
Aufforderung
an das
seognostische Publikum,
die Erforschung der Alters - Beziehungen zwischen Granit und Kreide in Sachsen betreffend,
von
Herrn Dr. B. CorTta.
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Sendschreiben an Hrn. Oberbergrath Nöcceratn in Bonn.
Seit einigen Jahren hatte ich Gelegenheit, die merk- würdigen Grenzverhältnisse zwischen dem Granit und der Kreide- Formation in Sachsen immer näher kennen zu ler- nen, die sich aber, wie Sie aus der Beilage ersehen wer- den, bei genauerer Bekanntschaft nur immer verwickelter zeigten. Auf zwei kleinen Reisen, die ich diesen Sommer zuerst mit Herrn Professor Gustay Rose, und dann mit Hrn. ALexanper von Humgorpr nach der Gegend von Hohn- stein zu machen die Freude hatte, kam desshalb der Plan zur Reife, den ich Ihnen hiebei vorlege, mit der Bitte, ihn
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bei den diessjährigen Versammlungen der Naturforscher in Bonn vorzutragen.
Es ist zwar neu, dass man die Geognosten zu einem gemeinsamen Unternehmen dieser Art auffordert, scheint mir jedoch nicht unpassend, und vielleicht auf mehrere Fälle von besonderer Wichtigkeit anwendbar. Denn Thatsachen zu sammeln und verworrene Verhältnisse der Beobachtung so viel als möglich zugänglich zu machen, muss noch immer ein Hauptbestreben in der Geognosie seyn.
Ich habe der Aufforderung zum gemeinsamen Wirken eine kurze Darstellung der gegenwärtigen Lage der Sache vor- ausgeschickt, damit einem Jeden die Phänomene selbst, so wie die bisherigen Deutungen ins Gedächtniss zurückgerufen wer- den; dabei konnte es aber natürlich weder der Zweck seyn, die Erscheinungen genau zu schildern, noch auch die Er- klärungen kritisch zu prüfen: Beides soll ja durch diese Aufforderung erst vorbereitet werden, |
Die Ausführung der vorgeschlagenen Untersuchungsar- beiten kann, wenn keine besondere Hindernissen in den Weg treten, vielleicht im Laufe des nächsten Sommers beendiget werden; wer diese Arbeiten während des Betriebes besu- chen will, ist freundlichst dazu eingeladen.
Sie sehen aus den Unterschriften, dass mehrere ausge- zeiehnete Geognosten sich für Ausführung dieser Unter- suchungen besonders interessiren, auch von Ihnen wage ich diess zu hoffen. Es könnte Ihnen aber vielleicht auffallen, nur einen Freiberger Namen darunter zu finden: diess rührt jedoch keineswegs von einem Mangel an Interesse an dieser Sache her, sondern beruht lediglich auf dem Umstande, dass unser hochverehrter Herr Oberberg - Hauptmann Freiherr von Herver, wie Ihnen bekannt seyn wird, auf einer Reise in Serbien begriffen ist, um den Bergbau des Fürsten Mı- LOSCH zu organisiren. Man hat mir Hoffnung gemacht, dass unsre Regierung, die durch Besorgung der petrographischen Karten von Sachsen ohnediess verhältnissmässig mehr für die Ausbildung der Geognosie thut, als jeder andere Staat, das
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Unternehmen wesentlich unterstützen werde; und es steht überhaupt nach der Rückkehr des Herrn .vox Herper, der sich wie Herr Bergrath FrEIESLEBEN für alle wissenschaft- liche Unternehmungen so thätig interessirt, von Freiberg aus eine sehr erfolgreiche Theilnahme zu erwarten.
Ausser der Subseriptionsliste, welehe ich Sie ersuche in Bonn vorzulegen, werden Unterschriften und Beiträge von dem Mineralien -Comptoir in Heidelberg, sowie von mir in Tharand angenommen. Ä |
Tharand, am 8. Sept. 1835.
Bernnarn Corra, Dr. ph.
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Nachschrift von NOöGGEBATH.
Das vorstehende Schreiben und die nachfolgende Auf- forderung meines werthen Freundes, des Herrn Dr. Bern- HARD Cotta in Tharand, wurde von mir in einer: Sitzung der mineralogisch - geognostischen Sektion der. Naturfor- scher - Versammlung vom Jahr 1835 hier in Bonn verlesen. Es war voraussiehtlich, dass der’ Plan , durch: welchen eine . so bedeutende geognostische Frage zur völligenanschaulichen Lösung gebracht werden soll, bei den zahlreich anwesenden Geognosten, worunter viele in der Wissenschaft hochgeach- tete Namen des In- und Auslandes sich befanden, lebendi- gen Beifall erhalten musste, und. in der That war dieses auch der Fall, wie die am Schlusse mit abgedruckten Sub- scriptionen beweisen. Noch grössere Verbreitung und noch grössere Aufnahme verdient und erfordert aber die lobens- werthe Absicht des Herrn Dr. Cotta. Er hat daher auch gerne in meinen Vorschlag eingewilligt, unsern gemeinschaft- lichen hochverehrten Freund, den G@. R. von LEONHARD, wie hiermit geschieht, zu bitten, den sämmtlichen Verhandlun- gen: durch das allgemein verbreitete Jahrbuch eine noch grössere Publizität in der geognostischen Weit verleihen zu wollen. | |
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Möchten also die Freunde unserer Wissenschaft, denen der Plan hierdurch erst bekannt wird, sich noch mit zahl- reichen Subseriptionen anschliessen, und so es möglich ma- chen, dass die Unternehmung in’ einer Weise durchgeführt werden könne, welche ihrer wissenschaftlichen Bedeutung entspricht. Von dem regen Eifer des Herrn Dr. Corra darf es mit Recht erwartet werden, dass die Ausführung der Schurfarbeiten unter seiner Umsichts- und Kenntniss- vollen Leitung so bewirkt werde, um ein erschöpfendes Re- sultat nach Möglichkeit zu erzielen.
Bonn, im November 1835.
| NÖGGERATH.
II.
Aufforderung zur Entscheidung der Frage, ob der Granit des rechten Elbufers in Sachsen jünger oderälter sey, als | die Kreide.
Die en der Kreideformation gegen den Granit zwischen Meissen und Zittau in Sachsen ist seit mehreren Jahren der Gegenstand vielseitiger geognostischer Unter- suchungen und Spekulationen gewesen, und hat mit Recht ein sehr allgemeines Interresse erregt. Es ist unverkennbar: die Meinungen, welche man darüber aussprach, wurden nicht allein durch die lokalen Umstände, welche eben vorlagen, sondern auch durch die Verschiedenheit der Ansichten über Entstehung der Gebirge und Gebirgsarten überhaupt bedingt.
Nachdem Herr Professor Weiss auf die wichtigen Ver- hältnisse bei Weinböhla und Hohnstein zuerst öffentlich auf- merksam gemacht hatte, folgten ihm nach einander die Her- ren: Graf Münster, Krırsteın, Naumann, EuıE De Beau- MONT, Küun, vox Leonuarn und LroroLp von Buch in der Untersuchung und Prüfung dieser Phänomene, und noch neuerlichst lieferte Herr GumprecHt eine, sehr ausführliche Arbeit über diesen Gegenstand. Viele Andere sahen und urtheilten, ohne ihre Meinungen darüber dem grösseren
Publikum vorzulegen. Jahrgang 1836. , 2
Über die Hauptthatsachen wurde man bald einig; nur Herr GumPprecht erhob mancherlei Zweifel über einzelne Erscheinungen, die früher von ausgezeichneten Beobachtern (von Buch, von LEONHARD, Naumann u. s.w.) ziemlich über- einstimmend gesehen worden waren.
Der Granit liegt an dieser ganzen Grenze in der Regel —, der Syenit an einer Stelle — schräg über den Gliedern derKreideformation; zwischen beiden findet man zuweilen kalkige, mergelige und sandigeSchichten mit Versteine- rungen der Juraformation. O©b man den Granit und Syenit für älter oder jünger als Pläner und @uader - Sand- stein halten solite? war die wichtigste Frage, welche sich hier erhob, Auf welche Weise er im ersteren, und in wel- chem Zustande er im letzteren Falle über die Kreide zu liegen gekommen, und wie die Jurakalk-Zwischenlagerung zu erklären sey$ das waren die speeciellen Probleme.
Weiss hielt dafür, Granit und Syenit seyen als feste Gesteine zugleich mit den Zohnsteiner Kalkschichten durch plutonische Kräfte über die Glieder der Kreideformation hinweggeschoben worden. (Karstens Archiv f. Bergb. XVI, S. 3 und Karstens Archiv f. Min. I, S. 155). Graf Mün- STER erkannte die Zohnsleiner Zwischenlagerung zuerst als zur Juraformation gehörig (Kerrersteiıss Geogn. Deutschl. VII, H. 1, S.9), wo ihr LeoroLp von Buch eine bestimm- tere Stellung anwies, indem er sie mit dem Oxford, elay und Coral rag parallelisirt. (Jahrb. f. Mineralogie u.s. w. 1834,'S. 532). |
Kuıpstein neigte sich zu der Idee, der Granit sey älter und der Quadersandstein untergelagert, eine ldee, welche wohl ursprünglich von Freiberg ausging und besonders durch Küns sehr scharfsinnig entwickelt worden ist (Handbuch der Geognosie $. 461). Dabei sah man sich jedoch genö- thigt, mit Hintenansetzung des Wertlies der Versteinerungen jene Hohnsteiner Schichten für Pläner zu halten. Naumann sprach sich zuerst dahin aus, der Granit und Syenit müssten
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in 'heissflüssigem Zustande nach der Kreideablagerung em- porgequollen seyn (Possenvorrs Annalen XIX). Eri or Braumont, der die Verhältnisse jedoch nicht aus eigener Anschauung kannte, hielt den Granit und Syenit des linken Elbufers für älter, den des rechten hingegen für jünger als die Kreide, weil allerdings viele Umstände beweisen, dass der Syenit des Plauischen Grundes vor der Grünsandablage- rung vorhanden war. (Annal. des sc. nat. 1829). Herr Gumrrecht bildete dieselbe Haupt - Idee auf eine andere Weise aus, indem er die Grenzen dieser Altersverschieden- heit modifieirte *), Granit, Syenit und Porphyr unbedingt zu einer dem Sandstein gleichzeitigen Formation rechnete (S. 27 und 183), und diese Gesteine — im Fall sie plutoni- schen Ursprunges seyen — aus Öffnungen emporquellen liess, welche‘ von der jetzigen Kreidegrenze — einem ehemaligen steilen Abhange — ziemlich entfernt lagen (8. 169). Bei einer solehen ruhigen Ausfüllung eines vorhandenen Raumes konnte er natürlich die Zohnsteiner Zwischenlagerungen ebenfalls nicht als’gehobenen Jurakalk anerkennen; ; er hält “.n vielmehr für Pläner (8. 143).
' Der‘ meisten 'Theilnahme hatte sich nun zwar bisher die von LEonHARD ausgesprochene Ansicht zu erfreuen, nach welcher der 'Granit die Kreideformation am rechten Elbufer durchbrochen und überlagert, und vorhandene ältere Ge- steine"— den Syenit bei Weinböhla und den Jurakalk bei Hohnstein — darüber geschoben hat **); demungeachtet ist diese Ansicht keineswegs als vollkommen begründet anzu- sehen: sie 'bedarf vielmehr einer sorgfältigen Prüfung, zumal
.*) Beiträge zur Eönen. Kenntniss einiger Aheile Sachsens und Böh- mens. Berlin. 1835; S. 182.
) Jalırb, für Mineralogie u. s. w. 1834, Heft II, — Dass der Syenit älter sey als die Kreideformation, ergab sich aus mehreren Ver- hältnissen mit Bestimmtheit, besonders auf der linken Elbseite ; eben so sicher ist es aber auch, dass der meiste Granit des rech- ten Elbufers jünger ist als der Syenit, den er an vielen Orten, be- sonders deutlich am Bocksberg bei Meissen — gangförmig durch- setzt; noch jünger sind die dasigen Porphyre.
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da. wiederholte Untersuchungen*) zu den alten Bedenklich- keiten, welche dagegen sprachen, noch ‚einige neue gehäuft haben. 4,
Die ni elaha.hei Vielen die Eesisicens hervorbrachten, dass der Granit die Kanidalormaiten. dumig brochen habe, sind folgende: a:
Der Überhang, welchen der Granit fast überall oo. Grenze über den Quader-Sandstein bildet, beträgt bei Zohn- stein, wie sich im Thaleinschnitt der Polenz zu erkennen gibt, bei einer Höhe von mehr als 600 Fuss, gewiss über 1000 Euss. Bei Ainterhermsdorf, Saupsdorf und Hohnstein ist er durch vielartige Grubenbaue und. Versuchsarbeiten auf eine Tiefe von 30 bis 100 Fuss genau ermittelt und bei 20 bis SO Grad Neigung häufig von einer Art befunden worden, dass man nicht füglich glauben kann, vorhandene Granitfelsen hätten solche bedeutende Überhänge gebildet, um von erst später darunter gelagerten ie: unter- stützt zu werden. |
Auch bei Oberau unweit Meissen sieht man den Gra- nit 30 Schritt weit unter einem Winkel von 20 bis 30° deutlich auf den Pläner auflagern, und sehr bekannt ist das ähnliche Verhalten des von Graniten durehsetzten Syenits, welches durch die Weinböhlaer Kalkbrüche zu Tage gelegt worden ist.
Die Juraglieder**), welche bei HYohnstein, Saupsdorf, Hinterhermsdorf und Daubitz unter dem Granit, aber auf dem @Quader - Sandstein liegen, sprechen sehr unzweideutig für eine Umkehrung der ursprünglichen Lagerungsverhält- nisse; denn an was Anderes als an eine solche Umwälzung
*) Untersuchungen der Herren Gustav Rose, Frrvınann Reich , von WıaRrnNspoRF und BERNHARD CorraA im J. 1835 und Herrn Gum- PRECHT’s in den Jahren 1833 und 1834.
”*) Dass es bei Hohnstein solche sind, kann von keinem Geognosten bezweifelt werden, der den Werth der Versteinerungen nur irgend anerkennt. An den übrigen Orten ergibt es sich durch, Analogie.
sr u: ‘soll 'man da glauben, wo man eine ganze Reihenfolge von kn in verkehrter Ordnung vorfindet$
"Manche andere Umstände, so die unzähligen, oft glatt polieren‘ Reibungsflächen, welche den @uadersandstein in der Nähe der Granitgrenze auszeichnen, seine dichtere, kieseli- 'gere (vielleicht durch Hitze hervorgebrachte) Beschaffenheit daselbst *), so wie der Mangel an Granitfragmenten in dem- selben treten jenen, bei weitem gewichtigeren Gründen noch zur Seite. Auch das jedenfalls jüngere Alter dieses Grani- tes im Vergleich zum hiesigen Syenit, die aufgerichtete Schichtenstellung des Pläners und Quader-Sandsteins an den Gebirgsscheiden bei Oberau, am Zeller (bei Dresden) und bei Dittersbach unweit Lohmen kommen hinzu, um die Wahr- scheinlichkeit dieser Hypothese zu vermehren.
Diese Verhältnisse mussten, so lange man gewisse ent- gegengesetzte Thatsachen nicht gehörig kannte, zu der Über- zeugung führen, dass der Granit jünger sey als Jurakalk und Kreide, und dass er bei Zohnstein, Saupsdorf, Hinter- hermsdorf und Daubitz den ersteren über den Quader-Sand- stein herausgeschoben habe. Sorgfältigere Prüfungen mach- ten diese Annahme jedoch wieder bedenklich, und noch jetzt kann man die Sache nicht als entschieden erachten. Es sey nun hier erlaubt, auch auf diejenigen Punkte aufmerksam zu machen, welche sich gegen das jüngere Al- ter des Granites, im Vergleich zur Kreideformation , er- heben.
1) Man ist nicht gewohnt, die jüngsten Flötzgebirge von Granit durchbrochen zu sehen.
2) Die Schichtung des Quader - Sandsteins in der soge- nannten Süchsischen Schweilz ist bis nahe an den Granit heran fast überall ungestört und ziemlich söhlig. Diese
ganze Sandstein - Ablagerung erscheint als eine ungeheure
*) Sie wurde , wie die Reibungsflächen ‚ von Vielen, uur von Herru GusrrecHur nicht beobachtet,
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fast horizontal liegende Platte, in welche tn A und Schluchten tief eingefurcht sind.
3) Man hat noch an keinem Punkte eine nalen eis zwischen den Gebirgsschichten mit Juraversteinerungen und dem Quader - Sandsteine aufgefunden; mineralogisch schei- nen dieselben vielmehr in einander überzugehen, nach eini- gen Angaben sogar zu wechsellagern. Sie unterscheiden sich im Allgemeinen von den Kreidegliedern durch die ZoAn- steiner Wersteinerungen, sowie durch stets aufgerichtfe Schichtenstellung. |
4) Bei Weissig und RR (unweit Dresden da Meis- sen) und bei Zinlerhermsdorf' liegen einzelne Parzellen des Quadersandsteins ‘und Pläners mit ziemlich horizontaler Schichtung auf Granit. Ähnlich sieht man den Pläner bei Nieder-Fehre ungestört auf Syenitfelsen ruhen, die von jüngeren Granitgängen und von noch Jüngeren age gen durchsetzt sind.
5) Nirgends findet man im Sandstein oder Pläner gang- artige Verzweigungen oder vereinzelte, ihn durchsetzende Kuppen des Granits (im Syenit sind beide Erscheinungen sehr häufig). Eben so wenig bemerkt man irgendwo mit Bestimmtheit Bruchstücke jener Gesteine in der Granitmasse. (Über Zscheila vergl. 7).
6) Ein ähnlicher Granit, wie er am rechten Elbufer den Quader-Sandstein überlagert, findet sich auf der linken Elbseite wieder, ohne hier gleiche auffallende Kontakt - Er- scheinungen hervorzurufen, da bei Dohna der Pläner viel- mehr ungestört, wenn auch nur in geringer Ausdehnung, darauf liegt und nach Herrn von Weissengachs Beobach- tungen sogar Granitfragmente enthält. Ein Zusammenhang der Granite beider Elbufer. lässt sich zwar nicht unmittel- bar nachweisen, ist aber durch das Hervorstehen des Gra- nits unter dem Sandstein im Elbthale bei Teischen hinrei- chend angedeutet.
7) Gang-artige Verzweigungen , welche, wie es neuer- lich sichtbar wurde , die vermeintlichen Plänerbruchstücke
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im Granit bei Zscheila unter einander verbinden, machen es nebst andern Umständen wahrscheinlich, dass dieselben keine eingebacknen Stücke, sondern Ausfüllungen von unre- gelmässigen Spalten oder Löchern sind. Ob nun zwar zu ‚gleicher Zeit der Zscheilaer Granit sich petrographisch mehr zur Syenit- als zur jüngeren Granit-Formation gehörig er- gab, so wurde doch durch jene Beobachtungen eines der wichtigen Momente, welche man früher zum Beweis der Erhebung des Granites nach der Kreide anführte, vernich- tet oder wenigstens schwankend gemacht.
Dafür, dass es Ausfüllungen im Granit vorhanden ge- wesener Räume seyen, spricht allerdings auch die ungewöhn- liche Häufigkeit von Versteinerungen (von denen man glau- ‘ben kann, dass sie entweder darin gelebt haben, oder hin- eingespühlt wurden), so wie das Vorkommen von Granit- fragmenten in denselben. Eine ungewöhnliche Festigkeit und krystallinische Natur des Gesteins dieser Einschlüsse hingegen, so wie die innige Verwachsung mit dem Granit, leiten mehr zu der Idee von Bruchstücken. Auch fragt man sich, warum wurden diese Räume nicht schon von dem früher abgelagerten Quader - Sandstein erfüllt $
Dieser, wie alle die vorigen Punkte, enthalten jedoch nur indirekte Gegenbeweise; sie gründen sich auf den Man- gel gewisser Erscheinungen, die man zu erwarten sich be- rechtigt glaubt. Schwieriger zu beseitigen und weit bedenk- licher für die Haltbarkeit der Hypothese: ist der Umstand, dass man:
S) in dem, wahrscheinlich der Juraformation zugehöri- gen Konglomerat-artigen Sandsteine des Forstgrabens bei Hohnstein, der mit geneigter Schicehtung zwischen Granit und Sandstein ruht, kleine Granitfragmente gefunden hat), die dem Gesteine nach von demselben Granit herzu- rühren scheinen, der zunächst darüber liegt. Hierdurch
wird der ganze Fall erst recht ins Unbegreifliche gezogen;
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”) G. Rose und B. Cotta zu Pfingsten 1835.
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denn wie man auf der einen Seite sich unwiderstehlich ge- nöthigt sieht, den Granit für jünger zu halten, so kann man doch auf der andern Seite nicht begreifen, wie Bruchstücke dieses Granites in den darunter liegenden Sandstein gekom- men seyn können, wenn jener wirklich jünger ist als dieser. Die Fragen: gehören diese Granitstücke vielleicht doch ei- ner andern, älteren Formation an$ oder ist jener Konglo- merat-artige Sandstein, der sie enthält, ein Produkt der Rei- bung und erst durch die Emporhebung gebildet? scheinen hier die einzigen, obwohl sehr gesuchten Auswege zu ent- halten; denn der von Weiss vorgeschlagenen Annahme ei- ner trocknen Hebung des bereits fertigen und festen Gra- nites, ‘welche sich mit diesem Phänomen wohl vereinigen liesse, stellen sich, — so sinnreich und genügend sie auch Anfangs erschien — manche andere gewichtige Umstände in den Weg, welche hier einzeln aufzuzählen der Zweck dieser Zeilen nicht gestattet, die überhaupt eine genauere Prüfung der Phänomene und Hypothesen nur vorbereiten, nicht liefern sollen. | Wo die Natur so viele sihsisbere Widersprüche ge- häuft hat, die den gewöhnlichen Deutungen widerstreben, da verdient sie gewiss mit vereinten Kräften erforscht zu werden. Der vorliegende Fall aber ist einer gründlichen Untersuchung um so mehr werth, da er nicht nur über sehr bedeutende geologische Fragen zu entscheiden geeignet ist, sondern auch in einer der schönsten und besuchtesten Ge- genden Deutschlands sich findet, wo jährlich zahlreiche Na- turforscher beobachten und urtheilen, unzählige Naturfreunde und Anfänger Belehrung schöpfen können. In der Sächsi- schen Schweitz,, in einer Gegend, die noch jüngst durch von ObELesens vortreffliche Karte*) um so lehrreicher und zu- gänglicher geworden ist, als sie nun bei den verwickeltsten Terrain - Verhältnissen dennoch die genaueste Orientirung
gestattet,
*) Topographische Karte der Gegend von Hohnstein und Schandau.
Ob Granit noch nach der Kreide - - Ablagerung emporge- hoben worden sey ,
‘In welchem Zustande und mit welchen Kraflinsscksingen er im gegenwärtigen Falle hervortrat ?
Wie er auf die vorhandenen Gesteine einwirkte $ Oder im anderen Falle: \
Welches mächtige Ereigniss diese totale Umkehrung der gewohnten Lagerungsverhältnisse bedingen konnte?
Diese und viele andere gewichtige Fragen sind es, die durch genauere Untersuchung hier zur Entscheidung kom- men können, während sie jetzt nur durch individuelle Beur- theilung gewisser problematischer Verhältnisse fast von je- dem Beobachter auf andere Weise beantwortet worden sind,
Das von tiefen Schluchten zerrissene Terrain ist ge- rade in der Gegend von Zohnstein sehr geeignet, genaue Untersuchungen zu gestatten und in sehr verschiedenen Hö- hen, nahe beisammen gelegene Punkte darzubieten. Nur an einigen leieht herzustellenden Entblössungen und an ein paar tiefer gehenden Bohrversuchen oder Grubenbauen fehlt es noch, um diese wichtigen Grenzverhältnisse Jedem klar vor Augen zu legen. Diese, jedem Forscher wünschenswerthe Offenlegung der vorhandenen Thatsachen ist der Haupt- zweck gegenwärtiger Zeilen.
Die Sächsische Regierung hat auf Bevorwortung des Oberbergamtes, welche durch Hrn. B.C. R. Künnx veranlasst wurde, mit wahrhaft gemeinnützigem und wissenschaftlichem Sinne schon viel gethan, um durch Untersuchung dieser Grenze bestimmte Resultate herbei zu führen. Da man aber hierbei, als bei einem Unternehmen des Staates, das Interessante stets mit dem Nützlichen zu verbinden suchen musste, so konnte man nur an der Oberfläche bleiben und war auf diejenigen Lokalitäten beschränkt, wo auf fiskali- schem Grund und Boden eine Zwischenlagerung von Kalk- stein gehofft werden konnte. Die Resultate dieser jeden- falls dankenswerthen Untersuchungen, welche zum Theil in Küuw’s Handbuch der Geognosie mitgetheilt wurden, sind
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daher zwar von hohem Interesse, aber in Beziehung auf den vorliegenden wissenschaftlichen Zweck doch keineswegs erschöpfend. |
Es ergeht desshalb an alle Geognosten Deutschlands, so wie an alle Freunde der Geologie: die Aufforderung, durch gemeinschaftliche Beiträge eine mässige Geldsumme zusammen zu bringen, mittelst welcher die Grenz - Verhält- nisse des Granites zur Kreideformation in Sachsen bis zur Evidenz aufgeschlossen werden können. Einige hundert Thaler würden dazu hinreichen. Diese zusammen zu brin- gen, dürfte bei allgemeiner Theilnahme den Einzelnen nicht schwer fallen. Nachstehend folgt hier der Plan zur Aus- führung. |
A. Art der Beiträge.
Es erscheint am zweckmässigsten, zu Erreichung des obigen Zweckes einen Actien-Verein zu bilden, zu welchem sämmtliche Geognosten und Freunde der Naturkunde hier- durch eingeladen sind. ‘Jede Actie ist mit einem Thaler zu bezahlen und wird ausser dem Verdienst ein wichtiges Phä- nomen allen nachfolgenden Beobachtern offen zu Tage ge- legt und somit etwas Wesentliches zur Entscheidung einer _ wissenschaftlichen Streitfrage beigetragen zu haben, mit je einem Exemplar der auf Kosten der Aectiengesellschaft zu druckenden Resultate der Untersuchung vergütet werden,
B. Untersuchungsarbeiten.
1) Im Polenz-Thale bei Hohnstein ist genau zu ermitteln, und vielleicht durch Bohr - Versuche zu bestätigen, um wie viel der Granit über den Sandstein überhängt.
2) An der Strasse von Rathewalde nach Hohnstein, am rechten Gehänge des Polenz-Thales, ist die Grenze zwischen Granit und Sandstein; durch Abräumung an zwei Punkten vollständig zu entblösen, so dass man über das Einschiessen derselben so wie über etwaige Kontakt-Erscheinungen sichere Beobachtungen anstellen könne.
3. Mi Se
:3) An einem noch :aufzusuchenden passenden Orte ist das -Grenzverhältniss und besonders das Verhalten der Jura- schichten gegen den @uader-Sandstein durch einen Stollen oder durch ein Fallort genau zu ermitteln.
Alle diese Punkte sind in einen Zustand zu bringen, dass sie von Reisenden leicht aufgefunden und beobachtet werden können.
C. Berichterstattung.
Über die Art der Ausführung, wie über die unmittel- baren Resultate dieser Untersuchungen ist ein gedruckter Bericht zu erstatten und mit genauen Zeichnungen zu ver- sehen, von welchem Berichte, wie erwähnt, alle Theilnehmer
für jede Actie ein Exemplar erhalten. Ein gedrucktes Ver- _ zeichniss der Theilnehmer so wie eine genaue Berechnung des verwendeten Geldes ist beizufügen. .
D. Kostenanschlag.
Die unter B. genannten Untersuchungsarbeiten dürften ungefähr zu veranschlagen seyn:
Nr. 1 zu 50 bis 150 Rthlr. Nr. 2 zu 20 bis 30 — Nr. 3 zu 100 bis 140 °— Die Besorgung des Druckes und der Abbildungen zu 70 bis SO Rthlr.
Summa: 240 bis 400 Rthlr.
Sollte, wie sehr zu hoffen ist, eine noch grössere Summe zusammengebracht werden, so lassen sich alle obengenannte Untersuchungsarbeiten weiter ausdehnen und neue können dazu kommen. |
B. cc.
— 28 “ Unterzeichnete sind bereit, im Falle das Unternehmen
hinlängliche Theilnahme findet, für wech der Pipe! chenen Arbeiten Sorge zu tragen. | | ÄLEXANDER Von ash Cur. SaMmuEL Weiss.
K. Cäsar von LeonuArd; Carı Naumansm.ıo
Gustav Rose.
‚Jacos NÖGGERATH.
In Auftrag unterschrieben von BERNHARD CorrTa.
” IV. Subsceribenten-Verzeichniss, Zahl der | Actien.
Herr ALEXANDER von HumsoLor } u i - i a 30 — Graf Kaspar STERNBERG R s . . s . 6 — Professor Weıss in Berlin N “ : $ e 10 — Prof. Reıca in Freiberg . j N . » u i 3 — WorurGanG v. HERDER in Freiberg . : . . : 3 — ÖOberforstrath Cortra in Tharand . n ‘ . sur 5 — ÖOberberghauptmann Freih, v. Herper in Freiberg E 10 — Bergrath Freiestegen in Freiberg . . en 3 — DBerg-Kommissionsrath Künn in Freiberg . . . 3 — Dr.R. Brum in Heidelberg =. . . . - > 2 — Geheimerath v. LeonHuarp daselbst . . 2 . i 5 — Prof. Bronn daselbst r \ ; . . - 2
(Bei der Zusammkünft in Bonn subscribirten :).
Herr LeororLp v. Buch . i z m . . . 10 — DBerghauptmann Graf Beust in Bonn . - . 5 — Berginspector Gusser in Mechernich s . } ö 1 — DBerghauptmann v. CHARPENTIER in Dortmund f 5 — General v. Prunr in Cöln R h . 3 k a 3 — Bergrath SeıLo in Saarbrücken . . £ i 8 i — Oberbergrath v. OrxnHausen in Bonn . ; 2 : 1 — Prof. Cuarıes Lyeız in London . s 2 £ - 5 — GumprrecHt in Berlin R - k R ; ; k i — Oberbergrath Furnva in Bonn . a . } 1 — Dr. Roserton in Paris (20 Fr.) . . ; 5 — L. Horner in Edindurg . : i : ARTIG . 5
Zahl der | ‚- Actien., Herr Prof. W. BvckLann in Oxford (20 Fr.) . ne e 5 — Eııs DE BeaumonT, Ing. en chef des mines (20 Fr.) . 5 — Omarıus D’Hırray in Halloy (20 Fr.) . s ß . 5 — Prof. WırLcHner ın Carlsruh J R 2 - h 3 — Präsident HönnıcHaus in Crefeld . . . y i , 5 — Prof. Sımser Smıta in London ' ö i t . 3 ‚— Amtsassessor Römer in Hildesheim - E . 1 1 — 0Oberbergrath NössERATH in Bonn . . - - “ 1
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Über Lepidodendron punctatum Grossenhain,
von ”
Herrn Dr. BERNHARD CoTTa.
Hiezu eine Tafel mit Abbildungen.
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Schon im vergangenen Jahre nahm ich Gelegenheit, in einem Briefe, welcher im dritten Hefte des Jahrbuchs (1834) abgedruckt ist, von der interessanten Pflanzen-Versteinerurg zu sprechen, welche man bei Grossenhain in Sachsen unter den Geschieben des aufgeschwemmten Landes gefunden hat, und die ich der Güte des Herrn Rentamtmanns PrEUSsKER verdanke, Herr Professor RossmässLer hat seitdem eine Lithographie davon geliefert, und ich erlaube mir, dieser äusserst gelungenen Darstellung noch einige Worte bei- zufügen, |
Erklärung der Figuren. Fig. 1. ist die äussere Ansicht des Stammes; hierzu ge- hören; Fig. 3. eine vergrösserte Wedel-Narbe mit den für L. punec- tatum charakteristischen Abzeichnungen, und
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Fig. 5. ein einzelnes, ‚noch mehr vergrössertes, vollständi- ger als gewöhnlich erhaltenes Grübchen, deren 6—7 unterhalb jeder Narbe stehen. |
Fig. 2. ‚ist die Ansicht der unteren angeschliffenen Quer- schnittfläche, welche der Einförmigkeit wegen nur an einer Stelle ausgeführt wordenist. ‘Hiervon gibt
Fig. 4. einen vergrösserten Theil (Gefässbündel), wie deren mit unbewaffnetem Auge einige 70 als kleine doppelte Kreise auf der Scehnittfläche gesehen werden. Die Steinmasse in den Zwischenräumen dieser Gefäss- bündel zeigt die Struktur eines gleichförmigen, markigen Zellgewebes (Parenchym's).
Vergleichungderinneren undäusserenStruktur.
Die Umwandlung des Ganzen ist im} Chalzedon -artigen Hornstein erfolgt. Innere und äussere Struktur ‘sind deut- lich erhalten und zeigen eine grosse Übereinstimmung der einzelnen Theile. Die, bandartigen Streifen, welche auf dem @uerschnitte gegen die zunächstliegenden und: einige entferntere, Wedel-Narben ausgebuchtet sind, bestehen aus Gefässen und sind , wie alle Gefässbündel, von einer dich- teren, dunkler gefärbten Basthaut umgeben. Sie sind es, die ander Aussenfläche der Narben (Fg. 3) in Hufeisen - förmi- ger Gestalt hervortreten, und von hier aus wohl früheriin den nun davon ‚abgelösten Wedel fortsetzten. Vorher aber scheinen “sie sich nach ihrer ganzen Breite zu spalten oder vielmehr zu verdoppeln, indem sie zugleich eine äussere, Umgrenzung der ganzen Narbe und vielleicht eine. Art Rinde des We- delstieles herstellten. Sie entspreehen offenbar den ähnli- chen Bildungen in Cyathea Sternbergii und in dem von Meyrn aus Amerika mitgebrachten Polypodium;spe-
ciosum,*) und erinneren, wie diese, an die Band - förmigen
—
*) Auch die äusseren Abzeichnungen von Polyp. speciosum haben viel Analogie mit denen von Lep. punctatum, ‚Im Innern sind beide so ähnlich gebaut, dass man obne weiteres geneigt wird, diese Baumfahren in ein Geschlecht zu rechnen. Der Hauptunter-
34.
Gebilde — der sogenannten Madensteine — im Innern von Psaronius helmintholithus.
Die kleineren runden Gefässbündel, welche im ganzen Stamme unregelmässig vertheilt liegen, bestehen aus zwei konzentrischen Gefässkörpern, die dureh eine dazwischen liegende Bast- Scheide getrennt sind, Die sie zunächst um- gebende dunkle Wand besteht gleichfalls aus dichten Bast- zellen, sowie auch der innerste Kern, der häufig durch eine Lücke des inneren Gefässringes mit dem mittleren Bastringe in unmittelbarer Verbindung steht (Fig. 4). Diese Gefäss- bündel sind es wahrscheinlich, welche den an der Ober- fläche des Stammes erscheinenden, in Fig. 5 vergrössert ab- gebildeten, kleinen Grübehen entsprechen, deren Gestalt und Grösse vollkommen mit dieser Vermuthung übereinstimmt, obgleich sich ein unmittelbarer Zusammenhang, wie bei den vorigen Gefässkörpern, zufällig an diesem Exemplare nicht nachweisen lässt. Es gleichen diese Gefässbündel wie- der ganz den ähnlicheninPolypodium speciosum, wel- che mit den Röhren-artigen Körpern des sogenannten Staar- steins im Äussern von Psaronius helmintholithus eine sehr analoge Erscheinung sind.
Noch gibt sich eine dritte Art von Gefässverkinigung, ganz wie bei Polypodium speciosum, an den Stellen zu erkennen, wo die Ausmündungen nach den Wedel - Nar- ben durchschnitten sind (Fig. 2 im ausgeführten Theile). Hier nämlich scheint der ganze Raum zwischen den Band- artigen Streifen aus einer Vereinigung von Bast und Ge- fässen zu bestehen in der Art, dass innerhalb der Haupt- masse sich wieder einzelne Gefässe zu dünnen zylindrischen Körpern vereinigen und wahrscheinlich mit feinen Bast- Membranen umgeben, im Querschnitt dem Auge als Punkte —
—-
schied beschränkt sich darauf, dass bei ersterem die kleinen Gefäss- bündel mehr am der Peripherie, bei letzterem mehr in der Mitte verlaufen, welche hier dicht erfüllt, dort aber — wenigstens bei dem getrockneten Exemplare, welches ich Herrn Pıof, Meren ver- danke — hohl ist.
-— 33 —
an der Oberfläche der Narben aber ve 1 und 3) als FERNE Vertiefungen erscheinen.
Aus diesem Allem, besonders aber aus der grossen Ähn- lichkeit mit Polypodium speciosum, dürfte mit Sicher- heit hervorgehen, dass Lepidodendron punctatum, wie Graf von STERNBERG, der berühmte Gründer dieses Ge- schlechtes und Entdecker dieser Art, zuerst aussprach, ein Fahren- Stamm ist. Ob es aber noch ferner mit den übri- gen Lepidodendron- Arten zusammengestellt werden könne, wird dadurch um so mehr fraglich. Schliesst man aus der inneren Struktur von Lepidodendron Har- courti(Wıruam, Fossel Vegetabl. 1833, Pl. XII, auf die der übrigen ähnlichen Arten, so ' wird diess sehr ‚wahrschein- lich, und es wäre vielleicht besser, Lep. punetatum ohne weiteres dem lebenden Geschlechte Polypodium bei- zuzählen.
Geologische Bemerkungen.
Ich gehe nun zu einigen geologischen Betrachtungen.
über, welche sich an die Auffindung dieser Versteinerung im aufgeschwemmten Lande eng anschliessen.
Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, dass dieses Lep. punctatum aus dem Steinkohlen - Gebirge abstamme und somit bei Grossenhain auf sekundärer Lagerstätte ge- funden worden seye. In denselben Kiesgruben findet man als Geschiebe: versteinerte Dikotyledonen- Hölzer, Feuer- steine mit Kreide - Versteinerungen, Quarz, Bergkrystall, Hornstein, Kieselschiefer, Amethyst, Achat, Granit, Grün- stein, Porphyr, Basalt, Grauwacke u. s. w. Ein Theil die- ser Gesteine lässt sich in der Umgegend von Grossenhain anstehend nachweisen; einige aber sind hier eben so fremd, als unser Lepidodendron. Der nächste Basalt-Berg ist der von Stolpen; das nächste Achat- und Amethyst - Vor- kommen ist das bei Schlotiwitz, 5 Meilen von hier. Feuer- steine mit Kreide-Versteinerungen findet man in ganz Sach- sen nicht auf ursprünglicher Lagerstätte, und deutliches ver-
Jahrgang 1836
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steinertes Holz enthält das Rothliegende des 4 bis 5 Mei- len entfernten Plawschen Grundes so selten, dass man die grosse Menge des im aufgeschwemmten Lande vorkommen- den wohl noch aus anderen Gegenden ableiten muss.
Es ist bekannt, «dass das aufgeschwemmte Land der norddeutschen Ebene, dessen höchste Spuren man am Erz- gebirge (z. B. bei T’harand) ungefähr 1000°/ über dem Mee- res-Spiegel findet, viele fernländische Geschiebe und Petre- fakten enthält; bisher waren es jedoch meist Fremdlinge aus dem Norden, die man darin fand, und Versteinerungen solcher Formationen, die wahrscheinlich bedeekt darunter liegen, oder die an Ort und Stelle zerstört worden sind. Auf letztere Art wird man die unendlich vielen Feuersteine der Kreide erklären müssen, die sich selbst an den südli- chen Gränzen des aufgeschwemmten Landes finden, wo weit‘ und breit keine andere Spur der oberen Kreide - Abtheilung — welche jene Feuersteine vorzugsweise einschliesst — zu finden ist. In ganz Sachsen und Böhmen, wo die unteren Glieder der Kreide-Formation so schön entwickelt sind, findet sich nichts von dem „upper chalk“; aber Feuerstein-Geschiebe in so ungeheurer Menge, dass man nicht wohl annehmen kann, sie seyen aus grosser Entfernung, aus nördlichen Ge- genden herbeigeschwemmt; zumal da die übrigen nordischen Geschiebe hier schon mehr zu den Seltenheiten gehören.
Einen anderen Ursprung scheint nun aber ein Theil der Pflanzen - Versteinerungen zu haben, welche der Stein- kohlen- Formation und dem Rothliegenden angehören; denn sie stimmen, wie es scheint , weit mehr mit der Flora der Böhmischen Kohlengebirge, als mit der der Sächsischen über- ein. Lepidodendron punetatum z. B., ist in unsern Kohlen - Formationen nie gefunden worden, wohl aber in der von Kaunilz in Böhmen, und jene dem aufgeschwemm- ten Lande ganz ceharakteristischen Holzsteine (Dikotyledo- nen-Hölzer mit undeutlichen Jahresringen), welche durch die Art der Umwandlung ein fleckiges Staarstein - artiges Anse- hen erlangt haben (vu/yge Punktsteine, vergl. meine Den-
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drolithen 8. 55), sind mir ebenfalls in keinen Sächsischen Gebirgsschichten bekannt; ich vermuthe vielmehr, dass sie ursprünglich den Gebirgen von Neu Paka in Böhmen ange- hörten, wo versteinerte Hölzer und Staarsteine in grosser Menge gefunden werden.
Demnach dürfte also ein Theil der eigentlichen Fremd- linge in unserem aufgeschwemmten Lande durch die Elb- Strömung aus Böhmen herbeigeführt worden seyn, während ein anderer, sehr geringer Theil durch Meeres - Fluthen aus dem Norden heran gebracht wurde. Auch hieraus bestätiget es sich, dass hierher die Küstenlinie des Ozeans der Dilu- vialperiode gedacht werden müsse, und dass Sachsen und Böhmen in jenen Zeiten, nur theilweise aus dem Wasser hervorragend, durch eine Meeresströmung — im jetzigen Elb- Thale — mit einander in Verbindung standen.
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Bemerkungen über das Genus Beiemnosepia
und über | den fossilen .Dinten - Sack in dem vorderen Kegel der Belemniten,
von Herrn Professor WM. BUCKLAND in Oxford.
Die grosse Familie der Belemniten findet sich nur im fossilen Zustande. Diese sonderbaren Körper nähern sich den andern Familien der gekammerten Konchylien, unter- scheiden sich aber dadurch von ihnen, dass ihre Scheide- wände eingeschlossen sind in einer faserigen ‚ mehr oder weniger Kegel-förmigen Scheide, deren Form oft einer Pfeilspitze gleicht, worauf ihr Name Bezug hat. *)
*) Vox Bramvirte hat in seiner Abhandlung über die Beleniniten, mit Treornxsast beginnend, 81 Autoren über Belemniten aufgeführt, worunter die gelehrtesten in der Ansicht übereinstimmen, dass diese Körper von Cephalopoden, den noch lebenden Sepien ver- wandt, gebildet worden seyen. Vourz, v. ZIETEN, Raspaız und Graf v. Münster haben später noch wichtige Abhandlungen über dieselben geliefert. Die wichtigsten in England erschienenen Auf- sätze darüber sind jene von Mızzer (Geolog. Transact. N. S. Lon- don 1826) und von SoweErzy (Miner. Conchol. Vi. 169 f.)
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Die Belemniten waren innerliche Konchylien, aus drei wesentlichen Theilen zusammengesetzt, welche sich nur sel- ten noch in einem Zustande vollkommener Erhaltung bei- sammen finden, |
Zunächst findet man eine Kegel-förmige faserig - kalkige Schaale, deren diekeres Ende wieder eine Kegel - förmige Höhle enthält. Dieser Theil des Belemniten wird gewöhn- lich dessen Scheide genannt: sie besteht aus ineinander steckenden hohlen Kegeln, die eine gemeinschaftliche Achse haben und deren grösster alle übrigen einschliesst. Diese Kegel bestehen aus Fasern von Kohlen-saurem Kalke, welche von einer excentrischen Achse ausstrahlen und bis zur Ober- fläche des Belemniten fortsetzen. Der dichte und krystalli- nische Zustand der fossilen Scheide scheint von Kalk - Infil- trationen herzurühren, welche nach deren Einschliessung in den Gebirgsschiehten in die Zwischenräume zwischen die ursprünglichen [nicht dieht aneinander gelegenen] Kalkfa- sern Statt gefunden haben.
Die Ansicht, dass der Belemnit schon ein dichter, Stein- artiger Körper gewesen, als er noch einen Theil der leben- den und schwimmenden Sepie ausmachte, würde allen durch die inneren Organe der lebenden Cephalopoden gebotenen Analogieen entgegen seyn. Der Geruch nach gebranntem Horn, welchen diese Körper geben, wenn man sie dem Feuer aussetzt, rührt von den Überresten der Horn -artigen Häute zwischen den einzelnen Faser-kalkigen Kegeln der Scheide her. — Zu Gunsten der Meinung, dass die Belemniten in- nere Organe gewesen, spricht die Thatsache, dass ihre Ober- fläche oft mit Eindrücken von den Gefässen des Mantels be- deckt-ist, von dem sie eingeschlossen gewesen. Bei einigen Arten ist ihre Rückenfläche gekörnelt, wie derselbe Theil bei der inneren Schale der Sepia officinalis es ist.
Zweitens hatten die Belemniten eine vordere, Kegel- förmige, dünne und Horn-artige Höhle, welche von der Basis des hohlen Kegels der kalkigen Scheide begann, sich
rasch erweiterte und ausserhalb der Scheide noch auf eine
SE
ansehnliche Strecke fortsetzte. Diese Hornscheide ist sel- ten noch an die kalkig-faserige Scheide befestiget; doch findet man sie ziemlich häufig ohne dieselbe im Lias von Lyme Regis. An einer und derselben solchen Scheide findet man oft einige Theile Perlmutter-artig, während die andern ihre Horn-artige Beschaffenheit behalten haben.
Drittens besassen die Belemniten eine innere gekammerte Kegel- föürmige Schaale, Alveole genannt, welche in dem kalkigen Kegel stack und nach ihrer Bildung viele Ähnlich- keit mit den Nautilen und Orthoceratiten zeigt. Sie ist durch dünne Queer- Wände von gleicher Beschaffenheit mit ihr selbst in eine Reihe von Kammern getheilt, wie wenn ein Stoss von unten nach oben an Grösse abnehmen- der Uhrgläser aufeinander läge. Die @ueer- Wände sind Aussen konkav und von einem zusammenhängenden Siphon auf der unteren oder Bauch - Seite durchbohrt.
Seit einigen Jahren hat man im Lias von Zyme Re- g?s Horn -artige, dünne Konchylien (Sepioteuthis) in Verbindung mit den Dintensäcken eines fossilen Loligo gefunden, — so wie analoge Dintensäcke in Verbindung mit den dortigen Belemniten. Einige dieser Dintensäcke sind fast 1 Fuss lang und zeigen, dass das Thier, von dem sie stammen, zu einer sehr ansehnlichen Grösse gelangt seyn musste, '
Im Jahr 1829 theilte ich der geologischen Sozietät in London eine Notiz über die wahrscheinliche Verbindung der Belemniten mit gewissen fossilen Dintensäcken mit, welche, von einem glänzenden Perlmutter umgeben, im Lias von Zyme RBegis vorkommen (Philos. Magaz. N. 8. 1829, ?. 388), und liess zu gleicher Zeit Zeichnungen einiger fossilen Stücke fertigen, die mich veranlasst, diese Dintensäcke von den Cephalopoden herzuleiten, welche auch die Belem- niten gebildet haben. Ich habe sie damals nicht weiter be- kannt gemacht, in der Hoffnung, den gewissen Beleg dafür bald in irgend einem Handstücke zu finden, worauf der Dinten- Sack noch mit den Belemniten verbunden wäre, und diesen
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Beleg habe ich endlich durch Herrn Prof. Acassız*) erhal- ten, weleher im Oktober 1834 im Kabinete der Miss Pauur- pors zu Lyme Regis zwei wichtige und die Frage ent- scheidende Exemplare entdeckte, an welchen beiden der Dintensack noch in der vorderen Hornscheide eines voll- kommenen Belemniten steekt; und von nun an können wir mit Zuverlässigkeit alle Belemniten - Arten in ein Geschlecht in der Klasse der Cephalopoden verweisen, für welches ich mit Acassız den Namen Belemnosepia vorschlagen möchte. f
Von Bramviırze hatte zwar nie einen Belemniten mit vorderer Kegel-förmiger Hornscheide gesehen, aber gleich- wohl aus der Analogie anderer gekammerten Konchylien auf einen ähnlichen Theil bei den Belemniten geschlossen. Die Gediegenheit seines Urtheils ist daher dureh die Entdeckung der erwähnten Exempläre bestätigt worden.
Graf Münster hat sehr vollständige Belemniten von Solenkofen: abgebildet (A. Bous Memoir. geolog. 1832, TI, pl. IV, Fig. I, 2, 3, 15, 16) — an deren einigen die Forn der vorderen Horn- Scheide in einer Länge, welche der der Kalkscheide des Belemniten gleich kommt, erhalten ist, aber in keinem von ihnen sieht man eine Spur: von Dintenbeuteln. H. v. Meyer hat jedoch in seinen Palaeo- logiea eine Notiz über einen : solchen Dintensack mitge- theilt, der einem Belemniten aus dem Lias von Banz an- gehörte, **) |
Die Thatsache, dass die Belemniten mit einem so grossen Dinten-Behälter versehen gewesen, macht es a priori wahrscheinlich, dass diese Thiere keine äussere Schaale be- sassen; denn die nackten Cephalopoden allein (so viel wir bis jezt wissen) sind mit einem solchen Organe versehen,
das ihnen in gewisser Weise die Schaale ersetzen, sie gegen
*) Vergl. Jahrb. 1835, S. 168,
**) Vergl. auch über Loligo-Arten mit Dintenbeuteln Rürrrrz Solen- hof. Versteinerungen; — von Zıeren, Verstein. Würtembergs 8.34, Taf. XXV, Fg.4—10, Tf. XXXVIL, Fg, 1; v. Münster u. A.
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ihre Feinde schützen muss.*) Nie aber hat man Dinte in einer Ammoniten- oder Nautilen - Schaale ‘gefunden ; hätte diese Substanz je bei Thieren existirt, welche die letzte Kammer dieser Schaalen bewohnten, so würde man in den Lias - Schichten von Zyme Regis die so ganz mit den letz- teren angefüllt sind, sicher schon Spuren davon entdeckt haben, wie man dort die Dintensäcke der nackten Cephalo- poden so schön erhalten gefunden hat.
| Die junge, noch in ihrem Eye eingeschlossene Sepia officinalis führt schon einen mit Dinte angefüllten Sack mit sich für die Zeit, wo sie das Ey verlassen wird, und dieser Sack ist mit einer Perlmutter-glänzenden Hülle um- geben, ähnlich demjenigen, was man an einigen inneren “ Häuten vieler Fische sieht.
Die gekammerte Schaale des Belemniten zeigt uns, wenn wir sie mit der des Nautilus und anderen Geschlech- tern vielkammeriger Konchylien vergleichen, eine fast voll- ständige Übereinstimmung zwischen ihren wichtigern Theilen.
Man kennt bereits 88 Belemniten- Arten, und die unge- heure Menge ihrer Reste fast in allen Schichten von dem Anfange des Lias an bis zum Ende der Kreide beweiset, dass dieselben einst in grosser Verbreitung und Individuen- Zahl vorgekommen seyn müssen.
‚ Bedenkt man, dass in diesen zwei grossen geologischen Formationen die noch zahlreichere Familie der Ammoniten, mit den Belemniten von gleicher geologischer Ausdehnung, zusammengesetztere und vollkommenere Organe als die Ar- ten der geringen Anzahl von Cephalopoden - Geschlechtern besassen, welche heut zu Tage noch existiren, so muss man zugeben, dass diese untergegangenen Familien eine grössere Verbreitung besessen und wichtigere Verrichtungen unter den Bewohnern der ehemaligen Meere hatten, als jetzt die ‘kleine Anzahl ihrer noch lebenden Repräsentanten.
*) Bekanntlich findet man auch fossile Sepie mit den Rhyncholi- then im Muschelkalk. die ebenfalls von PRCUE BRREVen herstam- men dürften. Br.
. Über die geognostischen Verhältnisse m der | Gegend um Rodna | in Siebenbürgen, > von
Herrn Fr. TamnAau jun. in Berlin.
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Als ich mich im Jahr 1824 längere Zeit in Siebenbürgen auf- hielt, um die Goldbergwerke in der Umgegend von Zalathna in Augenschein zu nehmen, wollte ich auch die interessanten Bleibergwerke von Kirlibaba in der Bukowina und von Rodna an den Grenzen der Marmarös besuchen, weil dieselben bis dahin wohl wegen ihrer sehr grossen Entfernung äusserst wenig bekannt waren. Ich ging demnach von Zalathna nach Karlsburg, und von hier aus immer an dem Ufer der Marös hinauf über Enged, Pel Vinez und Maros Vasarhely nach Regen. Hier verliess ich die Marös, die, bei Karisburg ein mächtiger Strom, hier nur noch ein unbedeutender Fluss ist, und ging über Batos nach Bistritz. Die Gegend um Marös Vasarhely und Regen ist flach und eben, fängt jedoch hinter diesem Ort an sich zu erheben, ‘und man findet bei Batös die ersten Spuren jener mächtigen Trachyt- und Ba-
a salt- Erhebung, die sich längs der Grenze der Moldau und
Stebenbürgens fortzieht. Diese Formation bildet weiter nörd- lich das Grenzgebirge zwischen der Bukowina und Sieben- bürgen, und hängt weiter südlich ohne Zweifel mit den Ba- salten und mit dem berühmten Schwefelberge der Umgegend von Kronstadt zusammen. Wie man mich versicherte, sollen sich östlich und südöstlich von Balos und Regen, an der Grenze der Moldau, mehrere Punkte befinden, an denen Schwefel, — wahrscheinlich auf dieselbe Art wie bei Kron- stadt — in so grosser Menge vorkommt, dass die Bauern ihn einsammeln, um ihn als Handelsartikel zu benutzen. — In wie fern sich ein Zusammenhang nachweisen liesse zwi- schen dieser Formation und den Gold- und Silber-halten- den Porphyren der Gegend von Zalathna, Offenbanya, Vo- röspatack und Abrndbanya, und den Basaltkuppen derselben Gegend, — das muss dahingestellt bleiben, bis genauere Untersuchungen mehr Licht über die Verhältnisse beider Erhebungen verbreiten werden. — Leider erlaubte mir meine Zeit damals nur eine sehr flüchtige Durchreise dureh diese Gegenden, und wie schwer es unter solchen Umstän- den ist, sich eine auch nur einigermassen klare und sichere Einsicht in die geognostischen Verhältnisse eines noch gar nieht. oder noch wenig bekannten Landes zu verschaffen, das. wird jeder zu würdigen wissen, der sieh in einer: ähn- lichen Lage befand, Von .Bistritz führt eine schöne ERBEN, über das Gebirge nach 7'schernowicz in der Bukomwina. Ich folgte dieser Strasse über Jad, Borgo, durch den Zajo Borgo, über Jehasa und Pojana Stampi bis Jacoben? durch“wilde, unfruchtbare Ge- genden , über nackte Berggipfel und durch unübersehbare Fichtenwälder. In dem Passe Borgo ist die Wasserscheide zwischen der westlichen Bistritz, die bei Bethlen in (die Szamos und mit dieser in die Theiss fällt, und der östlichen goldenen Bistritz, die ihre Gewässer der Moldaws und spä- ter dem Pruth zuführt. Die westliche Bistritz enthält fast nur Gerölle des Urgebirges, besonders @uarz, weniger Gneiss
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und Glimmerschiefer, aber fast keine Gerölle der vulkani- schen Formation. Die östliche goldene Bistritz enthält im Gegentheil in ihren Geröllen sehr vide vulkanische Massen und verhältnissmässig viel weniger Kiesel und Glimmer- schiefer. Wenn man sich von Bistrez aus dem Gebirge nähert, so trifft man zuerst in der Umgigend von Jad einen rothen, schiefrigen, thonigen, viel Eiseioxyd enthaltenden Sandstein, durch die spätere vulkanische Irhebung zu einem Winkel von etwa 45° geschichtet. Weiterhin gegen .Borgo zu erscheint in grossen Erstreckungen jeres thonige, viel Eisenoxyd enthaltende und davon rothgefärhte Bindemittel, in dem kleine Augit- Krystalle in grosser Aızahl zerstreut liegen. Diese Masse gleicht vollkommen den \ekannten bei Bovislaw im böhmischen Mittelgebirge unweit Töpktiz vor- kommenden, nur dass an letzterem Orte die Augit-Krystalle ungleich grösser sind als bei Zorgo. Von Borgo bis Jehuza trifft man, mit Ausnahme des wirklichen Basalt cie eigent- lichen vulkanischen Felsarten, namentlich einen bräunlich- grünen Trachyt mit sehr vielen deutlichen Augit -Krystallen. Diese Augit - Krystalle zeigen das sonderbare Phänomen, welches @. Rose an ähnlichen Krystallen im Ural beobach- tet hat; sie haben nämlich die Krystallform des Augits und die Blätterdurchgänge der Hornblende. — In der Umgegend vonJehuza hören die vulkanischen Massen auf; es erscheint Thonschiefer und weiterhin, bei Dorna Kandreni, das ei- gentliche Urgebirge dieser Gegend, der Glimmerschiefer und Gneiss, der sich nach Jacoben? und Kirlibaba hin erstreckt.
Ich habe nicht Gelegenheit gehabt, auf diesem Wege die Grenze zwischen dem Trachyt und dem Thonschiefer oder dem Glimmerschiefer zu sehen, und mithin nicht die Veränderungen beobachten können, die der durchbrechende Körper auf den durchbrochenen ohne Zweifel ausgeübt hat. Wie man mich indessen versichert, hat man im Innern des Gebirges häufig Gelegenheit, die Grenzedes Trachyts ent- blöst zu sehen. Doch will man ihn ‘niemals in Berührung mit dem Thonschiefer oder mit dem Gimmerschiefer gese-
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hen, sondern immer zwischen beiden ein mehr oder minder mächtiges Lager von Kalk bemerkt haben. Ich habe diess nicht gesehen, sondern erzähle es nach Hörensagen, wie es mir von dei Bergbeamten jener Gegend mitge- theilt worden ist, die übrigens bei den häufigen Schür- fungen wohl Geleg:nheit hatten, diese Verhältnisse zu be- obachten, | 73
Um Jacobeni herum liegen die verschiedenen Bergwerke dieser Gegend, namentlich die Kupfergruben von Posahonita, das Bleibergwerk von Kırlibaba und die Eisengruben von Tundi Moldouws, Valestina, Corna u. s. w. Die Gebirge ‚dieser Gegenden bestehen gänzlich aus Glimmerschiefer, der zuweilen von Kalk bedeckt wird. Jene Erz - Lagerstätten bilden jede:zeit Lager im Glimmerschiefer selbst, niemals auf den Grenzen, auf der Scheidung zwischen dem Glim- merschiefsr und dem Kalk, wie diess in anderen Gegenden, namentlich im Bannat der Fall ist. — In Posahonita bebaut man ein mächtiges Lager von Kupferkies mit wenigem bei- gemengceem Buntkupfererz. Das Blei von Kirkbaba wird aus einem mächtigen Stockwerk von Bleiglanz, der mit sehr vielem Spatheisenstein vermischt ist, gewonnen; in den obe- ren Teufen dieses Bergwerkes kommen sehr niedliche kleine Krystalle von Weissbleierz und von Vitriolbleierz vor. Die Eisengruben liefern theils Spatheisenstein , theils einen ro- then. mulmigen Thoneisenstein. Das Gebirge verflächt sich von hier aus immer mehr und mehr gegen Südosten nach den Grenzen der Moldav zu, bis es sich endlich in den grossen Ebener dieser Provinz verliert. — Der Glimmerschiefer der Gegend von Jacobene soll nach der Richtung des schwarzen Meeres zu bald einem bituminösen Mergelschiefer Platz ma- chen und dieser endlich von einer ganz jungen Sandstein- Formation bedeckt werden, die hier das üäusserste Vorge- birge ausmacht. — Die Ablagerungen von Eisenstein , die grösstentheils seh mächtig sind, soll man in einer unenter- brochenen Kette von den Ufern des schwarzen Meeres,
durch die Moldau die Bukowina und durch Gullsien bis
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nach ‚Schlesien verfolgen können in einer Richtung, . die fast vollkommen dem Hauptstamm der Karpathen parallel läuft.
Es war meine Absicht, von Jacobent aus entweder "durch den Pass Rodra oder durch den Pass Kukuraza nach dem berühmten Bergwerk Rodna zu gelangen. Beide Wege wurden von meiner Karte angegeben, waren aber dort gänz- lich unbekannt, und ich musste demnach auf derselben Strasse, die ich gekommen war, bis nach Jad zurück gehen. Von hier überschritt ich einen nicht ganz unbedeutenden Gebirgs- rücken und gelangte so bei dem kleinen Dorfe Zavamıka in das weite Thal der Nag? Szamos, welches sich von hier nach Rodna uud noch weiter hinauf zieht. Der Bergrücken besteht ganz aus dem eben angeführten rothen schiefrigen Sandstein. Der kleine Bach, der sich bei Zavamıka mit der Nagy Szamos vereinigt, enthält ausser Geröllen des ebengenannten Sandsteins ungeheure Blöcke eines grauen Porphyrs mit sehr deutlichen kleinen Feldspath - Krystallen und wenigem Quarz.
Auch im Thal der Nagy Szamos, deren Gerölle aus Quarz, Gneiss und wenigem Porphyr bestehen, herrscht der rothe Sandstein vor, verliert sich indessen schon vor $%. Georgi, wo der Glimmerschiefer das Daseyn des Urgebir- ges bekundet.
Bevor man Rodna erreicht hat, wird man durch einen höchst ungewöhnlichen und sonderbaren Anblick überrascht. Mitten in dem weiten Thal der Nagy Szamos entspringt nämlich eine eigenthünliche Mineralquelle, in der dortigen Gegend weit und breit unter dem Namen des Rodnaer Sauer- brunnens bekannt. Diese Quelle setzt in sehr bedeutender Menge kohlensauren Kalk ab, und. es hat sich durch den regelmässigen und gleiehförmigen Abfluss der Quelle ein ganz bedeutender, kegelförmiger Berg rund um diese Quelle gebildet, der aus dem reinsten Kalksinter besteht. Die Quelle entspringt mithin nicht mehr in der Ebene, sondern auf der Spitze dieses Kegels, und letzterer wird fortdauernd durch das immerwährende Absetzen von Kalksinter ver-
grössert. Ob diese @uelle ihren Ursprung in irgend einem bedeutenden Kalklager hat, das vielleicht dem Urgebirge aufgelagert wäre, welches die Wand des Thales ausmacht, oder ob, wie der Carlsbader Sprudel, diese Quelle aus den tieferen Orten unseres Erdkörpers entspringen mag, — muss ich dahingestellt seyn lassen. Jedenfalls erscheint sie als ein höchst interressantes und sehr zu beachtendes Phäno- men, und nur die eben erwähnte Carlsbader Quelle dürfte in Betreff der Quantität des abgesetzten Kalkes mit ihr zu vergleichen seyn. —
Ü b er einen als Hüttenprodukt entdeckten Felsit,
Herrn Professor BREITHAUPT. ”)
Hiezu Taf, II. Fg. 7.
Das mir von dem Hrn. Bergrath Kitter FREIESLEBEN zur Untersuchung gegebene Mineral-ähnliche Hüttenprodukt ist ganz richtig von Herrn Gewerke - Probirer HEınE für einen Orthoklas angesprochen worden, wenn man mit diesem Na- men einen Körper bezeichnet, der, in das Genus der Fel- site (Feldspäthe) gehörend, die zwei wichtigsten Spaltungs- richtungen (P und M) unter 90° sich schneidend zeigt. Wir kennen aber von dieser Beschaffenheit bereits vier ver- schiedene Species, 1) den pegmatischen Felsit oder Pegma- tolith (gemeiner Feldspath), 2) den adularen Felsit oder Adular, beide von mir näher bestimmt, 3) den ryakonen Felsit oder Ryakolith (ein Theil des sogenannten glasigen Feldspaths) und 4) einen andern noch nicht näher benann- ten Theil des glasigen Feldspaths, diese beide vom Herrn Professor G: Ross näher bestimmt. An diese vier Körper
”) Aus einem von Herrn Prof. Brrıtuaurr an Herrm Berg- Probirer HEINE unter dem 30. Oktober 1834 erlassenen Schreiben durch letz- teren zum Abdrucke im Jahrbuche mitgetheilt. ° Das, was sonst über die so interessaute als wichtige Entdeckung zu Sangerhau- sen verhaudcelt worden, ist unsern Lesern bekannt. D,.R,
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schliesst sich das Hüttenprodukt, welches ich hier beschrei- ‘ ben werde, an.
Glasglanz, auf der vollkommenen Spaltungsrichtung zuweilen in Perlmutterglanz übergehend.
Farbe, blassviolblau.
Durchsichtig bis durehscheinend.
Nur krystallisirt als hemidomatisches Diplo- prisma, in die normal tetartoödrische Ab- theilung des rhombischen Systems gehörend. Die Kombinazion zeigt (Fig. 7 auf Taf. II):
P= —P 00, d. i. das hintere primäre Doma zur
Makrodigonale, M=- XP &, d. i. das brachydiagonale Flächenpaar,
T=n:+ @0P,d.i. das rechte vordere (linke hin- ‘tere) Hemiprisma, Iı=+&P \_,d.i. das linke vordere (rechte hin-
tere) Hemiprisma.
Der Leser sieht den Krystall von hinten, und es waren die hier zu sehenden Flächen, deren Neigung ich vor dem Reflexions - Goniometer gemessen habe: |
ı)P auf M= 9° © ee 57 3))P — T = 111° 34 4M — I — 1190 99 SET 1 2 ug 6$)$T — M = 120% 5* Von diesen Winkeln ist nur der sechste * berechnet,
die übrigen sämmtlich gemessen. Der erste, zweite und vierte Winkel sind gut, die zwei andern approximativ be- stimmt. Von sieben Krystallen, die ich ummessen habe, konnte ich nur den einen gebrauchen, weil die Flächen gar zu wenig reine Ebenen zeigten, zarte Rundungen auf der terminalen Fläche und Streifungen auf den lateralen Flächen gaben schlechte Resultate. Indessen liess sich P auf M in vollkommener Spaltungsgestalt unter 90° gleichmässig mit
dem guten Krystalle, finden. Das Prisma zeigte sich in je- dem Krystalle unsymmetrisch.
Die hemidomatische Spaltungsrichtung P ist höchst vollkommen, die brachydiagonale M fast eben so deut- lich, die hemiprismatische nach T undeutlich bis Spuren. Es kommt auch muschliger Bruch vor.
Die Härte = 71 bis 8 meiner Skale.
Das spezifische Gewicht = 2,541 von einer frei- lich sehr kleinen Quantität.
Dieser gewiss recht interessante Körper nähert sich den Winkeln nach am meisten, dem Ryakolith, der Härte und dem Gewichte nach aber dem Pegmatolith, Wenn man auch in der Wissenschaft noch nicht dahin vorgerückt ist, dergleichen Produkte in das Mineral - System aufzunehmen, so halte ich doch für gut, sie wenigstens, wo sie etwas Besonderes sind, zu benennen, und für diesen Mineral - ähn- lichen Körper des Ofenschachtes schlage ich den Namen
Kaminolith, zu deutsch Ofenstein, vor.
Jahrgang 1836. 4
*
Briefwechsel.
._,——
Mittheilungen, an den Geheimenrath v. LEONHARD | gerichtet.
München ,„ 25. November 1835.
’
Im vierten Hefte des Neuen Jahrbuches der Mineralogie für 1835 las ich den von Herrn Russeeger in Böckstein ausgesprochenen Wunsch, über die sogenannten Rinner etwas Näheres zu erfahren, welche ein besonderes Vorkommen in dem Fahlerz- führenden Kalkstein Tyrols dar- bieten sollen.
Da die Grubengebäude um Schwatz, in welchen dieses — allerdings merkwürdige — Erz - Vorkommen allein getroffen wurde, bereits gänz- lich aufgelassen sind, sohin neue Beobachtungen nicht mehr angestellt werden können, so dürften Herrn Russescer vielleicht die wenigen Nachrichten nicht unwillkommen seyn,*die ich in meinen Notizen über den Tyroler Bergbau aufgezeichnet finde. Ich sage, die wenigen Nach- richten, — denn vor 28 Jahren, wo ich in Tyrol war, stund kein soge- nannter Rinner mehr in Abbau, und ich konnte ihre Eigenschaften nur mehr aus ihren leeren Räumen, aus einzelnen zurückgelassenen Spu- ren ihrer Erzführung, und aus Fragen, an alte Steiger und Bergleute gestellt und von ihnen so gut als möglich beantwortet, beurtheilen.
So manchfaltig die Abänderungen des Kalksteines sind, in welchem — im Innthal, von Schwatz in östlicher Richtung bis unterhalb Rat- tenberg — die vormals so ausgedehnten, und sich so lohnenden Berg- baue getrieben wurden: so manchfaltig sind auch die Kupfererze, die dieses mächtige Lager einschloss, und eben so verschieden ist auch die Art des Erz- Vorkommens, ?
Ohne hier ins Specielle einzugehen, was dieser brieflichen Mitthei- lung eine zu grosse Ausdehnung geben würde, will ich hier gleich die sogenannten Rinner behandeln.
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In den Gruben des Kalksteines, meist in der mittlen Höhe des Berges über der Ebensohle des Thales, und zwar in jener Abänderung des Kalksteines, die sich durch dunkelgraue Farbe, splittrigen Bruch, grosse Festigkeit und dadurch auszeichnet, dass sie keine Schichtung, sondern nur Klüfte nach allen Richtungen dem Beobachter darbietet, rogen sich prismatische Räume, nach keiner horizontalen Richtung über ı Lachter messend, 50 bis 100 und mehr Lachter seiger oder fast sei- ger in die Teufe. Nur Fahlerz - führend waren diese Räume, und die Erze kamen eingesprengt, in Schnürchen und in mehr und minder grossen Nestern vor; stets aber war die Reichhältigkeit der Erzführung so gross, dass das Treffen einer solchen Lagerstätte — eines Rinners — stets als ein ausgezeichneter Bergsegen betrachtet wurde. Um so erfreulicher wurde ein solches Auffinden, als keine Spur im Gebirge einen Wegweiser dahin gab, sondern reiner Zufall sie — diese über- haupt sehr seltenen Erscheinungen — treffen liess.
Ausserhalb der kleinen Grenzen der Erzführung verloren sich auch
schnell wieder alle Spuren von Erzen, ohne dass im Gesteine selbst irgend eine Veränderung eingetreten wäre. Diese Rinner boten keine andere Erscheinung dar, als dass in einem kleinen Raume die Erze sich anhäuften, während in dem zunächst angrenzenden Gesteine kaum schwache Spuren von Erzen sich zeigten. Diese waren auch nie von anderen Erz- oder Gesteins-Arten begleitet, bildeten keine Drusen , und bewirkten auch nicht die mindeste Veränderung des sie unmittelbar be- rührenden Kalksteins, mit welchem sie durchaus vollständig verwachsen waren.
Freiherr von GUMPPENBERG.
Bern, 4. Oktober 1835.
Ich glaube auf Ihren, kurz ‘vor meiner Abreise erhaltenen, Brief noch nicht geantwortet zu haben, jedenfalls will ich Ihnen meine glück- liche Rückkehr und Einiges über die Resultate meiner Reise berichten, die leider nicht so glücklich gewesen ist, als ich mir versprochen hatte, In Zürich schloss Escher sich mir an und blieb während der ganzen Zeit ein sehr werther und thätiger Reisegefährte. Gleich am dritten Tage aber nahm die bisher so konstant herrliche Witterung einen entgegen- gesetzten Charakter an. Der Regen hinderte uns am Vorrücken, zwang zu mehrtägigem Aufenthalt an den einsamsten Orten; dann kam Schnee, der ersehnte Vorbote besserer Tage, that aber des Guten so im Über- maase, dass alle höheren Punkte, die gerade die wichtigsten Aufschlüsse geben sollten , tief bedeckt wurden. Wir rückten über den Bernina bis ins Velllin vor; aber die Untersuchung der Bergamasker Gebirge musste aufgegeben werden. In dem Malenker-Thal, nördlich von Sun- drio, hatte ich beim Besuch der Lavez-Steinbrüche überdiess das Unglück,
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mir ein Schienbein zu quetschen, und, obgleich ich noch etwa acht Tage damit herumlief, so wurde die Wunde doch zuletzt so schlimm, dass mir in Chiavenna nichts übrig blieb, als mich in den Wagen zu setzen und, nach einer Reise von vier Wochen, zurückzukehren, Ganz fruchtlos ist indess die Untersuchung nicht geblieben. Ich zweifle zwar, dass ich es wagen dürfte, jetzt schon an eine Monographie der Bündtner- Gebirge zu geben, vielleicht aber beschränke ich mich auf die kleinere Partie von Davos, und von diesen sind wir nun im Stande, sowohl die Topographie, als das Geologische ziemlich vollständig zu liefern. Was das übrige Bündien darbietet, ist meist Wiederholung jener Verhältnisse, die, wenn schon anderwärts, wie im Ural, in Schottland, bei Christiania beobachtet, doch für die Alpen ganz neu sind, und Bündten als eine Ausnahme ven dem übrigen alpinischen Charakter erscheinen lassen. Was man sich etwa in unseren Berner- Alpen abstrahirt haben möchte, ist in jenen Gegenden rein verloren: man muss vun Vorn anfangen und sich nach ganz anderen Analogie’n umsehen ; doch meine ich dess#egen nicht, dass mit der Zeit nicht auch von da aus ein helleres Licht sich über das grosse Ganze verbreiten könne. Einstweilen aber überzeuge ich mich immer mehr, dass wir noch lange nicht an eine Theorie der Alpenkette und ähnlicher Gebirge denken dürfen, und dass alle diese Versuche, wenn auch noch so geistvoll durchgeführt und von grossen Namen unterstützt, unsern Nachfolgern nicht anders vorkommen wer- den, als uns nun die Systeme von Burron, De Lvc u. s. w., und das wichtigste Ergebniss unserer Reise ist wohl, dass wir nun (Escher’x be- sonders kommt diess Verdienst zu) in dem Kalk der Bündtner-Gebirge, der an vielen Stellen zu Dolomit oder weissem Marmor wird, an vielen auch von Glimmerschiefer, Gneiss, Amphibolith etc. bedeckt erscheint, untrügliche organische Überreste gefunden haben, besonders Pentacriniten; dass ferner der Bündtner - Schiefer, der sich bald als Glimmerschiefer, Talk-, Chloritschiefer, bald wieder als Thon - und Mergelschiefer zeigt, und in allen diesen Abänderungen unter sich wechselt, fast überall, wo er in letzterer Gestalt auftritt, Fueoiden, dem Fuc. intricatus nahe stehend, wenn nicht damit identisch, enthält, und sich hiedurch als der- selbe Schiefer erweist, der in Glarus und der mittleren Schweitz in genauester Verbindung mit Nummulitenkalk und Grünsandbildungen steht. Es scheint hieraus hervorzugehen, dass wir alle Gesteine zwischen Appenzell und dem Engadin, wenn nicht bis ins Veltlin hinein, als ein umgewandeltes Kreidegebirge zu betrachten haben, so unverdaulich auch die Anlagerung von Gheiss, Hornblende - Gestein, Granit u. s. w. uns erscheinen mag. — Über die hieher gehörende Frage von Freund Bronn, ob das Vorkommen von Kreidepetrefakten in den Sentis-Gebirger. etwas Neues sey, glaube ich Ihnen schon geschrieben zu hahen, wenig- stens meine ich mich einer Mittheilung zu erinnern über Turrilites Bergeri und Ostrea carinata oder nahestehende Petrefakten, die wir vor einiger Zeit von daher erhalten hatten. Im Jahre 1830 hatte ich diese Gegenden ebenfalls besucht, und in einer Notiz, die Boux ins
"Bulletin, wenn ich nicht irre, einrücken liess, auch in einem Briefe an Sie, der in dem Jahrbuche. 4831 steht, bekannt gemacht, dass der grös- sere: Theil der Si. Galler - und Appenzeiler- Gebirge der Kreide ange- höre. Dasselbe Resultat habe ich in meinem Buche wiederholt. Genaue Petrefakten-Bestimmungen fehlen indess noch und Bronx wird durch Be- kauntmachung der seinigen uns jedenfalls einen Dienst leisten; diese Bestimmungen werden neu seyn, nicht aber die Nachweisung der Kreide selbst. Grobkalk, d. h. eine ältere Tertiärformation als die Molasse, kömmt in den Alpen, wenigstens in unseren Schweitzer - Alpen, wohl nicht vor, und alle die Bildungen, die, wie diejenigen der Diablerets, Grobkalk - Petrefakten zu enthalten scheinen, müssen nach meiner An- sicht noch zur Kreide gerechnet werden, indem der Fucoiden-Sandstein mit Belemniten und Fucus intricatus dieselben bedeckt, wie z. B. im Habkerenthale zu sehen ist, wo unter einer sehr mächtigen Decke von Fucoiden - Sandstein oder Maeigno theils Nummulitenkalk , theils Steinkohlenlager mit ealeinirten Petrefakten vorkonmen, die mit denje- nigen der Diablerets gewiss in die nämliche Formation gehören und wie diese den tertiären Charakter tragen, Ich habe dieselben ,' so weit ich sie bestimmen konnte, in meinem Buche aufgezählt. — Vor Kurzem haben wir eine sehr interessante Sendung von Petrefakten aus unserem Oberlande erhalten: aus der Gegend des Jochs zwischen Meiringen und Engelberg, Ammoniten, die mir, nach oberflächlicher Ansicht, Lias- Ammoniten zu seyn scheinen ; von Meiringen selbst vorzüglich schön und wohl erhaltene Inoceramen oder Catillen von etwa 2% Zoll Länge und 1% Zell Breite, leider nur aus einem Stück, das in ei- ner Mauer steckte; aus der Gegend von Gadmen endlich mehrere Stücke, die identisch sind mit Diablerets - Sachen, u a. die grosse Ampullaria, das grosse Cardium und ein Cerithium, das, so viel sich erkennen lässt, von EC. Diaboli nieht verschieden scheint. Von ebendaher besitze ich ferner Ammoniten , die mit denjenigen des’ Rath- thales übereinstimmen, d: h. dem unteren Oolith angehören. Sobald im nächsten Jahre die Witterung es gestattet, werde ich jene Gebirge be- reisen und die verschiedenen Fundorte besuehen. Vielleicht lassen sich an dieser Stelle meine bisherigen Untersuchungen im Berner Oberland mit denjenigen von Lusser in Verbindung setzen, vielleicht auch ge- winne ich bestimmtere Aufschlüsse über die Formationsfolge gerade des- jenigen Theiles unserer Gebirge, der mir bis jetzt, wegen Mangel an Petrefakten, am dunkelsten geblieben ist.
Lyece ist auf seiner Durchreise wohl bei Ihnen gewesen. Ich habe seither zwei Briefe an ihm aus Bonn gehabt. Wie er mir schreibt, hat er sieh vorzüglich mit den Gegenden am Thunersee beschäftigt, ist aber nicht ganz ins Klare gekommen. Bei Unterseen will er Hippu- riten gefunden haben an einer Stelle, wo ich gewiss ‚oft vorbei gegan- gen. "Es ist nicht unmöglich; da man oft am wenigsten genau sieht, was immer vor der Thüre liegt; doch ist der dortige Kalk ganz ver-
* schieden, wenn auch derselben Formation angehörend , von demjenigen,
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der sonst bei uns Hippuriten einschliesst. Übrigens scheint er, wie so viele andere, in den Alpen nichts sehen zu wollen, als Analogie mit
der bereits bekannten Sedimentfolge und mit dieser einseitigen Rich- tung kann ich mich nimmermehr befreunden, so wichtig mir selbst auch die Formationsbestimmungen sind, doch will ich nicht nach Briefen ur-
theilen, in denen er mir nur dasjenige mittheilte, worüber er Aufschluss wünscht.
B. Stuper.
Freiberg, 20. November 1835.
Bei einer 2 der Porphyre des Tharandter Waldes fand ich einen recht auffallenden Beweis für die enorme Kraftäusserung, welche die Porplıyre bisweilen bei ihrem Hervorbrechen ausüben moch- ten. Am südlichen Rande des Tharandter Waldes bei Klein - Dorfhain tritt nämlich von dem Hauptdepot des Porphyrs eine gangartige Por- ''phyr- Partie aus, die sich bei einer mittlen Mächtigkeit von etwa 800° an 9000’ weit verfolgen lässt; sie läuft in gekrümmter Linie der dor- tigen Grenze des Haupt-Depots ungefähr parallel, so dass zwischen ihr und der grossen Porphyrmasse ein Streifen des Gneissgebirges einge- schlossen ist, der bei etwa 8000 Fuss Länge eine anfängliche Breite von 1300 F. hat, und sich zuletzt zwischen beiden Porphyr-Partie’n auskeilt, Diese Gneiss - Partie ist jedoch grösstentheils durch und durch zer- trümmert, so dass ihr Gestein als eine Breccie erscheint, in welcher grössere Gneiss-Fragmente durch feineren Gneiss-Schutt verbunden sind. Im Thale des Serrenbaches, am dasigen Floss-Teiche und weiter abwärts, ist diese Breccie sehr schön entblöst; aber in der ganzen Ausdehnung der Gneiss-Partie vom Steinberge (zwischen Klingenberg und Dorfhain) bis zu ihrer Auskeilung, also in einer Länge von wenigstens 6000 Fuss bei einer mittlen Breite von 800 bis 900 Fuss, traf ich dieselbe Breceie,
so dass sich ein Gueisskörper von fast 5 Millionen Quadratfuss Oberflä-
chen - Ausdehnung im Zustande solcher Zermalmung befindet,
Bei Gelegenheit einer geognostischen Revisions-Reise im Obergebirge beobachtete ich am Schiebenberger Basaltberge einige Verhältnisse, die man früher zum Theil übersehen zu haben scheint. Dieser Berg be- steht nämlich aus zwei Theilen, man könnte sagen aus zwei Bergen, die, obwohl miteinander zusammenhängend, dennoch in ihren Lagerungs- und Struktur-Verhältnissen eine sehr auffallende Verschiedenheit zeigen. Der südliche Berg ist niedriger, liegt unmittelbar auf Glimmer- schiefer und zeigt kleine, meist nur Fuss-, selten bis. Ellen- dicke Basaltsäulen, die nach sehr verschiedenen Richtungen liegen und bisweilen nur wenig gegen den Horizont geneigt sind. Der nörd- liche, durch eine flache kleine Stelle abgesonderte Berg ist höher, liegt in seiner ganzen Ausdehnung auf den so viel besprochenen hori- zontalenGrus-,Sand- und Thon-Massen, und besteht aus sehr
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grossen, 2 bis 4 Ellen starken Basaltsäulen , welche durchgängig vertikal stehen. Die Sand- und Grus-Ablagerung keilt sich am süd- lichen Ende dieses Berges aus, während sie an seinem nördlichen Ende unter den Thurm-hohen Basaltsäulen an 50 Ellen mächtig seyn dürfte, Hier ist eine grosse Sandgrube angelegt, in welcher man eine, durch eine kaum sichtbare von O. nach W. laufende Kluft hervorgebrachte Verwerfung heobachten kann, in deren Folge sich das Hangende um 3 Fuss herabgezogen hat, Ähnliche Niederziehungen mögen auch frü- her Statt gefunden haben, als die Sand- und Basalt-Massen noch weiter nach Norden fortsetzten , und daher dürfte vielleicht eine kleine Basalt- Terrasse zu erklären seyn, welche sich am nördlichen Fusse der Sand- Terrasse hinzieht und ein System von nah an einander schliessenden Basaltsäulen darstellt, daher man sie nicht mit den aus Blöcken und Kurzgeröll bestehenden Basalt-Terrassen verwechseln darf. Die Säulen dieser kleinen Terrasse sind jedoch nicht mehr vertikal, sondern sie lehnen sich mit 70° Neigung an den Fuss der oberen Sand - Terrasse ; auch muss unter ihnen noch etwas Sand und Grus liegen, wie dieses die Spuren einiger alten Versuche am Fusse der Basalt - Terrasse be- weisen; doch ist der Glimmerschiefer überall sehr nahe, Wahrschein- lich wurde der, einstmals weiter nach Norden reichende. Sand- und ‘ Basalt-Berg bei der Thalbildung unterwaschen; der ganze vordere Rand des Berges rutschte herab, und da diess ziemlich gleichmässig erfolgte, so blieben die Basaltsäulen noch ziemlich in ihrem Zusammen- hange; doch musste sich das ganze System an die Dossirung des ste- hen gebliebenen Theiles der Sand - Terrasse anlehnen. Wir erkennen - hierin augenscheinlich die Art und Weise, wie die Zerstörung der Ba- Be auf dem ehemaligen Plateau des Erzgebirges erfolgt seyn mag.
Cart Naumann,
Mittheilungen, an Professor BRONN gerichtet.
Frankfurt, 20. Oktober 1835.
Bei der wichtigen Entdeckung des Herrn Prof. Asıssız an einer Versteinerung aus dem Lias von Lyme Regis in der Sammlung der Miss Prıweot, wonach Onychoteuthis prisca nichts anderes, als die vordere Verlängerung des Belemnites ovalis ist, und derselbe im Innern einen Dintenbeutel besitzt, dem der Sepia ähnlich, glaube ich in Erinnerung bringen zu dürfen, dass ich bereits im Sommer 1830 an dem untern Ende eines Belemniten aus dem Lias der Gegend von Banz diese dem Dintensack der Sepie ähnliche Substanz beobachtete. (Vergl. meine Palaeologica $. 322, auch das Register verweiset auf diese Erscheinung).
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Nach Zeichnungen, welche Professor BuckLann: zur Versammlung in Bonn mitbrachte, finden sich in dem Lias von Lyme Regis in Eng- länd Überreste ähnlicher innerer Schaalen Sepien-artiger Thiere von be- deutender Grösse, wie die, von denen ich eine Verwandte unter der Benennung Leptoteuthis (L. Gigas) aus dem sSolenhofer Kalk- schiefer beschrieb, und die sicherlich von Sepia oder Loligo 'gene- risch zu trennen ist. (Vergl. Museum Senkenbergianum I, S. 292).
Ein würdiges Gegenstück zu dem fossilen vierstrahligen Cidari- ten, von welchem ich. Ihnen früher (Jahrb. 1835, S. 68) schrieb, ist mir seitdem in einem fossilen sechsstrahligen Gale riten bekannt gewor- den. Wie ersterer im Übrigen mit Cidarites coronatus überein- stimmt, so ist letzterer, abgesehen von seiner Sechsstrahligkeit, nach . der mir über denselben von Herrn Stem in Rostock, dem Besitzer dieser Seltenheit, und von Professor HeLmontm von BrücHEr zugekom- menen Abbildung und Beschreibung, dem Galerites albo-galerus zu vergleichen,
Über meine Species foesiker Krebse kann ich Ihnen eine nachträg- liehe und zugleich berichtigende Mittheilung machen. Der Krebs Pem- phix Sueuri (vorher P. spinosa) herrscht nun nicht mehr ‚allein in der oberen Abtheilung des Muschelkalkes, dem sogenannten Kalk- stein von Friedrichshall, wie es anfangs schien, sondern ist jetzt- auch, nach einem kürzlich bei Bergrath Warcuner in Karlsruhe gesehenen schönen Exemplar, in dem Dolomitmergel bei Durlach gefunden, der die untere Abtheilung des Muschelkalkes bildet, und hier unmittelbar auf buntem Sandstein ruht. Aus diesem Dolomitmergel war mir bisher nur Pemphix Albertii von Horgen im Schwarzwald BI der noch nicht in Schichten darüber gefunden ist.
Mein Makrouren - Genus Glyphea besteht nun aus folgenden fünf Species: Glyphea ventrosa, G. Regleyani (vorher G. vulga- ris), G. Münsteri (vorher G. speciosa), G. Dressieri und G. pustulosa. Von diesen kommen G. Regleyani, G. ventrosa und G.Münsteri im Terrain @ Chailles des Departements der Haute Saone, erstere am häufigsten, vor; G. Dressieri im Terrain @ Chailles bei Besancon, G. pustulosa dagegen im Bradfordthon von Bouzweiler (Bas-Rhin). Es ist bemerkenswerth , dass letztere Form aus dem Brad- fordthon weniger von den Species aus dem späteren Terrain & Chailles abweicht, als mehrere von diesen aus einer und derselben Zeit unter sich; hierin liegt wieder ein Beweis, wie wenig das relative Alter zum ! Maasstab des Grades von Abweichungen der fossilen Formen zu gebrauchen ist.
Von dem Krebse Prosopon hebes bin ich nun im Stande, Ihnen den Fundort anzugeben; er rährt aus dem Unteroolith von Crune, De- partement de la Moselle her, während Prosopon tuberosum, im cretajurassischen Gebilde zu Boucherans im Jura - Departement gefun- den wurde, was zu bemerken nicht ohne Interesse seyn dürfte,
Unser verehrter Freund VoLrz in Strasburg hat mir einen Crinoi- den zur Untersuchung mitgetheilt,, in welchem ich ein neues Genus er-
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kannte, , Ich gab ihm den Namen Jsocrinites, und nannte die Species I. pendulus. Die Versteinerung besteht. in: dem Kelche mit etwas vom Stiel. Die Stielglieder sind Pentacriniten-artig, und auch mit quirlförmig. gestellten Hülfsarmen versehen. Der Kelch lässt sich zu- nächst mit Pentacrinites und Eucrinites vergleichen. Becken- glieder, die in Pentacrinites sich so deutlich vorfinden, und die in Enecrinites in einem zerlegten letzten Säulenglied bestehen , dessen Stücke grosse Ausdehnung erlangt-haben, konnte ich ‚keine wahrneh- men. Es besteht dagegen ein ungetheiltes Glied von der Form der Säulenglieder, nur auffallend grösser und etwas aufwärts gebogen, das man als den Repräsentanten des letzten Säulengliedes und des Beckens zusammen betrachten könnte; das letzte Säulenglied ist bekanntlich in Pentaecrinites auffallend klein. Während Pentacrinites und Enerinites zwei Reihen Rippenglieder besitzen, so enthält die neue Form nur eine Reihe, und diese Rippenglieder ragen nicht, wie in ‚Pentacrinites, spitz über die Säule herunter. Die Einreihigkeit der Rippenglieder erinnert an Comatula, die indess sonst einem ganz andern Typus folgt. In un- serer Form waren die Rippenglieder nicht, wie die der ersten Reihe: in Enerinites, zu einem Ringe verbunden , sondern getrennt, und konnten sich auseinander begeben, wie in Pentacrinites. Bei mehr geschlosse- nem Kelche berührten sich die Rippen-, Schulter- und ersten Arm-Glie- der an den Seiten , was Pentacrinites ganz zuwider läuft, und sich mehr Encrinites nähern würde, wo indess in diesem Fall nicht nur alle Armglieder, sondern sämmtliche Glieder des Kelches sich an den Seiten berühren. Auch das Schulterglied ist abweichend geformt; die 10 Arme ‚sind paarig. Es besteht ‚nicht der Übergang der Glieder eines Armes in eine paarige Hand, ‘der Encrinites so merkwürdig macht, sondern es lenkt, wie bei Pentacrinites, in jeden Arm eine paarige Hand ein; in Pentacrinites gehen diese Hände bis zum Ende des Kelches, und an ihuen sitzen .in gewissen Abständen sogenannte Finger , woge- gen hier. keine solche Finger vorhanden sind, dafür aber auf jeder Hand, nach einer gewissen. Länge, wieder eine paarige Hand, so dass statt einer Reihe Hände mit Fingern, bloss paarige Hände, jedoch meh- rere Reihen anzunehmen sind; man bemerkt hier wenigstens drei Rei- hen ‚solcher paarigen Hände. . An allen diesen Händen sind die vier | ersten Glieder von den übrigen Gliedern verschieden, und so beschaffen, dass sie den Händen an diesen Stellen eine grössere Beweglichkeit ge- stattet haben werden. Im Sinne der einmal üblichen Nomenklatur habe ich diese Glieder Handwurzelglieder genannt; an Pentacrinites bemerkte ich nichts Ähnliches. Übrigens tragen Arme und Hände, wie Arme, Hände und Finger in Pentaerinites, Tentakeln. In Form und Zabl der Glieder, der Arme und Hände, so wie in andern Stücken bestehen Ab- weichungen von Pentacrinites und Encrinites, neben Eigenthümlichkei- ten; wie aus der Beschreibung und Abbildung zu ersehen seyn wird, die von mir in den M&moires de la soc. dhistoire naturelle de Stras- bowrg erscheint. Diese schöne Versteinerung rührt aus dem Calcaire
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corallien der Gegend von Besangon, und befindet sich mit der oben er- wähnten Glyphea Dressieri in der Sammlung des Grafen DrsssıEr in Besancon. | x
> Über die fossilen Nager der Tertiärablagerung von Öningen kann ich Ihnen vorläufig eine Mittheilung machen, aus der wieder deutlich hervorgehen wird, wie leicht Irrthümer sich zu befestigen suchen, und wie begründet das Misstrauen ist, dessen ich mich gegen manche frü- here Untersuchungen nicht erwehren kann. Hauptsächlich auf Kırc beruht die Annahme vom Vorkommen dreier verschiedener Nager-Gattun- gen in der Ablagerung des Schiefers von Öningen, wozu die Sanımlun- gen Lavater’s, ZIEGLER’S in Winterthur und des Meersburger Kabinets die Exemplare enthielten. Diese Nager sind die Hausmaus (Mus mus- culus), eine Haselmaus (Myoxus) in der Meersburger Sammlung, und ein Thier, das Gessner für ein Meerschweinchen bält, BLumensach für Scalpris, Karc für einen Iltiss; von mehreren Exemplaren die- ser Species existirt nach Cuvıer das vollständigste in der Karlsruher Naturaliensammlung, Die Hausmaus hat sich bereits als eine verstei- nerte Pflanzenwurzel herausgestellt; die Exemplare vom zweiten und dritten Thier -sind mit andern beträchtlichen Schätzen an Pflanzen und Insekten der Öninger Ablagerung aus der alten Meersburger Sammlung in die Sammlung in Carlisruhe gekommen und durch die Güte des Pro- fessor ALex. Braun ward ich in den Stand gesetzt, diese Stücke ge- nauer Untersuchung zu unterwerfen. Hiebei fand ich, dass die Ver- steinerung, welche der Errichtung des zweiten Nagers oder der Hasel- maus zum Grund liegt, eine künstliche Zusammensetzung aus nicht weniger als drei verschiedenen Stücken ist, von denen nur das mittle Stück einige Aufmerksamkeit verdient, das aber ein Stück aus des Rumpfes Mitte von dem gleich zu erwähnenden dritten Nager ist; die beiden andern Stücke rühren von Fischen her. Auf diese Weise löst sich also auch der zweite Nager von Öningen, die vermeintliche Hasel- maus, auf. Der dritte Nager endlich‘ ist kein Iltiss, wofür ihn Kıre nahm, sondern ein wirklicher Nager, wie Andere mit Cuvıer be- haupteten, aber weder Ondatra, noch Anoema, wofür ihn zuletzt Könıe in London erklärte. Beim Entblössen der Füsse und Schneide- zähne fand ich die Hinterfüsse vierzehig und alle Anzeigen für die Fünfzehigkeit der Vorderfüsse, während in Anoema die Füsse hinten nur drei und vorn nur vier Zehen besitzen. Das fossile Thier wird biedurch den Hasen-artigen Thieren verwandt, wofür eine Bestätigung in dem kleinen Schneidezähnchen liegt, das mir im Oberkiefer hinter dem grossen Schneidezahn zu entblössen gelang. Das übrige Skelett widerspricht so sehr der Struktur des eigentlichen Hasen, als es sich für Lagomys (Hasenmaus) entscheidet. Da das aus der LavaArer’- schen Sammlung ins Brittische Museum gekommene Exemplar derselben Species seyn soll, der das Carlsruher Exemplar angehört, so wird je- nes wohl auch nicht Anoema, sondern Lagomys seyn, was zu ent- scheiden ich Acassız bei seiner Anwesenheit in London gebeten habe.
Hiedurch würden sich die drei Nager von Öningen theils wieder auflö- sen, theils zu einem Lagomys vereinigen, die ich Lagomys Oenin- gensis nenne, der auch die Reste angehören werden, welche letztlich Sepewick von Öningen nach England brachte, und in denen schon Lar- RILLARD in Paris gleichfalls Lagomys ‚vermuthete. Die genaue Un- tersuchung und Abbildung des schönen Carlsruher Exemplars werde ich anderwärts bekannt machen. |
Bei der Zusammensetzung von ea ist man früher mit an Öninger Schiefer nicht weniger künstlich ae bee ‚„ als mit dem von Bolca. Die Carlsruher Sammlung hat von ersterem bemerkens- werthe Stücke aufgewiesen. In. einer Platte ist der Mahlzahn eines Pferdes aus dem Diluvium, oder nicht einmal fossil, täuschend eingekittet, und dazu ist sogar eine Gegenplatte mit dem Abdrucke des Zahnes ge- macht. Auf verschiedenen Platten sieht man andere Knochen , welche zum Theil fossil seyn können, aber gewiss nicht in dem Öninger. Ge- stein sich vorfanden, zum Theil aber auch Säugethierknochen aus: ganz neuer Zeit sind. Dass Fische aus mehreren und verschiedenen Speeies zusammengesetzt sind, und Schwanzstücken der Salamandra gigan- tea Köpfe von Fischen angekittet sind, um fossile Schlangen zu schaf- fen, ist gar nicht selten.
Es beschäftigen mich gegenwärtig auch die fossilen Knochen des fürstlich Fürstengerg’schen Naturalien-Kabinets zu Donau - Eschingen, deren Mittheilung ich der Güte des Herrn Hofrath Dr. Reumann ver- danke. Ich kann darüber Folgendes berichten. Die meisten Stücke rühren aus dem Bohnerzgebirge der Altstätter Grube bei Mösskirch im Baden’schen her. Darunter erkannte ich an Landsäugethieren Backeu- zähne und Knochen von Rhinoceros, das ich einstweilen noch mit dem Namen Rh. incisivus zu belegen mich genöthigt sehe, da ich es für unmöglich halte, aus diesen einzelnen Theilen mit Bestimmt- heit zu ersehen, ob sie dem Rhinoceros Schleiermacheri oder dem Aceratherium incisivum angehören: es sind Reste derselben Art, wie in den meisten Rhinoceros - führenden Tertiärgebilden ; 2) Mahlzahn- und Knochen-Fragmeute von Mastodon angustidens: diese Benennung gebrauche ich in demselben Sinn wie die von Rhinoce- ros incisivus, indem es mir nämlich nicht möglich ist, mit Bestimmt- heit zu entscheiden, ob sie von dem eigentlichen Mastodon angu- stidens oder dem Tetracaulodon longirostris herrühren , ich aber die sichere Bestimmung der Species für zu wichtig erachte, als dass sie einem blossen Errathen anheim gegeben werden dürfte; es sind Reste derselben Art, wie sie sich in den meisten Mastodon- oder Tetracaulodon - führenden Tertiärschichten auch anderwärts vorfinden und gewöhnlich unter der Benennung Mastodon angusti- dens begriffen werden, und darunter auch wohl noch länger zu stellen sind, weil es nach meinem Bekenntniss bis jetzt nicht möglich ist, aus, solchen Theilen das Mastodon oder den Tetracaulodon zu erse- hen; — 3) Ein Mahlzahn - Fragment von Dinotherium Bavari-
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eum; — 4)Mahlzahnfragmente von einem oder zweien Schweins-artigen Thieren; — 5) ein Mahlzahn-Fragment eines Tapir-artigen Thieres ; — 6) ein Mablzahn-Fragment von Palaeotherium; — 7) der grosse Mahlzahn aus dem Oberkiefer eines Fleischfressers, einer der stärksten unter den bis jetzt bekannten, der einen neuen Fleischfresser auzeigen würde, zwischen Felis:und Hyaena; ein Eckzahn in: WızLcuhner’s Sammlung aus denselben Gebilde scheint auch von dieser Species her- zurühren; — 8) Ein Eckzahn-Fragment, eigenthümlich geformt, das ich noch keinem Thier zuweisen konnte; 9) wenigstens zwei Wiederkäuer, von denen der eine die Zahn- Struktur der lebenden, der andere, ein kleinerer, solche Zahnstruktur,besitzt, wie ich sie bis jetzt nur an Wie- derkäuern erloschener Genera vorgefunden. Von Meeres-Säugethieren sind 10) Rippenfragmente des Cetaceen vorhanden, das so häufig im ter- tiären Sande bei Flonkeim gefunden wird. Von Reptilien kenne ich 11) Zähne eines grossen Saurus, der vielleicht dem Krokodil am näch- sten steht; und 12) in WArcnner’s Sammlung aus derselben Ablagerung ein Fragment aus dem Panzer einerSchildkröte, von dem es schwer halten wird, zu entscheiden, ob es von einer Emys oder von Testudo herrührt. 13) Von Fischen ist ein Gaumenstück mit Pflasterstein - förmi- gen Zähnen, wie ich ein ähnliches in dem tertiären Sande bei Uf- hofen unfern Flonheim fand, und 14) Zähne von Lamna denticu- lata vorhanden, die aueh bei Uffhofen und Flonheim häufig vorkommen, und überdiess den Muschelsandstein der Molasse charakterisiren, Ich möchte daher auch dieses Knochen - führende Bolhnerz - Gebilde von Mösskirch, oder vielmehr den Knochenreichthum desselben in jene Ober- Tertiärzeit bringen, zu der der Muschelsandstein der Molasse gehört. In dieser Sammlung liegt auch ein oberer Mahlzahn von Rhinoceros tichorhinus von Mösskirch, im Aussehen denen aus dem Diluvium oder den Höhlen ganz ähnlich, | Aus den fossilen Knochen der Fürstengere’schen Sammlung ergibt sich ferner, dass in der Gegend von Klosterwald im Sigmaringischen eine ähnliche Ablagerung liegt mit abgerundeten Fragmenten von Backen- zähnen des Mastodon angustidens. Von Walpertsweiler bei Klosterwald rühren Knochen von Landsäugethieren her, eine Rippe des Flonheimer Cetacee’s und Beste von Fischen; auch diese Ablagerung wird tertiär seyn; das: Gebilde ist ein feiner mergeliger Sand von grün- lich - weisser Farbe. Ein dem Sandgebilde bei Walpertsweiler ähnli- ches. Gebilde liegt bei Pfullendorf, von wo mehrere Reste: herrühren, Mahlzähne von Rhinoceros incisivus, Zahn - Fragmente von Ma- stodon angustidens, ein Zahn vom Flonheimer Cetaceen, em Zahn von einem Saurus, der verschieden ist von dem aus der Alt- städter Grube bei Mösskirch; Wirbel von einer Fisch von mittler Grösse und, wie es scheint, von einer ähnlichen Species, wie die, welcher die bei Walpertsweiler gefundenen Reste angehören. ‘Unter den fossilen Knochen der Fürstensere’schen Sammlung sind auch Landsäugethier - Knochen aus dem Gypsgebilde bei Hohenhöven,
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woraus Sie Ihre Testudo antiqua beschrieben, die in diesem Ge- bilde so zahlreich ist. Ich werde diese Reste von Landsäugethieren, mit denen, welche aus derselben Ablagerung Baron Arruaus in Dürr- heim und Bergrath Warchner in Carlsruhe besitzen, somit wohl Alles, "was bis jetzt dort gefunden wurde, näher untersuchen. Unter diesen Knochen aus der Fürstengere’schen Sammlung befinden sich welche von grösseren uud kleineren Thieren, namentlich aber ein Phalanx von ei- nem sehr grossen Pachydermen.
Meine Arbeit über die Knochen aus den Torfmooren von Enkheim bei Frankfurt und von Dürrheim im Baden’schen, deren letztere mir von Baron Arruavs gütigst mitgetheilt wurden, ist nächstens beendigt. Sie wird sich hauptsächlich über die an den beiden genannten Orten. vorgefundenen Reste von Emys verbreiten, und an denselben wohl die merkwürdigsten individuellen Abweichungen nachweisen, sowohl in Be- treff der Knochenplatten als auch der Schuppenbedeckung. Von Enk- heim kenne ich bis jetzt Reste von Emys, Ochs, Pferd, Hirsch, | 2 Vögel, Mensch, Sumpfkonchylien, Top rer WHRROh etc. ; von Dürrheim: Emys, Frösche, 2 Maus-artige Nager, Reh, Hirsch, Bos primigenius, Pferd, Canis, Meles, 2 Vögel, Mensch, Sumpfkonchylien, Töpferwaaren, andere Artefakten etc.
Herm. v. Meyer.
Strassburg, 8. November 1835.
# Sie erhalten hiebei einige interessante Gypsabgüsse von Jura - Ver- steinerungen, welche Ihnen hoffentlich angenehm seyn werden: sie sind so instruktiv als die Originalien selbst. In Kurzem hoffe ich Ihnen eine kleine Arbeit über Nerineen nachzusenden, welche so wiehtig für die mittle und obere Jura-Abtheilung sind. Die Angabe An. BrongnIarT’s, dass Mantellia eylindrica im Muschelkalk vorkomme, ist irrig, und durch eine Verwechslung veranlasst worden: sie stammt aus dem Gryphitenkalke, Im Keuper haben wir kürzlich eine kleine Ophiura gefunden,
VoLTz.
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Neueste Literatur.
, A. Bücher.
1854.
Gr. Fr. v. MınpdeLston: geognostische Profile der Württembergischen Alp,
durch einen Vortrag erläutert bei der Versammlung der Deutschen
. Naturforscher in Stuttgart, 36 SS. 4°. mit 3 lith. illum. Tafeln,
[nicht im Buchhandel; Pg. 3 und 4 wurden später umgedruckt,
und das Ganze erschien verbessert in unten folgender Übersetzung.)
L. PırLa: osservazioni geognostiche, che possonsi fare lungo la strada da Napoli a Vienna. Napoli, 91 pp. S°.
1855.
De ıı Bichz: How to observe. Tome 1. Geology. London, 8°. with 138 woodcuts [10 sh. 6 d.].
Aırx. BertRann: the revolutions of the globe, familiarly described, Edinburgh.
F.C. vox Beust: Geognostische Skizze der wichtigsten Porphyr-Gebilde zwischen Freiberg, Frauez»stein, Tharandt u. Nossen. 112 SS. 8°. mit einer petrogr. Übersichts-Karte und 7 Blättern geognostischer Zeichnungen, [3 fl. 18 kr.) e
Lz Branc et Warter: Metallurgie pratique du fer, ou Atlas des ma- chines, appareils et outils actuellement employes a la fabhrication de la fonte du fer; — avec un texte methodique etc. in 4°. Paris Livrais. I. avec 6 pl. in Fol. [12 Fr. Erscheint in Quartal -Lie- ferungen und gibt 1 Band Text.]
F. Drevses: und A. Wiscers: die Mineralquellen bei Wildungen. Göt- tingen, 112 SS. 8%. [Äusseres der Gegend; Geognosie derselben; Analyse der Quellen.)
Euıe os Beaumont: Extrait d’une serie de recherches sur quelquesunes des revolutions de la surface du globe. Paris 8° [35 Fr.)
Founner: Etudes sur les depöts metalliferes. Paris 8°.
S, Gras: statistigue mineralegique du departement de la Dröme, 300 pp. 8°. a Grenoble.
T. E. GumrrerecHt: Beiträge zur geognostischen Kenntniss einiger Theile - Sachsens und Böhmens. 238 SS. mit 9 Kupfer [?] - Tafeln, Berlin 8°. [3 fl. 36 kr.]
G. F. Jicer: über die fossilen Säugethiere, welche in Württemberg aufgefunden worden sind. — Erste Abtheilung, die in der Molasse, den Bohnerz - Ablagerungen des Jurakalks und in dem Süsswasser- kalke von Steinheim aufgefundernen Überreste enthaltend. sStutt- gart, 70 SS. und 9 lithogr. Taf. in Fol, [5 fl. 24 kr.]
J. Lisvızy and W. Hurrox: The fossil Flora of Great Britain, London 1835, Aprilheft [5 sh. 6 d.,) enthält: Sphaenopteris polyphylla, Sph. serrata, Sigillaria Murchisoni, Otopteris dubia, Sph. macilenta, Lepidophyllum trinerve, Pecopteris lonchitica, P. dentata, Otopteris cuneata, Sphaenopte- ris latifolia.
Lrisporevr and Hurrox: the fossil Flora of Great Britain, Juli 1835 [5 sh. 6d.,] entbält: Pecopteris acutifolia, P. obtusifolia; Sphaeredaparadoxa; Sphaenopteriscrassa; Lepidoden- dron longifolium; Lepidostrobus comosus; L. ornatus; Pinus anthracina; Zamia gigas; Stigmaria ficoides.
Fr, ve Manpersuon: Memoire sur la constitution geologique de VAlbe du Württemberg avec des profiles de cette chaine, 42 pp. 4° et 3 pl. lithogr. Strassburg (s. o. 1834).
DE Moxtuosier: du Cantal, dw Basalte et des anciennes revolutions de la terre, en reponse a un nouvel ecrit de Mr. ELıE pr BEAU- moxt. Clermont Ferrand, 8°. (Extrait des Annal. de l’ Auverygne).
H. Nyst: Recherches sur les coquilles fossiles de la province d’Anvers. Bruzelles 8°,
Fr. A. Römer: die Versteinerungen des norddeutschen Oolithengebirges, mit 12 lithographirten Tafeln. Erste Abtheilung, Text p. 1— 74 und alle Tafeln enthalteud. Hannover 4°,
Rozer: Traite elementaire de geologie, 8°, avec Atlas in 4°. de 13 planches, Paris [18 Fr.)
Angekündigt:
C. Hırrmenn: Lehrbuch der Mineralogie und Geologie, II, 8° mit X
Queerfolio - Kupfertafeln. Nürnberg [8 fl.
>
B. Zeitschriften.
F. Cassoraı e L. En lo ak del Vesuvio e de’Campi Flegrei. (Napoli 8°).
1832: Faseicolo 1), Num. 1. Juli — August.
Einleitung. Seite 1. Erste Exkursion nach dem Vesuv am 5. Juli. S. 6. Chemische Untersuchung der dabei gesammelten Erzeugnisse: der Strom- und Massen - Lava, der a der Salze und der Gase, S. 20—36.
1832: Fascicolo I, Num, 2, Septbr, — Ökläber.
Zweite, dritte und vierte Exkursion, am 1., 9,, 16. August, durch die Ausbrüche in dieser Zeit veranlasst. S. 1—19. Übersicht der meteorologischen Erscheinungen während derselben, nach den Beobachtungen auf der Sternwarte. S. 20—21.
1832: Fascicolo I, Num. 3, Novbr. — Dezember,
. Fortsetzung der Beschreibung obiger Exkursionen und der meteoro- logischen Beobachtungen. S, 1—12. Fünfter Ausflug nach dem Vesuv am 17 Oktober, S. 12—16, Beschreibung und analytische Untersuchung der Erzeugnisse des: letzten Ausbruches, der Strom- und Massen-Laven, der Aus- würflinge, der Sublimationen, umgewandelter Materien und Gasstoffe, — Meteorologische Beobachtungen, 8. 16—31.
1833: Faseicolo I, **) Num. 1, 2, Jänner — April.
Sechster Besuch des Vesuvs am 9. Dezember 1832, S. 1—8. Siebenter Ausflug am 23. Dezember nach dem Ausbruche, und at- mosphärischer Zustand, S. 8—23. Achte Exkursion am 12. Jänner 1833 und Besteigung des innern Ke- gels. S. 23—43, | Beschreibung und chemische Untersuchung der Erzeugnisse des letzten Ausbruches, S. 43—57. Messung des innern Kegels; meteorische Erscheinungen, S.57—59.
1833: Fascicolo II, Num. 3, Mai — Juni.
Neunter Besuch am 4, Juni, bei dem Ausbruche und meteorische Er- scheinungen dabei. S. 59 — 74. Beschreibung und chemische Untersuchung der Erzeugnisse dabei. 8. 74—80. | Übersicht der wichtigsten Beobachtungen, welche im bisherigen er- sten Jahrgang dieses Journales berichtet worden. S. 80.
*) Der erste Faszikel kostet für den Fremden 16 Franes Pränumeration. *=) Dieser Faszikel mit 3 Nummern kostet 10 Francs Vorausbezahlung.
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Über einen Springquell und einen 40 Palmen tief in Tuff aufrecht stehenden Zypressen- Stamm bei Torre del’ Annunziata , nach Aurdso, S. 84—89.
Meteorologische Beobachtungen, S. 90.
L. Pırna: Bulletino geologico del Vesuvio e de? Campi Flegrei. (Na- poli, 8°) *).
1854; Num. 1.
— Einleitung. Beschreibung einiger im Krater des jetzigen inneren Kegels des Vesuvs bei seinen Ausbrüchen beobachteten Phänomene. S.8—15, Zehnter Besuch des Vesuvs, am 14, und 15. August 1833, nach neuem Ausbruche. S. 16—23. Eilfter Ausflug am 28. und 29. November nach neuen Ausbrüchen in diesem Monate. S. 24—33. Zwölfte Exkursion am 31. Dezember 1833. S. 34—35.
1834: Num. 2.
Dreizehnter Ausflug am 21. Jänner 1834. S. 1—6, Vierzehnter Ausflug am 24. Jänner. S. 6—11. Fünfzehnter Ausflug am 2. März. S. 11—16. Sechzehnter Besuch am 21. März. S. 16—24, Siebenzehnte Exkursion vom 25. April. S. 24—30.
1834: Num 3.
Beschreibung und analytische Untersuchung der Erzeugnisse des Vulkanes vom Dezember 1833 bis April 1834. 8. 1—8. Achtzehnter Besuch am 31. Mai. S. 8—11., | Neunzehnter Besuch am 7. und 8. Jani. 8. 11—23. Beschreibung eines Granit - führenden Trachytes der Insel Ischia. S. 23—28. Kırsmen’s Archiv für Mineralogie, Geognosie, Bergbau und Hüttenkunde. Berlin 8°, (vergl. Jahrb. 1835, S. 461) enthält ausser rein Berg- und Hütten-männ’schen Abhandlungen in
1835: VII, ı1, S. 273—416, T£f. ıv—x.
Becks: geognostische Bemerkungen über einige Theile des Münster- Landes, mit besonderer Rücksicht auf das Steinsalzlager, welches die Westphälischen Soolen erzeugt. S. 275—389.
Becks: über das Vorkommen fossiler Knochen in dem aufgeschwemm- ten Boden des Münster -Landes, S. 390—417, Tf. ıv, v.
Löw: über das Zusammenvorkommen fossiler Thierknochen mit Kunst-
Produkten in den Sandgruben des Kreutzberges bei Berlin. S. 479 bis 487.
*) Drei Nummern kosten für den Fremden 5 Franes Pränumeration; — beim Verf.
Jahrgang 1836. H)
Tantscuer: Bemerkungen über den Fränkischen Jura-Dolomit S.488— 496. Kruc von Nıpva: über das Vorkommen des Anthraeit’s auf einem Gange in Granit im Erzgebirge. S. 497—499,
Journal ofthe Gevlogical Society of Dublin. Dublin, 8°, (vergl. Jahrb. 1835, 73).
18:33: PA,
Anrede des Präsidenten bei der 2ten Jahrs- Aördereinihen: am 13. Febr. 1833. S. 53, |
J. Pernerick: über die Geologie der Umgebung der ‚Alten - Minen in Finnmark. 8. 66-68,
R. J. Graves: über emen Granit - Gang im Glimmerschiefer der Graf. schaft Wicklow, S. 69—71, mit Abbildungen.
Porrsock: Bemerkungen über den Basalt - Distrikt in Nord- Irland. S. 71—74.
Porrrock : über die Schwierigkeit, die Identität der Schichten heraus- zustellen. S. 75—79. |
Bericht über fossile Equiseten bei Carrickfergus. S. 79—82,
H. Lxoyp: Notitz über einige bemerkenswerthe Erscheinungen in Gra- niten südlich von Dublin. S. 83—85.,
“ J. Hopeson HorLpsworrtH: über die Geologie des Bezirkes der Knockma- hon-Grupen in der Grafschaft Waterford. S. 85—99, mit 1 Karte.
J. M’Avam: Bericht über den Erdfall, der kürzlich zu Larne in der Grafschaft Antrim Statt hatte. S. 100—103.
J. Arsons über die neulich zwischen Caher und Mitchelstown entdeckte Höhle. S. 103—111 mit 2 Grundrissen.
W. Aınsworr#: fernerer Bericht über die Trappfelsen von Limerick. S. 112—128, mit 1 Karte.
J. M’Anvam: über die Geologie des Bezirkes von Fannet ın der Graf- schaft Donegal, Erste Mittheilung. S. 128—139.
N
22 dk Ser All Sa I. Mineralogie, Krystallographie, Mineralchemie. Fucus: Analyse der schwarzen Kreide (Zeichn’- Schiefer)
von Ludwigstadt im Bayreuthischen. (ERDMANnN und SCHWEIGGER-SEIDEL, Journ, für Ch. V, 322).
Kieselerde . . . . - 57,59 Thonerde „ - . “ d x $ 12,92 Kali (natronhaltig) . - ’ - 4,02 Bittererde . . Fang pe . N 0,57 Eisenoxyd . h . . - i 0,87 Kohle L . A : e : 17,52 sale a LER 6,30
99,79
€. U. Suerarn: der Microlith, eine neue Mineral-Gattung (SıLLıman, Amer. Journ. of Sc. 1835, XXVII, 361 etc.). Kernform: regelmässiges Oktaeder; abgeleitete Gestalten: enteckt; vierfach ent- eckt in der Richtung der Flächen. Unvollkommene Durchgänge parallel den Kernflächen. Bruch muschelig ins Unebene. Harzglänzend. Farbe: gelb ins Röthlich-Braune. Durchscheinend bis durchsichtig. Strichpul- ver weiss; nur wenn das Mineral braun ist, zeigte er sich eben so ge- färbt, Härte 5,5. Eigenschwere — 4.75 bis 5.00. Bleibt für sich vor dem Löthrohr unverändert; lösbar in Boraxglas und dieses gelb fär- bend, — Fundort: Chesterfield in Massachusetts; Vorkommen auf Albit, seltener in Turmalin eingewachsen.
OÖ. Lins£ Erpmann: Analyse des sogenannten Chloritspa-
thes (Erpmann u, ScuwEIGGER - SEIDEL, Journ. f, Chem, 1835, VI, 89).
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ER
—
Unter dem Namen Chloritspath hat Fıenvırr ein neues Mineral be- schrieben, welches in Begleitung des Diaspor bei Kosoibrod im Ural vorkommt. Resultat der Analyse:
Kioschrde Pr 2, a
Eisenoxydul , : “ . . 30,047
Thonerde E > - . . 45,018
99,994
Berzeuivs: über Kalkspath mit kohlensauremKupfer-Oxy- dul (XIVr Jahresber. 195). B. erhielt von Hsss einen strahligen Kalkspath, der fast weiss, kaum merkbar gelblich ist, und die Eigenschaft besitzt, beim Erhitzen bis zum anfangenden Glühen, eine dunkle Farbe anzu- nehmen und nach dem Erkalten blutroth zu werden. sSiberien ist das Vaterland dieses Kalkspaths. Hzss hat gefunden, dass das färbende Prinzip Kupfer - Oxydul ist, und da das Mineral erst nach dem Glühen roth wird, so zeigt diess, dass es das Kupfer - Oxydul mit Kohlensäure verbunden enthält, eine Verbindung , die zum ersten Male in der Mi- neralogie auftritt.
Kohlensaurer Strontian wurde neuerdings zu Schokarie in New-York entdeckt.
L. Fr. Bier: Analyse einer Porzellanerde vom Gute @u- tenberg unweit Halle an der Saale. (Erpman und SCHWEIGGER- SEIDEL, ‚Jour. d. Chemie V, 313 f.).
Kieselerde h h - . 2 59,625
Kohlensaure Talkerde h ; . 3,320 Eisenoxyd i u . A . 0,067
Mangan -Oxydull . 200 0,187 Wasser . F h / 2 5 10,000
98,199
Fucns: überTriphyllin (A.a. 0.S. 319). Vgl. Jahrb.1835, 198. Das Mineral kommt auch bei Rabenstein am BayerischenWalde in dem nämlichen Bruche vor, wo der rosenrothe Quarz, der Berylli, Tantalit u. s. w. sich fin- den: seine Begleiter sind: Feldspath, Glimmer und Quarz. Der vermeint
cs —
liche Triplit, welcher dort getroffen wird, ist nichts als verwitterter Tri- pbyliin, der keine Spur von Lithion melır enthält. Die Analyse ergab: Phosphorsäure A r AV BETEN ES BIETE 35,70
Eisenoxyd re : . j 48,17 Manganoxyd . . : ; . 8,94 Kieselerde eK. - m. 1,40 Wasser .”7 “ ® ® ” n. 5,30
| 99,51
Forcunammer: Zerlegung des Oersiedits. BerzeLıus, Jahrs-
Bericht 209). Vergl. Jahrb. 1835, 342. Dieses neue Mineral findet
sich zu Arendal vom Augit begleitet, auf.dessen Krystallen .es aufge-
wachsen ist. Seine Farbe ist braun, es hat Glasglanz und zeigt eine
sehr zusammengesetzte , dem. Pyramidal- Systeme ..angehörige , Form,
welche etwas Ähnlichkeit mit der. des Zirkones :hat, Spezifische Schwere
== 02; Härte zwischen Feldspath ‚und Apatit. Die Analyse ergab: Kieselerde 300% PER 19,708
Kalk A SAAL T 's . 2,612 Talkerde (etwas Manganbaltig) R 2,047 ' Eisen - Oxydul . . « . 1,136
Titansäure« und Zirkonerde (nicht mit Sicherheit zu trennen): . 68,965 Wasser .:°. 2 . ‘8 . 5,532
100,000
& 1.1355 Fi: i ) e
© MW Taprr:'Analyse eines Asbestes von Koruk, einem Arme des EURRINRR Eon in RBRREN HE FIEPR ABER s Ann. d. ip
XIXXV, 186). ' Kieselerde 2a un R „nn 758,48 Eisenoxydull . . , s »12159y22 Talkerde ; le ig F „Silsagg;,38
Kalkerde (mit etwas , BisbnOaydlajeı ’ 0,04 Mangan - RR äusserst geringe |
Spuren’ =», Fa 2 Kupferoxyd : f k \ N | urn Thonerde Walsn say, now, 0,88: Phosphorsäure? .-", . ,
Verlust ” a . 11° ” “ ”
100,00°
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6. B, Greznoucn entdeckte Idokras auf dem Eilande Skye, Das Mineral kommt unfern Broadfurd vor, an der Grenze eines‘ 5: Trapp-Dykes und des von ihm durchsetzten Kalksteines. Ä
M. Geologie und Geognosie. |
R.J. Murcuison: über die Struktur und Klassifikation der Übergangs-Gesteine in Shropshire, Herefordshire und in ei- ‘nem Theile von Wales, so wie über die Merkmale erlittener Störungen, welche jene, das Erhebungs-Thal umschlies- sende, Ablagerungen tragen (Lond. and Edinb. philos. Mag. and Journ. of Scienc. IV, 8370 ele.). Der Verfasser beschäftigte sich neuerdings mit Untersuchung der Transitions -'Gesteine, namentlich ‘der Versteinerungen - führenden Grauwacke,, im östlichen Theile von Here- fordshire, in einigen Gegenden von Monmouth, Gloucester , Worcester und Staffordshire. Er stellt, nach vorhandenen fossilen Resten, so'wie nach'den Lagerungs - Beziehungen, folgende Klassifikation auf » .
1) Ludlow Rocks.- Sie nehmen unterhalb ‘des alten rothen Sand- steines ihren Anfang. Diese sandig .thonigen Ablagerungen enthalten den, durch das häufige Vorkommen von Pentamerus Knightii be- kannten Kalkstein. Noch nicht - beschriebene organische Reste finden ‚sich in Menge in der Formation, darunter ein'nenes Genus von Krusta- zeen, ein anderes von Cephalopoden und ein drittes vom Conchiferen, — 2) Wenlock und Dudley Roeks. Da der Korallen - Kalk’ von Wenlock und Dudley als ein Äquivalent jener Gesteine nachgewiesen worden, ‘so hat man den erwähnten Ausdruck dafür substituirt, damit der Name des letztern Ortes, so bekannt durch seine organischen Reste, dazu dienen möge, die Stelie der Felsart in der geologischen Reihe anzudeu- ten. Den untern ‚Theil ‚der, ‚Formation. bezeichnet ‚der. Verfasser. mit dem Ausdrucke -Wenlock-Schiefer,. die frübere Benennung „Earth“ führte zu Missverständnissen. — 3) Horderley und May Heil Rocks. Die Formation, aas Muscheln-führendem Sandstein, aus unreinem Kalk- stein u.,s. w; bestehend, ergab sich bei genauerex. Untersuchung als noch mehr organische Überbleibsel enthaltend und von grösserer Mäch- tigkeit, als früher vermuthetrworden. —,4) Buwilthiund,.Liandeilo Flags. Vorzüglich bezeichnet durch ‚grosse Exemplare von. Asaphus Buchii. Man kannte die Gebilde, als besonders schön entwickelt in den Graf- schaften Ca#ermarthen, und Brecknock bekannt ; ‚sie wurden neuerdings zu
Rorington im Westen von Shropshire nachgewiesen. — 5) Longmynd und Gwastaden Rockg. Bilden den ausgedehuten.Hügelzug von Long- mynd, Länley u. s. w. Versteinerungen führen sie nicht. — Jede der
vier erwähnten, Petrefakten enthaltenden Formationen ist leicht unter- scheidbar durch die Eigenthümlichkeit des Charakters derselben, durch petrographische Merkmale und geographische Grenzen, während das unterliegende System von Schiefern und Konglomeraten vollkommen
gl
davon abweicht. . — In einem andern Kapitel schildert der Verf. diejeni- gen; der erwähnten Fels-Gebilde, welche in den Aderrley-Bergen, an den Seiten der Malvern- Berge u. s. w. vorkommen. Die Ludiow- und Wenlock - Rocks zeigen sich am mächtigsten und beharrlichsten ent- wiekelt. — Erhebungs-Thal von. Woolhupe. Es soll das am mei- sten symmetrische in Britannien seyn und findet sich im S.O. von Be- reford, wo die zwei. oberen Formationen der Grauwacke - Reihe in der Runde um eine mittlere Kuppel-förmige Masse gelegen sind, welche aus dem Muscheln - führenden. Sandstein der dritten Formation besteht; die Schichten fallen stets nach allen Seiten unter Wiukeln von 15 ..bis. 70°. Die festen Schichten widerstanden der Zerstörung, während die Schie- fer weggeführt worden, und so machen jene die höhern umkreisenden Züge aus, letztere aber lassen tiefe Einschnitte wahrnehmen... Die äussere Zone hat alle fossile Reste aufzuweisen, welche die Ludlow Racks charakterisiren, und zieht sich unter dem Old red Sandstone hin; die innere Zone enthält die Petrefakten des Korallen-Gebildes von Wen- lock und Dudiey ,„ und beide umbüllten gewissermaasen einen Kern der dritten Formation. Die äusserste Zone blieb undurcehbrochen auf zwei Drittheilen ihres Umfanges,, allein bei Mordiford sieht man die- selbe gewaltsam verschoben, und das Resultat ist eine Kluft, durch welche, so wie durch einige kleine Spalten, das Thal gänzlich trocken gelegt worden. Das Thal ist ein Entblössungs - Thal, frei von allen Fels-Trrümmern, selbst von denen des Old red Sandstone, obwohl die em- porgehobenen tiefern Schichten durch dieses Gebilde hindurch getrieben worden seyn müssen. Die Erhebungs-Linie streicht aus N.W. nach S.O, und soll sich bis Gloucestershire erstrecken, woselbst die drei oberen Grauwa.cke - Formationen wieder auftrete. — — Das vorherrschende Streichen der sämmtlichen geschilderten Ablagerungen ist von NO. nach S.W. Die westlichen Grenzen der Grafschaften Salop, Hereford, Breck- nock und Caermarthen zeigen die nämliche Schichten - Richtung. Die Länge des Landstrichs beträgt ungefähr 100 Meilen, die Breite 30 bis 40 M. Iunerhalb dieses Raumes sind zahlreiche kleine Elevations- Axen, welche sich nur auf kurze Entfernungen, auf der Hauptstrei- ehungs-Linie verfolgen lassen, aber alle sind vollkommen parallel unter einander und der grossen Erhebungs - Linie untergeordnet. Meist findet man sie bezeichnet durch hervortretende Trapp-Rücken, an ihren Seiten senken sich die Schichten gegen N.W. und S.O.; und wo solche paral- lele Ausbrüche gehäuft sind, wie z. B. zwischen. Wenlock edge und dem Vierniew-Flusse, veranlassten sie Überstürzungen der Schichten, während da, wo jener Parallelismus vermisst wird, die jüngere Forma. tion, die von Ludlow und Wenlock, in wenig, gestörten Lagerungs-Ver- hältnissen die senkrechten und manchfaltig verrückten ältern Felsschich- ten bedecken. — Die Erhebungs-Linie, deren Mittelpunkt die Trapp- Gesteine von ld Radnor bezeichnen, endigt gegen N.O. im Erhebungs- Thale von Wiyinore', das Vorgebirge von Ludliow bildet den erhaben- sten Punkt, — Die allgemeine Streichungs-Linie wird der Queere nach /
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durchbrochen von manchen Rissen ‘und Klüften, die mitunter: grosse Verrückungen veranlassten. — An der östlichen Seite des old red Sand- stone von Herefordshire senken sich die Schichten, bestimmt ‘durch Trapp- und Syenit-Züge von Abberley und Malvern, aus N. nach S.; allein zahllose Ausnahmen, Krümmungen und Biegungen, Rücken und Wechsel finden Statt. — — Der Bergkalk und die Steinkohlen - Forma- tion von Wellington und in den Titterstone und Clee Hills, sind, wo sie von Basalten durchdrungen werden, in derselben nordöstlichen und südwestlichen Richtung emporgetrieben, wie die Grauwacke-Reihe von Salop und Wales, während in den Adberley Hills und um Dudtey in Staffordshire eine südliche Bewegung sowohl auf die Transitions- Gesteine, als auf die Kohlen-Gebilde eingewirkt hat. — Eine 'beson- ders denkwürdige Verrückung ist die gänzliche Umdrehung. der beiden jüngern Formationen der Grauwacke-Reihe auf eine Erstreckung von mehreren Meilen von den Seiten der Abberley-Berge. In diesem Zuge ruhen die untern Ludlow Rocks, auf den obern unter Winkeln, die von 70 bis zu 45° wechseln, und der angrenzende parallele Rücken des Wenlock - Kalkes erscheint darüber hingestürzt. Muthmaaslich wurde die Erscheinung bedingt durch das Ausbrechen der anstossenden Trapp- Berge von Abberley und Woodbury.
J. Rore: Geologie der Gegend von Reading (Lond. and Edinb. ' Mag. Vol. V, p. 212). Der obere Theil der Kreide erscheint, bis zur Tiefe eines Fusses, von Röhren -artigen Kavitäten durehbohrt, ähnlich jenen, welche Folgen des Nagens von Holzwürmern sind. Die Austern- Schicht, über der Kreide ihre Stelle einnehmend, besteht theils aus brau- nem Thon, theils aus Sand mit Grünerde-artigen Partikeln; . jede dieser Ablagerungen hat ungefähr 1 F, Stärke, Über derselben kommt Thon etwa ° vor, 1} F. mächtig, und quarziger Sand mit Ocker-Nieren.
Tantscher: Vorkommen der Kobalterze in den Kamsdorfer und angrenzendenRevieren (Karsr., Arch. f. Min. B. VII, S. 606 fl.). Mit Ausnahme des Glanz -Kobaltes kommen alle bekannte Arten vor, aber nicht alle brechen zusammen, sondern sie sind an gewisse relative Teufen und Gebirgsschichten gebunden, theils allgemeiner in letzteren verbreitet, theils von besondern Lagerstätten, den sogenannten Gän- gen abhängig. Der Vf. unterscheidet ein Gang- und ein Flötz-arti- ges Vorkommen, und ausserdem noch drei Teufen, im deren jeder besondere Kobaltarten aufsetzen. Das gangartige Vorkommen hängt von den Rücken ab, welche auf manchfaltige Weise im Kalk - Gebirge sich einstellen und für dasselbe charakteristisch sind. Mitunter sieht man wirkliche Verschiebungen und Rutschungen von Gebirgstheilen; die gangartigen Vorkommnisse der untersten und oberen Teufen mögen
mehr Folge gewaltsamer Verrückungen der meist horizontalen Flötzla- gen seyn, als Absetzungen auf vorhandene Unebenheiten des’Grund - Ge- birges, Dergleichen gangartige Lagerstätten sind bei Kamsdorf die häufigeren. Mit den gangartigen ist ein flötzartiges Vorkommen bei den Kobalten in der Art verbunden, als gewisse Schichten im Hangen- ‚den oder Liegenden , auf grössere oder geringere Erstreckung von der Rücken-Fläche mit Kobalt, oft ‘in Gesellschaft anderer Erze durchzogen sind; das Haupt-Vorkommen der Art findet jedoch auf weitere Verbreitung nur im Kupferschiefer und in der obersten Schicht des Weiss - Liegen- den, unmittelbar unter dem Kalkflötz-Dache, mitunter auch in einigen Kalkstein-Schichten und im sogenannten Glimmerflötz statt. Auf der Lagerstätte selbst selten und schwer erkennbar, ergibt sich der Kobalt- Gehalt erst durch Beschlag nach langem Liegen der Gebirgstheile in den Gruben oder an der Luft. Die Kobalte und die Fahlerze haben Arsenik- und Antimon-Gehalt. — Das flötzartige Vorkommen des Kobal- tes ist im Kamsdorfer Reviere weit verbreitet; fast nirgends fehlt der Kobalt - Gehalt in Kupferschiefer ganz. — Was die drei Teufen beim gangartigen Auftreten des Kobaltes betrifft, so bemerkt der Vf. darüber Folgendes: Die unterste Kobalt-Teufe ist am sogenannten weissen Gebirge (einer aufgelösten Thonschiefer-Schicht, dem verbindenden Glied zwischen Sandstein und Thonschiefer) und am Weiss-Liegenden, Hier ist der Sitz der Speiskobalte, begleitet von Fahlerzen, nicht selten auch von Kupfernickel und von Kupferkies, Nieren und Nester mehre- ‚rer Erze — auch nachdem das Gang-Verhältniss gegen die Teufe längst aufgehört hat — in das Grundgebirge niedersetzend, sind am häufigsten; selten ist das Vorkommen in langgedehnten Platten der Rücken-Fläche parallel, Kobalt - Blüthe und Kobalt - Beschlag fehlen nicht. Zweite Kobalt-Teufe: Zwischen dem Kupferschiefer und dem Weiss-Liegen- den nimmt zumal im Kobalt-Revier ein, höchstens ein Lachter mäch- tiges Kalkstein-Flötz seine Stelle ein. Am Kupferschiefer, und zunächst darunter, ist die zweite oder mittle Kobalt-Teufe. Hier findet man die braunen, gelben und grünen Erdkobalte, von Fahlerzen und Kobalt- Blüthe begleitet. Schwarzer Erdkobalt wird nie getroffen, Speiskobalt selten, Das eigenthümliche Auftreten der verschiedenen Kobalte in ver- schiedenen Teufen ist mit der eigenthümlichen Beschaffenheit der Rücken- oder Gang-Verhältnisse, oder beider zugleich genauer verbunden (der Verf. theilt zur Erläuterung einige besonders belehrende Profile mit). Schwarze Erdkobalte bilden die dritte oder oberste Kobalt-Teufe, von Kupferschiefer aufwärts bis in die oberste Abtheilung des Flötzkalk- Gebirges, den Dolomit-artigen Kalkstein. Der Kobalt sitzt 4 bis 2 bis 3 Zoll mächtig in den Kalkstein-Klüften, wie Russ, hie und da auch auf Neben- und Schichtungs - Klüften sich hinausziehend. Mitunter ist das Nebengestein (Rauchwacke) mit schwarzem Erdkobalte fein, wie von Dampf durehzogen;.auch in den Drusen und Poren siizt der Kobalt wie angehaucht. Sehr wahrscheinlich hat sich diese oberste Kobalt - Nieder- lage durch Sublimation abgesetzt. Dazu kommen gewaltsame, Schich-
— "A-—
ten- Umstürzungen und der Umstand, dass von den Klüften aus eine Veränderung des Zechsteines in Dolomit vorgegangen zu seyn scheint.
Mirte : tertiäre Ablagerung der Gegend von Pointe-a-Pötre auf Guadeloupe. (Ann. des Sc. ei de lindustr, du midi de la France, III, Nro. 9, p. 1 > Bullet. geol. V, 414 et 415.) Die Forma- tion hat Ähnlichkeit mit der Muscheln-führenden Molasse in Süd-Frank-
reich und enthält in grösster Häufigkeit Pectiniten, Bukarditen, Pektun- _ kuliten, Lithophagen, Echinodermen u. 5. w,; es sind theils Steinkerne, theils Muscheln mit noch erhaltener Schale. Diese. Versteinerungen verhalten sich zu den lebenden Wesen im Meere der Antillen etwa so, wie die fossilen Körper der Tertiär-Gebilde in Languedoc zu den Thie- ren im Mittelländischen Meere, Wenn folglich unter den Versteinerun- gen auf Guadeloupe sich nur sehr wenige finden, die auch in Frank- reich vorkommen (Echinoneus semilunaris Lam.), so müssen den- noch beide Gebilde in einer und derselben geologischen Zeitscheide ent- standen seyn; ferner beweisen diese Differenzen, dass einst zwischen den Antillen und dem nördlichen Frankreich Temperatur-Verschiedenhei- ten Statt fanden, wie diess noch heutigen Tags der Fall ist.
J. B. Boussiıneaust: Versuch einer Ersteigung des Chimbo- razo, unternommen am 16. Dezember 1831 (PossENDoRFF, Ann, d. Phys. XXXIV, 193). Der Bericht enthält viele interessante physika- lische Thatsachen; wir müssen uns auf Mitteilung der geologischen Wahr- nehmungen beschränken. „Alle Beobachtungen“ , sagt B., „welche ich während dieses Ausflugs zu sammeln vermochte, neigen alle dahin, die Idee’n zu bestätigen, welche ich anderswo über die Natur der den Kamm der Andes bildenden Trachytberge ausgesprochen habe; denn auf dem Chimborazo zeigten sich alle Thatsachen wieder, welche ich bei Be- schreibung der Äquatorial - Vulkane angeführt habe. Offenbar ist dieser ein ausgebrannter Vulkan, wie der Cotopaxi, der Antisana, der Tunyu- ragua, und überhaupt alle auf den Plateaus der Andes stehenden Berge. Die Masse des Chimborazo besteht aus einem Haufwerk ganz ohne alle Ordnung über einander gethürmter Trachyt- Trümmer. Diese oft unge- heuern Trachytstücke eines Vulkans sind im starren Zustand gehoben; ihre Ränder sind scharf; nichts deutet darauf, dass sie in Schmelzung oder nur einmal im Zustande der Erweichung gewesen wären, Nir- geuds beobachtet man an irgend einem Vulkane Etwas, was auf einen Lavastrom schliessen lassen könnte. Niemals ist aus diesen Kratern etwas anderes ausgeworfen als Schlamm-Massen ‚ elastische Flüssigkei- ten und glühende, mehr oder weniger verschlackte Trachytblücke, welche oft in beträchtliche. Entfernungen geschleudert wurden. — Den Fuss des Chimborazo bildet ein Plateau, welches man an den Bächen in der Nähe‘ der Meierei im Detail studiren kann. Hier konnte ich auch er-
kennen, dass der Trachyt durchaus nicht geschichtet ist, wohl aber nach allen Richtungen zerklüftet. Dieses Gestein ist der Hauptmasse nach feldspathig, gewöhnlich von grauer Farbe, und schliesst Augit, so wie Krystalle von glasigem Feldspath ein. Der Trachyt erhebt sich ‚gegen den «Chimborazo und zeigt oft beträchtliche Spalten , die desto breiter und tiefer werden , je’ mehr sie sich dem Berge nähern, Man könnte sagen, der: Ckimborazo habe, als er sich hob, das Plateau zersprengt, welches ihm zur Basis dient. Das Trachyt - Gestein, welches bei- nahe den: grössten Theil des Bodens der Provinz Quito ausmacht, bietet wenig Abweichung dar. Die vorworren aufgehäuften Blöcke, welche die vulkanischen Kegel bilden, sind mit dem Gesteine, aus wel- chem ihre Grundlage besteht, von ähnlicher mineralogischer Beschaffen- heit, Diese Kegel und steilen Berge sind ohne Zweifel gehoben durch elastische Flüssigkeiten, welche sich an den Punkten des kleinsten Wi- derstandes Luft gemacht haben. Der in eine Unzahl von Bruchstücken zertrümmerte Trachyt ist, wie er war, an die Oberfläche gebracht, geho- ben durch Dämpfe , die sich entwickelten. Nach der Eruption musste der zertrümmerte Fels ein grösseres Volumen einnehmen, da alle Stücke nieht wieder dahin gelangen konnten, von woher sie gekommen waren; sie häuften sich also oberhalb der Öffnung an, durch welche die Ent- wicklung der Gase Statt gefunden hatte. Es ist genau, was geschehen würde, wenn man in einem harten und kompakten Felsen einen tiefen Brunnen ausgehauen hätte, und nun die dabei erhaltenen Steinstücke wieder hineinschütten wollte; bald würde der Brunnen gefüllt seyn, und wenn man fortführe. die Steinstücke längs seiner Axe aufzuhäufen,
so würde man über seiner Mündung einen Kegel bilden, der desto höher | seyn würde, als der Brunnen tiefer wäre. So sind, wie ich mir denke, der Cotopazi, der Tunguragua, der Chimborazo u. s. w. gebildet. Die elastischen Flüssigkeiten, welche, nachdem sie die Trachytkruste zerris- sen, sich einen Ausgang durch dieselbe bahnten, mochten die Oberfläche des Bodens mit bedeutenden, in mehr oder wenigen grossen Tiefen vor- haudenen Höhlungen in Gemeinschaft setzen, und man begreift als- dann, dass die Anfangs gehobenen Felsstücke sich später senken ‚und in diese Höhlungen begeben mochten. So musste sich dann, statt eines über der Eruptionsstelle erhobenen Kegels, eine Vertiefung auf der Ober- fläche des Bodens bilden. So begreife ich die so merkwürdigen Sen- kungen, welche der Krater des Rucupichincha därbietet, so wie den grünen See der Solfatara des Tugueres. Ich halte demnach .die Bil- dung der Trächytkegel der Kordilieren für später, als die Hebung der Masse der Andes. Es sind diess indess nicht die ‘jüngsten Hebungen, welche in diesen Bergen; Statt gefunden haben, In der Nachbarschaft der höchsten Pies, namentlich des Cayambe, des Antisana und des Chim- burazo beobachtet man. kleine.Berge, zwar noch aus Felsstücken be- stehend, aber aus neuerem Gestein, welches merklich vom gewöhnli- chen Trachyt abweicht. Es ist schwarz, porphyrartig, und seine Masse welche Krystalle von glasigem Feldspath einschliesst, ist durch Augit
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gefärbt ; die Feldspath - Kıystalle sind ziemlich selten , und oft glaubt man Basalt zu sehen. Ich habe jedoch nie Olivin darin angetroffen. Zu- weilen ist dieses Gestein kompakt und in Prismen angeordnet, zuweilen auch Schlacken-artig, erfüllt mit Löchern. Dann würde man es für Lava nehmen, wenn es etwas beträchtliche Strecken bedeckte; allein nun’ zeigt es sich immer in Stücken, welche selten Faustgrösse errei- chen. Dieses Gestein ist offenbar in sehr neuer Zeit herausgetreten, Zu Chorrera de Pisque bei Ibarra sieht man eine schöne Colonnade auf Alluvium ruhend, Bei dem Pachtgute Zwsco hat sich dieses Gestein im Zustande von Bruchstücken einen Ausgang durch den von ihm gehobenen Trachyt gebahut. Es ist da, wo HumsorLpr geglaubt hat, einen Lavastrom aus dem Antisana hervorgetreten zu sehen. In einer andern Abhandlung habe ich die Gründe entwickelt, welche mich bewogen, dieser Meinung nicht beizutreten. Der am Fusse des Chim- borazo liegende, erloschene Vulkan von Calpi besteht ebenfalls aus die- ser Art von Basalt; wir haben ihn auf unserer Rückkehr nach Rio- Bamba besucht. Mitten in dem Sande, welcher die ganze Ebene von Rio Bamba bedeckt, gewahrt man beim Dorfe Calpi einen Hügel von dunk- ler Farbe; es ist der Jana-urcu (schwarze Berg). Am unteren Theile dieses kleinen Berges sieht man Trachyt aus dem Sande hervortreten; er ist von gleicher Natur mit dem, welcher in einiger Entfernung den Chimborazo trägt. Dieser Trachyt scheint stark durchgerüttelt worden zu seyn; er ist voller Spalten und Risse in allen Richtungen. Der Ab- hang des Jana -urcu, nach Calpi hin, besteht aus kleinen Brocken des schwarzen Gesteins, deren Anhäufung ganz an die Stein - Eruption von Lysco erinnert. Es scheint sogar, dass diese Eruption am Jana - urcu erst nach der Ablagerung des die Ebene bedeckenden Sandes geschah ; denn in der Nachbarschaft des Vulkans ist der Boden mit schwarzen schlackigen Steinen bestreut.
Heine: über künstliche Feldspath-Bildung (PocgEnporFrF's Ann, .d, Phys. XXXIV, 531 £.). Zu Ende des Mai- Monats 1834. wur- den die beiden Hochöfen zu Sangershausen ausgeblasen. In einem der- selben fand man, beim Ausräumen der Ofenbrüche, blass violblaue Kry- stalle, welche an der Formenwand, etwa 12—16°’ über der Form, also gleich über dem Schmelzpunkt des Ofens sassen. Sie wurden gefun- den , nachdem man eine halbgeschlossene, schweelartige Kruste zer- schlagen und weggeräumt hatte. Theils fanden sich dergleichen in den Rissen in den geborstenen Ofensteinen, theils in kleinen, durch Aus- springen von Quarz-Körnern gebildeten hohlen Räume, theils und haupt- sächlich sassen sie auf einer Lage dichter, dem Graphit nicht unähnli- cher, doch mehr abfärbender Kohle, die aus mehreren dünnen Schalen bestand und an dem Gestellsteine des Ofens festsass. Nach den Er- gebnissen zweier Analysen ist die Zusammensetzung der ga Krystalle folgende :
‚durch Zersetzung durch Zersetzung mit kohlens, Natron: mit kohlens. Baryt.
ee, 0 A 6. 0 Thonerde . . 5 Be, 19,200 ’ 2 18,501
Eisenoxyd . - » . . . 1,200 inte 0,685 2 2.333 00 4,282 Kupferoxyd he 4 0,266... 0,128
Kali, vielleicht mit etwas Natron 13468 . .. 10,466 Spuren von Zinkoxyd, Mangan- oxyd und Kobaltoxyd . . re | 100,000 100,015
Hiernach ergibt sich unzweideutig, dass die Krystalle, welche ausser einigen zufälligen Bestandtheilen, wodurch die Färbung entstanden ist, eine ganz ähnliche Zusammensetzung haben, wie der Adular WErner’s, nur mit dem Unterschiede, dass bei ihnen etwas Kali durch Kalkerde ersetzt wird, daher sie als Feldspath betrachtet werden müssen, und dass diesem Kunstprodukte die Formel:
H Sit Al Sı? Ca) rt
zukommt. — Obgleich die zur Feldspath - Bildung erforderliche Kiesel- säure und Thonerde stets in der Beschickung enthalten ist, so bleibt diese Bildung doch darum merkwürdig, weil die nöthbige, nicht unbe- trächtliche Menge Kali höchst wahrscheinlich aus der Asche der Holz- kohlen hinzutrat. Dass das Kali nicht im Überschuss vorhanden gewe- sen, zeigt die Gegenwart der Kalkerde, deren Quantität nicht in allen Krystallen gleich seyn dürfte, und der Umstand, dass mit der Zunahme des Kalk-Gehaltes eine Abnahme des Kali Statt findet. Wahrscheinlich hat auch die verschiedene Mischung Einfluss auf die Krystall- Bildung gehabt, da die Krystalle mehrfache Kombinationen zeigen *), Erwägt man, wie viele Versuche, künstliche Feldspath-Krystalle zu bilden, na- mentlich durch MırscherLich gemacht worden sind, von welcheın keiner zu erwünschten Resultaten führte, so müssen zu einer solchen Bildung viele Bedingungen nöthig und viele Schwierigkeiten zu beseitigen seyn, Zwar ist nun die Möglichkeit dargethan, keineswegs aber haben Art und Weise und die Bedingungen der Bildung erforscht werden können, Nur so viel ergibt sich aus dem Vorkommen, dass ein Drusen - artiger Raum, der durch eine feste Lage Schweel vor dem Eindringen der schmelzenden Beschiekung geschützt und dem Drucke derselben nicht ausgesetzt war, die Krystallbildung begünstigt hat. Auch scheint eine sehr langsame Abkühlung nicht ohne Einfluss gewesen zu seyn. Ende 1834 wurde der obere Hohofen auf der Kupferhütte bei Sangerhausen,
*) Zu bedauern ist, dass nicht Material genug vorhanden war, um eine Analyse mit
regelmässig ausgebildeten einfachen, und eine andere mit Krystallen von abwei- cehender Form vorzunehmen,
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in welchem man Ausgangs Mai desselben Jahres krystallisirten Feld- spath unter den Ofenbrüchen fand, wieder ausgeblasen, nachdem er seit dieser Zeit, also etwa 7 Monate lang, in ununterbrochenem Gange ge- wesen war. Während der Ofen reparirt wurde, durchsuchte der Verf. die entstandenen Ofenbrüche, — Die Innenwände des Ofens waren ziem- lich glatt, und nirgends fand sich eine Spur krystallinischer Bildung, so dass die Hoffnung auf Wiederfinden von Feldspath - Krystallen ziem- lich fern lag. Der Ofen batte sich namentlich nach der Formwand hin ziemlich ausgearbeitet, letztere war daher völlig frei von Ofenbrüchen. Am stärksten hatte sich die Blende an der Vorwand und namentlich in den Ecken, welche diese mit den Seitenwänden bildet, angesetzt, indes-. sen fanden sich auch an letztern nicht unbedeutende Schalen von Blende. Zuerst liess der Vf. an der Vorwand die blendigen und kohligen Scha- len bis auf die Gestellsteine des Ofens durchbrechen, Die jüngste Bil- dung, welche von der letzten Campagne herrührte, löste sich sehr gut von der ältern Blende-Lage, die der vorigen Campagne angehörte, ab. Nicht selten wurden die Ofenbrüche 2, ja mitunter 4 Zoll stark gefun- den, aber weder in denselben, noch auf der Ablösungsfläche, welche die jüngere Bildung von der älteren trennte, war eine Spur von Feldspath zu entdecken. Als jedoch die zweite Blendelage, die der jüngern an Stärke nur mitunter fast gleich kam, durchbrochen wurde, stiess man wieder auf die Feldspathkrystalle. In zwei Fuss Höhe über der Form fand sich der erste Ansatz von Blende und Feldspath, und in —44 Fuss Höhe über der Form hörten beide Bildungen auf, so dass also die ganze Aus- dehnung der Höhe nach 2 bis 23 Fuss betrug. Die Feldspathkrystalle fanden sich meist weiss; die blassviolblauen waren weniger häufig, noch seltener die dunkelviolblauen, und sehr selten ganz schwarze von Kohlen gefärbte. Bei der ersten Auffindung suchte man hauptsächlich nach den gefärbten und liess die weissen wahrscheinlich unbeachtet, so dass die hübsche violette Farbe als Leiter beim Aussuchen gedient haben mag. Die Krystalle fanden sich auch jetzt wieder entweder auf Lagen einer dichten Kohle, oder in Klüften und Höhlungen der Ofensteine, welche aus Rothliegendem vom Kyffhäuser bestehen. Die meisten und gröss- ten Krystalle fanden sich an derjenigen Fläche, welche die Ofensteine von der ältesten Blende - Lage trennte, und zwar sassen sie entweder an dieser oder an den Ofensteinen fest. Mitunter traf man hier Kry- stalle, deren Endflächen eine Ausdehnung von 1, ja sogar bis 2 Linien hatten. — Dass die neuerdings gefundenen Krystalle nicht von der jüngsten, sondern von einer ältern Schmelz-Campagne herrühren, beweist schon der Umstand, dass weder in den neuesten Ofenbrüchen, noch auf der Grenze mit den älteren eiue Spur davon wahrgenommen wurde. Noch mehr wird diese Behauptung durch das Vorkommen von Krystallen, deren Kanten und Ecken durch Abschmelzung gerundet erscheinen, un- terstützt. Die einfache Erklärung des Vorkommens von angeschmolze- . nen Krystallen möchte folgende seyn: bei der Reparatur des Ofens zu Ende Mai wurden die Ofenbrüche stellenweise bis auf die Ofensteine
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durchbrochen, also die Klüfte und Ablösungsflächen, wo sich die Feld. spath-Krystalle fanden, theilweise geöffnet. Da wo die Ofenbrüche ruhig hängen geblieben waren, blieben die darunter befindlichen Feldspath-Kry- stalle geschützt, wo hingegen Partie’n von letzteren frei standen, er- litten sie beim Wiederanblasen des Ofens eine Schmelzung, welche sich jedoch nicht füglich auf die ganze Krystallmasse, sondern nur auf die dünnern Stellen der Krystalle erstrecken konnte, weil sonst bei der, zur Schmelzung der ganzen Krystalle nöthigen, grösseren Hitze die zinkischen Ofenbrüche zunächst geschmolzen seyn und sich an höhere Stellen des Ofens angesetzt haben würden,
C. Reıcnesr: Analyse des Mineral-Wassers von Hohenstein im Schönburgischen. (ERDMAn und ScCHWEIGGER- SEIDEL, Journ. für prakt. Chemie IV, 324 f.). In 138,240 Gran sind enthalten:
Salzsäure r x \ u : 1,336 Kohlensaurer Kalk " . ‘ 1,211 Talkerde : . a . - 1,200 Thonerde 3 3 : r r 100: ». Kieselerde ! . DR r 1,200 Kali R } k . . h 2,000 a a hate 1,240 Lithion . , . - . ; 0,089 Eisenoxydul , - R . e 7,002 Harzige Materie . ; . " 1,900 Quellsäure . N 4 . b W- Phosphorsaurer Kal £ Spuren Manganoxydul Schwefelwasserstoffgas 2 yon 7,712)Rh. D,D.
Kohlensaures Gas . k 5 N 11,520| Kub.-Zoll. *
W. Srockes: über kugelige Bildungen mineralischer Substanzen, (Journal of the geological Soc. of Dublin, Vol. I, S. 1, p. 15 etc.). Viele Mineralien erscheinen in kugeliger oder in Röh- ren - förmigen Gestalten, deren Entstehen auf verschiedene Weise zu erklä- renist, Reibung, Zersetzung, Krystallisirung sind die bedingenden Ursa- chen, und im letztern Falle haben Einseihungen in kugelichten Höhlun- gen Statt, wobei sich die Krystalle divergirend an einander reihen. Auch bei Sublimationen können Formen, wie die erwähnten, entstehen, indem mit der Cohäsiv - Attraktion sich die Rotation verbindet. Welche von diesen Ursachen in einzelnen Fällen gewirkt, ist nicht immerleicht auszu- mitteln. Man will zuweilen Tropfen Vesuvischer Laven von vollkommener Ku- gelform gefunden haben: im Allgemeinen erscheinen sie jedoch mehr flachge- drückt und in die Länge gezogen, dabei zeigen sie sich umgeben durch
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eine hervorragende Zone , die mit kleinen Knötchen besetzt ist. Solche Verschiedenheiten hängen vom Grade der Flüssigkeit ab, welcher der herabfallenden Masse verbleibt, und von dem Boden, auf den sie nieder- fällt. Tassen -ähnliche Gestalten werden dadurch hervorgebracht , dass ‘der Rand zuerst erkaltet. Ungleiche Flüssigkeits- Grade können sehr :manchfaltige Phänomene bedingen. Berrtzy sah im Vesuvischen Kra- ter zwei Höhlungen am Krater-Boden sich bilden; in einer siedete Lava und floss zuweilen über aus der Mündung eines inneren Kegels; in der andern wurden rothglühende Kugeln ausgeworfen, die ganz oder zerbrochen in die ergossene Lava fielen; so entstanden Obsidian -artige Kugeln, zusammengehalten durch ein Lava- Zäment. Es ist wohl an- nehmbar, dass im Innern des Vulkaus, selbst auf dem Krater-Boden, rothglühende Lava - Kugeln sich mit einer Decke bekleideten; diess fand nämlich statt, indem sich dieselben um ihren Mittelpunkt in einer Atmosphäre verschiedener Dämpfe drehten, in welcher Staub und kleine Steinstücke gefallen seyn konnten, wodurch sich Kugeln bildeten, deren Kerne und kon- zentrische Schaalen auf verschiedene Art zusammengesetzt sind. _Ha- miLton besass kugelige Stücke weissen Kalksteins, vom Vesuv ausge- worfen, die Lava-Kerne hatten, Sodalit- Massen trifft man als Ein- schlüsse im Eudyalit, und diese wieder im Basalt [wo?]. Im Sodalit sind 23,5 Natron enthalten *), im Eudyalit nur 13,82, und der Eudyalit enthält 11,1 Zirkonerde, der Basalt sehr wahrscheinlich nicht eine Spur; darum ist nicht wohl anzunehmen, dass der Sodalit aus dem Eudyalit ausgeschieden worden, und eben so wenig der Eudyalit aus dem Basalt, Hyazinth kommt in sehr kleinen Theilchen im Basalt vor; diess Mineral enthält 70,0 Zirkonerde**), der Basalt nicht eine Spur. Darum scheint es glaubhaft, dass solche Substanzen, während sie noch flüssig waren, in geschmolzene Java fielen, — Lava zeigt die unmerklichen Übergänge in Obsidian. | Obsidian aber scheint von Lava und von Basalt dadurch verschie- den zu seyn, dass er mehr Kieselerde enthält, und dass er glasiger ist, in Folge schnellerer Abkühlung. Basalt wird häufig in kugeligen Massen getroffen, sphärisch, oder diesen nahe stehend, welche wieder von minder festem Basalt umschlossen werden. Theils rührt das Phä- nomen von der Zersetzung her, allein oft ist noch eine Form der yr- sprünglichen Struktur wahrzunehmen. Angeblich sollen, in der Mitte solcher Kugeln, mitunter verschiedenartige Stein-Kerne, besonders eckige Kalk - Stücke gefunden worden seyn; der Perlstein Ungarns — der in Obsidian allmähliche Übergänge zeigt — besteht aus einer Zu- sammenhäufung von Kügelchen, deren Grösse von jener einer Nuss bis zu der eines Sandkorns wechselt; kein fremdartiges Bindemittel hält diese Kügelehen zusammen: ein Schmelz-Teig, der vielartige Wendungen
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*) Der Natron - Gehalt des Sodalits beträgt 26,55. D, R.
++) 66,0. Ti D. R.
wahrnehmen (lässt, verbindet sie. — Obsidian geht in Pechstein über: auch ‘die Analyse und die Zersetzungs - Phänomene zeigen Analogie’n. Pechstein kommt auf Lipari in kugeligen Massen vor. Obsidian und Bimsstein verlaufen sich in einander; verglaste Schlacken ste- hen in der Mitte zwischen beiden. Die kleinen Höhlungen und Räume im Bimsstein, in der Schlacke, so wie jene im Mandelstein, scheinen durch elastische Dämpfe gebildet worden zu seyn. Wären sie Folgen der Zersetzung durch Ausspühlung von Wasser, so könnten die- selben nicht so regellos sich darstellen, -— Feuerstein und Hornstein sind beinahe identisch; das Bruch - Ansehen bedingt unbedeutende Ver- schiedenheiten. Mauche ihrer Massen stellen sich fast als Kugeln dar; einige zeigen eine Rinde, an der zuweilen noch eine kleine Erhöhung wahrzunehmen, scheinbar die Folge früherer Erhärtung. — Menilit nähert sich dem Obsidian und dem Pechstein. Er kommt in knolligen Massen vor, die ursprünglich so gebildet seyn dürften. — Quarz - Ku- geln von der Grösse einer Erbse finden sich im Mulattoe-Stone (einer Art Greensand) in der Grafschaft Antrim, so wie, in be- trächtlicherer Grösse, im Kalkstein von Süiwe Gallion. In Corkshire werden in einem Talkschiefer-ähnlichen Gesteine glänzende Hornblende- Kugeln getroffen. Im Sandstein von Skreen, in der Grafschaft SZigo, findet sich ein Lager fest verwachsener Quarz-Kugeln. Der rothe Sandstein’ besteht aus abgerundeten Stücken und aus eckigen Frag- menten verschiedenartiger Gesteine von sehr ungleicher Grösse, Er trägt ganz das Ansehen vulkanischer Breccien, die dureh Hitze gebun- den worden. Von Zwischenräumen ist wenig oder nichts wahrzuneh- men. — Quarzgesteine. zeigen sich in der Regel frei von allen einge- schlossenen Theilen älterer Gebilde. — Im Glimmerschiefer trifft man Quarz - Massen , grösser als ein Menschen-Kopf. Die Glimmerschiefer- Lagen 'scheinen sich um dieselben herum gebildet zu haben. — Im Koh- lenschiefer sieht man rundliche, zum Tbeil flach gedrückte Massen. — Der roth- und -weiss-gefärbte Marmor Italiens hat eingeschlossene Mas- sen aufzuweisen, die erlittenen Druck verrathen. — Gold kommt in Massen vor, welche geschmolzen scheinen; zuweilen stellen sich Tro- pfen [?] dar, die unvollkommen mit einander vereinigt sind. — Eisen- kiese und kohlensaures Kupfer bilden durch Krystallisirung rundliche Massen. — — Kugelige Bildungen hat die Natur demnach häufig auf- zuweisen. Als ursprünglich so entstanden sind jene zu betrachten, die ihrer Oberfläche parallele Lagen haben, in denen man Kerne findet, deren Äusseres etwas verschieden von der Masse des Ganzen ist; fer- ner sprechen für ursprüngliche Bildung: eine beim Festwerden etwas zusammengeschrumpfte Rinde, und Eindrücke, von äusseren Kräften herrührend. | cr:
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Jahrgang 1836. 6
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L. Hor ser: über die Menge des im Räeine enthaltenen Schlammes. (London and Edinburg phil. Mag. 1834, Nr. 27, p. 211 etc.). Die Versuche, auf welehe sich der Verfasser bezieht, wurden in den Monaten August und November 1833 ‚angestellt. Der Apparat, des- sen er sich bediente, bestand aus einer Steinflasche, die ungefähr eine Gallone enthielt, versehen. mit einem Kork, bedeckt ‚mit eingeschmiertem Leder, und daran eine lange. Schnur befestigt. Vermittelst eines Ge- wichts, konnte die Flasche bis. auf beliebige, Entfernung. vom Boden des Stromes versenkt werden, und durch die Schnur liess sich der Kork wegnehmen, so dass das 'Gefäss augenblicklich gefüllt und sodann her- aufgezogen wurde, Die ersten Versuche hatten in 165 Fuss Entfernung vom linken Ufer, 7 F. von .der Oberfläche und 6 F. vom Boden statt. Der Rhein hatte einen ungewöhnlich miedrigen Stand; das Wasser war trübe ynd von gelblicher Farbe, Die Menge des Materials, welches ein Kubikfuss Wasser lieferte, nachdem -allmähliche. Abtrocknung vor- genonimen worden, betrug 21,10 Gr., oder ungefähr den =4437 Theil des Wassers. Das Residuum. brauste mit verdünnter Salzsäure schnell auf, hatte eine licht gelbbraune Farbe, füblte sich weich an und äh- nelte am meisten dem Lösse des Rheinthales. Spätere Experimente, wobei man das Wasser aus. der Mitte-des Flusses. nahm, und ungefähr ı FE. unterhalb der Oberfläche, nach und während heftigen Regengüssen, lieferte noch dunkler gelb. gefärbtes Wasser. Der Rückstand von eivem Kubikfuss Wasser wog 35 Gr., oder 75355 Theil. — Der Verfasser stellt Berechnungen an über die durehsehnittliche Merge des vom Rhein in--24 Stunden weggeführten ‚erdigen Materials. Er nimmt. die mittle Breite des Flusses, Bonn gegenüber, zu 1,200 F. an, die mittle Tiefe zu 15 F,, die mittle Geschwindigkeit — 24 Engl. Meil. in eiuer.-Stunde, und.’ den ungefährem Betrag festen Materials, vom Wasser getragen, zu 28 Gran auf den Kubikfuss, Als Resultat ergibt sich, dass 145,981 Kubikfuss solifden Materials in je 24 Stunden bei Bonn vorbeigeführt werden, - | ag
A. Schneiwer: geognostische Bemerkungen auf einer Reise von Warschau durch einen Theil Zittkauens und Wolhy- niens nach Podovlien; (Karsten’s Archiv für Min. VIL, S. 311 f.). Die Resultate sämmtlicher. Beobachtungen ergaben nachstehende Lage- rungs - Verhältnisse der Gebirgs -Bildungen im untersten Theile Podo- liens. Die Übergangs-Formation, Thon- und Grauwacke- Schiefe r, welche theilweise Kalkstein - Straten aufnehmen, erscheinen überlagert durch einen Grauwacke-Sandstein mit Productus u. s. w. Wahrscheinlich ruhen sie auf dem nördlich und westlich am Bog vorkommenden Granit. Der Übergangs-Kalkstein, Spirifer, Produetus u. s, w. führend, wechselt mit Thon- und Kalk-Schiefer. Als Flötzgebilde treten auf: Grünsand und Feuerstein. Das Grün-
sand- Gebilde zeigt sich zusammengesetzt aus weissem Kiesel - Sand- stein und aus Grünsand mit Hornstein - Lagen; häufig kommt Gry- phaea columba darin vor. Mächtigkeit = 50—100 F. Der Feuer- stein vertritt» die Stelle der an andern Orten mächtig verbreiteten Kreide und erlangt mitunter eine Mächtigkeit von 20 bis 80 F. In den obern Lagen des Grünsand-Gebildes finden sich zuweilen statt des Hornsteins Blöcke von Feuerstein ein, welche stellenweise ganz vor- herrschend werden und den grünen Sand völlig verdrängen. Dieser Feuerstein kommt in Stücken und Blöcken von sehr manchfaltiger Grösse vor, zwischen denen gewöhnlich ein gelber oder grünlich-weisser Letten liegt, durch welchen die Feuerstein-Stücke lose mit einander ver- buuden sind; ebenso findet sich derselbe in den manchfaltigsten Far- ben- Nüanzen. Die tertiären Gebilde haben eine Gesammt - Mäch- tigkeit von 150 bis 240 Fuss. Sie bestehen aus folgenden einzelnen Glieder»:
1. Töpferthon . . . ü . . 2 bis 8 F. mächtig, 2, Meeressand, mit schwarzen Feuerstein- Geschieben > . . . s ° 20 zn 28 #E: ze
3. Mergelkalk mit untergeordneten Kalk- stein - Straten ’ . e . ; 30 — 37 — — 4, Dichter Kalkstein . . . . 12 -— 02 — — 0 N ante. ifeiräge 6: nd, — 6. Mergelkalk mit Cardium lithopodo- licum, und mit untergeordneten Schich- - ten von Kalkstein, Gyps und Walkererde o —-690— — .7.. Oberer Felsenkalk mit Serpulen (pu Bois’ gquaftärer Kalkstein . . . 30.— 41 — — Die Meeressand-Schichte (Nr. 2) enthält eine Menge von Konchylien und kleinen Knochen. Die Konchylien sind meist sehr schön erhalten. Aufder Holozubincer Höhe wurden, durch Abteufungeines Schach- tes, folgende Arten getroffen: Marginella eburnea; Buccinum semieostatum, Broce.; B.baccatum, Basr.: B. dissitum, Eıcuw.; Nassa Zberszewsci, AnorycH.; N. laevigata; N. asperula, Bast.; Pleurotoma eostellata, Bast.; Fususintortus, Lam.; F. subulatus; F. harpula, Broce.; Cancellaria macrostoma, pu Boss; Cerithium pietum; C. plicatum, Bakuc.; C. corruga- tum; C. baecatum, Der».; C. lima, Bavc.; Turritella Archime- dis, »Brosen.; Trochus patulus; T. turgidulus; Monodonta Araonis; Natica glaucina, Liw.; N.epiglottina, Lam.; N. heli- eima, Broce,; Neritina picta, Ercaw.; Melania Ropii, pu Bors: Melania laevigata, Desu; Melania pupa, »u Boss; M. spiralissima, id.; M. reticulata, id.; Cyclostoma plana- tum, id.; C. Bialozurkense, id; Bulla ovulata, Broce.; B, spi- rata,id.; Panopaea Faujasii; Tellina pellucida; Brocc. vel Eryeina apellina, Puscn; Lucina columbella, Basr.; Squama?; Cytherea unidens; Arca diluvii, Lam.; A.antiquata; Pectun- ceulus variabilis: P. pulviuatus, Lan.; P,nummiformis, Lam.;
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Pecten pulchellinus, nu Boss; Calyptraea, nu Boss; Ostrea digitalina, Eıenw.; Ostrea la&&irostris, puBoiıs. — Die jüngste, noch gegenwärtig sich erzeugende Bildung ist Kalktuff, welcher über- ziehend die untern tertiären Schichten, den Feuerstein, Grünsand und selbst die Übergangs - Gebirgsarten bedeckt, oder auch nur angela- sert erscheint,
W. Cn. H. Starıns: Beiträge zur Geologie des Königrei- ches der Niederlande. (Specimen academicum inaugurale de Geulo- gia patrise. Lugd. 1833). Frühere Literatur. Schilderung der Kreide und des Grün - Sandsteines, und Andeutung der älteren Gebilde, von denen die neuen Ablagerungen der Niederlande begrenzt werden. Be- schreibung der tertiären Formationen mit einer Übersicht der ihnen zu- stehenden Petrefakten, nach den einzelnen Örtlichkeiten. Alte Alluvion: lose Blöcke und Sand. Fossile Gebeine findet man nie in grösserer Tiefe als 20 Meter; der Zustand ihres Erhaltenseyns beweist, dass sie nicht aus beträchtlicher Weite herbeigeführt worden, Neue Alluvio- nen: Torf, und darin vorkommende fossile Überreste (Cervus mega- ceros, Castor, Emys), und ein thonig Torf-artiger Schlamm (Darg oder Derrie genannt). Fluss-Alluvionen (Schlamm in Menge, von den verschiedenen Flüssen abgesetzt u. s. w.). Meeres - Alluvionen. Sie sind sehr mächtig. Beim Graben eines artesischen Brunnens in Amster- dam erreichte man erst in 27 Meter Tiefe ein Thon-Lager. Der Allu- vial- Meeresboden, Sand und thoniger Schlamm, überragt das gewöhn- liche Meeres- - Niveau nur sehr wenig, oder erreicht dasselbe mitunter selbst nicht, Gebeine, Waffen, Theile von Schiffen u. s. w. finden wenn darin. Am Schlusse schildert der Verfasser die Dünen.
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Brennender Berg in den Dazischen Fürstenthümern (v. Meyer: über Fortschritte der Kultur in Wallachei und Mol- dau, vorgetragen bei der Versamml, der Naturf. in Bonn am 18. Sept. 1835. Bonn, 16 SS. 8°.). Nordöstlich von der Stadt T'scher- netz beim Dorfe Malowiza, 4 Stunden von der Donau, befindet sich ein Berg, der seit 20 Jahren gebrannt und Rauch und Feuer aus seinen Spalten entwickelt hat. Vor sechs Jahren in der Nacht stürzte er mit furchtbarem Getöse zusammen und verschüttete 16 an seinem Fusse gelegene Häuser mit ihren Bewohnern, Die nach dem Thal. berabge- drängte Masse bildet eine geneigte Ebene, welche sich jährlich, durch Regen und Schneeschmelzen veranlasst, um 6‘ voranschiebt. An der Nordseite des Berges ist ein kleiner, sehr tiefer See entstanden, dessen Wasser deutliche Spuren von Hydrothiongas, Kohlensäure und Eisen verräth. Der Bergfall selbst ist 5460 Schritte lang, bis 3200 Schritte breit und 245° hoch. Die Schuttmasse ist mit Tausenden von schwar-
zen Hugeln bedeckt, welche aus gebranntem Sandstein, rothgeglühetem Schieferthon , verkohlter Braunkohle , Erdschlacken und Schwefel beste- ben. Der Kegel-förmige Berg ist durch einen senkrechten Spalt genau in zwei Hälften getheilt, in welchem man Schichten von verwittertem Sandstein, Erdschlacke, Quarz und Kalkstein erkennt. Im Innern jener Hügel findet man Baumstämme, horizontal wie Blätter übereinanderlie- gend, selten aufrecht, zuweilen zerquetscht, und mitunter so dick, dass zwei Männer sie nicht umspannen können. Es sind zweifelsohne die Überbleibsel eines Eichenwaldes, der vor dem Einsturze auf dem Gipfel des Berges gestanden. In einigen Hügeln fand man auch Braunkohle, worunter sich Reste von Palmrinden erkennen liessen.
J. Fourser: Abhandlung über die Zersetzung der Mine- ralien feurigen Ursprungs und ihre Verwandlung in Kao- lin (Ann. chim. phys. 1834, Mars, LV, 225 — 256).
I. Auseinandersetzung und Widerlegung der vorzüglichsten Theo- rie’n über die Entstehung des Kaolins. Aus den Mischungs- und Lage- rungs- Verhältnissen ergibt sich, dass der Kaolin ein zerfallener, von Kali befreiter und noch weiter umgeänderter Feldspath sey, und dass der Galvanismus diese Umänderung bewirkt habe, welcher aus dem Kontakte später aufgelagerter Felsarten entspringt, noch mehr aber je- ner, welcher in der Heterogeneität der Gemengtheile der Gesteine selbst begründet ist. — II. Folgende Erscheinungen sind mit dieser Um- wandlung verbunden: In der harten Steinmasse der Basalte, Phonolithe und Trachyte entstehen zerstreute erdige Punkte, welche scharf be- grenzt an Grösse und Zahl zunehmen; eine kuboidische Zerklüftung mit abgerundeten Kanten gesellt sich hinzu, die Felsart schwillt an, und es entsteht eine konzentrische Abblätterung kugeliger Massen von Erbsen - bis zu Kopf-Grösse, und das Gestein wird so erdig, dass chemische Agentien ein leichtes Spiel haben: nun erst oxydirt sich das Eisen höher, die aufangs dunkle Farbe wird hiedurch röthlich oder sehr intens gelb (zumal in Auvergne). Zu Poullaouenn in Bretagne geht man weit über Aphanite weg, welche ganz in 3°—4° dicke Kugeln zerfallen sind (p’Ausuisson). Ähnlich verhalten sich die prismatischen Granite. Aber an geschichteten Graniten, welche in Zersetzung begrif- fen sind, kanıu man folgende drei Zonen unterscheiden: zu oberst gel- ber oder rotber Thon, gefärbt durch Eisen - Peroxyd- Hydrat, welcher beim Trocknen oft salzige Ausblühungen gibt, indem bei der Oxydation des Eisens das Alkali frei geworden ist; — eine mittle grüne Zone, wo die Oxydation des Eisens noch unvollkommen ist; — eine untere Zone aus anscheinend unverändertem Granit, welcher aber durch einen Hammerschlag gänzlich zerfällt, und worin ein Theil der Feldspath- Kıystalle noch Seine Form besitzt; — er liegt auf wirklich noch un- verändertem Granite. Inu jenen oberen Schichten liegen die andern
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Gemengtheile des Granites, Quarz und Glimmer, noch in anfänglicher Weise zwischen dem Feldspath, so lange nicht Regenwasser , welche das Alkali wegspühlen, und andere Ursachen diese mürben Massen ein- stürzen machen, sie durchwaschen und schlämmen; — sie geben guten - Mörtel. Aus gleicher Ursache zerfallen auch manche Granite alsbald zu Gruus, wenn man sie aus dem Bruche nimmt, wo sie durch den Seitendruck zusammengehalten worden waren. — 1Il. Diese Erschei- nungen des mechanischen Zerfallens lassen sich nicht erklären aus dem Wechsel der atmosphärischen Temperatur, indem dieser nicht so tief einzudringen vermag, als jenes Zerfallen in pyroxenischen wie in Feld- spathigen Gesteinen Statt findet. Es ist vielmehr begründet theils in der Neigung pyrogener Felsarten bei dem Erkalten sich in prismatische, Tafel-artige und andere Formen zu zerspalten, theils und hauptsächlich aber in dem Dimorphismus ihrer Bestandtbeile, welche das Bestreben haben, die eine Form mit der anderen zu vertauschen. Wie frisch su- blimirte arsenige Säure glasartig ist, aber mit der Zeit opak, lockerer und in Wasser löslicher wird, ohne eine chemische Veränderung zu er- leiden, so scheint es, nach Berzerivs, auch bei vielen anderen Verbindun- gen zweierlei Grade der Innigkeit der Verbindung zu geben, deren einer, schwächerer, auf nassem Wege bei niedriger Tenıperatur , der andere auf trockenem Wege in hoher Hitze entsteht, und auf die letztere Art scheinen .alle Mineral-Arten entstanden zu seyn, welche ihrer Mischung nach von Säuren leicht angreifbar seyn müssten, aber deren Wirkung widerstehen (Feldspath, Spinell, Zinn-Oxyd). So ist nach G. Rose die Hornblende nur ein langsamer erkalteter Augit. Aber er zerfällt weni- ger leicht, als der im nämlichen Gesteine mit-vorkommende Feldspath; doch ist er reicher an Eisen und ärmer an Kieselerde. Andere Belege verschiedener Aggregat - Zustände bei gleicher Mischung geben uns die langsam oder schnell abgekühlten Metalle, die ungeglüheten und die geglüheten Gläser, welche letztere jedoch mit der Zeit, selbst wenn sie ticf vergraben sind, sich ebenfalls absplittern, irisiren u. s. w.; ja es scheint, dass diese Stoffe in jenem Aggregat - Zustande, welchen man als den stärkeren betrachten muss, mit der Zeit durch unmerkbare Ein- fiisse mehr angegriffen werden, als- im schwächeren. — IV, Aus der Zersetzung des Feldspathes entstehen zwei neue Verbindungen, jedoch in zweifachen Proportionen, im einen Falle näwlich, wie schon Ber- THIER gezeigt, trennt sich der Feldspath K A® Si!? in A® Si?, = 48 A + 52 Si, welches mit etwas unzersetzten und fremden Theilen als Kaolin zurückbleibt, und inK S?, welches verschwindet (?Aue in Sachsen und SE, Yrieix); im anderen Falle scheidet er sich in A? Si* — 44,70 A —+ 55,50 Si, und K Si® (Passau, Meissen, St. Tropez, England) mit einigen kleinen Variationen, welche von dem bereits stattgefundenen Zersetzungsgrade und dem Verhalten der zufällig beigemengt gewesenen Bestandtheile (Eisenhydrat etc.) abhängig seyn mögen. Rechnet man das Wasser mit hinzu, so würde der Kaolin von S. Yrieir enthalten:
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11 Kieselerde . 9: Alaunerde 19,09
6 Wasser 13,66 ‚die Kaoline der 2ten we. aber
22,73] . x 7 . . £ & . was sich nicht auf einfache Formeln zu-
rückführen lässt, —
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ANTE Kieselerde — 24,2 3 Alaunerde — 18,00} Sit A? ag? sach Sit A? 4 A ag?, 92 Wasser == Wink
was der Zusammensetzung des Halloisites ganz nahe steht; doch isi immer einiges fest adhärirende Wasser vorhanden, das nicht chemisch gebünden, und seiner Menge nach schwer zu bestimmen ist, Einige Kaolme, welche in der Erde weich und halb duktil gewesen, werden ‘durch Austrocknen sehr hart und bleiben es, wenn sie gleich lange ‚Zeit wieder uuter Wasser kommen, was sie eben zur Mörtel-Bereitung sehr geeignet machen mag. Ähnlicbe Erscheinungen nimmt man an Feuersteinen, manchen Specksteinen, dem Andalusit von Herzogau und manchen Molassen und Arkosen wahr. — Basaltische Gesteine zeigen ein analoges Verhalten; wie denn im Basalt-Strome von Chuquwet in Auvergne viele Äderchen reinen Lenzinites; der den Halloisiten eben- Salls nabe steht, mitten in den ockrigen Hydrosilikat-Bänderu vorkommt, — und wie ferner die Hornblende - haltigen Diabasen (Sachsens und Schlesiens) sich in Walkerde, die Serpentine ebenfalls in Hydrosilikat-ar- tige Erden zersetzen. — V. Um jene Zersetzung zu bewirken, möchte das reine Wasser nicht, wohl aber die Kohlensäure der Atmosphäre hinreichend: seyn, welehe nämlich mit stärkerer Affinität als die Kiese!- erde versehen, diese, ausscheidet, und sich ihrer Basen bemächtiget, der stärkeren und auflöslicheren vorzüglich, wesshalb die Kalk- und 'Talk- Feldspathe ihrer, Einwirkung mehr als die Kali- Feldspathe widerstehen. Die so ausgeschiedeue Kieseierde ist Gallert-artig und mit Wasser, wässeriger Kohlensäure, reinen und kohlensauren Alkalien verbindbar, wo sie dauu ‚die Materien zur Bildung neuerer Quarze, Fioritz, Achate, Opale, Kalzedone und selbst Mesotype und Stilbite liefern mag. Jene Lersetzung wird besonders noch durch die häufige Anwesenheit von Eisen - und Mangan - Protoxyd begünstigt, durch dessen höhere Oxyda- tion und Umwandlung in Peroxyd-Hydrat die Neutralität der Verbin- dung aufgehoben, deren Festigkeit zerstört und weitere Veränderung der Kiesel-Thonerde in Kiesel - Alaunerde- Hydrat mit den Verhältnissen A Si oder A® Si* herbeigeführt wird, während nemlich jedes etwa ent- stehende saure Silikat bei niedriger Temperatur sich abscheiden würde. In der That haben die häufigen kohlensäuerlichen Quellen von Castel- yuyon in Auvergne alle Spalten des Granites, aus denen siehervortreten, _ erweitert und wieder mit Eisen-Hydrat überzogen; an einer andern Stelle, bei Pont Gibaud, haben sie schwefelsauren Bäiyt ganz zerfressen und die darin eingeschlossenen Talkschiefer - Stücke in bohem Grade ange- griffen. Durch die Einwirkung solcher Sauerquellen und der in ihnen ‚enthaltenen Bicarbonat - Salze auf verschiedene Felsarten mag die Bil- dung der Allophane, Collyrite, Pholerite, Meerschaume, Fettbole , Cero-
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lithe, Scarbroite u. s. w. erklärlich seyn. Dazu gesellt sich dann end- lich noch die Wirkung ahdrers in den ER aufgelöster Salze, der Sulfate u. s. w. act
Auch andre, durch ihren De ienne Beisiante Mineral - Verbin-. dungen haben ähnliche Erscheinungen zur Folge, wie die Feldspathe, So ist die prismatische Form der Pyrite weniger dauerhaft als die ku- bische, und zu Effloreszenzen geneigt. So zersetzen sich die prismati- schen Gestalten des kohlensauren Kalkes (Arragonite) in Auvergne in Masse, während die rhomboidischen dauerhaft sind. So scheint der Granat nur die weniger dauerhafte, der Idokras die stärkere Form ei- ner und derselben Substanz zu seyn; die Neigung des ersteren, zer- reiblich zu werden, ist bei Framont auffallend und bekannt. Ein ähn- liches Verhältniss mag zwischen Laumontit, Amphigen und Peridot seyn.
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T. A. CaruLLo: memoria geognostico - zoologica sopra alcune con- chiglie fossili del calcare jurese, che si eleva presso il lago di Sta. Croce nel territorio di Belluno. Padova 1834 (> Bibl. Ital. 1834, LAXXP, 272— 273). Östlich von Belluno erheben sich die Alpugeser Berge zum Joche, Pine genannt, dessen Gestein milchweiss und voll- : kommen krystallinisch, voll undeutlicher Bivalven - Versteinerungen ist, deren Schaalentrümmer eben jene krystallinische Struktur herbeizufüh- ren scheinen. Es geht nach unten nicht in Oolith über, und ruht auf dichten, graulichem Kalke voll Terebratel- Schaalen. Die fossilen Reste des’erstern aber sind von der Art, wie sie sich nur selten im Venetianischen, um Romagnano, im Veronesischen und im Fenera- Berge unfern Asolo finden: nämlich Sphaeruliten und Hippuriten (mithin nicht Jurakalk, sondern Kreide!], welche letzten eine grössere und eine kleincre Art darbieten, mit einigen Plagiostomen und Gryphäen. Die Versteinerungen des Jurakalkes von Alpago gehören ‚ lauter neuen Arten an, welche am Schlusse der. Abhandlung einzeln
beschrieben und lithographirt sind.
J. Puuszies: über unterirdische Temperatur, am 15. Nov. 1834 beobachtet in einer Tiefe von 500 Yards unter dem Meeresspiegel, im 54° 55’ N. ‚Br. (Lond. a. Edinb, phil. mag. 1834, V, 446—451). Die Herren PEMBERTON und Tnuomrson liessen einen 12° weiten Schacht zu Monk-Wearmouth abteufen, um durch den Durkam’- schen Magnesian - Kalk zum Kohlengebirge zu gelangen , in welchem, noch ehe die Werke in den Kohlen selbst eine grössere Ausdehnung gewonnen, ehe Pferde u. s. w. da hinab gebracht worden, der Verf. in Verbindung mit mehreren andern Gelehrten -eine Reihe von Versuchen über die Wärme-Zunahme anstellte. Die Sohle des ersten Kohlenlagers ven 6° Mächtigkeit erreichte man mit 1584’ mittelst eines Schachtes, dessen
Mundloch 87°-über dem Hochwasserstand des Meeres sich befindet, und welcher. bis‘.zu 1497‘ unter dem Meeresspiegel’ reicht. Setzt man die mittle Temperatur dieser Oberfläche in jener Gegend — 47°, 6 F., die höchste auf: der Sohle des -Kohlenlagers den Beobachtungen zufolge —- 72096, so. entspricht diese Differenz von 25° einer Tiefe von 1484’ un- ter dem Meeresspiegel, oder je 1° auf 59'36 Tiefe, oder etwa 1° F. auf 20, Engl. Yards. |
‘Der Schacht ist zwar verzimmert, doch so, dass noch immer etwas Wasser hindurchdringt, und auf dessen Sohle hinabträufelt, welche sich einige Yards unter dem ersten Kohlenlager ‘befindet und noch bis zu einem folgenden fortgetrieben werden soll. Kohlenwasserstoffgas dringt aus der durch 4 Strecken angebrochenen Kohle überall mit Geräusch hervor, wird aber durch den hergestellten raschen Wetterwechsel so schnell in die Höhe geführt, dass man dessen Brennbarkeit nicht zu gewahren vermag. Das Kohlenlager fällt etwas von W. nach O., auf welch’ letzter Seite sich Salzwasser in einer 2’ tiefen Lache im Lie- genden des Lagers gesammelt hatte, 22 Yards vom Schachte entfernt. Die Luft in dieser und der südlichen Strecke hatte 62° bis in die Nähe des Schachtes, die des Salzwassers war 70°1, die der Luft vor Ort 64°, und da, wo das Gas summend hervordrang, ohne jedoch entzündbar zu seyn, 68°. Ein Minimum-Thermometer zeigte in 19°’ tiefen Löchern auf dem Boden der östlichen Strecke, nachdem sie zuerst mit wärmerem Wasser gefüllt worden waren und dieses dann erkaltet war, 62° — 63°, in Koblenklein an der Oberfläche 64° — 67°, und 2—3 Yards vor Ort in Salzwasser steckend, 71°,4, Senkt man das Thermometer in ein frisch gemachtes Loch in die Kohlenwand zwischen das hiebei sich ergebene Kohlenklein, so zeigt es anfänglich 69° und nach kurzer Zeit 71°1. Im Salzwasser der Löcher am Boden der Strecke wechselte der Thermome- terstand jedoch um einen ganzen Grad und stund um so höher, je reichlichere Gas-Bläschen durch das Wasser in die Höhe stiegen: in ei- nem derselben von 6901 bis 69°7, im andern von 71°6 bis 72°6. Im Wasser eines 24° tiefen Loches der westlichen Strecke stellte sich das Thermometer auf 71°2, Das auf dem Boden des Schachtes angesam- melte Wasser besass 67°. Es ist offenbar, dass der starke Wetterwech- sel in den noch wenig ausgedehnten Werken eine fortdauernde Abküh- lung bewirkt, dass die Oberfläche des Gesteines wärmer als die Luft . (frisch entblösste Flächen um 906° wärmer), das aus der Tiefe kommende und mit jener in Berührung bleibende Wasser wärmer als die Ober- fläche, und das noch viel schneller emporsteigende Kohlenwasserstoflgas noch wärmer als dieses Wasserist. Eine chemische Ursache von Wärme- Entbindung ist hiebei wohl nicht mit in Anschlag zu bringen, da Ei- senkiese u. dgl., die sich zersetzen könnten, noch nicht in dieser Kohle nachgewiesen worden sind.
» Araco: über Quellen, Bohr-Brunnen und Springbrunnen (Annuaire pour Van 1835 > James. Edinb. in. philos. Journ: 1835, XVIII, 205—247). Ouymrıopor erzählt bereits in der Mitte des VI. Jahrhunderts, dass Landbauer in der Oase, wenn sie 200° — 500° tief graben, reichliches Wasser finden, welches übersteigt und Bäche zur Bewässerung der Felder bildet. — Der älteste bekannte artesische Brun- nen in Frankreich soll der im Karthäuser-Kloster zu Lällers in Artvis (woher der Name) seyn, welcher vom J. 1126 herrührt. —; Auch zu Stuttgardt sollen sich sehr aite Brunnen der Art finden, — Suaw be- richtet in seinen Reisen, dass, wenn die Bewohner des Wad reag, einer Gruppe von Dörfern tief in der Sahara, 100°—200° tief graben, sie auf einen Schieferthon stossen und nach dessen Durehbrechung den Bahar täht el Erd (d. i. See unter der Erde) erreichen : eine Scliiehte-, - wer- aus das Wasser mit grosser Beftigkeit emporsteigt. — Die Kunst, tiefe Brunnen mittelst an Seilen aufgehängten Bohrern zu bilden, ist bei den Chinesen sehr alt, doch scheint es nieht, dass dort das Wasser je überspru- dele *). — Donisıcus Cassınr bohrte in der Mitte des XVII. Jahrhun- derts, ehe er nach Frankreich ging, zu Fort Urbino im Kirchenstaate einen Brunnen, dessen Wasser 15’ über die Oberfläche sprang „ und in aufgesetzten Röhren bis zur Spitze der höchsten Häuser geleitet wer- den konnte, |
1.: Woher rührt das Wasser dieser Quellen? Am einfach- sten und natürlichsten ist es anzunehmen, dass es das dureh Regen, Thau und Schnee aus der Luft auf die Erdoberfläche niedergeschlagene Wasser seye, welches durch Sandlager und Felsen-Spalten in. das Innere eindringe, sich dort samnmıle und durch die tiefste sich ihm darbietende Ab- fluss-Öffnung wieder zum Vorschein komme. Darum wachsen die Quellen in der Tiefe der Englischen Grubenwerke jederzeit schon wenige Stunden nach starkem Regenfalle an; — darum sind alle zu Tage gehende Quel- len voll Wasser zur Regenzeit und versiegen oft nach kurzer Trock- niss. ‚Man hat zwar die Quellen, welche unter dem See-Spiegel liegen, von dem aus dem Meere unter ganzen Kontinenten hin eindringenden Wasser ableiten wollen: aber längs der Wolga sind unermessliche Län- derstrecken, welche weit unter dem Spiegel des benachbarten Schwar- zen Meeres liegen und dennoch weder von diesem durchdringenden Wasser überschwemmt werden, noch versumpfen. Umgekehrt liessen ARISTOTELES, SENECA, CARrDAn, Descartes die Quellen aus einer De- stillation des Wassers im Innern der Erde durch Zentralwärme und durch Abkühlung der so entstandenen Dünste an den kältern Schichten der Oberfläche entstehen, weil auch der stärkste Regen wicht über 3*—4’—6' in gebaute Ackererde eindringen könne und auch nicht selten Quellen in der Nähe der Berggipfel bervorkommen,. Aber solche Acker- erd-Schichten bedecken weder überall die durchlassenden Sandlager und Felsklüfte der Erde, noch kann man eine Quelle aufweisen, die nicht noch ansehnliche Erstreckungen höherer Gebirgstheile über sich hätte.
*) Jahrb. 1831, 5. 69, Note,
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Ja: es lässt sich gerade bei den, neuerlich zum Gegenbeweisse ange- führten Quellen, wie am Montmartre zu Paris, an einer Quelle bei Dijon und an dem Font Feyole am Mont Ventoux im Vaucluse-Depart. nachweisen ,„ dass der Regenfall in den noch über diese Quellen liegen- den Gebirgstheilen ansehnlicher ist, als die Wassermenge, welche diese Quellen liefern, [Doch scheinen durch diese Berechnungen die Schwie- rigkeiten noch wicht alle beseitigt, welche sich aus der ungleichen Ver- theilung des Regenfalles im Verhältniss zum Ergebnisse der Quellen an Wasser erheben. Br.] Ja: nach Marıorre’s Versuchen und Berechnun- gen führt die Seine jährlich nur 4 des Wassers zum Meere, welches als Regen in ihr Becken niederfällt; 2 müssen daher als Dunst in die Atmospbäre aufsteigen, von Pflanzen und Thieren zu ihrer Ernäh- rung: konsumirt werden, oder durch Felsspalten zu den innerlichen Becken geleitet werden, aus denen die Quellen entspringen ; [dieser letzte Ab- gang muss sich jedoch im Verlauf des Jahres immer wieder mit Demje- niger kompensiren , was die Quellen und die sich auflösenden Pflanzen und Thiere zurückgeben. . Es ist daher wohl richtiger, wenn der Verf. a. e.a. O. sagt:] ein Theil geht auch durch unterirdische Kanäle dem Meere zu*). Der ingenieur Daussz hat (in einem noch ungedruckten Werk) berechnet, dass das Seine-Becken oberhalb Paris 10,307,000 Acres’ misst und jährlich 20° Wasser empfängt, was 677,000,000,000 Kubikfuss beträgt, während nur 234,585,140,000 Kubikfuss (4 des Ganzen) durch den Pont de la Revolution abfliesst ””). Diese Zahlen zeigen das Grund- lose der Meinung, dass durch die Quellen allmählich innere Wasser- becken sich ganz entleeren müssten.
2. Wie das Oberflächen-Wasser in den verschiedenen Formationen in der Erdrinde vorkommen und zirkuliren könne.
a) Urgesteine sind nicht oder kaum geschichtet, von kleinen nur wenig miteinander in Verbindung stehenden Spalten und Ablosungen durchsetzt und geben daher häufige aber schwache Quellen ganz nahe dem Orte, wo die Erde das Regenwasser aufgenommen. — b) Die se-
*) Den eigentlichen Regen kann man überall unmittelbar sammeln und bemessen ; — auch die Menge des in auf ähnliche Weise gesammeltem Schnee enthaltenen Was- sers, wenn man ihn nur vor seiner theilweisen Verdünstung schmilzt. Im grossen Flocken gefallener Schnee liefert eine Wassermenge, die deu Boden nur 0,1 so *hoch bedeckt, als er selbst; — in kleinern Theilen gefallen gibt er 0,2 — und hatte er sich sehr dicht zusammengesetzt, bis 0,66 jener Höhe. — Hagel fällt sel. ten olıne Regen und schmilzt dann wit diesem im Regenwasser aufgefangen, — Der Betrag des Thaues ist nach Ort und Zeit zu veränderlich, um eine allgemeine Proportion dafür angeben zu können; denu Darron’s Angabe, dass er im Verlaufe eines ganzen Jahres eine 3” hohe Wasserschichte auf der ganzen Erdoberfläche bilden würde, berulhte auf falschen Voraussetzungen. Eine grosse Wasserfläche mag Jährlich so viel Wasser verdunsten, als sie durch Regen wieder erhält.
**) Das Mittel ist 7537’ Kub. in der Sekunde, das bekannte Maximum (im Jahr 1615)
sr Kub., das Minimum (1767 und 1803 während grosser Trockne) 2187 Kubik- uss. ra
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kundären und tertiären Formationen bestehen aus übereinander liegen- den manchfaltigen , durchlassenden und undurchlassenden Schichten, welche gewöhnlich ursprünglich in grossen Ebenen abgesetzt, später aber durch Emporhebung nach gewissen Linien zu Becken umgestaltet worden sind, wodurch also diese Schichten, die sonst untereinander ho- rizontal liegen, an den Rändern der Becken mit ihrem Ausgehenden ne- beneinander zu liegen kommen und in den Stand geseizt sind, in ihren permeabeln Gliedern die Tagewasser aufzunehmen, welche sich dann darin, zwischen zwei undurchgänglichen Gliedern eingeschlossen, oft auch an tieferen Stellen im Innern der Erde fortbewegen, wenn die sie leitenden Schichten daselbst noch irgend ein geringes Gefälle besitzen, oder wenn die vom Tage her nachdringenden Wasser darauf drücken. Tertiäre Bildungen bieten kleinere Becken: sie sind theils in den frühe- ren Becken der sekundären abgesetzt, theils selbst erst später durch Hebungen zu Becken umgestaltet; sie sind loser, reicher an völlig durch- . lassenden Sandschichten, daher reicher an Klüften,, veränderlicher im _ Schichtenfalle und bieten daher nicht wie die sekundären die Erscheinung dar, dass sie auf grosse Strecken hin gar keine Quellen liefern, an an- dern sehr reich daran sind (J. Burar). — Die Schichtgesteine enthalten auch grosse Höhlen und Spalten in ihrem Innern, welche das Wasser fortleiten. So ist der berühmte Fels bei Torghat in Norwegen durch einen geradlinigen natürlichen Stollen von 150° Höhe und 3000° Länge von einem Ende zum andern durchbohrt. Die Guacharo-Höhle im Jura- kalke des Caripe-Thals in Südamerika ist nach Humsorpr 80° breit, und auf eine Erstreckung von 1455° bei gleichbleibender Richtung 72° ‚hoch; sie geht aber viel weiter, obschon die Eingebornen durch Aberglauben abgehalten werden, weiter als 2400‘ vom Eingange vorzudringen; ein 30° breiter Bach durchströmt sie der Länge nach. Die Adelsberger Höhle in Krain, welche den Poick-Fluss aufnimmt, ist 6 Meilen [Eng- lisch, und die Angabe doch wohl noch um die Häfte zu gross] lang und enthält einen See, über den man nur im Boote kommen kann, Nach Pınrorrivan ist zu Frederikshal in Norwegen ein senkrechter Fels- schacht, in welchem ein Stein wenigstens 2 Minuten braucht, um zu Boden zu fallen, was, sofern dieser-Fall nicht etwa gebrochen ist, eine Tiefe von 12,000’ (1200° mehr als die Spitze der Pyrenäen hoch ist) andeutet. — Die Schichtgesteine enthalten unermessliche Wasser-Schich- ten zwischen sich. So gibt die Quelle von Vaucluse, welche gleich au ihrem Ursprung die Sorgue bildet, nach Gurrın’s Messung in jeder Minute mindestens 13,000’ Kub., wenn sie aber stark ist, 39,000 Was- ser von sich, wovon 28,000° als Mittel jährlich über 13,650,000,000 Kub, Fusse betragen würden, was fast dem ganzen Regenfalle auf 96 Qua- drat- Meilen in diesem Theile von Frankreich entsprechend wäre. Die gressartigen verwandten Erscheinungen am Zirknitzer See in Krain sind bekannt. Ähnliche Erscheinungen bietet aber. Frankreich noclı viele, nur in kleinerem Maasstabe dar. So ist zu Sable in Anjouw mit- ten in einem Moore ein natürlicher Schacht von 25° Durchmesser und
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unbekannter Tiefe ‚„ dessen Wasser zur Regenzeit überfliesst und eine bewundernswürdige Menge von Fischen , insbesondere Forellen von be- sonderer Art mit sich führt (Mem. de V’Acad, scienc. Paris 1741, ». 37). Eben so strömt nach 3—4 Tage lang anhaltendem Regen der Frais Puits bei Vessoul an der obern Saone und überschwemmt die ganze Nachbargegend, ‚in der man, wenn sein Wasser wieder verlaufen ist, zuweilen Fische umherliegen sieht, — Auch in flachen Gegenden gibt es Höhlungen, in welchen ganze Flüsse verschwinden, Prixıvs sagt dieses vom Alpheus im Peloponnes, vom Tigris in Mesopotamien, vom Timavus im Gebiete von Aguilia, vom Nil bei seinem Eintritt in das Cäsareische Mauritanien (auf einer Strecke von 3) und an der Grenze Äthiopiens (auf einer Strecke von 20 Tagereisen). Es ist der Fall mit der Guadiana in Estremadura, mit der Maas bei Bazoilles, wo man ihr altes Bett zu Tage über dem jetzigen unterirdischen erblickt, mit der Dröme, Rille, Iton und Aure in, Normandie, wo diese Flüsse in mehreren aufeinanderfolgenden Schlünden immer mehr und mehr ver- schwinden. —: Oft findet man in der Erde mehrere übereinanderliegende Wechselschichten, welche Wasser führen: man hat sie beim Bohren ar- tesischer Brunnen entdeckt, und bei allen sogleich anzuführenden eine aufsteigende Bewegung des Wassers im Bohrloch gefunden,
Wasser- zu St. Nicolas in Port Saint zu Tours, nach sehichte _ D’dliermont bei Ouen nach den DeEGovse: | EM Dieppe: ‚Hern. Fracuat: 1. in einer Tiefe von 707. 2 108 gg u. 0-7 - Tr ee. 300 tie uinailiggp r „ui 4569 i i 383’ u. 0-00 0—1:645' s F 184° 2. — —_— ,— 768° . „331.206: .—- —- -— 88 Dr — —:1030°
Vier von den bei Port St. Ouen gefundenen Wasserschichten haben die Herrn FracHuır zu St. Denis wieder gefunden, wo sie 200° tief bobrten. — Manche so erreichte unterirdische Wasserschichten sind ‘in einer starken Strömung begriffen: als man zu Paris in der Brauerei der Maison blanche nächst der Barriere von Fontainebleau bohrte, stürzte der Bohrer plötzlich 20° tief hinab, wo dann der am oberen Ende an- gebrachte Griff sein weiteres Einstürzen hinderte ; bei dem Wiederher- ausziehen desselben fühlte man, dass sein unteres Ende frei in einem starken Wasserstrome hing und von demselben in Schwingung versetzt wurde. Ähnliche Anzeigen erhielt man von der dritten Wasserschichte zu Port St. Ouen, welche den aus tieferen Schichten heraufgezogenen Bohrlöffel regelmässig auswusch, so dass man ihn nicht bis zu Tag zu bringen brauchte; — zu Stains bei Saint Denis: hier sank der Bohrer mit 197° Tiefe plötzlich um ein Yard ein; — zu Cormailles im Seine- und Oise - Dept., wo der Bohrer mit 220° Tiefe wie ein Pendel in Schwin- gung gerieth. Endlich als man’ am 30, Jänner 1831 zu Tours die Röhre im Bohrloche auf dem Kathedral-Platze um 20° abkürzte, vermehrte sich
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das aufsteigende Wasser um 3, wurde trübe, und brachte binnen einigen
Stunden aus 335’ Tiefe 12 lange Dorn - Zweige, die durch Liegen im Wasser schwarz gevrorden, weisse Stengel und Wurzeln von Sumpf- Pflanzen, verschiedene wohlerbaltene Samenkörner, unter andern von einem im Sumpfe wachsenden Galium, welche im Herbst reifen, nebst Land- und Süsswasser-Schnecken zum Vorschein, welche alle das Wasser kürzlich erst von der Oberfläche mit sich in die Tiefe geführt haben musste, Die berühmte "Quelle von Nismes wächst binnen wenigen
Stunden beträchtlich an, wenn es 6— 7 Engl. Meilen von da in N.W.-
Richtung stark regnet, so dass dann ihr Wasserergebniss von 145 Gal- lonen in der Minute auf 1100 steigt, was auf einen sehr raschen Lauf in unterirdischen Kanälen schliessen lässt, welche, da sich dabei die Temperatur der‘ nd beträchtlich ändert, ziemlich tief lie- gen müssen, |
3. Welche Kraftiist es, welche die unterirdischen Was- ser in die Höhe treibt und selbst bis über die Oberfläche des Bodens hebt? Es ist der Wasserdruck selbst in kommuniziren- den Röhren, deren einer Schenkel in einer gewissen Höhe beginnt, z. B.'äuf den Bergen, wo die aufgerichteten Gebirgsschichten ihr Aus- gehendes zu haben pflegen, und wo mithin nur nöthig ist, dass eine sehr durchlassende Schichte zwischen zwei undurchlassenden eingeschlos- sen diesen Schenkel darstelie, sich mit Wasser fülle und so-das Wasser unter die Ebene hinableite,: wo dann, wenwsie durch ein Bohrloch ange- bohrt wird, dieses den zweiten Schenkel: der kommunizirenden Röhre bildet, worin das Wasser nun, wenn es vollkommen gut eingeschlos- sen oder gesperrt ist, eben so hoch anzusteigen vermag, als es in dem ersten herabgestiegen ist. Von der Höhe des Wasserstandes im ersten Schenkel ist es daher abhängig, ob im zweiten das Wasser die Oberfläche erreiche oder nicht, oder ob es als -Springquell. über densel- ben. emportreibe und endlich in auf.die Mündung des Bohrloches auf- gesetzten Röhren noch’ höber geleitet werden könne. So muss das Was- ser, welches aus dem: Bohrbrunnen Cassına’s: zu Modena [Urbino ?] auf- stieg, den anderen Schenkel der. es leitenden kommunizirenden Röhre in: den 10 Engl. Meil. entferuten Apenninen gehabt haben. Der oben erwähnte Bohrbrunneu in Artois liegt mitten in einer unermesslichen Ebene: iu diesem und ähnlichen Fallen muss der erste Schenkel der _ kommunizirenden Röhre in 40, 80,. 180,und, wenn es Noth thut, 300 Meil.. Entfernung: gesucht werden, gegen: welche Zumuthung sich nichts einwenden lässt, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Gebirgs- schichten auf diese Erstreckung hin beständig bleiben. Nur so ist u. A. das Erscheinen von Süsswasserquellen mitten im Ozean erklärbar,, welche manchmal ihre Wassersäule, mit dem Salzwasser des Meeres. unver- mischt, bis au dessen Oberfläche emportreiben; — Bucitanan hat vor wenigen Jahren als Passagier auf der Englischen Flotte im Indischen Meere dergleichen beobachtet: 125 Engl. Meil. von Chittayony und 100 Meil. von dem nächsten Küstenpunkte der Junderbunds befindlich. Bei Orleans ist die Quelle Bouillon oder Suurce du Loiret merkwürdig, da sie auch
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in. der ‚grössten Trockenheit, von. 1801 noch 733 Gallonen, Wasser in der Minute gab. Aber sie steht mit der Loire in Verbindung und steigt, ohne sich sogleich zu trüben, wenn diese durch das Sehneeschmelzen auf dem. Hochgebirge .in der Mitte von Frankreich anschwillt, — In ei- uigen Fällen steht zwar das Wasserergebniss der. Spring - Quellen mit der Ebbe und. Fluth in Beziehung, wie nach Bauer zu Noyelle sur Mer im,Somme-Dept. und wahrscheinlich in allen um Abbewille gebohrten Brunnen, so. wie. auch, ferne ‚bei einem 300° tief, gebohrten artesischen Brunnen zu Fulham an der Themse, welcher. zur Ebbezeit 60, zur Fluth- zeit 80 Gallonen Wasser .in der Minute liefert... Man wird aber diese Erscheinung begreifen, wenn. man annimmt, dass das in geschlossenem Kanale «erbohrte Wasser . früher seinen. alleinigen Abfluss in der Nähe des: Meeresspiegels hatte, wo dann dessen Abfluss in dieser früheren Öffnung, durch den. Gegendruck der steigenden Fluth auf, dieselbe jedes- mal. geschwächt ‚werden: muass.'— Aus einer grossen Anzahl von ibm gesammelter. Beobachtungen. theilt A.; nur wenige mit, um: zu zeigen,
dass ‚die Temperatur der ‚artesischen Brunnen ‚um etwa 1° ©. auf jede
200 —.30m. ihrer.‘ Tiefe. böher seye, als die mittle Jahrestemperatur in derselben. Gegend... Bald hofft -er. die oben‘ erwähnten ‚Beobachtungen vollständig bekannt machen zu. können. — Hier eine Übersicht, der Tiefe einiger "Bohrbrunnen zu Halb e 02; d# test NT be. 0; Tiefe. ew Ben erkunden Bro, Kia-tng-fou, in China er „180°; : viele Brunnen, woraus Salzwas- .n ser geschöpft. wird, Be St. Nicolas la ar 190.; im Kohlengebirge; das Wasser RE | ‚ steigt. ‚Zur | Oberfläche. | Genua. K- & RER 682°; gab kein übersteigendes Wasser, Buresne ber, Paris ER 663°; ‚537 tiefin Kreide, ohne Wasser. Cheswick in Northumberland ....,582': Wasser ‚steigt 1 Yard hoch über, 2 u. Airei im Pas de Calais 461°: W. ‚steig a. 7‘ hoch über. . sig 1834, . 8 in! REN 273°. la ib, gatuzsdt: RR IE Re VE 259‘ | - asserergebniss” einiger Quellen: B&uınor erwähnt, in seiner ‚ Sciene, de Ulngenieur ‚bereits einer Quelle in Kloster St. ‚Andre, 2 Meilen von Aire im Artois, welche . 117 über den Boden steigt, und in der Minute fast 2 Tonnen Wasser gibt. ‚— ‚Hın. ‚Devano’s Bohr -Brunnen zu. Bages bei ‚Perpignan lie ert 333 | Gallonen. — Die bei den -Kavallerie- Baracken zu Tours. gibt, 6 „über, dem. ‚Boden, 237 Gallonen, — In England, ist ein ohr- Brunnen in der Kupfer-Manufaktur zu Mer ton. in Surrey, wel- cher „200. Gall, „ergiesst. u Der zu Rivesalies liefert 176,Gall, — Der zu Lallers im Pas de ‚Calais endlich. 155 Gall, — Zu Guehem bei Be- Une vereinigen 4 Bohrbrunnen.. ‚ihr Wasser ‚um eine Mahl- Mühle treiben zu helfen und zu andern landwirthschaftlichen Zwecken; — zu Saint Pot thun 5, Bohr- Brunnen dasselbe; 1.20 Fontes bei Aire ee 10 dieser Brunnen die Steine, einer grossen 1 Mühle und die Gebläse und die Häm- mer einer Nagelfabrik. Der Brunnen . ZU, Tours bewegt mittelbar die
— 96 _ | Webstühle einer Seidenfabrik ‘und einer zu 'Tooting bei London 'setzt ein Rad und hiedurch ein Pumpenwerk in Bewegung , welches Wasser bis zur Spitze einer 3 Stock hohen . Apotheke hinanftreibt: "Wegen der unveränderlichen Klarheit des Wassers empfehlen sich die Bohrbrun- nen in Papiermühlen ; wegen ihrer gleichbleibenden Temperatur zur mäs- sigen Erwärmung von Arbeits- Räumen, Gewächs- und Treib'- Häusern. In Heilbronn erhalten die verschiedenen Wasser mehrerer Quellen von 12° C,, die Temperatur in einigen Manufakturen auf 8°, wenn 'sie auch ausserhalb auf 0° herabsinkt.. Im Dorfe Chandes Aigues gebraucht man das Wasser zu Treibereien, und zu Erfurt gibt es 'auf ähnliche Weise (bei Kressenbeeten?, cress plots) angewendet, einen jährlichen Ertrag von 12,000 Pf. [?]. In den Fischteichen von St. Gratian bei Montmorency endlich gebraucht man solches Wasser ebenfalls zur Un- ' terhaltung einer passenden Temperatur im Sommer und Winter, — Auch legt man umgekehrte oder negative Brunnen an, um Ländereien trocken zu legen. So hat sie König Ren£ zur Abtrocknung der Palwns ' bei Marseille gebraucht: sie nähren auf diese Weise die Springquellen im Hafen von Mion bei Cassis. Die Orbe führt aus dem See des Rous- $es im Jura mehr Wasser in den Jonz-See, als dieser verdunsten kann, ünd doch hat er zu Tage keinen Abfluss; 'Verstopft sich aber einer seiner inneren Abflüsse, so teufen die Landleute ; ‚um ihr Gut vor Aus tritt und Überschwemmung zu sichern, Schächte von 10° Breite und i5— 20’ Tiefe ab, die sein Wasser versenken, das sodann 2 Meil. unter- halb dem südlichen Ende des See’s wieder aus dem Boden hervordringt. Zu Villetaneuse bei St. Denis grub ein Kartoffelstärke- Fäbrikant im Winter 1832 auf 33 einen Schacht bis auf Wasser - absorbirende Sand- schichten hinab, worin er dann täglich 16,000 Gallonen 'unreines Was- ser versenkte, wegen dessen Nichtbeseitigung seine Nachbarn ihn zum Aufgeben seiner Manufaktur zu nöthigen im Begrifie waren. Nach 6 Monaten fand man im Grunde des Schachtes noch immer reinen Sand. Eben so beseitigten die Aufseher, der Gemein-Kloaken 'zu Bondy täglich 3000 Bubikfuss Wagen: Das Wasser von, dep artesischen Brünngn zu fin‘ Wilter mit Eis überzog, sehr lästig Teiler. Da senkte- Mizor drei metallne Röhren, eine die andere mit je einem Zwischenraume um- brbend, in das Böhrloch , die innerste "und engste geht 200° tief und führt das beste Triökiwagser zu Tage; , ‚zwischen ‚Ihr und ‚der zweiten steigt Wasser von geringerer Güte aus einer Tiefe von 170 F. "herauf; zwischen der zweiten und dritten sinkt im Winter das Wasser der zwei vorigen aus dem Brunnenbecken wieder bis zu einer Wasser einsaugen- den Schichte hinab und macht mithin die Strassen nicht mehr unbrauch- bar, noch bringt es, da es von reiner Beschaffenheit, andere nahe Brun- nen in Gefahr. — Leicht erklärliche Anomalien- zeigen sich nieht selten, in so ferne als ein Bohrloch reichliches "Wasser liefert, während ein unmittelbar darneben niedergetriebenes trocken bleibt ; oder wenn in ei- ner Gegend nach und nach viele Bohrlöcher ohne Nachtheil für den
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Wasserreichthum der früheren niedergetrieben werden können, während in der anderen derselbe durch jedes neue Bohrloch vermindert wird, Auch hat der 584’ tiefe Bohrbrunnen von Larochelle, welcher 215’ von der Seeküste entfernt ist, im Herbste 1833 eine merkwürdige Undulation ‚in der Höhe seines vorher 21’ unter der Oberfläche gebliebenen Was- serstandes dargeboten, indem mehrmals derselbe binnen je 1—2 Tagen um 200° — 300° fiel und dann langsamer wieder stieg. Man hat öfters ‚gefragt, ob die Bohrbrunnen sich nicht erschöpfen würden; jedoch gibt der vos Lillers seit mehr als 700, und jener vom Kloster Saint Andre schon über 100 Jahre täglich eine gleiche Menge und Qualität von Wasser. Zuweilen erbohrt man unterirdische Gas- statt Wasser-Behäl- ter, und meist unbrennbares Gas, zuweilen reines oder auch Kohlen- Wasserstoffgas strömt aus dem Bohrloche hervor, bald nur vorüberge- hend bis zu Erschöpfung des Behälters, bald auf eine andauernde Weise, Letzteres ist oft der Fall in China, wo das so erbohrte Gas zur Abdun- stung der Salzsoole und zur Beleuchtung dient; — auch in einigen Nordamerikanischen Dörfern dient das erbohrte Gas seit Jahren zur Haus- und Strassen - Beleuchtung, und Prinıvs berichtet, dass auf dem Berge Chimera bei Phaselis eine Flamme Tag und Nacht brenne, welche Kapitän Beaurort im Jahr 1811 noch wiedergefunden bat.
Van Brepiı hat bei Zutphen in Geldern eine tertiäre thenige For- mation unter dem Diluvium entdeckt, welche den grössten Theil des Bodens dieser und der benachbarten Provinzen bildet. Sie enthält: Pleurotoma colon, P,laevigata?, Dentalium elephantinum, Corbula rugosa, C. elegans, Venus dysera, Venericardia orbieularis, Isocardia ventricosa, Pectunculus auritus, P. granulatus, Nucula striata, Turbinolia cuneata var. an- ceps, T. appendiculata. Die Abhandlung darüber steht im Har- lemer Kunst en Letter Bode und im Neederland’schen Staats Courent. (Bull. geol. 1834, IV, 341).
C. Martevecı: über die Bildung von Schwefel- und Gyps-Schichten. (Ann. chim. phys. 1834, Mars, LYV, 313—317). Diese Schichten finden sich vorzüglich in der Nähe thätiger und aus- gebrannter Vulkane, und entstehen durch Sublimation von Schwefel aus denselben, welcher sich theils als solcher in Krystallen absetzt, theils zu schwefeliger und Schwefel - Säure verbrennt, vorhandene Kalk- ‚steine zerseizt und so wieder zu Entwickelung von kohlensaurem Gase Veranlassung gibt. Von der Decke einer vulkanischen Höhle fliesst die Schwefel - Säure Tropfen - weise, und Doronıev hat sie in den. Grotten des Ätns gesammelt.
Jahrgang 1838. 7
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Janeson: über die Ablagerung von Konchylien noch Te- bender Arten in denFriths von dem Forth und der Clyde über der jetzigen Wasserhöhe dieser Buchten (vorgelesen bei der Werser'’schen Soc. in Edinb, am 7, Febr, 1835 > V’Instit. 1835, III, 252 — 253). Solche Ablagerungen \"aben Jameson und seine Schüler schon seit langer Zeit beobachtet. So hat der verstorbene MacsrEGoR vor der Gesellschaft 4811 eine Vorlesung über eine solche 44 Engl. Meilen von @lasgow beobachtete Lagerung gehalten. — Kapt. Laskery beobachtete 1814 eine andre 40° über dem Spiegel der Clyde im der Linie des Kanals von Ardrossan einige Meilen von @Glasgew (vergl. den IV, Bd. der Verhandlungen der Gesellsch.), worunter Sehaalen von Turbo littoreus,;, T, rudis, T. terebra, Nucula minuta, N. nuelea; Patella vulgaris, P. pellueida, Buceinum lapillus, B. undatum, Mytilas edulis, Venus Islandica, V. striata, V.literata, Pecten opereularis (P. subrufus Doxov.), Balanus communis, Anomia ephippium, Tellina plana, Nerita litto- ralis, N, glaueina, Mya truneata, Trochus erassus, Car- dium echinatum waren, welche noch jetzt alle den Frith der Clyde, aber erst unterhalb Dunbarton bewohnen, wo sein Wasser beständig salzig bleibt. — Eine andre Ablagerung hat derselbe bei Dunbarton selbst, doch ebenfalls über der Wasserhöhe der Clyde beobachtet, in welcher sich Venus suleata, Peeten Islandica und Ostrea Islandica Tert. befanden. — Später hat Fremıne der Sozietät über ein solches Muschel-Lager berichtet, das sich an der Küste des Forth, westlich von Borrowstonness, 33° über dem Hochwasserstande befindet, 3° Mäch- tigkeit besitzt, auf einer Kiesschichte über dem herrschenden Sandsteine der Gegend ruht, sich auf dem Gestade des Forth in gerader Linie von W. nach ©. 3 Meilen weit erstreckt und die Gehäuse der in der Gegend häufig lebenden Mollusken, insbesondere Austern, dann My- tilus edulis, Venus rhomboidea, Mactra truncata, Buceci- num undatum, Turbo littoreus, Patella vulgaris u. s. w,, nur mit etwas Sand enthält. — Barn hat in den Verhandlungen der Sozietät eine Beschreibung der Seekonchylien gegeben, die man zu Alloa, 20° über dem jetzigen Spiegel des Forth findet, — und anderer ähnlicher erwähnt, die einige Meilen westlich von Stirling Castle vor- konimen,, und worunter sich besonders Austern-Schaalen auszeich- nen von einer Grösse, wie sie jetzt nicht mehr vorkommen, wie man überhaupt keine Austern mehr oberhalb Queensferry sieht; — auch findet sich nach ihm eine solebe Austern- und -Sand-Schichte am Fusse des Olackmannan - Berges. — Apvımson hat im IV. Bande der Verhand- lungen eine Seemuschel- Bank auf der Insel Lonach des Loch Lomund, 20° über dem Meeres - Spiegel bei Dumbarton, beschrieben, wo sich je- doch einige neue Arten, wie es scheint, nebst mehreren Echiniden finden. — In einer im Jahr 1821 vorgelesenen Abhandlung über die ossilen Elephanten-Reste von Kiimarnock hat man erwähnt, dass sich in deren Gesellschaft Konchylien von noch in den benachbarten
Meeren lebenden Arten finden. — Im J. 1824 sandte Brackipper an die Gesellschaft eine Abhandlung über die oberflächlichen Erdschichten, wovon ein Auszug im V, Basde ihrer Verhandlungen mitgetheilt wor- den, und wornach die im Forth gemeinen Seekonchylien sich auch zu Polmaise unterhalb Stirling, zu Grangemoutkh und anderwärts an. den Ufern des Forth, zuweilen weit entfernt von uud hoch über ihrem jetzi- gen Wohnorte, abgelagert finden. — Derselbe hat später in einer der Ge- sellschaft überreichten Abhandlung die Seekonchylien-Lager beschrieben, welche sich hoch über dem jetzigen Spiegel des Frith zu Wardie und Newharen befinden. — Vor wenigen Monaten noch hat MacLAREN in der Zeitschrift „the Scotsman“ einen Theil der Maschel - Schichte be- schrieben, welche zwischen Leith und Portobello beobachtet wird. — Endiich hat Dr. R. Tnuomson in seinem neuen Jourmale „Records of General Science“ viele neue Beobachtungen über die Muschel - Ablage- rungen an den Ufern der Clyde mitgetheilt.
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III. Petrefaktenkunde.
R, Harıan: kritische Bemerkungen über einige bisher in. Nord-Amerika gefundene organische Überbleibsel (nach den Ausliäugebogen der Transactions of the geological Society of Philadel- phia, vol. I, in James. Edind. n. philos. Journ. 1834, XVII, 34%2— 362; F.
l. Mammalia.
(A. Pachydermata,) 1. Mastodon Cwv. (Tetracaulodon Go»m.).
1) M. giganteum Cvuv. oss. foss I; Mircuerr’s Ausgabe von des- sen Eird-Theorie ; Hır.an Fauna Americana ; Coorer im Amer. Journ. of Geoloyyz; Prare’s Abhandlung, 4%; Transact. of Ihe Amer, Philos. Soc.; GoDman ib. new sertes III; Annals of the Lyc. of New-York ; Mammoth der Anglo- Amerikaner; Büffel-Vater der Indier; Ohio- Thier der Franzosen. — Ist bekannt in Nord- Amerika vorzüglich in dem Ohio-Thal, zu Big-bone-lick, Kentucky, findet sich aber auch in jedem Staate der Union. Zahu- und Knochen -Reste liegen in den mei- sten Sammlungen; zwei fast vollständige Skelette stehen in den Museen von Philadelphia und Baltimore. Sein geologisches Alter ist nach DE La Beene nicht ganz genau ermittelt; inzwischen liegen seine Reste hänfig in und über Diluvial-Schutt; zuweilen finden sich noch vollstän- dige Skelette, stehend wie sie versunken sind, wie jenes des Great Osage- Flusses (Cuv. I, 222), das von Deray erwähnte (Ann. Lyc. N.-Y.) u. a.; auch scheint der Magen mit seinem Inhalt einmal mit vorgekommen zu
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Er 100 —
seyn (Cuv. ], 219). Lons grub 1824 am Big-bone-lick viele (neue und fossile) Elenn- und Bison-Knochen mit denen des Mastodon aus. Dar- nach glaubt der Verf., dass diese Thierart, wie das Irische Elk, erst nach dem Erscheinen des Menschen, jedoch lange vor den historischen Erinnerungen aus der Reihe der Lebenwesen verschwunden seye, Un- erfahrene Schriftsteller haben Manches von diesem Thiere gefabelt. Als ‘man den Kanal um die Okio-Fälle ausgrub, fand man Reste verschiede- ner Mastodon-Individuen einige Fuss tief im Boden und dabei einige Stosszahn-Paare um die Überbleibsel eines Heerdes und Indianischer Werk- zeuge absichtlich im Kreise geordnet; andere Knochen aber darum her- sestreut: diess veranlasste Jemanden zur Bekanntmachung in den Blät- tern von Kentucky, dass man so viele Überreste eines einzigen Indivi- duums einer ausgestorbenen Thierart gefunden habe, dessen ungeheures Maul mit so vielen und furchtbaren Zähnen erfüllt gewesen seye, dass es einen ganzen Wald auf einmal zu zermalmen und zu verschlingen vermocht habe. Eine andere Zeitungs-Nachricht gedachte eines 60° lan- gen und 25° hohen Riesen- Thieres [vergl. neues Jahrb. 1832, S. 484], _ Nieht viei besser war Gopmun’s Bericht über den Unterkiefer eines jun- gen Individuums mit Stosszähnen, worauf er sein Genus Tetracaulo- don gründete, dessen Benennung zudem auf manche andere Pachyder- men-Genera auch passen würde; auch ist das Vorkommen oder der Man- gel von Eckzähnen in einer Kinnlade oft nur ein sexueller Unterschied. und als ein solcher ergaben sich eben diese Eckzähne auch in Folge der Untersuchung einer grösseren Anzahl junger und alter Unterkiefer: nie war mit ihrem Vorhandenseyn ein weitrer Unterschied in der Bil- dung des Kiefers oder der Backenzähne verbunden. Dazu kam noch neuerlich ein Neopliyte, welcher in den Transactions of the Americ. So- ciety IV, 317 ff. eiuen 23 SS. langen Aufsatz mit 10 Tafeln mittheilte, dessen Resultat noch 3 neue Mastodon- und 2—3 neue Tetracau- lodon-Arten sind; aber alle angebliche Verschiedenheiten dieser Arten sind nur solche des Geschlechtes (die Stosszähne), des Alters (Form, Zacken, Zahl der Backenzälne selbst, die von 8 auf 4 herabgeht und dabei natürlich auch die Gestalt der Kinnlade etwas mit modifizirt), oder des Individuuns, wie sie Cuvier in seinem Werke (I, 226, 227) schon längst als solche bezeichnet hat. Das ist auch W. Coorer’s letzte An- sicht als Resultat vieler Untersuchungen über Zahn- Wechsel und - Bil- dung beim Mastodon, dass es in Nord- Amerika nur eine Art des- selben gebe, und dass Tetracaulodon nur junge Individuen in sich begreife, die aber ihre unteren Stosszähne zuweilen, in Folge sexueller oder individueller Eigenthümlichkeit, längere Zeit behalten (Frarnersrt. Month. Amer. Journ. of Geology, I,158). Auch scheint jener Monograph von Tetracaulodon selbst einige Zweifel in die Selbstständigkeit der einen oder der andern seiner Arten gesetzt zu haben [vergl. Hays, im Jahrb. 1835, 735]. | |
2) M. angustidens Cwv. und MM. tapiroides Cuv. — Die ein- zige weitere Nachricht gibt Hancan in seiner Fauna Americ. p. 212, 213.
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2. Elephas.
s) E. primigenius Brumene., Cuv. oss. I, 75; Harzan Fauna Amer., und Journ. uf the Philad. Acad. of natural Scienec., III; Mır- cuerr’s Ausgabe von Cuvier’s Erd- Theorie. Weit verbreitet in N. und Süd- Amerika, und eingefrorene Körper kommen auch an der N.W.- Küste Amerikas (Kotzegue), wie in Sibirien, vor. Diese so verbrei- teten Reste scheinen aber verschiedenen Arten angehörig, deren zwei der Vf. bereitsa. o. a.0. (Philad. Journ.) seit mehreren Jahren in Ame- rika nach den Zähnen unterschieden hat. Zähne und Skelett - Trümmer sind häufig in dortigen Sammlungen, zumal in denen der Akademie von Philadelphia, der Prilosophical Society u. s. w., und die Geological So- ciety von Pennsylvania besitzt ein ungeheures Schenkelbein dieses Thie- res von Moorestoun, N.-J. Der Verf. bewahrt selbst einen Zahn und hat zwei im Museum zu Liverpool gesehen , welche denen der Afrike- nischen Art ähnlich und anscheinend fossil sind, aber aller Fundorte sind unbekannt,
3. Tapirus,
4) T. mastodontoides Harı. Faun. Amer. 224. Ein Mahlzahn von Big-bone-lick in Kentucky, dem von Cuviwr’s kleiner Tapir - Art sehr ähnlich, nur sind seine Queerhügel schiefer und geben etwas anders gestaltete Abnutzungsflächen: Abweichungen, wie sie nach Ansichi der Pariser Sammlungen sich dem Verf. selbst bei verschiedenen Zähnen des nämlichen Individuums ergeben haben, so dass sie kaum eine spe- zifische Differenz begründen. Er ist nur halb so gross als der kleinste Milchzahn eines Mastodon, den H. noch gesehen hat, besitzt auch eine andere Form und Struktur der Wurzeln, so dass derselbe wicht begreift, wie Cooper (a. a. O. in Frirnerst, Journ.) ihn dem Masto- don zuschreiben kann. Nach in Paris angestellten Vergleichungen ge- hört er in die vordere Lücke (?Alveole, „sochet“) des Oberkiefers. Vor- kommen mit Mastodon.
4. Equus.
5) E. caballus. Seine Reste sind in Amerika selten. Miırcnirı (in der Ausgabe vou Cuvier’s Erd - Theorie) gedenkt fossiler Pferde- Zähne und -Kaochen, welche bei Neversink Hills, N.-J. sefunden wor- den; das Museum der Akademie von Philadelphia enthält andre aus dem Ohio- oder Mississippi- Thale , und Colonel Aucerr zu Washington hat
welche aus dem Chesapeake- und -Ohio- Kanal bei Geor« ‘getown, D: C. unfern dem Potomac erhalten. |
5. Rhinoceros.
6) RhinoceroidesAlleghaniensis (Fraruersr’s. Journ. > Jahrb. 1832, 478). Ein Londoner Geoloz hat nach Ansicht des Originals erklärt, dass es zu zweifelbafter Art seye, um es als einen Fossil-Rest zuzulassen, Auch Harran wünscht erst weitere Entdeckungen abzuwarten, ehe er es als einen solchen erklärt: es ist ein Stein, welcher mit der knöchernen Schuautze eines Rhinozeros viele Ähnlichkeit besitzt ‚„ aber vielleicht doch nur eiu Lusus naturae ist. Der gänzliche Mangel aller Kuocheu-Substanz darin
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würde allein den Verf. noch nicht bestimmen, seine organische Abstanı- mung geradezu zu läugnen, obschon sie solche zweifelhaft macht.
(B.e. Edentata).
6) Megatherium Cuv,
7) M. Cuvieri auctt. — Cuv. oss. V, 1, 174; MırensıL in Ann. Zyc. N.-York, I. 58, pl.6 ; Cooper id. I, 114. pl. 7, II, 267 ; Harı. Faun. Amer. 200. Das Paraguay - Tier ist — ausser in Süd- Ame- rika — seit 1823 auch in N. - Amerika gefunden worden. Von Skida- way Island in Georgia sind Exemplare nach dem New- York Lyceum gebracht worden, welche Cooper und Mırc#eLr beschrieben haben, Ihr geologisches Vorkommen in letzterer Gegend kennt mau nicht genau; doch müssen sie zur Hälfte aus dem Boden hervorgeragt haben und vom Meere bespühlt worden seyn, da sie auf einer Seite mit Flustren u. a. Zoophyten, mit Balanen und Austern bedeckt sind, Sie sind schwer, hart, schwarz, ohne organische Materie, jedoch nieht durch Fortrollen noch durch eine sehr lange Einwirkung der Vieereswellen ab- gerundet. Mit einigen Kosten könnte man deren noch eine grosse Menge erhalten, theils am nämlichen Orte, theils an zwei Stellen: Wkite
Bluf an der Küste @eorgia’s uud etwas davon entfernt am Savannah. 7) Megalonyx JErFFERs.
s) M. Jeffersonii Harı. Faun. Amer. 201 und Drsmar,. Mam- malogie 336 ; — JEFFERSoN in Transact. of the Amer, philos. Soc., old series, IV, 246; Wıstar sb. 526, pl. I, II; Cuv. oss. 7, r, 160, Cuvıer kannte nur einen Backenzahn davon, In Nord- Amerika hat man Reste dieses Thieres nur an drei Stellen entdeckt, nämlich in der Greenbriar Co., Virg. (JEFFERsoNn); am Big-bone-lick und in der White Cave, Kentucky (Pauısor pe Beauvors). la den westlichen Theilen Virginiens, Kentucky's, Tennessee’s u. a. Gegenden des Mississippi- Thales enthält der weit erstreckte Kalkstein eine Menge oft Meilen- langer Höhlen, durch welche einst unterirdische Flüsse sich bewegt zu haben scheinen, wesshalb sie vielleicht eben nicht mehr fossile Knochen enthalten: in vielen derselben wird Salpeter gewonnen.
9) M. laqueatus Harı. Journ. of the Acad. Philad. VI, 269, pl. 12, 13, 14 und FeArnerst’s. Journ. 1831 u. 1832, IT, 74, pl. 3. Vor- kommen in White Cave, Edmondsun Co., Kentucky, am südlichen Ufer des.,‚@reen-Flusses, 50 Meil. gerade nördlich vom ORöo und 4 Meile vom Eingange der Mammoth Cave. Die hier erhaltenen Beste gehören Joun Price WETHERILL, der sie im Museum der Akademie zu Philadelphia niedergelegt hat. Sie bestehen in 2 Klauenbeinen des Vorderfusses, ı Radius, 1 Humerus, 1 Scapula, 1 Femur-Stück, 1 Rippe, 1 Tibia, 4 Brust- und 1 Lenden-Wirbel, 1 Backenzahn-Stück, mehreren kleinen Trüm- mern und einigen Epiphysen, Alles Überbleibsel eines jungen Individuums, noch viele animalische Materie enthaltend, und die Langknochen an ihren Enden noch mit Knorpel bedeckt. Einer der Klauen - Phalangen ist noch mit einem hornartigen Überzug (Klaue) von gelber ockriger Farbe
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versehen. Neuere Knochen von Bison, Hirsch, Bär, ein menschlicher Mittelhandknochen, welche aufbewahrt werden, sollen in derselben Höhle mit vorgekommen seyn. Die Megalonyx-Knochen sollen unbedeckt an der Oberfläche des Bodens gelegen seyn. Der Zahn sowohl, als die übrigen Theile geben spezifische Merkmale zur Unterscheidung von vo- riger Art an Handen, Dieselbe Sammlung enthält einen 19° langen
fast vollständigen Humerus gleicher Art von Big-bone-lick, jedoch von
schwarzer Farbe, dichter Struktur, hart, gleich den besterhaltenen Ma- stodon-Knochen: und später hat man von diesem letztern Fundorte eine grosse Sammlung fossiler Knochen nach New-York gebracht, worunter sich die Kinnlade, Zähne, Schlüsselbeine und eine rechte Tibia des M. laqueatus befinden, welche in FsAtHerst’s. Journal beschrieben wor- den. Im Alter stehen sie auf einer Seite den Thieren des Big-bone-lick und der Europäischen Kuochen - Höhlen gleich, das 'T'hier scheint aber, nach dem Vorkommen in Big-bone-lick zu schliessen, länger als irgend ein ausgestorbenes Thier, mit Ausnahme des Irischen Elkes, fortbestan- den zu haben [vergl. Jahrb. 1833, S. 621).
(C. Ruminantia).
8. Cervus.
10) C. Americanus Harı. Faun. Amer. 245; Wıstar Transact. Amer. philos. Soc. N.S. I, 375, pl. x, fig. 4. Das fossile Elk der Vereinigten Staaten. Diese Art ist auf einen unvollständig erhaltenen Schädel, welche die Amerikanische Sozietät von Jerrsasun erhalten, gegründet und dem CervusCanadensis zunächst verwandt, doch der Schädel grösser und die Art von allen übrigen lebenden und fossilen Hir- schen verschieden. Die übrigen Knochen sind im Big-bone-lick wicht selten, Einige andere hat Bıessy in Canada gefunden, welche nach seinen davon genommenen Zeichnungen derselben Art angehört ha- ben mögen.
9. Bos.
11) B. bombifrons Hanı. F. A. 271; Wıstan 2.c. T, 879, pl.xr, fig. 11, 12. Die davon bekannten Reste sind den entsprechenden Thei- len des Bos Americanus oder Buffalo sehr ähnlieh, doch weicht die Form des Schädels und die Stellung der Hörner spezifisch ab. Von Big-bone-lick; die Zühne auch sonst häufig.
12) B. latifrons Haaı. F, A. 273; Cuv. uss. fre edit. IV, pl. ıır, fig. 3. Ein beschädigter Schädel in der Sammlung der Akademie von Philadelphia, in mancher Rücksicht dem des Bos Urus Cvv. ähnlich. Das Horn hat 28° Umfang an der Basis, Im Kentucky - Staate. Nach Cuvier wären ähnliche Schädel am Rheine, bei Krakau etc. gefun- den worden. |
18) B. Pallasii Deray Ann. Lyc, N.- Y., II. 280, pl. vi. Mır- cHELL hat der Gesellschaft in New- York eine Sammlung fossiler Kno- chen überlassen, worunter sich der von Drkay beschriebene Schädel fin- det, welchen er dem des Bos moschatus vergleicht, dem er auch
| — 104 — er sehr ähnlich ist. Zu New Madrid am Mississippi, durch das Erdbe- ben von 1812 ausgestossen. Entsprechende Schädel sind in Sibirien vorgekommen. |
(D. Carnivora,)
10. Trichechus.
14) T. rosmarus Cyur. V, Ba Ann. Lyc. N.-Y. II, 271. Aus- ser einigen Backenzähnen u. a. in Frunkreich gefundenen Knochen- Trümmern scheint man von diesem Genus bisher nur den. von Cooper beschriebenen Schädel in fossilem Zustande &efunden zu haben , der, etwas beschädigt, im Museum zu New-York vorhanden ist. Er ist hart und schwer , die Stosszähne siud fast ganz in Achat verwandelt, und seine Übereinstimmung mit dem des lebenden Trichechus rosmarus scheint vollkommen. Aus Pirginien, mit Cetaceen-Resten; tertiär,
15) Capitän Beecuey brachte von der N.W.- Küste Amerikas den fossilen Wirbel eines-unbekannten Säugethieres mit, der nach der Ver-, gleichung im Pflanzengarten zu Paris angestellt, einem Amphibien - ar- tigen Säugethier anzugehören scheint.
(EC etace a.)
11. Manatus. | 7
16) Rippen und Wirbel einer. grossen Manatus-Art, welche an der Ostküste der Vereinigten Staaten (in Georgia, New-Jersey) und an der Westküste von Maryland in tertiären Bildungen vorkommen, liegen in den Sammlungen der Akademie zu Philadelphia (Harıan im Journ, Acad. Philad. IV, 32).
12. Eigentliche Cetaceen haben fossile Rippen und Wirbel in den tertiären Schichten zunächst dem Ozean hinterlassen , dergleichen in der eben genannten Sammlung so wie in der des Lyceums von New- York aufbewahrt werden. Aber täglich entdeckt man auch an der Mündung des Mississippi Reste verschiedener Wal- Arten von neuerem Ursprung, welche dort ausgewaschen werden. So erhielt man vor ei- nigen Jahren den Schädel, die Kinnladen und Zähne eines sehr grossen Physeter, welche dann als Reste eines unbekannten Monstrums nach New-Orleans gebracht, bewundert, in allen Zeitungen ausgeschrieen, um hohen Preiss für die Vereinigten Staaten erworben und endlich von Gopman als ein alle bekannte an Grösse übertreffender Saurier, dem er den Namen Megistosaurus beilegt, in einer eigenen Abhand- lung an die Amerikanische philosophische Sozietät angekündigt, in de- ren Annalen er noch als solcher bezeichnet ist. Das Thier sollte ein grosses mehrere Fuss langes Horn an der Seite des Schädels haben, das aber nichts anderes als das herausgesägte und an das rechte Joch- bein angepasste Intermaxillar-Bein war. Diese Reste sollten eben nach England eingeschifft werden, als man den Irrthum entdeckte.
"Wie „articulirenden Platten der Oberfläche oder Epiphysen der Wir- belY des Physeters werden frisch und fossil nicht selten einzeln gefun-
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den: Rarrıngsque hat eine derselben für eine Schädel - Platte eines fossilen Sauriers angesehen und (Atlantic Journul) dessen Genus Ne- phrosteon genannt. |
1. Aves.
Von dieser Klasse ist dem Verf. nur ein Femur bekannt geworden, welcher an seinem oberen Ende ist und von einer zu Sco- lopax gehörigen Art abstammen mag. Er ist ganz mineralisirt, befin- det sich im Museum der Akademie von ı Philadelphia und rührt aus einer Binranigeube in New-Jersey her.
III. Reptilia.
(A. Chelonii).
1. Fossile Knochen und Brust-Platien von Schildkröten sind in deu sekundären Mergeln New- Jerseys nicht selten, aber zu unvollkommen erhalten, um sie in Arten und Genera zusammenzuordnen. Stücke . davon befinden sich in den Sammlungen zu Philadelphia und New-York.
Fortsetzung (a. a. OÖ. 1834, XVII, 28—40).
(B. Sauriıi.)
2) Erocodilus macrorhynchus Harı. (Journ. Acad. nat. Sc. Philad., IV, 15, pl.r). Schöne Kinnladen, Zähne, Wirbel u. s. w. aus den Mergel-Gruben *) von New-Jersey sind im Museum von Philadel- phia aufbewahrt, und das wichtigste Stück davon, das Zahn - Bein der rechten Seite mit den Alveolen von 11 Zähnen auf 12° Länge, wohl erhalten nnd mit Eisen imprägnirt, ist a. a. O. beschrieben. Es ist im Verhältnisse zu dem der lebenden Krokodile hauptsächlich ausgezeichnet durch seine Dicke gegen die Länge genommen, wo dann auch die Zähne ‚ausserordentlich dick-und kurz sind; da sie auf 2’ Länge 1° Dicke an der Basis besitzen und nur 4‘ aus der Alveole hervorstehen. — Dr. Dr- Kıy besitzt
3) die Kinnlade einer sehr verschiedenen Art, dem C. Gangeticus Cuv. sehr analog, aus den Sekundär- Gebilden New - Jerseys, die er in den Annals of the Museum of New-Jersey beschreiben will.
4) ?Plesiosaurus, Ein Wirbel: mit den allgemeinen Merkmalen wie beiPlesiosawrus, aber durch seine grosse Achsen-Länge von denen aller bekannten Geschlechter abweichend, stammt aus dem Mergel von New-Jersey, findet sich im Philadelphia Museum und ist im Journale der Akademie IV, 232, pl. xıv vom Verf. beschrieben und abgebildet.
*) Mergelgruben kommen zowohl in den sekundären als tertiären Bildungen der Af- lantischen Küste vor.
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5) Basilosaurus hat Hartan ein riesenmässiges, von ihm in den Transact. Amer. philos. Soc. 1834, N. S. IV, 287, pl. xx beschriebenes und abgebildetes Reptil aus den ältern Tertiär - Gebilden (mit Corbula wie zu Alabama) an den Ufern des Washita- oder Ollachita- Flusses im Luisiana - Staate genannt. Es gehört zu Conxseare’s Enaliosau- riern. Sein wichtigstes Überbleibsel ist ein Wirbel, der mit denen der Plesiosauren noch am meisten Ähnlichkeit hat. Er ist 14‘ lang und 7’ breit, und 44 Pf, schwer. Hat das Thier wie Plesiosaurus 66 Wirbel (ohne die des Schwanzes) besessen, so müsste das ganze Ske- lett 80‘—100’ lang gewesen seyn und, jeden Wirbel zu 30 Pf. und die übrigen Knochen einschliesslich des Schwanzes zu etwas mehr als die Wirbelsäure angeschlagen, wohl über 2 Tonnen gewogen haben. Die -[vorderen und hinteren?] Seiten des Wirbels sind in der Mitte etwas konkav. Nach der schief nach unten gehenden Richtung der Queerfort- sätze und der geringen Weite des Rückenmark-Kanals zu urtheilen, war dieser Wirbel aus der Lendengegend. Wie an dem hinteren Theile der Wirbelsäure von Plesiosaurus, genau so sind auch die hier vorkom- menden zwei Grübchen an der unteren Fläche des Wirbels miteinander verschmolzen, und wie bei jenem ist die Gelenkfläche des Wirbelkörpers gestaltet; aber bei jenen sind die Wirbel bekanntlich breiter als lang, und die Dornenfortsätze durch Nähte mit dem Körper verbunden, von welch’ letzteren man bier keine Spur findet. Dem Berichte des Rich- ters Bay zufolge, dem die Gesellschaft die Überbleibsel dieser Thier- Art verdankt, lagen solche auf eine Erstreckung von 400° Länge nach einer krummen Linie zerstreut, und scheinen melreren Iadividuen an- gehört zu haben.
6) Ichthyosaurus Missouriensis Harı. (ut supra, p. 405) hat den vorderen Theil des Ober- und des Unter-Kiefers mit den noch in den Alveolen steckenden Zähnen im sekundären Kalk der suberetaceous- Gruppe bei dem Yellow stene- und dem Missouri- Flusse im Missourt- Gebiet hinterlassen. Die ausserordentliche Länge und Breite des Zwi- schenkieferbeines, welches über das Ende des Oberkieferbeines vorsteht, unterscheidet diesen 4°’ langen Theil von dem analogen der übrigen bekannten Arten. Die daran noch fest gewachsenen Kieferbeine enthal- ten jederseits drei Zähne, die über der Wurzel abgebrochen sind. Das Zwischenkieferbein enthält deren jederseits zwei, eben so abgebrochen. Bücksichtlich des Wachsthums und des Wechsels der Zähne stimmt die Art mit andern Ichthyosauren überein. Am a. O. hat H. weitere De- tails angegeben. Ein Pelzhändler hatte diese Reste an Major Ware zu St. Louis überlassen. Auf dem Heimwege von den Rocky Mountains hatte er in einem Felsen das Skelett eines Alligator - artigen Thieres, etwa 70° lang stecken sehen und davon jene vorragende Spitze des Kopfes abgebrochen, dessen Länge er zu 3’—4‘ angab [Jahrb. 1835, 368].
Prinz Max von Nauvwırn hatte während seiner letzten Reise ein fossiles Saurier-Skelett 15’ lang von der grossen Krümmung des
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Missouri - Flusses mitgebracht, das vou der nämlichen Art zu, seyn scheint. [Vergl. Jahrb. 1835, S. 625.]
7) Mosasaurus Conwe. (Cuv, oss. foss. V, ı1, 310; — Hanı. in Journ. Acad. Philad. IV, pl. xıvy ; — Sı.ım. Journ. vol. XVII; — Derxay in Ann. Lyc. New- Yerk III, 134, pl. xırır). Man hat Zähne und wahrschemlich auch einen Femur desselben Tbieres im Kabinete der mehr erwähnten Akademie und Backenzäbne im naturhistorischen Lyceum zu New-York, dunkelschwarz, mit Eisen imprägnirt, hart und schwer, aus einer (sekundären) Mergelgrube vea Woodbury, in der Monmouth County in New- Jersey. Einige Zähne sitzen noch in den Alveolen eines Knochen fest und haben einen sägeförmigen Rand.
8) Geosaurus Mitchilli Dexıy (in Ann. Lyc. New- York FIT, 138, pl. ııı, Fig. 3, 4). Ein Zahn mit einem daran hängenden Kiefer-Stücke, wohl aus dem Vordertheile des Unterkiefers. Seine hoch- vorragende Stellung auf dem Knochen hat er mit denen von Mosasau- rus und Geosaurus gemein: seine zusammengedrückte Gestalt ent- fernt ihn von ersteren und nähert ihn abermals denen des letzteren. Seiner Grösse nach muss das Individuum, dem er angehört, noch an- sehnlicher gewesen seyn, als der G. Soemmeringii Drxray von Mon- heim. Er stammt aus den Sekundär - Gebilden von Monmouth in New- Jersey. — [Vergl. Jahrb. 1835, S. 235.]
9) Saurocephalus lanciformis Harı. (Journ. Acad. Philud, 1824, III, 331, pl. xır).. Das Genus wurde zuerst auf ein fossiles Zahnbein und Zähne gegründet, welche Lewıs und Crark auf ihrer Reise am Columbia-Flusse 1804 entdeckten und dem Kabinete der Ame- rik. philosophischen Sozietät schenkten. Es scheint aus ?sekunddärem Kalkstein (der subcretaceous - Gruppe) im Missouri - Staate herzurühren. Lea hat später eine andere Art dieses Geschlechts in einer Mergelgrube bei Moorestown in New-Jersey gefunden, und Dr. Hars sie als Sau- rodon Leaae (p. 476), 8. Leanus (p. 477, Transaet. Amer. phälos. Soc. N. 8. 1830, III, 471 f., pl. xıx), und endlich als
10) Saurocephalus Leanus beschrieben, Die Reste beider Ar- ten haben miteinander gemein, dass die Zähne geschlossen nebeneinan- der liegen, doch getrennte Alveolen haben, dass die des Ober- und Un- ter-Kiefers wie Schneidezähne auf einander stehen; — dass die Zahn- Nerven und Gefässe auf der innern Seite der Alveolar - Fortsätze ver- laufen, woselbst für den Unterkiefernerven eine Grube auf der Mesial- Fläche des Kieferbeines, gerade unter dem Alveolar-Rande (doch schwä+ cher in dem nur halb so grossen $S. Leanus) vorhanden ist. (Etwas unklar ist der Theil der Beschreibung im Originale, worin gesagt wird, dass „die untere [Ersatz?-] Zaknreihe in die Höhlen der oberen gerade im Zentrum, im „process of shedding“ eindringe, dass die untere Reihe vollständig geworden — completed — ist, ehe sie in die obere ein- dringt; und die Zahn-Sägeliuien — dental serrature — des Ober- und des Unterkiefers wie Schneidezähne aneinanderschliessen“) Durch eben diese Merkmale unterscheidet sich aber das Genus zugleich von Ich-
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thyosaurus, von Plesiosaurus und von der Ordnung der Saurier überhaupt. Die zwei Arten aber werden durch folgende Merkmale von einander getrennt: bei S. laneiformis: der vorragende Theil der Zähne glatt und stumpf lanzettförmig; — bei S. Leanus: die Zähne spitzer, schlanker, etwas a und en (Vgl. Jahrb. 1835, S. 593.)
11) Koprolithen finden sich im Sekundär-Gebirge von New-Jer- sey; Dekay hat einen Saurocopros beschrieben und abgenildet (Ann. Lye. N.-York. III, 140, pl. ııı, Fig. 6, > Jahrb. 1835, S. 235).
12) Noch hat Dr. Branpıng einen sonderbaren fossilen Zahn aus Süd-Carolina mitgebracht, dessen Wurzel eine ganz eigene Art von Gliederung besitzt und dadurch ein neues fössiles Thiergeschlecht an- zuzeigen scheint. .
13) Aus New-Jersey’s Sekundär-Gebilden hat H. noch viele Wirbel- beine, welche in ihrer Bildung von allen anderen bis jetzt beschriebe- nen abweichen,
14) Dexay besitzt von ieniäähent lich den Unterkiefer eines unbe- schriebenen Thieres, der einige Ähnlichkeit mit dem „Jaw uf a Reptile“ auf S. 153 in Manteur’s Geologie von Südost-England zeigt: Dr. Pıcke- RING sieht ihn jedoch als einen Fisch - Kiefer vom Geschlechte Sphy- raena an,
IV. a E
Fossile Fische sind nicht selten, aber- ihre Untersuchung war bisher unvollkommer, Die meisten Überreste rühren von |
A. Knorpel-Fischen her. Carcharias-Zähne von bis 40° langen Thieren sind an mehreren Stellen vorgekommen. Nach Miır- cHıLn’s Note in Cuvıer’s theory of the Earth, p. 400, hat man am Ufer des Meerrin- Flusses bei Murfreesborough, 60 Meilen vom Ozean ein Riesenthier gefunden, dessen von den Negern zerstreute Wirbel Capt. Nevırız und Dr. Fowzer sammelten und in eine Reihe legten, welche 36’ Länge hatte, so dass das Thier mit Kopf und Schwanz über 50° lang gewesen seyn muss. Ersterer brachte MrrenmL’n zwei trianguläre Zähne mit, deren jeder 16 Unzen wog, welche mit Aus- nahme des Wurzelendes mit aschgrauem Schmelz bedeckt waren, und deren Basis 44. die zwei andern Seiten 6‘ jede mass. Ein einzelner Wirbel hatte 124 Pfund Schwere. Harzan hat diese Reste, die sich jetzt im Lyzeum von New-Yor% befinden, für die eines Riesen-Haies erkannt, ohne jedoch sie nach den Zähnen näher bestimmen zu können. — Das Museum der Akademie besitzt andre Hai- Zähne aus den Mer- gel-Gruben in New Jersey, welche mit denen von Squalus Zygaena, Sq. mustelus, Sq. Squatina und Sq. Carcharias ganz überein- stimmen; zwei Exemplare der letziern sind 5° lang und unten 4° breit, was bei einem lebenden Carcharias auf ein 40° langes Thier schliessen lassen würde, Bei Pırkınson (org. rem. III) und Mınteur (Geol.S.E. Engl. p. 133) findet man gute Abbildungen von den meisten eben ge-
a - BE
nannten Arten, Weitere Nachrichten über solehe Zähne stehen im Journ. Acad. nat. sc. Philad. IV, 232, pl. xıv, und in Hirran’s Notice on the Plesiosaurus and other fossil re from the state of New Jersey, 1824.
— Hırencok rk on the Geology of a p. 193, pl. xı und xır) theilt Abbildungen von fossilen Zähnen und Wirbeln aus der von ihm sg. Plastisch-Thon - Formation zu Gay Head in Martha’s Vi- neyard wit, wovon die ersteren offenbar den Hai- Zähnen im Green- sand von New-Jersey gleichen, die letzten, schlecht abgebildeten, nicht näher zu bestimmende Hai-Zähne seyn mögen. —
Auch Raia- und Acipenser-Reste ‘finden sich hin bee wieder mit vorigen. \
B. Weichflossen-Fische. Dr.DerrıAy hat am 24, Jänner 1825 beim Lyzeum von New-York eine, wie es scheint, noch nicht gedruckte Vorlesung über die fossilen Fische der Vereinten Staaten gehalten, wornach alle von ihm daselbst untersuchten fossile Fische nach dem
Muster des Esox osseus im Mississippi gebildet sind, was Cuvier
später bestätigt hat. v
C. Stachelflossen-Fische.,
Der fossilen Kinnlade von New-Jersey in Dexay’s Sammlung ist oben Erwähnung geschehen,
Ver mehreren Jahren hat H. dursh seinen Bround Jessup eine Sammlung fossiler Fische aus den Schiefern von Westfield in Con- necticut erhalten. Professor Hırcacor 'theilt in seiner vorhin 'ange- führten Schrift (p. 236, pl. xıv, fg. 44, 45, 46, 48) ausführlichere Nach- yicht mit über das Vorkommen der Fische im bituminösen Schiefer und Mergel.zu Middleton, Connect., zu Sunderland, Massachus., so wie zu West- Springfield und .Deerfield.. Nur zu Sunderland ist es leicht, sich solche zu verschaffen. Selten sind hier die Abdrücke ganz erhal- ten, immer ist der Kopf sehr undeutlich. Öfter liegen zwei Abdrücke ganz unmittelbar aufeinander, Häufigliegen die Ichthyolithen schon zer- stücktim Gestein, welches sich zu langsam gebildet haben mag, um die zu Boden gesunkenen Fische alle gleichmässig gegen Zerstörung durch das Wasser und durch Raubthiere zu schützen. Sie sind den Mansfelder Fischen sehr ähnlich und scheinen vier verschiedenen Arten. des Pa- läothrissen-Geschlechtes anzugehören (Hırcnc.).
Ein verständiger Freund H’s. besitzt einen Marmor-Bruch im Oval Limestone Valley oder Nipnose Vulley in Pennsylvanien, am westlichen Arme des Susguwehanna. Der Marmor ist ein grünlich gefärbtes Kon- glomerat, fast dem Verd antique ähnlich, sehr politurfähig , feinkörnig, und hart, und an manchen Stellen ganz mit Resten von Fischen an- gefüllt , he die Grösse der Häringe und Karpfen besitzen. Einige haben noch ihre Schuppen, andere nur noch Knochen; vollständige
Exemplare jedoch daraus zu gewinnen, gestattet die Sprödigkeit des Gesteins Dicht.
“
- 10 —
La Joye: über den Portunus Hericartii (Bull. geol. 1834, IV, 427— 428). Im oberen Sande des Pariser Grobkalkes über dem Weiler Gue bei Tresnes, 3 Stunden von Meauz gezen Ferte-Milon findet sich eine Menge Krustazeen-Reste, von welchen Desmaresrt in seinem Werk über fossile Krustazeen bereits den Cephalothorax als Portunus Hericartii abgebildet hatte. Der Verf. legt nun alle Theile des Thie- res einzeln vor und bestätigt die Richtigkeit der Bestimmung des Ge- schlechtes. Derselbe Krebs ist es aber auch, der im Paguren-Kalke von Lisy so häufig ist, welcher daher Portunen-Kalk genannt wer- den muss. Diese Thiere scheinen sich in solcher Menge zusammenge- funden zu haben, wie man jetzt noch oft Portunus puber des Eyer- legens wegeu versammelt findet.
Tr. Evans: über die Koprolithen Buckrann’s (Bull, soc. d. L. imper. nat, de Moscou, 1833, VI - . . ).
———
S. ©. Waceser: der Sonne Kinder, eine Hypothese (111SS. Potsdam 1835, 8°).
„Das Menschengeschlecht reicht sehr weit über Anam hinauf, denn der Ewige rief uranfänglich das All ins Daseyn“,. Von die- sem Argumente ausgehend ist der Verf. bemüht, die Entstehung des Menschen um etwa ein paar Myriaden Jahre weiter gegen den „Uran- fang“ hinauf zu rücken, muss es aber alsdann doch noch immer ent- stehen lassen. Die Weltkörper sind belebt, die Doppelsterne begat- ten sich, die Sonne gebährt, so oft ihre dunkeln Flecken verschwin- den, Planeten, die Anfangs Kometen seyn mögen; sie schleudert sie aus, diese aber werden erst sichtbar, wenn sie so weit von ihr ent- fernt sind, dass sie nach dem Untergang der Sonne am dunkeln Ho- rizont bleiben; die Erde ist auf diese Art aus ihr geboren worden; die auf ihr Anfangs befindlichen Lebenwesen kamen bei diesem hefti- gen Akt theils um und hinterliessen ihre Reste im Gestein, theils er- starrten sie vor Schrecken u. s. w., wurden in diesem Erstarrungs-Zu- stande oder Scheintod von Schlamm umhüllt, gegen Verderben ge- schützt, bis sie endlich durch irgend einen Zufall von dieser Fessel be- freit wieder zu einem thätigeren Leben zurückkehren konnten, wie z. B. Venus AnsDYoMmENE aus dem Meerschaume erstund und sich, da ihr Sonnen-Kleid inzwischen vermodert war, unter dem Myrten-Baume gegen die Sonne schützte oder sich dort wohl gar, in der Sonne bereits bis zur Eutwiekelung des Sittlichkeitsgefühles vervollkommnet, aus Scham über ihre Nacktheit verbarg. Diess ist ungefähr der Iüieen - Gang des Vf., der seine Hypothese unbefangener Beurtheilung, empfiehlt. Er stellt insbesondere, um jene Ansicht von tausendjährigem Scheintod zu be- gründen, die Beobachtungen über in Gestein eingeschlossene lebende
iR
Kröten ziemlich vollständig zusammen und legt besonderen Werth dar- auf, ob ein Thier in voller Lebensthätigkeit, oder bereits in Winter- schlaf u. dgl. von jener Katastrophe betroffen worden, und somit in diesem Falle mehr geneigt gewesen, sich in allmählich erhärtendem Schlamm lange zu konserviren.
A. Wiremann: über die Thier-Fährten im Sandsteine von Hildburghausen (Wıeem. Arch. für Naturgeschichte, 1835, I, 129 — 131 und 395—397). Wir theilen hier noch eines andern Zoologen Urtheil über die Entstehung jener Thierfährten mit. Er entschied sich nach Ansicht der Zeichnung von der Fährte des grösseren Thieres „wegen der Gestalt der fleischigen Sohle der Hinterfüsse und dem stark abge- setzten Daume derselben“ für Annahme eines Didelphys, ohne über den Unterschied: dieser Fährten vun denen der Affen im Allgemeinen und über das Abstehen des Daumens an den Vorderfüssen insbesondere Rechenschaft zu geben; in dem kleinen Thiere aber vermuthete er einen vierzehigen Krokodil-ähnlichen Saurier, ohne der S. 234 von uns erwähnten Einwürfe zu gedenken. Nachdem der Verf. aber zwei nach Berlin gekomsiene Sandstein - Platten seibst zu untersuchen Gelegenheit gefunden, so beharrte er rücksichtlich der grösseren Thierart zwar bei seiner frühern Ansicht, erwähnt jedoch dabei, dass Kaup das Thier we- gen des deutlichern Abstaudes des Daumens der Vorderhände von Di- delphys generisch verschieden geglaubt und Chirotherium genannt habe. — Rücksichtlich des kleineren Thieres dagegen bestätigt er die von uns und BerruoLp, der aber Amphibien vermuthet, (Götting. Anzeig. 1835, St. 52) schon gemachte Bemerkung, dass auf SıckLEr’s Stein- platte sich Fährtenzüge zweier Individuen neben einander befinden, welche nach W. mit erstrem wo nicht zur nämlichen Art, doch zum nämlichen Geschlechte gehörten, indem ihre Vorderfüsse, wie auch die des vorigen viel schwereren Thieres an einer Stelle, gar keine Eindrücke hinterlas- sen, weil sie damit leise (nach BerrnuoLp gar nicht, nach unserer An- sicht vielleicht in der Hinterfährte) auftraten; der seitliche Anhang ihrer Hiuterfüsse aber, wie wir ebenfalls vermuthet, scheint ihm von einem wirklichen Daumen herzurühren. Der Verfasser fügt hinzu, dass nach einer Nachricht des Herrn T. Brückner man an Ort und Stelle schon Fuss - Eindrücke von wenigstens 10 verschiedenen Thier - Arten unter- scheide, — Ref. kann sich, rücksichtlich der grossen Art, noch immer nicht für Beutelthiere erklären, da er an den Vorderfüssen der le- benden den Daumen stets entweder in gleicher Höhe mit den andern Fingern sich abtrennen und mit ihnen parallel und dicht anliegen, oder gauz verkümmert sieht. Doch scheint die Kürze des auftretenden Thei- les der Hand den Beutelthbieren melır als den Affen zu entsprechen,
- m —
PR; A; Conan: Fossit Shells of the Tertiary Formutions of Nord- Amerika, illustrated by Figures drawn on Stone from nature, Vol.TI, ‚Nr. ı—ır, 28 pp. with 14 pll. Philadelphia 1832, 8°.
Vorrede (S. ı—yın). Der Verfasser beabsichtigt in dieser Schrift die Bekanntmachung tertiärer Konchylien Nord - Amerika’s. MorToR wird seine Arbeiten über die fossile Reste der Eisensand - Formation New-Jersey’s als selbstständiges Werk , ergänzt und mit schönen litho» graphirten Abbildungen versehen, aufs Neue herausgeben. Endlich nach Vollendung der gegenwärtigen Arbeit gedenkt der Verf. auch die älte- ren Amerikanischen Sekundär - Testazeen in dieser Weise bekannt zu machen.
Das tertiäre Gebiet erstreckt sich in Nord - Amerika von New- Jersey einschliesslich bis zum Golfe von Mexiko, mit einem grossen ‚Reichthum an fossilen Überbleibseln. Jedoch kann man darin dreierlei Ablagerungen unterscheiden, welche sich auch auf der westlichen Halb- insel von Maryland beisammenfinden, nämlich solche mit lauter ausge- storbenen, solche mit gemischten und solche mit lauter an dortigen Küsten noch lebenden Arten, so dass ein allmählicher Übergang in der tertiä- ren Schöpfung Statt gefunden zu haben scheint. Die erstern und zu- gleich ältesten dieser Ablagerungen bilden die westliche Grenze des ter- tiären Gebietes, die letztern kommen längs dessen östlicher Grenze vor, und unter den gemischten Arten sind selbst einige vorhanden, von wel- chen es zweifelhaft ist, ob sie als Zeit- und Orts - Varietäten noch le. bender, oder als eigene ausgestorbene Arten anzusehen seyen. Nament- lich sind die senkrecht eingeschnittenen und beständig nachfallenden Sand- und Lehm-Ufer der grösseren Flüsse durch das Tertiär - Gebiet hin sehr reiche Fundorte jener Reste, wie z. B. die Rocks bei Smith- field am James River. Die obere Meeres - Formation ist durch eine grosse Manchfaltigkeit von Arten — insbesondere von Bivalven mehr als von Univalven, und durch eine grosse Abwechselung derselben in der Weise ausgezeichnet, dass schon auf wenige Stunden Entfernung hin ganz andere Arten erscheinen und verschwinden, wie solches, nach der Jahreszeit und nach Lokal-Verhältnissen der Küste, eben auch noch im Leben beobachtet wird. Wenn den fossilen analoge lebende Arten oft wärmeren Klimaten angehören, als jene sind, wo erstere begraben wor- den, so findet man dagegen in Virginien und Nord-Carolina mit ausge- storbenen Arten welche, deren Analogen an den Küsten von Rhode Is- land und Massachussetts 5°—8° nördlicher wohnen, wie Mactra tel- linoides, M. lateralis, Nucula limatula, N. proxima, Lucina contracta, L. divaricata u. e. a.
Einleitung, $. 9—14, Die Glieder der Tertiär-Formationen und ihre Verbreitung ergeben sich für Nord- Amerika aus folgender Zu- sammenstellung:
113
Benennung. | Fossil-Reste, Alluvium. | Diluvium Landthier- er Sri Knochen phas.
Muschelkies, Crag Lebende Konchyl-Arten
Konchylien, meist Mu-
Obre Tertiär-Formation scheln. Alle Genera und
| | Vorkommen.
|in New-Jersey mächtig.
Pemberton in N.J-. u. südlicher New-Jersey, Nord - Carolina,
Megatherium. |Georgien.
|Mündung des Potomae.
Halbinsel von Marylund, Ost-Vir- ginien, N. u. S.-Curolina, Geor-
meiste Arten lebend. gien.
’
Konchylien meist lebender Genera, meist erloschener Arten. Viele Univalven.,
Fort Washington, Maryland; Virginien?, Vance’s Ferry, S.-C.; Claiborne, Alabama.
MittleTertiär-Formation
Lignite. Wenige See-Kon- ehylien.
Bordentown, N.-J., Murtha's Vs-
Untre Tertiär-Formation neyard etc.
Die Tertiär - Bildungen im Ganzen genommen ziehen auf der Kü- sten - Gegend N. - Amerikas von New-Jersey an (40° Br.) bis Florida herab (30° Br.) und dann längs des Golfs von Mexico bis zur Mün. dung des Mississippi. Weiter westwärts ist wenig Geologisches be- kannt geworden, doch hat Nurran am Red River Konchylien der Ei- sensand - Formation entdeckt. Auch scheinen diese Bildungen an ihrem südlichen Ende einen breiteren Strich, als an ihrem nördlichen einzu- nehmen, wie sie weiter hinauf in den östlichen Staaten nur noch Insel-ar- tig vorkommen: auf Martha’s Vineyard (Massach.), auf Elisabeth Island, Long Island (N.-York) u, s. w. Auf Macuure’s geognostischer Karte ist dieser tertiäre Bezirk irrig als Alluvial- und Diluvial- Land, doch seinen Grenzen nach richtig, angegeben.
Die obere Meeres-Formation. insbesondere (obre Tertiär - Formation, in welcher jedoch dort noch nie eingeschaltete Süsswasser-Schichten wahrgenommen worden) wurde zuerst durch van RenssELAER nachge- wiesen und nachher von Morton (Journ. Acad. Nat. scienc.) genauer untersucht. Ihre Schichten bestehen oft nur aus losem, gelbem, thoni- gem Sande mit Konchylien; zuweilen sind sie hart und kieselig, öfters nur aus gelbem und grauem Thone zusammengesetzt, oder aus Allem zugleich gemengt; aber die unterste Lage ist jederzeit ein bleigrauer Thon oder thoniger Mergel. Zuweilen sind verkleinerte Konchylien eingemengt; aber im Allgemeinen sind auch die zärtesten Bivalven noch ganz und wohl erhalten und das Gebirge mithin aus ruhigem Meere ab- gesetzt. — Was Conv®Eare und Puıtrırs über diese Formation in Europa sagen, passt vollkommen auch auf viele der transatlantischen Ablagerun- gen: die Fossil-Reste sind meist wohl erhalten, zuweilen Arten- und Ge- schlechter-weise gesondert, wenige Arten sind ausgestorben, oder in ent- fernten Meeren heimisch; die meisten stimmen mit denen der benachbar- ten Küsten überein. In andern Gegenden N. - Amerikas aber sind in diesen Schichten ausgestorbeue und entfernt lebende Arten herrschend,
Jahrgang 1836, 3
m Bi +
obschon noch durchaus verschieden von den Arten des London clay und Grobkalkes. Von allen bis jetzt daraus erhaltenen Arten [deren Anzahl nach einer spätern Mittheilung der Verf. auf 300 zu bringen hofft] sind etwa 40 mit den an den Nord- Amerikanischen und Westindischen Küste lebenden übereinstimmend; viele fossile Arten kommen in Ame- rika und Europa zugleich vor, wie noch einige davon an beiderlei Kü- sten leben, zum Beweise wie ausgedehnt die Verbreitung und wie gross die Dauer einer einzelnen Art seye. — Diese Formation erscheint zu- erst in New-Jersey, S.W. von Salem, und setzt durch alle südlichere Staaten fort, 100-150 Engl. Meil. weit westwärts ins Land reichend.
Die mittle Tertiär - Formation (London Thon, Grobkalk) erscheint ebenfalls unter manchfaltigem Aussehen: oft bietet sie Schichten eines bräunlichen Kiesel-Sandes, worin die Testazeen am schönsten erhalten sind; — oder solche von zerreiblichem körnigem Kalksteine mit ver- kleinerten Testazeen- Resten oder selbst ganz daraus zusammengesetzt, von heller Eisenocker - Farbe, gewissen Abänderungen des Pariser Grobkalkes sehr ähnlich; — endlich auch solche von festem hartem Kalk- stein mit körnigem Bruche und voll grüner Körner, reich an Thon und an Fossil- Resten, welche jedoch meist nur in Stein - Kernen bestehen. Wie diesseits des Ozeans, so sind auch dort zwar nur wenige ausge- storbene Genera bemerkbar, aber meistens ausgestorbene, obschon den lebenden zuweilen äusserst ähnliche Arten, wovon manche mit jenen in Frankreich und England übereinstimmen. Diese Formation findet sich im Norden zuerst beim Fort Washington am Potomac in Maryland; dann in Virginien, doch in nicht näher bekannten Orten; zu Vance’s Ferry iu S.-Carolina, zu Claiborne in Alabama, wo die Fossil - Reste am häufigsten und am besten erhalten sind und die Schichten auf weis- sem zerreiblichem Sekundär - Kalk voll Nummuliten ruhen, und dieser
wieder auf Grünsand,
Die untere Tertiär-Formation (in Europa: Formation des plastischen Thones) besteht aus Wechsellagern von Sand und Kies mit verschiedener Farbe, der Thon häufig mit Ligniten, mit vielem Eisenkies, auch mit Bernstein. Zu Gayhead, Martha’s Vineyard hat Hırcncock neulich eine Kieselbreccie darin entdeckt. Diese Gebilde entsprechen eigentlich nur den oberen Schichten dieser Formation in Europa. Sie enthalten Steinkerne von nur wenigen See-Konchylien: Tellina, Venus u. s. w., die Quarz-Breccie insbesondere noch Knochen und Zähne von Squalus, Crocodilus u, s. w. Joan Fınem hat diese Formation in Amerika zuerst nachgewiesen, welehe stellenweise von den Inseln Neu-Englands bis zu den Staaten am Golfe von Mexiko vorzukommen scheint, ins- besondere in Diartha’s Vineyard, zu Sund’s Point auf Leny Island, zu Bordentown, Whitehill u. a. in New- Jersey, auf dem Telegraph Hill bei Baltimore, zu Cape Sable in Maryland u. i. e, a. südlicheren Gegenden. AI’ diese Gebirge ruhen auf der Eisensand -Reihe.
— 15 —
Beschreibung de: fossilen Konchylien (S. 15 ff.),
I. Arca.
1. A. limula n. sp., Tf. I, Fig. 1, ähnlich Says A. ponderosa,
zu Newbern in N.-Carol., am James River, in Virg.: obere -Tert. - Form,
2. A. transversa Say Journ. Acad. Nat. Hist. II, 269, Coxrıp
Tf. I, Fig. 2, zu Newbern, zu Suffolk in Pirg.: obre T.-F, —, dann kleiner an der Potomac-Mündung im Crag; und an der Küste lebend.
stillicidium n. sp., Tf. I, Fig. 3, ähnlich der A. incon- g&rua Sır, A. nodosa Woon., an St. Mary’s River in Ma- ryland: obre T.-F. |
idonea n. sp. Tf. I, Fig. 5, ebendaselbst,
.‚centenaria Sarl. c. IV, 138, tb. X, fig. 2, Conr. p. 16, Tf. I, Fig. 4, zu York-Town, in Virg.: obre T.-F,
incile Sax I. c. IV, 138, tb. X, fig. 3, Conr, Tf. II, Fig. 1. Am James River bei Smithfield in Virg,: obre T.-F.
I. Pectunculus.
pulvinatus Lame., Conr. S. 17, Tf. II, Fig. 2, zu York Town: obre T.-F, [ist keineswegs die Lamarcx’sche Art].
subovatus Sar I. c., Conr, Tf. 1, Fig. 3 (?P,. variabilis Sow.). Zu York Town häufig; zu Suffolk in Virg.: obre T.-F.
III. Murex,
umbrifer n. sp. Tf. II, Fig. 1. Am James River und zu York Town: obre T.-F. exilis z. sp. Tf. 11, Fig. 2. Am James River: obre T,-F,
IV. Fusus,
. sulcosus (Pyrula s, Cong, Journ. Acad. N. H. VI, tb. ıx, Fig. 8), S. ı8, Tf. III, Fig. 3. Am James River: obreT.-F, strumosus nz. sp., Tf. III, Fig. 4, ebendaselbst,
trossulus n. sp., Tf. IIl, Fig. 5. ebendas,
tetricus n. sp., Ti. III, Fig. 6, ebendas.
‚ rusticus (Con, |. c. VI, tb. IX, fig. 2) Tf. IV, Fig. 1. An St. Mary’s River in Maryl.: obre T.-F,
parilis n. sp. Tf. IV, Fig. 2, ebendas,
. cinereus Sarl. c. II, 236, und Amer. Conch. Nro. III, Tb. xxıx) p. 19, T£. IV, Fig. 3, Am James River: obre T.-F. An den meisten Küsten lebend, häufig, Austern - Bänke zer- störend.
V. Buccinum,
poreinum Say I. c, IV, 126, Conr, Tf.IV, Fig.4. Zu York Town: obre T.-F.
8*+
— 116 — 19. B. laqueatum a. sp., Tf. IV, Fig. 5. Am James River: obre T.-F. | 20. B. altile n. sp. Tf. IV, Fig. 6, ebendas,
VI. Cypricardia,
21, C, arata n. sp. Tf. V, Fig. 1. Zu Newbern, am James River, zu York Town, bei Easton, und in der Cumberland Co. in New - Jersey.
VII, Cardita,
22. €. planicosta Conr, Tf. V, Fig. 2 (Venericardia pl. Lamz,, Sow.) zu Piscataway in Maryland, und zu Claiborne in Ala- bama in der mittlen T,-F., wie in gleicher Formation in Eu- ropa an vielen Orten.
VIII. Artemis.
23. A. acetabulum Conr. S.20, Tf. VI, Fig. 1 (Artemis s. Cy- therea concentrica auctt. [non Lame.], welche an dorti- gen Küsten lebt. Dieses Genus, von Porı benannt, ist nicht mit dem gleichnamigen und verwandten Oxen’s zu verwech- seln, aber identisch mit Orbiculus Meczrız, Jıentillaria Sckunm. und Exoleta Brown), Am St. Mary’s River, zu Easton, am James River, zu Suffolk: obre T,-F.
IX. Lucina. 24. L. acclinis n. sp. S. 21, Tf. VI, Fig. 2. Zu York Town: obre TE,
(Heft IL.)
X. Crassatella (ein Geschlecht, dessen 11 lebenden Ar- ten nur in Austral-Asien wohnen, ausser Pholadomya das einzige, welches in N.- Amerika in der obern Ter- tiär- Formation fossil und nicht auch an der Küste le- bend vorkommt).
25. C. alta n. sp. Tf. VII. Zu Claiborne, mittle T.-F., der Cr, tu- mida verwandt.
26. C, Marylandica n. sp. Tf. VIIl, Fig. 1. Am Choptank River bei Easton in Maryland: obre T.-F.
37. C. protexta n. sp. Tf. VIII, Fig. 2. Zu Claiborne in Alabama: mittle T.-F.
28. C. undulata Sar (I. c. IV, tb. xı, fig. 2) Conr. S. 23, Tf. IX, Fig. 1. Am James River und zu York Town, und eine Va- rietät in St. Mary’s Co. in Maryland: obre T.F.
29. C. melina Ti. IX, Fig. 2. In Cumberland Co. in New-Jersey: obre T.-F., mit Perna maxillata u. a er
XI Turbinella, 30. T. pyruloides n. sp. S. 24, Tf. X, Fig. 1. Zu Claiborne:
- 117 —
mittle T.-F. Ganz das Anschen der Pyrula laevigata mit den Falten von Turbinella, eine der eigenthümlichsten For- men jener Gegenden!
XU. Ancillaria (fehlt in der obern T.-F, gänzlich).
31. A. altile n. sp. Tf. X, Fig. 2. Zu Claiborne: mittle T.-F.
32. A. subglobosan. sp. Tf. X, Fig. 3. Ebendaselbst.
33. A. scamba n. sp. Tf. X, Fig. 4. Ebendas.
34. A. staminea n. sp. Tf. X, Fig. 5; ebendas. Könnte mit La-
_ MARcK’s nahe verwandter A. canalifera ein neues Genus
Olivula zwischen Oliva und Ancillaria bilden [diese Art steht nicht so sehr der Anc. canalifera, als der A, plica- ria nahe, und ist eine wirkliche Ancillaria).
XHL Mactra.
35. M. delumbis n. sp. S. 26, Tf. XI. Von James River und Suf- folk: obre T.-F.
XIV. Pholadomya., 36. Ph. abrupta n. sp. S. 26, Tf. XII. Von York Town: obre T.-F.
XV. Ostrea
37. O. radians n. sp. S. 27, Tf. XII, Fig. 1. Zu Vance’s Ferry
in S.-Carolina und zu Claiborne: mittle T.-F.
38. O. sellaeformis n. sp. Tf. XII, Fig. 3. Zu Ciatborne ebenso.
39. O. Carolinensis n. sp. Tf. XIV, Fig. 1, der lebenden ©. com- pressirostra Say verwandt. Aus dem Santee-Kanal in S.- Carolina sehr häufig ausgegraben: Pmittle T.-F.
40. ©. Virginiana Gmer. Lımk. var. Conr. S. 28, Tf. XIV, Fig. 2. Von Suffolk in Virginien: obre T.-F. Diese Varietät ist fos- sil im Crag unter den Strassen von Easton an der Ostküste Marylands u. a. a. O. eben so häufig, als in manchen Ge- genden Eurupa’s, und als lebend an den Küsten von New- Jersey. Eine sehr nahe verwandte , vielleicht identische Art bildet ein zusammmenhängendes Lager durch S.-Carolina, Geor- gien, Alabama und Mississippi, welches Fınc# einer eigen- thümlichen Formation „Calcaire ostree“ zuschreibt.
Findet das Werk hinreichende Unterstützung, so gedenkt der Verf. binnen 2 Jahren es mit der Abbildung von 300 Arten auf 100 Tafeln zu beendigen. Der Preiss jeder Lieferung von gleicher Ausdehnung mit diesen beiden ist 1 Dollar.
[Die Abbildungen sind sehr gut, die Beschreibungen genügend, nur ist zu bedauern, dass die verschiedensten Genera ohne alle Ordnung durcheinander auf je einer Tafel abgebildet und auf einer Seite be- schrieben vorkommen, Es würde dem Absatze des Werkes, dessen Vol- lendung wir im Interesse der Wissenschaft mit grösster Ungeduld ent- gegen sehen, gewiss förderlich seyn, wenn entweder eine systematische
—- 18 —
Ordnung eingehalten, oder aber, wie bei dem verwandten Sowerpy'’schen Unternehmen, jedesmal wenigstens nur Arten eines Geschlechtes auf demselben Blatte beschrieben und abgebildet würden, so dass man die einzelnen Blätter dann beliebig ordnen und sich das Nachschlagen und . Vergleichen somit wesentlich erleichtern könnte.}
P. PırzscHn: über die sogenannten versteinerten Ziegen- klauen aus dem Plättensee in Ungarn und ein neues urwelt- liches Geschlecht zweischaliger Konchylien: Congeria. (Annal. d. Wien. Mus. d. Naturgesch. 1835, I, 93—101, Tf. x1ı, xır). Der Pläattensee wirft die sg. versteinerten Ziegenklaueu fort- während aus. Das Volk sagt, dass sie von den Ziegen eines reichen Hirten herrühren, welcher von König LavısLavs nach seiner Vertrei- bung um Geld angesprochen, solches zu besitzen läugnete, aber, nach- dem er Gott zum Zeugen angerufen, sich wahnsinnig mit seiner Heerde in den See stürzte und ertrank. C. D. Barrscn (Ungar. Magaz. II, Presb. 1782) hielt sie für Austern-Reste, — Beupant (Voy. en Hongr. Paris 1822, II, 498) ebenfalls für die abgerollten Spitzen von Austern. Andre haben sie für Chamiten und selbst Fisch- zähne angesehen. Vor einigen Jahren sandte Dr. Rıs, Brunnenarzt zu Füred, in Folge einer Aufforderung v. ScHREIBErR’s den Ursprung dieser Körper auszuforschen, Muscheln vom Dorfe Tihany am Platten- see ein, für deren Steinkerne er die Ziegenklauen hielt; PırrscH sprach diese Muscheln damals zwar irrthümlich für Miesmuscheln an, erkannte ‚jedoch richtig, dass die Ziegenklauen die abgerollten Spitzen dieser Muscheln seyen. Seine deshalb niedergeschriebenen Bemerkungen be- gleitete Rıs mit einigen Zusätzen und liess sie drucken. (Vergl. das Ungarische Journal: Tudomanyos Gyüjtemeny, 1820, Heft XI, S. 37 bis 47). Dieser Muscheln von Tihany waren zwei Arten; die Umge- gend von Wien lieferte eine dritte zum nämlichen Geschlecht gehörig. Bouvz (im Journ, de Geol. Paris 1830, II, 375) erwähnt dieser Muscheln unter dem Namen „grosser Bivalven von einem neuen Geschlechte mit der äussern Gestalt der Isocardien, aber einem abweichenden Schlosse.* Desnaygs sagt von der dritten der erwähnten Arten (Bullet. geol. Pa- ris 1832—1833, III, in einem von BouE gegebenen Verzeichniss ter- tiärer Fossilien von Matzleinsdorf, einer Vorstadt Wiens), dass sie zu Mytilus oder einem neuen Geschlecht zwischen MytiJus und Isocar- dia gehöre; wobei bemerkt wird, dass Münster dieses Genus Enoce* phalus, und eine [dieselbe?] Art E.carditaeformis nenne. PuırrtscH nennt seit längerer Zeit das Geschlecht Congeria (von congeries, eine Zusammenhäufung von Ähnlichkeiten mit andern Geschlechtern) und definirt solches in folgender Weise:
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Congeria testa fossilis aequwalvis, latere posteriore plus minusve hians. Val- vae insequilaterae cunvezae obliquae, carinatae, — spathulatae trian- gularesve aut semiglobosae, — basi ut plurimum acutae et hine intrin- secus lamina nonnunguam septiformi instructae. Nates plus minusve in- flexae etsubtortuosae. Cardo edentulus. Ligamentum internum, duplez : unum in rima lonyitudinali marginis anterioris valvarım, alterum in fovea triangulari sub apice. Impressiones musculares duae: una magna sublateralis in parte superiore et lativre valvarum, altera parva in prominentia subcochleariformi sub fovea ligamenti apicalis, linea ele- vata subflezuosa ad basin decurrente fulerum quasi simulante instructa. Verwandt mit Mytilus, lIsoeardia, Cardita, Hippopodium, Me- galodon, Myoconcha. Arten 4, fossil.
1) C. subglobosa (Tf. xı, Fg. 1—10) testa subglobosa, apicibus incurvatis, appendice tumescente semilunari instructis. Die von Bou£ und DesHuayEs erwähnte Art (s. 0.). Unterliegt sehr vielen Abänderun- gen ihrer Proportionen, ist im Allgemeinen kugelförmig, etwa wie Iso- cardien, doch viel unregelmässiger; voru unter den Buckeln , wo sonst der halbmondförmige Eindruck bei Venus u. s. w. bemerkbar, ist hier eine queer halbmondförmige Anschwellung; darunter ist eine klaffende Stelle für den Byssus. Hinten, wo bei Isocardia das Band liegt, klafft die bier in einen zusammengedrückten Flügel [fast wie Alasmodonta] verspringende Muschel nach dessen Zerstörung. Die einzelne Klappe von innen gesehen, ist durch jenen Flügel fast quadratisch, der grössere Muskeleindruck ist nächst der dem Buckel diagonal entgegengesetzten - Ecke; von ihm setzt der Mantel-Eindruck am untern und hintern Rande bis unter das Schloss fort. Der vordere Theil ist oft viel dicker von Masse , als der hintre, und bleibt beim Abrollen der Schaale durch das Wasser noch zuletzt allein übrig. In der Umgebung von Wien: so in der Lehmgrube der Ziegelöfen nächst Brunn am Gebirge, 2 Meilen von Wien bei Mödling, wo lose Klappen, selten die ganzen Schaalen, in unzähliger Menge in gelbem feinem Quarzsand liegen, der einige Fusse mächtige Lager im Tegel oder blaulichen plastischen Mergel, der Basis der dortigen tertiären Formation, bildet; weit seltener, aber besser erhalten im Tegel selbst, stets mit Melanopsis Martiniana, wie sie dann in jedem tieferen Brunnen in und um Wien gefunden wird; zu Brunn aber mit derselben, mit Fischknochen, 2 neuen Cardien, Congeria spathulata, Union. sp., Melanopsis Bouei, M.n. sp. Neritina, Planorbis und Helix. Daher wohl vordem Bewohner süssen oder halbgesalzenen Wassers. |
2) C. triangularis (Tf. xır, Fg. 5—8) testa triangulari alata, ar- gute carinala, apertura minima lanceolata. Von vorn oder hinten fast kreisrund, vom Rücken einer Klappe aus gesehen, gleichseitig dreieckig. Vorderseite ganz flach, mit sehr kleiner Öffnung für den Byssus, von zwei halbbogen-förmigen Kielen (um die grösste Peripherie der Schäale) eingefasst; Hinterseite in der Art verlängert und verflächt, dass der
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Kiel, der untere und der obere Rand jenes dreiseitige Dreieck bilden; hinter dem Kiel noch ein abgerundeter, mit ihm paralleler Wulst. Die Buckeln fast gar nicht eingerollt, sondern kurz und gerade. Die sg. Ziegenklauen sind nichts Anderes, als einzelne Klappen dieser Art, wo- von der vom Schloss entfernteste viel dünnschaaligere Theil ganz zer- stört, das Schloss selbst abgerollt, und die Oberfläche polirt ist (Fig. 1 —4). Bruch schaalig, Schaalen faserig. Findet sich in der Sand- Schichte zwischen Tegel und jüngstem Grob- (Leitha-) Kalke äusserst selten vollständig zu Tihany, wogegen der nahe Plattensee die: Ziegen- klauen häufig auswirft; — dann in stets zerbrochenen Exemplaren zwischen Gaya und Bisenz in Mähren, und auf der Hohenleithen zwischen Wol- kersdorf und Gaunersdorf im Untermanhartsberger Kreise in Nieder- östreich., v. Ferussac führt bei Melanopsis Martiniana diese Reste als solche eines unbekannter Geschlechtes aus der Familie der Mytili an. ; 3) C. Balatonica (Tf. xır, Fg. 9—12) testa elongata, subtrian- gulari, obsolete carinata, apertura ovata. Ist weniger aufgeblasen als vorige, von vorn gesehen nur unregelmässig oval, jedoch mit sehr weiter Byssus- Öffnung ; der Kiel abgerundeter und länger, als die obre und untre Kante, so dass er ein ungleichseitiges Dreieck bilden hilft; auch liegt er nicht völlig auf dem vorderen Rande. Im Innern fehlt die scharfe Rinne, welche dem Kiel der vorigen entspricht. Inwendig im Buckel entwickelt sich ein Scheidewand -artiges Bläitchen mit dem Ligament - Grübchen weit mehr als bisher. Zu Tihany am Plattensee, Balaton, mit dem oben erwähnten neuen Cardium, Paludina? lenta und Planorbis, in Quarzsand,
4) C. spathulata (Tf.xı, Fg. 13—16) testa oblonga, oblique spa- thulata, incurva; latere anteriore rotundata, obsolete carinata: aper- fura minima lineari; apice et fovea ligamenti productis; apicibus sub- eucullatis. Viele Exemplare sind gebogen, 2° —2'’ und darüber lang. Die Jungen scheinen der fossile Mytilus polymorphus Bouw& u. A.. (Driessena polymorpha van BENEDEN) zu seyn. Mit der ersten Art zu Brunn, selten anderwärts in Quarzsand, wie am Rennwege in Wien, zu Oedenburg in Ungarn; junge sind allerwärts im Tegel ge- mein, [Die drei letztgenannten Arten, deren Schloss nicht überall ge- nau beschrieben worden, jedoch je nach den Arten ziemlich abweichend zu seyn scheint, gehören mit genannter Driessena polymorpha und einer neuen lokalen Art van BEnEDEN’s (U’Instit. 1835, Nr. 97 und 102), so wie mit dem wohl eine eigene Art bildenden Mytilus Brar- dii, was Alles Salz- und Süss - Wasser-Bewohner sind, wohl offen- bar in dasselbe Geschlecht; welchem — soferne Hr, ParTtscH seine Con- geria früher nirgends publizirt hat, auch Enocephalus noch nir- gends charakterisirt worden, von Driessena aber kürzlich das Thier anatomisch zerlegt, und mit den Chamaceen etwas näher verwandt be- funden worden ist — der Namen Driessena bleiben muss; die Conge-
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ria subglobosa aber kann vielleicht, durch Schloss und Spiral- Buckeln abweichend, diesen Geschlechts-Namen behalten müssen Ba.]
[v. Münster :]) Verzeichniss der Versteinerungen, welche in der Kreis- Naturalien- Sammlung zu Bayreuth vorhanden sınd. Bayreuth 1833, 8°. Die vom Grafen Münster dahin abgetretene Sammlung enthält aus dem Bereiche des Ober - Maynkreises und etwa der Umgegend folgende Bestandtheile, nach den Formationen geordnet
aus der Geschlechter. Arten. Exemplare.
ROHBBUON 2 EEE TFT I Tertiär — (nurPflanzen) KR neh best aher Mr. nn nl a Sa ee ı ae rnene 1:7 De Lias — a 5 Da a 3: ee
Muschelkalk und Keuper-F. . 8... 3... na Übergangs-Formation . . . 35 . 2.18... 709 227 993 19,241 [Diese letztere Additions-Weise passt nun freilich nicht für die Ge- nera, welche sich oft in verschiedenen Formationen wiederholen. Die- ses Verzeichniss kann übrigens in vielen Fällen zur Verständigung be- queme Dienste leisten, obschon man keine Beschreibungen oder Diagno- sen, sondern nur Namen, Fundorte, Zustand und Anzahl der vorbande- nen Exemplare darin zu suchen hat.]
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W. Nicor: über die Struktur einiger fossilen Hölzer von Mull, Nord- Afrika in dem Karoo-Grund im N.O. vom Cap der guten Hoffnung (James. Edinb. n. phil. Journ. 1835, XVIII, 335—338). Diese Hölzer hatte Jamsson dem Verf. zur Untersuchung übergeben.
I. Fossiles Dikotyledonen-Holz auf der Insel Mull von R. H. Cunsinguam gefunden. Nach Cunnisch. liegt dieses Holz auf Mull, 2 E. Meil. W. von Tabermory, unter Trapp in ansehnlicher Erstreckung längs der Küste. Einige der untersuchten Stücke waren bis 6“—8’ dick, graulich, auf frischem Bruche graulich schwarz; der Queerbruch uneben oder muschelig, der Längenbruch zuweilen undeutlich faserig. Alle Stücke waren mit Quarzadern durchzogen, welche drüsige Krystalli- sationen zeigten und gaben mit dem Stahle Funken. Die vegetabilische Struktur ist so undeutlich, dass es schwer fällt, die richtigen Durch- schnittsflächen zu nehmen, die Markstrahlen in Zahl, Breite und Aus- dehnnng denen einiger Ahorne ähnlich; Gefässe zahlreich, doch durch die Einwirkungen, denen das Holz vor der Versteinerung ausgesetzt gewesen, sehr zusammengedrückt, nur stellenweise zylindrisch. Sie stehen so dicht, ‚dass man kein Zellgewebe dazwischen unterscheiden kann. Die Jahresringe haben 75°’ — 4” Breite. Alle Exemplare von
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diesem Fundorte gehören der gleichen Art an, — es sind die einzigen Bei- spiele des Vorkommens von Dikotyledonen-Holz in Sekundär - Gesteinen
[?], die der Verf. bis jetzt gesehen. _ REN li. Fossiles Holz aus Ägypten und Nubien von Verz Monro ‚mitgebracht. — Es waren 7 Exemplare, alle [?] verkieselt; 2 zeigten
äusserlich einige vegetabilische Struktur und bestunden Innen ganz aus gelbem Jaspis ohne organisches Gefüge; — ein drittes bestelit nur aus fast ganz incohärenten Fasern, und taugte nicht zur weitern Untersu- chung; — die vier andern sind unzweifelhafte Baumreste, eines von einerKonifere, die andern von Dikotyledonen. Die Masse, welche die Koniferen-Reste enthält, ist ein Aggregat aus nicht über Zoll-langen Holz - Stücken, Quarzkörnern und ein Zäment aus kohlensaurem Kalke mit etwas Eisen und Thon, Die Holzstücke, in allen Richtungen lie- gend, sind Aussen graulichschwarz; eines ist Innen haarbraun und zeigt seine vegetabilische Textur nicht bei auffallendem, sondern nur bei durchfallendem Lichte: sie gleicht auf dem Queerschuitte der netzförmi- gen noch lebender Koniferen; zur Untersuchung des Längenschnittes ist das Exemplar nicht geeignet. — Die drei andern Exemplare sind offen- bar von Dikotyledonen - Stämmen: die ganze Textur gibt sich schon auf dem Queerbruche kund und an dünnen Queerschnitten sieht man auch schwach das zellige Gefüge. Die drei Exemplare gehören einer und derselben Art an: die Form und Anordnung der Gefässe, sowohl als die zellige Textur hat einige Ähnlichkeit mit der des Mahagonis. Nach Jameson Torrıe’s Angabe hat Moxko obige Holzbreccie bei Aboosambal oder Ipsambul in Nubien gefunden, wo braune, oft eisen- reiche und harte Sandsteine, die durch Verwitterung der sie umgeben- den weicheren Massen oft stalaktitische u. a. eigenthümliche Formen darbieten, mit Konglomeraten konische Hügel bilden, die ein neuerer Reisender für Vulkane angesehen; das obige Exemplar lag in einer Schichte am Rande eines grossen Spaltes, welcher 8.0. vom alten Schlosse Kalad Adde 14 Stunden von Ipsambul die Sandsteinschichten durchsetzt. Das andere Holz ist vom Gebel Ataka und Wadi el Tiheh, 3 Stunden S.O. von Cairo, woselbst nach Sr. JoHn fossile Stämme von 3° Dicke und 40’—52‘ Länge vorkommen, die auf der Spitze der Berge, in Höhlen, Schluchten, Flussbetten ordnungslos umherliegen,
III. Fossiles Koniferen-Holz vom Karov-Grund, 400 Meil. N.O. vom Kap, durch James Scorr mitgebracht. Verkieselt. Schon das äussere Ansehen verräth den vegetabilischen Urspruug und die an- geschliffenen Endflächen zeigen die Koniferen- Textur. Diese wird in dünngeschliffenen Blättchen deutlicher. Die Jahresringe sind ausser- ordentlich ungleich. Die Zellen-Poren sind wie bei den lebenden Arau- carien. Die Textur zeigt Spuren starker Zerdrückung und Quetschung. Dieses fossile Holz bedeckt a. a. O. den Boden zwanzig Engl. Mei- len weit. A
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R. Harıan: über die fossilen Knochen von Megalonyx (Journ. Acad. Philad. 1831, April > Sırıım. Americ. Journ. of Scienc. 1831, July; XX, 414 — 415). Das Museum der Akademie der Natur- wissenschaften zu Philadelphia ist im Verhältnisse der Zeit seines Be- stehens eines der ansehnlichsten in Amerika. Es enthält anch einige Knochen von Megalonyx aus der White Cave in der Grafschaft Ed- . mondston, Kentucky, 120 Meil, S.W. von Lexington am Green River. Es ist eine Salpeter-Höhle, wie deren in den westlichen Kalkgegen-
den viele sind, und welche oft trockne, unzersetzliche Leichnahme der - -
‚Aborigines enthalten,
Der Megalonyx verbindet in seinem Skelette mit den Zähnen des Faulthieres manche Charaktere des Ameisenfressers, des Armadills und Orycteropus. Es ist 3 kleiner als das Megatherium, welchem Cu- vier 7°43‘ Höhe gibt, da das Exemplar wenigstens, wovon jene Kno- chen abstammen, 5° Höhe, und die Grösse des gemeinen Ochsens hatte, obschon es nur erst Zausgewachsen zu seyn scheint. — Ochsen-, Hirsch-, Bären- und Menschen-Gebeine erhielt man zugleich mit den vorigen.
Rogerton hat einen Ornitho-Koprolithen inSüsswasserkalk zu Meilleries-Saint-Sauveur, 3—4 Stunden von Valognes gefunden, Der Kalk ruht auf Geschieben, und es ist ein mehr Tufl-artiger Theil dessel- ben, welcher den Koprolithen mit Saurier-Zähnen, vielen kleinen zerbrochenen Bulime#[Paludinen?] und Carpolithen geliefert hat. Unter letzterem befindet sich C. thalictroides var. Websteri, wie auf Wight (Bull. geol, 1835, IV, 415).
Zufolge einer Nachricht J. Prınskp’s hat Dr. Srirssurv im Ner- budda- Thale in Ostindien das rechte und linke Schenkelbein eines Elephas primigenius von 15‘ Höhe gefunden. Auch hat man am nämlichen Flusse zum Erstenmale Reste eines fossilen Büffels gefun- den (Journ. of the Asiat. Soc. of Bengal, 1834. August > James. N. Edinb, philos. Journ. 1835, X VIII, 196). |
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IV. Verschiedenes.
Boussinsaunt: Besteigung des Chimborazo am 16. Dezember 1831. (Aus dessen Voyage aum wolcans de V’equateur > Ann. chim. phys. 1835, LVIIT, 150 — 180), Der Verfasser wollte von Rio Bamba aus eine Beobachtung mittler Temperatur in ansehnlicher Höhe veran-
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stalten und versuchte daher die Besteigung in Gesellschaft des nachher in Quito ermordeten Majors Harz. Der Weg, welchen HumzoLpr ge- nommen, war nicht mehr zu erfragen, indem von seinen Begleitern nie- mand mehr vorhanden war. Es musste daher ein solcher erst gesucht werden, und zwar von der Meyerei (3800m) aus, wohin man sich am 14. Dezember begab. Die Seite des Berges gegen Arenal ist sehr steil: Piks von Trachyt treten überall unter dem Eise hervor, doch hatte - HumsoLor diesen Weg befolgt; — die Seite gegen Chillapulla unfern Mocha ist wenig geneigt, aber dehnt sich sehr weit aus; gleichwohl glaubte man auf ıhr am besten zum Ziele zn kommen. Man versuchte es am 15. Dezember , aber in 5115m Seehöhe zeigte sich, dass man in dem weichen Schnee so tief einsank , dass nicht mehr möglich war, weiter zu kommen, Die Temperatur war hier 2°9 C. um 14, Uhr: eine Bouteille mit Schnee gefüllt ward zur Analyse der dazwischen befind- lichen Luft mit zurüekgenommen. — Am folgenden Tage um 7 Ühr versuchte man die Besteigung von der andern Seite: man gelangte um 2 Uhr nach unsäglichen Mühen und Gefahren in 6004m Seehöhe, die grösste Höhe, welche ein Mensch wohl noch erstiegen hat, als die vor- vorgerückte Tageszeit und von unten heraufziehende Wolken zur Rück- kehr nöthigten, wornach man um 8 Uhr wieder auf der Meyerei an- langte. Das schönste Wetter hatte die ganze Unternehmung begünstigt. Während des Gehens wurde möglichst wenig und nur leise gespro- chen , weil solches in jenen Höhen die Lungen ganz ausserordentlich‘ angreift und grosse Ermüdung herbeiführt. Die Gesichter waren ver- schleyert, was genügte, um einer furchtbaren Entzündung der Augen und des Gesichtes vorzubeugen, welche diejenigen Berg - Reisenden zu befallen pflegt, die ohne diese Maasregel im Sonnenscheine lange auf dem Schnee verweilen, so dass man dieser Erscheinung zu Folge solche Ent- zündungen nicht von der verdünnten oder äusserst trockenen Luft (welche letztre dort gar nicht besteht) ableiten kann. Ja Schwarz-Färbung des Gesichtes soll schon gegen die zweite Hälfte des Übels genügen, wie denn in der That nach der Besteigung des Antisana des Verfassers Neger von der Entzündung des Gesichtes verschont blieb, obschon seine Augen eben so schrecklich litten, als B’s. Von allen anderen schlim- nen Zufällen, wie Übelkeit, Erbrechen, Blutung der Augenlieder und des Zahnfleisches , Blutstürzen u. dergl. litten die Reisenden gar nicht, weil sie seit langen Jahren schon an die verdünnte Luft gewöhnt wa- ren. Diese Gewöhnung erklärt auch, wie die Leute jener Gegend noch in des 3000@ — 4000m hoch gelegenen Städten sich bequem bewegen, ungemeine Behendigkeit und Leichtigkeit der Bewegungen hei Stierge- fechten entwickeln und ganze Nächte hindurch tanzen können. Zwar stellte sich während des Gehens eine grosse Mattigkeit ein, von der man sich aber binnen einiger Augenblicke Ruhe immer wieder völlig erholen konnte. Man ging daher nicht 7—8 Schritte ohne zu ruhen. Das Haar-Hygrometer zeigte nahe bei der höchsten Station 91°5 Feuchtigkeit in einer Wolke, 84° ausser derselben, wie denn überhaupt über den an der
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Oberfläche ganz aufgeweichten Gletschern der Anden die Feuchtigkeit immer ganz ausserordentlich gross ist, während B. zu Santa Fe den- selben Hygrometer auf 26° herabsinken sah. Auf dem höchsten erreich- ten Punkte stand der Barometer auf 13’ 8° 5, der Thermometer auf 708; eine Höhle zu Beobachtung der Boden - Temperatur bot sich nicht dar. — B. und Andre haben in den Anden die Beobachtung gemacht, dass man bei gleicher Höhe durch das Steigen über steinigem Grunde weit weniger angegriffen werde als auf Schneeflächen, und dass durch eine eigene Beschaffenheit der Luft, Soroche (Schwefelkies) bei den Einge- bornen genannt, die von Ausdünstungen des Bodens herrühren mag, das Athmen besonders erschwert werde, Nun hatte SAaussur£ die Un- reinheit der im Schnee eingeschlossenen Luft bereits dadurch darge- than, dass er solche mit salpetrigem Gase mengte, wo gleiche Volumina von beiden 1,85 bis 1,86 Gemenge gaben, während solche von salpetri- gem Gase und atmosphärischer Luft nur 1,00 lieferten. Doch hat S, diese Schneeluft qualitativ nicht weiter untersucht. B. unterwarf daher die Luft in der am ersten Tage mitgebrachten Flasche, nachdem der Schnee geschmolzen war, einer Analyse, wo sich ein Gehalt in 82 Theilen von 68 Stickstoff auf nur 14 (0,16) Sauerstoff zeigte, obschon bei Füllung der Flasche noch immer viel atmosphärische Luft mit zu- getreten war. Doch kann man andrerseits etwa einwenden, dass das aus dem geschmolzenen Schnee entstandene Wasser aus der mit ihm eingeschlossenen Luft vorzugsweise Sauerstoff absorbirt und so ein Stick- stoff-reicheres Gemenge zurückgelassen habe. — Mehrere Physiker wollen in grossen Höhen den Himmel viel dunkler blau oder selbst schwarz ge- sehen haben. Dieses scheint dem Verfasser aber ebenfalls nur nach längerem Aufenthalte über Schneefeldern Statt zu finden und theils auf einer bloss optischen Täuschung durch den Gegensatz, theils auf krank- hafter Affektion der Augen zu beruhen, — Sterne konnte er am hellen Himmel auch in der günstigsten Lage bei Tage nicht sehen,
Die geognostischen Ergebnisse haben wir S. 74 ff, aus einer an- dern Quelle bereits mitgetheilt.
Erdbeben.
Vom 28. Juni bis 19. Juli 1834 wüthete ein Erdbeben in dem Be- zirke Tschang-te-Fou der Provinz Honan, und erstreckte sich in min- derem Grade westlich bis zur Provinz Chan - si, nördlich bis zur Pro- vinz P&e-tchi - li und östlich bis an die von Chan-tong. Im Hauptorte des Bezirks Woun-gan wurden viele Personen unter dem Schutte ihrer Häuser begraben, und 195 benachbarte Meiereien zerstört; und es sollen im Ganzen 100,000 Häuser zusammengestürzt, 4000 Personen umge- kommen und 700 tödtlich verwundet worden seyn. Im Bezirke Tse- Tcheou hat sich die Erde während der Erschütterung an vielen Orten geöffnet und etwa 4000 Personen verschlungen. Der Bezirks - Gouver-
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neur ist mit Frau und Bedienten zerschmettert worden. — Wie viele Häuser in den Bezirken Thang-In, Lin-Tschang, Ngan- Yang, Wou- Tcht zerstört worden, wie viele Personen umgekommen, lässt sich gar nicht angeben. — Im Gebiete von Pong - Tckin ist ein grosser Strom schwarzen Wassers aus der Erde hervorgebrochen, welcher Güter, Häu- ser, Menschen und Thiere mit sich fortgeführt hat und noch zur Stunde nicht versiegt ist (Ann. d. voyag. 1835, VII, 258-259).
im Jänner 1835 ward die Stadt San Vincente in Guatimala nebst 12 Dörfern durch einen Erdstoss fast gänzlich verschüttet. Die Schiff- brücke zu Truzillo und Omoa und der Kai von Sastodilla wurden mit vulkanischer Asche bedeckt (Glode and Travell. > Ann. voyag. |. c. p. 260).
Am 20. Februar 1835 hatte ein Erdbeben die Stadt Talca [huanha ?] zwischen Santiago und. la Conception gänzlich zerstört: die Städte Ca- racio, Conquenes, Lanares und Chiliano sind [vom Meere ?] verschlun- gen worden; zu 2a Conception und Talcahuanha steht nur ein Haus noch, und alle mit der Wiederherstellung des Kathedrale beschäftigt ge- weseuen Arbeiter sind umgekommen, Zu la Conception erfolgte die Erschütterung um 113 Uhr Mittags. Zu Tulcahuanha stieg das Meer 33° über seine gewöhnliche Höhe und warf die Corvette Mapocho auf die Mitte des öffentlichen Platzes und die übrigen Schiffe kamen in grosse Gefahr (Globe and Traveller — Ann. d. voyag. 1835, VII, 262—263).
Am 15. März 1835 schreibt man aus Santa Martha in Columbia, dass man 7 Stunden lang starke vulkanische Detonationen, man weiss nicht woher, vernommen, und dass solche zu Bogota, Popayan, St. Jean de Nicaragua, Venezuela und Curacao, mithin in einem Umkreise von 250-350 Meilen nach N., S. und O. die Bevölkerung in Schreeken gesetzt; und am nämlichen Tage ward ein Theil der Insel Jamaica mit vulkanischem Staube bedeckt (Ann. d. voy. l. ec. p. 261). |
Am 16. Juni 1835, 29 Minuten nach Mitternacht, weckte eine furcht- bare Detonation, ähnlich einer starken Artillerie-Salve, die Bevölkerung von Palma auf Majorca und trieb sie ins freie Feld; sie hatte. sich je- doch auf den mittel-westlichen Theil der Insel beschränkt und sich von S.W.nach N.O, fortgepflanzt. Zwei an der Dragonnera liegende Kriegs- schiffe hatten nicht das Mindeste davon bemerkt. Zwei Nächte später um dieselbe Minute erfolgte eine ähnliche, doch schwächere Detonation und die dritte am 20. Juni, 8 Uhr 16 Minuten Abends in Begleitung einer heftigen Erschütterung (ib. p. 252— 253).
G. Bıscuorr: zur Kenntniss der Aachener Thermen (Kasıa. Arch. f. Chem. 1833, VII, 327—328). In dem Kaiserbade zu Aachen, im Schwerdtbade und im Bade zur Goldmühle in Burtscheid sind die schwarzen Marmor - Platten, womit die Leitungen gedeckt sind, und
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welche nur mit den Dämpfen des Wassers, nicht mit diesem selbst in Berührung kommen , auf ihrer inneren Fläche so bedeutend angegriffen und erweicht, dass man mit den Händen viel schwarze Brei-artige Ma- terie abnehmen kann, welche aus kohlensaurem Kalk, Eisenoxyd, Thon- erde und (färbender) Kohle besteht, wie der Marmor selbst. Auch etwas Gyps konnte daraus durch Wasser ausgezogen werden, und Kohlen- säure mit etwas Schwefelwasserstoffgas entwickelte sich durch. Salz- säure, woraus mithin die Anwesenheit von etwas Schwefelwasserstoff sogar in denjenigen Quellen erhellet, in welchen Mox#zım selbst mit den empfindlichsten Reagentien keine Spur davon entdecken konnte, Von dem Koechsalze der Thermen fand sich keine Spur in jener aufge- lösten Masse des Marmors, weil er mit dem Wasser nicht selbst in Berührung gekommen war.
S. Bıup: neue Analyse des Thermal-Wassers von Lavey *) bei St. Maurice (Ann. chim. phys. 1835, LVIII, 109—111). Nach noch vollständigerer Fassung ergab sich im Oktober 1833 eine Temperatur des Wassers an der Quelle von 45°C. (statt 43°,5); nach dem Erkalten bis auf 15° eine Eigenschwere von 1,00114 (statt 1,00102), und eine Zu- sammensetzung in 1000 Theilen Wassers auf 0° und 0m,76 Luft- druck von
Kubik- Gramme.
Centimeter. Hydrothionsäure . . 3,51 Chlor-Kalium . . . 2°. .0,0034 Kohlensäure . „ .„ 4,34 —3Bodium ’ „in es EEE Stickgas.. -:. .. +. 27,80 — Lithium . . .....0,0056 Unmessbar kleine Mengen von — Calium .. . . 0,0015 Brom, lod, Fluor und Phosphor- — Magnium . . . . 0,0045
säure an Kalkerde und Eisen- und Wasserfreies schwefelsaures Mangan-Oxyd gebunden, nebst Natron . . . ..... 0,7033 etwas Extraktivstoff, Wasserfreie schwefelsaure Talkerde... 2.2... 0,0068 Wasserfreier schwefelsaurer BAR ae u 0,0907 ' Wasserfreier schwefelsaurer Strontian » 2 2... 0,0023 Kohlens. Kalkerde . . . 0,0730 —Talkerde: %.:.20 058018 Kieselerde . u 20.4000 0,0566
1,3128
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*) Über die frühere Analyse vergl. Jahrb. 1833, S. 62 und 254.
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‘Die königl. Sozietät in London setzt zum Preisse die königl. Me- daille für ein Werk aus, das ihr vor dem I Juni 1837 überreicht wird, unter dem Titel „Contributions towards a System of Geological Chrono- logy, founded un an Eramination of fossil Remains and their atten- dant Phenomena“,
Einführung von Fröschen und Schlangen in Irland. Nach Donar’s, eines Irländers und Bischoffs von Fesulae Beschreibung von Irland vom J. 820 gab es damals weder Schlangen noch Frösche in Irland. Letztere scheinen erst i. J. 1696 durch ein Mitglied des Tri- nity College in Dublin aus England nach dem Universitäts - Park ver- pflanzt worden, von wo sie sich bald verbreiteten, Schlangen gibt es erst ganz seit Kurzem da. Sie sind ebenfalls dahin verpflanzt und ver- mehren sich reissend um St. Patrick (Dublin Med. a. Chem. Journ. V, 481 > James. Edinb. Journ. 1835, XVIII, 372—378).
Fırıngs hat am 6. Mai 1835 der philomatischen Sozietät von -Per- pignan eine „Statistik der Bohrarbeiten nach Artesischen Brunnen im Dept. der Ost- Pyrenäen“ von 1829 — 1833 mitgetheilt. Es werden 18 Fälle aufgezählt, wo man 33 — 180" tief gegangen und trinkbares Was- ser von 14° bis 17°,5 C, Temperatur erhalten hat, das jedoch in keinem Falle über fm,5 über die Erdoberfläche stieg (U’Institut, 1835, III, 236 — 237). Ä
MınteiL hat 1834 von der geologischen Sozietät in London die Worraston’sche goldene Medaille für seine Entdeckungen in der „fos- silen vergleichenden Anatomie“ insbesondere über Iguanodon und Hylaeosaurus, und
Cu. LyetL von der philosophischen Societät in London die königl. Medaille für Geologie und Mineralogie für seine „Principles of Geology“ erhalten (Jamzs. Edind. n. phil. Journ, XVIII, 364).
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die Rheinischen und Eifeler erlosche-.
nen Vulkane, vorzüglich in Bezie-
hung auf Dr. Hisserr’s Geschichte der ersteren,
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Herrn General VAN DER WYck.
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Herr Amı Bous sagt im Resume des progres de la Geo- logie pendant lannee 1832 (Bulletin de la Sociele geologique de France 1833, p. xxx) über Dr. Hıssert's History of the extinct Volcanos of Neuwied, Edinburg a. London 1832: „Dieses interessante Werk vereinigt eine Menge bekannter Beobachtungen mit vielen anderen, welche bis jetzt noch nicht im Druck erschienen, und vor Allem neue Ansichten über die Ablagerungen und vulkanischen Zufälle, welche in diesen Gegenden Statt hatten.“ Ferner (p. xxxı) „man sieht, dass der Autor die neptunischen und vulkanischen Ablagerungen chronologisch hat ordnen und beschreiben wollen; es ist ein Versuch, der noch nicht so vollständig und unter Einfluss der neuesten Ideen, welche unter den Geologen im Schwunge sind, gemacht worden ist.“
Die Neuheit vieler Ansichten und Ideen des Herrn Dr. Hıiegert ist nicht in Abrede zu stellen. Ob sie alle richtig mit der Natur und mit dem jetzigen Stande der Wissen-
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schaft im Einklange sind, wollen wir sehen, und dabei die Bemerkungen machen, welche uns zur Beleuchtung oder zur Berichtigung des Gegenstandes dienlich vorkommen wer- den. Dieses erachten wir der Wissenschaft schuldig zu seyn.
Werfen wir zuvörderst einen Bliek auf die schöne Karte,
welche dem Werke vorangeht. Der angenommene Maas- stab ist für einen allgemeinen Überblick hinreichend und diese Karte gibt einen viel bessern Begriff der Gegend, als die zu ihrer Zeit schön gestochene Nos’sche, auf welcher unter andern aus einem Berge zwei gemacht sind unter den Namen von Vestskopf und Kamperkopf, wodurch die Gegend von Glees, Wassenach und den Kunksköpfen auf eine unkenntliche Art dargestellt ist. Man kann von Geognosten, welche sich selten auf geometrische Vermessungen einlassen können, keine topographische Genauigkeit verlangen, wie erwünscht dieselbe auch seyn möchte; aber man sollte dach, selbst in ungefähren Darstellungen, vermeiden, irrige Be- sriffe zu veranlassen. Hievon ist die Hısserrsche Karte auch nicht frei. Betrachtet man z. B. die Art, auf welche der Zoch- simmer und der Nickenicher - Sattel angegeben sind, so gibt man beiden fast gleiche Grösse und Höhe, da doch letzterer als ein überaus kleiner Zwerg in Vergleich mit dem erste- ren erscheint und nicht den achten Theil des Raums ein- nimmt, der ihm auf der Karte gegeben ist.
An der Stelle des Pleiter- Humrichs sind zwei Berg- kuppen angegeben, wo nur ein alter Vulkan mit seinem Krater vorhanden ist, der eher genannt zu werden verdient, als der kleine Neichenicher - Sattel, obschon die Bedeutung dieses letztern, wie 'klein auch, nicht zu verkennen ist. Hier gewinnt die Nossche Karte an Richtigkeit.
Die Höhe der Kunksköpfe ist der des Vestskopfs sche untergeordnet; auf der Karte ist es umgekehrt.
Betrachtet man die Art, wie die kleinen Ausbrüche bei Boos dargestellt sind, so möchte derjenige, der das Terrain kennt, seinen Augen fast nicht mehr trauen,
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| Das basaltische Lava -Riff zwischen Obermendig und Thür ist mit der Lava der Nredermendiger Steinbrüche in Verbindung gebracht. Beide, verschiedener Natur, sind durch ein Thal, worin ein Bach fliesst, getrennt.
Die Lava bei Glees hat ihren unverkennbaren Ursprung im Veitskopf. Dieses ist auf der Karte nicht ersichtlich.
Die Überbleibsel des Lavastroms vom Dausenberg nach Günnersdorf bestehen aus einer schmalen Verkettung von zertrümmertem Basalt, wovon hier und da einzelne, oder auch gehäufte Blöcke liegen, oder kleine Thurm - ähnliche Massen hervorragen, welche seine Richtung angeben. Auf der Karte kommt er ununterbrochen und zu breit vor.
Den Elttringer - Bellenberg und die Koltenkeimer - Büden, welche zusammengenommen einen Vulkan bildeten, sucht man vergebens; obschon sie als solche der Autor verkennt, möchte man doch gern die wahren Formen angegeben finden. Dem Lavastrom, der aus demselben hervorquoll, und in welchem sich die Meyener Mühlensteinbrüche befinden, ist folglich auch nicht der wahre Ursprung angewiesen.
Die Schlacken- und Lapilli- Gebilde sind nicht ‚Basalt, obschon sie aus demselben entstanden seyn können. Eine Unterscheidung dieser Gebilde vermisst man gänzlich; — und doch bestehen die höchsten vulkanischen Kuppen, so weit sie sichtlich sind, nur allein aus Schlacken - Anhäufun- gen: so der ZHochsimmer, der Hochstein oder Forst, der Bausenberg, der Veitskopf, die Kunksköpfe, der Nastberg, der Rotheberg, der Pleiter - Humrich, die Wanerhöpfe, der Langenberg, der Curmelberg ete.
Nur von der topographischen Abtheilung des Königlich- Preussischen Generalstabes könnte man eine genaue geo- gnostische Karte dieser interessanten Gegenden erwarten, Möchte einer der Offiziere dieses Generalstabes, zugleich Geognost, unter Bewilligung der hohen Regierung die Be- arbeitung solch einer Karte zur Herausgabe übernehmen! Dieses würde viele schwankende Begriffe berichtigen und der Wissenschaft sehr beförderlich seyn,
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Wir sehen aus der Vorrede, dass Herr Dr. Hısserr mit seinem Werke sich zum Ziele setzte: einen regelmässi- gen geschichtlichen Überblick der vulkanischen Ausbrüche des Neuwieder Kessels in ihrer verwiekelten Beziehung zu den tertiären oder späteren Ablagerungen zu geben, und alle verschiedenen vulkanischen Erscheinungen, welche dieser Kessel, in Verbindung mit gleichzeitigen physischen Umwälzun- gen darbietet, in einer Art geschichtlicher Darstellung zuliefern,
Diese Aufgabe ist gross und viel umfassend. . Wäre sie gelöst, so wäre vielleicht der Schleier gelüftet, und man würde auf dem Wege seyn, die Bildung unseres Planeten darzulegen. Aber so lange man sich noch streitet über chemische oder dynamische Ursachen der Vulkanität; über Seyn oder Nicht-Seyn der Erhebungs-Kratere; über ihre Allgemeinheit oder Lokalität; über ante - diluvianische und post-diluvianische Ergebnisse; über vorgeschichtliche und ge- schichtliche Ereignisse; über urweltliche und gegenwärtige Epochen; über die Zeiträume der verschiedenen Bildungen und Ablagerungen, ihre Natur, Anzahl und Ordnung, so wie über die Epochen von gewaltigen Umwälzungen und von Ruhe; über die verschiedenen Wasserbedeckungen, ihren Ursprung, ihre relative Höhe; über die Riehtung und Inten- sität ihrer Strömungen; über die Bildung und Verkettung der Gebirge überhaupt; selbst noch über die verschiedenen Thalbildungsarten; über die Ursache der Gebirgs-Erhebun- gen und die verschiedenen geologischen Zeiträume, welchen sie angehören; über die Entwicklung der Gasarten aus dem Innern der Erde und ihre Expansiv-Kraft, über die unterir- dischen Oxydations - Prozesse; über das Verhalten der At- mosphäre zu den verschiedenen geologischen Perioden; so lange mangelt einem Versuche zu solch einer Lösung der ei- gentliche Boden, worauf er zu gründen wäre,
Unter diesen Bewandtnissen möchte man geneigt seyn, den Muth aufzugeben, und nicht mehr an geschichtliche geologische Darstellungen denken. Aber obschon die Zeit zu solchen Darstellungen noch nicht reif scheint, so sehen wir
doch am Horizont eine Zukunft aufgehen, in welcher diess
der Fall seyn könnte.
Über demselben sind drei Sterne empor gekommen, auf welche sich so viele Hoffnung gründet.
Das Werk von Kröpen über die Gestalt und Urge- schichte der Erde (Berlin 1829) ist in der geologischen Li- teratur eine Erscheinung, die vielleicht bis jetzt nicht ge- nug gewürdigt ist. Die darin aufgestellte Idee hat nichts Widersprechendes in sich; die auf dieselbe sich gründende Theorie ist mit Scharfsinn durchgeführt und gewährt einen tiefen Blick in die Entwicklung der Welten-Systeme im All- gemeinen und unseres Planeten mit seinem Trabanten im Besondern. — Ist einmal die Möglichkeit .der angenomme- nen Axen-Veränderung der Erde anerkannt , welches wohl als der schwierigste Punkt in der Kröpen schen Theorie vorkommen möchte, so finden hierin viele Erscheinungen, wie die fossilen Tropen-Pflanzen und Thiere und die Verbrei- tung der nördlichen Gesteinblöcke, eine mehr genügende Erklärung als in andern darüber aufgestellten Hypothesen. — Das Verdienst dieses ausgezeichneten Werkes ist erkannt (siehe u. a. Zeitschrift für Mineralegie, Jahrg. 1827, I, S. 226 und Jahrbuch für Mineralogie, Jahrg. 1830, 8. 102).
Indessen, die Früchte, welche es zu tragen vermag, sind noch zur Reife zu bringen. — Betrachtet Kröpen diese Wissenschaft aus einem kosmischen Gesichtspunkte, — so
fassen Ändre mehr bestimmt das Materielle, das unmittel- baren Beobachtungen und Untersuchungen unterworfen bleibt, ins Auge.
Erız oe Braumont hat die Grundlagen, auf welche die Theorie der Gebirgs-Erhebungen gebaut war, erweitert, wo- durch die verschiedenen Erhebungs - Epochen mit denen der Bildung der älteren und jüngeren geschichteten Gebirgsar- ten in Verbindung gebracht werden. Die Beobachtungen hoch berühmter Vorgänger benutzend, hat er die Gebirgs- züge, mit Inbegriff ihrer nahen oder entfernten Parallelen,
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nach ihren verschiedenen Richtungen klassifizirt, und sie dem geologischen Zeitraume, dem sie angehören, zugewiesen,
Diese Darstellung der Gebirgszüge könnte die Idee an- regen, dass die Erdkugel in Zonen, welche unter gewissen Deklinations- und Inclinations - Winkeln von der Erdaxe abweichen, getheilt seyn müsste. Solch eine Erdstruktur ist nicht vorauszusetzen, und die beständige Gleichheit der Richtung von gleichartigen Erhebungen, wenn sie sich be- stätigt, muss auf andern Ursachen beruhen. Diese Theorie, welche zur Aufklärung der Struktur der Erdrinde viel bei- zutragen vermag, gibt Anregung zu fernern Untersuchungen. Durch diese, wie sich denken lässt, wird sie modifizirt wer- den, aber nicht untergehen. Die Theorie wird bleiben mit dem Namen, der sie in das Leben rief.
Nach der Theorie von Lyerr geht die Natur ununter- brochen in ihrem schaffenden Wirken fort, und alle Kräfte, welche den gegenwärtigen Zustand herbeiführten, bleiben nach ihm in geologischer Hinsicht in einer fortwährenden Thätigkeit. Dieses kündigt der Titel seiner lehrreichen Principles of Geology (drei Theile in 8°, London 1832—1833) an, da er dieselben qualifizirt als einen Versuch, die”frühe- ren Veränderungen der Erd-Oberfläche durch Ursachen, welche noch stets in Wirkung sind, zu erklären.
Sein Werk, reich an wichtigen und schätzbaren Beob- achtungen, trägt das Gepräge nicht allein einer rastlosen Thätigkeit, sondern auch eines eleganten Vortrages, verbun- den mit ungewöhnlichen: Scharfsinn und viel umfassender Gelehrsamkeit. — Man kann es als Moderator der 2 vorer- wähnten Theorie’'n betrachten, welchen es wahrscheinlich einiges Feld wird einräumen müssen. — Solchergestalt können sich die Differenzen ausgleichen, wobei für die Wissenschaft grosser Gewinn zu hoffen ist; — desto mehr, weil diese drei Sterne zu einer Zeit aufkommen, wo so viele Sterne erster Grösse am geologischen Himmel ihren Glanz verbrei- ten, von denen Zurechtweisungen zu erwarten sind, welche zum Ziele führen müssen : zur höchsten Wahrscheinlichkeit in
Rücksicht des Vergangenen und zur Wahrheit für die Gegen- wart. Sonach können wir erwartungsvoll der Zukunft ent- gegen sehen.
Obschon wir das Geschichtliche in geologischer Hinsicht vor der Hand als unreif ‘ansehen, so hindert dieses nicht, dass ein Versuch auf dieser Bahn seine gute ‘Seite haben kann, wäre es denn auch nur,. um zu beweisen, dass jetzt noch nicht die Zeit dazu gekommen ist und man dieses erst von der Zukunft hoffen darf.
Im Anfange seines Werkes spricht Dr. Hısserr die Meinung aus, dass das Schiefer - Grauwacken - Gebirge nicht mit einem einzigen Male, nach der Theorie des Herrn ELıe DE BEAumonT, sich aus dem Schoose der Erde erhoben hat, sondern bei verschiedenen Convulsionen, Darüber bin ich mit ihm einverstanden; aber hinsichtlich der Anzahl von sechs Katastrophen, welche er S. 6—S angibt, möchte ich bemer- ken, dass wir die Anzahl der Statt gehabten Erhebungs-
Convulsionen keineswegs so genau bestimmen können.
Wenn man im Ahrthale wandert, sieht man manchmal in Brücken oder am Wege Grauwacke - Platten, welche die Merkmale von sehr kleinen Wellenschlägen tragen, ähnlich den wellenförmigen Sandstein - Platten, welche man bei 6. ManTteLL, Zhe Geology of the south-east of England, London 1833, $S, 213— 214 sehr naturgetreu beschrieben findet. Wenn man erwägt, dass solche kleine Wellenformen nur in _ horizontaler Lage unter seichtem Wasser gebildet werden können, und.“wenn man hierbei die grotesken Formen be- trachtet, in welchen das Grauwacken-Schiefer-Gebirge, vor- züglich. in der Gegend von Altenaar, durcheinander gewor- fen und in verschiedenen Lagen gehoben ist, — so wird es klar, dass solche Umwälzungen nicht einer einzigen Bewe- gung zuzuschreiben sind. In diesen Gegenden findet man überall die Spuren, dass diese Schiefer-Formation vielen ge- waltigen Zerrüttungen unterworfen war, daher ein kon- stantes Streichen und Fallen hier selten vorkommt.
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Die Richtung der verschiedenen Thäler in dem Bezirke, welchen der Autor zu seiner Untersuchung erkoren ' hat, wird im 3ten Kapitel (8. 9) abgehandelt. — Für eine all- gemeine Übersicht kann es hinreichen, aber ohne eine ge- naue topographische Karte sind selehe Angaben wenig zu- verlässig. Nach der Karte des Autors und nach seiner ei- genen Bemerkung weichen einige bedeutende Theile, so- wohl des Netten- als des Brohl-Thales von der angegebenen Hauptrichtung ab, — Im Allgemeinen halten wir dafür, dass man es mit den Thal-Richtungen, vorzüglich bei Neben-Thä- lern, so sehr genau nicht nehmen kann, und dass viele Ab- wechslungen darin vorkommen, welche mit den angeblichen Richtungen nicht zusammentreffen, und also auch nicht die- nen können, um die Folgerungen, welche man aus denselben ableiten will, zu unterstützen, |
Der im 4ten Kapitel (8. 15) beschriebene Zustand im Anfange der tertiären Epoche des Rheinlandes beruht auf Hypothesen, deren man eine Menge, alle von gleicher Wahr- scheinlichkeit, machen kann. — Die Trennung des Nord- Europäischen Basins vom Öceun (vermittelst einer Kette von sekundären Gebirgen, welche verschwunden seyn muss), ist wahrscheinlich nur eine flüchtige Idee eines der ersten Geologen, so wie die Voraussetzung, dass die Ge- wässer vom Bassin zwischen Bingen und Basel zur Zeit, als das Taunus- und Aundsrücken- Gebirge noch aneinander geschlossen waren, in umgekehrter Richtung, das heisst, vom Norden nach Süden strömten.
Das jetzige Gefälle des Rheins, von Basel bis Bingen, wird nicht Viel von 510 Pariser Fuss abweichen. Wenn nun das Wasser, um diese Höhe über dem jetzigen Rhein erhoben, gegen das vereinte Taunus- und Zundsrücken-Gebirge anlehnte, so würde es mit dem jetzigen Wasserstande zu Ba- sel übereinkommen; — um wie viel höher müsste das Was- ser dann noch seyn, um seinen vorausgesetzten Abfluss in das schwarze Meer bewirken zu können! — Gewiss um “mehr noch als der Taunus über dieser Wasserhöhe hervor-
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ragen würde, — demnach müssten viele der Gebirge im Schwarzwalde um ein Bedeutendes in den Schoos der Erde zurückgewiesen werden, um sie erst. viel später, als ihre Erhebungs -Epoche nach der Theorie des Herrn Euır ve Beaumont bedingt, erscheinen zu lassen,
Man wird doch wohl nicht im Ernste behaupten wol- len (188), dass gleichzeitig mit der Erhebung der Alpen das Terrain bei Basel erst auf die jetzige Höhe gebracht ist, dass diese Erhöhung allmählich nach Bingen hin abge- nommen hat, und dass solchergestalt dem Rhein ein umge- kehrtes Flussbett vorbereitet wurde! Kann man solehe plu- tonische Wirkungen voraussetzen, ohne dieselben nach Will- kür zu modeln® ’
Das Einzige, was wir rücksichtlich dieses Bassins als geologisch gewiss annehmen können, ist: dass, nachdem die tertiären Bildungen vorüber und die letzten Diluvialfluthen gewichen waren, der Bruch zwischen dem Taunus und dem Hundsrücken noch nicht völlig zu Stande gekommen, und das Rheinthal zwischen Basel und Bingen einen Binnensee bildete; — dass unterhalb Bingen ein Wasserfall entstand, der stets an Höhe abnahm, je mehr die Grauwacken- Schiefer - Felsen seiner Gewalt unterlagen, womit der Bin- nen - See allmählich niedriger wurde, endlich verschwand und seine Niederungen dem Rheinstrom Preiss gab, Im neunten Jahrhundert war der Rhein bei Bingen noch nicht schiffbar und die Güter wurden von Asmanshausen bis Rü- desheim über Land von Schiff zu Schiff befördert.
Auf gleiche Art war der Neuwseder Kessel ein Binnen- See, der sich endlich bei Andernach Luft machte. Dem Vor- kommen nach ist die Öffnung zu Andernach einigermassen älter als das Binger Loch. Ein Basaltriff bei Unäel bildete
oberhalb dieses Ortes vielleicht auch einen kleinen Binnensee.
Laacher See.
Der Laacher See wird durch Dr. Hısserr als ein Kra- ter angesehen, und sein 5tes Kapitel von $. 21 bis S. 27
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ist der Begründung dieser Ansicht gewidmet. Manches eingeflochtene Geschichtlich - Geologische wird durch nichts verbürgt; es berührt Dinge, worüber die Ansichten der ‚geschätztesten Geologen noch sehr auseinanderlaufen. Wir können nicht anders urtheilen, als nach Demjenigen, was wir zu sehen und zu beobachten vermögen.
Die Vulkanität hat über den ganzen Erdboden einen allgemeinen Charakter, wonach eine Gegend als vulkanisch erkannt wird; aber jede vulkanische Gegend hat einen be- sonderen Charakter, der sie von anderen unterscheidet: Dieses muss als Leitfaden bei anzustellenden Untersuchun- gen und Beobachtungen zu Grunde gelegt werden. — In meiner Übersicht der Rheinischen und Eifeler erloschenen Vulkane (Bonn 1826) habe ich solehe unterscheidende Cha- rakterzüge S. 3 und 4, nach meiner Ansicht, angegeben. | Diesem gemäss ist der Laacher See, im Verhältniss zu der Vulkanität der Gegend, als einfacher Krater be- trachtet eine zu kolossale Erscheinung, Es kommt hier auf die Bedeutung des Worts an.
Im allgemeinen Sinne sind die Vulkane erhobene Berge aus vulkanischen Produkten zusammengesetzt, wovon der obere Theil aus konglomerirten Schlacken besteht, worin sich eine triehterförmige Vertiefung befindet, die den ei- gentlichen Feuerschlund oder Krater ausmacht. Dieser ist also von einem Schlacken-Kranz umgeben, der öfters durch einen ausgebrochenen Lavastrom zum Theil zerrissen oder zerstört vorkommt, und so den cratere equeule der Franzo- sen bildet. Wenn man also von einem Krater spricht, so wird der hier aufgestellte Begriff, der mit dem Zaucher See nichts gemein hat, in Anregung gebracht.
Findet man eine runde trichterförmige Vertiefung durch einen vulkanischen Ausbruch gebildet, die mit Wasser an- gefüllt ist, so nennt man diese ein Krater-Meer oder Maar (craterlac). Diese Benennung aber passt nicht auf den Laacher See. Es ist nicht allein die Grösse, die dagegen spricht, sondern auch die Form. Wo findet man die schroffen,
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beinahe senkrechten Wände der Uilmer- und Weinfelder Maare? — Die umringenden Grauwacken- Schiefer-Gebirge sind nicht allein unter flachen Abdachungen abgerundet, sie entfernen sich auch an vielen Stellen bedeutend vom Was- serspiegel und zwischen beiden kommen Ackerland und aus- gedehnte Wiesen vor, welche denn auch zum Krater mit- gerechnet werden müssen, wodurch dieser ungeheuer gross wird und noch mehr die runde Form verliert. Bei den Thomashüöhen allein muss ein Seitenausbruch des Krusler Ofens angenommen werden, der die Tiefen des See’s er- reichte, aber nicht aus seiner Tiefe hervorkam.
Dr. Hıssert vergleicht seinen Krater des Zaacher See’'s mit der Monte Somma am Vesuv. — Diese ragt nm 3500 Fuss über die Meeresfläche: der Zaacher See kaum S00 Fuss; sie ist trocken und umfasst zum Theil ihren Stellvertreter, den Vesuv: der Laacher See ist mit Wasser angefüllt; die Somma ist gänzlich aus vulkanischen Produkten, welche an der innern Seite schroffe, aufrechtstehende Wände bilden, zusammengestellt: der Zaacher See hat als Kranz grössten- theils Grauwacke- Schiefer- Gebirge mit flachen Böschungen, und an den Stellen, wo vulkanische Schlacken-Konglomerate oder Basalt hervortreten , zeigt es sich deutlich, dass sie ihrem Ursprung nach dem See nicht angehören. — Hiseerr’s Vergleichung hat also keine befriedigenden Gründe. Wenn der alte Krater der Somma grösser war als der, welchen der See bilden sollte, was zu bezweifeln ist, so kann man bei der erstern eine Kraftäusserung voraussetzen, welche sich im Revier der Rheinischen und Eifeler Vulkane, nach dem dortigen Vorkommen, nicht vermuthen lässt. Die Natur bleibt sich überall gleich. — Wenn man von dieser Wahr- : heit durchdrungen ist, wird man einsehen, dass es nicht nö- thig ist, nach ausserordentlichen Erklärungen zu greifen da, wo sie selbst die einfachen Ursachen ihres Wirkens für uns entfaltet.
Könnte der Zaacher See auch ein Explosions - Krater seyn? — Dr. Hısgert ist damit im Reinen und lässt S. 23,
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die Trümmer zum grössten Theile, wo nicht gänzlich in den grundlosen Schlund zurückfallen, und was nach Aussen geworfen wurde, durch die Fluthen wegspühlen. Bei solch einer gewaltigen Operation müssten doch wohl einige ab- gebrochene und zerrissene Schiefer-Wände zurückgeblieben seyn, und auch wohl hier oder da eine Spur von zerstreu- ten Schiefer-Blöcken; — beide sucht man vergebens. Von den „abrupt rocks of clay-slate“, welche der Autor will be- merkt haben, ist hier nichts zu finden: die wenigen schroffen Abhänge neben den Thomashöhen sind nicht dafür anzunehmen.
Ver—S-—23-is 8. 160 spricht der Verf., sehr im Ge- gensatz mit dem früher Aufgestellten, von the dechvity af the high slate rochs which form the bounding sides of the Craler. So ist es recht. Dasjenige, was dechvity hat, kann nicht von derselben Seite abrupt seyn. Dem, was in den Krater zurückfiel, kann man nicht nachtauchen. Eine Explosion von zwei und einer halben Stunde Weges im Umfange, oder nahe genug von drei Viertel-Stunden im Durchmesser, findet ihren Widerspruch in der Natur der Vulkanität der Ge- gend. In besserer Übereinstimmung damit würde. das Pulver- Maar (immer submarinisch) stehen, wenn man dieses dafür wollte gelten lassen. In diesem Falle müsste man um das- selbe Grauwacken-Sehiefer-Trümmer verbreitet finden, aber wenige oder gar keine vulkanische Auswürflinge, vorzüglich nicht an der O.-Seite. Hierbei ist indessen der Rümersber- ger Ausbruch zu beachten.
Ist der Laacher. See ein Erhebungs - Krater! — Auch hiermit ist Dr. Hısserr, obschon er dagegen S. 21 protestirte, im Klaren. Um die Spalten ausfindig zu machen, welche nach der Theorie des Herrn von Bucu (durch die Herrn Durr£noy und Erie pr BeAumont im zweiten Theile Ihrer Memoires pour servir d une description geologique de la France, Paris 1834, S. 223 u. f. gründlich auseinanderge- setzt) bei jeder Erhebung von Bedeutung vorkommen, — greift er erstens nach dem Theile des Brohlthals, welchen er von Wassenach bis an den Rhein abmarkt, und ferner
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nach andern ersonnenen Spalten, woraus basaltische Lava und Säulen vulkanischer Stoffe hervorgesprudelt seyn sollen, die nachher 5y common disintegrating and levelling agents unkenntlich geworden sind, Als eine andere Spalte wird, freilich etwas zweidentig, das Gleeser Thal angeführt. Wenn dasselbe als in der Nachbarschaft des Kraters vom Veztskopf befindlich angegeben wäre, statt unfern des Kraters vom Laacher See, dann wäre die Angabe getreu; denn es liegt jenes Thal dem Veitskopfe näher. |
Alle diese sogenannten Spalten sind weit entfernt, den- jenigen ähnlich zu seyn, welche durch Erhebungs - Kratere, nach der oben erwähnten Theorie, entstehen. Die ganze Neuwied-Rheinische- und Erfeler Vulkanität, so weit ich sie ‚kenne, bietet kein Beispiel von einem Erhebungs - Krater, und ich glaube nicht, dass Herr v. Buch dort suchen wird, um Belege zur Unterstützung seiner Theorie zu finden. Er- hebungen, die keine Erhebungs -Kratere sind, kommen hier in Menge vor, — aber auch Versenkungen.
Ist denn der Zaacher See ein Versenkungs-Krater!$ — Dieses bringt uns der Sache näher. Wenn hier der Aus- druck Krater keine andere Bedeutung hat, als eine grosse trichterförmige Vertiefung, so können wir uns dieser An- sieht anschliessen. In meiner Schrift über die erloschenen Vulkane sagte ich: Das Entstehen des Zaacher See’s ist gleichzeitig mit der Bildung des Thon- und Grauwacken- Schiefer-Gebirges, welches ihn umgürtet. — Der Thon- und Grauwacken-Schiefer wurde in horizontaler Lage gebildet. Die in Rede stehende Gebirgs - Bildung geschah zu der Epoche, worin der Thon- und Grauwacken - Schiefer durch plutonische Einwirkung, sehr nahe mit vulkanischer ver- wandt, aus dieser Lage gehoben wurde, Hiedurch entstan- den bedeutende Erhöhungen und damit auch Zerreissungs- und Zerberstungs- Thäler und andere Vertiefungen, wovon in diesen Gegenden der Zaacher See die beträchtlichste ist. Dass hiebei an dieser Stelle vulkanische Gasarten sich Luft gemacht haben können, — wer wollte solehes in Abrede
stellen — Aber diese können hier nie, nach meiner. An- sicht, zu den bildenden Potenzen erhoben werden.
Der trachytische Feldspath, wovon der Autor 8. 25 spricht, wird nur in Auswürflingen gefunden und nicht in solcher Menge, dass sich daraus für den Laacher See etwas folgern liesse. Der Ursprung‘ desselben, und auch des vulkanischen Tuffs, findet sich zur Genüge in den vier Vulkanen, welche den ZLaacher See umfassen. Ausgewor- fene Fragmente von Granit sind mir in diesem vulkanischen Reviere nicht vorgekommen; der ausgeworfene Glimmer- schiefer wird in der Gegend von Wehr gefunden. Was den trachytischen Feldspath, der nach der Meinung des Autors unter Wasser blieb, anbelangt, — so können wir diesem nicht nachforschen, eben so wenig, als den vermutheten Gän- gen von trachytischem Feldspath (presumed dykes of trachytie feldspar), welche in einem idealen Durchschnitte zu se-
hen sind.
Hiermit schliesst das erste Kapitel über den Laacher See (Chapter V). Es liegen zwei Ansichten desselben bei, beide getreu. Die erste, mit Talent aufgenommen, gibt ei- nen anschaulichen Begriff dieses See’s und seiner Umgebun- gen. — Die ältere Geschichte wird nun durch die anderen Theile des vorgenommenen Bezirks durchgeführt und der Laacher See erst im XXII. Kapitel S. 145 wieder zur Sprache gebracht. Wir wollen letzteren jetzt vornehmen, um bei demselben Gegenstande zu bleiben.
Der Laacher See hat eine Periode von Inactivität gehabt. (Er ist wohl nie aus derselben herausgetreten.) — Während die- ser vorgeblichen Periode, welche mit der tertiären Zeit zusam- 'ınentraf, wurde der ungeheure Krater mit Trümmern, Tra- chyte-dykes und mit vulkanischem Tuff angefüllt, über wel- chen sich plastischer Thon und Sand ablagerten. Zur Zeit als die Tertiär-Periode ihrem Ende nahte, wurden die vul- kanischen Kräfte wieder rege. Sie äusserten sich, 1) rings um den Rand des See’s, 2) in dem See selbst und 3) sie
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hielten an bis zum Schlusse des tertiären, oder bis zum An- fang ‚des gegenwärtigen Zeitraumes.
Die Ausbrüche um den Rand des See’s erklärt der Ver- fasser durch die Spalten, welche er angenommen, aber nicht gesehen hat.
Den ersten Ausbruch beschreibt er S. 148:
One slight eruption may be described as existing on the northerly margin of the lake, which is indicated by the many blochs of ‘a dark - coloured basalt, unscorified, or very little s0, conlaining crystals of augite, which we find halfcon- cealed by underwood or the deep volcanic sand of the lahe. These blocks will be found to he to the east of the very while and promine:t remains of the plastic clay deposit, which appear in a sort of palch upon the north side of the lahe.
Dieser plastische Thon kommt eigentlich auf der N.O.- Seite des See’s vor. Was östlich von demselben liegt, kann nicht auf der N.-Seite vorhanden seyn; darum ist es zwei- felhaft, welche Basalt- Blöcke vom Autor gemeint werden, Im S.O., nicht weit von diesem Thone, liegen einige Basalt- Blöcke, welche sich nicht allein durch ziemlich grosse Au- git-Krystalle, sondern auch durch grosse Glimmerblätter aus- zeichnen. Dem Ursprung dieser wenigen Blöcke kann, we- gen der Waldung, nur mit Mühe nachgesucht werden. — Etwas mehr entfernt stösst man auf einige Trümmer der Thomashöhen, wo dichter Basalt in grossen Felsmassen an- steht. Diese können nicht gemeint seyn. Auf der N.-Seite des Sees, ineiner ziemlichen Entfernung vom besagten Thone, findet man die Überbleibsel eines basaltischen Lava-Ausbru- ches vom Veeiskopf. Dieser Basalt ist porös und zum Theil zu Mühlenstein verwendbar.
Man sieht deutlich (S. 149); dass der Vertskopf dem Autor im Wege ist; — warum würde er sonst diesen so bedeutenden Vulkan verkleinern! Sein Krater (Vent) wird beinahe der Wirkung des ausspülenden Regens zugeschrie- ben; seine Lava-Ausströmungen heissen /wo slghl flows, wo- von doch der nach @lees zu sehr beträchtlich ist. Wie ist
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es möglich, dass der Veitskopf durch Tuff, aus dem Krater vom Laacher See ausgebrochen, erhöhet seyn sollte, da der Kraterkranz dieses Vulkans keinen Tuff, sondern nur al- lein vulkanische Schlacken aufweist? Dieser Vulkan ist dem Bausenberge in Grösse oder Umfang nahe genug gleich und übertrifft ihn sehr an Höhe. — Man verlangt indessen alle vul- kanische Produkte, welche den ZLaacher See umringen, dem- selben als Krater zuzuschreiben und schliesst die Augen für Alles, was diese Ansicht schwächen kann. Damit wird der aufgefasste Begriff der Natur, nicht die Natur selbst so wie sie ist, ins Auge gefasst.
Unter b sagt der Verfasser: On the southwesterly mar- gin of the Laacher See «a Üillle to Ihe north of the Ab- bey of Laach, is another eruption of basaltıc lava, resem- bling in character that of the Veitskopf. Und dieses nennt er an inconsiderable Eruption. Wenn der Verfasser darun- ter den Beller Rothenderg N.W. vom Laacher See versteht, so muss er durch ein sehr verkleinerndes Auge gesehen ha- ben. — Eben so wird der Tüllenberg übergangen und wahr- scheinlich (S. 150) Z/hree or four minor eruptiens of scora- ceous basalt (am Fusse desselben werden einige Basalt-Trüm- mer gesehen) an seiner Stelle erwähnt.
Unter the Eruplion on the easterly margin of the Craler of Laach, so wie dieselbe beschrieben ist, versteht der Ver- fasser zweifelsohne die Thomashöhen. Der Basalt steht hier mit dem Crufter-Ofen in Verbindung. Nähere ÜUntersu- chungen, durch Unbefangene angestellt, werden vielleicht diese Ansicht bestätigen. |
In einer zweiten Seetion (S. 150 bis 162) rei der Verfasser die späteren Ausbrüche des Zaacher-See-Kra- ters so ausführlich, als ob er denselben beigewohnt hätte. Unter dem S. 151 wiederholten idealen Durchschnitte liest man, dass der frühere Zustand dieses Kraters ihm offen- bart ist durch eine Art augenscheinlicher Gewissheit, welche ihn selbst seiner letzten geologischen Geschichte einverleibt (— this early siate of Ihe crater of Laach, as Ü is revealed
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to us by a species of evidence, which incorporates ılself with its latest geological history). Es lässt sich denken, dass der- jenige, der solche Offenbarungen hat, damit viele Bogen an- füllen kann.
Einen gedrängten Auszug der Beschreibung dieser Aus- brüche findet man in diesem Jahrbuche, Jahrg. 1834. S. 677.
Die dritte Sektion (8. 162) handelt von der verlängerten Dauer der letzten Ausbrüche des Laacher Kraters sammt den mehr allgemeinen Erscheinungen, welche er rings um sich darbietet.
Hier kommen wir näher zur Sache. Wir wollen zu- förderst den Autor selbst sprechen lassen.
„Es ist jetzt nöthig, zu bemerken,“ sagt Hıerserrt „dass die erneuerten Zuckungen des ZLaacher Kralers eher durch eine Folgereihe kleiner Ausbrüche aus kleinen Öffnungen, welche sich in verschiedenen Theilen des Kraters entwickel- ten, charakterisirt waren, als durch einen grossen Ausbruch aus dem ganzen Umfange der ausgedehnten Öffnung dieses Sees. Folglich würde das Phänomen einige Ähnliehkeit ha- ben mit theilweisen Auswürfen von erdigen Stoffen, von Schlamm und Bruchstücken verschiedener Felsarten, welche einige wenige Vulkane der jetzigen Zeit charakterisiren,“
„Zu gleicher Zeit scheint die Kraft, mit welcher der grösste Theil des Krater-Inhaltes aufbrach, so gewaltig ge- wesen zu seyn, dass dieser hoch in die Atmosphäre geschleu- dert und den Luftströmungen, welche sie über einige Meilen der den See umringenden Oberfläche zerstreuten, preisge- geben wurde.“
„Die verschiedenen Bruchstücke von Ur- oder ältern vulkanischen Felsen aus der Tiefe des Schlunds hervorge- schleudert, von Wolken des Süsswasser-Sandes und mit tuffartigen Theilen vermischtem Lehme begleitet, welehe wäh- rend dem Aufbruche des Inhalts vom Laacher-Becken aus- geworfen zu seyn scheinen, haben durch ihre Anhäufung rings um den Krater-See seinen ursprünglichen Umfang an einigen Stellen bedeutend verengert.
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| Wenn ich recht verstehe, so sind nach einer sehr lan- gen Pause erst einzelne kleine Ausbrüche entstanden, welche abwechselnd eine Zeitlang anhielten. Nachher ereignete sich der gewaltige Ausbruch, wodurch das See-Becken wiederum von Neuem ausgeleert wurde. Bei der Erneuerung der Thä- tigkeit des Vesuvs im Jahre 79 ist es umgekehrt zugegan- gen. Der Anfang war der verheerende Ausbruch, wodurch Pompeji und Zerculanum vergraben wurden. — Es ist übri- gens ausser unserm Bereiche, so tief in die Vergangenheit zurück zu schauen.
Die Aufgabe ist hier, aus Demjenigen, was sich unsern Beobachtungen darbietet, den Ursprung der vulkanischen Pro- dukte, womit das Neuwieder Thal überlagert ist, zu erklären,
Die Quantität vulkanischer Stoffe, welche der Verfasser aus dem ZLaacher See als einem Krater hervorkommen lässt, unter- stützt mit einer Zugabe von Rieden her, ist dazu hinreichend,
indessen sehen wir den Zaacher See mit einer Menge Vulkane umgeben, zum Theil in ihrem offenbar kenntlichen Wesen, wie mit dem Veitskopfe, den Kunksköpfen, dem Zoch- simmer, dem Forst oder Hochstein, dem Eitringer Bellen- berg mit dem Kottenheimer Büden, dem Nechenicher - Sattel, dem Pleiter Humrich, dem Carmelberg, — zum Theil durch WE und Versenkungen zerrüttet, wie der Cruf-
» Ofen der Tällenberg, der Beller Rothenberg, der Eicher nr der Nastberg, der Korreisberg, der Ba. die
Waner-Küpfe etc. Haben diese ihre natürlichen Wirkungen geäussert —
ja oder nein!
Als ein gewisses Zeichen ihrer Wirkung erkennen wir an vielen die deutlichsten Lavaausströmungen. Diese konn- ten nicht, so wie der Bimsstein, vulkanische Asche ete., durch Wasser- oder Luft-Ströme von ihrem Ursprunge ent- fernt werden. Die Schlünde, welche einmal Lava ergossen, haben auch andere vulkanische Produkte ausgeworfen. An- dere Vulkane zeigen keine Lava-Ausströmungen, sondern bloss ihre unverkennbaren Kratere ; wieder andere sind durch nach-
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folgende vulkanische Umwälzungen und Einsenkungen aus ihrer vorherigen Form geworfen; — aber aus den Über- bleibseln lassen sie sich restauriren, eben so gut, wie die altgriechischen Tempel aus ihren Ruinen,
Waren jene Vulkane mit dem Krater des Zaacher Sees, so wie Dr. Hıesrrr denselben und seine Wirkungen be- schreibt, zugleich thätig! und müssen die vulkanischen Pro- dukte der Gegend beider zugeschrieben werden! — Die Ursache, so verdoppelt, würde die Wirkung überbieten.
Der Geologe hat also Wahl zu bestimmen, zwischen Demjenigen, was anschaulich ist und sich klar und deutlich zeigt, und Demjenigen, was auf Vermuthungen beruhet und was er nur zur Begründung eines Haufwerkes von Hypo- thesen nöthig hat, welche man nach Belieben wechseln und auf diese oder jene Weise zusammenstellen kann,
Die erloschenen Vulkane stehen handgreiflich da. — Der Laacher See verhält sich ganz friedlich. Die an den- selben anstossenden Wiesen haben zum Theil eine Grund- lage von angehäuftem Muschelsande und von Süsswasser- Muscheln, und es verlohnte sich der Mühe zu untersu- chen, wie weit diese sich erstrecken. Man findet keine Spur eines gewaltigen Ausbruchs,. Nur allein am Fusse des Orufter-Ofens, an der Stelle, wo dieser sich in den See verliert, zeigt sich ein Ausbruch, der diesem Vulkan an- gehört. Sonst sind alle festen Umgebungen neptunischer Art.
Man schiesst nicht Schrot aus Vierundzwanzig - Pfün- dern und macht keinen Lütticher Mörser, um Handgranaten zu werfen. Sollte die Natur weniger konsequent als der Mensch seyn
Nein, — der Laacher See war nie ein feuerspeiender Krater. Versenkungen, durch plutonische oder vulkanische Potenzen verursacht, können an seiner Bildung Antheil ge- habt haben, und somit ist es zulässig, dass er bei den Ver- senkungs-Krateren in Erwähnung gebracht werde.
Da der Laacher See von drei Vulkanen (der vierte ist mehr entfernt) umgeben ist, welche sehr nahe seine Ufer
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berühren, so fragt sich: warum die Ausbrüche derselben nicht der Linie des geringsten Widerstandes folgten und sich nicht in den See Luft machten! Der Crufter-Ofen hat es zum Theil gethan; übrigens ist diese Frage nicht bestimmt zu lösen, denn wir wissen nicht, wie es in der Tiefe be- schaffen ist. Die Vulkane mit ihren Produkten sind einmal da, wir müssen uns in dieser Beziehung begnügen mit einer Hinweisung auf eine Thatsache, welche mit dieser unterirdi- schen Absonderung in Vergleich gebracht werden kann, und welche man S. 69 u. f, meiner Übersicht beschrieben findet. Die Vulkane dieser Gegend, in Vergleich mit andern, sind ausserordentlich niedrig. Die nächste Ursache davon muss in einer geringeren Kraftäusserung gelegen seyn, welche man einer höhern Lage des vulkanischen Heerdes zu- schreiben könnte. Denn je tiefer der Heerd liegt, desto Gewalt muss er ausüben, und desto mehr Material hat mehr er vor sich empor zu heben und davon seinen Ke- gel zu bilden, Bei dem ZLaacher See, als vulkanischer Krater betrachtet, müsste der Heerd einen viel _ tiefern Sitz gehabt haben, als die Vulkanität der Gegend dem- nach in Anspruch nimmt. — Warum hat diese denn keinen Vesuv gebildet, statt eines See’s, der in Nichts durch einen gewaltigen Ausbruch bezeichnet wird? — Wenn man an- nimmt, dass die noch thätigen Vulkane mit dem Feuerkerne der Erde durch Spalten und Klüfte in Verbindung stehen, dann kann man auch dabei annehmen, dass die erhärtete Erdkruste nicht überall die nämliche Dicke habe, und dass sie da, wo sich Vulkane befinden, bedeutend dünner seyn könne. Während der Thätigkeit der Rheinischen und Eifeler Vulkane müsste demnach die erhärtete Erdkruste in der Gegend noch sehr dünne gewesen seyn, und nach dieser Theorie wäre es als möglich zu stellen, dass die fortgesetzte Erhärtung die Gemeinschaft mit dem Erdfeuerkern abge- schnitten hätte, woraus dann die Erlöschung dieser Vulkane zu erklären wäre, Hätte nun der Zaacher-See-Krater einen tiefern Heerd
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als die ihn umringenden Vulkane gehabt, so müsste demnach seine Thätigkeit von längerer Dauer gewesen seyn, und in diesem Falle würden wir, statt eines See's, einen völlig aus-
gebildeten Vulkan haben. | Rieden.
Dr. Hıesert scheint sich S. 27 u, f. auf seine Areden- sche-Ausbeute viel zu Gute zu thun, und man muss gestehen: mit einigem Recht, vorzüglich wenn er diese Gegend noch in eben dem unwirthsamen Zustande fand, worin ich dieselbe verlassen habe. — Ich halte es indessen für höchst zweifel- haft, ob seine Ansichteu über ihre geologischen Verhältnisse mit ihrer wahren Beschaffenheit im Einklange sind. | |
Sein geologscal Map of the Basın of Rieden, 8. 28, ist weit entfernt von einer richtigen topographischen Auf- nahme mit Nivellirungen verbunden, welches ich in der vom Autor angeführten Stelle meiner Schrift als nöthig angab, um von dieser Gegend eine deutliche Vorstellung zu geben, und Aufgaben der Art können auch nicht ohne Mitwirken der Landes-Regierung gelöst werden. — Auch will ich dem Verf. verzeihen, dass er in der erwähnten Stelle: Man betrachte nur ete. mit: We can observe only ete., über- setzte, und was den Ausdruck despairing Sentiments anbe- langt, so möchte dieser schwerlich einer vernünftigen Aus- legung fähig seyn.
Der Geologe in seinen Untersuchungen ist der freieste Mann von der Welt. Was ihn im Augenblicke nicht anspricht, vorzüglich in reichhaltigen Gegenden, lässt er seinem Nach- folger, dem man doch auch einige Nachlese zumuthen kann.
Die Hısserr'sche Nachlese hat geliefert:
1) Eine kleine Karte, welche das Terrain nicht gibt so, wie es ist.
2) 8. 28, Sect. I. Einige Betrachtungen über die Spaltungs-Thäler der Gegend, worüber, ohne genaue Ver- messungen, nicht zu urtheilen ist.
3) Die Angabe von Kraterformen, welche ich auch ge-
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sehen habe. — Nur stellt der Autor darüber einige Hypo- thesen auf, welche denselben einen sehr grossan vulkanischen "Wirkungskreis anweisen, viel grösser als die Überbleibsel andeuten. | | ı | |
4) Einiges über den Trachyt dieses Reviers. Wir erlassen unserem Verf. gerne seine Hypothesen darüber ; hat man diese durehgemacht, so ist es eine wahre Erholung, wenn man S. 32—35 die Beschreibung von dreizehn Spe- cies von Trachyt liest und damit wieder in das Gebiet des - Wirklichen versetzt wird. |
5) Ebenso anziehend ist die Beschreibung der verschie- denen vom Verfasser im Aredener Becken vorgefundenen Tuff-Arten. Die Hypothesen über ihre Entstehungsweise, welche vorangehen, haben etwas mehr Wahrscheinlichkeit. Nur wollen wir bemerken, dass der vulkanische Schlamm (Moya), so wie er aus dem Vulkane hervorgestossen ist und an der Stelle bleibt, wo er sich niedergelegt hat, nicht so, wie der Autor die Tuff-Arten beschreibt, stratificirt seyn kann, Stratification entsteht durch Niederschlag aus Wasser. Ist die ausgestossene Moya im Wasser entbunden, und hat sie sich nachher in Sirata deponirt, so ist es keine Moya mehr. — Auch sind wir mit dem idealen Durehschnitte des Riedener Kraters nicht einverstanden; von so gewaltigen Ausbrüchen sind keine Spuren vorhanden.
6) Eine Beschreibung, S. 40, wie der Schlamm im Kessel (cauldron) gekocht, und wie er nachher über Berg und Thal sich ergossen hat, begleitet von einer Skizze, wor- über die Topographie erröthet und wovon der Autor den- noch verlangt, dass sie möge betrachtet werden als the ulti- mate deductions of a very laborious and ledious investigation. — Der Riedener Schlamm, nach seiner Angabe, hat das Becken von Laach und von Neuwied überströmt, über Berge her, wovon der Verfasser sagt, dass sie damals niedriger waren und später erst durch basaltische Ausbrüche erhöhet wor- den. Dergestalt wird diese Hypothese über geologische Ereignisse, wovon keine Spur zu finden ist, bis S, 50 durch-
geführt. Warum die Ursachen zu Rieden suchen, welche in der Nähe des überströmten Terrains, im Zochstein, im Hoch- simmer, im Ettringer Bellenberg und Kottenheimer Büden, in den den Zaacher See umringenden erloschenen Vulkanen zu finden sind® — Die Verschiedenheit der Tuff-Arten (in deren Beschreibung man dem Autor gerne folgt) deutet auch auf verschiedene Ursprünge, welche wirklich nachgewiesen wer- den können. — In meiner Schrift bemerkte ich, dass die Gegend von Rieden vorzugsweise den westlichen Wasser- fluthen ausgesetzt war. Dieses wird auch durch die Karte, welche dem Werke vorangeht, bestätigt: denn westlich er- blickt man keine Zufaceous Deposits. — Hıssrrr nalım da- von keine Notiz. Diese Fluthen passen’ nicht in seine Theo- rie. Auch hat er des jüngeren Sandsteins, der in sehr be- trächtlichen Massen, von vulkanischen Gebilden umgeben, ansteht, nicht im geringsten erwähnt (ausgenommen in der aus meiner Schrift übersetzten Stelle, da doch dessen Bil- dung zu den Perioden gehört, welche er geschichtlich ab- handelt, und die Sache geologisch bedeutungsvoll ist).
7) Einiges über die früheren basaltischen Ausbrüche, welche rings um das Riedener Becken statt hatten: — Wah- res und Hypothetisches durcheinander. Ungeachtet einer eigenen Weitschweifigkeit hat der Verfasser doch seinen Nachfolgern auch über Rieden eine reichliche Nachlese und ‚Vieles zu berichtigen überlassen.
Die pittoresken Ansichten: the Oamsione Quaries of the Günsehals, the valley of Rieden from the West, idem from the South East verrathen das nämliche leichte und schöne
Talent, das wir bei der Ansicht vom ZLaacher See schon an- erkannt haben.
In Kap. 7, S. 57 u. £. beschreibt der Verfasser zwei Kratere, wo ich gewöhnliche Gebirgsvertiefungen zu sehen glaubte, nämlich einen Krater von Fusel und einen von Wehr. Ex begleitet die Beschreibungen mit seinen Hypo- thesen, wobei die kochenden Schlammkessel nicht fehlen.
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Aus der Beschreibung selbst erhellet, dass alle Merkmale dieser angenommenen Kratere, wenn sie je bestanden haben, verschwunden sind. Überhaupt hat der Verfasser die Kra- tere meist in den Niederungen gesucht, während ich sie da suchte, wo sie durch erhobene Kegel, verschlackte Kränze, oder andere positive Merkmale von Ausbrüchen bezeichnet werden. So habe ich in der Gegend von Fusel, den En- gelskopf in Verbindung mit dem Schorkopf für den Vulkan gehalten, welchem hauptsächlich die vulkanischen Produkte derselben zuzuschreiben wären. Bei Wehr fand ich den merkwürdigen Mangeleibchenskopf, den ich als Beherrscher der dortigen Vulkanität angesehen habe. Untergeordnete Punkte trifft man vielleicht im Züttenberg und Gellenberg, und eine Mitwirkung im Beller Rothenberg.
Im S Kapi., S. 68 werden einige basaltische und trachy- tische Erhebungen Volcanos genannt; auch kommen sie un- ter der Benennung Eruptions vor: eine wahre Sprachver- wirrung. | Den Krater zu Boos hat der Verfasser S. 74 sehr ver- grössert.
| In so ferne die Ablagerungen des plastischen Thons aufge-
deckt sind, hat man dieselben überhaupt sehr unregelmässig gefunden, und selbst bei sehr kleinen abgeschiedenen Anhäu- fungen oder Bänken. Dieses hält den Autor nicht ab ($. 80, 151), den hypothetisch mit Trümmern, Trahyt-Gängen, Tuff- und Sand angefüllten enormen Krater des Zaacher See's, in letzter Instanz durch eine sehr regelmässige Ablagerung von plastischem Thon zu decken, welche er selbst über den ganzen Neuwieder Kessel ausdehnt.
Nachher zürnte der alte Krater über diese fremden Gäste, — warf sie heraus, weit und breit, so dass keine Spur von ihnen überblieb, — und gab sich, abgemattet, den Wasser-Fluthen preis.
Ist es zulässig, beim Vorfinden einiger isolirten Anhäu- fungen eines Gebildes, diese als die Überbleibsel von einem
ehemaligen Ganzen anzunehmen, wenn keine Beweise einer Trennung von diesem Ganzen, noch die geringste Spur von dessen ehemaliger Existenz vorgefunden werden? — Ver- langt man im Neuwieder Kessel einen Beweis einer kleinen abgesonderten Anhäufung von plastischem Thone, so betrachte man den, der in der Zohl bei Obermennich zu Tage kommt. Obschon nur wenig aufgedeckt, kann man aus den Umge- bungen schliessen, dass hier keine beträchtliche Ablagerung
zu vermuthen ist.
S. 96 wird das Roddermaar vulkanisirt und soll gas- förmige Flüssigkeiten ausgestossen haben. STEININGER sah hier gar nichts, was an Vulkanität erinnert; er sah die Sache so, wie sie sich wirklich verhält. Das Rodder Maar ist eine an sich geringe Vertiefung in einem Grauwacke-Schiefer- Rücken. Merkwürdig genug ist es, dass dieselbe ein Was- serbecken bildet, da nicht weit davon ein Bach in einem bei 200 Fuss tiefen Thale strömt, welches diesen Gebirgs- rücken vom Olbrücher Hügel trennt.
Der Kraterkranz des Bausenbergs ist oberhalb eines Lavastromes gebrochen (Egueule, echanere), Warum sucht man denn noch als Ursprung dieses Stromes nach einem ausserhalb des Kraters gelegenen Punkte: Man sehe meine Schrift S. 14. — Warum ist die Lava nicht in die Seiten- Thäler geströmt® Das eine oder andere wäre der natür- liche Weg, nicht der Gebirgsrücken, worauf er sich befindet, wenn diese Thäler bei seiner Ausströmung schon gebildet waren. Sie sind also von einer spätern Entstehung als der Lava-Erguss, der durch spätere Ereignisse sehr zerstückelt ist.
Wer die Hısserr'sche Beschreibung des Herchenbergs 8. 98 liest und diese mit derjenigen, welche $. 32 meiner Schrift vorkommt, vergleicht, muss über die Verschiedenheit der Auffassung des nämlichen Gegenstandes erstaunen. Am ganzen Herehenberg ist nichts von einem Krater zu sehen, es sey denn, dass man einen verlassenen Steinbruch dafür halten will. — Ich habe die stratificirten vulkanischen Pro-
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dukte, welche die obere abgerandete Kuppe dieses Berges bilden, als demselben fremd, und durch Wasserfluthen ab- gelagert, angesehen. Sollten sie aus dem Berge selbst her- vorgequollen seyn, dann müssen sie in einem schon konglo- merirten, halbverhärteten Zustande unter einem gewaltigen Wasserdrucke, emporgehoben seyn, wobei sie ihren eigenen Krater überdeckten und vergruben. Die abgerundete Form, welche sie über demselben annahmen, kann durch den Was- serdruck erklärt werden: aber woher die. sehr deutliche Stratification! — |
Der Steinberg, S. 99 erwähnt, ist ein gehobener Basalt- kegel, bei welchem keine Spur eines Lavastroms zu finden ist.
Der Autor sagt S. 105: „Es ist kaum nöthig zu bemerken, dass überall, wo grosse Volumina elastischer Gasarten sich durch Vulkane entluden, grössere oder kleinere regelmässige Kratere gefunden werden, deren Wände gänzlich oder zum Theil aus den lockern Stoffen zusammengesetzt sind, welche ich beschrieben habe.“
„Aber bei anderen Ausbrüchen, welche öfters Schlacken- Hügel oder Schlacken-Kegel genannt werden, ist durchaus kein regelmässiger Krater zu bezeichnen. Es ist unterdes- sen gewiss, dass eben aus diesem Gebilde elastische Flüs- sigkeiten sich frei gemacht haben etc.“
Wenn man im Rheinischen vulkanischen Gebiete und in der Zifel jeden Schlacken-Kegel untersuchen wollte, so würde dieses einen Zeitaufwand erfordern, wozu wenige Geologen sich hingeben möchten. Man begnügt sich gewöhnlich mit einigen. Die Schlacken-Kegel, welche ich während meiner Wanderungen besuchte, liessen sich zu vollkommen kleinen Vul- kanen mit Kratern restauriren, da ich gewöhnlich an der Stelle der fehlenden Theile Spuren von Versenkungen fand. Indessen untersuchte ich nicht alle, und so bin ich nicht: im Stande, in Abrede zu stellen, dass in der Reihe der erloschenen Vul- kane, welche der Autor untersuchte, solche Schlacken-Kegel vorgefunden werden hönnen, welche zur Zeit der vulkanischen
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Aktivität nach ihrer Erhebung bloss elastische Flüssigkeiten aushauchten; doch halte ich sie für höchst selten und bin fast der Meinung, dass diejenigen, welche man beim ersten Anblick als auf sich selbst stehend betrachtet, das ist in der Gestalt aus der Erde gehoben, in welcher sie gesehen wer- den, sich bei näherer Untersuchung zu einem Theile eines wesentlichen Kraters zurückführen lassen. — Mir sind nur zwei Beispiele einer Schlacken - Erhebung ohne Merkmale einer Explosion vorgekommen, namentlich im Szegberg und im Wolsberg, nördlich vom Siebengebirge. Diese ‚Berge be- stehen aus trachytischen Schlacken und Tuffarten. Vermit- telst der lockeren Anhäufungen und der Porosität dieser Gebilde sind, zugleich mit ihrem Emporkommen, wahrschein- lich elastische Flüssigkeiten ausgeströmt. _ Der Wolsberg wurde später von einem mächtigen Basaltpfeiler durchbohrt.
Der Three - peaked Hill west of the Abbey of Laach, dessen der Autor 8. 108 erwähnt, kann nichts anders seyn, als der Beller Rothenberg, den ich (8. S meiner Schrift) für
ein Überbleibsel halte vun einem zum Theile versunkenen
Vulkane.
Wer die Abschnitte the Eruption of Eilringen (S. 113) und fhe Lava Field of Kottenheim and Mayen (8. 114) mit Aufmerksamkeit liest, dem wird die Bemerkung nicht ent- gehen, dass es den Schein hat, als ob es Dr. Hısserr mehr darum zu thun wäre, die Beobachtungen und Meinungen seiner Vorgänger zu schwächen, als der Wahrheit auf die Spur zu kommen, weil er nichts Genügendes an die Stelle desje- nigen liefert, was er verwirft, und über seine aufgestellten Vermuthungen selbst im Zweifel bleibt, also gar nichts auf- klärt. Jeder, der Gelegenheit findet, seine Beschreibang mit dem Terrain zu vergleichen, wird nicht leicht seine isolirten Schlackenkegel, welche durch kleine unabhängige Öffnungen gasartige Flüssigkeiten, vulkanische Asche, La- pilli und Schlackenblöcke ausstiessen, in Schutz nehmen, sondern sich vom Zusammenhange der dortigen Schlacken-
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Wände und Kegel überzeugen. Die Formen fallen an Ort und Stelle zu deutlich ins Auge, und es ist unnöthig, die- ses auf graphische Art zu versinnlichen. Das einzige, was ich bei näherer Ansicht meiner Beschreibung (8. 41) zu änderen habe, könnte seyn, dass ich die Himmelsstriche ge- nauer hätte angeben können. Westlicher und östlicher Theil wird wohl nordwestlicher und südöstlicher Theil werden müssen, und so auch statt von N. nach $. von N.O,. nach S.W. der wahren Erstreckung näher kommen.
Mit dem Mayener Lavastrom, wird es sich wohl so ver- halten, als andere und ich angegegeben haben. — Alles deu- tet hier auf einen ursprünglichen Kraterkranz, der sich in N.O., aber hauptsächlich S.W., geöffnet hat, um einem ge- waltigen Lavastrom den Weg zu bahnen, Geübte Geogno- sten werden diese Ansicht nicht missbilligen.
Wenn einmal die Rheinische und Esfeler Vulkanität ge- nauer untersucht wird seyn, als bisher geschehen ist, muss, meines Erachtens die Überzeugung, dass sie von einem sehr hohen geologischen Alter ist, mehr Feld gewinnen. — Man findet Lavaströme durch Thalbildung zerrissen, andere, welche die Thäler würden bedeckt haben, welche neben ihnen in gleicher Richtung fortlaufen, wenn diese bei ihrer Ausströ- mung schon vorhanden gewesen wären. Auch beurkunden viele Lavaströme bedeutende Bewegungen und Zuckungen, welche lange nach ihrer Erstarrung eingetreten seyn müssen. Hierdurch lässt es sich erklären, warum einige Lava-Ströme, nicht mehr in genauer Verbindung stehen mit den Krateren, welchen sie angehören. Alle Lava-Ströme sind bei ihrem Ursprunge weniger mächtig, weil dort nothwendig beim Aus- strömen die meiste Geschwindigkeit Statt findet. Spätere Katastrophen, wenigstens so lässt es sich ansehen, sind ein- getreten, vor welchen diese schwächeren Theile weichen mussten. Diese Hypothese wird bei vielen alten Vulkanen wohl den Vorzug haben vor derjenigen, durch welche man nach einem tiefer liegenden Schlunde unterhalb des Kraters sucht, weil ein Band gelöst ist, dessen vormaliges Bestehen
man nicht‘ vorauszusetzen vermag. Indessen gibt es Bei- spiele genug von wirklich tieferliegenden Schlünden, unter andern in den Zifeler erloschenen Vulkanen bei Gerolstein (man sehe meine Schrift $. 13). Bei jedem kommt es auf das lokale Verhalten an. Das Bestreben, dieses wohl aufzu- fassen, sollte billig immer voranstehen, nicht die auf blosse Hy- pothesen gegründeten Theorie'n, welche man erst dann wagen darf, wenn die anzustellenden Untersuchungen erschöpft sind,
Was den Ursprung der Niedermendiger Lava (116 u. f.) anbelangt, so wünschte ich überzeugende Gründe zu finden, um meine Ansicht (8. 8. m. 8.) aufzugeben. Ein Schiefer- Hügel, von welchem dennoch der Strom nach dynamischen Gesetzen eine ganz andere Richtung hätte nehmen müssen x ist dazu nicht geeignet; — auch nicht der Ursprung de dergfntn Spalte S. 119 zu finden, der ausserdem dieses Unnatürliche hat, dass zwei höchst verschiedene Lava-Arten vom nämlichen Ursprung hergeleitet werden. Da nun die Spalte gerade in der Mitte, oder zwischen beiden Lava-Arten angenommen wird, so müsste dieselbe zur Rechten die eine, und zur Linken die andere Art ausgestossen haben.
Die Beschreibung der Niedermendiger-Lava von S. 121 bis S. 125, in so fern ich sie zu beurtheilen vermag, ist einige Kleinigkeiten abgerechnet, naturgetreu. Diese aber passt nur allein auf die Niedermendiger-Lava, und in kei- nem Theile auf das Basalt-Riff, welches in gebogener Form von Öbermendig nach Thür sich ausdehnt, und das unser Verf. ' doch als zu dem nämlichen Strome gehörig betrachtete, — Hätte Hısserr dieses Riff untersucht, so wäre er zweifels- ohne von vielen Irrthümern zurückgekommen. Wenn beide Theile identisch seyn sollen, wie muss man es dann erklären, dass es ihm nicht aufgegefallen ist, dass in diesem Riff keine Mühlensteine gebrochen werden. Diese wären da viel leich- ter zu gewinnen.
Weil die Umgebungen des Laacher See's der Haupt-
sitz der Haüyne zu seyn scheint, so bestärkt das häufige
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Vorkommen derselben in der Needermendiger Lava die Ver- muthung, dass der Ursprung dieser in der Nähe des See's zu suchen ist. Im Thär-Obermendiger Basalt-Riff wird man vergebens nach Haüyne suchen.
Da die gehörige Untersuchung des Crufter-Ofens, des Nickenicher Rothenbergs, des Eichersattels mit ihren Dependen- tien, wegen ihrer Verwickelung vielleicht mehr Zeit erfor- dern würde, als der Verfasser auf seine ganze Exkursion verwendet hat, so wird man mir wohl zu gut halten, dass ich die beiden (vermeinten) Zurechtweisungen meiner Schrift, welche S. 126 vorkommen, wobei er noch einen bedeuten- den Lava-Strom übersah, nicht beantworte.
Alles muss unbedeutend werden, so auch (8, 128) dan Fornicher-Basalt (der Alkenhofer gehört wahrscheinlich zu dem nämlichen Strome); Alles, was einmal ausgebildeter Vul- kan war, wird zu einem Schlacken-Hügel, der blos einige elastische Dünste ausstiess, reducirt, — um dem ZLaacher See in der Vulkanität eine Rolle aufzubürden, die er selbst von sich abweiset.
Das 20. Kap. von S. 129 bis S. 144 erscheint mir der interessanteste Theil des ganzen Werkes. Wenn man einige Hypothesen, welche durch nichts verbürgt werden und auch wenig zur Sache thun, absondert, so findet man mehrere Beobachtungen und Ansichten, welche das GenzigR des Naturgetreuen tragen.
Untergeordnet bleibt die Frage, ob das Zummerfeld == Äussere eines zugeschlämmten Kraters trage, und ob davon sich Spuren zeigen. Diese, wenn sie gefunden würden, wä- ren eine schöne Bestätigung der Hisserr’schen Ansicht über die Trass-Bildung im Brohlthal. — Auch scheint mir der Basaltstrom von den Kunhsköpfen nach ‚Glees zweifelhaft. Wenn ich mich des Terrains genau erinnere, so müsste die- ser Strom zum Theil bergangegangen seyn. Wahrscheinlich
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hat man dem Ausgehenden eines Lava-Stromes aus dem Veits- kopfe diesen Ursprung gegeben.
"Übrigens hat der Autor in diesem Kap. so viel Eige- nes geliefert, dass er die Quellen von einigen aus fremden Werken entlehnten Stellen, welche beinahe wörtlich übersetzt sind, wohl hätte angeben können.
Es würde zu weit führen, wenn ich alle Punkte berüh- ren wollte, wo Dr. Hıssert anders sah, als ich. Er ver- säumte beinahe keine Gelegenheit, um diese Meinungs-Ver- schiedenheit bemerkbar zu machen. Warum hat er es nicht. auch da gethan, wo er vom Bimsstein handelt! Hier hatte er wenigstens eine triftigere Veranlassung, meiner Ansicht zu begegnen, da sie von der seinigen zu sehr abweicht.
S. 172 Sekt. II handelt „über den Anfang der Bims- stein-Ausbrüche aus den Aumrichen etc., der EIRERBANE ist mit dem Schluss der tertiären Epoche.“
Die Ansicht, dass keine basaltischen Ausbrüche mehr Statt fanden, als die tertiäre Periode ihrem Ende nahete, und dass hiermit die Bimsstein- Ausbrüche einen Anfang nahmen, scheint durch das Vorkommen des Bimssteins be- gründet; aber diese Ausbrüche überschritten nicht den Rück- zug der Diluvial-Überschwemmung.
Warum der Bimsstein aus Spalten .in den AHumrichs- Vulkanen, und nicht aus den Hauptkrateren derselben gewor- fen seyn muss, begreife ich nicht. Wäre nur eine einzige Spur solch einer Spalte nachzuweisen! — Aus diesen ver- meinten Spalten haben nur dann und wann, aber während eines langen Zeitraumes, kleine Bimsstein - Ausbrüche Statt gehabt. Die Form der Bimssteine deutet nach Hisgerr auf solch einen Ursprung. — Sind denn auch die Geschiebe im Rhein durch ‚abrundende Siebe gedrängt — Jede Steinart bricht nach ihrem Gefüge und nach ihrer Textur und verliert ihre scharfe Kanten durch Reibung. Hat der zarte Bimsstein seine Ecken und Kanten behalten, so ist er keinen Reibungen ausgesetzt gewesen.
Vox Buch (Taschenbuch, Jahrg. 1821, S. 436) sagt mit
Jahrgang 1836. 11
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wenigen Worten, aber bedeutungsvoll: — „zwischen Ooblenz und Andernach, wo die Lavenströme durch angeschwemmte Bimsstein-Schichten verdeckt sind ete.“ Dieses charakterisirt das Vorkommen des Bimssteins am Rhein. Kein Atom Bims- stein gibt es im ganzen Reviere, das nicht durch Wasser niedergeschlagen wäre. Die Ablagerung könnte nicht allge- meiner und auch nicht regelmässiger seyn. Woraus wird denn abgeleitet, dass der Binisstein nur in kleinen Mengen ausgebrochen sey® Viel eher lässt sich aus solchen Abla- gerungen auf etliche wenige aber kräftige Ausbrüche schlies- sen. Die Verbreitung der Bimsstein-Lager deutet auf den . Hochsimmer, den Forst, den Eiiringer Bellenberg mit den Koltenheimer Büden als ursprünglichen Sitz der Bimsstein- Eruptionen. Übrigens sehe man meine Schrift S. 45, ver- bessere aber zuvor die eingeschlichenen Druckfehler. |
Die zwei Kapitel 24 und 25 von $. 174 bis 8. 205 be- währen, meines Erachtens, meine im Anfang ausgesprochene Ansicht, dass die Zeit noch nieht reif ist, um Geschichten der geolögischen Bildungen aufzustellen, sondern, dass es mehr Noth thut, dazu Materialien zu sammeln, welche auf richtige Beobachtungen gegründet seyn müssen. Die Natur ist regelmässig in ihren Erscheinungen: wer sie beschreiben will, sollte ihrem Beispiel folgen.
Nachdem der Verfasser das Vorkommen und die Ab- lagerung des Bimssteins vorgetragen hat, folgen: The va- rious earlhy or mineral Deposils, which subsisled at the close of the lertiars epoch, worunter the deposet of Traverline, Gerölle or gravel eic., — Loam mixed wilh volcanıc “matter, the volcanie Sand deposile in the Lake of Neuwied. Nach- her wird das Abschliessen der tertiären Epoche durch die Diluvial-Fluth (welcher ein untergeordneter fast lokaler Ur- sprung gegeben wird) verhandelt; später kommt erst (8. 185) der Löss zur Sprache. Will man Geschichte schreiben, so lässt man nicht die Französische Revolution vorangehen, um nachher auf die Reformation zurückzukommen. Der
Autor beabsichtigte die Geschichte der geologischen Gebilde
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und Umgebungen von Neuwied: er musste sich folglich an die Ordnung des dortigen Vorkommens halten, — Nun sind die Bimsstein-Ablagerungen jünger, als diejenigen des Lös- ses, und beide jünger als der Travertin, während der vul- kanische Sand, Asche, Lapilli in allen Perioden erzeugt seyn können, Dieses macht den Vortrag verworren; — man hat Mühe, sich durchzuwinden. Obschon der Verfas- ser nachher mit Wiederholungen (welche er sehr liebt) S. 207—212 ete, auf den Bimsstein zurückkommt, so wird hier die Ordnung nicht hergestellt, vielweniger der Ursprung und die Verbreitung des Bimssteins genügend erklärt. Die Winde und Luftzüge lässt er hier eine Rolle spielen, wo- gegen ihre Natur am besten spricht; denn sie sind verän- derlich und halten nieht den nämlichen Strich, wie die Bimsstein - Ablagerungen.
Dass alle vorweltlichen Cuvier’schen Thiere im Neuwie- der Kessel leben mussten, lässt sich denken.
S. 175 finden wir: by this lime, also, Ihe greater part ‘of the plastic clay and sand of the basın of Neuwied had been removed, and had undergone a distant transportation.
Wer die Wirkung des Wassers nur einigermaasen beob- achtet hat, weiss, dass dieses Element, wenn dasselbe in Bewegung ist, in allen "Thonarten den grössten Widerstand findet. Die letzten Rhein-Rectifikationen haben dazu noch neue Belege geliefert. Viel eher gleitet das Wasser über den Thon her, als dass es denselben angreift. Daher wird im Wasserbau häufig der Thon angewendet, um dem Durchdringen des Wassers Einhalt zu thun. Wenn plasti- scher Thon den Neuwseder Kessel einst bedeckte und der- selbe wirklich weggeschwemmt wurde, so muss solches durch eine Stromkraft geschehen seyn, die sich unter kei- nen geologischen Umständen im Neuwieder Kessel denken lässt. Hier hat das Wasser 'nur deponirt, nicht wegge- nommen,
Demjenigen, der die Natur auf solch eine Weise auf- fasst, ist leicht zu verzeihen, dass er die ausgesprochenen
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Meinungen Anderer in einer davon abweichenden Zusam- menstellung und in einem verkehrten Lichte vorträgt. Von solch einer Kombination gibt S. 193 ein Beispiel, wo der. Autor sagt:
M. De Wyck, in eerin to estimale the force of Ihe dilwial eurrent of the Lower Rheinland, has referred the rounding of some of the hills of Ihe Basin of Neuwied to the last extraordinary flood, which he conceives lo have surmoun- ted Ihe highest volcanic summils, and to have swept over the basin of Neuwied in a direchon of west to east. Hence the weslerly rounding of the Plaidter Humrichs, the Veitlskopf, the Kotienheimer Büden and other hills. He adds that the Correlzberg (by wich, I suspect, he means Ihe Krufter Hum- rich of oiher wrüers) ?s lowards the northwest lorn asunder and fallen in; floods of water having carried most of it away, so as even lo render üs volcanıce form doubtful; — and that around Ihe foot of this hill lava blocks lie wildly disper- sed, none of Ihem being in ihe place where their consolidation first took place. |
J am by no means convinced of the accuracy of these ob- servalions. Älthough many volcanic hills must have doubiless undergone some alteration in their form from deluvial currents, it is by no means to the extent ascribed; nor is ıE accuralely slated that the direclion of Ihe torrent was from west te east, or ihat all Ihe volcanic hills shew that in this direction they had yielded to the force of Ihe dıluvium. If, for instance, Ihe flood has produced any remarhkable effect upon such an exrpcsed volcanic hill as Ihe Hochsimmer, which ıs doubtful, it ıs nol shewn on üs westerly but on ıls southerly flank; and/in the cuse of Ihe Weinberg of Nickenich, Ihe breach of the volcanic hill is not on Ihe west, but un the north-east. Great, therefore, as must have been the force of the diluvial torrent, such slalemenis as lhese are evidently incorrect.
Wenn ich meine Übersicht von Anfange bis zum Ende durchgehe, finde ich nirdendswo, dass ich versucht habe, die Kraft der Diluvial - Strömung abzuschätzen. Man ver-
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gleiche die Hısserr sche Anführung mit den Stellen meiner ‚Schrift S. 1S—21, woraus sie genommen zu seyn scheint. — Muss man nicht schliessen, dass, wenn er diese Anführung aus seinem Gedächtnisse gemacht hat, dieses ihm sehr un- treu war, und dass sein Genius mir Dinge unterschiebt, welche mir nicht, vorzüglich nicht in dem gegebenen Ge- wande angehören? — 8. 18 — 21 ist mehr die Rede von. den Merkmalen der vormaligen hohen Wasserstände als von der Stromkraft und Richtung. Die Richtung wird erst 8. 40 vorgenommen. Von dem Correisberge wird 8. 51 ge- sprochen, unter der Kategorie der Einstürzungen. Wo- her denn: Ze adds etc., als ob es in einem Zuge fort- ginge® — Undeutlich wird auch sehr willkürlich mit doubf- ful übersetzt. Nach Hissert war meine Darstellung ein- seitig, da ich die Sache, zwar gedrängt, aber doch von mehr als einer Seite betrachtete.
Der Autor widerlegt in seinem Eifer Sachen, die mei- nem Werke fremd sind. Dass Vertiefungen, welche durch Ausbrüche entstanden, wie am Hochsimmer und am Wein- berg of Nickenich, nicht den Wasserströmen zuzuschreiben sind, ist einleuchtend,
Die Belege, welche ich für die Strömung der Wasser- fluthen von Westen, S. 40 — 46 zusammengetragen habe, hat der Verfasser nicht gehörig untersucht, und die wich- tigsten in der Eifel vorkommenden nicht untersuchen kön- nen, denn diese gehören nicht zu dem von ihm gewählten Bezirke.
Es scheint, dass Dr. Hısserr die Ablagerungen des Lösses zu der nämlichen Periode rechnet, in welcher. die Ablagerungen des Bimssteins vorgingen.
Dass beim Beschlusse der Löss- Ablagerungen die der Bimssteine ihren Anfang nahmen, wird bestätigt durch das Alterniren dünner Lagen von beiden, da wo die Haupt-Ab- lagerungen des Lösses aufhören. — Dennoch kann zwischen den ersten Ablagerungen des Lösses und der letzten des
= —
Bimssteins ein sehr grosser Zeitraum liegen, der noch viele andere Naturereignisse in sich verborgen hält.
Der Löss kann sehr wohl unter Wasserströmungen aus dem Süden gebildet seyn, während bei den Haupt - Bims- stein-Ausbrüchen andere Strömungen Statt fanden.
Wenn man erwägt, dass in der grossen tertiären Pe-
riode mehr als eine organische Welt untergegangen ist, so
‚bleibt Raum übrig, einige in sich verschiedene Bildungs-
Zeit- Abschnitte zu ordnen. Dieses könnte vielleicht das Resultat werden einer zu wünschenden näheren Entwick- Jung der Kröpen’schen Theorie. Die Wasser - Bedeckungen werden darin wahrscheinlich die meist befriedigenden Er- klärungen und Erläuterungen finden, Indessen ganz ins Reine kommt man schwerlich damit. Hier offenbart die Ver- gangenheit sich nur durch Zeugen, die nicht sprechen und zum rechten Verständnisse mehr als gewöhnlichen Scharf- sinn erfordern,
Die Art, auf welche Dr. Hısserr S. 204 und 205 die Rheinenge bei Andernach durch Löss abdämmt, streitet ge- gen alle Erfahrungen, welche bis jetzt über den Lauf des Wassers gemacht sind. Man kann sich das Wasser nicht anders als stark von Löss getrübt vorstellen, wobei die Flüssigkeit des Wassers jedoch in seiner Integrität bleibt. Ist solehes Wasser in einer strömenden Bewegung, so de- ponirt es überall, wo der Strom abnimmt, also in allen Er- weiterungen der Strombahn. Überall, wo diese enger wird, da vermehrt sich die Schnelligkeit des Stromes, was allen Niederschlag hemmt. Wenn der Andrang gross wird, kann diese Vermehrung eher zur Erweiterung des Engpasses mit- wirken. Löss ist nicht das Material, welches im Stande wäre, eine Andernacher Enge zu verschliessen. — Das ein- zige Denkbare hierzu würde seyn, dass der Neuwsveder Kessel mit einer starken Eisdecke belegt ‚"&berfiegt und diese beim Aufbrechen so viele grosse Eisschollen vor und in dem Engpasse anhäufte, dass dadurch eine Eis-Abdammung zu Stande kam, welche mit dem Aufthauen des Eises ge-
löst werden musste, folglich von keiner Davwer seyn konnte, Auch kann man sich von Löss keinen haltbaren Damm im Rheine denken, Ist diese Abdammung nöthig, um die geolo- gischen Ereignisse im. Neuwieder Kessel zu erklären! — Keineswegs.
Wo ich einen Krater sah, machte Dr, Hısgerr daneben eine Spalte und findet (8. 206) die Erklärung meiner An- sicht exceedingly perplexed. Wenn ich nun seine geologi- schen Doctrinen eben so finden möchte, sind wir dann auf dem Wege zur Klarheit zu kommen? Gar nicht. — Ich werde versuchen, mehr Deutlichkeit in den Vortrag meiner Ansicht zu bringen:
Von Obermendig nach Thür dehnt sich ein gebogenes Basalt-Riff aus. An der konkaven Seite ist es steil und ab- schüssig, an der konyexen Seite herrscht eine flachere Ab- dachung. Die konkave Seite trägt alle Spuren eines gewal- tigen Abbruches. Will man das Abgebrochene ergänzen, so finde ich kein anderes Mittel als das, welches ich S. 51 meiner Schrift angedeutet habe. An gehobenen Basalt ist hier nicht zu denken; viel weniger daran, dass dieser Ba- salt mit der Niedermendiger Lava einen gleichen Ursprung haben sollte. |
Iın 30, Kapitel S. 229 entwickelt der Verfasser zum vierten Male (m. s. S. 16, 75, 18S) seine Theorie über den Strom der Gewässer von Bingen ab in südlicher Richtung und wie dieser Strom sich gewendet hat. Die dazu ge- hörigen Skizzen, wobei die Pfeile die Sache recht evident machen (!), fehlen auch hier nicht. Er muss seinen Lesern wenig Gedächtniss zutrauen, dass er solche Wiederholungen für nöthig. erachtet. — Willkommen ist mir hier seine Be- merkung (8. 231): But our history now draws ncar lo a close. Hier breche ich ab; denn das Übrige, was sieh noch hätte bemerken lassen, ehe man zum Schlusse $. 261 ge- langt, ist von keinem erheblichen Interesse für die Geologie *).
*) Man sehe auch @ött. gel. Anz, 1835, S, 1795.
gr
——
Weitere Nachrichten
über die Hessberger Thierfährten, | von Hrn. Prof. F. S. Vogt zu Jena.
Ein Schreiben an den Geheimen-Rath v. LEONHARD.
(Hiezu Tf. III.)
—_ >
Als ich Ihnen im Februar v. J. meine erste briefliche Notiz *) zusandte, war mir noch kein Urtheil anderer Na- turforscher über diesen Gegenstand zugekommen. Ich kannte nur das Sıckzer’sche Programm mit der lithographirten Ab- bildung, und besass die erwähnte Steinplatte von ZAuld- burghausen.
Seitdem habe ich Gelegenheit gehabt, die in verschiede- nen Zeitblättern darüber gemachten Anzeigen und Urtheile zu lesen, vorzüglich aber mich selbst an Ort und Stelle zu begeben, die meisten dort befindlichen Exemplare zu betrach- ten, auch in den Steinbrüchen hinter Wesitersrode selbst dem Brechen beizuwohnen und der bewussten Spuren meh-
*) N. Jahrbuch 1835, III. Heft, S. 322.
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rere aufdecken zu sehen; so dass ich, wenn es dessen noch bedürfte, die Wahrheit der Erscheinung nun auch noch als Augenzeuge zu bekräftigen im Stande seyn würde.
Am erfreulichsten war es mir aber, theils dort im Bruch, theils durch die Güte des Herrn Bauinspektors Buck meh- rere sehr schöne Exemplare zum Geschenk zu erhalten, so dass ich jetzt zusammen gegen S Zentner Steinplatten, wor- unter sechs vorzügliche, sämmtlich verschiedener Art, in meiner Sammlung aufstellen kann,
Mit Herrn Consistorialrath Sıckzer befuhr ich die ganze Gegend. Er machte mich insbesondere darauf aufmerksam, wur der Höhenzug des bunten Sandsteins, in welchem ‘die Steinbrüche liegen, sich in einer Länge von eilf Meilen bis über Schleisingen hinaus erstrecke. Man sieht diesen Zug ziemlich parallel dem höheren Hauptgebirge des Thü- ringer Waldes entlang, in einigen Meilen Entfernung von demselben. Dass es wirklicher bunter Sandstein sey, beweist sich schon durch den überlagernden Muschelkalk und durch unmittelbare Verfolgung vom Urgebirge her. Übrigens hat sich auch meines Wissens nie ein Zweifel dagegen erhoben.
| Der herrliche Blick von den Höhen des der Stadt Zild- burghausen gegenüberliegenden Stadiberges, theils südlich nach Coburg und weiterhin südwestlich bis in die Gegend des Mains, nebst den Basaltkegeln bei Meiningen, anderer- seits über die Werra nach Thüringen hinüber, lässt aller- dings der Phantasie weiten Spielraum zur Bildung einer Hypothese über die Katastrophen, welche zur Zeit jener vorweltlichen Geschöpfe Statt gefunden haben können. So- viel scheint gewiss, dass die Fläche, auf welcher sich die eingedrückten Spuren der Tatzen finden, also die wahre Ebene, worauf sie gingen, ganz gelinde nach dem Wald- gebirge zu ansteigt, und dass es immer ein und die- selbe ist, welche sie enthält*), Ob dieses Ansteigen, wahr-
'”) Es hatte sich. nämlich, weil man auch Abdrücke in einem eine Stunde davon entfernten höheren Steinbruche gefunden, die
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scheinlich vom Ufer aus bis zum Gebirge, eine Folge der Hebung des letzteren, — oder ob die Urgegend überhaupt ge- neigt gewesen — scheint sich für jetzt noch nicht ausmit- teln zu lassen.
‚Ich übergehe hier eine weitere Beschreibung des Stein- bruchs eine Viertelstunde hinter dem Dorf Weitersrode, da sie im Sıckzer’schen Programme ausführlich gegeben ist. Seitdem habe ich erfahren, dass man, bei erweitertem Brechen, im- ımerfort auf solche Fährten stösst.
Die Vorräthe, welche zur Zeit meiner Anwesenheit in Hildburghausen (Anfang Juni v. J.) gesammelt waren, be- standen vornämlich in:
1) der Originalplatte, nach welcher Hr. Kzsster die Litlo- graphie zu dem Sıckzer schen Programm („Sendschreiben ete.“) . gefertiget, im herzoglichen Schlossgebäude aufgestellt;
2) einem sehr grossen. Exemplar (die grössere Tatze soll 22‘ haben) im Besitz des Herrn O. L. R. Nonse, wel- ches, soviel ich mich erinnere, dem hier Fg. 1 von mir ab- gebildeten gleicht;
3) dem grossen Vorrath bei Hrn. Maurermeister Win- ZER, in dessen Hause aufgestellt;
4) Den sehr grossen Blöcken und Platten im Bauhof, bei Hrn. B. I, Buck;
5) den Exemplaren im Steinbruch selbst; und
6) einzelnen bei verschiedenen Liebhabern in der Stadt,
die ich jedoch nicht alle gesehen,
Ich gehe jetzt zur Betrachtung dessen über, was mir die Untersuchung einiger dieser Abdrücke geboten hat. Es ist dabei meine Absicht, nur meine Meinung auszusprechen. Nur durch gemeinschaftliche Thätigkeit lässt sich volle Auf- klärung erwarten. Indem ich daher jede andere Vermuthung auf sich beruhen lasse, kann ich nur nicht bergen, dass ich
Meinung verbreitet, als wiederholten sie sich in verschiedenen Höhen übereinander. In Hidburghausen hat man diess nie behauptet.
u. HE =
die Annahme, als seyen es Fährten von Beutelthieren, im- mer noch nicht theile. Denn erstens ist hierfür noch nir- gends ein Beweis vorgebracht worden, und zweitens haben wir ja offenbar Thiere mit vier Händen, also @uadruma- nen, vor uns, und keinePedimanen*), Ich habe auch schon in meiner früheren Mittheilung angeführt, dass weder die Abbildungen der letzteren in Cuvırr's Mammiferes, noch auch die Exemplare unseres hiesigen Museums — die ein- zigen, die mir bis jetzt zum Vergleich offen standen — da- mit Ähnlichkeit zeigen. |
Von wirklichen Knochen hat sich bis jetzt, meines Wissens, auch noch keine Spur erhalten. Das Exemplar, dessen ich in meinem Schreiben an Sie erwähnte, und wo- von mir Hr. SıckL£r eine Erinnerungs-Zeiehnung gesandt, ist weg, und ein anderes, was ich betrachtet, zeigt zwar allerei Figuren, aber wahre Knochen auch nicht.
Nachdem ich nun im verwichenen Sommer auf alle Weise versucht, mir weitere Mittel zur Aufklärung zu ver- schaffen, erfuhr ich Anfangs September, dass sich bei We- mar eine Menagerie wilder Thiere befinde. Ich eilte daher am ersten mir freien Tage — leider wusste ich nicht, dass es ge- rade der letzte war, wosie gezeigt wurden — hinüber, Schon durch mehrere Erfahrungen belehrt, dass die Besitzer nie eigene Versuche mit ihren Thieren anzustellen erlauben, hätte ich doch hierzu die Anfrage gewagt, wenn nicht bei der damaligen ganz ausserordentlichen Dürre weit und breit um den Vogelschiessplatz, wo sie aufgestellt waren, der Bo- den dermassen hart und trocken gewesen wäre, dass es mir nicht einmal gelang, auch nur von meinem eigenen Fusse die Sohle einzudrücken. Ich begnügte mich daher, einen Wärter zu veranlassen, dass er den Thieren ihre Sohlen herzeigen liess, und konnte so, trotz der Störung durch die Schaulustigen, mehrere, wenn auch nur eilige, Zeichnungen, die wenigstens im Umriss genau waren, abnehmen. Ich
*) Vgl. Jahrb. 1835, 111. | En
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theile hier eine vom rechten Hinterfuss eines jungen Man- dril(B), und den Umriss einer Bären-Sohle (A) mit. Letztere hätte ich gewünscht, noch mehr ausführen zu können: allein das Thier hielt nicht still, und ich hatte überhaupt meine Intention mehr auf Affen, als auf Bären gerichtet. Ich be- daure diess jetzt um so mehr, als ich jetzt glaube, hiezu ‚ein Original gefunden zu haben.
Fig. 1 der Ill. Tafel stellt nämlich einen Block von 50 Rheinländische Zoll Länge, 11—12” Breite und 2 Dicke dar. Es ist ein dichter, fester, feinkörniger Sand- stein von gelblicher Farbe, aus dem eine Stunde über dem Hessberger liegenden, von mir nicht besuchten, Steinbruche, Seine Oberfläche ist sehr uneben und enthält mehrere Ab- drücke, Zuerst (a) einen sehönen, über anderthalb Zoll her- vorstehenden, grossen Tatzen-Abdruck eines offenbaren Plan- tigraden mit deutlich zugerundeter Ferse und Krallen- spuren. Das Thier muss in weichen Boden getreten seyn, da die Ballen tiefe Löcher, wie durch emporgehobene Koth- klumpen entstanden, zeigen, ähnliche Ausfressungen auch noch an anderen Stellen sichtbar sind. So zeigt die innre Zehe nur den Umriss; es fehlt ein Stück an der Seite, die grös- sere Hälfte ist aber deutlich konvex vorhanden. Der Rand der äusseren Zehe ist beim Brechen verloren gegan- gen, es ist daher auch nichts von einer fünften Zehe zu sehen, wenn anders eine dergleichen vorhanden war. @ueer über die halbe Sohle läuft eine erhabene Leiste, wie deren mehrere anastomosirende zu sehen, und die ich noch immer, wie alle jene für Pflanzen ausgegebene Spuren, für Abdrücke von Rissen halte. Ich besitze solcher netzartiger Figuren auf mehreren meiner Steinplatten, und habe ihrer in Menge an Ort und Stelle verglichen. So lange ich aber mit Pflan- zen umgegangen bin, ist mir noch nie ein Vegetabil vorge- kommen, welches, in so weiter Verbreitung wie diese, ledig- lich nur horizontale Äste, ünd nie mit einer Spur ver- tikaler Wurzeln oder Stengel gezeigt hätte.’ Ich habe zwar im vergangenen Sommer yiele unterirdische Sprossen von
u 17E-
Sparganium ramosum im Schlamm unserer Saale gefun- den, die, dieken Spargeln gleich, wohl den Vertheidigern jener Hypothese willkommen seyn würden, Allein erstens lagen sie nicht oberflächlich, sondern mehrere Zoll tief, zweitens hatten sie stets an ihren Knotenstellen reichliche Wurzeln nach unten und Halmsprossen nach oben, und drit- tens anastomosirten sie nie! und ich möchte auch wissen, wie sich eine Anastomose queer von der Mitte eines Stabes zum andern (wie der Queerbalken im Buchstaben H) bilden sollte$ Auch dürfte ein Auftreten auf solche Netze die Fährten mehr verändert haben, als der Fall ist *).
Ich glaube nun nicht zuviel zu wagen, wenn ich jene grosse Tatzen-Spur (a) für die eines Bären, vielleicht gar ‘ des berühmten Ursus spelaeus selbst, anspreche. Die Ähnlichkeit mit dem Umriss einer Bärensohle Fg. A ist in der That auffallend genug, und die grössere Breite könnte sich aus dem tieferen Eintreten erklären.
Die Länge dieses Abdruckes ist genau 12’, die grösste Breite S”. Er steht über 11’ vor.
Neben ihm ein anderer, gerade halb so grosser (b), von höchst sonderbarer Form, den ich mich nicht zu deuten ge- traue. Man möchte (im Scherz) versucht seyn, an einen kolossalen Laubfrosch zu denken; denn auch die schiefe Fingerstellung hat etwas Amphibisches, Drei kugelrunde Ballen (wovon der mittle etwas abgesplittert) verlaufen sich in eine Fläche, als wenn es Schwimmhaut wäre. In der Mitte bildet sich ein erhabener, aber flacher Ballen, und von da geht er in eine lange Sohle aus. Die Länge dieses.
”) Indess will ich nicht unterlassen, eine Stelle aus einem Schreiben des Herrn Bauinspektors Buck an mich anzuführen. „Ich fand gestern eine Ranke in der Thonschicht, die auf eine gewisse Länge mit dem Stein so verwachsen war, wie bekannt ist: dann aber wurde die Thonlage mürber , magerer,, ich möchte sagen staubiger, und die Ranke lag darin, ohne dass sie den Stein be- rührte, ringsum von Thon umgeben etc.“ Auch sey sie gewunden gewesen, aber nachmals zerbröckelt u. s. w.
A:
Abdruckes ist genau 6° und die Breite in der Mitte 13". Von Krallen keine Spur,
Über demselben, am oberen Raw überhaupt aber am _ ganzen oberen Theil der Tafel, auch hie und da seitwärts, zeigen sich noch viele kleinere, meist sehr undeutliche, Fähr- ten. Ich habe nur eine, die vollkommenste, oben rechts aus- geführt. Sie sieht, oberflächlich angeschaut, einem Tannen- zapfen ähnlich, genauer betrachtet, möchte ich sie aber für den schuppigen Fuss einer Schildkröte halten.
Ich verdanke dieses und das folgende Exemplar dem Herrn Buck. |
Fg. 2 ist eine 18‘ lange, 15’ breite, 2° dicke behauene Platte von ziemlich ebener Oberfläche, aus dem bekannten Bruch hinter Weitersroda. Es ist derselbe Sandstein, der: auch die zuerst bekannt gemachten Abdrücke enthält. Er ist chloritisch grünlich, voll grüner Pünktchen, auch etwas Glimmer enthaltend, und von hartem, etwas grobem Korn. Er blättert sich hin und und wieder schieferig,
Das hier abgebildete Exemplar zeigt einen sehr grossen Abdruck von 101” Länge und 6 Breite einer Hinterhand mit einem über einen Zoll herausstehenden flachgewölbten Daumenballen. Er ist nicht scharf begrenzt, die Oberfläche ist, zumal an den Fingern, schiefrig abgesplittert, und die zwei äusseren sind sichelförmig gebogen. Nägelspuren be- merkt man nicht. Davor steht die kleinere Pfote, gleichfalls mit nach derselben Seite gerichtetem Daumen, und ganz in derselben Stellung und Entfernung wie bei den von SIcKLER bekannt gemachten. Wenn man daher mit demselben Thiere zu thun hätte, mit etwa einem auf dem nassen Letten ab- geglittenen Eindrucke, so dürfte diess sehr zur Vorsicht beim
Deuten anrathen *).
*) Wie leicht man sich täuschen kann, habe ich vor wenigen Monaten zu bemerken Gelegenheit gehabt. Auf alle solche Eindrücke jetzt auf- merksam, beobachtete ich vorigen Herbst auf der staubigen Land- strasse zwischen vielen gut ausgedrückten nackten Menschenfüs- sen auch scharf ausgepresste solche, wie ich sie Fig. C mittheile,
Mit Fg. 3 wollte ich nur eine vergleichende Abbildung von der im vorigen Frühjahr empfangenen grossen Platte geben; das Quadrat ist daher nur ein Ausschnitt derselben, Hier zeigt sich die Hohlung der Hand, welche auf ein grei- fendes, wahrscheinlich auf Bäumen kletterndes Thier deu- tet. Der eine Nagel liegt queerüber, eine sonderbare Ano- malie, die ich bei keinem andern Exemplar bemerkt, welche daher ein Zufall seyn kann,
Ich habe hierzu, zum Vergleich, die Hinterhand eines jungen Mandril, Fg. B, gezeichnet, wie ich'sie nach dem Leben aufgenommen. Allerdings sind die Stein-Figuren viel plumper: es kann ja aber eine andere Gattung gewesen seyn; überhaupt ist wahrscheinlich, dass das vorweltiiche Thier nicht mehr lebend existirt.
Dass kein Affe im Lauf die Ferse aufsetzt, also dann stets digitigrad ist, wird noch von DEsmarEsST im Art. Singe des Dictionnaire des Sciences nalturelles p. 266 ausdrücklich bemerkt, |
Betrachtet man die Abbildungen des hochbeinigen jeune Mandril, des Babouin, der Simia sinica und vieler anderen in Fr. Cuvirr Mammiferes, so wird die Ähnlichkeit der Grösse der Tatzen und ihrer Stellung gewiss auffallen. Die Opossum desselben Werkes haben dagegen vorn stets fünf gleichstehende Finger, mit fünf krummen Krallen, wovon gewiss die des Daumenfingers im Abdruck sichtbar seyn würde.
Übrigens wiederhole ich, dass ich keiner andern Er- klärung entgegen bin, sobald sie mehr als blosse Meinung und auf irgend einen Beweis gestützt ist, von dem mir bis jetzt noch nichts bekannt geworden. Es gibt ja anderwärts so viele Gelegenheit, die Sohlen und Fährten fremder Thiere
die mich Anfangs stutzig machten. Bald aber fand ich, dass sie von, in blossen Füssen gehenden Weibern, zumal Bauernweibern, herrührten, deren Tritte ich nachher öfter verfolgt habe.
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zu untersuchen, dass wir gewiss bald einigen Zeichnungen und Beschreibungen derselben entgegensehen dürfen.
Schliesslich kann ich mich auch der Bemerkung nieht enthalten, dass es mir wahrscheinlicher ist, diese natürli- chen Fährten seyen zuerst durch einen trocknen Flugsand überdeckt, und nicht durcli sandhaltige Gewässer über- schwemmt worden. Denn letztere hätten wohl schnell die Schärfe der Ränder verwaschen und die Abdrücke undeut- lich gemacht. |
Über | das Genus Delthyris,
Herrn L. v. Buch.
(Aus zwei Briefen an den Prof. Bronx.)
Ich habe vor einem Monate eine Arbeit über Delthy- ris vorgetragen. Was den Namen anbelangt, so drückten zwar die Englischen Geognosten mir schon in Bonn ihr Be- dauern aus, dass man sich in Deutschland eines andern Na- mens für Spirifer bediene, wodurch die Übereinstimmung mit einer Bezeichnungs-Weise wieder verloren gehe, die in England und Frankreich nun schon einmal eingeführt sey. Das sohien mir sehr begründet, um so mehr als Darman’s Verwerfung dieser Benennung nur auf seichten Gründen und auf dem Umstande beruht, dass SowErsy eine unüber- legte Zeichnung von dem an sich überaus zarten und dün- nen Spiral- Gerüste im Innern gegeben hat, wie es mit Kalkspath-Krystallen bis zur Berührung derselben unter sich überzogen, verdickt, und nur eben dadurch erhalten ist. Ich habe mir daher seitdem immer selbst wiederholt, wir müssen zu „Spirifer“ zurückkehren; denn sich zu ver- ständigen ist Hauptzweck. Ich habe indess einen Mittelweg eingeschlagen und „Delthyris“ dennoch anzuwenden gesucht.
Jahrgang 1836. 12
Delthyris unterscheidet sich von Terebratula*) da- durch, dass der Heftmuskel bei dieser durch das Deltidium immer mehr vom Schlossrande entfernt wird, bei Delthy- ris aber sich in Fasern am Schlossrande vertheilt, und häu- fig von oben herab gegen den Schlossrand zurückgehalten wird. Hieraus entspringt eine Menge anderer wesentli- eher Verschiedenheiten, die ich hier nicht alle aufzählen
will. Die gegitterte Area (a, b, ec) ist die nächste davon;
[44
dann die folgenden, welehe weit um sich greifen. Die drei- eckige Öffnung des Delthyris ist zu beiden Seiten von einer kleinen geraden Leiste (ad und ae) eingefasst: diess sind die beiden von der Area getrennten und mit ihr nur we- nig verwachsenen Zähne der Dorsal - Schaale, welche die Hälfte der Ventral - Schaale umfassen und halten. Diese Zäline würden also ziemlich frei stehen und durch die Last
der daranhängenden untern Schaale zerbrechen, hätten sie
Y 5.
*) Herr von Buch bemerkt bei dieser Gelegenheit, dass er meine Vereiwigung der T. subsimilis mit T. lacunosa und der T. pr-- miptilaris mit T. Wiisoni nicht billige, wie ich solche gelegent- lich der Anzeige seines schönen Werkes über Terebrateln in die- sem Jahrbuche sowohl als in den Berliner Jahrbücher für wissen- schaftliche Kritik, und theilweise in der Lethäa vorgenommen, Auch T, digona und T, vicinalis seyen konstant verschie- den. Da er sich auf die schon in seinem Werke angegebenen Gründe beruft, ich aber meine Ansicht rücksichtlich der 2 ersten Fälle noch nicht aufgeben kann, so glaube ich ihm wenigstens schuldig zu seyn, seiner Verwahrung hier inzwischen eine Stelle anzuweisen. Rücksichtlicb Strygocephalus, Uncites u.a Arten, schreibt er, würden wir uus verständigen können,
| Bros,
in Ea-
nicht noch eine Unterstützung. Diese ist in der Te- rebratel niemals (was ich 8. 69 meines Buches bei T. gryphus Gegentheiliges gesagt habe, ist übertrieben). Diese Unterstützung ist nach den verschiedenen Abtheilun- gen von Delthyris verschieden. Bei Spirifer apertu- Yatus besteht sie in zwei senkrechten Lamellen, welehe von der Spitze der Schaale an von den Leisten ad und ae nach dem Grund der Unterschaale hinab und bis gegen deren Mitte hinein gehen, deren Sinus von beiden Seiten einfassen, und auf dem Kerne, den Hysterolithen, zwei Spalten hinter- lassen, Zwischen den Lamellen befinden sich die Ernäh- rungs-Organe, durch diese Scheidewände von den Armen getrennt, deren Gerüste daher jene Organe nicht, wie bei der Terebratel, an die Dorsal-Schaale andrücken kann. Da- durch entsteht es dann, dass beiSpirifer der Mantel schon vom ersten Anfange des Schnabels, nicht erst von der Mitte wie bei den meisten Terebrateln an, einsiukt und eine Rinne bildet. Die Arme sind nun genöthigt, sich nach aussen
auszudehnen, mit auseinander gerichteten önden (k, D. Da-
gegen sind sie in allen bis jetzt untersuchten Terebrateln
gegen einander nach innen gekehrt, wie man auch inOwens schöner Zeichnung von Terebratula sehen kann.
Bei andern Abtheilungen des Geschlechtes verhält sich die Sache verschieden. Bei Sp. rostratus erreichen die dicken Lamellen fast den Stirnrand bei h und i, verbinden sich jedoch nicht mit dem mittlen Dissepimente fg. — Da- gegen geschieht Letzteres allezeit bei Orthis und auch bei Pentamerus, Gypidia und Verwandten. Nach allem
Diesem theile ich Delthyris auf die Art ein, wie die bei- gefügte Tabelle ergibt.
Del
eine dreieckige Öffnung steht mit ihrer Basis auf dem Schlossrand, mit söhligen und mit senkrechten Streifen bedeckt, daher gitterartig gestreift. terstehende Lamellen unterstützt. Die Spiral-Leisten der Arme stehen in
Spirifer.
Die Dorsalsclıaale hat in der Mitte eine schon vom Schnabel aus- gehende Rinne (dorso canaliculata), die Ventral- Schaale eine entspre- chende Wulist, die beiden Unterstützungs - Lamellen der Zähne bleiben unvereinigt und entfernt.
Alatı,
Rostrati.
Schlossrand so breit oder breiter] Schlossrand schmäler als die Mu- als die Muschel. Scharfe Ränder 'schel. Abzerundete Kanten zwischen zwischen Area und Rücken -Fläche.| Area und Rücken - Fläche. Unter- Unterstützungs - Lamellen nicht bis |stützungs- Lamellen bis gegen den in die Mitte der Dorsal-Schaale. Rand der Dorsal-Schaale reichend:
OÖsteolati Sinuati. |, Impressi. mit glattem Sinus. |mit gefaltetem Si-| Sinus mit 7 Seiten des Si- nus. . lichen Seiten. ınus verlaufen über (die ganze Rücken-
‚fläche,
Aperturati
.iı “
S.1.ostiolatuslS.1. apertura-
Sp. 1. excisus. SCHLOTH.
glatte. S 2.resupina-
tus. Is,.ı. rostratus.
2. bıjugatus n. Blississ. 3. pinguis So- WERBY.
A. Tasmanni Van Diemen.
5, pelargona- tus ScHL.
6. cuspidatus Marr.
7.speciosus Schr.
$. distans S.
9.trapezoida- lıs Dirm.
2. trıgonalis. 3. subeoni- eus Marr., 4. attenuatus
Sow. 5.bisuleatus. 6. choristites
Fıscn.
7. striatus
Sow.
8. striatissı- mus ScHL.
2. nucleifor- mis,
3. lineatus.
4. curvatus.
5. oblatus.
ala A
6. Walcotti.
7. acutus.
8. oetoplica- tus.
9, verruco- sus.
tus,
10. heterocly- tus. 11. cristatus. 12. erispus. 13. comprima- tus ScaL. 14. alatus. 15. fragilis. 16. triangula- rıs Mıer,
thyris,
der Spitze im Schnabel der Dorsal-Schaale. Die Area ist zugleich mit Die Zähne der Dorsal-Schaale sind im Innern durch 2% senkrecht darun- entgegengesetzter Richtung auseinander.
Orthis Die Dorsal-Schaale ist in der Mitte erhaben , sogar gekielt (dorso carinata), die Ventralschaale ist flach oder konkav. Die Unterstützungs- Lamelien der Zähne vereinigen sich in der Mitte der Dorsalschaale.
Carinatae. Expansae. Complanatae., Rücken mit bestimm-| Rücken verbreitet. Ven- Rücken kaum erha- tem Kiel. Ventralschaaleltral - Schaale eben. ben. Beide Schaalen fast etwas erhaben. wleichlaufend. Area sehr
schmal, kaum sichtbar. (Ohne Röhren.) '
OÖ, 1. callactis. IO, 1. minuta. 2 Leptaena. 2. calligramma. 2.euglypha, 1. rugosa 3.demissa. 3. zonata. 2. Martini etc. 4. testudinaria, 4. transversalis.
5. elegantula. 6. hians, Eifel.
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Die Geschlechter Pentamerus, Gypidia u. a. mögen nun selbst zuselien, wie sie unterkommen, oder sich deut- licher entfalten. Was ferner Sie über Strygocephalus, Uneites u. s. w. sagen, ist sehr begründet; der erste hat durch die gegitterte Area offenbar weit mehr Ansprüche auf Delthyris, als auf Terebratula, und meine neuere Untersuchung hat mir gezeigt, dass die Verwachsung an; Schnabel kein Deltidium ist. Die Gründe jedoch, alle diese Gestalten zu eigenen Geschlechtern zu erheben, scheinen inir ungenügend.
Das ganze oder theilweise Zuwachsen der dreieckigen Öffnung von Delthyris, wie Sie es in der Lethäa bei Cyr- tia trapezoidalis darstellen, hängt von zufälligen Umstän- den ab, wie auffallend diese Erscheinung auch seyn mag *). Ich besitze einen Spirifer aperturatus von PoÄroi in Lilhauen, der in nichts von jenen vom Densberge verschie- den ist; dennoch sind diese stets offen, während der erste eine zugewachsene Öffnung hat. Orthis umbraculum in der Eifel ist allezeit zu, in Schweden offen. Dieses Ver- wachsen geschieht von oben herab, daher wird der Heft- muskel von der Spitze gegen den Rand herabgedrückt, wäh- vend bei der Terebratel das Deltidium denselben vom Schloss- vande weg und aufwärts drückt. Daher ist die Streifung der verwachsenen Stelle auch von unten konkav; bei dem Deltidium ist sie es von oben. Panper hat die meisten Or- this-Arten verwachsen gezeichnet; doch auch sehr viele offen. Man erkennt leicht, ob diese Verwachsung ursprüng- lich ist, und wo sie nie Statt gefunden hat; denn diese Er- scheinung ist von den Zähnen der Dorsal-Schaale abhängig, welche sich gegen einander ausbreiten, bis sie zusammen- stossen. Ist das Loch offen, so erscheinen, wie oben erwähnt,
*) Zu dieser Ansicht bin ich seither auch gekommen, hauptsächlich durch Untersuchung einer schönen Suite von Spiriferen aus den: Bergkalk von Turnay, die ich Hrn. Pvuzos verdanke.
Bronn.
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die Zahnleisten ad und ae; ist es aber verwachsen, so sind diese Leisten zu konkaven Anwachs - Bögen fortgesetzt und
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RS = daher nicht mehr sichtbar. : Übrigens ist aus Ihrer Darstel- lung klar, dass Sie selbst Cyrtia wie Atrypa nicht vertheidigen ‚ und Orthis von Spirifer nicht sehr ver-
schieden glauben.
Wie Sie in der Lethäa keinen wesentlichen Unter- schied zwischen Spirifer ostiolatus und Sp. speciosus erkennen, so ist es auch mir vorgekommen, dass Übergänge vom quadratischen Sp. ostiolatus vom Bensberg an bis zu dem 12mal breiteren als langen Sp. triangularis vom Schulenberge, von Clausthal u. s. w. so genau fortsetzen, dass keine Grenze anzugeben möglich ist. Daher halte ich wenig auf solche Dimensions-Verhältnisse, mehr auf die Ge- stalt und den Zustand des Sinus, welcher durch alle For- men beständig bleibt.
Ich habe meinen Aufsatz mit folgender Betrachtung über die geognostische Vertheilung von Delthyris geen- digt: Noch ist es nicht möglich, eine genaue und bestimmte Altersfolge in den Arten dieses Geschlechtes nachzuweisen, zum "wenigsten so weit es die Transitions-Formationen an- ‚geht; doch scheint der Zeitpunkt, in welchem dieses gelin- gen wird, gar nicht mehr ferne. Schon jetzt sieht es ans, als sey man wohl berechtigt zu glauben, dass im, Allgemei- nen Orthis älter als Spirifer seye. Denn Hısıncer, der, wie ich glaube, in seiner trefflichen geognostischen Beschrei- bung von Gothland der erste war, Transitions- Gebirgsarten durch Hülfe der darin enthaltenen organischen Reste in verschiedene Formationen zu trennen, hat nachgewiesen, dass die ältere Abtheilung auf dem Festlande von Schweden und auf Öland vorzüglich durch eine grosse Manchfaltigkeit
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von Trilobiten und durchOrthoceratiten ausgezeichnet wird, die neuere dagegen auf Gotlland durch Enkriniten und Zoophyten. Nun finden sich nur zwei Orthis- Arten, welche beiden Abtheilungen gemein wären: O, transver- salis und O. pecten; die übrigen gehören alle der Trilo- biten-Sektion. Dagegen findet sich in dieser nur ein Spi- rifer; alle übrigen sind dem Enkriniten - Kalke eigen. Das bestätigen noch mehr Panper’s mühsame und nützliche Un- tersuchungen bei Petersburg (Beiträge zur Geognosie des Russischen Reichs, Betersburg 1830). Die Hügel, welche diese Hauptstadt umgeben , werden durch Schichten der Trilobiten-Formation gebildet: sie gehören zum kambri- schen System. Nun beschreibt Hr. Panper genau 38 Arten Terebrateln mit am Buckel gewaltig aufgebläheter Ventral-Schaale (Atrypa), wie sie den ältern Gebirgsschich- ten so eigen sind, und nicht weniger als 93 verschiedene Arten von Orthis, und alle diese verschiedene Gestalten sind auf 19 Tafeln zum Theile vortrefflich abgebildet wor- den. Mögen auch sehr viele zu je einer Art zusammenfal- len, so wird noch immer eine fast Erstaunen erregende An- zahl übrig bleiben. Unter diesen sind sehr viele von einer Abtheilung, die noch gegenwärtig, ausser durch Panper’s Werk, so gut wie unbekannt bleibt: nämlich die einfach ge- falteten Arten; dagegen kennt Panper von den Spiriferen gar keine „geflügelte“ in jenen Trilobiten-Schichten, und von andern nur zwei sehr kleine aus der Sektion der „Rostrati sinuati“ und zwei aus der Abtheilung der „Rostrati impressi“, welche letztere an sich Orthis schon so nahe steht. Damit stimmt nun ziemlich gut die tabellarische Übersicht, welche Murcnison über seine Ent- deckungen in Wales bekannt gemacht hat. In den ältesten Schichten unmittelbar über den Trilobiten finden sich 14 neue Arten vonOrthis angegeben, und die geflügelten Spi- riferen sind weit davon nach oben im Alter entfernt. In Deutschland ist das kambrische System gar nicht ausgedehnt,
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und kaum zu finden, Vergebens sucht man es in dem weit verbreiteten Grauwacken- und Schiefer-Gebirge der Ardennen, der Eifel, des Westerwaldes und des Harzes. Von Trilo- biten sieht man nur Calymene Blumenbachii, welche allen Formationen gemein ist, und Orthoceratiten fast gar nicht. Um so häufiger ist das Heer der geflügelten Spiri- feren am Rheine vom ersten Auftreten des Grauwacken- Gebirges an der Ruhr bis zu dem Ufern der Nahe. So auch im Harze, zum wenigsten im Oberharze, der gewiss wie das Rheinische Gebirge dem Stlurischen System angehört. — Gehen wir zu neueren Haupt- Formationen über, so ver- schwindet Orthis ganz und erscheint auch nie wieder. Der Zechstein, welcher in seinen organischen Produkten so viele Übereinstimmung mit dem Kohlenkalkstein und so durch- aus gar keine mit dem ihm viel näher liegenden Muschel- kalke besitzt, enthält demgemäss auch wirklich einige Spi- riferen, welche völlig die des Kohlenkalks sind: Spirifer trigonalis, und andere, in denen die Ähnlichkeit doch einmal sehr gross bleibt, wie Spirifer pelargonatus, Sp. eri- status, Sp. heteroelytus u. s. w. — Der Muschelkalk behauptet auch hier seinen sonderbaren eigenthümlichen Charakter. Keines der in ihm vorkommenden Produkte hat Ähnlichkeit mit dem, was ihm vorangeht oder nachfolgt. Nur eine einzige Delthyris-Art ist in ihm aufgefunden worden, freilich auch sehr häufig da, wo sie vorkommt. Es ist Sp. fragilis, der nur sehr entfernt an Sp. speciosus des Sılurischen Systems erinnert. — Der viel entferntere Lias erscheint in seinen oberen Schichten wieder mit Formen, welche entweder denen in der Grauwacke gleich sind, oder doch mit ihnen in der. nächsten Verwandtschaft stehen, als sey die Welt des Muschelkalks gar nicht dazwischen. Nur sind die geflügelten Spiriferen wirklich mit Spirifer fra- gilis vom Schauplatz abgetreten, der Lias enthält nur Ro- straten. Sp. rostratus ist von dem in der Grauwacke gar nieht verschieden; Sp. Walcotii, Sp. verrucosus,
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Sp. ocetoplieatus haben wenigstens mit Sp. acutus der Grauwacke sehr viel gemein. Mit ihnen verschwindet diese Form gänzlich von der lebenden Welt: nicht in der Jura-Formation, noch weniger in der Kreide oder in Tertiär-Schichten ist etwas gesehen worden, was an Spiri-
fer erinnern könnte.
Betrachtungen
über
die Cephalopoden-Schaalen,
von
flerrn VOLTZ.
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Bramvirte bringt in seiner neuen Klassifikation der Cephalopoden diese Thiere in drei Klassen, die Orthoce- ren, Decaceren und Myriaceren, welche letztere die Ammoniten, Nautilen und Belemniten enthalten. Inzwischen begreife ich nicht, wie man diese drei Genera zusammen- stellen könne. Die Belemniten stehen so bestimmt den De- eaceren nahe, dass man sie mit ihnen vereinigen muss. Es sind doch gewiss schwimmende, wie die Nautilen wohl Ga- steropoden -ähnliche Cephalopoden gewesen sind. Von bei- den waren die Ammoniten wieder weit entfernt, wie sich schon aus der Betrachtung des Siphons und der Concame- rationen ergibt.
Im Nautilus ist kein eigentlicher Siphon *) vorhanden; die einfachen Scheidewände besitzen nur Öffnungen in Form trichterartiger Fortsätze, die mit ihren Spitzen unzusam- menhängend ineinanderstecken. Doch geht eine häutige Röhre durch alle diese Trichter hindurch und hängt mit
*) Vgl. Buckzann im Jahrb. 1835, S. 631, dessen Aufsatz jedoch Herr Vorrz wohl noch nicht kennen konnte, D.R.
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dem Herzbeutel zusammen, aus welchem die Perdicardial- Flüssigkeit eintreten kann. Die Schaale hat zwei Muskel- Eindrücke, wo das Thier angewachsen ist, und welche be- greiflich mit der Verlängerung der Schaale selbst beständig gleichmässig voranrücken müssen. Diess geschieht, indem an ihrem vorderen Rande beständig neue Anwachsstreifen hinzukommen, während an dem hinteren andere durch neue Kalkmasse bedeckt werden. Die Bildung der Scheide- wände dagegen erfolgt nur periodisch schnell und hört dann wieder auf längere Zeit auf. Daher muss das an den Mus- _ kel-Eindrücken festsitzende Thier sich bald näher, bald ent- fernter von der letztentstandenen Scheidewand befinden. — Schwimmt das Thier aber im Meere, so ist sein Hintertheil - in einer gewissen Entfernung von der letzten Scheidewand, und das Wasser *), welches sich mit kondensirter Luft in den Kammern befindet, wird durch diese Luft in den Raum zwi- schen der letzten Scheidewand und dem Thiere getrieben. Die häutige Röhre ist dann in die Länge gezogen, leer, folglich dünne, und füllt lange den Raum der Trichter nicht aus, sonst könnte kein Wasser von der verdichteten Luft aus den Kammern durch die Trichter - Öffnungen in jenen Raum getrieben werden. Will sich das Thier schnell in die Tiefe des Meeres versenken, so drückt es sich durch Stützung auf die Muskel-Eindrücke wieder fest an die letzte Scheirewand an, treibt das Wasser in die Kammern zurück und die Flüssigkeit des Perikardiums in die Röhre, welche dadurch anschwillt, die Trichter verstopft, und zugleich dem Thiere einen neuen, kräftigen **) Anhaltspunkt gewährt, wodurch er sich noch fester in seine Schaale einzwängen kann, Diess thut das Thier, sobald es eine Gefahr bemerkt, um sich zu sichern; denn die gänzliche Zurückziehung tief in seine Schaale ist sein einziges Schutzmittel, da es weder
*) Nach Owen sagt Benner ganz bestimmt, dass die Kammern Was- ser enthalten ; nothwendiger Weise ist aber auch Luft darin.
**) Die Haut dieser Röhre, an einem Exemplare unseres Museums er- halten, ist ziemlich dick,
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wie Loligo u. a. Acetabuliferen schnell schwimmen kann, noch den Dintenbeutel der Sepie, um das Wasser zu trüben, noch die Operkeln der Ammoniten besitzt, um die Schaale zu schliessen. Die Mittel dieses Thieres, seine spezifische Schwere schnell zu vermehren und sich in die Tiefe zu versenken, sind daher eben so stark, als nothwendig. Hätte daher ER einen Anm erhänch Siphon, wie Am- monites, Belemnites und Spirula, so würde ihm sein einzi- ges Schutzmittel abgehen.
Die Ammoniten müssen eine sehr verschiedene Or- ganisation gehabt haben. Zwar ist ihr Sipho ununterbro- chen, wie inBelemnites, Orthocera und Spirula; aber er ist randlich, ungegliedert, zusammenhängend und von den Scheidewänden unabhängig, — bei jenen vielgliederig und aus ineinandersteckenden Trichtern zusammengesetzt, deren ‚jeder ein unmittelbarer Theil einer Scheidewand ist. Auch das Operkel der Ammoniten (Aptychus v. MeyEr) und ihre viellappigen Scheidewände deuten auf eine Organisation, welche von der des Nautilus eben so verschieden, als von jener aller andern Cephalopoden gewes