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Der Bildungstrieb der Stoffe : veranschaulicht in selbstständig gewachsenen Bildern (Fortsetzung der Musterbilder)

Runge, F. F., (Friedlieb Ferdinand), 1795-1867
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chemistry
colors, dyes and dyeing, coloring matter, chemistry, chromatographic analysis, paper chromatography

1) Schwefelsaures Eisenoxyd 8° ,B.

Das Bild, welches auf der vorhergehenden Seite ganz im Kleinen vorliairden ist, linljen vir liier im Grossen vor uns. Es entsteht dadurch, dass anstatt eines Tropfens gelbe Cv:iiiMi!x:inf- Iösung, deren zwanzig und mehr aufgebracht worden, und zwar nach und nach, entsprechend der Aufsaugungsfaiiigkeit des t'a piers. — Hiebei erfolgt nun die Weehselzersotzuug des und Cyansalzes: es entsteht blaues Cyaneixen und schwefelsau- res Kali. Es sind auf dem Bilde verschiedene Stoffverhindrm-

Blldende StoJTfe.

1) Schwefelsaures Eisend TB. - ä) Phosphorsaures Ammoniak 1:8-3) Celbes Cyaneisenlalium 1

Dies Bild weicht bedeutend von dem Torhergehenden (So 21 ab, und doch besteht es der Hauptsache nach aus denselben Be- standtheilen: Eisensalz und Cyansalz. Das rh„,,h„r„„„. |„,_ mo,,u,k ist aber die Ursache des Unterschiedes. Es wurde zwischen hineingeschoben, d. h. nachdem die gelbe Eiseiigruml- lage (So. 1., trocken geworden, wurden einige Tropfe,, phos- phorsaures Ammoniak aufgebracht, und nun erst, nachdem auch diese trocken geworden, folgte das gelbe Cyansalz. nie Wir- kung des phosphorsauren Ammoniaks ist augenscheinlich, denn das Eirund in der Mitte rllhrt von ihm her. Es hatte sich zuerst

ein Bild von phosphorsaurem Eisenoxyd gestaltet. Dies Bild mit seinen eigentümlichen Auszackuugen ist mich nach Einwirkung dos gelben Cyansalzes geblieben, und zeigt durch seine graue Farbe an, dass das gelbe Cyansalz das phosphorsanre Eisenoxyd nicht so vollständig zusetzt hat, „in reines Cyanid»,, zu bilden. Im I ..vctlol z, igt siel: deutlich, das« hier las phosphorsaur ■Salz ein,. Einwirkung übt, die man früher nicht gekannt hat, und die wir bei Anwendung auch des rothen Cyansalzes und den Kupfer- Salzen noch auftauender wieder finden.

Bildende Stoffe.

1) Schwefelsaures Kupferoxyd 1:16. — 2) Gelbes Cyaneisenkalium 1:3

Die Auflösung des schwefelsauren Kupferoxyds oder des Kupfervitriols hinterlässt auf Papier gebracht nach dem Trock- nen eine blaugriinc Färbung, wie der äussere Rand des obigen Bildes zeigt. Gelbes Cyansalz verwandelt sie in eine rothbraune, in Folge einer Wechsel Zersetzung beider Salze. Es entstellt näm- lich rofhbraunea Cyaneisen - Cyankupfer einerseits und

saures Kali andererseits. Dies vertheilt sich gleielimässig auf dem Eirund iudess das rothbraune Cyaneisenkupfer, mehr "nach dem Bande getrieben, sich anhäuft. Schön ist das dadurch ent- stehende Bild nicht, aber es bildet die Grundlage zu recht schö- nen, wenn andere Stoffe mitwirken, wie es im folgenden Bilde So. 5. zu sehen ist.

Bildende Stoffe.

1) Schwefelsaures Kupferoxyd 1 : 12. — 2) Phosphorsaures Ammoniak t

Was bei diesem Bilde zuerst auffällt, ist der rothe Farben- ton, der von der Einwirkung des phosphor sauren Ammoniaks her- rührt. Dies Salz wurde hier nämlich ebenso wie bei >>o. 3. zwi- schen geschoben, d. h., es wurden einige Tropfen davon auf die trockne Kupicrsalzgnmdlage gebracht und nun erst, nachdem auch diese trocken geworden, die gelbe Cyausalzauflösung. Die Wirkung des iihosphorsuuren Salzes ist hier ebenso deutlich wie heiNo. 3-, denn die Eivundzeichuung in der Mitte ist sein Werk. Es bilflet nämlich schwefelsaures Ammoniak und phosphorsaures Kupferoxyd, die zugleich mit einem Ueberschuss von phosyhpr- saurem Ammoniak sieh in eigenthttmlicher Gestaltung gruppiren.

Bringt man ansalz auf, Bild in der nimmt eine

3) Gelbes Gyaneisenkalium l ; 32.

um, nachdem alles trocken geworden, das gelbe Cy- o wird das entstandene phospborsaure Kupferoxyd- Mitte nicht weggeschwemmt, sondern bleibt, aber rothe Farbe an, wie wir sie hier vor uns sehen.

Hirse rothe Farbe riilirt offenbar davon her, dass sieh das phos- phorsaure Ammoniak salz mit dem rothbrauneu Cyaneisenkupfer verbindet; eine Krseheinitrig die bis dahin unbekannt war und dies ich unter gleichzeitiger Mitwirkung von Zink- u. Mangan salzen noch auffallender wiederholt. Siehe (No. 22}. Andere Ammo- niaksalze wirken nicht so, borsaures Ammoniak ausgenommen, das röthet auch die Farbe.

Bildende Stoffe.

l) Schwefelsaures Knpferozyd. - 2) Phosphorsaures Ammoniak. - 3) Gelbes Cyaneisenkalium

1:32.

In diesem Bilde wiederholt sich das eben dagewesene, uiim- lich„No. 5., und in abgeänderter .Form oder vielmehr in Verviel- fältigung der ursprünglichen. Nachdem nämlich in den Mittel- punkt der Kupiersalzgrimdlagc phosphorsaures Ammoniak gebracht worden, sind noch vier Tropfen desselben Salzes herumgelegt wor- -li'ii. Hier erfolgt nun natürlich ganz dieselbe Zersetzung des Kupfersalzcs durch phosphorsaures Ammoniak wie im Mittelpunkt, und es entstehen anfangs fünf Bilder von phosphorsaurem Kup-

feroxyd, die dann das gelbe Cyaueisenkaliiim mit rother Farbe sichtbar macht. Die dazwischen heraustretenden Strahlenbiischel nehmen sieh sehr eigentümlich aas. — Ich stelle, wie hier im Fol- genden, stets 2 Bilder derselben Art neben einander; um zu zei- gen, mit welcher Gesetzmässigkeit der Bildungstrieb bei glei- chen Stoffen und gleichen Bedingungen sich in seinem Erzeug- uiss wiederholt.

Bildende Stoffe.

l) Schwefelsaures Kupferoxyd 1:12. — 2) Schwefelsaures Ammoniak l : iß. — 3) Gelbes GyaneisenkaUum 1:16.

Bei diesem Bilde ist anstatt dos phosplmrsaureu Ammoniaks ac/wefelaau.- ■■* Aiiunm, :,,!,- hi Anwendung gebracht worden, in- dem 9 Tropfen der Auflösung diese? Salzes auf dieselbe Kupfer- salzgrartdlage vertheilt wurden wie No. G. Gelbe Cyanaalzauf- lüsiuig macht die Wirkung dann später sichtbar. Bemerkens- werte ist die eigeuthumliche Zeichnung in den 8 Eirunden, die dm Mittelpunkt umgeben. Dieser Mittelpunkt ist aueb durch schwefelsaures Ammoniak hervorgebracht, ist aber ganz glatt im lineiii und zeigt keine Spur von der wellenartigen Bildung der 8 Eirunden des Umkreise*. Woher kommt dasV — Malier, dass

dieses mittelste Eirund der i'Iatz ist, wo die Üyansalzauflöaung aufgebracht wurde. Es wurde also von der Flüssigkeit bespült, indess die anderen Eirunden nur befeuc/det wurden. Dies kann wob! einen solchen Unterschied hervorbringen, obgleich bei vie- len andern Bildern, die auf gleiche Weise dargestellt wurden, dies nicht der Fall ist. Es stellt sieb, wie man sieht, in diesem Bilde ein be merken swerther Unterschied von Ko. 6. heraus. Ko. (j. ist durchgängig rotli, nur am Umkreise erscheint stellen- weise blau, liier dagegen ist das ganze Bild davon verdunkelt.

■*

l) 3 Tlieilc schwefelsaures Kupferoxyd l : 12. l Theil schwefelsaures Eisenoxyd S

3) Gelbes Cyaneisenkalium.

Hier haben wir eiii Bild, das sieh ganz besonders durch sei- nen grünen Farbenton auszeichnet, dessen Ursprung schon aus der gelben Umgrenzung des ganzen Bildes zu errathen ist. Die Grundlage besteht bier nämlich nicht mehr aus schwefelsaurem Kupferoxyd allein, wie hei No. 7., sondern es ist hier ein Theil

Eisensalz zugemischt, wie oben in der Vorschrift angegeben. Da- durch entsteht dann mit dem Cyansalz Mattes Cyaneisen, das merkwürdigerweise hier, wo es mit rothbrannem Cyaneisenkup- fer vermischt ist, nic/d ri'ik-iwnbluu wie es sein mitsste, sondern schiin grün erscheint.

Bildende Stoffe.

l) Schwefelsaures Manganoxydul 1 : 12. — 2) 1 Theil Ammoniakflüssigkeit, l Theil chromsaures Kali l : 12,

Das obige Bild gestaltet sich unter Mitwirkung des Sauer- stoffs der Luft und der ChromaSure auf Manganaalzgmnd. Durch beider Eintiuss wird aus dem ursprünglich abgeschiedeneu Man- ganoxydulhydrat: Manganoxydulhydrat mit brauner Farbe, die hier aber durch das gleichzeitig entstehende grüne Chromoxydhydrat

einen lichteren Farbenton erhält. — Der eigentümliche Gestal- tungstrieb der Mangansalzc, wie er bei den späteren Bildern sichtbar wird, zeigt sich hier noch etwas verworren und von Schatten und Licht ist nur erst wenig zu bemerken.

10.

Bildende Stoffe.

l ) l Theil schwefelsaures Manganoxydul 1:8. l Thcil schwefelsaures Natron 1 : 8

1 Theil Ammoniakfltissigkeit. Dieses Bild ist wesentlich dasselbe wie das vorhergehende No. 9-, aber eä ist gedehnter, gleichsam lockerer durch die Da- zwifleaenknaft eines anderen Salzes: des uchwefelaauren Natrons. Es wurde nämlich zur Darstellung der Maugansalzgrundlage der Rückstand von der Chlorbercitnug verwendet, der nach dem Glü- hen eine sUure- und cisenfreie Auflösung giebt, aber sehwefel-

-2) l Theil gelbes chromsaures Kali l : 1-2.

saures Natron etwa zur Hälfte enthält. Das Vorhandensein die- ses Salzes in der Grundlage ist hiermit die Ursache, dass das Bild sich so ausgedehnt hat, gleichsam verseil wominen ist. — Bilder ohne Zusatz von chromsaurem Kali zur Ammoniakflüssig- keit fallen noch unbestimmter aus.

Durch einen Zufall wurde ich veranlag 9t, dieselben Stoffe, die zur Erzeugung der zwei vorhergehenden Bilder (No. 9. und 10.) dienten, von Neuem, aber in anderer Weise anzuwenden, und erhielt, wie man sieht, ein ganz anderes kräftiges und gedräng- tes Bild, das sich namentlich durch seinen zackigen Umriss aus- zeichnet. Zuerst wurde die schwefelsaure Jlanganoxyilul -Auflö- sung auf's Fapier gebracht, und dann, nach dem Trockeugcwordcnsein die Auflösung des rothen chromsauren Kalis. Während das letzte

geschah, wurde im Arbeitsi'iunn langsam und gleiidmilissig Ammo- niakgaa entwickelt und verbreitet. Die Wirkung blieb nicht aus: das fo(ÄcGhromsalzwui,deziiivi//(;//»VMlu)'c]i Sättigung mit Ammoniak unter gleichzeitiger Ahscheidung von M;niganoxydul, das aber auf der Stelle auf die Chromsäure entsauerstoffend einwirkt, e sleli eine Verbindung v<m Mangunoxyd iinil Chromoxyd bildet, die am reinsten sich in dem zackigen Hand des Budes abgesetzt hat.

Bildende Stoffe.

l) 3 Theüe schwefelsaures Manganoxydul 1:8. l Theil schwefelsaures Kupferoxyd 1 :

30 Pottasche 12 Kalk und 320 Wasser bereitet.) i überaus kräftige Bild, welches wir liier vor uns haben, verdankt seinen Ausdruck und sein Gepräge besonders dem Kup- fersalz, welches in der Mangangrundinge enthalten ist. Die grün- liche Umgrenzung des Bildes rührt davon her. — Das Bild seihst, welches dem sehiinsten Maser gleicht, erfordert hei seiner Dar- stellung mehr Aufmerksamkeit als die vorhergehenden Bilder.

Es darf nämlich das Aut'trÜpf'elu der zweiten Flüssigkeit (der Kalilauge) nicht gleich nach der Einsaugung des vorigen Trop- fens, sondern muss in längeren Zwischenräumen geschehen, da- mit das anfangs mit weisser Farbe sich abscheidende Mangan- oxydulliydrat Zeit behält, sich in braunes Manganoxydlmlrat zu verwandeln.

1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:16. — 2) 1 Theil gelbes Chromsaures Kali in 16 Theile Kalilauge (siehe No, 12.) aufgelöst.

Das obige Bild ist ein Seitenstliek zu den beiden Mangan- Ammoniakbilili'rn No, {). und 10., aber das Hiichtige Amnmul.-ik ist hier dureh das nicht flüchtige Kali vertreten. Die Unter- schiede, sowohl in Form wie in Farbe, sind verschieden. Be- sonders auffallend ist der gelbe Schild, welcher durch den

schwarzbraunen Rand so gehoben wird, dass man ein wirkli- ches körperliches Gebilde zu sehen glaubt. Bei den Bildern No. 9. und 10. sind diese Scliattirnngen auch vorhanden, aber sie treten, weil das Gelbe fehlt, nicht so deutlich auf.

OT^

14.

Bildende Stoffe.

l) Schwefelsaures Manganoxydul l : 8. — 2) Rothes Cyaneisenkalium l : 24.

Auf den ersten Blick zeigt das obige Bild nicht viel auffei- lendes: ein grüner See mit braunem Ufer. Näher betrachtet er- scheint dies Ufer aber als sehr merkwürdig in seinen vielgestal- tigen Auszaekungen und Rinnen, die besonders bei durchfallendem Lichte angesehen werden müssen. Da ergiebt sich dann eine vollkommene Ferusieht-Malerei, wie sie der geschickteste Maler

nicht richtiger hervorbringen kann. Die Sache ist wunderbar genug, da hier nur 2 Stoffe: das Mangansalz und das Cyansalz aufeinander einwirken. — Es entstand nun bei mir die Aufgabe, diese Malerklmste auszubeuten, und durch verschiedene Zusätze noch vollkommenere und ausdruckvollere Bilder erhalten. Die 4 folgenden Bilder sind unter diesen Bemühungen entstanden.

Bildende Stoffe.

l) Schwefelsaures Manganoxydul 1:8. — 2) 1 Thcil Oxalsäure 1:16. l Theil rotaes Cyaneisenkalium l-.i

Hier haben wir nun den ersten AbUndevtingaversuch des Ur- bildes No. 14., es wurde der Cyansalzauflösung Oxalsäure zuge- setzt. Die Umgrenzung des Bildes ist, wie man sieht, eine ganz andere als bei No. 14., aber ebenso malerisch richtig in der Licht- und Schattengebimg. — Man kann hier die Frage aufwerfen: Woher kommt es, dass liier sich aus der blaugrünen Fläche wie bei No. 14. aus der gelbgrUnen, ein brauner Stoff sich ab-

scheidet, der eben die Entstehung des malerischen Randes be- dingt? Dieser Stoff ist eine Verbindung von Anderthalb-Cyanei- sen mit Cyanmangan, und wird als ein dicker Niederschlag er- halten, wenn man eine Manganauflösung im üeberschuss mit rother Cyansalzauflösung vermischt. Hier im Bilde entsteht an der Grenze dieselbe Verbindung, d. h. da, wo noch umgesetztes Mangansalz im Papier vorhanden ist.

3) Salpetersaures Kupferoxyd 1 : 16. —

4) Phosphorsaures Ammoniak 1

Die in der Uebevsclirift angeführte Menge der verschiedenen Stoffe, die zur Erzeugung dieses Bildes gedient haben, musste nothwendig etwas ganz Anderes in die Erscheinung bringen, als die beiden vorhergehenden Bilder. Hier ist alles auseinander ge- rissen, gleichsam verschwommen, und nur, wenn man es bei durchfallendem Lichte betrachtet, zeigt sieh ein wirkliches male-

5) Rothes Cyaneisenkalium l : 32.

risches Gebilde, das wohl Ansprüche machen kann, mit irgend einer grossen Blume verglichen zu werden. Aber es fehlt der Ausdruck, die Kraft der Farbengestaltung , wie ich sie nennen möchte, die wir bei einigen der folgenden Bilder gewahren. (Siehe Ko. 18.)

l) Schwefelsaures Manganoxydul 1 : 8. — 2) Phosphorsaures Ammoniak l : 8

% Thcile Kochsalz 1 : 2.

Durch einen glücklichen Zufall, (denn dass der bei Entste- hung so sonderbarer Gewächse, die nie ein Menscheuange gesehen hat, mitwirken niuss, ist wohl kein Zweifel) kam mir eine Koch- salz au 11 ösung in die Hand als ich rothe Cyankaliumauflüsung auf eine Mangansalz-Grundlagc tröpfeln wollte, in deren Mittelpunkt sich phosphorsaures Ammoniak befand. Ich vermischte sie mit dieser in dem oben angegebenen Verhaltniss, und wandte sie au- Mein Erstannen war gross! Das flatterhafte Bild No. lfi., heinahe ohne Begrenzung, machte einem ernsten gedrungenen, mit spiessi-

3) l Theil rothes Cyaneisenkalium l \

gen Einfassungen versehenen Platz, der gegen das Licht gehalten, noch eine mauernrtige innere UmwaUung recht deutlich gewahren lässt. Das Bild ist demnach der Gegensatz von No. 16. — Be- merkenswerth ist der Mangel jeder anderen Färbung, als der braunen; da sonst das Oyansalz auf blossem Papier schon sich mit der Zeit blau fiirbt. Kochsalz verhindert hier diese Zer- setzung, obwohl das Bild, dem hellen Sonnenschein längere Zeit ausgesetzt, bläulich wird.

l Theil Kalilauge.

Hier kommt nun endlich ein geordnetes Bild, welchßH auf der Grundlage der 4 vorherigen gewachsen ist, nur mit dem Un- terschied, dass diese Grundlage neuen dem Maugansalz auch einen kleinen Theil Eisensalz enthält, wie der gelbe Umkreis des Bil- des schon verrilth. Durah diese Beimischung einerseits, und die Versetzung der rothen Cyankaliumaunilsung mit Kalilauge an- dererseits, ist ein Bild entstanden, dessen Umgrenzung zu den

hiimlichsten gehört, die man nur sehen kann. Vorzugs- weise ist es die bandförmige, braune Einlassung mit ihren son- derbaren Verschlingungen, die besonders gegen das Lieht ge- halten, sich kräftig ausnehmen. — Von allen Bildern in diesem Buche ist keins so scharf begrenzt wie dieses. — Das Gegen- stück ist da3 Bild No. 19.

Es unterliegt keinem Zweifel, dass die e igen tl iura liehe Rand- gestaltung des vorigen Bildes (So. 18.) in der Einwirkung der Ka- lilauge ihren Grund hat; denn die braune bandförmige Ablage- rung am Rande bestellt aus Jlanganoxydhydrat, was wir in dunk- lerer Färbung schon bei No. 12. kennen gelernt haben. Es fragt sich nun, welche Wirkung unter gleichen Verhältnissen an-

2) 1 Theil rothes Cyan-

Btatt des Kali sein Gegensatz, die Oxalsäure haben würde? und die Antwort darauf ist obiges Bild, das sich gleichfalls durch sehr eigcnthümliche Auszackungcn auszeichnet, denen aber die Schärfe der bandförmigen Einlassung fehlt, die wir bei No. 18. bewunderten. — Eine Beziehung zu obigem Bilde hat das letzte in diesem Buche, (No. 32.,) wie dort nachzusehen.

Bildende Stoffe.

1) 3 Theile schwefelsaures Manganoxydul 1:8. l Theil schwefelsaures Kupferoxyd 1 : 8. — 2) Phosphorsaures Ammoniak l : 8. — 3) l Thcil Cyaneisenkalium 1:8, l Thcil Kalilauge. (Siehe No. 12.) Rothe Cyaneisen-Cyantapfer-Bilder

d sclion uuter No. 4., Ho. 5. und No. 6 vorgekommen. Sie sind gewachsen auf rei- nem mit Kupfersalz getränkten Papiergrund unter Wirkung von phosphorsaurem Ammoniak. Obiges Bild und die zwei folgenden sind ähnliche Bilder, wie schon die Farbe zeigt, aber sie wei- chen ab in Gestalt und Schattinnig, weil, wie obige Vorschrift beweist, noch andere Stoffe (z. B. Mangan, Chrom und Kali) mitwirkten. Das obige Bild ist von unreinem Roth, woran das

Mangansalz Schuld ist, welches im Vcrhältniss zum Kupfer, in zu grosser Menge vorhanden ist. Es ist aber nothwendig, um ein Gebilde wachsen zu machen, wie wir es hier vor uns haben. Eine vollkommene Blume mit vielblättrigcm Strahl, eine riesen- artige Aster, möchte man sagen, stellt sich uns hier dar. Es ist Sehade, dass die Blätter nicht etwas schärfer gesondert sind. Welcher Stoff möchte dies wohl bewirken?

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l) 1 Theil schwefelsaures Manganoxydul 1:8. 1 Theil schwefelsaures Knpferoxyd 1:8.-2) Phosphorsaures Ammoniak l : 8 — 3) l Theil Cyaneisenkalium 1:8. l Theil Kalilauge. 1 Theil Wasser.

Die Betrachtung über das umstehende grosse Asterbild (No. 21.) schloss ich mit der Frage: Welcher Stoff vielleicht im Stande wäre, eine stärkere oder schärfere Sonderung der Strahl- blättcr zu bewirken? Ich versuchte die Antwort durch allerlei Beimischungen zu erhalten. Mehr Mangansalz war von keiner Wirkung. Mehr Kupiersalz schien Etwas zu versprechen, und

so entstand das ohige Bild Es ist jedoch nicht das Gesuchte, sondern ein ganz anderes, wie man sieht. Es ist nicht schön; verdiente hier aber doch eine Stelle, wegen der eigenthümlichen Strahlenbüsehel, die von seinem Mittelpunkt ausgehend, sich gleichsam über- und nebeneinander schieben.

l) 3 Theilc schwefelsaures Mangan 1:8. 1 Theil schwefelsaures Kupfer 1:8. — 2) Phosphorsaures Ammoniak 1:8.— l Theil gelbes Cyaneisentalium 1:8. l Thcil gelbes chromsaures Kali. 2 Theile Kalilauge.

Ich bitte meine Biklerbeschauer sich das BiitI No. 13. noch einmal anzusehen, indem das obige eine bunte Fortsetzung da- von ist. Durch die Mitwirkung von Kupfersalz und Cyansalz ist es zu einem recht merkwürdigen Bilde geworden. Besonders füllt der zweite, der gelbe Rand zwischen dem inneren rotlien und dem äusseren br; m n schwarzen auf. Seine Entstehung be- ruht auf einer ebensolchen ehemischen Zerlegung der Bestandteile der letzten Flüssigkeit (3) wie dies bei No. 20. schon erörtert ist. Das Cyansalz hat sich hier mit dem Kupfersalz der Grundlage

vereinigt zu der rothen Verbindung, dann tritt die Wirkung des Chromsalzes hervor in dem gelben Rande, und endlich die der Kalilauge in der schwarzbraunen Uinschnttuug. — So maeht a die Chemie ihre Bilder, sie folgt ganz dem Gesetz der Wahlanzie- hung, wie beim Vermischen derselben Flüssigkeiten in einem Glase. Kur mit dem Unters eh ied, ilasa hier die verschiedenen chemischen Vorgänge wirklieh (nämlich hier bildlich) auseinander gehalten sind, indess im Glase alles durcheinander ist und nur ein einfar- biger Brei sichtbar wird.

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25.

1) Chloralumium 6° B.

Bildende Stoffe.

2) Gelbes Cyaneisenkalium 1 : 16. — 3) 1 Tlicil schwefelsaures Eisenoxydul 1 : 8 3 Thoilc Chloralumium 0° B.

Das obige Gebilde zeichnet sich, was die äussere Einfassung betrifft, durch eine Art Plumpheit aus, wovon in den bisherigen Bildern nicht viel zu bemerken war. Dafür ist aber auch der innere Schild mit seiner weissen Einfassung desto zierlicher. — Die Entstehung und Gestaltung beruht darauf, dass Auflösungen von T hon erde salzen und Cyaneisenkalium zusammen gemischt, sich in der Art zersetzten, dass ohne Hinzutbun von Eisen Balz blaues Cyaneisen erzeugt wird. Es entsteht nämlich zunächst

durch Wechselzersetzung mit dem Chloralumium, Chlorkalium Thoncrdchydrat und Eisenblausäure. Die Eiscnblausiiure ver- wandelt sich dann durch Luft und Lichteuwirkung in blaues Cyaneisen. — Das eben Gesagte gilt von dem plumpcn-blauen Gebilde das auf dem Chloralumiumgrnml Platz genommen. Der weiss geränderte Schild ist durch eine dritte Flüssigkeit entstan- den, die auch Chloralumium, aber ausserdem nocli Eisensalz enthielt.

2) Gelbes Cyaneisenkalinm l : 16, — 3) l Theil schwefelsaures Kopferoxyd l : 3 Theile Chloralumium 6° 13.

hier noch Platz ist, bemerke ich, dass man das Chlorahimiuni darstellt ans 47 Theilen Alaun und 36 Theilen Chlorharium, beide vorher in 130 Theilen Wasser gelöst. Anfangs zieht man das klare ab, giesst auf den Rückstand wieder Wasser, vermischt d Flüssigkeit nach der Klärung mit der ersten und so fort, bis man eine Auflösung von Chlorbarmm hat die = 6° B. wiegt.

27.

Bildende Stoffe.

1) 4 Theilc schwefelsaures Manganoxydul l Thcil schwefelsaures Zinkoxyd 1 : 8,

Zu den mit am meisten Überraschenden Thatsaclicn bei die- bbt chemischen Blumentreiberei, gehören die eigentümlichen Ausscheidungen und Sonderungen gewisser, aber erst sich bilden- der Verbindungen, die den Bildern No. 13. und 23. ein blumen- artiges Ansehen geben. Es ist das Verschiedenartige, was sieh dort nebeneinander lagert. — Neugierig war ich nun, zu erfah- ren, wie das Aehnliche oder Gleiche sich verhält, wenn begegnet? ob es gutwillig in einander '

8. — 2) Schwefelsaures Kupferoxyd 1:8. — 3) Phosphorsaures Ammoniak l : 8. 4) 1 Theil gelbes Cyaneisenkalium. l Thcil Kalilauge. 2 Theilc Wasser.

gentheil stattfindet? Letzteres ist in obigen Bildern der Fall. Jedes hat zwei Mittelpunkte, und von diesen aus entwickelten sich nun zwei gleichartige Blumen. Man sieht, sie haben mit- einander gekämpft, um nicht in einander zu flicssen. Eine jede hat ihre Selbstständigkeit behauptet, und an der Beriihnings- grenze sind gleichsam noch Verseil an zun gen zu sehen, wo ein Weiterdringen der Flüssigkeit von der einen oder der andern Seite sein Ziel fand.

sich oder ob das Gc-

Bildende Stoffe.

l) 4 Thcile schwefelsaures Maugauoxydul 1:8. l Theil schwefelsaures Zinkoxyd 1:8. — 2) Schwefelsaures Kupferoxyd l :

(in der Mitte.) — 3) Schwefelsaures Eisenoxyd 15° B. (auf 4 Stellen.) — 4) Phosphorsaures Ammoniak 1:8. —

5) Gelbes Cyaneisenkalium l : 32.

Da wir nun bereits Wunderdinge vom Bildu ligatriebe gese- hen haben, so gebietet es schon die Pflicht der Selbsterhaltung, die Sache nicht zu weit zu treiben, und das für sein Werk aus- zugeben, was der blossen Oertlichkeit zukommt, wo die aufein- ander wirkenden Stoffe sich befanden. Hiernach ist das obige auf den ersten Anblick merkwürdige Bild zu würdigen. Ganz besonders fallen die tjeünm mlbecrarligen Bildungen in die Angin, die aus den blauf/riincn Kelchen sieb entwickelt zu haben scheinen. Wenn eine solche Bildung vom Mittelpunkt ausgeben sollte (wie

bisher bei den meisten Bildern), so wäre das allerdings etwas sehr merkwürdiges. Die Sache ist aber ganz einfach. Man sehe gefälligst das letzte Bild an (No. 32 a.) Dort sieht mau vier gelbe Scheiben, die durch Auftröpfeln von einer eisen salzhaltigen Flüs- sigkeit entstanden sind. In ähnlicher Weise ist hier schwefelsaure Eisenoxydanfliisung mitgebracht worden. Sie ist so stark, dass sie die gelben Flecke bildet, die im obigen Bilde noch so weit sichtbar sind, als die (.'yausalzauniismig (5) sie nicht erreicht und in blaues Cyaneisen verwandelt hat.

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1) Schwefelsaures Kupferoxyd 1:12. — 2) 1 Tlieil Chloreisen 1 : 8. 3 Theile Chlorzinn- Ammoniak 1-.16. — 3) Phosphor- saures Ammoniak 1 : 8. — 4) Gelbes Cyaneisenkaliam 1 : 16.

Der gezackte Mittelpunkt rührt von phosphoraaurem Ammoniak her. Das Bild ist nach dem Aufbringen der Cyanaalzauflösung noch mit einigen Tropfen Wasser befeuchtet worden, wodurch es Ansehen bekommt.

Dieses Bild verdankt seine etwas verworrene Eigentümlich- keit dem Zweifach-Chlorzinn -Ammoniak in Verbindung mit Chlor- eisen, das auf der Kiipfersalzgnmdlagc so aufgetragen ist, wie das Eisensalz auf der Mangan- und Zinksalzgrundlage bei Ko. 27.

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Bildende Stoffe.

1) 32 Theile schwefelsaures Manganoxydul l : 8.

kalium 1 : 16.

Hier ist das" Mak-rmeixtemtrirl: der Chemie! eine derbere verbesserte Ausgabe von No. 15. und ein Beweis, dass chromsau- res Kali niclit immer Verwirrung anrichtet und Bilder entstellt Wie bei No. 29. Bei obigem Bilde ist chromsaures Kali von we- sentlichem Einfluss, und der prächtige Hand desselben mit sei- ner kunstgerechten Schatten- und Lichtvertheilung verdient sicher die gröaate Aufmerksamkeit, wenn man bedenkt, dass nichts da- ran gezeichnet oder gepinselt ist, und dass immer nur vom Mit- telpunkte aus (wo die Flüssigkeiten aufgetröpfelt worden) die Einwirkung geschieht. Das bläuliche Rund in der Mitte ist spä-

l Theil schwefelsaures Eisenoxydnl l l Theil rothes chromsanres Kali 1

2) 1 Theil rothes Cjaneisen-

16.

ter durch einen Tropfen Ohloralumiiira hervorgebracht und hat den Rand nicht erreicht; ist also unwesentlich in Bezug auf die Hauptsache. — Zum richtigen Verständniss dieser merkwürdigen Randbildung gehört das gegenüberstellende Bild, links. Es ist aus denselben Bestaudtheilen erwachsen, und doch so verschieden! Die Ursache ist jedoch unschwer einzusehen. Man betrachte nur die gelbe Umgrenzung, die sich bei den Bildern No. 31. nicht findet. Sie ist die von der Cyan -Chromsalzflüssigkeit (2) unbe- rührt gebliebene Mangan- Eisensalz; -Grundlage, die dagegen bei No. 31. von der Flüssigkeit (2) völlig Uberfluthet ist.

Bildende Stoffe.

l) Mangan- nnd EisensaU. — 2) Cyansalz und Oxalsäure.

We:

T^enn ich zu Jemand sagte: Hier sind zwei Gläser, in dem

einen Glase befindet sich eine bräunliche, in dem anderen eine

■wasserklare Flüssigkeit; und hier sind zwei Löffelehen

mit diesen vier Dingen will ich in Zeit von wenigen Stunden das nebenstehende Bild hervorbringen, ohne irgend etwas anderes zu thun als, mit den Löffeln, von Zeit zn Zeit ein Tröpfchen einer der obenerwähnten Flüssigkeiten aufs Papier zu bringen. Dieser Jemand wurde das unglaublich finden, denn ich behaupte damit gerade zu, dass ich im Stande bin, Bilder wachsen zu lassen! und dies ist denn auch in der That der Fall, wie alle vorhergehenden Bilder beweisen. Aber an diesem letzten Bilde will ich es meinen Beschauern noch einmal recht deutlich vor Augen bringen, indem ich das Bild

1) im Keim,

2) im Werden und

3) in der Vollendung zeige.

Die oben rechts befindlichen vier runden Scheiben von gelber Farbe sind der Keim, und hervorgebracht durch Auftröpfeln einer Flüssigkeit, die aus

4 Theilcn schwefelsaurem Manganoxydul 1 : 8 Wasser, 4 Theilcn schwefelsaurem Natron 1 : 8 Wasser und

1 Theil schwefelsaurem Eisenoxydul 1 : 4 Wasser zus ammenge setz! ist.

Diese Scheiben sind in ihrem Inhalte durchaus formlos, wie der Augenschein lehrt, gewinnen aber sogleich Gestaltung, wenn damit die oben erwähnte bräunliche Flüssigkeit in Berührung kommt, die aus

2 Theilen rothein Cyaneisenkalium 1 : 16 Wasser und 1 Theil Oxalsäure 1 : 16 Wasser

zusammengesetzt ist.

Man verfährt beim Aufbringen dieser Flüssigkeit behutsam, d. h. tropfenweise, und legt den ersten Tropfen nicht auf die vier Seheiben, sondern dahin, wo das mit Bleistift gezogene Kreuz befindlich ist. Ein zweiter Tropfen wird erst dann auf- gebracht, wenn der erste vom Papier eingesogen ist. Mit dem 3ten, 4ten n. s. w. macht man es ebenso, denn es darf nie die Flüssigkeit als solche, als fliessende, die gelben Scheiben berüh- ren, sie muss sich gleichsam b inanschleichen, sie langsam durch- dringen, sonst wird der Büdungstrieb in seiner Thatigkeit gestört, der, wie man sieht, hier etwas Ausserordentliches geleistet hat. —

Auf diese Weise entsteht mit den einfachsten Mitteln [mit nur zwei Flüssigkeiten), ein buntes nmnigfaltig gegliedertes, aber doch sehr regelmässig gestaltetes Bild. Besonders merkwürdig sind die vier muschel form igen Ausmündungen mit den blauran- digen, violetgrauen ümbiegungen, die ihnen ein hohles oder ver- tieftes Ansehen geben. Ihre Entstehung ist mir unerklärlich, aber sie geschiebt nach einem notwendigen Gesetz, weil sie sich hier acht Mal genau in gleicher Weise und Ausmalung, wenn gleich in verschiedener Grösse, wiederholt. —

Die Bedingung ihrer Entstehung liegt hier aber klar vor Augen. Man sehe das mittelste Bild an. Es zeigt von diesen Muschelgestalten noch gar nichts oder nur eine schwache An- deutung. Dies kommt davon her, dass das Gebilde in seinem Wachsen durch Maugel an Nahrung gestört worden, bringt man aber hinlänglich oxalsaures Cyansalz auf (wie es beim letzten Bilde geschehen), so werden sie auch vollständig zur Entwick- lung kommen.

Schlussbemerkungen.

1. Unter Aufsieht eines Knaben gestalten sich 1000 solcher grossen Bilder in 10 Stunden. Ein Maler wurde, im Fall eine Nachbildung möglich wäre, an einem Bilde 10 Tage zu thun haben.

2. Die Zutbateu bestehen in verschiedenen Salzauilösungen, wie sie bei jedem Bilde unter der Benennung „Bildende Stoffe" angegeben sind.

3. Der Boden für diese Bilder ist Druck- oder Löschpapier, das hier recht eigentlich vermittelst seiner Haarröhrchenkraft thätig ist. Daher erscheint das Bild auf beiden Seiten fast gleich, ist aber am Vollständigsten im Papier selbst enthalten. Dieser Umstand ist Ursache, dass alle Bilder, gegen das Lieht gehalten, viel dunkler erscheinen und daher es auch ganz unmöglich ist, ein solches Bild durch Malen oder Drucken nachzubilden.

4. Das Handwerkzeug besteht:

a) in hölzernen Rahmen mit Bindfaden netzförmig bespannt, um darauf die Papierbogen zu legen, damit sie hohl liegen.

b) in Löffelchen (zum Aufbringen der Flüssigkeiten), die mau sich aus Holzspähnchen schnitzt und nach dem Gebrauch wegwirft.

Mit diesen einfachen Mitteln werden Gebilde erzielt von so grosser Form- und Farben-Mannicbl'altigkcit, dass, sollte z. B. etwas Aehnliches durch den Berliner Buiüdittck erzeugt werden, dazu 5, 6 und mehr Druckp bitten erforderlich sein würden und zwar für jede Seite.

5. Wirklich fertige Farben gebraucht man zu diesen Bildern nicht. Der Bildungstrieb malt in seiner Art nicht nur besser, als irgend ein Maler malen kann, sondern er macht sich auch die Farben seihst, daher die wunderbaren, oft ganz unnachahm- lichen Farbentöne (z. B. No. 8 u.J), eben weil dem Maler die Farben dazu fehlen. — Die Entstehung des Bildes fällt also mit der Entstehung der Farbe zusammen oder umgekehrt: indem sich die Farbe, d. h. die gefärbte Verbindung aus den chemisch ent- gegengesetzten Stoffen bildet, gestaltet sich das Bild. Die chemische Weehselersetzung der Stoffe muss also von bestimmten Bewegun- gen begleitet sein, die nach und nach als Bild zur Buhe kommen, aber erst ganz aufhören, wenn Alles trocken geworden; man kann sagen, das noch nasse Bild lebt noch, weil es (wenigstens am Rande) noch wächst.

6. Nach Allem glaube ich nun die Behauptung aussprechen zu dürfen, dass hei der Gestaltung dieser Bilder eine neue, bis- her unbekannt gewesene Kraft thätig ist. Sie hat mit Magne- tismus, Electricität und Galvanismus nichts gemein. Sie wird nicht durch ein Aeusseres erregt oder angefacht, sondern wohnt den Stoffen ursprünglich innen und zeigt sieh wirksam, wenn diese sich in ihren chemischen Gegensätzen ausgleichen, d. h. durch Wahlanziehung und Abstossung verbinden und trennen. Ich nenne diese Kraft „Bildungstrieb" und betrachte sie als das Vorbild der in den Pflanzen und Tbieren thätigen Lebenskraft.

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Mangan- und Eisensalz allein

» »angan- und Eisensalz. - 2) Cyansalz und Oxalsäure.

l) Mangan- und Eisensalz. —

2) Cyansalz und Oxalsäure.

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