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Botanisches Hilfsbuch für Pflanzer, Kolonialbeamte, Tropenkaufleute und Forschungsreisende

Winkler, Hubert, 1875-1941
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botanyeconomic
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Botanisches Hilfsbuch

für Pflanzer, Kolonialbeamte, Tropenkaufleute

und Forschungsreisende

von Prof. Dr. Hubert Winkler

Wismar Hinstorffsche Verlagsbuchhandlung

Botanisches Hilisbuch

für

Pflanzer, Kolonialbeamte, Tropenkaufleute

und Forschungsreisende. ID Io = LIBRARY NEW YORK BOTANICAL GARDEN Von

Prof. Dr. Hubert Winkler

Privatdozent

an der Universität Breslau.

—— Be tr 72 (m

Wismar Hinstorffsche Verlagsbuchhandlung 1912.

LIBRARY DEW Y URK BOTANICAL

GARDEN

Vorwort.

Des öfteren bin ich auf meinen Reisen von Pflanzern nach einem Buch gefragt worden, das in kurzen Zügen über die in der tropisch-land- wirtschaftlichen Literatur vorkommenden Pflanzennamen Auskunft gebe. Da ich ein solches Buch nicht namhaft machen konnte, faßte ich den Ent- schluß, die Lücke auszufüllen. In erster Linie ist dabei an die deutschen Pflanzer gedacht, und daher die deutsche Literatur hauptsächlich berück- sichtigt worden. Außer der systematischen Stellung der Pflanzen, dem Heimatland und den Hauptanbaugebieten, ist meist eine kurze Beschreibung gegeben worden. Ferner wurden in kurzen Zügen die Kulturbedingungen und -Methoden dargestellt, und die Produkte, ihre Gewinnung und Bedeutung auf dem Weltmarkt gekennzeichnet. Dies schienen mir die Daten zu sein, die den Pflanzer anregen können, unter den von ihm beherrschten Bedin- gungen neue Kulturversuche aufzunehmen. Es ist deshalb über den Kreis der wichtigen und daher bekannten, in unsre Kolonien auch meist schon, wenigstens zu Versuchszwecken, eingeführten Gewächse weit hinausgegriffen worden. Denn nachdem wir die Kinderjahre unsrer Kolo- nialwirtschaft durchgemacht haben, kommen auch wir zu der bei andern Kolonialvölkern schon längst feststehenden Ansicht, daß nicht alle tropischen Pflanzungsunternehmen einen Maßstab vertragen, mit dem man an eine Goldgrube herantritt. Besonders seitdem neben den großen Gesellschaften auch Privatpflanzer mit mäßigem Kapital in unsren Kolonien ihr Glück versuchen, müssen wir den Kreis der anzubauenden Kulturgewächse weiter ziehen und auch weniger wichtige Produkte aufnehmen als Kakao, Kaut- schuk, Fasern u. a., die der Weltmarkt in großen Quantitäten verwerten kann, und die auf vielen Pflanzungen den einzigen Kulturgegenstand bilden. Die Pflege mehrer Kleinkulturen nebeneinander, oder einzelner als Neben- kultur, bietet besonders dem Privatpflanzer manche Vorteile. Er kann die Verschiedenheiten des Bodens besser ausnutzen, die Arbeiter in den ein-

ES zelnen Abschnitten des Jahres gleichmäßiger beschäftigen. Und die Kultur & eines in minderen Quantitäten geforderten Artikels, der deshalb durchaus = nicht unrentabel zu sein braucht, wird ihm auch finanziell helfen können, eben weil die Großplantagen sich nicht mit ihm befassen. — Was für den

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Pflanzer, das gilt erst recht für jene Kolonialbeamten, die von amts- wegen oder aus Neigung neue Kulturversuche anbahnen oder empfehlen wollen.

Solche Anregungen können aber auch von den Konsumenten ausgehen, hauptsächlich denen der ersten Hand, den Großkaufleuten und Industriellen. Diese werden dabei meist an den Namen anknüpfen, unter dem ein Produkt im Handel bekannt ist oder neu angeboten wird. Der zweite Teil des Buches bietet deshalb eine große Zahl von Eingebornen- und Handelsnamen. Für den Gebrauch dieses Teiles sei bemerkt, daß die Namen alphabetisch geordnet und mit einer oder mehren Zahlen versehen sind. Diese Zahlen weisen auf den ersten Teil zurück, der die wissen- schaftlichen Namen der Stammpflanzen in alphabetischer Reihenfolge und fortlaufender Zählung enthält.

Außer den Handelsnamen sind im zweiten Teil die wichtigsten Volks- namen aufgenommen worden. Abgesehen davon, daß auch Pflanzer und Kaufleute öfter den Wunsch haben werden, Eingebornennamen auf die mit ihnen gemeinte Pflanze beziehen zu können, ist dabei in erster Linie an Forschungsreisende gedacht. Ueber die Kulturpflanzen der Einge- bornen ist die Wissenschaft zum großen Teil noch recht mangelhaft unter- richtet. Die Arten und Varietäten und ihre Verbreitung haben aber nicht nur für den Botaniker Interesse, sondern in gleichem Maße auch für den Kulturforscher, wie Stuhlmanns großes Werk über Ost-Afrika in treffen- der Weise zeigt. Nun bin ich mir wohl bewußt, daß Volksnamen durch- aus nicht eindeutig, in der Literatur auch mit vielen Fehlern registriert sind. Ein andres Mittel, dem Reisenden, . zumal wenn er Nichtbotaniker ist, — auch solche können hier wichtiges Material sammeln — bei solchen Studien zu Hilfe zu kommen, gibt es aber nicht. Jeder Forschungsreisende hat auch so viel Schulung, daß er die Angaben des Buches nicht ohne Kritik hinnehmen wird. Die kurzen botanischen Beschreibungen im ersten Teile werden seine Zweifel schon wecken und ihn zu Versuchen der Richtigstellung veranlassen. Bemerkt sei noch, daß ich mich bei den Ein- gebornennamen unsrer Kolonien möglichster Vollständigkeit befleißigt, daneben aber auch die andern Tropenländer berücksichtigt habe.

Der nach Produkten geordnete dritte Teil wird vielfach ein Hilfs- mittel sein, nach bestimmter Richtung hin Gesuchtes leichter und voll- ständiger zu finden. Fettgedruckte Ziffern sollen die Wichtigkeit der betreffenden Pflanze andeuten. Doch ist dieses Werturteil vielfach sub- iektiv, soll auch nur zur Anregung dienen. Der Anhang, der die bedeutenderen tropischen und subtropischen botanischen Gärten und Kulturstationen und die hauptsächlich in Betracht kommenden gärtnerischen Handelsfirmen aufzählt, kann bei Beschaffung von Samen und Pflanzen von Nutzen sein.

Zu bedauern ist, daß dem Buche Abbildungen fehlen. Sie hätten aber eine erhebliche Verzögerung des Druckes und starke Verteuerung bedeutet. An der Auswahl des Stoffes wird nach Geschmack und Stand-

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punkt mancher zu tadeln haben; damit muß ich mich abfinden. Um Nachsicht bitte ich aber, wenn sich auch Fehler herausstellen sollten. Ganz sind sie bei einer solchen Masse von Einzelangaben wohl kaum zu vermeiden, obwohl große Mühe und viel Zeit bei der Ausarbeitung auf- gewendet worden sind. An dieser Stelle möchte ich nicht verfehlen, meiner emsigen Mitarbeiterin, Fräulein Helene Schroeter in Breslau, meinen herzlichsten Dank zu sagen.

Möge das Buch der kolonialen Landwirtschaft und der heimischen Wissenschaft einige Bereicherung vermitteln.

Breslau, Pfingsten 1912.

Hubert Winkler.

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Die abgekürzten

Literaturangaben

weisen auf folgende Werke hin:

Fesca, M. Der Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen. Berlin 1904 ff.

Kolbe, W. Gemüsebau in den Tropen und Subtropen. Berlin 1911.

Sadebeck, R. Die Kulturgewächse der deutschen Kolonien und ihre Erzeugnisse. Jena 1899.

Semler, M. Die tropische Agrikultur, 4 Bde. Wismar 1897 ff. Wiesner, J. Die Rohstoffe des Pflanzenreiches. Leipzig 1900 u. 1903.

Der Pflanzer. Ratgeber für tropische Landwirtschaft. Tanga, O.-Afr. 1905 ff.

Der Tropenpflanzer. Zeitschrift für tropische Landwirtschaft. Berlin 1897 ff.

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1. Abelmoschus esculentus. Malvacee. Halbstrauch, wahr- scheinlich in O.-Ind. wild, in den Tropen der ganzen Erde kult. und meist ochro oder gombo genannt. Die schleimhaltigen jungen Früchte, auch die Blätter als Gemüse und zu Suppen benutzt. Liefert auch eine Faser, Gumbo of Louisiana, Okra fibre, Bandakai fibre, die als Ersatz für Jute dienen soll, in N.-Am. auch zur Papier- fabrikation verwendet wird.

2. Abelmoschus moschatus. Malvacee. Einjährige, bis 2 m hohe Pflanze, in Indien heimisch, heute in allen Tropengebieten kult. Bei den Hindus und in Bengalen heißt sie mushkdana, in Madras kattukkasturi, auf malayisch gandapura, auf arabisch habbul mishk. Die nach Moschus riechenden, als Räuchermittel benutzten Samen (Moschusstrauch) kommen als Bisamkörner, Semen Abelmoschi in den Handel und liefern das früher in der Parfümerie gebrauchte Moschuskörneröl, Ambrettekörneröl. Die un- reifen Früchte als Gemüse gegessen. Auch eine juteähnliche Bast- faser kommt von der Pflanze.

3. Abelmoschus tetraphyllu. Malvacee. In Indien rai bhendä genannte, in den gebirgigen Gegenden Hindostans gemeine Pflanze, aus deren vor der Fruchtreife gesammelten Stengeln eine sehr feine Faser abgeschieden wird, die im Handel manchmal als Jute vorkommt.

4. Aberia — Doryalis.

5. Abroma augustum. Sterculiacee. In den heißeren Teilen von Indien wild; dort und auf Mauritius auch angepflanzt; ulta- kamal oder ulatkambal, wollut comul, perennierender ind. Hanf, von den Engländern Devil’s Cotton genannt. Der sehr leicht zu kulti- vierende 2—3 m hohe Strauch mit ziemlich großen, dünnen, an den älteren Teilen gelappten, an den jüngeren abgerundet dreieckigen Blättern, braunen hängenden Blüten und aufrechtstehenden, 4—5 cm messenden, malven- ähnlichen (Kakaomalve) Früchten, liefert in dem Rindenbast seiner Zweige eine seidig glänzende weiße Faser, die stärker als Sunnhanf sein soll und zur Spinnerei, auch zur Papierfabrikation dient. Auf den Sunda- Inseln und Molukken wird Abroma mollis ebenso verwertet.

6. Abrus precatorius. Leguminose Paternostererbse. Windendes Kraut aus Indien, jetzt in allen Tropenländern verbreitet. Die roten Samen mit schwarzem Fleck giftig, dienen als Gewichte, in der Augenheilkunde und gegen Hautkrankheiten (Semen Jequirity), die Wurzel als indisches oder amerikanisches Süßholz.

7. Abutilon spec. div. Malvacee. Verschiedene Arten dieser in den Tropen der alten und neuen Welt heimischen Gattung liefern Bast oder Fasern, so A. Avicennae in Indien (Indian Mallow),

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China, N.- und S.-Am., auch kultiviert, 1jähriges Kraut. — A. Bed- fordianum, kleiner Strauch aus Brasilien, der auch nach Australien eingeführt ist. — A. incanum, in Mexiko Tronadora genannt, bis 3 m hoher Strauch. — A. indicum (Country Mallow), kleiner 1ljähriger Strauch mit gelben Malvenblüten und breit eiförmigen, am Grunde herz- förmigen Blättern, in Indien und Burma, malay. Archipel, auch in Afr.; auf Mauritius kult.; von den Hindus kanghi, in Bengalen potari, auf Ceylon anoda gaha, malayisch uram, auf Sumatrakadam-kadam genannt; der Bast soll auffallend stark sein und kommt im Handel als Kashki-Faser vor. In Usambara fjefje, mweve. Findet sich im Rufiji-Gebiet (D.-O.-Afr.) in großer Menge. Handelsbezeichnungen der Faser der nahe verwandten A. Avicennae sind: chinesische und amerikanische Jute, Tientsin-Jute, Chanore de Chine; in China selbst heißt sie ching ma. Die Namen Jute von Venezuela und Jute aus Indochina dürften sich ebenfalls auf dieses oder ein sehr nahe verwandtes Produkt beziehen. — A. molle aus Brasilien, in Austral. eingeführt und kult. (Lantern flower). — A. strictum, eben- falls aus Brasilien und in Austral. versuchsweise kultiviert. — A. glau- cum, von den Arabern umbur genannt und der als Kaffeeersatz dienenden Samen (gargadan) wegen kultiviert; A. graveolens, beides niedrige, buschige Kräuter, im ganzen Sudan, Nubien und Kordofan, liefern eine sehr feine und dabei ziemlich starke Faser. Die Vertreter der Gattung Abutilon, von denen noch eine ganze Anzahl lokale Verwendung findet, stellen Kräuter, Sträucher, seltner kleine Bäume dar mit weichem Holz, meist herzförmigen Blättern und ziemlich großen, malvenartigen, weißen oder roten, einzeln stehenden Blüten. Weitere Verbreitung hat sich die Faser nicht erobert, weshalb Anpflanzung nicht lohnt.

8. Abutilon periplocifolium — Wissadula rostrata.

9. Acacia spec. div. Leguminose. Sehr häufig dornige, größere oder kleinere Bäume, nicht selten mit abgeflachter Schirmkrone, mit doppelt und oft sehr zierlich gefiederten Blättern. Die kleinen gelben, seltner weißlichen Blüten stehen zahlreich in gestielten kugeligen Köpfchen oder zylindrischen Aehren, die einzeln oder zu zweien den Blattachseln entspringen oder an den Zweigenden traubig oder rispig angeordnet sind. Die Früchte sind Hülsen, die sehr vielgestaltig auftreten; sie sind je nach der Art eiförmig, länglich oder linealisch, grade, gekrümmt oder gedreht, flach, konvex oder stielrund, häutig, lederartig oder holzig, zweiklappig oder nicht aufspringend, innen gewöhnlich nicht gekammert. Die Gattung ist heimisch in den Tropen und Subtropen beider Halbkugeln, besonders in Afrika und Australien.

Das Hauptprodukt einer großen Anzahl von Arten ist Gummi, ein sehr verbreiteter Pflanzenstoff, der durch chemische Umwandlung der Zellulose entsteht. Das Gummi fand schon bei den Aegyptern 17 Jahrhunderte vor Chr. in der Malerei Anwendung; heute wird es, außer als Klebmittel, zu feinen Appreturen für Seidenwaren und Spitzen, aber auch beim Zeugdruck, ferner zur Herstellung von Wasserfarben und Tinten, ferner in der Likör- und Zündholzfabrikation und in der Medizin ge- braucht. Die Sorten des Akaziengummis werden nach der Provenienz eingeteilt. Alle in Wasser löslichen Gummiarten werden gewöhnlich als „arabisches Gummi“ (Gummi arabicum) bezeichnet. Arabisches Gummi im engeren Sinne ist das aus Nordost-Afrika kommende Gummi, dessen beste Sorten von A. verek (= A. Senegal), in den Senegal- ländern verek, in den Nilländern mit dem arabischen Namen haschab ge-

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nannt, stammen, die in O.-Darfur und in Kordofan ganze Waldungen bilden sollen. Der Baum ist von anderen A.-Arten, mit denen er zusammen wächst, leicht dadurch zu unterscheiden, daß seine Blütenköpfchen fast weiß sind und bis 8 cm lange, das Laub weit überragende Aehren bilden.

Die beste Sorte des arabischen Gummis ist das Kordofangummi, dessen Haupteinfuhrort in Europa Triest ist. Dem Kordofan an Güte zu- nächst steht das Sennaargummi, dann das Suakin- oder Talha- gummi, das vornehmlich auf der Hochebene von Takka von A. Ehren- bergiana und A. stenocarpa gesammelt und von Suakin am roten Meere verschifft wird. Unter den mittleren Sorten des arabischen Gummis steht das Geddahgummi obenan. Es ist besonders für die Appretur von Geweben sehr geschätzt. Auch Somaligummi gelangt über Aden als arabisches Gummi in den Handel. Es scheint ein Sammelprodukt von verschiedenen A.-Arten zu sein. Gummi soll für die Somali bei langen Tagemärschen die einzige Nahrung bilden. Da auch die guten Sorten des Senegalgummis von A. verek abstammen, der somit überhaupt der wichtigste Gummibaum ist, so braucht man für das in den Nilländern von der- selben Pflanze gewonnene Gummi den Namen Nilgummi. Doch kommen gute Sorten des Nilgummis auch noch von anderen Akazien, wie A.abyssi- nica, A. glaucophylla, A. Giraffae. Die beste Senegalsorte ist das Produkt vom Unterlauf des Flusses (Gomme du bas du fleuve), dann folgt das Gummi vom Oberlauf des Senegal (Gomme du haut du fleuve oder Galam). Wohl schon diese, sicher aber die dritte Qualität, das Gomme friable oder Salabreda, Sadrabeida, stammt von A. vera und A. albida, dem Anabaum, von den Tschaudjo in Togo, kolä genannt, einem riesigen, im trop. Afrika verbreiteten Charakterbaum mit weißen Zweigen. In der Namasprache wird er anadi genannt, von den Eingeborenen Angolas cöcöto oder capollo, von den dortigen Portugiesen Espinheiro. Seine langen Hülsen scheinen sehr viel Stärke zu enthalten und werden manchmal von den Eingeb. gegessen. Wenn man sie, vielleicht durch Auslaugen der zermalmten Hülsen in lauwarmem Wasser, von der Gerbsäure befreien könnte, würden sie eine gute Kost darstellen. Auch als Ochsenfutter dienen sie.

Ueber das deutsch-afrikanisce Gummi sind die Meinungen noch nicht geklärt. Es ist wohl sicher, daß es von verschiedenen A.-Arten abstammt. In Deutsch-O.-Afr. hat man das Produkt von A. usamba- rensis gesammelt, das jedoch geringwertig ist, weil es zuviel unlösliches Gummi enthält. Technisch brauchbar ist das Gummi von A. seyal, A. spirocarpa, A. arabica, A. stenocarpa; das Produkt von A. Kirkii kann wie das von A. verek als Medizinalgummi Verwendung finden. Es sollte hier eine sorgfältige Auslese stattfinden. Im S. des Gebietes ist nach Busse A. verugera die einzige A.-Art, die Gummi liefert, aber nicht häufig vorkommt. In Deutsch-S.-W.-Afr. kommen haupt- sächlich A. horrida (Doornboom, Thorn tree) in Betracht, ein verbreiteter Strauch, der wegen seiner über I dcm langen, starren, elfenbein- farbenen Dornen zur Herstellung von Hecken benutzt wird. Das von ihm gelieferte Gummi soll in allen wesentlichen Eigenschaften mit den guten Sorten des Nil- und Senegalgummis übereinstimmen. Es soll eines der wichtigsten Nahrungsmittel für die Bergdaman und Hottentotten sein; ebenso das nach Dinter erstklassige Gummi von A. detinens, dem Hakjesdorn, der besonders in der Waterberger Gegend vorkommt. A. dulcis (omungongomui) liefert in sehr geringen Mengen ein von den Eingeb. begehrtes Gummi von intensiver Süßigkeit. Da auch die Rinde ziemlich tanninhaltig und das dauerhafte Holz als Bau- und Werkholz

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vorzüglich ist, die abgeschlagenen Zweige in Zeiten anhaltender Dürre als Notfutter für Kleinvieh dienen können, der Baum zur Blütezeit von Bienen sehr besucht wird und in den Blüten ein duftendes ätherisches Oel enthält, das zu Parfümeriezwecken Verwertung finden könnte, so ist die Art zur Plantagenkultur im Namalande empfohlen worden (Tropenpfl. II, [1898]. 14, dort auch Abbild. S. 18). Auch das tunesische Gummi soll übrigens von ihr stammen. A. Giraffae, Kameldorn, Camelthorn ge- nannt, ein ziemlich hoher, sehr dicker Baum in den trockensten und heißesten Gegenden S.-Afr.'s, mit äußerst hartem Holz. Als Kameldorn wird auch eine andere Art bezeichnet, A. erioloba, die nach Schinz mit A. Giraffae identisch, nach anderen jedoch durch den nicht schirm- förmigen Wuchs der Krone, die schlanken, weißen Dornen und mehr sichel- förmigen Hülsen von ihr unterschieden sein soll. Sie wird bei den Hotten- totten, Buschmännern und Damaras als ganas, bei den Hereros als omumbonde bezeichnet. Ihr Gummi ist rotbraun und minderwertig, das Holz außerordentlich hart. (Abbild. Tropenpfl. a. a. ©. S. 19.) Schließlich die schon erwähnte A. albida. Das südwestafr. Gummi heißt im Handel Cap gum.

Andere Gummiakazien sind A. gummifera (Marokkanisches, Mogador- oder Berbergummi, Amrad), in Angola und Benguella außer A.horrida und A. albida auch A. etbaica und A. erubescens, beides gute Qualitäten. Die aus dem englischen Nigergebiet als Niger gum auf dem Liverpooler Markt gebrachte Gummisorte stammt von A. albida, A vera (=A. arabica, haussa: magarua, tschaudjo: bäni), A. tomentosa, A. adstringens, A. fasciculata, A. neb- oueb, A. seyal, im trop. Afr. soffar, auch talh oder talch, von den Haussa palarkäia, den Fulbe anüki genannt.

Das Ostindische Gummi geht z. T. auf Feronia elephan- tum, Odina wodier und Anogeissus latifolia zurück, doch .wird auch Akaziengummi in Indien gesammelt. Es soll abstammen von A. fer- ruginea und A. catechu; das Produkt der letzteren gehört zu den geringsten Sorten von Akaziengummi. Ebenfalls nur geringwertig ist das Produkt von A. Farnesiana. Diese Art ist wahrscheinlich in W.-Indien heimisch, heute aber durch Kultur in den wärmeren Strichen aller Welt- teile verbreitet, und zwar zuerst in den Farnesianischen Gärten in Rom angepflanzt, woher ihr Name.

Die Hauptstammpflanze des australischen Gummis, der im engl. Handel und in den Heimatländern Wattle gum genannt wird, ist A. pycnantha, einer der nützlichsten Bäume in Viktoria und S.-Austr., von den Kolonisten Golden wattle genannt. Daneben kommen in Betracht A. homalophylla, in den Wüsten von S.-Austr. und Neusüd- wales Myall genannt; A. dealbata, der Silver wattle, A. molis- sima und A. retinoides.

Eine Anzahl von A.-Arten sind hervorragend wichtige Gerbstoff- lieferanten, so vor allen A. decurrens aus Australien, die Stammpflanze der Mimosarinde oder Wattle-Rinde. In Australien Black Wattle genannt, botanisch auch als A. decurrens var. molissima oder A. d. var. mollis oder kurz als A. mollissima bezeichnet. Außer dieser Art dient in Australien zur Gewinnung von Gerbrinde noch A. deal- bata (oder A. decurrens var. dealbata), der Silver Wattle und A. pyenantha, der Golden, Broadleaf oder Green Wattle. Der Gehalt der Mimosarinde an Gerbsäure beträgt 24—40°/,. Da Australien sein Produkt fast ganz aufbraucht, so hat man in Indien und Amerika, selbst in Spanien Kulturversuche gemacht. Am besten gedeihen die

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Gerberakazien in trocknem subtrop. Klima. Da sie jedoch sehr anpassungs- fähig sind, wachsen sie auch in den Tropen, wo es nicht zu feucht ist. In bezug auf Boden genügsam, befördert ein nicht zu sandiger und steiniger aber tiefgründiger Boden das Wachstum sehr erheblich. Kalkgehalt des Bodens soll den Gerbsäuregehalt herabsetzen. Die Anzucht erfolgt aus Samen. Da dieser sehr hartschalig ist, empfiehlt es sich, ihn vor der Aussaat in warmes Wasser zu legen bis er weich wird. Angerösteter Same soll noch schneller keimen. Er kann an Ort und Stelle ausgelegt werden, in Saatfurchen, die man in Abständen von 1'/;—13/,m über das ganze nur roh vorbereitete Land zieht. Der Same darf höchstens '/—3/, Zoll Erdbedeckung erhalten. Wenn die Pflänzchen 30—40 cm hoch geworden sind, werden sie so ausgedünnt, daß die Abstände zwischen den Bäumen in den Reihen etwa I m betragen. Die Ernte kann erst nach dem 5. Jahre beginnen. Viel älter als 10 Jahre wird der Baum nicht; das Produkt von 9—10jährigen Bäumen ist am wertvollsten. Man sollte deshalb die Be- stände vom 5. bis zum 9. Jahre nur so viel ausdünnen, daß alle Bäume sich gut entfalten können. Die Rinde wird von den gefällten Bäumen gewonnen. Unmittelbar nach dem Fällen wird sie von Stamm und Aesten geschält und soll möglichst schnell getrocknet und in einem dunklen, trocknen Raum aufbewahrt werden. Die Verjüngung der genutzten Bestände geschieht durch ausgefallenen Samen. Für die Kultur kommt Black Wattle (schwarze Akazie) und Golden Wattle (Goldakazie) in Betracht, hauptsächlich erstere. Die Blackwattle-Kultur ist in Natal bereits in sroßem Maßstabe eingeführt. Versuche sind in D.-O -Afr. in W.-Usambara und bei Daressalam mit Erfolg angestellt worden, sowohl im fiskalischen Betrieb, als von Privaten. Stuhlmann bezeichnet besonders das Gebiet am Viktoria-See als aussichtsreich. Nach den Studien von Prof. Zimmer- mann kann A. dealbata wegen ihres geringen Gerbstoffgehaltes für die Kultur nicht in Betracht kommen. Die wertvollste Art ist A. mollissima, die heute in Natal zur Gerbstoffgewinnung anscheinend ausschließlich an- gebaut wird. Man sollte durch Zuchtwahl ertragreiche Bäume schaffen und sie vor Kreuzung mit den beiden weniger wertvollen Arten bewahren. Eine scharfe Konkurrenz bildet zurzeit die gerbstoffreichere Rinde von Eucalyptus occidentalis, Malletrinde, die aus W.-Australien in großen Mengen nach Europa importiert wird. Nach Stuhlmann wird sie der Mimosenrinde nicht viel Abbruch tun. Bei dem großen Bedarf an Gerbmaterialien, den Deutschland zum großen Teil aus dem Auslande deckt, haben beide Kulturen gute Aussichten.

Sehr wertvoll scheint auch die aus W.-Austr. stammende Weeping Wattle oder Tanners Wattle, A. saligna zu sein, die des kräftigen Wuchses wegen, trotz des etwas niedrigen Gerbstoffgehalts für Kultur- versuche zu empfehlen ist. Die Bäume erreichen in 3—4 Jahren nach der Aussaat Stämme von 25—30 cm Stärke. A. penninervis, in Australien als Hickory oder Mountain Hickory bezeichnet, steigt bis ins Hoch- gebirge hinauf und dürfte sich zur Ausnutzung öder Gebirgsländereien in den Tropen und Subtropen empfehlen. Andere Akazien, die in ihrer Heimat zum Gerben verwendet werden, sind folgende: A. bambolah, deren gerbstoffhaltige Hülsen Bablah genannt werden. Auch die Hülsen anderer Akazienarten kommen als Bablah in den Handel, so von A. ara- bica (= A. vera), A. seyal (= A. fistula, Flötenakazie) und A. verek aus OÖ.-Afrika, ferner die ebenfalls dort heimischen A. nilotica (neb-neb, garrat) und A. sing, die auch Rinde liefern. — A. catechu (Indien), A. horrida (Cap), A. lasiophylla (Queens- land, in Algier kult.),, A. Adansoni (Senegal, dort gonakie genannt),

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A. Farnesiana (Indien, Java, nagasaria genannt), A. harpophylla (Südqueensland, sehr reich an Gerbstoff), A. leucophloea (Indien, Java: pilang) geben ebenfalls Gerbrinde.. A. subulata in O.-Afr. enthält in der Rinde 7—10, in den reifen Früchten 20—21°/, Gerbstoff, kommt für den Export aber doch wohl kaum in Betracht.

Noch manches andere Produkt liefern die Akazien, vor allem sehr geschätzte Nutzhölzer, so A. dodonaeifolia aus S.-Austr. Auch der Golden wattle, A. pycnantha, gibt Holz zu Drechslerarbeiten. Von A.homalophylla (Myall aus S.-Austr. und Neusüdwales) stammt das harte, schwere, nach Veilchenwurz duftende Veilchenholz, das zur Herstellung von Tabakspfeifen u. Galanteriewaren dient. A. melanoxylon aus SO.-Austr., in Indien naturalisiert, liefert das dunkelbraune australische Black wood zu feinen Möbeln und Furnieren, zum Wagenbau und zur Herstellung landwirtschaftlicher Geräte; A. excelsa, O.-Austr., eine Art Rosenholz; A.koa von den Sandwichinseln, ein als Koa bezeichnetes ausgezeichnetes Nutzholz. Das sehr harte, schwarzbraune Holz der im extratrop. Zentral- und S.-Austr. mulga genannten A. aneura dient zu Waffen und Bumerangs der Eingeborenen; das nach Himbeeren duftende von A.acuminata ist in W.-Austr. sehr geschätzt, liefert dort die beste Kohle; das von A. decurrens dient zu Böttcher- und Drechslerarbeiten. A. stenophylla aus Inner-Austral., A. ferruginea aus Vorderindien und die vielfach kultivierte A. Farnesiana liefern „Eisenholz“. Vor- züglich ist auch das Nutzholz der austral. A. dealbata, der indischen A. planifrons und A. modesta. In Indien wird das im Splint gelbweiße, im Kern rötliche, sehr harte und dauerhafte, den Termiten und Bohrmuscheln widerstehende Holz von A. catechu hochgeschätzt, die auch in O.-Afr. massenhaft vorkommt. A. arabica aus dem trop. As. und Afr. (kikar, babul) gibt vorzügliches, sehr dauerhaftes, vielfach verwendetes, in seiner Heimat sunt genanntes Holz. Das von A. hetero- phylla, auf Mauritius und Bourbon, wird beim Schiffsbau verwendet. Ein sehr hartes Nutzholz liefert auch der Camel-Thorn Südafrikas, A. Giraffae. Das Holz der ostafr., in Usambara kagunga nischwa genannten A. Holstii ist von außergewöhnlicher Härte und Schwere, auf grünlichgrauem Grunde hellgelb gefleckt und dunkler gezont. Auch A. Brosigii aus O.-Afr. hat ein zu allen Bauzwecken gut verwendbares Holz mit dunkelgelbem bis fast schwarzem Kern (Mkambalaholz). Dem Guajakholz ähnlich, aber weniger harzreich, ist das Holz von A. Perrotii, O.-Afr., als weiblicher Namavelebaum bezeichnet, weil, besonders im Alter von 5—10 Jahren, an seinem Stamm stark hervor- tretende pyramidenförmige Warzen erscheinen, die ihn in dicht anein- andergereihten Ringen umgeben und sich mit weiblichen Brüsten vergleichen lassen. Sie enthalten einen gelben, in Kimakonde nungamo genannten Farbstoff, der von den Eingeb. zum Gelbfärben von Matten benutzt wird. (Abb. Tropenpfl. II, [1898]. 313.) A.usambarensis, in Usambara mtuzi oder mzuzu genannt, liefert vorzügliches, auf hellgelbem Grunde dunkler getüpfeltes Nutzholz; A. cavenia aus dem extratrop. S.-Amer., in Chile Espino genannt, ebenfalls sehr hartes, auch im Boden dauerhaftes Holz.

Aus A. catechu, Indien und Ceylon bis O.-Afr., wird die als Catechu bezeichnete und hauptsächlich im Zeugdruck, aber auch in der Gerberei, ferner gegen Kesselstein und als Arzeneimittel verwendete Substanz durch Auskochen des dunklen Kernholzes gewonnen. Früher hieß sie Terra japonica oder Terra catechu. Die Franzosen nennen sie cachou. Da die Erzeugung besonders in Pegu betrieben wird, spricht man auch von Pegucatechu; in Indien führt es die Namen khair, Khayer,

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- kashu, kachu, katha, kat oder kut, bei den Engländern cutch. Beim Betelkauen dient Catechu als Ersatz für Gambir. — In O.-Afr., wo A. catechu in Usambara mgenda oder mgunga genannt wird, denkt man leider nicht an die Ausbeutung dieser in den Gebirgstälern und dem Steppenwalde massenhaft auftretenden Akazie. Auch A.suma (=A.cam- pylacantha) aus Ind. und Afr., von den Ewe in Togo gadjä pupu oder gadza wuwu, in Atakpame chrinika genannt, wird als catechin- reich angegeben, aber nicht ausgebeutet.

A.concinna, eine indische Art, enthält in den Hülsen, die deshalb von den Engländern Seifennüsse genannt werden, Saponin.

Eines der wertvollsten Blütenparfüms, das Cassiaöl oder Cassia- blütenöl, liefert A. Farnesiana (s. oben). Große, zu seiner Gewinnung angelegte Kulturen finden sich in Algier und S.-Frankreich, wo der Baum Cassier, Cassier du Levant, Cassillier de Farn£se, die Blüten Fleurs de Cassie heißen.

Eine Anzahl von A.-Arten sind Ziergewächse. Die aus Australien stammende A. cyclops ist in D.-S.-W.-Afr. zur Befestigung von Wander- dünen angepflanzt worden.

10. Acalypha spec. div. Euphorbiacee. Mehrere Arten in bunt- blättrigen Formen häufige Ziersträucher in den Tropen.

11. Acanthophoenix rubra. Palme. Mittelhohe Fiederpalme mit filzig-stacheligen Blattstielen und dicht bestachelten Blattscheiden. Die genannte Art und A. crinita auf Reunion zur Gewinnung des Palmen- kohls kult.

12. Acanthosicyos horrida. Cucurbitacee. Narras-Pflanze. Fast blattloser, dorniger Strauch mit stark verzweigten grünen Ranken und armdicker, nicht selten 15 m langer Wurzel, die bis zum Grunde der Dünen in die feuchte Sandschicht hinabdringt. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Bedeckt in dichten 1 bis 1,5 m hohen Hecken die Abhänge, Gipfel und Dünen der Walfischbei. Die Früchte sind größer als Orangen, bis 1,5 kg schwer, dornig-warzig, mit gelblich-weißem, fast flüssigem Fleisch, das zahlreiche ölhaltige Samen einschließt und sehr nahrhaft ist; es bildet ein Hauptnahrungsmittel der Hottentotten, und hat auch die Gunst der Europäer gefunden. Beim Genuß unreifer Früchte tritt ein vorübergehendes Brennen und Anschwellen der Lippen und des Mundes ein. Es wird auch zu Mus zerkocht und in Fladen getrocknet, oder der Saft zu einem Syrup eingekocht, der zur Bereitung von Zuckerbier Verwendung findet. Die Narraskerne, auch Butterpits genannt, werden in Kapstadt wie andere Nüsse gehandelt. Aus den Kernen gewinnen die Eingeborenen Oel, das auch zu Speisezwecken verwandt wird. Da die Kerne beim Genuß des Fleisches mit verschluckt und erst dann zum Verkauf an die Faktoreien gesammelt werden, so muß davor gewarnt werden, sie mit den Zähnen zu knacken.

Eine industrielle Ausbeute der Narras scheint gut möglich zur Speise- ölfabrikation bei Ausnutzung des hohen Eiweißgehaltes der Preßrückstände und zur Alkoholgewinnung aus dem zuckerreichen, frischen Fruchtfleisch. Nach Dinter ist die Kultur der wertvollen Pflanze im unteren Swakop über Grundwasser, bis vielleicht nach Salem hinauf, gut möglich.

13. Acer saccharinum. Aceracee. 20-30 m hoher Baum. Zuckerahorn. Der durch Anbohrung gewonnene Saft wird im O. der Ver. Staaten und Kanada auf Zucker verarbeitet (Ahornzucker), dessen Verbrauch sich auf die Gewinnungsländer beschränkt. — A. negundo,

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der bekannte, bei uns häufig angepflanzte Zierbaum, und A.saccharum dienen demselben Zweck.

14. Achras sapota. Sapotacee. Sapotillbaum, Sapodill- boom oder Breiapfel, aus dem trop. Amerika, als Obstbaum durch Kultur in den Tropen weit verbreitet. Von dieser wertvollen Frucht, die an der Spitze schwach genabelt ist, an der Basis den bleibenden Kelch trägt, gibt es viele und sehr verschiedene Varietäten: kleine und große; kugelrunde und lange; grüne, orangefarbene, aschgraue; glatte und rauhe; frühe und späte; auch samenlose Sorten. Der Baum wird allein durch Samen vermehrt, wenn samenlos, durch Pfropfen.‘ Er gedeiht von der Meeresküste bis 1400 m. Aus der Rinde wie aus dem Fruchtfleisch erhält man außerdem einen Stoff, in dem sich etwas Kautschuk, aber keine Gutta findet. Er wird als Chiclegummi mit vielen anderen Ingredienzien zur Herstellung von Kaugummi verwandt.

15. Acokanthera spec. div. Apocynacee. Sträucher oder kleine Bäume, die' Aehnlichkeit mit einem Kaffeebaum haben. Aus den wohl- riechenden weißen Blüten, die in den Achseln der dicken, ledrigen Blätter stehen, entwickeln sich schwarzviolette Beeren. Abgesehen von dem Fleisch dieser Früchte enthalten alle Teile der Pflanzen — es gibt mehrere sehr nahe verwandte Arten, wie A. abyssinica, A. Schimperi in O.-Afr.; A. Deflersii in Erytrea und Jemen; A. quabaio im Somali- land — ein starkes Herzgift, das allgemein als Pfeilgift Verwendung findet, und fast überall msunguti, mchunguti genannt wird. Die Somali von Ogaden nennen die Pflanze wabai, wabajo, ghedu- lajowaba, die Abessinier (Tigrinja) die ihrige mptah, muptah, maktat, mepti, menbtchen, mörse. Das Pfeilgift wird besonders von den Wakamba hergestellt, die es in kleinen, von Maisblättern um- hüllten, von Bast umschnürten, länglichen Paketen verkaufen. Ein Gegen- gift gegen die Wirkung des Acokanthera-Pfeilgifts ist bisher noch nicht gefunden. Die einzige Möglichkeit der Behandlung von Pfeilver- giftungen ist, das Gift im Körper durch Einspritzung von Diastase zu spalten. Da es immerhin möglich ist, daß es einen Pilanzenstoff gibt, der noch intensiver als Diastase wirkt, so sollten die Reisenden von den Pflanzen, die die Eingeb. als Gegengifte benutzen, größere Mengen mit Blüten, Blättern oder Früchten unter Angabe der einheimischen Namen sammeln, damit die physiolog. Wirkung untersucht werden kann.

16. Acrocarpus fraxinifoliuss Leguminose. Riesiger Baum aus Indien. Schattenbaum.

17. Acrocomia sclerocarpa. Palme. W.-Ind., Trop. S.-Am. Apri- kosengroße, kugelige, olivgrüne eßbare Früchte, die auch Palmöl liefern. Macawbaum, mucuja, macahuba, macoja, macaja, mocaja. Gleiche Verwendung finden die ähnlichen Früchte von A. mexicana (Coyolipalme).

18. Actinella Richardsonii. Composite. Kleines Kraut aus Colo- rado, dessen Wurzeln Kautschuk enthalten.

18a. Adansonia digitata.. Bombacacee Affenbrotbaum, Baobab. Nicht allzuhoher Baum, dessen Stamm die größten Dickendimen- sionen aufweist, die im Pflanzenreich bekannt sind. In der Trockenzeit laub- werfend. Blätter gefingert. Blüten groß, an langen Stielen einzeln herab- hängend, Blumenblätter weiß, oft porzellanartig. Die große gurkenförmige Frucht wird von einer holzigen Schale umschlossen und enthält ein säuer-

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liches Fruchtmark. Heimat des Baumes ist das gesamte trop. Afr., be- sonders die Graslandschaften. In Vorderindien ist er völlig akklimatisiert, selbst in dem feuchten Java und W.-Ind. kult. Arabisch heißt er tebeldi, homera oder hujed, Kisuaheli mbuiu, die Wanyamwesi nennen ihn mpera mupele, die Massai alimesera, ol-messera, die Haussa Kuka, die Fulbe boki; in S.-Togo heißt er adido, bei den Kratschi ke&lle, den Aschanti dadie, in Sierra Leone kuka oder shajo, in Bombay gorak- haamli. Die jungen Blätter als Gemüse gegessen. Auch das Fruchtmark ist eßbar; durch Zusatz von Wasser wird ein limonadenartiges Getränk aus ihm bereitet, das namentlich bei Fieber sehr durststillend ist. Getrocknet und zu Mehl gepulvert kam das Fruchtmark früher unter dem Namen Terra Lemnia viel nach Aegypten und auch Europa und war gegen Dysenterie, Fieber usw. in Anwendung; ebenso war die Rinde eine Zeit lang als Chinin- surrogat unter dem Namen Cortex Cael Cedra im Handel. Noch heute gilt das sog. Affenbrot bei den Eingeborenen als bestes Antidysen- tericum. An der Tangaküste dient das trockene Fruchtmark als Füll- material für Bettkissen. Durch Abkochen gewinnt man aus ihm auch eine Flüssigkeit, die als Koagulationsmittel für Kautschuk dienen kann. Das Mark, mit Zucker präpariert, gibt auch ein sehr schmackhaftes Suppenmehl und kann vielleicht ein Ausfuhrartikel für die Suppenkonserven-Industrie werden. Die nierenförmigen, schwarzbraunen Samen enthalten 38°/,, nach anderen mehr als 63°/, Fett, das schön goldgelb ist schwer ranzig wird und sich, außer in der Firnisindustrie, zu jeder Verwendung eignet, auch als Speiseöl. Die Preßrückstände würden ein gutes Futtermittel darstellen. Die Samen schmecken wallnußartig und werden häufig als Nahrungsmittel benutzt. Die Firma Hoefer Fr&res (Marseille) importiert Affenbrot- baumsamen aus Madagaskar und hat eine Anregung zur Lieferung auch an das Bot. Landw. Institut Amani ergehen lassen. 100 kg brachten 17 Fr. Wenn sich bei diesem Preise auch nicht so viel verdienen läßt, daß es sich lohnt, die Früchte zum Zweck der Samengewinnung zu ernten, SO dürften bei ihrer Verarbeitung zu einem Koagulationsmittel für Manihot- pflanzungen die abfallenden Samen einen solchen Wert haben, daß sie die Kosten der Herstellung des Koagulationsmittels decken. Die Fruchtschalen gebraucht man als Ersatz für Kalebassen und Schwimmer für Fischnetze. Die sehr alkalireiche Asche derselben dient in manchen Gegenden W.-Afr.'s zur Verseifung des Palmöls. Das sehr leichte und weiche Holz wird zu Fahrzeugen verarbeitet oder als Ersatz für Kork gebraucht. Allgemeine Verwendung findet der starke Bast. Er wird weich geklopft und zu außerordentlich festen Stricken gedreht, die besonders zum Bespannen der Bettstellen dienen. Der Bast der jüngeren Bäume soll besser sein als der älterer. Eine bestimmte Schälzeit kennen die Eingeborenen nicht. Sehr geeignet ist der Bast auch als Papiermaterial, und als solches ist er auch schon nach England exportiert worden, doch wird er nie in genügend großen Mengen zu haben sein. In Indien werden aus dem Bast Elefanten- sättel gefertigt. — Eine in N.-Austral. wachsende Art, A. Gregorii, wird wegen des sauren Fruchtmuses öfter als Sauergurken-Baum bezeichnet.

19. Adenanthera microsperma. Leguminose aus dem trop. As. Schattenbaum. A. pavonina hat sich in Kamerun als besonders windbrüchig erwiesen, weshalb er als Schatten- und Alleebaum nicht mehr angepflanzt werden sollte. Doch liefert der ebenfalls im trop. As. heimische, “auch in Am. eingeführte Baum das zu feinen Möbeln und Schnitzereien dienende Condoriholz, in Ind. Redwood, in den französ. Kolonien Cr&öte de paon genannt.

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20. Adina microcephala. Rubiacee. 30 m hoher Baum an den Flußläufen Mittel-Togos (Tschaudio: barä). Gibt ein sehr brauchbares Holz, das frisch einen eigentümlichen Geruch besitzt und sich wie geölt anfühlt. Die Zweige werden durch Kauen aufgefasert und als Zahn- bürsten benutzt.

21. Aedemone mirabilis = Aeschynomene elaphroxylon.

22. Aegle marmelos. Rutacee. Kleiner, tief verzweigter Baum aus Ostindien; die Früchte, dort bhel oder bael genannt, etwa von Zitronen- größe, mit harter äußerer Schale, enthalten ein orangegelbes eßbares Frucht- mus, werden auch in der Medizin verwendet (Fructus Belae).

23. Aeschynomene aspera. Leguminose. Kleiner Strauch in Sümpfen und an Flußufern in Bengalen (sola oder schola), Burma (paukpan), Assam und S.-Indien. Die Rinde liefert eine Faser. Aus dem Holz werden sehr leichte Tropenhüte hergestellt. In China dient es zur Papierfabrikation. Eine verwandte Art, A. elaphroxylon, findet sich als Charakterpflanze in den Nilseen und im Nyassa. Wird zuweilen Süßwassermangrove genannt. Bei den Arabern in Ober-Aegypten heißt die Pflanze ambatsch, bei den Wanyamwezi mpesi. Ihr Holz ist allerdings etwas faseriger und gröber als die schneeweiße sola in Indien. Es ist das am längsten be- kannte und am häufigsten beschriebene ‚„Korkholz“. Dient zu Flössen, auch zur Herstellung von Schilden.

24. Aframomum melegueta. Zingiberacee. Staude von ähn- licher Gestalt wie der Ingwer, aus dem trop. W.-Afr (bei den Ewe atoku.) Die Samen sind die offizinellen Paradieskörner, Semen paradisi, auch Guineakörner, Melegueta- oder Malagetta- pfeffer genannt. Sie dienen auch als Tierarzeneimittel sowie zu scharfen Likören, besonders in England und Amerika. Noch manche andere Arten der in Afr. häufig auftretenden Gattung enthalten ein scharfes Oel, nach Schu- mann jedoch nur die, deren Samenkörner kantig und netzig skulpturiert sind, die glatten, ellipsoidischen Samen dagegen nicht. So kommen z.B. auch die Früchte von A. angustifolium in O.-Afr., Madagaskar (hier longazi genannt), den Seychellen als Cardamomum majus in den Handel.

25. Afzelia africana.. Leguminoes. Bis 15 m hoher, breit aus- legender Baum der afrikan. Steppe z. B. in Togo sehr häufig und hier bei den Ewe papao genannt, bei den Anago apakka, den Fong kpakpa, den Akposso ikpami, den Tschaudjo welu, den Kratschi kebarre, den Aschantipapau, den Haussa kao. Blüten weiß mit rosa Schlund. In den zweiklappigen, kurzen Hülsen liegen die mit einem roten oder gelben Samenmantel geschmückten eßbaren Samen. Kommt für Anforstungen'in Betracht, da er ein ungemein festes Kernholz liefert, das Papawu- oder Päpao-Holz, hochbewertet als Möbel- und Baumaterial. Gilt als termitensicher. An Bodenqualität, Wasserzufuhr und Niederschläge stellt die Pflanze die allerbescheidensten Ansprüche, was jedoch nicht ausschließt, daß sie in feuchtgründigen Oelpalmenhainen außergewöhnlich starke, kräftige Bäume bildet. Auch die von den Seychellen bis Polynesien verbreitete A. bijuga, ein häufiger Baum am Meeresufer, in Neupommern iban genannt, liefert „Eisenholz“‘, das zum Schiffsbau verwendet wird.

26. Agathis australis. Pinacee. Kaurifichte Neu-Seelands; in ausgedehnten Naturwaldungen. Erreicht eine durchschnittliche Höhe von 30 m, bei 1'!/,—-4 m Durchmesser. Aeste, wie bei anderen Nadel- hölzern, etagenartig angeordnet; Blätter aber nicht nadelförmig, sondern

blattartig flach, lederig, mit zahlreichen feinen Längsnerven. Wird bis 4000 Jahre alt. Das äußerst gesunde und fast fehlerfreie Holz dient als Bauholz, zur Straßenpflasterung, in der Tischlerei und dergl. Gewaltiger Export von Aukland-Hafen. In Europa erst im letzten Jahrzehnt bekannt und geschätzt worden. Buntgeflecktes Kauriholz untersteht zu ornamen- talen Arbeiten einer großen Nachfrage bei seltnem Vorkommen.

Das fossile Kauriharz, Cowrie, Cowdee, wird gegraben und bildet als Ersatz für Bernstein, in der Hauptmasse aber zur Bereitung von Oelfirnis, einen wichtigen Exportartikel. A. ovata auf Neu-Caledonien liefert ebenfalls Kaurikopal. A. Dammara (=A. loranthifolia, Dammara orientalis, D. alba) auf den malay. Inseln und Philippinen ist die Stammpflanze des für die Industrie außerordentlich wichtigen Manilakopals, im Handel auch als Borneo-, Singapore-, Philippinen- und indischer Kopal bezeichnet.

27. Agathophyllum aromaticum. Lauracee. Auf Madagaskar heimischer Baum, dessen Früchte als Ravensaranüsse, Gewürz- nelken-Muskatnüsse, Nelkennüsse exportiert werden und einen Ersatz für Gewürznelken bilden.

28. Agati — Sesbania.

29. Agave americana. Amaryllidacee. Alle Agaven stellen meist stammlose, fleischige Pflanzen dar, mit dicken, lanzettlichen oder linealischen, glatten oder am Rande dornigen, vorn meist in einen starken Stachel aus- laufenden Blättern, die eine große Rosette bilden. Der hohe kandelaber- artige Blütenstand steht terminal. Die Pflanzen erreichen oft ein erhebliches Alter bevor sie blühen und sterben nach der Fruchtreife ab. Man nennt sie deshalb häufig „Jahrhundertspflanze“ oder „hundertjährige Aloe“, die bei uns als Zierpflanzen kult. Agaven überhaupt Aloe. Die Gattung Agave ist in ihrem natürlichen Vorkommen auf Amerika be- schränkt, während die äußerlich ähnliche Gattung Aloe nur in der alten Welt vorkommt. Beide Gattungen gehören in ganz verschiedene Familien, und ihre Blüten unterscheiden sich dadurch, daß der Fruchtknoten bei Aloe frei in der röhrigen Blumenkrone steht, bei Agave zwischen Blütenstiel und Krone eingeschaltet ist, so, daß nur der Griffel mit der Narbe innerhalb der Krone steht.

Die Blätter von A. americana sind in der Trockenzeit ausgezeichnet als Futter für Strauße, und zwar in zerkleinertem Zustande. Agave ist für Strauße nahrhafter als Opuntia und kann auch ohne Zusatz von Mais etc. gefüttert werden. Der Saft der Agave übt aber eine leicht stopfende Wirkung aus, es ist deshalb zu raten, laxierende Opuntia als Korrektivmittel zu geben. Da die Nachfrage nach Agaven in der Kapkolonie in den letzten Jahren nicht unerheblich gestiegen ist, erscheint es angezeigt, darauf hinzuweisen, daß bei Grahamstadt die Agaven unter einem parasit. Pilz zu leiden haben, weshalb beim Bezug von Pflanzen solche dieser Gegend zu meiden sind.

Außerdem geben die Blätter der schon frühzeitig weit in den Tropen und Subtropen verbreiteten A. americana eine Faser, die in größerem Maßstabe nur in Mexiko, in neuerer Zeit auch in S.-Carolina und Indien gewonnen wird. Ueber die Namen dieser Faser herrscht noch keine völlige Klarheit. In Mexiko, wo die Pflanze mague, metl, mec ge- nannt wird, heißt sie Maguefaser. Im Handel herrscht heute der Name Pite vor, doch werden auch öfter die Ausdrücke Tampicohanf, Ixtle, Istle auf die Faser von A. americana bezogen. Die letzteren drei Namen gelten aber auch für andere Agave- und hauptsächlich für Bro- meliafasern. — Früher wurde A. americana für die Hauptlieferantin der

Be.

beiden mexikanischen Nationalgetränke Pulque und Mescal gehalten. — Als Garten- und Heckenpflanze ist sie über alle Erdteile bis in die Subtropen verbreitet; als Zierpflanze besonders in der Varietät mit gelb gestreiften Blättern (Maguey meco) beliebt. Wohl nur eine Varietät von A. americana ist A. mexicana, ihrer saponinreichen Wurzelköpfe wegen Amole de raiz genannt; in Michoacan heißt sie ehpugua. Ihre Faser ist feiner und weicher als die von A. americana,

30. Agave atrovirens. Amaryllidacee aus Mexiko, hier Maguey manso, teometl (Götteragave), Maguey de Pulque genannt. Eine Anzahl besonders hoch gezüchteter Spielarten liefert den feinsten Pulque (vergl. A. americana) und einen Teil der als Maguey blanco und als Ixtle de Maguey, Maguey ixtle bezeichneten Fasern. Die Kultur sämtlicher Agaven, von denen die als Maguey blanco bekannte Faser stammt, hat wegen der relativ geringen Erträge wenig Aussicht.

31. Agave aurea. Amaryllidacee aus Sonora und Niederkali- fornien. Meist wildwachsend, bisweilen in Gärten kultiviert. Auf Brannt- wein und Fasern ausgebeutet.

32. Agave cochlearis. Amaryllidacee aus Mexiko. Steht der A. atrovirens nahe und zählt zu den Maguey de Pulque. Wo zu hohe Temperaturen der Pulquebereitung hinderlich sind, wird der frische Saft als Agua miel, Honigwasser, genossen. Liefert auch feine, weiche, starke Magueyfasern von fast weißer Farbe. Wegen der schwierigen Verarbeitung der fleischigen Blätter ist dieses Produkt aber von keiner kommerziellen Bedeutung.

33. Agave falcata.. Amaryllidacee. Häufig in den Kalkstein- gebirgen N.-Mexikos, in zusammengedrängten Beständen, dort Espadin, Espadilla, Guapilla genannt. Ihre Faser, unter der Rubrik Ixtle geführt.

34. Agave geminiflora. Amaryllidacee aus der Sierra madre in Mexiko. Stammlose Pflanze mit dichter Rosette von 200-300 glänzend- grünen, linearen Blättern von 45—60 cm Länge. Gibt eine weiche Faser.

35. Agave heteracantha, lechuguilla, lophanta, univittata. Ama- ryllidaceen im Hochland von Mexiko. Hauptsächlichste Stammpflanzen der Ixtle-, Istle- oder Ixtili-Faser. Die Pflanzen in ihrer Heimat Lechuguilla genannt. Die Faser ist grob und kurz, aber stark. Ixtle de Tula 30—50 cm, Ixtle de Jaumave !10 cm lang. Produk- tion und Ausfuhr in den letzten Jahren beständig gestiegen. Nach dem wichtigsten Exporthafen Tempico wird die Faser auch als Tempico- hanf, Tempico hemp, Tempico fibre, Tempico grass, Crin de Tampico bezeichnet. Hauptsächlich zur Herstellung von Bürsten und Tauen, auch von Säcken zum Erztransport aus den Bergwerken be- nutzt. Für Deutsch-S.-W.-Afr. zur Kultur empfohlen.

36. Agave lurida.. Amaryllidacee. Gehört zu den am weitesten verbreiteten Agaven. Liefert Ixtle-Faser für den örtlichen Bedarf.

37. Agave potatorum. Amaryllidacee. Gehört zu den besseren Pulque-Agaven der kalten Region Mexikos. Im S. des mexikanischen Hochlandes Maguey manso, metl, in Michoacän Acamba genannt. In der Umgebung von Tehuacän auch Branntwein, Mezcal, daraus herge- stellt. Faser Nebenprodukt.

38. Agave rigida.. Amaryllidacee aus dem zentralen Amerika, liefert die als Henequen, richtiger geschrieben Jenequen, (Yucatan), Losquil oder Jenequen Losquil (W.-Ind.), Caballa (Zentral-Am.),

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im Handel als Hanfgras, mexikan. Gras, Seidengras, Sisalhanf bezeichnete Faser. Mehrjährige Staude, deren etwa meterlange, faserig- fleischige Blätter eine mächtige Grundrosette bilden. Die gelblich-grünen, 6-teiligen Blüten stehen an einem bis 5 m hohen kandelaberartig verzweigten Schaft. Frucht eine 3-fächerige Kapsel mit zahlreichen flachen, schwarzen Samen. Es existiert eine Anzahl von Varietäten, von denen A.rigida var. sisalana (auch Agave sisalana) mit Unrecht für die wichtigste gehalten wird. Sie wird hauptsächlich in Florida und auf den Bahama-Inseln kult., ihre Blätter sind nur mit einem Endstachel versehen, am Rande stachellos. Der weitaus größte Teil des aus Yucatan exportierten Sisalhanfes stammt von A. rigida var. elongata, der weißen Agave, sacci. Die am Rande stacheligen Blätter sind mit einem dicken Ueberzug von weißem Wachs bedeckt. Die Faser ist weiß, geschmeidig, sehr lang und reichlich in den Blättern vorhanden. Die Pflanze stellt nur geringe Ansprüche an Klima und Boden und gibt lange Jahre hindurch Ernten. Den nächsten Rang nimmt die grünblättrige Agave ein, yaxci (spr. jaschki), der der Wachsüberzug fehlt. Ihre Faser wird am höchsten bezahlt, doch fordert die Pflanze besseren Boden, feuchteres und milderes Klima und erreicht ein minder hohes Alter als die sacci. Auch ihre Blätter sind am Rande stachelig. Nach Stuhlmann ist die yaxci identisch mit der in O.-Afr. fast ausschließlich angebauten var. sisalana. Die Stammform der sacci ist jedenfalls die in Yukatan wild wachsende als chelem bezeichnete Agave, die sich mit noch weniger günstigen Wachstumsbedingungen be- gnügt, aber auch geringeren Ertrag liefert. Eine der sacci sehr ähnliche Form ist die chucumci, die eine rauhere, sprödere, nur für grobe Artikel geeignete Faser liefert, trotzdem aber auf den felsigen und sandigen Ebenen in der Nähe der Küste Yucatans viel angebaut wird. Die als babci (spr. vavki) bezeichnete Form ist der sacci weniger ähnlich, wächst schneller und soll die doppelte Anzahl allerdings kleinerer Blätter liefern. Die geringwertigste Sorte ist die citamci mit kurzen, schmalen, faserarmen Blättern. Die als cajun oder cajum bezeichnete Form gehört wahrscheinlich überhaupt nicht zur Gattung Agave, sondern zu Fourcroya.

Die Sisal-Agave ist eine Pflanze der Tropen und wärmeren Subtropen. Zu warm kann es ihr kaum werden. Schatten verträgt sie garnicht, da- gegen große Dürre, doch ist sie für mäßigen Regenfall in gleichmäßiger Verteilung dankbar, wenn sonnige Tage in hinreichender Anzahl geboten werden. Auf tiefgründigem Boden, wenn er nur trocken ist, wächst sie vorzüglich, doch nimmt sie mit steinigem, ja felsigem Boden und wenig Krume vorlieb. Für ausgedehnte Gebiete O.-Afr.’s ist Sisal jedenfalls eine wertvolle Kulturpflanze und sicher auch für manche Teile Deutsch-S.-W.- Afrikas empfehlenswert. Bei der jetzt schon ausgedehnten Kultur in D.-O.- Afrika dürfte sich jedoch bald eine Ueberproduktion ergeben, zumal der Anbau auch in Java mit gutem Erfolge eingeführt worden ist. Aus dem Abfallhanf läßt sich leicht ein gutes Ersatzmittel für Pferdehaar herstellen (vergl. Pflanzer, Tanga. I, [1905]. 34).

Ueber die Frage der Sisalböden sind in ostafr. Kreisen Meinungs- verschiedenheiten aufgetaucht. Daß die Sisal-Agave den Boden fast nur zum Anklammern benutze, scheint mir unwahrscheinlich. Wenn die Pflanze auch einen großen Prozentsatz Wasser enthält, so ist bei ihren Dimensionen doch auch eine Menge Trockensubstanz aufgespeichert, zu deren Her- stellung nicht geringe Quantitäten von Nährsalzen gehören. Daß sie auf guten Böden früher zum Blühen neigt, ist wohl nicht zu bezweifeln, doch kommt es ja auf das absolute Alter der Pflanze nicht an. Eine gut ge-

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nährte Pflanze wird in kürzerer Zeit dieselbe Blattzahl erreichen als ein Hungerexemplar in längerer. Zeit ist aber Geld. Es würde hier wohl das von Eismann im „Pflanzer“ (I, [1905]. 120) angezogene Beispiel der japanischen Zwergbäume zutreffen. Wie es mit der Festigkeit der Faser üppiger Pflanzen steht, ist eine andere Frage. Doch berichtet Eismann ebenfalls, daß bei Reißversuchen Sisal, der auf bestem Boden stand, das beste Resultat ergeben haben soll. Schließlich käme es noch darauf an, ob üppige Blätter bedeutendere Schwierigkeiten bei der Aufbereitung böten. Ein durchlässiger Mittelboden dürfte am empfehlenswertesten sein.

Die Fortpflanzung geschieht durch Wurzelschößlinge oder durch sog. Bulbillen oder Brutknospen, die in der Region des Blütenstandes außer- ordentlich zahlreich gebildet werden. Erstere pflanzt man, wenn sie nicht unter 30—40 cm Höhe besitzen, gleich an den definitiven Standort. Kleinere Wurzelschößlinge und Bulbillen werden zunächst in einem Saat- beet in etwa 30 cm Quadratabstand bis zu jener Höhe herangezogen. Der Abstand in der Pflanzung richtet sich nach dem Boden. In Yukatan pflanzt man auf felsigem, armkrumigem Boden 2,9 X 0,83 m (4000 Pflanzen p.ha), auf krumereicherem, steinigem etwa 3,10 m X 1,5 m (cr. 3200 Pflanzen p. ha), auf besserem Boden 3,3 m X 1,25 m (etwa 2500 Pflanzen p. ha). Als Durchschnittspflanzweite kann 2 X 2 m angenommen werden. Zur Ver- jüngung der Pflanzung ist es ratsam, daß in der auf den ersten Schnitt folgenden Regenzeit in den Schnittpunkt der Diagonalen von je 4 Agaven eine neue gepflanzt wird. In der Jugend muß geiätet werden. Auch Zwischenkulturen sind, wo der Boden (ev. unter Düngung) es zuläßt, an- gebracht. Von manchen Pflanzern wird jedoch davor gewarnt, bes. wenn es hohe Gewächse sind, die die Pflanzen beschatten (Rizinus). Ein wich- tiger Teil der Pflege ist die Unterdrückung der Wurzelschößlinge, die vom 3. Jahr an in größerer Zahl auftreten. Will man zur Fortpflanzung solche erhalten, so läßt man 4—5, die am weitesten von der Mutterpflanze stehen, wachsen, während die übrigen unter der Erde abgestochen werden. Noch besser ist es, alle Schößlinge abzustechen und die kräftigsten, zur Fort- pflanzung bestimmten, in ein Saatbeet zu setzen. Ueber das erntereife Alter der Agaven gehen die Ansichten auseinander. Semler berichtet, daß die Ernte in der Heimat der Pflanze je nach Varietät und Bodenbeschaffen- heit im 5. oder erst im 7. bis 8. Jahre erfolgt. Dagegen soll in O.-Afr. die Ernte beginnen, wenn die Pflanze 3 Jahre alt ist, von dem Zeitpunkt ge- rechnet, da der Schößling ins freie Feld gesetzt wurde, häufig sogar schon mit 21], Jahren. Boeken berichtet, daß die Pflanzen auch in Yukatan schon im 4., ja oft bereits im 3. Jahre schnittreif werden. Auf keinen Fall soll man länger als 3 Jahre warten, da dann die Pflanze in kurzer Zeit den Blütenschaft treibt, wonach zwar die Blätter noch aufbereitet werden können, die Pflanze aber für die Zukunft verloren ist. Von Java wird dagegen berichtet, daß ee Sisal-Agaven noch nicht zur Blüte ge- langt waren, nachdem bereits 4 Jahre hindurch geerntet worden war. In einigen Ländern wird nur zweimal, in andern drei- bis viermal im Jahre geerntet. Letztere Methode ist die beste. Als Zeichen der Reife ist es anzusehen, wenn die anfangs mehr aufgerichteten Blätter mit der Achse einen Winkel von 45° bilden. Sie werden dann mit einem sichelartigen Haumesser abgeschnitten, und nach Beseitigung der Endstacheln und schwarzer Stellen gebündelt. Die Aufbereitung der Faser muß möglichst noch am Erntetage geschehen. Für den Großbetrieb kommen nur Maschinen in Betracht. Die bisher konstruierten haben alle noch mehr oder weniger große Mängel. In O.-Afr. sind zurzeit folgende 4 Arten von Entfaserungsmaschinen in Betrieb: a) Doppelraspadoren, b) Finigan- _

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maschine, c) Molamaschine, d) Neu-Koronamaschine. Ueber ihre Vor- und Nachteile vgl. Hupfeld im Tropenpflz. XIV, (1910). 532. Weiteres über Kultur, Aufbereitung und Verwendung der Sisalagave, über Kosten der Anlage siehe: K. Braun im Pflanzer, Tanga. II, (1906) und IV, (1908). — Drummond und Prain in Agricultural Ledger (Calcutta) 1907. — Stuhlmann, Beiträge S. 469 ff.

39. Agave rubescens. Amaryllidacee aus Mexiko, wo die Pflanze auch schon kult. wird. Durchmesser der Grundrosette der flei- schigen Blätter bis zu 4 m. Die verschiedenen, botanisch noch nicht ge- klärten Varietäten, verhalten sich im Faserertrage sehr verschieden. Die meiste und beste Faser liefert die schnellwüchsige Zapupe de San Bernardo. Die aus Schößlingen gezogenen Pflanzen geben einschl. ihres einjährigen Aufenthaltes in den Pflanzbeeten bereits nach 3 Jahren die erste Ernte. Faser feiner, biegsamer und durchschnittlich länger als Sisalhanf, dicker als Manilahanf, steht also in der Mitte zwischen diesen beiden wichtigen Faserarten. Ist auf dem amerikan. Markt bereits günstig be- . urteilt worden und wird nach Ansicht der mexikan. Pflanzer wegen der

größeren Reinerträge mit der Sisalfaser siegreich in Konkurrenz treten können. — Tropenpflz. II, (1898). 155. Auskunft über Pflanzmaterial kann das deutsche Konsulat in Tampico geben.

40. Agave striata. Amaryllidacee aus Mexiko, dort Espdin, Guapilla, Estoquillo genannt. Kurzer Stengelansatz mit überaus dichter Rosette. Faser, des langen Kochens wegen, das zur Aufbereitung nötig ist, von unansehnlicher brauner Farbe, fest, dabei feiner und weicher als Ixtle-Arten.

41. Agave tequilana.. Amaryllidacee aus Mexiko (Maguey de Tequila, Maguey mezcal). Zur Branntweinbereitung aus der Stengelknolle (mezcal) in vielen Spielarten kultiviert. Nebenprodukt Fasern, Ixtle de Tequila oder de Mezcal, ähnlich dem Sisalhanf. 31/g °/u marktfähige Faser vom Blattgewicht. Erst neuerdings Spielarten bevorzugt, die gleichzeitig gute Faserproduzenten sind. Die Pflanze käme zu Kulturversuchen für S.-W.-Afr. in Betracht. Sie ist wenig anspruchsvoll, gedeiht auf sandig-lehmigem Boden am besten. Kalk und reiner Sand sagen ihr weniger zu. In Klimaten, wo eine Regenzeit eintritt, ist eine Be- wässerung nicht notwendig, in fast regenlosen, wüstenartigen Gebieten muß man dagegen alle 2 Monate für künstliche Bewässerung Sorge tragen. Tropenpfl: VI, (1902). 429. — Beiheft z. Tropenpfl. XII, (1908). 264.

42. Agave vestita.. Amaryllidacee von der Sierra madre occi- dental in Mexico. Starke Fasern zu Tauen und Stricken.

43. Agave vivipara. Amaryllidacee. Häufigste Pflanze dieser Gattung an der W.-Küste von Mexiko, vom Meeresspiegel bis 900 m. (tapemete, tepemetl.) — Faserertrag — 3,6 °/, des Blattgewichtes.

44. Agave Wislizeni. Amaryllidacee. Wildwachsende Mezcal- Agave aus Mexiko (Maguey de mezcal.) Die kurze Faser für den Hausbedarf gesammelt.

44a. Agrostis virescens. Graminee aus Mexiko. Liefert Zacaton- wurzel (vergl. n. 456).

45. Albizzia spec. div. Leguminose. A.lebbek, Sirisakazie, Lebbachbaum. Trop. As. und Afr. (arab. Jabakh). Schöner Allee- baum. Liefert Gummi, Gerbrinde und ein dunkelbraunes, schön ge- zeichnetes, dauerhaftes und politurfähiges Holz, das in Bengalen sirsa oder sirissa, in Koromandel cotton varay heißt und hoch im Preise

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steht. A. montana (malay.: kaju tikus; der Name aber auch auf andere A.-Arten angewendet) liefert das harte und dauerhafte Lignum murinum, das durch seinen Geruch Mäuse anlockt. Das Holz aller Albizzien wird als termitenfest gerühmt. Aus dem von A. fastigiata (in Usambara nesai, bei Atakpame in Togo asibu&) macht man in Natal Radnaben. Vielfältig verwendbar zu tragfähigen Konstruktionen, Eisenbahnwagen, als Eschenersatz, auch zu Fußbodenholz, zu Spazierstöcken und Drechslerwaren ist das Holz von A. Welwitschii in W.-Afr, von den Duala bobäi, den Bakundu isäka, den Bakosi €säng, den Bakoko und Bascha äm6, den Balong @lünd genannt. A. anthelmintica in Abessinien und im Hererolande, hier omnama genannt, gibt in seiner Rinde ein Bandwurm- mittel. Zwei A.-Arten haben sich hervorragend als Schattenbaum be- währt, nämlich A. stipulata und A. moluccana.

46. Alchornea cordifolia. Euphorbiacee. Kleiner Steppenbaum W.-Afr.s, in Togo awowlo, tschuf6u genannt, dessen hohle Zweige zu Pfeifenrohren verarbeitet werden.

47. Aleurites moluccana. Euphorbiacee. Mittelhoher Baum, jedenfalls auf Ceylon, den malay. und Südseeinseln heimisch, aber fast in allen trop. und subtrop. Gebieten kult. und vielfach eingebürgert. Die an die Spitze der Zweige zusammengedrängten Blätter sind sehr lang gestielt, in ihrer Form sehr wechselnd, entweder schmäler oder breiter eiförmig und ungeteilt oder 3—7lappig, lang zugespitzt. Die weißlichen, unschein- baren Blüten stehen in 10—15 cm langen, reich verzweigten Rispen. Die 5—6 cm messenden fleischigen Früchte sind mit 4 seichten Rinnen ver- sehen, olivgrün, und enthalten ein bis zwei etwa kastaniengroße Samen. Der botan. auch A. triloba genannte Baum wird häufig als Bankul, Banculier bezeichnet, von den Südseeinsulanern als kukui oder tutuji; malayisch heißt er kemiri, sundaisch muntjang, auf den Philippinen lumbang, in Kaiser-Wilhelmsland mboal, auf Tahiti tahii-tairi, auf Samoa lama; bei den Kolonisten Kerzennußbaum, Candle nut, Indian Walnut. Das Holz des Baumes wird zu Teekisten verarbeitet. Ein aus dem Stamm ausgeschwitztes Gummi (pilali) wird von den Eingeb. der Südsee gekaut. Die Rinde dient zum Gerben. Die rohen Samen (Kawiri- oder Kewirinüsse, Kakunanüsse) dienen als Abführmittel und, in Pandanusblätter gewickelt, als Fackeln beim Nacht- fischen. Sie enthalten 60°), und mehr Oel (Candlenußöl, Licht- nußöl, Landwalnußöl, Bankulöl, Kelunöl, Kekuneöl, Kukui- öl), das als Brennöl, Schmieröl, zur Herstellung von Firnissen und bei der Seifenfabrikation Verwendung findet, auch von Malern geschätzt wird; es ist auch genießbar und wird äußerlich bei Rheuma angewendet. In Deutschland werden die Samen nicht verarbeitet. Einige Zentner im Jahre 1904 von Kamerun nach’ dort geschickter Samen fand keinen Absatz. Auch die Franzosen haben sich bemüht, die Lichtnüsse in Eur. marktfähig zu machen, was aber bisher an dem Mangel einer geeigneten Schälmethode gescheitert ist. Die Preßrückstände können nicht verfüttert werden, da sie abführend wirken, stellen aber ein hochwertiges Düngemittel dar. Aus den Frucht- schalen wird auf Hawai eine schwarze Farbe zum Tätowieren gewonnen. Als Schattenbaum zu brüchig. — Auch A. cordata, von Hinter-Ind. bis China (hwa tung), in Japan unter den Namen abura giri, yani giri, dokaje kult., mit warzigen Früchten, liefert Brennöl (Holzöl, wood oil). — A. Fordii, früher mit A. cordata zusammengeworfen, aber durch glatte Früchte unterschieden, ist der in Zentral-China heimische eigentliche Tungbaum (tung yu, tung shu, hsiao tung shu).

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Als Kulturbaum weit verbreitet; gedeiht in den Tropen bis in Höhen mit geringem Winterfrost. Das aus den Samen gepreßte Oel dient in seinen hellen, durch kalte Pressung gewonnenen Qualitäten in China zum Oelen von Möbeln, Regenschirmen, Papier und als Brennöl. Das dunkle Oel der heißen Pressung findet zur Herstellung von Kitt, zum Streichen und Dichten der Boote Verwendung. Auch nach Eur. und Amer. werden die Samen gehandelt, als Ersatz für Leinöl bei der Bereitung von Linoleum, Firnissen usw. Die Preßrückstände sind giftig und dienen in China zur Düngung. Das von Insekten gemiedene Holz wird zu Kisten benutzt. — Der Baum wächst auf felsigem, magerem Boden und braucht wenig Wasser. Kulturversuche in Kalifornien sollen gut gedeihen.

48. Alhagi Maurorum. Leguminose. Starrer, sehr verzweigter Wüstendornstrauch mit winzigen Blättern, in Aegypten, Syrien, Arabien und Persien. Tritt im S. von Fessan, N.-Afr., massenhaft auf. Die Wurzeln werden in der Not getrocknet und zermahlen als Nahrung verwendet. Aus allen Teilen der Pflanze schwitzt während der heißen Monate ein honig- artiger Saft aus, der in der Nacht zu rötlich-braunen Körnern erstarrt (persische Manna); dient im Orient als Nahrungs- und leichtes Abführmittel.

49. Alibertia edulis. Rubiacee. Strauch mit gegenständigen, harten, glänzenden Blättern im Amazonenstromgebiet. Seiner eßbaren Früchte wegen vielfach, zuweilen unter dem Namen Goyave noire, kultiviert.

50. Alkanna tinctoria.. Borraginacee des Mittelmeergebiets. Die Wurzel (Rote Ochsenwurzel, Orcanette, Radix Alcannae) liefert Farbstoff.

51. Allanblackia Stuhlmannii. Guttifere. Großer Urwaldbaum in den Regenwäldern von Uluguru und Usambara in D.-O.-Afr., dessen bis 35 m hoher schlanker Stamm ein als Bau-, Möbel- und Drechslerholz brauchbares Material liefert. Die talergroßen Blüten sind innen bordeaux- rot. Die 20-40 cm langen, wie eine Speiseeisbombe gestalteten braunen Früchte, aus denen bei Verletzung ein gelber Saft austritt, schließen eine Menge großer Samenkerne ein, die bis 55 °/, Fett enthalten. Es soll sich zur Kerzen- und Seifenfabrikation und für Kosmetika, vielleicht als billiger Lanolinersatz eignen. Nach den vorläufigen Untersuchungen sind seine Eigenschaften so wertvoll, daß sogar Anbau in Frage käme, zumal der Baum reichlich fruchtet. In Bagamoyo kommt es bisweilen in Bastpaketen als Speisefett auf den Markt. In Uluguru heißt der Baum mkanyi, in Usambara msambo. — Andere Arten der Gattung finden sich in Gabun und im Kongogebiet; vielleicht liefert eine von diesen, und nicht Pen- tadesma, das den Eingeb. Gabuns als oddjendje bekannte Fett.

52. Allium spec. div. Liliacee. Die Zwiebel (A.cepa) gedeiht in den Tropen aus Saat nicht zum besten, dagegen als Steckzwiebel. In Kwai (W.-Usambara) sind die riesigen sog. „Teneriffa-Zwiebeln“ in vor- züglichster Qualität gezogen worden. Da die Zwiebel in den Tropen im Haushalt der Eingeb. z. T. eine große Rolle spielt, so wäre in den Gegenden, wo sie wächst, eine Massenproduktion zu empfehlen. Teueren Transport trägt sie allerdings nicht. Nach O.-Afr. werden jährlich für mehr als 25000 M. Zwiebeln aus Indien eingeführt. A. ascalonicum, Chalotte, und A.sativum, Knoblauch, empfehlen sich. A.schoe- noprasum, Schnittlauch, wird zweckmäßig zuerst in einem Kasten mit sandiger Erde gesäet und dann ausgepflanzt.

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53. Allophylus africanus. Sapindacee. Kleiner Strauchbaum, in O.- und W.-Afr. verbreitet, in Togo weti, kotia genannt. Holz zum Reinigen der Zähne benutzt, auch gutes Werkholz. Mehre A.-Arten des Kaplandes liefern schönes, schweres, sehr beliebtes Nutzholz.

54. Alocasia macrorrhiza. Aracee. Mächtige Staude mit stamm- artigem Wurzelstock und riesigen pfeilförmigen Blättern. Auf Ceylon, wo sie wild sein soll, heißt sie habara; doch ist sie durch Kultur in den Tropen weit verbreitet. Auf den Freundschaftsinseln wird sie kappe, auf Tahitiape,haape, muota, in Neu-Kaledonien pera genannt. Wurzel- stock und Blätter, die im rohen Zustande giftig sind, werden durch Kochen mild und bilden eine beliebte Speise. Vielfach in Kübeln auch als Zier- pflanze gezogen, so in O.-Afr. Auch A. odora und A. indica hier kult., aber ohne Bedeutung.

55. Aloe spec. div. Liliacee. Aus den Blättern verschiedener Arten dieser bekannten Gattung (vergl. Agave americana) wird die medi- zinisch als Abführmittel gebrauchte Droge gleichen Namens gewonnen, so im Kapland aus A. ferox, auf Sokotra aus A. lucida; ferner an der Somaliküste, in Arabien und Indien, auf Barbados (A. vera), Curassao, Jamaica. In Zanzibar und O.-Afr. wird die Droge nicht hergestellt, ist aber in jedem Inderladen als shubirimani zu haben. Obwohl der medizinische Gebrauch der Droge zurückgegangen ist, besteht doch noch ein recht reger Handel damit, da sie auch in der Färberei gebraucht wird (Chrysaminsäure). Nicht alle Arten sind zur Gewinnung geeignet. Diese geschieht so, daß man die Blätter mit der Schnittfläche in Holzrinnen stellt, oder in kleine Gruben, die mit Fellen ausgekleidet sind. Der zähe, bernsteingelbe Saft wird unter stetem Rühren über dem Feuer oder an der Luft eingedampft und gibt dann das Aloeharz, das je nach der Provenienz verschieden gefärbt ist. Die A.-Arten unserer Kolonien sind auf ihre Brauchbarkeit noch wenig untersucht.

56. Alo&xylon agallochum — Aquillaria agallocha.

57. Aloysia — Lippia.

58. Alpinia galanga und officinarum. Zingiberacee. Erstere, von den Sundainseln, liefert Rhizoma Galangae maioris, letztere, aus China, Rhizoma G. minoris, Galanga- oder Galgantwurzel, Galanwurzel, Galban, die früher offizinell war, heute fast nur noch in der Likörfabrikation gebraucht wird.

59. Alpinia nutans — A. speciosa.

60. Alpinia speciosa.. Zingiberacee. 3—4 m hohe, ingwer- ähnliche Pflanze mit großen hängenden Blütenständen und rötlichen Blüten; wegen ihrer wunderbaren Blütenfülle als Paradiesblume bezeichnet, im trop. O.-As. heimisch, heute aber als Zierpflanze in den Tropen weit ver- breitet, auch in europ. Gewächshäusern eingeführt. Die starken und langen Rohrstengel lassen sich vielfach gewerblich verwerten.

61. Alpinia zingiberina.. Zingiberacee. Siam. Liefert Ingwer.

62. Alsophila lurida. Baumfarn im malay. Archipel. Die den Stamm bedeckenden haarförmigen Spreuschuppen liefern das pakoe- kidang als Polstermaterial.

63. Alstonia congensis. Apocynacee. 50—60 m hoher Baum des westafrikan. Waldgebietes; auf Duala bokuka genannt, von den Bakundu känja, den Bakoko und Edea akökamot, den Bakosi küge, den Malimba dikue ‚ den Jaunde ekük, den Balong bokük, den Bascha

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kokomöt. Sein Holz, zu den Kameruner Schemeln verarbeitet, ist leicht, weich, ähnlich Pappel, Weide, Linde; als Blindholz zu benutzen.

64. Alstonia costulata. Apocynacee. Diese und andere Arten des malay. Gebietes, meist riesige von Milchsaft strotzende Bäume, liefern ein Guttaperchasurrogat, das als Dead Borneo in den Handel kommt. Da die Bäume auf malay. djeloetong heißen, wird das Produkt auch als getah djeloetong bezeichnet. A. grandifolia liefert die getah malabuai von Sumatra.

65. Alstonia Dürckheimiana. Apocynacee. Südöstliches Neu- caledonien. Schlanker, 6-15 m hoher Baum mit blaß -schwefelgelben Blüten, der auch in den jüngeren Teilen einen Milchsaft mit gutem Kaut- schuk enthalten soll. Man hatte Hoffnungen für die Kultur in unseren afrikan. Kolonien an ihn geknüpft, die sich aber nicht verwirklicht zu haben scheinen.

66. Alstonia scholaris.. Apocynacee. O.-Indien bis Australien. Die Rinde (Ditarinde) gegen Fieber und Dysenterie. Liefert auch getah dieloetong (vergl. A. costulata).

67. Alstroemeria edulis. Amaryllidacee des trop. Am., deren stärkehaltige Knollen gegessen werden. A. pallida in Chile liefert Pfeilwurz, die aber nur dem heimischen Verbrauch dient.

68. Altingia excelsa.. Hamamelidacee. Einer der höchsten Bäume Javas (Rasamalabaum) gibt gutes Nutzholz und ein wohl- riechendes Harz (Rossamalha, Rosemallu, Kindai).

69. Amarantus spec. div. Amarantacee. Tropische bis gemäßigte Gebiete der ganzen Erde. Meist einjährige Kräuter von ansehnlicher Höhe mit wechselständigen, linearen bis eiförmigen, am Grunde mehr oder minder in den Blattstiel zusammengezogenen Blättern, die von manchen Arten wie A. graecizans in Frankreich und Italien, A. viridis in Brasilien, A. spinosus in Jamaika und Indien als Gemüse gegessen werden. In O.-Afr. heißen sie mchicha. A. paniculatus, A. caudatus und A. gangeticus werden zu diesem Zwecke kultiviert. A. blitum, eine weitverbreitete Pflanze, wird in S.-W.-Afr., wo sie in großen Mengen vorkommt, von den Buschleuten ganguib genannt, gegessen und zur Bereitung eines berauschenden Getränkes verwendet. Zahlreiche Arten der Gattung haben als Zierpflanzen in den heimischen Gärten Eingang ge- funden, so A. sanguineus, A. abyssinicus, A. hypochondri- acus u.a.

70. Ambelania acidaa Apocynacee. Bati-Boti-Baum, von den Indianern ambrari genannt, aus Guyana. Die Frucht, als Klopf- apfel bekannt, wird als Kompott oder Konfekt verspeist. Der Saft dient zum Rotfärben der Balata.

71. Amherstia nobilis. Leguminose. Unbewehrter Baum mit paarig gefiederten Blättern und lang herabhängenden, roten Blütentrauben. Auch die Blütenstiele, die Hoch- und Vorblätter prächtig rot gefärbt. Heimisch in Hinter-Indien, in Birma toha genannt, nicht selten als Zier- pflanze kult., da sie eine der schönsten Leguminosen ist.

72. Ammophila arundinacea. Graminee. Der an den deutschen Östseeküsten weite Strecken überziehende Strandhafer wurde von der Firma Lenz u. Co. in S.-W.-Afr. zur ersten Dünenbefestigung versuchs- weise angepflanzt, hat aber versagt.

73. Amomis caryophyllacea = Pimenta acris.

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74. Amomum aromaticum und subulatum. Zingiberacee. Liefern den Nepal- oder bengalischen Kardamom. Die Eingeb. in Bengalen nennen erste Art morung elachi.

75. Amomum cardamomum. Zingiberacee. Siam, malay. Inseln. Die kaum kirschgroßen Kapseln enthalten zahlreiche keilförmige Samen, die als Cardamomum rotundum oder verum in den Handel kommen. Zuweilen wird der Same in den Kapseln, an den Fruchtständen hängend, auf den Markt gebracht und dann Cardamomum racemosum ge- nannt. Im S. Frankreichs, wohin er fast ausschließlich exportiert wird, kennt man ihn unter dem Namen Amome ä grappe. Javanisch heißt er kapol, kapul, malayisch kapa-laga, in China peh-tau-kau- tung-po-tau, to-kuli.

76. Amomum maximum. Zingiberacee. java. Liefert den Java-Kardamom, der aber von sehr geringer Qualität ist.

77. Amomum melegueta — Aframomum melegueta.

78. Amomum xanthioides. Zingiberacee. Sog. wilder oder Bastardkardamom, mit kleinen, etwas stacheligen Kapseln, kommt von Bangkok aus in den Handel.

79. Amorpha fruticosa. Leguminose. Süden der Ver. Staaten. Bei uns als Zierstrauch kult. Aus den jungen Schößlingen wurde früher der Bastardindigo bereitet.

80. Ampelodesmus tenax. Graminee. Im Mittelmeergebiet, be- sonders auf den nordafr. Steppen, häufiges Gras, das wie Esparto zur Papierfabrikation verwendet und auch auf Wurzeln ausgebeutet wird. Im Arabischen dyss oder diss genannt.

81. Amygdalus communis. Rosacee. Kleiner, pfirsichähnlicher Baum. Die Frucht ist eine Steinfrucht mit einer äußeren hartfleischigen Schale, die nach der Reife aufspringt. In Vord.-As. und N.-Afr. heimisch, wo er schon seit alten Zeiten kultiviert wird. Jetzt im Mittelmeer- gebiet, besonders S.-Frankreich, in Kalifornien und Austral. verbreitet. Der Mandelbaum findet sein bestes Gedeihen in der halbtrop. Zone, denn ihm sagt weder ein feuchtes noch kaltes Klima zu. Er will eine kurze, aber gründliche Winterruhe haben. In eigentlich tropischen Gegenden, wie Indien und O.-Afr., gedeiht er deshalb nicht besonders. Verlangt einen trocknen, lockeren, warmen und womöglich stark kalkhaltigen Boden. Auf einem Hügelabhange findet er seinen passendsten Standort. Ebenes Gelände darf nur gewählt werden, wenn es niemals Ueberschwemmungen ausgesetzt ist. Planmäßige Beschneidung und regelmäßige Düngung er- forderlich.. Wenn auch der Mandelbaum als Wildling gezüchtet werden kann, so ist es doch entschieden geratener, ihn zu veredeln, und dienen, je nach den klimatischen Verhältnissen, Pflaum-, Pfirsich- oder Mandel- bäume als Unterlage. Wenn Klima und Boden günstig sind, kann schon im 3. Jahre nach der Veredelung eine Ernte erwartet werden.

Die Mandeln sind entweder bitter oder süß. Von den süßen Mandeln, deren Anbau bei der starken Nachfrage rentabeler ist, spielt de Damen- mandel Frankreichs und die Jordanmandel von Malaga im Handel eine besondere Rolle. Die bitteren Mandeln sind klimahärter. Außer der direkten Verwendung als Genußmittel wird das aus den Mandeln ge- wonnene gereinigte ätherische Oel in der Feinbäckerei, der Toilettenseifen- fabrikation verwendet. In der Heilkunst wird das ungereinigte Oel der bitteren Mandeln des Blausäuregehalts wegen angewendet.

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82. Anabasis setifera.. Chenopodiacee. Aegypt.-arab. Wüste. Zur Sodagewinnung benutzt.

83. Anacardium occidentale. Anacardiacee. Kaschu- oder Acajoubaum, Maranon, Nierenbaum. Heimisch in W.-Indien und Brasilien, aber in den Tropen durch Kultur weit verbreitet (Ewe [Togo]: atisiang). Nicht sehr hoher Baum mit tief verzweigtem Stamm. Blätter ziem- lich groß, umgekehrt eiförmig. Blüten klein, rötlich, in ansehnlichen Rispen. Die Frucht, westindische Elefantenlaus, Akaschunuß, Merk- nuß, Anacarde genannt, ist nierenförmig, 2—3 cm lang, der Stiel nicht dünn und holzig wie bei unserm Obst, sondern fruchtartig -fleischig angeschwollen, viel dicker als die Frucht selbst; er wird Akaschu- Apfel oder -Birne genannt und dient als Obst und zu Kompott, in Brasilien zur Bereitung einer Limonade, bei den Negern von Branntwein und Essig. Die Schale der nierenförmigen Frucht enthält ein an der Luft schwarz werdendes, brennend scharfes Oel, das auf der Haut Entzündungen hervorruft und deshalb in den Tropen als Beizmittel verwandt wird. Der wirksame Bestandteil, das Kardol, ist stark blasenziehend, wird nach Art von Spanischen Fliegen benutzt und dient in Indien als vorzügliches Prä- servativ von Holz und Büchern gegen Termiten, ferner zum Schwarz- zeichnen von Wäsche und dergl., weshalb die Engländer den Baum auch Inkmarktree, die Frucht Marking nut nennen. Beim Gebrauch der Tinte ist Vorsicht anzuraten; in Berlin ist ihr Verkauf polizeilich verboten. Die ölhaltigen Samen werden wie Erdnüsse geröstet gegessen und haben einen sehr angenehmen mandelartigen Geschmack, da durch das Rösten der giftige teerige Stoff verschwindet. Doch muß man beim Rösten vor- sichtig sein, da selbst der Dampf des Kardols gefährlich ist. Zuweilen kommt das Oel des Samens unter dem Namen Akaschuöl auch in den Handel als Speiseöl. Aus Verletzungen des Stammes tritt ein helles Gummi aus (Acajougummi, Gomme d’acajou, Caschawa- summi, Anacardiumgummi), das aber nur teilweise löslich ist und keinen großen Handelswert besitz. Das Holz ist als weißes Maha- soni bekannt.

84. Anagyris latifolia.a Leguminose. Baumstrauch von einigen Metern Höhe, auf den Kanar. Inseln, selten. Anbau als Futterpflanze in regenarmen Gebieten sehr zu raten.

85. Anamirta cocculus. Menispermacee. Hochkletternde Liane des ind.-malay. Gebietes, deren Früchte (Cocci Indi, Kokkelskörner) zum Fischvergiften dienen, auch zur Bierverfälschung benutzt werden.

86. Ananas sativus. Bromeliacee, heimisch in Westindien und Zentral-Am., im trop. As. und Afr. (Ewe: atoto) vielfach verwildert. Die steifen linealischen, stacheligen Blätter stehen, eine Rosette bildend, auf- recht ab. Aus der Mitte der Rosette wächst ein kurzer Stengel heraus, der die dichte Blütenähre trägt, aus der sich später durch Fleischigwerden der Blütenachse eine Scheinfrucht bildet, die von einem Blattschopf gekrönt wird. Von den etwa 100 Spielarten werden folgende besonders empfohlen. Sugarloaf, unübertroffen an Süße und Aroma; nur für absolut frostfreie Lagen. Ripley, Moscow, Queen, Antiqua und St. Vincent von fast gleicher Güte; Prince Albert von besonders prangendem Aussehen; Trinidad und Enville liefern die größten Früchte, bis zu 12 kg, lassen aber an Süße zu wünschen übrig; Spanish nicht von besonderer Güte, aber relativ klimahart und durch ihr festes Frucht- fleisch für den Versand geeignet. Beliebt sind weiter Lemon Queen, Bateı Providence, Prickly" Cayenne; Smooth. Cayenne,

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Montserrat, Charlotte Rothschild. In Mexiko wird bevorzugt Pinjas de Cahuipa.

Fortpflanzung durch Samen kommt für Plantagen nicht in Betracht, da die Entwicklung bis zur Tragfähigkeit 10—12 Jahre beansprucht. Samen daher nur bei Züchtung neuer Spielarten verwendet. Für Neu- anpflanzungen nur Schößlinge zu benutzen am besten Wurzelschößlinge, die die schnellste Entwicklung nehmen. Stammschößlinge wachsen schon weniger schnell heran und der Fruchtschopf erreicht erst nach 2—5 Jahren den Zustand der Tragbarkeit. Tiefe (wenigstens 50 cm) Bodenbearbeitung. Pflanzweite in den Reihen 3/, bis 1 m; Abstand der Reihen 1'/, bis 1'/; m. Die Schößlinge werden dicht an der Mutterpflanze abgeschnitten und nach Entfernung der untersten Blätter in das Pflanzloch gesteckt und festgetreten. Austreiben von Schößlingen vor der Fruchtreife ist durch Abbrechen zu verhindern. Die Ananas verlangt große Wärme und bevorzugt leichten Boden. Auch auf vorzüglichem Boden sollte Düngung nicht unterlassen werden. Dazu empfohlen Guano, rein oder mit Holzasche gemischt, auch alter, gut verrotteter Kompost. Die Pflege der Pflanzung beschränkt sich auf Unterdrückung des Unkrautes und Bodenlockerung und auf Fernhaltung von Staub, der sich besonders in die Blattachseln setzt und die Pflanze schädigt.

Die Kultur der Ananas wird heute hauptsächlich betrieben in Kalifornien, auf den Kanaren, in Singapore und Penang. An eine Kon- kurrenz unserer Kolonien für den europäischen Markt ist vorläufig wohl nicht zu denken. In neuerer Zeit sind reife Bananen, in Ananassaft ein- gelegt, als Konserve empfohlen worden. In Daressalam hat man aus dem Saft der Ananas nach Mischung mit Orangensaft einen sehr angenehmen ungegohrenen Fruchtwein hergestellt. — Aus den Blättern wird eine Faser gewonnen, die zu den feinsten Geweben, nach anderen nur für Stricke verwendbar ist. Die Art des Anbaus der Ananas zur Fasergewinnung verlangt eine reichliche Wasserzufuhr während der Trockenheit und Be- schattung durch Gras- oder Blätterdächer. Zu junge Blätter geben noch keine feste, zu alte Blätter spröde Faser.

87. Anchomanes difformis. Aracee. Knollengewächs mit stacheligem Blattstengel und nur einem großen, dreiteiligen Blatt, dessen Teile wiederum mehrfach zerteilt sind. Die sehr große Knolle wird unter dem Namen tentela in Unyamwesi (D.-O.-Afr.) gekocht gegessen.

88. Anchusa tinctoria — Alkanna tinctoria. 89. Ancyclobotrys pyriformis = Landolphia pyriformis.

90. Andira araroba. Leguminose. Baum aus dem trop. Am., liefert das gegen Hautkrankheiten verwendete Chrysarobin. A.inermis, der Cabbage tree W.-Ind.s soll das Patridge wood des Handels liefern.

91. Andropogon citratus. Graminee. Hohes, bläulichgraues Gras (Zitronengras) aus S.-As., in ganz Indien (unter den Namen gandha benä, gandha trina, vashanup pulla, kurpura pulla), auch auf Ceylon (penquin) und Singapore angebaut. Spielt in der Volksmedizin der Inder eine große Rolle. Durch Destillation wird aus den Blättern das Lemongrasöl gewonnen, auch Verbenaöl, Melissaöl, Indisches Grasöl genannt, das in der Parfümerie benutzt wird und zur Verfälschung des echten Verbenaöls und Rosenöls dient. Auch in San Thom€ und in Brasilien ist das Gras zur Oelgewinnung eingeführt, ebenso sind in Kamerun Versuche in kleinerem Maßstabe gemacht worden. Das hier gewonnene Oel glich mehr dem westindischen, das schlechter als das indische sein soll. Ent-

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weder war in Kamerun eine minder gute Varietät vorhanden, oder die Verschlechterung ist auf Einflüsse des Klimas und Bodens zurückzuführen, eine Möglichkeit, die für diese A.-Arten von mehreren Autoren vermutet wird. Da die Pflanze selten blüht, so ist eine Fortpflanzung durch Samen schwierig. Stuhlmann empfiehlt, den ölliefernden A.-Arten für O.-Afr. besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da sie ev. mit Nutzen auf den für den Kaffee unrentablen Bergländereien gepflanzt werden können.

92. Andropogon halepensis vergl. A. sorghum.

93. Andropogon ivarancusa. Graminee. Indien. Liefert in ihrer Wurzel sog. Vettiver für grobe Gewebe, Teppiche, Seile u. a. m. Der Name scheint auch noch anderen A.-Wurzeln beigelegt zu werden (vergl. A. muricatus).

94. Andropogon Martini siehe A. schoenanthus.

95. Andropogon muricatus. Graminee. Diese, auch als A. zizanioides, Phalaris zizanioides, A. squarrosus bezeichnete Gras- art bedeckt wild große Strecken Vorderindiens (khus-khus, tamul, veti-ver), wird in manchen Gegenden Indiens, ferner auf Reunion, Mauri- tius, den Philippinen, in Brasilien und neuerdings in O.-Afrika auch kultiviert. Das ätherische Oel, Kuskusöl oder Vetiveröl, ist nicht, wie bei den verwandten Arten, in den Blättern, sondern nur in den Wurzeln (Vetiver-Wurzel, Cuscus-root; Cholerawurzel, weil früher gegen die asiatische Brechruhr empfohlen) vorhanden, wird aber in Indien nicht destilliert, was infolge seiner schweren Flüchtigkeit nicht leicht ist. Es findet zur Herstellung von Seifen und Parfüms in Europa reichlich Eingang. Aus den stark duftenden Wurzeln fertigt man in Indien Matten, Fächer, Körbchen; in den europäischen Apotheken ist sie als Radix anatheri oder Radix vetiveriae bekannt; auch in den europ. Parfümerieläden ist sie käuflich und wird als Mottenschutz, zum Parfümieren von Wäsche, zu Riechkissen verwendet. In Amani ist das Gras kultiviert und das aus ihm gewonnene Oel dem von Reunion kommenden gleich geachtet worden. Stuhlmanın ist der Ansicht, daß auf leichtem, sandigem Boden eine rentable Ausfuhr der Wurzel möglich ist. Für große Mengen wird der deutsche Markt aber kaum aufnahmefähig sein.

96. Andropogon nardus. Graminee Bis I m hohes Gras (Zitronellgras), das in umfangreichen Büscheln wächst. In Malakka (kamakshi-pulla, chora-pulla), Ceylon (maana), Vorderindien (ganjni, ganini-kaghas, pust-burn, kamakher, mandap-pullu, kavattam-pullu, shunnärip-pullu, sing-oumiä), auch im tropischen Afrika. Ist in allen Teilen, besonders den Aehren, reich an ätherischem Oel, das daraus destilliert als Zitronellöl in den Handel kommt. Es gehört zu den wichtigsten Artikeln der Oelbranche, besonders als Par- fümierungsmittel von Seifen und zur Herstellung des reinen Geraniols. Das Hauptproduktionsgebiet ist S.-Ceylon, wo große Strecken unter dieser Kultur stehen. Kleinere Anpflanzungen finden sich bei Singapore und auf Java, hier vorläufig wohl nur als Zwischenkultur; auch an Bahndämmen.

Die Pflanze weist zwei Kulturvarietäten auf. Die eine, hauptsächlich auf Java und bei Singapore, auf Ceylon in der Nähe von Baddagama ge- baut, wird als maha pangiri bezeichnet und liefert eine feine Qualität bei guter Ausbeute, verlangt aber fetten Boden und häufiges Verpflanzen und soll nach 10- bis 15jähriger Kultur absterben. Dafür erzielt sie aber gute Preise. Nur sie ist zur Anpflanzung zu empfehlen. Die andere Varietät lana batu, die sich erst in den letzten 25 Jahren größere

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Kulturausbreitung verschafft hat, besonders auf Ceylon, gibt ein weniger aromatisches Oel in kleinerer Ausbeute und von geringerem Wert, gedeiht aber auf magerem Boden und erfordert kein Umpflanzen.

In der Pflanzung darf das Citronellgras nicht zu dicht stehen. In Ceylon wird es aus Samen gezogen und wie Guineagras gepflanzt. Es liefert jährlich 2 bis 4 Schnitte. Die Oelausbeute wächst in den ersten Jahren, fällt aber vom 3. Jahre ab beständig, obwohl das Gras noch sehr gut steht. In höheren Lagen wird, auch bei guten Bodenverhältnissen, die Qualität des Oels schlechter, die Quantität geringer. Es wird ange- geben, daß zur Destillation nicht das frisch geschnittene Gras verwendet werden soll, das ein unangenehm riechendes Oel liefert, sondern nur gut getrocknetes. Watt sagt in seinem Dictionary nichts davon, und ich selbst habe in Java das Gras vom Felde sofort an den Destillator bringen gesehen. Nach Semler wird das beste Oel erzielt, wenn man das Gras nicht einfach trocknet, sondern mit unter Druck stehendem Wasserdampf behandelt. Um die Zitronellindustrie ertragreicher zu gestalten, ist die Verwendung des abdestillierten Grases zur Papierfabrikation empfohlen worden. Semler. Il. 559. — Tropenpflz. XI, (1907). 106.

97. Andropogon rufus. Graminee. Gilt in S--Am. als erst- klassiges Kulturgras. In Brasilien capim provisorio genannt. Es soll die Eigenschaften von Kraft- und Grünfutter in sich vereinigen. Außerdem rühmt man ihm die Fähigkeit nach, nutzlose Weidepflanzen zu unterdrücken.

98. Andropogon saccharoides.. Graminee. Vorzügliches Mast- gras, im trop. S.-Am. weit verbreitet, in Paraguay capii bobö genannt.

99. Andropogon schoenanthus. Graminee. Gras der Campinen und Steppen, 2—3 m hoch, verzweigt. O.-Ind. bis China, im trop. Afr. gemein. Ist von den verwandten Arten (insbesondere von A. nardus) durch die im unteren Drittel der ersten Hüllspelze der Aehrchen niemals fehlende Längsfurche leicht zu unterscheiden. Durch Destillation des zerschnittenen Grases wird ein ätherisches Oel gewonnen. (Palma- rosaöl, Rusaöl, Geraniumgrasöl, Ingwergrasöl, Gingeröl, Namar- oder Namuröl, Essence de Namur), das einen bedeuten- den Handelsartikel zur Fälschung von Rosenöl und in der Parfümerie- und Seifenfabrikation bildet. Hauptexport von Bombay. In Java, wo das Gras sergh genannt wird, zuweilen als Zwischenkulturpflanze. Nach Stapf stammt das Palmarosaöl von einer besonderen Art, A. Martini, die in einer besonders guten Rasse im Distrikt Kandesh in der Präsident- schaft Bombay viel gebaut wird. In Togo bedienen sich die Eingeborenen der Blätter als Suppengewürz.

100. Andropogon sorghum. Graminee. Sorghum, indisches Korn, Himalayakorn, Kolbenhirse, chines. Zuckerrohr, Durrha, Dari, Negerkorn, Mohrenhirse, Kaffernkorn, im Schutzgebiet von Kiautschou kanliang, bei den Ewe in Togo wo genannt. Als wilde Stamm- pflanze dieses Kulturgewächses wird Andropogon halepensis (Alleppo- hirse, Halepense, falsches Guineagras, Kubagras, Aegyptisches Gras, Johnsongras) angesehen. Dieses Gras ist ein in den Tropen weitver- breitetes Unkraut, aber als Kulturpflanze ein geschätztes Futtergewächs. Es verlangt fruchtbaren Boden, auf dem es bis 2m hoch wird. Entweder wird die Halepense auf gut gepflügtem Lande breitwürfig gesät oder gedrillt, oder man pflanzt sie durch Wurzelschößlinge fort, die man in seichte Furchen legt. Wichtig ist es, das Gras zu schneiden, wenn es eine Höhe von 50 cm noch nicht überschritten hat; dann wird es gern gefressen und

re

gibt ein vorzügliches Heu. Später wird es hart. Nach dem Schnitt treibt es sofort wieder aus. Die Wurzelstöcke können als Schweinefutter dienen. Ein Uebelstand der Halepense ist es, daß die Wurzelstöcke sehr wuchern, auch auf benachbartes Kulturland übergehen und schwer auszurotten sind. Es wird geraten, das Feld mit einem tiefen Graben zu umziehen.

Sorghum ist ein ausdauerndes, meist jedoch ljährig kult., mehre Meter hohes Gras. Halm kahl, starkknotig, nicht hohl; Blätter lang und relativ breit; Blütenstand eine mehrmals zusammengesetzte lockere oder ganz kompakte Rispe; Blüten in männliche und weibliche getrennt, jene gestielt, diese sitzend, Samen 4—5 mm lang, häufig völlig von den Hüll- spelzen eingeschlossen, die, je nach der Sorte, verschiedene Färbung besitzen, von bleichgelb bis rot und schwarzgrau. Die Fruchtstandsspindel zerfällt nicht in einzelne Stücke, was bei der Aleppohirse der Fall ist. Wo die Kultur des Sorghum ihren Ursprung genommen, ist unbekannt, jeden- falls aber im Bereich des alten vorderasiatisch-nordostafrikan. Kulturkreises. Bei der Ernährung des größten Teils der Menschheit spielt nicht, wie man früher annahm, der Reis die Hauptrolle, sondern mit andern Hirsearten zusammen das Sorghum, so in China, Indien, ganz besonders in O.-Afrika. Hier ist es nur stellenweise durch Neueinführungen, wie Mais und Maniok, zurückgedrängt. In den meisten Teilen von Deutsch-O.-Afr. bildet das dort mtama genannte Sorghum den Grundstoff der Ernährung, haupt- sächlich in der Form des polentaartigen Hirsebreis (ugali), neben dem noch die dünnere Mehlsuppe (udyi) und vor allem das Hirsebier (pombe) kommt, von welch’ letzterem manche Leute fast ausschließlich leben.

Es gibt sicher mehre 100 Spielarten. Die wichtigsten botanischen Varietäten sind folgende: var. Roxburghii, durch die sehr lockeren Blütenstände der wilden Stammform am ähnlichsten, aber reicherfrüchtig. Aehrchen hellfarbig, spitz, haarig, unbegrannt. In Indien und Afr. sehr weitverbreitet. — var. Wightii, in Indien häufig, der vorigen nahestehend, auch grannenlos, aber dichtere Rispen und breit elliptische Samen. — var. vulgaris, Rispen ziemlich dicht, Aehrchen meist strohgelb, zuweilen auch schwärzlich oder rötlich, mit Granne, Same fast rund. Von Afr. bis Japan kult. — var. cernuus zeichnet sich dadurch aus, daß sich der Rispenstiel umbiegt, sodaß die Rispe nach unten hängt. Verträgt sehr gut trockenes Klima. Kult. von N.-Afr. und S.-Eur. über Vorderas. und Persien bis Indien. — var. durrha, mit sehr dichten, kurzen ellipsoidischen Rispen. Wertvoll für ganz trockne Gegenden, wie Steppen. Eine der wichtigsten Nahrungspflanzen von Aegypten bis Arabien. — var. technicus, Besenhirse, Besenkraut, mit lockerer, aber reich verzweigter Rispe, deren Verzweigungen ziemlich parallel und senkrecht in die Höhe streben und sehr zähe und elastisch sind; zu Besen und Kleiderbürsten (Reisbesen, Reisbürsten) verarbeitet. — Einige als var. colorans zu- sammengefaßte Sorten werden eines Farbstoffs wegen kultiviert, der sich in den Blättern und Stengeln bildet. In Tschaudjo werden diese Sorten palenynia und furgäni, in Kabure panyingä, in Basari ikamäudi, in Kete-Kratschi kara-n-dafi ja und kara-n-dafi baki genannt. Der Farbstoff wird gewonnen, indem man das trockene Material zu feinem Pulver zerstampft. Dieses für sich gebraucht färbt rot, mit trona (un- reiner Soda) zusammen schwarz. Man färbt Tücher damit, gelegentlich auch den Körper, besonders aber das Innere der Kalebassen und Blatt- und Baststreifen zur Mattenfabrikation. — Eine andere Gruppe von Sorten, die zuweilen auch zu der var. saccharatus zusammengefaßt werden, zeichnen sich durch großen Zuckergehalt des Stengels aus (Zucker- sorghum, Sorgho, Imphee). Hat eine Zeitlang in Amerika als

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Zuckerlieferant eine große Rolle gespielt, die es aber bald einbüßte. In Afr. ist sein Anbau weit verbreitet, aber von keiner Bedeutung. Die Araber nennen die Zuckerhirse ankolib.

Die Kulturgrenze des Sorghums nach den kälteren Breiten des Erdballs zu erreicht, wenn es als Grünfutterpflanze gebaut wird, die des Maises fast, zumal man nicht ohne Glück versucht hat, früh reifende Spielarten zu züchten. Wenn die Körnergewinnung in Frage kommt, bleibt Sorghum hinter Mais erheblich zurück. Es braucht einen Sommer, in dem das Quecksilber mindestens 5 Monate lang nicht unter 15° C. sinkt. Dagegen ist es außerordentlich widerstandsfähig gegen Dürre, weil es seine Wurzeln tief in den Boden senkt. Dieser muß daher sehr tiefgründig sein. Sein bestes Gedeihen findet das Sorghum auf Lehm- und Schwemmböden mit reichlichem Kalkgehalt.

Die Sorghumkultur hat viel Aehnlichkeit mit der Maiskultur. Es kann aber enger gepflanzt werden: Reihen im Abstande von 100—120 cm; Abstand der einzelnen Pflanzen in den Reihen bei Körnerbau 25-30 cm, bei Grünfuttergewinnung, ebenso für Besenkorn 10—12 cm. Die Saat- furchen dürfen höchstens 3 cm tief gezogen werden, da die Körner bei hoher Erdbedeckung schwer keimen. Es empfiehlt sich, den Samen 24 Stunden vor Aussaat in lauwarmem Wasser einzuweichen. Vor Hügel- pflanzung in der Sorghumkultur wird gewarnt.

Außer den genannten Zwecken dient das Sorghum noch der Sirup-, Spiritus-, Bier- und Essigbereitung. Nach einem patentierten Ver- fahren von C. Dobrin kann man auch eine reine weiße Stärke gewinnen, die sich aber im Handel keinen Eingang verschafft zu haben scheint.

Wenn Sorghum grün verfüttert wird, so treten zuweilen Giftwirkungen auf, die auf Salpeteransammlung in den Halmen, welche sich infolge kümmerlichen Wachstums bei anhaltender Trockenheit einstellt, zurückzu- führen sind. Bei Eintritt von Regen löst sich der Salpeter wieder auf.

Für die verschiedenen Anbauzwecke sind folgende Spielarten von Wichtigkeit: die ägyptische braune Durrha, sehr fruchtbar, bedarf aber zum Reifen eines langen, warmen Sommers. Körner von scharfem Geschmack, weniger zur menschl. Nahrung geeignet. — Aegyptische weiße Durrha, nicht so ergiebig, Mehl aber schmackhafter. — Aegyp- tisches Reiskorn, Reis-Sorghum, ägypt. Sorghum, in N.-Am. gebaut, soll Dürren auffallend gut widerstehen können; schwere, geschlossene, abwärts hängende Rispen; Körner weiß, nahezu rund, leicht dreschbar, geben ein vorzügl. Mehl. — Early Amber, Minnesota Amber, Early Golden, GoldenSirup, reift am frühsten von allen Spielarten, kann deshalb am weitesten nördl. angebaut werden. Körnerertrag nicht bedeutend, aber als Grünfutter zu empfehlen; auch des klaren, bernstein- farbigen Sirups wegen geschätzt, den sie ergibt. — Weißer Mammut, sehr große, fest geschlossene Rispe, die sich vom Stiel aufwärts verdickt; Körner groß, weiß, glatt. Zur Körnerproduktion sehr empfehlenswert, bedarf aber vieler Wärme. — Oemseeana, zur Sirupbereitung, bes. aber zur Grünfuttergewinnung. — Neeazana, für dieselben Zwecke wie vorige; kommt in kühleren Gegenden fort. — Millo Maize, ganz vorzüglich als Grünfutterpflanze, wächst infolge Austreibens stets neuer Schößlinge buschförmig. — Honduras, Mastodon, Sprangle Top, Honey Cane, Chines. Sorghum, Rispe dünn, locker, Spelzen rötlich-braun, Körner länglich, an der Spitze stumpf, an der Basis scharf zulaufend; sehr geeignet zur Sirupbereitung, Grünfutterpflanze. — White Liberian, weißes Liberisches Sorghum, eine Kreuzung, die nicht mit dem Liberian verwechselt werden darf, das die kleinsten Körner von allen

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Spielarten hat. White Liberian zeigt kräftiges Wachstum, besitzt schlanke, aufrechte oder umgebogene Rispe, große, lange Samen mit purpurrötlichen Spelzen. Reichlicher Körnerertrag, doch nur für Gegenden mit langen, warmen Sommern. — Gray Top, Rispe nicht sehr lang, geschlossen zylindrisch, Spelzen braun, Körner groß, rund, weißgelb. Körnerpflanze. — Das Besenkorn ist eine Spielart des chines. Sorghums; verlangt fruchtbaren Boden in warmer Lage. — In N.-Am. sind am beliebtesten Improved Evergreen, 2—3 m hoch, frühreif, und California Golden, 3-4!/,;, m hoch. Samen aller angeführten Spielarten können aus jeder größeren amer. Samenhandlung bezogen werden.

Die in Ugogo gebaute Sorghum-Varietät hemba-hemba soll die beste und ertragreichste Sorte, vielleicht das ertragreichste Korn der Welt sein.

Semler, Ill. 125. — Stuhlmann, Beiträge zur Kulturgeschichte von O.-Afr. (Berlin, 1909). 165.

101. Andropogon squarrosus — A. muricatus. 102. Andropogon zizanioides = A. muricatus.

103. Anetum graveolens. Umbellifere. Der Dill ist in Indien und Persien heimisch und durch Kultur schon früh verbreitet. In Afrika soll er in Abessinien, wo er auf Tigrinja schilau, silan, silan-beita, sadan-schoa heißt, und in den Haussaländern angebaut werden. In O.-Afr. sind die Samen unter dem ind. Namen suwa, suwadana in allen Indierläden käuflich.

104. Angraecum fragrans.. Orchidee. Auf Bäumen. Aus den Blättern auf Reunion und Mauritius ein Tee bereitet, der Kumarin enthält und deshalb nach Waldmeister duftet. (Faham-Tee, Orchideentee, Bourbontee). In Frankreich ist die Einführung ohne rechten Erfolg geblieben. Wird zuweilen zum Parfümieren des chinesischen Tees benutzt.

105. Anisophyllea cabole.e. Rhizophoracee. Schöner Baum der Wälder von S. Thome in der niederen und mittleren Zone.

Vereinzelte Exemplare von 35—40 m Höhe bei einem Durchmesser von 1,50—1,80 m; die meisten aber von viel geringeren Dimensionen. Das Holz hat eine gelbliche bis hellkastanienbraune Farbe mit marmorartigen, dunkleren, wellenförmigen Streifen und eignet sich als Luxusholz für Möbel und Innenausbau. Zur Einführung in Kamerun und Togo, wenn er nicht dort existiert, empfohlen. Samen sind leicht von S. Thome durch Vermittelung des deutschen Konsuls zu bekommen. — Das Holz von A. zeylanica wird zu Teekisten verarbeitet. — Die Früchte von A. laurina in Guinea sind eßbar.

106. Anogeissus spec. div. Combretacee. Sehr hartholzige, in der Trockenzeit laublose Bäume von birkenähnlichem Wuchs, in trockneren Teilen der Tropen und Subtropen der alten Welt. Die Früchte erinnern an die unserer Erlen. A. leiocarpa in Senegambien, Togo (hier von den Ewe tsetse oder ech&che, den Kratschi kakanla, den Anago anyi, den Fong chlehö, den Akposso oga, den Tschaudjo kodelia, den Aschanti känna genannt) und Abessinien, liefert gutes Werkholz, das termitenfest ist und einen fast schwarzen, ebenholzähnlichen Kern hat. Die Blätter werden von den Eingeborenen zum Gerben, besonders von Ziegenfellen, verwendet. A. acuminata in Vorder- und Hinter-Indien, Bauholz, A. latifolia in Vorder-Indien, gelblich-graues, dunkler ge- zontes, glänzendes Holz, dessen purpurbrauner Kern ausnehmend hart und als Bau-, Werk- und Möbelholz, auch für Eisenbahnschwellen und zur

Herstellung von Kohle sehr geschätzt ist. Die Blätter (und Rinde?) auch dieses Baumes sind gerbstoffhaltig. Außerdem liefert er ein Gummi, das dem arabischen ähnlich, aber von minderer Qualität ist.

107. Anona cherimolia.a Anonacee. Kleiner Baum aus Peru und Ecuador mit orange- bis kokosnußgroßen Früchten, Chirimaya, von den Engländern Cherimoya oder Cherimoyer, auch Custard- apple oder Jamaicaappel,im Deutschen Zuckerapfel genannt. Wie bei allen Anona-Arten das weiße oder bläulich-weiße Fruchtfleisch eßbar. Es verliert an Wohlgeschmack, wenn der Baum in der Ebene gepflanzt wird; er liebt Höhenlagen von 300 bis 1500 m. Die Früchte unterscheiden sich von andern A.-Arten dadurch, daß sie wie mit dicken Schuppen be- deckt erscheinen. Die Tragbarkeit beginnt schon in früher Jugend und besteht auch unter kümmerlichen Verhältnissen noch. Läßt sich am Spalier ziehen.

108. Anona Kirkii. Anonacee. Trop. Afr. Liefert eine sehr schmackhafte, aber nicht viel Fruchtfleisch bietende Frucht, deren Ver- besserung durch Kultur sich lohnen würde.

109. Anona macrocarpa.. Anonacee. Die Guanäbana Zent.-Am.s (auch in Brasilien?!) ist ein aufrechter, schöner, dichter, immergrüner Baum. Frucht oval, bis 10 kg schwer, mit glatter, glänzender, grüner Schale und vereinzelten, dünnen, aufrechten, aber etwas zurück- gebogenen Stacheln.. Das Fleisch ist rein weiß, säuerlich und sehr erfrischend.

110. Anona muricata.. Anonacee. Stachel-Anone aus West- indien, durch Kultur aber weit in den Tropen verbreitet. Kleiner Baum. Die Früchte, von den Engländern Soursop, den Holländern Suirsak, den Deutschen oft Sauersack, den Franzosen Corrosol, Cachiment, von den Spaniern Guanabana, portugiesisch Curacäo de Indie ge- nannt, enthalten ein schneeweißes, süßsäuerlich schmeckendes Fruchtfleisch mit länglichen glänzenden, schwarzen Samen. Aeußerlich sind sie schief herzförmig, gelblich-grün, mit weichen Stacheln nicht allzudicht besetzt und werden bis 1!/; kg schwer.

111. Anona palustris. Anonacee. W.-Indien. Alligatorapfel. Wenig schmackhaft. Das schwammige Holz in der Heimat als Kork- surrogat verwendet.

112. Anona reticulata.. Anonacee. W.-Indien. Ochsenherz-: apfel, Bulloxheartappel, Coeur de boeuf. Die apfelgroßen, rötlich bis violett gefärbten Früchte sind netzartig gefeldert und besitzen ein etwas trocknes, körniges, aufdringlich süßes Fruchtfleisch.

113. Anona senegalensis. Anonacee. Kleiner knorriger Baum oder Strauch des afrikan. Steppengebietes. Laub blaugrün, die taubenei- großen, orangefarbenen Früchte enthalten ein ziegelrotes, aroma- tisches Fleisch.

114. Anona squamosa. Anonacee. Trop. Am. Schwachwüchsiger Baum oder Strauch mit länglich-lanzettlichen, unterseits graugrünen Blättern von unangenehmem Geruch. Die nicht besonders schmackhafte Frucht (Sweetsop, Sugar apple, Custard apple, Cremefrucht, Schuppenapfel, Rahmapfel, Zimtapfel, Kaneelapfel; in Kostarika.änön genannt; in Brasilien pinha; in Venezuela rinjow; in O.-Indien ata, luna, meba, sharifa, meist sitaphal; im Malayischen manoa papoa, buwah nona, sri kaya; an der ostafrikan. Küste topetope, wie die einheim. A. senegalensis) erinnert in Gestalt und

Sr

Größe an Artischocken und ist wie ein Fichtenzapfen mit Schuppen bedeckt. Die gepulverten Samen werden als Insektenpulver benutzt.

115. Anthephora pubescens. Graminee. Ein in S.-W.-Afr. und im Kalaharigebiet besonders auf Sandboden verbreitetes Gras mit über 1 m hohen Halmen, die kräftige, dichte, manchmal vielstöckige Büschel bilden und am Grunde öfters von zerfaserten Scheiden dicht umhüllt sind. Aehre schmal, zottig behaart. Sehr gutes Futtergras für alle Tiere. Eingeb.-Name hobes.

116. Anthistiria australis. Graminee. Dieses austral. Gras, auch Anthistiria ciliata, Kängurugras genannt, wird in seiner Heimat als eins der besten Futtergräser geschätzt.

117. Anthriscus cerefolium. Umbellifere. Kerbel, aus den Kaukasusländern und N.-Persien, alte Kulturpflanze. Einjährige Pflanze. Gedeiht in den Tropen. Muß breitwürfig ausgesät werden.

118. Antigonon leptopus. Polygonacee. Rankender Halbstrauch aus Mexiko und S.-Am., der für die Tropen und Subtropen eine schöne Zierpflanze zum Bekleiden von Erdabhängen, Hauswänden, Veranden, Zäunen darstellt und weit verbreitet ist. Kelch und Blumenblätter rosenrot. Blüten in Trauben.

119. Apium graveolens. Umbellifere. Sellerie. Knollen sind in den Tropen nicht zu erzielen, nur fleischige Wurzeln. Als Suppengrün ist Schnittsellerie mehr zu empfehlen.

120. Aplotaxis lappa — Saussurea lappa.

121. Apocynum spec. div. Apocynacee. Manche Arten der Gattung liefern Fasern. Die bekannteste ist A.cannabinum, Indian Hemp, in den östl. Verein. Staaten. Das 4-5 Fuß hohe, ausdauernde Kraut treibt lange Stengel, aus denen sich die hell-zimtbraune Faser leicht gewinnen läßt. Sie soll in Rußland einen beschränkten Handelsartikel bilden. Ein gleichwertiges Produkt soll A. androsaemifolium (Ver. Staaten) geben, das sich aber mehr verzweigt und deshalb schwerer zu bearbeiten ist. Die Faser von A.canadense wird zuweilen als Cana- discher Hanf bezeichnet. Auch A. sibiricum im südl. Rußland, Turkestan, S.-Sibirien liefert eine Spinnfaser. Von A. venetum, die sich von den Lagunen Venedigs ostwärts bis China findet, gewinnt man in Turkestan eine als kendir oder turka bezeichnete Faser, die vielleicht auch in der europ. Textilindustrie noch eine Rolle spielen wird. In Ruß- land und Turkestan hat man einen geregelten Anbau in Angriff genommen.

122. Aquilaria agalloccha. Thymelaeacee. Hoher Baum im östl. Himalaya, liefert im Kern seines sonst weichen, weißen Holzes das schwere, wohlriechende Adlerholz, Eagle wood, auch Lignum Alo&s, Aloeholz, Linoaloesholz, Garo de Malacca, Agar wood, Agallocheholz, Paradiesholz, Calambac genannt, das für die Orientalen ein kostbares Räucher-Parfüm ist, auch zu Juwelenkästen und dergl. verarbeitet wird. Im Mittelalter auch in Europa gesucht.

123. Arachis hypogaea. Leguminose. Ursprünglich jedenfalls in Brasilien heimisch, heute in fast allen trop. Ländern angebaut, haupt- sächlich in Mittel- und S.-Afr. (bei den Kaffern chingube), O.-Indien, O.-Asien, im südl. N.-Am., in S.-Am. und S.-Eur. Die amerikanischen Namen mandubi, mani, anchic, ginguba sind z. T. in die alte Welt übernommen worden. So heißt die Erdnuß bei den Makuwa in Mosambik mandüi, bei den Isuwu mantovi, den Duala mutobo, den Ngotan metowo; auch das unveränderte Wort mandubi soll in W.-Afr. vielfach

a: yo

gebräuchlich sein. Die Kanuri nennen die Erdnuß gangalla, die Basunde nguba, die Angola lungobo, die Pangela olonguba, die Ewe aki, azi, die Haussa gedda, die Suahelimndugu niassa. Andere afr. Namen bei Stuhlmann, Beiträge S. 386. Die im Handel als Erdnuß, Groundnut, Erdmandel, Erdeichel, Peanut, Erdpistazie, Mandubibohne, Mancarra, Aschantinuß bezeichnete Pflanze ist ein einjähriges, dem Boden mehr oder weniger anliegendes, ausgebreitetes (eine aufrechte und mehr behaarte Form unterscheidet man als var. asiatica, eine mehr niederliegende und kahle als var. africana oder glabrata) Kraut. Die langen Blattstiele tragen an der Spitze zwei Blättchenpaare und am Grunde zwei ziemlich lange, spitze, miteinander verwachsene Nebenblätter. Aus den Blattachseln entspringen Blütenstände, die nur 2—3 nicht sehr auf- fällige, gelbe Blüten tragen und sich nach dem Verblühen verlängern und auf diese Weise die sich entwickelnden Früchte in den Erdboden einbohren, sodaß sie unterirdisch zur Reife gelangen. Die Frucht ist eine in der Regel zweisamige Hülse, die mit einem deutlichen Netz von Längs- und Querrippen bedeckt und zwischen den beiden Samen gewöhnlich etwas eingeschnürt ist. Die Samenschale ist papierdünn, rötlich-braun. Die Pflanze stellt sicher eines der wertvollsten Objekte für Eingeborenen- kultur dar. In O.- wie W.-Afr. werden wohl vereinzelt Erdnüsse als Lecker- bissen überall gepflanzt. Ausgedehntere Kultur findet sich in D.-O.-Afr. in den Bezirken Mikindani, Lindi und seit Aufschließung des Landes durch die Ugandabahn in Schirati, Muanza, Bukoba am Viktoria-See. Die Ge- samtausfuhr erreichte 1908 die Höhe von 1556336 kg im Werte von 344279 M. Kamerun scheint kaum nennenswerte Mengen zu exportieren. In Togo ist die Ausfuhr in den letzten Jahren zurückgegangen, wohl weil das Produkt nicht gut getrocknet und deshalb minderwertig war. (1907: 338237 kg im Werte von 39418 M.; 1908: 152988 kg im Werte von 14688 M.) Eine bedeutende Zunahme der Produktion und Ausfuhr ist zu erwarten, wenn die beiden trockneren Hinterlandbezirke Sokode-Bassari und Mangu-Jendi durch eine Bahn erschlossen sein werden. Unsere Zahlen stehen weit zurück hinter denen anderer afrikan. Gebiete: Mosambik führt jährlich 60—125000 Sack aus, Senegambien mehr als 100 Millionen Kilo.

Hinsichtlich des Klimas ist die Erdnuß sehr anpassungsfähig. Ob- gleich ursprünglich ein tropisches Gewächs, kann sie doch in allen subtrop. Ländern mit nicht zu geringem Regenfall kultiviert werden; ebenso in den trop. Gebirgen bis zu beträchtlichen Höhen. Die leichten Bodenarten sagen ihr mehr zu als schwere, niemals dürfen sie sehr kalkarm sein. Am besten ist ein trockner, sandiger Lehmboden, weil er die hellsten Früchte erzeugt, die am beliebtesten sind. Dunkle Böden sollen ihre Farbe bis zum gewissen Grade den Früchten mitteilen. Bei der Anpflanzung darf man den Boden nicht zu tief auflockern, da die Früchte sonst zu weit eindringen, längerer Zeit zur Reife bedürfen und schwerer zu ernten sind. In Abständen von 50—80 cm werden je 2 Samen in den Boden gelegt und nach etwa 14 Tagen an den Fehlstellen, die sich dann erkennen lassen, nachgepflanzt. In der ersten Zeit ist das Unkraut sorgfältig zu entfernen, später halten es die Arachis-Pflanzen selbst nieder. Im Bezirk Lindi (D.-O.-Afr.) hat sich eine Krankheit bemerkbar gemacht, die sich darin äußert, daß die Seitenzweige dem Boden nicht anliegen, sondern in die Höhe streben, sodaß kugelige Büsche und, weil die Blüten den Boden nicht erreichen, sehr wenig Früchte gebildet werden. Da die Krankheit, deren Erreger noch unbekannt ist, offenbar infektiöse Natur hat, darf man von den kranken Pflanzen kein Saatgut nehmen und sollte die verseuchten Felder mehrere Jahre lang nicht mit Erdnüssen bestellen. Die Ernte darf

Be

erst vorgenommen werden, wenn die oberirdischen Teile abgestorben sind. Mit dreizinkigen Hacken werden die Pflanzen zunächst losgehackt und dann ausgehoben. Darauf setzt man sie um einen Pfahl auf Haufen, mit den Früchten nach innen, den man mit einer Gras- oder Strohkappe bedeckt. Nach zwei Wochen kann das Abpflücken der Früchte beginnen, wozu man heute im Großbetrieb schon Maschinen verwendet. Die ge- pflückten Früchte müssen gut getrocknet werden, da sie leicht schimmeln. In den Handel kommt der größte Teil der Erdnüsse ungeschält. In dieser Form werden sie bei uns unter dem Namen Kamerunnüsse oder Negernüsse als Näscherei verkauft. Eine Erdnußschälmaschine ist von der Maschinenfabrik M. Martin-Bitterfeld konstruiert worden. Hauptzweck des Anbaus für den Export aber ist die Oelgewinnung (Katjangöl), als Speiseöl (Deutsches Kolonialöl), Brennöl, zur Seifenfabrikation. Die Preßkuchen geben zerkleinert und geröstet schmackhafte Erdnuß- grütze (vegetabilisches Fleisch), sind aber besonders ein Kraft- futter für das Vieh. Die gerösteten Samen dienen auch als Kaffeesurrogat (Austriabohnenkaffee). Semler, Il. 456. — Sadebeck, 228.

124. Aralia papyrifera — Tetrapanax papyrifer.

125. Araucaria spec. div. Pinacee. Eine Anzahl von Arten in Europa als Zierpflanzen gezogen, auch im Zimmer (Zimmertanne, Schmucktanne). Die meist großen Bäume tragen nadel- oder schuppen- förmige Blätter, die mit breitem Grunde aufsitzen und in der Regel all- seitswendig, selten zweizeilig an den Zweigen stehen. Die meisten geben ein gutes Holz, so A. brasiliana aus der Bergregion des mittleren und südl. Brasilien, dort Cury, Pinheiro; zu Innenbau und Möbeln. A.imbricata in S.-Chile (Chilitanne) liefert Holz zu Bauten und Schiffsmasten. A. excelsa, die Norfolktanne von der Insel Norfolk Werkholz, besonders zum Schiffsbau. Jedenfalls von A. Bidwillii, dem in S.-Queensland heimischen Bunya-Bunyabaum kommen diePinkos- Knollen des Handels, aus den vermorschten Stämmen herausgefaulte Astknollen, die in allen ihren Eigenschaften — abgesehen von der Farbe — dem Elfenbein nahe kommen und ein vorzügliches Material für Drechsler sind. — Sie geben auch Harz. Von einigen A.-Arten werden die Samen gegessen.

126. Areca catechu. Palme. Schlanker Stamm von 10-20 m Höhe. Kleine aber dichte Krone breitgefiederter Blätter. Die zierlichen Blüten- büschel treten ein gutes Stück unterhalb der Blattkrone aus dem Stamm hervor. Die orangefarbenen Früchte, in der Größe eines kleinen Hühner- eies, fallen erst lange nach der Vollreife vom Fruchtzapfen ab. Zur An- zucht werden die Nüsse mit ihrer Bastschale 20—30 cm entfernt in den Boden gelegt und 1I—2 cm hoch mit Erde bedeckt. Nach 4 Monaten, besser nach 10—18 Monaten auspflanzen. Anfänglich Schatten günstig, später volle Sonnenbestrahlung. Empfehlenswerteste Pflanzweite 3 m. Heimat ind.-malay. Gebiet, auch in Ostafrika kultiviert und nur für diese Länder als Handelsartikel von Bedeutung. Das zerklüftete Samengewebe dient als Zusatz beim Betelkauen; auch zu Schmuckartikein, Perlen für Armbänder und Betkränze und wegen des Tanningehaltes zuweilen auch in der Gerberei und Färberei. Die verbreitetsten Namen der Palme sind: indisch supari, pophal, tamilisch pakumaram, kamiga, poka, in Bengalen gua, singalesisch puwak, malayisch jombi, pinang, kachu, arabisch fufal, fulfil, persisch popal, kisuaheli mpopoo, popoo.

2. A

127. Arenga saccharifera.. Palme. Sehr kräftiger Baum mit steil aufstrebenden grau-grünen Fiederblättern. Blattstiele außerordentlich stark, an der Basis von einem schwarzen, zu einer Art Filz- oder Netzwerk ver- flochtenen, faserigen Stoff umgeben, der verwitterten Blattscheide. Gor- nutupalme. Altheimisch auf dem malay. Archipel und in Hint.-Indien. In Java aren, sundanesisch kawung genannt. Auf den Molukken und Philippinen wahrscheinlich nur eingeführt. Hauptprodukte: Idja-Faser aus der verwitterten Blattscheide, zu Schiffstauen, zum Anschirren, zur Dachdeckung sehr geschätzt. Nach Abschneiden der männlichen Blüten- stände wird Palmsaft gewonnen, von den Holländern Sagueer oder Saguweer genannt, gibt gegohren das tuak der Malayen. Er wird zu Zucker eingedämpft, der in Java in braunen, runden Scheiben ausge- dehnter Handelsartikel der Eingeborenen ist. Auch Arak und Essig wird aus dem Palmsaft hergestellt. Das Herz gibt Palmkohl. Der Stamm ist im Innern von lockerem Gewebe und enthält Stärkemehl, wie die echte Sagopalme, aber nur !/;, der Menge. Außenholz dauerhaft, zu Geräten und Wasserleitungsröhren an Dächern und in den Reisfeldern benutzt. Beeren- fleisch scharf und hautreizend. Aus den jungen Samen bereiten die auf den malayischen Inseln lebenden Chinesen Teekonfekt. In Großkultur ist die Zuckerpalme nicht genommen, bis auf einige Versuchspflanzungen der hölländischen Regierung in Java. Verbreitet in den Dorfgärten als Volkskultur.

128. Argania sideroxylon. Sapotacee. Argan. Baum aus Marokko. Seine Produkte werden nicht ausgeführt, sondern von den Ein- geborenen allein verbraucht. Die Samen liefern ein gutes Oel, die Samen- schalen ein verzügliches Viehfutter. Das Holz wird als Eisenholz geschätzt.

129. Aristida spec. div. Graminee. Grasgattung, bes. in Wüsten- und Steppengebieten verbreitet. Sofort kenntlich durch die lange drei- teilige Granne der Deckspelze; die drei gleich oder ungleich langen Schenkel sind entweder nicht oder alle oder teilweise (der mittlere) federig behaart. Für S.-W.-Afr. die wichtigste Gramineen-Gattung. So findet sich überall auf sandigen und steinigen Flächen die auch in N.-Afr. und Arabien vorkommende A. obtusa (in S.-W.-Afr. toa, toas, noas). Bildet ein sehr dichtes, kurzes Büschel mit zahlreichen kurzen, zusammengedrängten Neusprossen, aus denen sich, scharf abgesetzt, eine Anzahl bis 30 cm hoher, dünner Halme erheben. Rispe schmal. Blätter sehr kurz, starr, gebogen, graugrün, eingerollt, an der Mündung mit einem Büschel weiß- seidiger spreizender Haare. Als Futtergras für alle Tiere von großer Wichtigkeit. — Ein noch besseres Futtergras stellt A. uniplumis dar, ebenfalls weit verbreitet auf kiesigem, steinigem und sandigem Boden, oft in großer Menge. Die ganze Pflanze etwas weniger starr als vorige, Halme bis '/; m und darüber, Blätter sehr schmal, haarförmig zusammen- gerollt. Granne schon unterhalb der Stelle, wo sie sich in die drei Arme teilt, federig. Eingeb.-Name in S.-W.-Afr. habub. — Halbstrauchig und außerordentlich starr, aber trotzdem eine Futterpflanze, ist A. nama- quensis, in S.-W.-Afr. horos genannt. Aus dem besonders auf Sand- dünen weithin kriechenden Wurzelstock kommen büschelig gedrängte, unterwärts holzige Halme mit starren, stechenden Blättern hervor. Grannen kurz, alle drei Aeste federig, der mittlere nur wenig länger als die seitlichen.

- Wohl die verbreitetste Pflanze der Sahara ist A. pungens, für die Wüstenbewohner von der größten Wichtigkeit. Das Kraut ernährt die Herden, die Samen, lul genannt, werden gesammelt, wie Getreide ver-

aa

mahlen und zubereitet. — Vielleicht können manche A.-Arten wie Halfa zur Papierfabrikation und Flechterei dienen. Aus den Wurzeln der in den Tropen weit verbreiteten A. Adscensionis werden in Indien Bürsten hergestellt.

130. Aristolochia canadensis. Aristolochiacee. N.-Am. Die aromatische Wurzel dient als Ersatz für Ingwer. (Indianer-Ingwer.)

131. Arracacia spec. div. Umbellifere. Doldengewächs, tiefere Gebirgsgegenden von Peru, Venezuela (apio) und Kolumbien (arracacha). Wegen ihrer knollig verdickten Wurzelstöcke in Am. an- gebaut und als Gemüse gegessen. A.xanthorhiza ist versuchsweise in Eur. kult., auch in den Tropen verbreitet worden, doch ohne Erfolg. A. moschatain Mexiko. Nochmalige Versuche für solche trop. Gebirgs- gegenden zu empfehlen, in denen es für die Kartoffel zu feucht ist.

132. Artanthe — Piper.

133. Artemisia fragrans. Composite Beifußart, bildet in manchen trocknen und heißen Teilen Kleinasiens ganze Bestände, die als Viehfutter ausgenützt werden. A.afra, in großen Mengen an Flußufern im mittleren Teil von Deutsch-S.-W.-Afr.; soll von den Buren als Fiebertee mit Erfolg angewendet werden.

134. Artocarpus spec. div. Moracee. Die bekannteste Art ist A. incisa, der Brotfruchtbaum, auf den Südseeinseln heimisch, heute aber in den ganzen Tropen, bes. W.-Indien und S.-Am. kultiviert. Mittelhoher Baum mit sehr großen, tief eingeschnittenen Blättern. Die kugeligen, bis 2 kg schweren Früchte bilden ein Hauptnahrungsmittel der Südseeinsulaner. Es gibt eine samenlose Kulturform. Sie beherbergen eine so große Menge von Stärke, daß ihr Fleisch ein kreideartiges Aus- sehen zeigt. Diese Stärke (Brotfruchtstärke, F&cule de fruit d’arbre a pain) ist auf Martinique, in Guyana, Brasilien und Reunion versuchsweise gewonnen worden, bisher aber noch nicht Handelsartikel. Das leichte, gelbe Holz dient zum Boots- und Hüttenbau. — A. inte- srifolia, der indische Brotfruchtbaum, oder Jakbaum, Jack- tree, portugiesich Jaca, mit kleineren, ganzrandigen Blättern, erzeugt am Stamm und den stärkeren Aesten viel größere, bis 15 kg schwere, längliche, stachelige Früchte, die in O.-Indien, auf Ceylon und im malay. Archipel ein wichtiges Nahrungsmittel bilden; sowohl das Fruchtfleisch wie die großen stärkereichen Samen — diese geröstet — werden ge- nossen. In manchen Ländern werden die Blätter als Viehfutter gegeben. In Ceylon häufig als Schattenbaum und Windbrecher in Kakao- und Kaffee- plantagen gepflanzt, da er im Gegensatz zum Brotfruchtbaum windige Standorte liebt. Das Holz des Baumes (Jak-, Jaqueira-, Orange- holz, Kuthul) dient als Ersatz für Mahagoniholz. Auch A.pubescens in O.-Indien liefert Nutzholz und wohlschmeckende Früchte. Der Bast vieler A.-Arten dient den Eingeborenen zur Herstellung von Kleidungs- stücken, Schnüren usw.

135. Arum esculentum. Aracee. Aus den Knollen wird auf Martinique eine feine Stärke hergestellt, die man als FEcule de chou choute, F&ecule de chou caraibe, F&ecule de chou-tarö bezeichnet.

136. Arundinaria spec. div. Graminee. Die Vertreter der Gattung stellen bis 12 m hohe bambusähnliche Pflanzen dar, im trop. Am. und As. heimisch. Die Halme werden von den Eingeborenen in der verschiedensten Weise, wie Bambushalme, benutzt; die Blätter dienen zu allerhand Flechtereien. Eine kleine Art, A. spathiflora im nordwestl. Himalaya liefert Pfeifenrohre.

Winkler, Botanisches Hilfsbuch. 3

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137. Arundo donax. Graminee. Dieses rohrähnliche, in S.-Eur. und N.-Afr. heimische Gras (Schalmeienrohr, Pfahlrohr, Klari- nettenrohr) wird bis 4 m hoch. Zierpflanze. Die Halme liefern Pfähle und Stöcke. Auch in Paraguay unter den Namen Canja de Castilla oder Cana da Rainha in feuchten Lagen angepflanzt. Das Gras ist auch als Futterpflanze empfohlen worden, da es im Jugend- stadium große Quantitäten eines vom Vieh sehr begehrten Futters liefert und dadurch bei anhaltender Dürre als Aushilfe dienen kann.

138. Asclepias spec. div. Asclepiadacee. Die meisten Ver- treter dieser Gattung stammen aus Am. und stellen ausdauernde, am Grunde zuweilen verholzende Stauden dar (Schwalbenwurz, Seiden- pflanze). Am bekanntesten ist A.cornuti (=A.syriaca), die durch Kultur auch in der alten Welt weit verbreitet ist und als gute Bienen- pflanze gilt. Bei ihr und anderen Arten wie A. volubilis und und A. curassavica, beide in W.-Ind. und S.-Am., sind die Samen mit seidig glänzenden Haaren besetzt (vegetabilische Seide, Soie vegetale, Soyeuse), mit denen früher Spinnversuche angestellt worden sind, aber ohne Erfolg, da sie wenig haltbar sind und sich nicht zusammen- drehen lassen. Auch eine Bastfaser gewinnt man aus dem Stengel, die glänzend, lang und dauerhaft, zu Gespinnsten und zur Papierfabrikation verwendbar ist. Andere Arten sind A. incarnata, die an sumpfigen Stellen in den Ver. Staaten kultiviert worden ist; A. verticillata in Mexiko, Arizona, Nevada. — A. stellifera in S.-Afr. soll Kautschuk liefern, kommt aber für Ausbeutung wohl kaum in Betracht.

139. Asclepias tenacissima — Marsdenia tenacissima.

140. Asparagus officinalis. Liliacee. Spargel, wird in den Gärten der Tropen in mittlerer Lage mit Erfolg kultiviert.

141. Asphodelus fistulosus. Liliacee. In der arabischen Wüste und der Thebais als Spinat gegessen.

142. Aspidosperma spec. div. Apocynacee. Bäume, von Guyana bis Argentinien. A. Vargasii aus Venezuela liefert westind. oder amerikan. Buchsholz, das zur Herstellung von Maßstäben, Weber- schiffchen, Kämmen, Zahnbürsten und dergl. dient, weniger für xylograph. Zwecke geeignet ist. Sehr hartes Nutzholz gibt auch A. quebracho- blanco, das weiße Quebrachoholz. (Das eigentliche Quebracho- holz stammt von Schinopsis Balansae). Die sehr tanninhaltige Rinde (Quebrachorinde) wird als Gerbmaterial in großem Maßstabe aus- geführt, auch medizin. verwendet. Der Baum kommt auch auf salzhaltigem Boden vor und ist vielleicht für S.-W.-Afr. geeignet.

143. Astragalus spec. div. Leguminose. Von den etwa 1200 Arten der Gattung gibt eine Anzahl in Griechenland und Vorderasien wachsender Arten Traganth, Tragacanth, Gummi Tragacantha, Gomme Adragante, dessen bessere Sorten im Kattundruck, zur Appretur von Seidenwaren und Spitzen, auch in der Konditorei Verwendung finden.

144. Astrocaryum vulgare. Palme. In den trocknen Wäldern des Amazonas- und Rio-Negro-Gebiets (Tucumpalme). Liefert das in der Seifenfabrikation verwendete Tucumaöl (Aouraöl). Aus den Blättern wird eine feine und dauerhafte Faser gewonnen.

145. Atamisquea emarginata.. Capparidacee. Ziemlich dicht

verzweigter Strauch oder Baum aus Argentinien, der für Aufforstungen in S.-W.-Afr. in Betracht kommt, da er Salz verträgt.

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146. Atriplex spec. div. Chenopodiacee. Kräuter oder Sträucher in den gemäß. und halbtropischen Gegenden der ganzen Erde. Nach dem Kaplande ist von Austral. A. nummularia, Old-man-saltbush, Brackbusch, Salzbusch eingeführt worden und soll eine vorzügliche Futterpflanze sein. Auch in Algerien und Kalifornien soll die Kultur die besten Resultate ergeben haben. A. nummularia wird dem süd- afrikanischen Brackbusch seines Blattreichtums wegen vorgezogen. Dinter empfiehlt für S.-W.-Afrika auch noch andere Arten wie A.semibaccata, A. vesiculosa, beide australisch, ganz besonders für solche Gegenden, in denen Luzerne nicht mehr gedeiht, deren Futterertrag sie etwa zum 3. Teil bringen; hauptsächlich also für brackigen Boden, wie er sich an den Rändern von Brack- und Salzpfannen, in Laagten und an den versalzenen Unterläufen der Flüsse findet. Die Salzbüsche keimen bei guter Bewässerung sehr leicht. Der Boden muß mit der Egge gut aufgekratzt und nach der Aussaat gut eingeeggt werden. — Aus A.halimus und anderen Salzgewächsen der Sahara gewinnt man durch Verbrennen Soda.

147. Attalea funifera. 10—15 m hohe Fieder-Palme, Brasilien. Aus den Blattstielbasen wird die Piassave (Piassabe, Monkeygrass) gewonnen, die hauptsächlich zu Bürsten und Besen dient, aber auch zu Tauen und Matten. Liefert außerdem Oel und Palmwein. Die Nüsse (Coquillas, Lissaboner Kokosnüsse, Cocos lapidea) dienen zu Drechslerarbeiten. Nach anderen Angaben stammen diese Nüsse von A. cohune aus Honduras, die auch ein Oel liefert (Cohune- öl). Mit den Nüssen von A. speciosa, der Urucuripalme, wird zur stärkeren Rauchentwickelung beim Koagulieren der Kautschukmilch in Brasilien das Feuer gespeist. In den Flußtälern von Matto Grosso ist A. princeps und A. phalerata häufig, deren Blätter ein gutes Pferde- futter abgeben sollen.

148. Avena sativa. Graminee. Hafer. Zum Körnerertrag für die Tropen nicht geeignet. Auf der Domäne Kwai in D.-O.-Afr. wird er aber seit Jahren als Futterpflanze angebaut.

149. Averrhoa bilimbi. Oxalidacee. Kleiner Baum oder großer Strauch mit Fiederblättern, aus dessen Stamm oder Aesten die gelblich- grünen, fingerlangen, gurkenartigen, stark säuerlichen Früchte hängen, die wohl nur mit Zucker gekocht genießbar sind. Stammt aus Amerika, ist aber jedenfalls schon früh nach Indien gebracht, wo man ihn als bilimbi, blimbi,belambu oder auch anvulla viel kultiviert. Die Singhalesen nennen ihn bilin, die Malayen blimbing-basi, auf Zanzibar heißt er mkwadiju- ya-kizungu. — A. carambola, ebenfalls ein kleiner, breitkroniger Baum mit hängenden Zweigen und Fiederblättern, der die Früchte aber an den Zweigen entwickelt. Sie sind von der Größe eines Enteneies, mit > scharfkantigen Längsrippen versehen, bernsteinartig gelb durchscheinend. Die schlechteren Spielarten haben einen ätzend sauren Geschmack. Roh sind sie überhaupt nur in ganz reifem Zustande zu essen, dann aber sehr erfrischend und von feinem Geruch. Mit Zucker gekocht schmecken sie je nach dem Reifezustand nach Mohrrüben oder nach Stachelbeeren (daher auch Koromandel-Stachelbeere genannt, auch Carambolas). Nach Indien, wo sie kamaranga, kamurk, karmal, karanbal, khamrak heißen, sind sie ebenfalls schon frühzeitig durch die Portugiesen aus S.-Am. gebracht worden. Die Malayen nennen die Frucht blimbing manis. Kultur ohne Schwierigkeiten.

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BE

150. Avicennia officinalis. Verbenacee. Graugrüner Strauch mit gegenständigen, ganzrandigen Blättern und unansehnlichen Blüten, in der Mangroveformation, aber auch sonst am Meeresufer, von O.-Afr. durch As. bis Austral., Neuseeland, Polynesien. Malay:-api-api, Suaheli: mtschu. Blätter und Rinde dienen zum Gerben. Das Holz ist prachtvoll gefärbt, auf hellviolettem Grunde dunkler gezeichnet, sehr hart und schwer. A. africana, an der westafrikan. Küste (Ewe: amuati) liefert in Gabun Schiffsbauholz. Auch die amerikan. A. tomentosa, in W.-Indien manava, in Venezuela mangle prieto, in Kamerun buanio genannt, und A. nitida liefern Gerbrinde. Die von letzterer Art heißt in Brit. Guayana Couridabark, in Französ. Guayana Pale&tuvier.

151. Azadirachta indica. Meliacee. Baum mit abwechselnden, unpaarig gefiederten Blättern und axillären Blütenrispen, in O.-Indien weit verbreitet, auf Ceylon, Java und in N.-Amer. häufig kultiviert, auch in O.-Afr. gefunden, aber wohl nur eingeschleppt. Wird als Neem, Mar- gosa tree, Margosier bezeichnet. Das mahagoniähnliche, sehr harte und widerstandsfähige Holz in der Tischlerei, beim Wagen- und Schiffsbau verarbeitet. Es soll stark duften. Die bittre Rinde, Cortex Margosae, Margosa bark, Nim bark, ist in den Ver. Staaten als Wurmmittel offizinell und gilt auch als Fiebermittel. Die Samen liefern das scharfe, bittre, lauchartig riechende Zedrachöl, Huile de Margosa, Nim oil, das medizinisch und als Lampenöl benutzt wird.

152. Babiana spec. div. Iridacee. Von den etwa 30 in S.-Afr. heimischen Arten wird bei einer Anzahl, von den Eingeb. gumus ge- nannten, die Wurzel roh oder geröstet gegessen.

153. Bactris spec. div. Schmächtige Fieder-Palmen aus W.-Indien und dem trop. S.-Am. mit rohrartigem, stark bestacheltem Stamm. Ge- büsche oder dichte Stachelgestrüppe bildend. Einige Arten liefern in den Blättern starke Fasern; B. minor die zu Spazierstöcken verwendeten Tabagorohre. Am bekanntesten B. speciosa, in Brasilien pupunha, in Venezuela piritu oder pirijao, in Guyana paripu genannt. Ueber- all bei den Hütten der Eingeb. angepflanzt wegen ihrer aprikosengroßen Früchte, die reich an Stärkemehl sind und ein ausgezeichnetes Nahrungs- mittel liefern. Der Baum trägt nur einmal im Jahre Früchte, aber gleich in Massen von 75—100 kg.

154. Balanites aegyptiaca. Zygophyllacee. 6-8 m hoher Baum mit herabhängenden Zweigen und langen Dornen, in den Sand- wüsten und Steppen des westl. As.’s, Aegyptens, N.-Afr.s u. W.-Afr.s. Von den Arabern zachun genannt. In Togo heißt der Baum bei den Kratschi sushiocho, den Mangu kunja-napeule. Die haselnußgroßen, eß- baren, fleischigen Früchte, die bei den Arabern tamr el abid, bei den Kanuri bito heißen, enthalten einen harten fünfkantigen, einsamigen Kern, aus dem ein Oel gepreßt wird, das man in den oberen Nilländern als Speiseöl und zum Einreiben des Körpers benutzt. Außerdem dienen die Früchte und Wurzeln als Seife, die Blätter als Saucenwürze. Das harte, goldbraune, schön gezeichnete Holz zu Spazierstöcken u. dergl. verarbeitet.

155. Balanophora spec. div. Balanophoracee. Nichtgrüne Wurzelschmarotzer des indisch -malay. Gebietes, deren knolliger Wurzel- stock in solchen Mengen ein wachsartiges Harz enthält (Balanophoren- wachs,CiredeBalanophore, Balanophor wax), daß er, wenn an- gezündet, mit großer Helligkeit brennt. Die Knollen von B. elongata

SEN

sind auf Java Handelsartikel; sie werden zu einem Brei gestoßen, mit dem man dünne Bambusstäbchen bestreicht, die dann als Kerzen dienen. In den europ. Handel kommt das Produkt nicht.

156. Balsamodendron = Commiphora.

157. Bambusa spec. div. Graminee. Die zu den Gräsern ge- hörigen, z. T. riesenhaften, baumartigen Gewächse senden aus einem meist viele Jahre ausdauernden Rhizom gewöhnlich zahlreiche dicht gedrängte, holzige Halme empor, die bei den größten Arten bis zu 30 cm Durch- messer und 40 m Höhe erreichen. An den Knoten entspringen, meist einen gedrängten Quirl bildend, zahlreiche Aeste, die die linealisch-lanzett- lichen Grasblätter tragen. Während der Regenzeit schießen aus den Rhi- zomen eine Anzahl junger Halme empor, die oft in 40—60 Tagen ihre volle Höhe erreichen; sie sind noch weich, astlos und gänzlich von großen pergamentartigen Scheiden bedeckt, die mit rauhen, braunen Haaren besetzt sind. Gegen Ende des ersten Lebensjahres verlieren sie bis auf den unteren Teil die Scheiden, verholzen, bringen Seitenäste und Blätter hervor. Viele Arten blühen nur in jahrzehntelangen Abständen, dann aber zur gleichen Zeit ganze Wälder, die nach der Fruchtreife absterben. Die mehlreichen Samen werden dann in O.-Indien gesammelt und dienen den ärmeren Volksklassen, wie Reis gekocht, zur Nahrung. Oft hat die plötzliche Produktion so großer Massen mehlreicher Samen eine außerordentliche Vermehrung der Ratten und Mäuse zur Folge.

Bambus-Arten wachsen in den Tropen der alten und neuen Welt, die brauchbarsten im indisch-malay. Gebiet. In diesen Gegenden gehören sie zu den nützlichsten Gewächsen für die einheimische Bevölkerung, deren Leben man sich ohne Bambus überhaupt nicht denken kann. Ihr holziger Stamm liefert Pfosten und Balken zum Hausbau, Material zur Herstellung von Möbeln, Gefäßen und manchen Handwerkszeugen des täglichen Ge- brauchs, zum Dachdecken, zu Wasserleitungen usw. Die Scheidenblätter der jungen Halme, wie Dachziegel übereinandergelegt, dienen zur Herstellung von Schirmen. Die jungen Schößlinge mancher Arten werden als Gemüse gegessen. In den Knoten alter Halme bilden sich Kieselsäurekonkretionen, der sog. Bambuskampfer, Bambuszucker, Bambusmanna oder Tabaschir, in Indien bans-lochan oder bans-kapur genannt. Er spielt in China und Indien auch heute noch eine große Rolle als Arznei- mittel, wird auch zum Polieren benutzt. Für alle zu Bauzwecken be- stimmten Halme ist nach dem Fällen ein Wässern von mehreren Wochen in einem Fluß oder Teich zu empfehlen, da das Holz dann keine Bohr- insekten mehr anlockt. Wegen dieser hervorragenden Nutzbarkeit im Haushalt der Eingeborenen wie auch der in den Kolonien ansässigen Weißen verdient die Einführung guter Sorten in unsere Kolonien, in denen es einheimische brauchbare Sorten kaum gibt, besondere Aufmerksamkeit. Doch nimmt auch der europäische Bambusimport immer mehr zu und zwar zur Herstellung von Möbeln, Körben zur Blumen- und Fischver- sendung, zu Angelruten, kleinen Masten, Blumenstöcken u. s. f.

Das dickste und festeste Rohr zu Bauten, Gerüsten etc. liefert B. balcooa, in den Ebenen des östl. Vorderindiens, von Bengalen bis Assam und Cachar, wo er der charakteristische Bambus der Dörfer ist. Kann aber wohl auch in höheren Gebirgslagen noch wachsen. Von den Indo-Engländern zuweilen Female Bamboo genannt, heißt er bei den Eingeborenen balku oder bhaluka, auch bling oder betwa. Gleich- falls sehr geschätztes und vielseitig verwendetes Rohr stammt von B.tulda, das in Bengalen in großer Menge wächst; hindostanisch peka,

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in Bengalen tulda, jowa, mitenga, matela, djowa bans, in Burma theiwa genannt. Die jungen, noch zarten Schosse werden gepickelt. AuchB. arundinacea (=B.spinosa), eine dornige Pflanze, (hindostan. bans, kattang, magar bans, nal bans, in Bengalen auch behur bans, Assam' bnah, Bombay mandgay, bei den Tamilen mangal, den Singhalesen una, kattu-una), die in Zentral- und S.-Indien und Burma gemein ist, aber auch sonst vielfach kult. wird, gehört zu den nützlichsten Arten. Speziell gibt sie Material zur Papierfabrikation. Sehr brauchbar ist auch B. vulgaris mit gelbem oder grüngestreiftem, dorn- losem Halm. Aus den 10—15 m Länge und bis 20 cm Dicke erreichenden Halmen von B. Thouarsii stellt man auf Reunion Töpfe zum Ver- schulen von Pflanzen her, was natürlich auch von anderen Arten geschehen kann. Vor dem Verpflanzen der betreffenden Sämlinge wird der Topf gespalten und der Erdballen in das Pflanzloch gesetzt.

Der Anbau von Bambussen ist durch Ableger möglich, doch nur dann, wenn schon größere Bestände zum Entnehmen derselben zur Ver- fügung stehen. In großem Maßstabe zieht man Bambusse am besten aus Samen. Eine gute Methode, die in Indien häufig angewendet wird, ist, die Samen in Körbchen auszulegen und diese mit auszupflanzen. — Tropenpfl. II, (1899). 438.

158. Baphia nitida.e. Leguminose. Niedriges, schlankstämmiges Steppenbäumchen. Liefert das Bar- oder Camwood, Camholz, Caban-, Cambalholz von Sierra Leone, das als rotes Farbholz in mehreren hundert Tonnen jährlich nach England ausgeführt wird. Es ist ursprünglich weiß und wird erst an der Luft rot oder selbst schwärzlich. In O.-Afr. soll B. Kirkii, mkuruti oder kurudi genannt, ausgezeichnetes Holz liefern.

159. Barringtonia spec. div. Lecythidacee. Bäume, von Mozambique durch das malagassische und indisch-malay. Gebiet bis zu den Samoa-Inseln gehend. Eine der verbreitetsten Arten ist B. racemosa, deren Rinde Gerbstoff enthält; ihre jungen Blätter werden von den Eingeborenen als Salat genossen. Aus den Blättern von B. speciosa wird in Java eine Art Firnis gepreßt; aus den Samen beider genannten Arten ein gutes Brennöl. Das mäßig harte Holz von B. acutangula, einem ebenfalls verbreiteten, in Bengalen sehr gemeinen, von den englischen Ansiedlern in Australien Indian Oak genannten Baum, dient beim Boots- bau und in der Kunsttischlerei. Die Rinde dieser wie anderer Arten ist ebenfalls gerbstoffhaltig.

160. Barteria fistulosa.. Flacourtiacee Kleiner Baum mit langen, wagerecht abstehenden, sehr regelmäßig angeordneten Seitenästen, die hohl und stets von einer großen schwarzen, sehr bissigen Art von Ameisen bewohnt sind. Die großen steiten, abwechselnden Blätter sind fast ungestielt; in ihren Achseln entspringt eine Reihe ziemlich großer weißer Blüten, denen als Früchte Kapseln folgen, die in einem süßsauren, eßbaren Fruchtmuß zahlreiche schwarze platte Samen enthalten. Nach dem Abfallen der Früchte und Blätter werden auch die Seitenäste abge- worfen. Ein Nutzen des Baumes ist mir nicht bekannt; er bildet aber in W.-Afr. ein Charaktergewächs.

161. Bassia = Illipe. 162. Bassia Parkii = Butyrospermum Parkii. 163. Batatas edulis = Ipomoea batatas.

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164. Bauhinia spec. div. Leguminose. Bäume, Sträucher oder Lianen in den Tropen der alten und neuen Welt. Leicht kenntlich an den an der Spitze meist tief eingeschnittenen, wie aus zwei Hälften zusammen- gesetzt erscheinenden Blättern und den ziemlich großen, meist weißen, roten, purpurnen oder gelben Blüten. Einige Arten sind in den Tropen als Ziersträucher verbreitet. Eine ganze Anzahl liefert in dem Rindenbast außerordentlich feste und besonders gegen Wasser widerstandsfähige Fasern, die in Indien seit langer Zeit zur Herstellung von Seilen, Tauen, Netzen und Geweben benutzt werden (maloo, aptä), so besonders B.racemosa, B.scandens, B. purpurea, B. reticulata, die auch in Afr. sehr verbreitet und an ihren braungrünen Blättern und unansehn- lichen gelbweisen Blüten kenntlich ist. Arabisch wird sie abu khamera, tambarib oder kharub genannt, in Togo bei den Ewe klo, den Anecho- Leuten aklong, den Kratschi tamenasi, den Tschaudjo baku, den Mangu nyama, den Aschantiotökotäka. Das mittelschwere, schmutzig-bräun- liche Holz läßt sich leicht bearbeiten. In Bismarckburg kocht man aus der Wurzel rote, aus den Hülsen blaue Farbe zum Bemalen von Töpfen. — B.tomentosa, im trop. As. und Afr. bis ins Kapland, enthält in ihrem Samen ein vortreffliches fettes Oel (Dawny mountain Ebony-oil). Ihr festes, feinkörniges, weißes Holz dient zu Handgriffen, Scheiden, Waffen. Auch das schöne, dauerhafte Holz von B.acuminata, in ganz Indien und China, wird als Berg-Ebenholz geschätzt. B. esculenta und B.macrantha in S.-W.-Afr., erstere ozombanui genannt, bringen große, geröstet sehr wohlschmeckende Samen.

165. Beaumontia grandifloraa Apocynacee. In Indien häufig. Liefert in ihren Samenhaaren die beste vegetabilische Seide, die bis jetzt bekannt geworden ist, merkwürdigerweise aber am allerwenigsten ver- wendet wird.

166. Bellucia costaricensis. Melastomacee. Großer, aufrechter Strauch mit großen Blättern und sehr großen rosaweißen, wohlriechenden Blüten; aus Zentr.-Am. Die schmackhaften, säuerlichen Früchte sind etwas größer als grüne Reineclauden. Sie heißen Papaturra, mit welchem Namen jedoch auch die Frucht der in höheren Gebirgslagen wachsenden Solanacee Solandra grandiflora bezeichnet wird. Die fleischigen Blumenblätter von B. gracilis, einem zierlichen Strauch, der auch epiphytisch wächst, werden frisch und als Gelee genossen. Seine Früchte sind nicht eßbar.

167. Berlinia spec. div. Leguminose. Mittelhohe oder hohe Bäume mit großen, paariggefiederten Blättern, voller Krone und auf- fallenden weißen, in endständigen Trauben oder Rispen angeordneten Blüten. Im trop. O.- und W.-Afr. Einen schönen, bis 20 m hohen pracht- voll blühenden Baum stellt die im Urwald häufige B. acuminata dar, die man als Schmuckbaum empfehlen könnte. Man hat sie früher in Pflanzungen als Schattenbaum stehen lassen. Doch unterdrückt sie infolge ihres breitauseinandergehenden Wurzelsystems die Kulturpflanzen unter sich.

Eminii, die zwischen Tschaia und Karagwe in O.-Afr. ein Haupt- bestandteil des Waldes ist, liefert ein dem Kino ähnliches Sekret, das neben dem Gerbstoff aber sehr viel Gummi enthält; einen Bast, aus dem Schachteln und Körbe verfertigt werden. Auch ihr Holz dürfte brauchbar sein. Die Wanyamwezi nennen den Baum mgombo, im Gebiet von Igonda soll er muba heißen. Eine andere, in O.-Usambara mukve ge- nannte Art von 30 m Stammlänge gibt ein Holz, das in Härte und Struktur der Eiche gleicht und als gutes Möbelholz dienen kann.

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168. Bersama spec. div. Melianthacee. Trop. Afrika. Mittel- große Bäume mit ziemlich großen gefiederten Blättern von Krautiger Be- schaffenheit und geflügelten Blattspindeln. Blüten in fingerlangen weißen Trauben. Holz von feiner Struktur und leicht schneidbar.

169. Bertholletia excelsa. Lecythidacee Bis 50 m hoher Baum der südamer. Tropenwälder, mit mächtigem Säulenstamm von 3 bis 4 m Durchmesser. Die harten, scharf dreikantigen Samen unter dem Namen Paranüsse (Brasilnüsse, Juvia, Almendron) als Näscherei bekannt, liefern ein blaßgelbes, geruchloses fettes Oel, das als Speise- und Brennöl und zur Seifenfabrikation gebraucht wird. Die Bast- fasern dienen in der Heimat des Baumes als Ersatz für Werg. Die Indianer des Amazonentals nennen die Früchte capucaja, die Brasilianer Castania de maranjon. Am ÖOrinoko werden der Baum und seine Früchte juvia genannt.

170. Beta vulgaris var. cicaa Chenopodiacee Mangold, rote Rübe, rote Beete. Ist als Gemüse in den Tropen gut zu bauen. In Saatbeete zu säen und dann zu verpflanzen.

171. Bixa orellana. Bixacee. Orleanbaum, Roucoubaum, in Guatemala Achote. Bis 10 m hoher Baum oder Strauch W.-Indiens und des trop. S.-Am. mit mittelgroßen und langgestielten, herzförmigen Blättern, ziemlich großen, in endständigen Rispen stehenden, rötlich weißen Blüten und weichstacheligen Kapselfrüchten, die 30—40 Samen enthalten. In Brasilien urucu, von den Aruäc-Indianern bixa, bicha genannt. Die rote Samenschale (terra Orleana) bildet einen Handelsartikel zum Orangefärben von Nahrungsmitteln, Wolle und Seide (Arnattotinte). Die Samen selbst (Acafrao) werden in der Heimat des Baumes arznei- lich verwendet. Aus der Rinde wird Faser gewonnen. Die Pflanze ist heute in den ganzen Tropen verbreitet, als Zier- und Schattenbaum. In letzterer Eigenschaft hat er sich in D.-O.-Afr. nicht bewährt, dagegen in Heckenpflanzung als Windschutz. Die Hauptmasse des Handels an Orlean kommt aus französ. Guyana, Gouadeloupe, Jamaika und Brasilien. In Hamburg werden durchschnittlich jährlich etwa 400 Doppelzentner im Werte von 25—30000 M. eingeführt. Der Hauptexport geht nach England zum Färben des Chester Käse. Ob die Gewinnung in unseren Kolonien lohnen würde, ist fraglich. Der Rindenbast soll sich für Stricke eignen. In Togo wird der Baum von den Ewe berniticu, den Tschaudjo kiräne genannt.

172. Bleekrodea tonkinensis.. Moracee, 10 bis 15 m hoher Baum aus Indo-China. Wächst mit Vorliebe an Abhängen, deren Untergrund aus Kalkschiefer besteht, und wo der Humus beständig feucht ist, ohne daß das Wasser stagniert. Der aus dem Stamm ausfließende Milchsaft soll eine sehr große Menge Kautschuk enthalten. Das Erzeugnis soll von guter Beschaffenheit und im Handel von den besten Para-Sorten nicht zu unterscheiden sein. Für die Kultur wohl kaum von Bedeutung.

173. Blighia sapida. Sapindacee, aus Guinea. Reichästiger, mittelhoher Baum mit heller Rinde und ziemlich großen 2—Sjochigen Blättern. Frucht hühnereigroß, verkehrt eiförmig, an der Spitze ein- gedrückt, stumpf dreikantig, dreifächerig, außen hellrot, Kahl, innen weich- haarig. Samen schwarz mit fleischigem, weißem, eßbarem Samenmantel. Deswegen durch Kultur namentlich in W.-Ind. verbreitet und dort Akee, Vegetable marrow, Riz de veau vegetale genannt. Die Samen selbst sollen giftige Wirkung äußern. Aus den kleinen weißen, in Trauben

a

stehenden Blüten stellt man in W.-Ind. durch Destillation ein aromatisches Wasser dar. Von den Ewe in Togo adza oder adja, atia tjo, den Tschaudjio daselbst peso, den Kratschi kekä, den Asante aki genannt.

174. Blumea balsamifera.. Composite. Ostasien. Strauch. Liefert einen von den Chinesen ngai (in Anam cäy-tü-bi) genannten und besonders in ihrer Heilpraxis hochgeschätzten Kampfer (Blumen- kampfer). Dient auch als Beimischung für feine chinesische Tusche. Die Gewinnung erfolgt durch Destillation der jungen Blätter.

175. Boehmeria frutescens — Maoutia puya.

176. Boehmeria nivea. Urticacee. Diese Familie stellt eine srößere Zahl von Faserpflanzen; auch die Nessel und der Hanf gehören ihr an. Boehmeria nivea liefert den im malay. Archipel ramie oder rameh, in Indien rhea, kankara, in Japan karamushi, in China tschouma oder jeun-ma genannten Faserstoff. Der aus dem englischen übernommene Name Chinagras ist in jeder Beziehung falsch. Von der Nessel unterscheidet sich Boehmeria dadurch, daß sie keine Brennhaare hat. Perennierende Staude von 1—2 m Höhe. Die breit eirunden Blätter zeigen eine schön weiße Unterseite und tragen in ihren Achseln Blütenrispen, die denen der Nessel nicht unähnlich sehen. Die nament- lich im malay. Archipel und in Indien gebaute B. tenacissima hat beiderseits grün gefärbte Blätter und wird von vielen Botanikern nur als eine Varietät von B.nivea angesehen; dasselbe gilt von den in Java, Indien und Assam vorkommenden Formen B. candicans und utilis. Seitdem die Boehmeria-Faser in die europäische Industrie Eingang gefunden, ist man bestrebt, die Ramiepflanze überall in den Tropen, auch im subtrop. Gebiet, ja sogar in der gemäßigten Zone zu kultivieren, so in Brit. Indien, auf Martinique und Gouadeloupe, auf Jamaika, Trinidad, Mauritius, R&union, in Australien, Algier und Aegypten. Auch in die deutschen Kolonien ist sie eingeführt worden, bisher aber nicht im großen gebaut. Die Versuche sollten erneuert werden! Ferner in die Straits, nach Sumatra, den Verein. Staaten, Brasilien und Mexiko. Im südl. Frankreich sollen ganz gute Resultate erzielt worden sein, und selbst im südl. Baden hat man die An- pflanzung versucht, aber ohne großen Erfolg.

Die Ramie erfordert ein möglichst gleichmäßiges, feuchtwarmes Klima. Der Boden muß nährstoffreich, tiefgründig, gut durchlüftet sein. Lehmige Sandböden, bes. aber kräftiger Waldboden ist am besten geeignet. Die Fortpflanzung geschieht durch Samen, Stecklinge oder Wurzelstücke. Der Same wird bald nach der Reife, mit Erde gemischt, auf ein gut ge- düngtes und gelockertes, leicht gewalztes Saatbeet breitwürfig gesät, nicht mit Erde bedeckt, gegen zu starke Besonnung und heftige Regen mit einem Mattendach geschützt und hinreichend feucht gehalten. Es darf nur Same verwandt werden, der im Wasser untersinkt. Wenn die Pflänzchen 10 cm hoch sind, werden sie auf den bleibenden Standort versetzt, 10 cm voneinander entfernt in Reihen von 90 cm Abstand. Sehr empfehlenswert ist die Fortpflanzung durch Wurzelstücke, die, 10—12 cm lang, von den Mutterwurzeln abgeschnitten werden. Das Pflanzen geschieht ähnlich wie das der Kartoffel. Auch Stengelschnittlinge, von denen jeder mindestens drei Augen trägt, lassen sich zur Fortpflanzung benutzen. Sie werden so gesetzt, daß sich ein Auge über, die andern unter der Erde befinden. Bei etwa 30 cm Höhe werden die Pflanzen angehäufelt. Die dadurch zwischen den Reihen entstehende Furche, die zur Bewässerung benutzt werden kann, wird jährlich ein- bis zweimal wieder hergestellt. Junge Pflanzungen müssen gejätet werden. Erst nach einigen Schnitten werden

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sie so dicht, daß sie das Unkraut von selbst unterdrücken. Bei zu dichtem Stand der Pflanzen muß gelichtet werden. j

Eine geringe Ernte ergibt sich in den Tropen bereits im Pflanzjahr, auf Vollernte ist erst im 3. Jahre zu rechnen. Die Ernte erfolgt gegen Ende der Blütezeit, wenn die Stengel sich an der Basis gelb zu färben beginnen. Mit dem weiteren Gelbwerden der Stengel verliert die Faser an Qualität. Der Schnitt wird kurz über dem Boden geführt. Die Stengel werden sogleich von Blättern und Spitzen befreit, die dem Boden wieder einverleibt werden. In den Tropen kann man mindestens 3, zuweilen bis 5, ja sogar bis 7 Schnitte im Jahre ernten. Solche Erfolge dürften aber nur bei starker Düngung zu erzielen sein. Die Rohfaser muß sofort nach dem Schnitt vom Stengel isoliert werden. Einen längeren Röstprozeß verträgt die Ramiefaser nicht. Für den Großbetrieb kommen nur Maschinen in Betracht zur mechanischen Isolierung der Faser. Am leistungsfähigsten haben sich erwiesen die Dekortikationsmaschine von Faure, die Gaulois- Maschine von Etienne und der Eyssen-Packer Defibrator (dieser bei Wm. Deering, Chicago, fabriziert). Neuerdings wird empfohlen Ramie- Entholzer „Aquiles“, Hubert Boeken u. Co., Düren, Rheinland. Ein chemisches Verfahren, mit dem in 4 Stunden 500 Pfund gebleichter und entfetteter Faser hergestellt werden können, soll der Amerikaner H. W. Howard erfunden haben. In ein neues Stadium scheint die Verwendung der Ramie neuerdings dadurch getreten zu sein, daß sich die Papierindustrie dieses Artikels annimmt. Das auf den Pflanzungen gewonnene Produkt, die sog. Streifen sind mit einem Gummi behaftet, der zur Gewinnung der schönen seidigen Faser entfernt werden muß, was nur sehr schwer möglich ist. Bei der Herstellung von Papier ist aber dieser Gummi gerade er- wünscht. Für die Herstellung sehr feiner Luxuspapiere scheint das Produkt einen recht hohen Preis zu erzielen, immerhin weniger als Sisal. —Sem- ler, HI. 675. — Fesca, II. 110. — Sadebeck, 295 —Essgakr Ramie, ein Rohstoff der Textilindustrie. Wien 1890. — Tropenpfl. Ill, (1899). 477; V, (1901) 53. 129; X, (1906). Beiheft II. 81. — Bluntschli, Rameh. Soerabaya 1911.

177. Boehmeria puya = Maoutia puya.

178. Bombax spec. div. Bombacacee. Mehrere Arten, die zu den höchsten Bäumen des trop. Urwaldes der alten und neuen Welt gehören, liefern vegetabilische Seide, ähnlich dem Kapok; ferner im Rindenbast Fasern. Die feine, weiße, seidig glänzende Samenwolle von B. malabaricum (=Salmalia malabarica) im indisch-malay. Gebiet (malayisch kapok utan) findet lokal als Stopfmaterial Verwendung; ebenso die kurze rostbraune Wolle von B.rhodognaphalon, bei Kilwa in D.-O.-Afr. ssofi genannt. In W.-Afr. ist B. buonopozense ein Charakterbaum des Hochwaldes, von ähnlicher Riesengestalt wie Ceiba pentandra, auch zur selben Zeit blattlos und dann mit großen, leuchtend karminroten Blüten. In Togo bei den Tschaudjo fulö, folö, den Mangu sanbugo, den Dagomba uäbega genannt. B. heptaphyllum in S.-Am. und W.-Ind. liefert die als Polstermaterial gebrauchte Paina limpa, B.cumanense die Lana vejetale von Venezuela. Die purpur- rote Samenwolle von B. villosum in Mexiko wird hier zuweilen zu kleinen Luxustüchern verarbeitet. Alle diese Wollen und die von Ochroma kommen auch unter dem Namen Ouatte vegetale vor.

179. Bombax ceiba = Ceiba pentandra.

180. Borassus flabelliformis. Hohe Fächer-Palme, Palmyra- palme, in O.-Indien. Hier, im malay. Archipel und in Ceylon auch

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kultiviert. (Hindostanisch tal, tari, in Ceylon tal-gas, in Burma tan, htan, malay. lontar, im Riouwarchipel kabung.) Die genießbaren Früchte bilden ein wichtiges Nahrungsmittel. Außerdem liefert sie Palmwein (Toddy), Zucker, Arak. Der Stamm stellt ein gutes Bauholz dar (Porcupine wood, Stachelschweinholz). Die Blätter dienen als Flechtmaterial zu Matten, Körben, Hüten; die Leitbündel der Blatt- scheide geben eine Piassave. — Die in den Steppen des trop. Afr. vor- kommende Delebpalme (arab. deleib) wird als var. Aethiopum bezeichnet, im Kisuaheli moumo, sonst in Afr. Agupalme genannt; bei den Tschaudio in Togo perö, den Akposso oggo. Das Gefäßbündel- netz der Blattscheiden gibt einen Ersatz für afrikan. Piassave ab und ist unter dem Namen Bassine im Handel. Da die natürliche Verjüngung mit dem Bedarf nicht Schritt hält, sollte man in Afr. an größere An- pflanzungen denken. Auf den ersten Blick zeichnet sich die afrikanische Borassus durch eine Anschwellung im oberen Drittel des Stammes aus, die aber auch bei einzelnen Hyphaene-Arten vorkommen soll.

181. Boscia Pechuelii. Capparidacee. S.-W.-Afrika. Etwa 3 m hoher Baum, um dessen Stamm mit Vorliebe die Termiten bauen, von den Eingeborenen hunis oder omutentereti genannt. Die kugelige Beerenfrucht, von süß-pfefferartigem Geschmack, die sehr große Samen besitzt, wird gegessen; die geröstete Wurzel wird von Buren und Ein- geborenen als Kaffeesurrogat benutzt. Aehnliche Verwendung findet B. foetida, im Namaland.

182. Boswellia Carteri. Burseracee. Kleiner Baum von 3—6 m Höhe, dessen Rinde papierartig abblättert. Die gefiederten Blätter drängen sich schopfartig am Ende der Zweige zusammen, aus denen Trauben un- scheinbarer Blüten herauskommen. Heimisch im nördl. Somaliland (möhr- medduh), in Hadhramaut, an der Küste des südöstl. Arabien. Ist Hauptlieferant des Weihrauchs, der aber auch von anderen Arten noch sewonnen wird. Auch die in Britannien und wohl auch in D.-O.-Afrika wachsende B. Hildebrandtii liefert jedenfalls ein brauchbares Harz, auf das von Reisenden geachtet werden möge.

183. Bougainvillea spectabilis. Nyctaginacee. Kletterstrauch, aus Brasilien stammend. Durch die lila Hochblätter, die die unscheinbaren Blüten umgeben, ein ansehnliches und beliebtes Ziergewächs zur Be- kleidung von Wänden, Baumstämmen usw.

184. Bousigonia angustifolia. Lianenförmige Apocynacee aus Indo-China.. Diese und andere Arten wie B. mekogensis und B. tonkinensis liefern in geringen Mengen Kautschuk.

185. Brachychiton spec. div. Sterculiacee. Starke australische Bäume. B.populneus ist ein ausgezeichneter Alleebaum für subtrop. Gegenden (in S.-Eur. kultiviert), mit Stämmen von mehr als 3 m Umfang, dessen Holz als Nutzholz dient. Er liefert außerdem ein fast farbloses, traganthartigess Gummi. B. rupestris führt wegen der eigentümlichen flaschenförmigen Gestalt seines Stammes den Namen Bottle-tree, Flaschenbaum; B. acerifolius wegen der brennendroten Blüten Flame-tree, Flammenbaum.

186. Brachystegia spec. div. -Leguminose. Holzgewächse der Steppen O.-Afr.'s. Von einer von den Eingeborenen myombo kaka oder mkaka genannten Art wird ein hellbräunliches, undurchsichtiges Gummi von körnigem Bruch gewonnen (Aussehen fast wie das von ordinärstem Siegellack), das sich in Wasser kaum löst. Der letzten Eigenschaft wegen für gewisse Industriezweige von Bedeutung, z. B. zu

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Appreturen, als Beimengung für Farben, um diesen „Körper“ zu geben. B. appendiculata liefert, wie manche Ficus-Arten, in ihrer Rinde Baststoff zu Bekleidungszwecken.

187. Brassica oleracea. Crucifere. Kohl ist für die Tropen nicht besonders empfehlenswert. Blumenkohl versagt immer. Wirsing, Weiß- und Rotkohl bilden kaum Köpfe. Bessere Resultate soll man haben, wenn man sie, besonders in der Jugend, beschattet. Am besten gedeiht der chinesische Kohl (B. chinensis), eine in O.-As. vielfach angebaute Riesen- sorte. Kohlrabi und Kohlrübe kann man pflanzen, ebenso Teltower Rübchen (B. rapa var. rapifera), die man breitwürfig und dünn sät.

188. Brayera anthelminthica — Hagenia abyssinica.

189. Bridelia spec. div. Euphorbiacee. Holzgewächse. B. mic- rantha dient in Natal als Futtergewächs für Seidenraupen. B. ferruginea, höchstens 5 m hoher Baum oder Strauch mit 10—15 cm langen, kahlen oder behaarten, kurzgestielten, zweizeilig angeordneten Blättern, zu erbsen- großen Knäueln in den Blattachseln angeordneten unscheinbaren Blütchen und einsamigen Beerenfrüchten gibt rot färbende Rinde und in ‘Sokode- Basari den kolu-Aufguß zum Befestigen der Lehmfußböden in den Hütten. In Togo von den Tschaudjo kölu, den Dyakossi yumpo, den Atakpame- Leuten choluhä genannt.

190. Brochoneura usambarensis. Myristicacee. Bäume mit Stämmen von 1 m Durchmesser und 40 m Höhe. Bildet einen wesent- lichen Bestandteil der Bulua-Urwälder in Usambara, in 1000 m Höhe (Usambara-Muskatnuß). Das von ihr stammende Tambalaholz läßt sich leicht schneiden und hobeln. Gutes Bretterholz. Liefert Mus- katbutter, aber von keiner Handelsbedeutung.

191. Bromelia ananas = Ananas sativus.

192. Bromelia silvestris und pinguin. Bromeliacee. Erste aus dem südl. heißen Mexiko, letzte, die vielleicht mit B. karatas identisch ist, aus Zentralamerika und W.-Indien. Liefern dieBromelia- faser, auch Pitafaser, Hondurasgras, Seidengras, Silkgrass, Istle, Ixtle, in Venezuela Curagua, in brit. Guyana Corowa ge- nannt. Die Ausfuhr der Faser ist gering. Ein Anbau der mit dem ärmsten Boden vorliebnehmenden Pflanzen erfolgt wohl. kaum irgendwo.

193. Bromus Schrader. Graminee. Zentral-Amerika bis N.- Argentinien, nach Australien, N.-Amerika und Europa eingeführt und Hülfegras, Rescuegras genannt. Führt auch den botanischen Namen B. unioloides. Einjähriges, aber sich selbst fortpflanzendes Gras, das sehr widerstandsfähig gegen Dürre ist, großen Nährwert besitzt und vom Vieh gern gefressen wird. Kann als Weidefutter und zur Heubereitung dienen. Findet auch als Zierpflanze Verwendung.

194. Bromus Wildenowii. Graminee. S.-Amerika. Ebenfalls Rescuegras genannt. In der Nähe von Kapstadt häufig auf den zur Straußenzucht angelegten Luzernefeldern. Scheint im Winter die Luzerne völlig zu überwuchern und ist dann selbst, grün wie getrocknet, als Futter- gras für Strauße sehr wertvoll. Auch in Texas als beliebtes Futtergras eingeführt. Saat ist von der Transvaal-Regierung zu beziehen.

195. Brosimum galactodendron. Moracee. Bis 30 m hoher Baum des trop. S.-Amerika, besonders charakteristisch für Venezuela. Enthält einen süßen, sehr wohlschmeckenden Milchsaft, der wie Kuhmilch genossen wird (Kuhbaum, Milchbaum). Durch Kochen wird daraus ein wachsartiger Stoff (Galactin, Kuhbaumwachs) abgeschieden,

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der sehr gute Kerzen liefert. — Auch die jungen Pflanzen von B. alicastrum in Mexiko, Yucatan und Jamaika geben genießbaren Saft. Die Blätter und jungen Triebe vom Vieh gern gefressen. Die als Brotnüsse be- zeichneten Samenkerne schmecken wie Haselnüsse und werden roh und gekocht oder geröstet gegessen, auch zu Brot verwendet. — B. Aubletii auf Trinidad, in Gujana und N.-Brasilien liefert eines der härtesten Zimmerhölzer.

196. Broussonetia papyrifera.. Moracee. Kleiner, in O.-Asien heimischer, sonst vielfach angepflanzter Baum, Kodzu oder Kozo (Japan), hoa-ko-chu (China), kendang, diluwang (Java), ma-lo (Fidii-Ins.), wauke (Hawaische Ins.). Die männlichen Blüten stellen kurze Kätzchen dar, die süßen und saftigen, maulbeerartigen Früchte sind eßbar. Der Rindenbast dient zur Herstellung von Kleidungsstücken und zur Papier- bereitung. (Papiermaulbeerbaum, Paper Mulberry).

197. Brucea sumatrana. Simarubacee. Von O.-Indien durch S.-China, den malay. Archipel bis Australien verbreitet. Früchte und Rinde werden von den Eingeborenen als wirksames Mittel gegen Dysenterie, Fieber und Würmer gebraucht. Durch Analyse und Experimente ist diese Wirkung bestätigt worden. Sie findet sich auch bei B. antidysenterica, aus Abessynien, und es ist anzunehmen, daß sie der in W.-Aifrika vor- kommenden B. paniculata und B. tenuifolia aus O.-Afrika auch nicht fehlt.

198. Bruguiera gymnorhiza. Rhizophoracee. Stattlicher Man- grovebaum mit knieförmig aufgebogenen Atemwurzeln und donner- keilförmigen, oben vom zerschlitzten Kelch kappenartig bedeckten Früchten. Der Stamm des an der ostafrikan. Küste mzimzi (msimsi), mshinzi, mchensi genannten Baumes zeigt gedrehten Wuchs. Die Rinde besitzt neben Rhizophora mucronata von allen Mangrovebäumen den höchsten Gerbstoffgehalt, läßt sich aber, da sie weicher ist, besser vermahlen, und ist auch wohl meist heller als Rhizophora-Rinde.

199. Buchanania latifoliaa Anacardiacee. Baum mit breit eiförmigen, unterseits wolligen Blättern, in Vorderindien, Birma und Malakka. Nutzholz. Aus den Samen ein schmackhaftes Speiseöl, Chironji oil.

200. Bucklandia populnea.. Hamamelidacee. Bis über 50 m hoher Baum im Himalaja und den Gebirgen von brit. Burma, in 1300 bis 3000 m; auch auf Sumatra und Java. Die purpurstreifigen Blätter erreichen mehre dm. Durchmesser. Braunes, dichtes, festes Nutzholz. Zusammen mit Quercus semiserrata in Vord.-Ind. auch angeforstet. Die Samen werden direkt in Pflanzlöcher gelegt, 11/,—2 m entfernt. Man bewirtschaftet die Bestände in 20jährigem Umtrieb. Tropenpfl. V, (1901). 419.

291. Bulnesia Sarmienti. Zygophyllacee. Bis 18 m hoher Baum aus Argentinien und Paraguay; Palo balsamo genannt. Aus dem Holz wird das wertvolle Bulnesiaöl zu Parfümzwecken gewonnen. B. retamo besitzt kleine, bald abfallende Blättchen, sodaß die Bäume wie ungeheure graugrüne Besen wirken. Sehr gutes Holz. Da der Baum auch auf Salzboden fortkommt, ebenso wie B. bonariensis und B. foliosa, so sind sie zur Aufforstung in S.-W.-Afrika empfohlen worden.

202. Bunchosia costaricensis. Malpighiacee. In Kostarika teraza genannt. Gehört zu den besseren Obstbäumen. Das Frucht- fleisch erinnert in Farbe, Konsistenz und Geschmack an Hagebuttenmus.

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203. Bursera spec. div. Burseracee. Diese Gattung spielt in ihrer Heimat Zentral-Amerika, besonders Mexiko, nach Lebensbedingungen und Produkten eine ähnliche Rolle wie die afrikan. und ostind. Commiphora. Manche Arten liefern Elemi-artige Harze, so B. gummifera (=B. simaruba) das Gomartharz, auch Chibou-, Cachibou-Harz genannt; von B.tomentosa und B. excelsa kommt westind. Taka- mahak, Tacamahaca occidentalis. B. aloexylon, B. Del- pechiana, B. graveolens u. a. geben ein aromatisches Holz, das als Ersatz für Alo&holz dient und das äther. Linalo&öl, Lignaloe&- öl liefert.

204. Butea spec. div. Leguminose. Schnellwachsende, pracht- volle Bäume oder hochkletternde Sträucher mit filzig behaarten Trieben und Blättern und großen goldgelben oder feuerroten Blüten. Sie finden sich fast überall in den Teak-Beständen von Vorder- und dem westl. Hinter-Indien und bevorzugen geradezu unfruchtbaren, zeitlich an Wasser armen Boden, sofern dieser nur genügend kalkhaltig ist. Als dhak, plosso oder palasaBäume bezeichnet. In der heißen Jahreszeit fließt aus der verletzten Rinde aller Arten, besonders von B.monosperma (= B. frondosa), ein rubinroter Saft aus, der das als Butea-, Palasa- oder bengalisches Kino in den Handel kommende Produkt zum Gerben und Färben liefert (Kinobaum). Von den häufig mit Schildläusen bedeckten Zweigen wird auch eine Art Gummilack gesammelt. Die Samen liefern das dickflüssige, gelbe Kinobaumöl, Modugaöl (Anthelminthicum), die Wurzeln einen roten, die Blüten einen gelben Farbstoff (t€Esü genannt). Die Bastfasern dienen zur Papierbereitung, zu Seilerwaren, für Sandalen; die von B. superba wird Pulas fibre, die von B. parviflora pal- shin, eine aus den jungen Wurzeln gewonnene Faser chhoel genannt. Das Holz gibt eine gute Holzkohle. Besonders in Rücksicht auf eine eventuelle Produktion von Schellack durch die Eingeborenen dürfte es sich vielleicht empfehlen, mit Anpflanzungen in unseren afrikan. Kolonien Ver- suche zu machen. B.monosperma wächst auch auf leicht salzhaltigem Boden. Tropenpfl. XIV, (1910). 346.

205. Butyrospermum Parkii. Sapotacee aus Oberguinea und dem oberen Nilgebiet. Bis 20 m hoher Baum mit knorrigem, verschränkt- ästigem, eichenartigem Wuchs, schwarzer rauher Rinde. Die ziemlich langen, vorn etwas verbreiterten ledrigen Blätter stehen an den Zweig- enden schopfig gehäuft, unter ihnen die nicht sehr ansehnlichen weißen, wie Hagedorn duftenden Blüten, mit denen die Krone zur Blütezeit voll- ständig bedeckt ist. Die äußerlich birnenähnliche Frucht besitzt ein sehr süßes, eßbares Fruchtfleisch und einen Kern (Schinuß) von Form und Farbe der Roßkastanie. Letzterer liefert die Schibutter, Sheabutter, auch Galam- oder Karitebutter genannt. Sie bildet im Sudan ein wichtiges Nahrungsmittel der Eingeborenen. Bei den Eisenbahnen der englischen Kolonien W.-Afrika’s dient sie als Schmiermittel. In Europa verwendet man sie zur Seifen- und Kerzenfabrikation. Sie wird nicht leicht ranzig. Große Erwartungen hatte man an den Guttapercha-Gehalt des Milchsaftes geknüpft. Er enthält auch mehr als 90°/, reine Gutta, die sich aber zur Kabelfabrikation nicht eignet. Dennoch rät Volkens dieser Masse, ebenso wie den Säften der Mimusops-Arten, der Pachystela cinerea und Malacantha Warneckeana auch ferner Beachtung zu schenken, da es nicht unmöglich scheint, daß sie für die europäische Industrie doch noch einmal eine Bedeutung gewinnen. So sollen sie z. B. für Abdrücke von Cliches zur Herstellung von Galvanos brauchbar

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sein. Der Baum existiert in großen Mengen im Togogebiet und wird dort von den Ewe yotsa oder yo genannt, von den Kratschi kedemp6, den Tschaudjo ssomuü, den Aschanti krangku, den Haussa käde, in Kirikiri aiömiti, arabisch lulu. Als Eingeborenenkultur zu unterstützen. Das schön bräunlich-rote, feste Holz ist von gleichmäßigem Gefüge, sehr politurfähig, sodaß es als Möbelholz Beachtung verdient. Dürfte sich auch für Eisenbahnschwellen eignen.

206. Byrsocarpus coccinea — Rourea coccinea.

207. Byrsonima crassifoliaa Malpighiacee. Holzgewächs der pazifischen Küste Zentral-Amerika’s. In Kostarika nance genannt. Die Beeren werden von den Eingeborenen gern gegessen, auch viel in Brannt- wein eingemacht. Die Rinde ist sehr gerbstoffhaltig.

208. Caesalpinia arborea — Peltophorum ferrugineum.

209. Caesalpinia bonducella. Leguminose. Ein mit rückwärts gekrümmten Dornen kletternder Strauch, im ind.-malay. Gebiet und dem trop. Afrika. Von den Suaheli mkomwe, den Wanjika mburuga, mfurwe, in Unguru msoro, in Togo von den Ewe wole oder adi, Atakpame adjike, Tschjaudjo de genannt. In den schief-ovalen, etwas aufgeblasenen, braunen, stacheligen Hülsen finden sich ziemlich große, blaugraue, fast kugelrunde, steinharte Bohnen (komwe), die die Neger zum bao- oder ware-Brettspiel benutzen. Sie sind auch in der Medizin als Nuces Bonducellae bekannt und enthalten einen als Fiebermittel geschätzten Bitterstoff.

210, Caesalpinia coriaria. Leguminose aus Venezuela, Honduras, Mexiko, den westind. Inseln, von Meereshöhe an bis 800 m gedeihend; in verschiedenen trop. Ländern in Kultur, besonders in Indien. Etwa 6m hoher Baum mit doppelt gefiederten Blättern und weißen Blüten. Die gerbstoffreichen Früchte liefern die in der Färberei, Tintenfabrikation und besonders Gerberei verwendeten Dividivi. Auf Curagao und in Venezuela nennt man die Bäume Los dividivos, von welchem Worte der Handelsname herrührt, der manchmal auch Libidibi lautet. In Mexiko und Honduras heißen die Früchte Cascalote oder Nana- . cascalote; andere Bezeichnungen sind Samak, Quatta pana. Die Araber in Indien nennen den Baum sumaque-amriquah (amerikan. Sumach). Die Frucht ist eine schnecken- oder s-förmig eingerollte, trockne und spröde, 1,5—3 cm lange, außen glatte, schwach glänzende, kastanien- braune Hülse. Sie enthält 30—50°/, Gerbstoff. Die Kultur macht wenig Mühe. An den Boden stellt der Baum keine großen Ansprüche. Mäßige Luft- und Bodenfeuchtigkeit sagen ihm am meisten zu. Tragfähig wird er im 5. oder 6. Jahre, zunehmend bis zum 25. Anzucht durch Samen, in anfangs beschatteten Saatbeeten. Wenn die Pflänzchen 30 cm hoch sind, versetzt man sie an den definitiven Standort in Geviertabständen von 4—4!/, m. Sehr geeignet für Einzäunungen. Die Hülsen werden gepflückt, wenn sie tiefbraun sind, an der Sonne getrocknet und in Säcke verpackt.

In neuerer Zeit sind auch falsche Dividivi auf den Markt ge- kommen, die vielleicht von C. Paipae abstammen. Die Hülsen dieser Pflanze finden in Peru unter dem Vulgärnamen pi-pi als Gerb- und Färb- mittel Verwendung und sind gerade oder nur schwach gekrümmt, leder- braun bis bräunlichgelb, 6—9 cm lang, wenig glänzend und durch die etwas vorspringenden Samenfächer quer gerippt. Die Dividivi von Bogota stellen große, flache, fuchsrot bis hellrot-braun gefärbte Hülsen vor, die wahrscheinlich von C. tinctoria stammen und in Chile und Peru unter dem Namen tara zum Gerben und Schwarzfärben verwendet werden.

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Anpflanzungsversuche bei Dar-es-Salam sind gelungen und das Produkt hat eine günstige Beurteilung gefunden. Auch in Kamerun versucht. Als Hauptkultur für Europäerplantagen wohl nicht geeignet. Doch kann der Baum als Wegeinfassung oder auf schlechterem Boden bei der Mühe- losigkeit des Anbaues und der Aufbereitung einen guten Nebenverdienst bringen. Hamburg importiert durchschnittlich etwa 100000 Doppelzentner im Jahre, a 18—34 M. — Semler, Il. 678. — Wiesner, Rohstoffe, II. 840. — Tropenpfl. V, (1901). 85.

211. Caesalpinia dasyrhachis = Peltophorum dasyrhachis.

212. Caesalpinia digyna.. Leguminose. Baum aus Vorder-Indien und dem malay. Archipel, wo die Hülsen als tari oder teri zum Gerben Verwendung finden. Auch auf den europ. Markt sind sie schon gelangt. Sollte dieser Rohstoff, der mehr als 33%, Gerbstoff enthält, in ge- nügender Menge beschafft werden können, so könnte seine Verwendung eine sehr umfangreiche werden.

213. Caesalpinia sappan. Leguminose. Kleiner Baum des indisch- maiay. Gebietes, dessen Kernholz das als Sappanholz, Brasilholz, Bois de Bre&sil, indisches Rotholz, falsches Sandelholz be- kannte Färbmaterial liefert. Letzterer Name deutet nicht die Herkunft aus Brasilien an, sondern umgekehrt soll dieses Land nach dem Holz, das schon im Mittelalter unter dem Namen brasil, bresil, brusil aus Indien nach Europa gekommen ist, seinen Namen erhalten haben. Als die Portugiesen unter Cabral 1500 den Südkontinent von Amerika fanden, nannten sie das neu entdeckte Land zuerst Santa Cruz, dann, nach dem vielen dort vorkommenden Brasilholz Brasilien. Denn dort wächst das beste Rotholz, C. echinata, von den Eingeborenen ibiri pitanga, ymirä piranga genannt, Fernambuk-, Pernambuk- oder echtes Brasilholz. C.tinctoria liefert das Coulteriaholz, CE pr 227 liensis das Bahamaholz,C.cristata in W.-Indien das St. Marthen- holz, Martinsholz, Nicaraguaholz; andere Arten minderwertige Rothölzer wie Brasiletto, Bahiaholz u.a.

214. Cajanus indicus. Leguminose. In S.-Asien heimischer, 1!/s bis 3 m hoher, schmächtiger, nicht sehr stark verzweigter Baumstrauch (Strauchbohne, Straucherbse). Blüten entweder reingelb oder mit rotgestreifter Fahne. Die Hülsen enthalten 2—4 erbsenähnliche hellgrau- braune bis schwarzviolette, einfarbige oder verschieden gesprenkelte Samen (Taubenerbsen), die zu den wertvollsten trop. Hülsenfrüchten gehören und ein geschätztes Nahrungsmittel bilden. Die Europäer essen gern die ganz unreifen Bohnen gekocht, die genau wie Linsen schmecken. In Indien wird die Pflanze zu Nahrungs- und Futterzwecken und für die Lacklaus im großen in Pflugkultur gebaut, auch auf Java, wo sie gude heißt. In den französischen Kolonien nennt man sie ambrevade. Auch nach Amerika ist sie eingeführt, und in W.-Indien heißt sie Kongo- oder Angolaerbse. In Afrika ist die Strauchbohne weit verbreitet, ohne daß sie gerade eine sehr hervorragende Rolle im Haushalt der Ein- geborenen spielte. An der ostafrik. Küste heißt sie mbazi, mbalasi, mbarazi, mbaradi, ebenso bei den Wadigo, Wabondei und Wanjika. Die Wassagara nennen sie mhange, die Wasukuma rutindego, die Wanyamwezi mbalazi, mtendegwa, die Leute in Uvinza Katen- degwa, die von Kondoa Irangi loryo (vielleicht auch auf andere Legumi- nosen bezüglich), die Wapokomo ndoko, die Wangoni und Wahiyao mberemende, bei Wildhafen mbange, die Wamakuwa itaa, die Massai vielleicht giu, en-jugu, lipombo oder sfuggada, falls diese

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Namen nicht eine andere Hülsenfrucht bezeichnen; in Usambara-mchongwe, in Ruanda nkunde in Uhehe mangi eupe oder mangi nitu, auch mbange, bei den Wado& tonga, in Ugogo mkanie, in Kilindini mrabba; die Ewe in Togo sagen atiyi. Kann in der trop. und den wärmeren Gegenden der halbtrop. Zone angebaut werden. Bevorzugt Sandboden, gedeiht aber auch auf fruchtbarem Boden. Wird durch Samen fortgepflanzt, von denen 3—4 je nach den Wachstumbedingungen auf 2-4 m Entfernung in ein Hackloch zu legen sind. Die Pflanzen werden später ausgedünnt und, wenn sie 1 bis 1!/;, m hoch sind, der Gipfeltriebe beraubt. Die Ernte beginnt nach einem Jahr und kann 2—3 Jahre anhalten. Die Pflanze kann als Zwischenkultur und zur Deckung von Brachland dienen; sammelt Stickstoff. — Semler, IV, 258.

215. Caladium esculentum = Colocasia antiquorum.

216. Calamus spec. div. Zur Familie der Palmen gehörige Pflanzen (Malayisch: rotan; Sundanes.: ho&h) aus dem ind.-malay. Gebiet. Weil sie keinen aufrechten, sondern einen tauartigen, zuweilen bis 200 m Länge erreichenden Stamm bilden, der bis in die höchsten Bäume des trop. Urwaldes klettert, auch als Kletterpalmen bezeichnet. Der Stamm wird an der Oberfläche durch Einlagerung von Kieselsäure glatt u. hart. Das Klettern geschieht mittels der Geißeln, d. h. der peitschenartig ver- längerten und mit widerhakigen Stacheln versehenen Mittelrippe der Fiederblätter. Zur Kultur aus Samen, der schnell seine Keimkraft verliert, werden diese von dem gallertartigen Fruchtfleisch befreit und in Saat- beeten ausgelegt. Haben die Pflänzchen bei etwa Spannenhöhe 2 Blätter gebildet, so kommen sie an den definitvien Standort, im Obstgarten oder gelichteten Urwald, 1 oder 2 in die Nähe der Stammbasis eines Stützbaumes. Nicht zu tief setzen. Zur Kultur nur die besten Sorten Iohnend wie C. ro- tang, C. heteroideus. Einführung nach Afrika und der Südsee ist versucht worden, bisher ohne großen Erfolg. Die in diesen Gebieten wild wachsenden Kletterpalmen geben nur sehr minderwertiges Material, das den Export nicht lohnt. Doch benutzt die amerikanische Mission in Ebo- lowa (Kamerun) dort heimische Arten zur Herstellung von Möbeln für den eigenen Gebrauch. Verwendet werden die als spanisches Rohr, Stuhlrohr, Rotang; holländ.: Rottan, Rotting; engl.: Rattan bezeichneten Stämme zu Rohrstühlen und andern Flechtereien; „Rohr- möbel“ sind ganz aus Rotang hergestellt; zu Webstuhlrieten; mit Kaut- schuk imprägniert unter dem Namen „Wallosin“ als Ersatz für Fischbein. Das starke Malacca-Rohr (Malacca-cane, Partridge-cane), auch fälschlich Pfefferrohr genannt (C. Scipionum) zu Spazierstöcken; ebenso Palembang-Rohr (C.palembanicus). Sarawak-Rohr zu Peitschenstöcken. Die Stammpflanzen der einzelnen im Handel erscheinen- den Sorten zum Teil noch unbekannt. Außer den schon genannten kommen noch in Betracht: C. asperrimus, javensis, littoralis, rhomboi- deus, melanochaetes, niger, oblongus. Die Stämme mehrerer Calamus-Arten, wie C. rotang, Royleanus, rudentum, werden in ihrer Heimat durch zerreißen in einen Faserstoff verwandelt, der zu Schiffstauen, Matten und dergl. geeignet sein soll. — Hauptstapelplatz für Rotang ist Singapore, wo die großen deutschen Stuhlrohrfabriken eigene Vertreter haben. In neuerer Zeit ist die Bedeutung von Batavia und Makassar gestiegen. Die feinsten sumatranischen Rohre erzielen die höchsten Preise und gehen nur nach Amerika. Im Handel unterscheidet man Wasserrohr (rotan ayer), das wohl sicher von bestimmten Arten stammt, wenig verkieselt ist und sich schmierig anfühlt; Glanzrohr

Winkler, Botanisches Hilfsbuch. 4

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mit starker, glänzender, beim biegen leicht abspringender Kieselschicht; Halbglanzrohr (loenty), von dem künstlich die Kieselschicht zum Teil entfernt worden ist; hierzu die besten Sorten. In Bandjermasin, S.-Borneo, kommen folgende Sorten an den Markt, der Güte nach: I. rotan soekoe, soll nur in größeren Höhenlagen wachsen und erscheint fast gar nicht mehr im Handel; 2. r. segah oder r. taman beste der heute aus Borneo ausgeführten Sorten; 3. r. tapah roenti; 4. r. boe-

joeng; 5. r. gosok. — Den Bezug von Rotang-Saat- oder Pflanz- material würde wohl die Borneo-Kautschuk-Komp., Bandjermasin, ver- mitteln. — C. draco, in Hinterindien, auf den Sundainseln und Molukken

liefert in dem geronnenen Saft seines Fruchtfleisches das als Drachen- blut, Dragoons-Blood, Sang-Dragon, Sanguis oder Resina Draconis bezeichnete Harz, das als Farbstoff und in der Medizin Verwendung findet. — Semler, I, 714. — Tropenpfl. I, (1902). 12; XII, (1908). 23 u. 562.

217. Calathea allouia. Marantacee. Soll in W.-Indien Pfeil- wurz liefern.

218. Calesium grande. Anacardiacee. 12—15 m hoher Baum mit 3- bis 4paarig gefiederten Blättern, verbreitet in den trocknen Wäldern Vord.-Ind.'s, Burmas, auch auf Ceylon, im Pentschab kiamil, in Burma nabhay, von den Tamilen wodier genannt. Das Holz, im Splint weiß, im Kern dunkelrot, dient zu mancherlei Gebrauchszwecken. Liefert auch ein in der Gegend von Simla gesammeltes Gummi, das zu tech- nischen Zwecken brauchbar sein dürfte. Auch auf Java, wo der Baum djaran heißt, gewinnt man es. C. Barteri im trop. Afrika und auf Madagaskar enthält starken Rindenbast.

220. Callitris quadrivalvis. Pinacee. Nadelbaum der Gebirge des westl. N.-Afrika. Im Bergland von Ahaggar, wo er tarüt genannt wird, bildet der Baum ansehnliche Waldungen. Das dauerhafte, schon im Altertum geschätzte Holz wird zu Möbeln und Bauten verwendet. Das Harz, Sandarakharz, zu Firnissen, Polituren und Räucherpulvern benutzt, wird fast ausschließlich von Mogador aus verschifft. In Australien liefert C. Preissii ein dem Sandarak ähnliches Harz, das als Pine gum im Handel erscheint. Auch das Harz von C. verrucosa, der Murray- Kiefer, wird dort neuerdings ausgeführt.

221. Calochortus luteus. Liliacee aus Kalifornien. Die wal- nußgroße Wurzel sehr schmackhaft und von den Indianern geschätzt. (Wilder Sago).

222. Calophyllum inophyllum. Guttifere. Alexandrinischer Lorbeerbaum, im Französischen Tamanou. Hohe Bäume, die in verhältnismäßig geringer Entfernung vom Boden Seitenzweige bilden, mit ledrigen, dunkelgrünen, dicht von parallelen Seitennerven durchzogenen Blättern und großen weißen, doldenartig zusammengestellten Blüten. Heimisch in Polynesien und an den tropischen Küsten von Australien, Asien und Afrika. Kisuaheli mtondoo und msambaras, auf Neu- pommern iroto, in Malakka bei den Malaien bintangor. Die kugligen Früchte, von der Größe kleiner Pflaumen, enthalten einen runden, sehr fettreichen Samen, dessen Produkt, eines übelriechenden Harzes wegen, als Speisefett unbrauchbar ist, aber als Brennöl, Arzneimittel und in der Kerzen- und Seifenfabrikation Verwendung findet. Das gewonnene Oel wird in V.-Indien Pinnay- und Dombaöl, anglo-indisch Laurel- nut-oil, im malay. Archipel njamplung, in Indien poon, peon genannt. In Europa als Mittel gegen Rheumatismus unter dem Namen

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Ndiloöl versuchsweise eingeführt. Aus Wunden der Rinde wird ein als ostind. Takamahak oder Balsamum Mariae bezeichnetes Harz gewonnen, das medizinisch, zum Kalfatern von Schiffen, zum Be- festigen von Griffen und zu Fackeln verwendet wird. — Ueber zahlreiche andere, z. T. zur Kultur geeignete Arten, die ähnlicher Verwendung fähig sind, vergl. Semler, II. 527. — Pflanzer, Tanga. Il, (1906). 161.

Gedeiht auf sandigem, felsigem Boden, ist gegen Stürme widerstands- fähig und im Wachstum stark vom Licht beeinflußt. Seines vortrefflichen, harten Holzes wegen, das eine vielseitige Verwendung zuläßt und mit Gewinn nach Europa exportiert wird (Indisches Mahagoni oder Rosenholz) zur Anforstung empfohlen. Die Anzucht geschieht aus Samen, die in Saatbeeten ausgelegt werden. Auspflanzen bei einer Höhe von 10—20 cm.

223. Calotropis spec. div. Asclepiadacee. Hohe Stauden, Sträucher od. kleine Bäume, von Aegypten und Vord.-Asien bis zu den Mo- lukken. Der Oscherstrauch, C. gigantea, der früher als die heilige Somapflanze der Inder galt, besitzt eine Erbrechen erregende Wurzel und wird arzeneilich und als Bierwürze benutzt. Die seidigen Samenhaare (vegetabil. Seide, in Venezuela Algodon de seda) dienen als Polstermaterial, außerdem liefert die Rinde eine feine Faser, die zur Seilerei und zum Verspinnen geeignet ist. Die Früchte sind als Sodoms- äpfel bekannt. Der Strauch heißt bei den Hindus madär, mudär oder ak-muddar, in Madras yerkum, arabisch aschur, oschor, uschar. Auch auf den malay. Inseln eingeführt, heißt dort wadur oder badur und dient als Wegebaum, zu medizinischen Zwecken und als Faserlieferant. Die nahe verwandte C. procera, von Senegambien bis Hinterindien, eine typische Wüstenpflanze, gibt Ocharzucker. Die Kohle ist vorzüglich zur Pulverbereitung. Die dem Flachs gleichende Faser (Yercum fibre) läst sich gut verspinnen. Schwierigkeiten bereitet allerdings ihre Isolierung, die mit den Händen geschieht. Ein Röst- prozeß läßt sich, wohl des Milchsaftes wegen, nicht durchführen. In Togo, wo die Pflanze bei den Tschaudjio tschawöu, den Kabure tschof6, den Dyakossi tamebutiji, den Dagomba uola pugo heißt, scheint sie durch die Fulbe weit verbreitet zu sein, die ‘den Milchsaft zur Gerinnung der Milch bei der Käsebereitung benutzen.

224. Camassia esculenta.e Liliacee der Steppen N.-Amerikas, cama genannt. Die Zwiebel hat den Geschmack von Kartoffeln, ist aber süßer. Von den Indianern hochgeschätzt. Nach Semler zu An- pflanzungen auf Grasfluren empfohlen. Auch die Zwiebel von C. Fraseri wird genossen.

225. Camphora officinalis = Cinnamomum camphora.

226. Cananga odorata. Anonacee, im ind. malay. Gebiet. Ylang- Ylangbaum, bis 20 m hoch, mit langen, relativ dünnen, lange Zeit grün bleibenden, fast wagerecht abstehenden Aesten. Blätter 15—20 cm lang, 6—1 cm breit. Blüten troddelförmig von den Zweigen herabhängend, anfangs grün, dann gelb, mit etwa 7 cm langen schmalen Blumenblättern. Früchte kleine, doldenartig angeordnete Beeren. Die Blüten liefern das Cananga- oder Ylang-Ylang-Oel zur Parfümfabrikation. Die Fort- pflanzung geschieht mittelst Samen. Sie wachsen schnell und fast in jedem Boden. Die ersten Blüten erscheinen im 7. oder 8. Jahre. Neue Anbauversuche mit gutem Erfolg in Cochin-China. Bedeutende Kulturen auf den Philippinen, auch auf Java. Das gute Oel von Manila kostet

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420—450 M. pro Kilo; das von Java ist bedeutend minderwertig. Seit einigen Jahren wird ein künstliches Ylang-Ylang-Oel hergestellt, das dem echten fast gleich sein soll.

227. Canarium spec. div. Burseracee. Meist riesige Bäume in dichten Küsten- und Ufer-, aber auch in Bergwäldern des trop. Asiens. Blätter abwechselnd, unpaarig gefiedert. Früchte kuglige, eiförmige oder längliche Steinfrüchte mit I—3 Samen. Unter dem harzreichen Frucht- fleisch sitzt eine knochenharte oder holzige Schale. Alle Arten enthalten reichlich Balsam und liefern große Mengen von Harz, das meist technisch verwendet wird. Von C. commune dient es zur Füllung von Fackeln. _ C. luzonicum gibt Manila-Elemi, das auf den Philippinen brea genannt wird. Von C. legitimum und C. rostratum kommt der schwarze Dammar (damar itam), von C. strictum das Alribe- harz. — Das Holz der C.-Arten stellt ein gutes Bauholz dar; am meisten geschätzt ist das von C. bengalense und C. paniculatum (Colophanholz, Bois de Colophane auf Mauritius). Die Früchte mit dickerem Fruchtfleisch werden gegessen, desgleichen die Samen, aus denen auch ein halbfestes Oel gepreßt wird (Kanarienöl, Huile de Canari, Java-Mandelöl), das zu Speise- und Beleuchtungszwecken dient (z. B. von C. commune, C. decumanum, C. oleosum). — Auch in Afrika ist die Gattung C. vertreten, so durch C. Schwein- furthii, einen im ostafrikan. Seengebiet ziemlich häufigen, wohl auch im westafrikan. Urwald vorkommenden riesigen Baum, der von den Ein- gebornen mpaffu, mupafa, mubafu, n’bafo genannt wird; die Niamniam sagen mbilli. Auf S.-Thome und Principe heißt C. saphu safueiro oder safu; findet sich auch in Kamerun. C. edule ist ver- breitet von Angola bis zum Tanganyka-See. Auch diese liefern Ölhaltige Samen und Harz, das, falls es verwendbar wäre, besonders von C. Schweinfurthii in großen Mengen beschafft werden Könnte.

228. Canavalia ensiformis. Bohnenartig kletternde Leguminose (Fetischbohne, Schwertbohne, wegen der Form der Hülse) mit sroßen Hülsen und großen rotbraunen oder weißen Samen. Wohl in O©.- Indien und Afrika heimisch, zu Fetischzwecken und wegen ihrer eßbaren, aber nicht sehr beliebten Bohnen, ebenso wie C. gladiata in den Tropen weit verbreitet kultiviert. Eine kleine Varietät mollis in Indien soll genießbar sein.

229. Canella alba. Canellacee. Bis 16 m hoher Baum in Süd- Florida, den Bahamas, Trinidad und W.-Indien, dessen Rinde als weißer Zimt in den Handel kommt.

230. Canhamo braziliensis. Malvacee? Wohl identisch mit einer Hibiscus-Art. Perinihanf (nach dem Entdecker der Pflanze genannt). Stachliger, genügsamer Strauch auf den hochliegenden Tafelländern Brasiliens. Durch Kreuzbefruchtung ist es gelungen, eine Abart mit stachelfreiem Stamm zu züchten. Bei der ersten Aussaat muß der Boden gepflügt werden. Soll die Ernte zur Fasergewinnung dienen, so muß dicht gesät werden, 2 gr. Samen auf den qm; will man Samen ziehen, so müssen die Pflanzen weit auseinander stehen, !/; gr. Samen auf den qm. Bei der Ernte, nach zirka 3 Monaten, werden die Pflanzen 4 Zoll über dem Erdboden abgeschnitten; die stehengebliebenen Stengel schlagen dann wieder aus und geben eine zweite, sogar eine dritte Ernte. Nach der 3. Ernte, wenn das Jahr um ist, sind die Wurzeln auszugraben und zu. trocknen. je nach der Qualität eignen sich die aus Stielen und Wurzeln gewonnenen Fasern zu feiner und grober Leinwand und zu Tauwerk;

die Stiele vorzüglich zur Papierfabrikation. Die von einer Gesellschaft in Brasilien in größerem Maßstabe angestellten Anbauversuche mit dieser neuen Faserpflanze, von der viel Wesens gemacht worden ist, scheinen den hochgespannten Erwartungen nicht ganz entsprochen zu haben. — Tropenpil. X, (1906). 616; XI, (1907). 257. 797.

231. Canna spec. div. Cannacee. Trop. Amerika. Verschiedene Arten der Gattung liefern eine unter dem Namen Toloman oder Tulema bekannte Pfeilwurz, so C. discolor, die in Trinidad wenig aber sehr gutes Arrowroot geben soll, das dort Canna-root heißt. C. cocci- nea aus S.-Amerika. C. gigantea aus Brasilien. C. paniculata aus Peru. C. Achiras aus dem subtrop. S.-Amerika. C. flaccida und glauca aus Karolina. Im großen für den Export kultiviert wird nur C. edulis, in Peru heimisch, wo sie adeira heißt und ihre Knollen als Nahrungsmittel dienen. Wegen ihrer scharlachroten Blüte im Gegen- satz zu Maranta arundinacea als rote Arrowrootpflanze be- zeichnet. Da sie sehr lebenszäh ist und eine leichte Erntebereitung ver- langt, ist sie schon seit langer Zeit ins östl. Australien eingeführt; in Queensland scheint sie Maranta fast verdrängt zu haben. C. indica, die auch in Europa allgemein bekannte Zierpflanze, von der es zahl- reiche Kreuzungen und Kulturformen gibt, ist als Zierpflanze und verwildert vielfach in den Tropen verbreitet, meist in einer Form mit kleinen roten Blüten. Die schwarzen runden Samen werden zu Perlschnüren verwandt, woher der in Zanzibar übliche Name mtasbihi (tasbihi = Rosenkranz) kommt. In Usambara heißt die Pflanze satahili. Aus dem Rhizom wird Stärke gewonnen.

232. Cannabis chinensis. Moracee. Chinesischer Hanf, ma genannt, wird in ganz China gezogen und liefert eine viel feinere Bast- faser als die in Europa kultivierten Hanfsorten.

233. Cannabis indica siehe C. sativa.

234. Cannabis sativa. Moracee. Die bekannte Pflanze, der Hanf, ist in Zentral-Asien heimisch und schon seit sehr alter Zeit in Kultur. Außer der Faser liefert er Ölreiche Samen. In den Tropen wird er jedoch nur als Narcoticum gebaut. In den warmen Gegenden haben nämlich die Spitzen der weiblichen Pflanzen stark narkotische Eigen- schaften; sie scheiden sogar an den nicht befruchteten Trieben ein giftiges Harz aus, das in Indien charras oder churrus genannt und zum Zwecke des Rauchens — wie Opium — gesammelt wird. Der auf den Rauchhanf allgemein angewendete Ausdruck haschisch bezeichnet in Marokko, Syrien und Aegypten einen berauschenden, als Aphrodisiacum geltenden Trank, der dadurch hergestellt wird, daß man Hanfblätter und -Stengel zerkleinert, mit etwas Pfeffer, Zucker oder Gewürz versetzt und in Milch oder Wasser verrührt. Eine andere Form des Präparates wird in Indien ganja, in Marokko kif genannt und besteht in den zerkleinerten, mit Tabak vermischten weiblichen Aehren. Etwa 200 Millionen Menschen in Asien und Afrika fröhnen dem Genuß dieses Narcoticums, das auf den Körper noch verderblicher wirken soll als Opium. Der Gebrauch des Hanfes ist stellenweise sogar zum religiösen Kultus geworden. In Afrika ist der Hanfgenuß außer bei den Arabern besonders im Zambesi- gebiet verbreitet. Bei den Hottentotten heißt die Pflanze dagha oder dacha. In O.-Afrika, wo der bekannteste Name bang, bangi, mbangi lautet, ein anderer dumo, rauchen besonders die Stämme südlich vom Tanganika viel Hanf, ferner die Wasukuma und Wanyamwezi, die ihn überall, wo sie sich ansiedeln, bauen.

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In der europäischen Heilkunde wird aus dem südl. Hanf, den man mit Unrecht auch als eine besondere Art, C. indica, auffaßt, ein Schlaf- mittel gewonnen. Der Preis für Herba cannabis indicae ist seit 1900 enorm in die Höhe gegangen. Während man früher den Doppel- zentner für 100 M. kaufte, kostet er jetzt 500 M. Das Interesse des Handels ist infolge dieses abnorm hohen Preises sehr erlahmt. Stuhlmann rät aber mit Recht, aus der hohen Preislage Nutzen zu ziehen, da der Hanf in den Tropen wie Unkraut wächst.

235. Capparis spinosa. Capparidacee. Dorniger Strauch des Mittelmeergebietes. Die Blütenknospen sind die sogen. Kapern. Haupt- sächlich in S.-Frankreich kultiviert.

236. Capsicum spec. div. Solanacee. Trop. Amerika. Einige Arten heute in den ganzen Tropen verbreitet. Die Früchte liefern den roten Pfeffer, spanischen Pfeffer, Cayennepfeffer, Paprika, Chillies. Kleine Halbsträucher, die aber z. T. einjährig sind, wie C. annuum und C.cerasiforme (Kirschenpfeffer); beide in West- Indien ausgedehnt kultiviert, ebenso in Mexiko und in beschränktem Maße in den Verein. Staaten. Von den mehrjährigen Arten ist C. baccatum, der Vogelpfeffer in W.-Indien am beliebtesten. Gleich scharf sind die Früchte von C. frutescens (Ziegenpfeffer). In O.-Indien gelten die Früchte von C. napalense für die würzigsten. Im malay. Archipel werden von den Eingeborenen zum eigenen Gebrauch eine Anzahl C.-Arten kultiviert und mit dem Namen lombok rawit bezeichnet; auch der Name tjabeh kommt vor, bezeichnet aber auch manche Piper-Arten. — Die C.-Arten sind als Zwischenkultur zur Unkrautbekämpfung zu empfehlen. In sehr großen Mengen freilich wird sich das recht gut bezahlte Produkt in Europa nicht leicht absetzen lassen. Der Hauptexport findet nach den Verein. Staaten statt. Die Fortpflanzung geschieht durch Samen. — Auch in O.-Afrika finden sich verschiedene Sorten, z. T., wie in Uganda, in größerem Maßstabe in Kultur und Export. An der ostafrikan. Küste heißt die Pflanze mpilepile, bei den Madagassen sakay, den Haussa borkono, den Madi kisseta, den Wasagara kinjanga, den Wascham- barakingwabe, in Ujyikatole-walanda, bei den Wanyoro, Waganda und A-Lur kamrali, den Schuli kamrala, den Wakussu tukumbi, den Wakikuyu kanogo, den Massai ossongonoi (?), den Wasokiri (Langenburg) inpilipi, in Uhehe kisambasamba, in Aegypten schit£ta, bei den Tuareg chitta. Viele andere afrikan. Namen bei Stuhlmann, Beiträge, S. 271.

237. Carapa guianensis. Meliacee aus Guayana. Crabwood der Engländer. Stattlicher Baum bis zu 30 m Höhe und einem Durch- messer von 2 m. Das graue oder rötliche Holz ist leicht zu bearbeiten und von ausgezeichneter Qualität. Die Früchte bestehen aus großen kugligen mit einer kurzen Spitze und fünf warzigen Längswulsten ver- sehenen Kapseln, die in fünf Längsrissen aufspringen, etwa 10 cm im Durchmesser haben und in Trauben geordnet sind. Die weißlichen Kerne der kastaniengroßen Samen sind stark Ölhaltig. Das fette Carapaöl wird von den Eingeborenen Guayana’s in primitiver Weise als Schmier- und Brennöl gewonnen. Die Früchte sind dem Schimmeln sehr ausgesetzt. In den bewohnten Teilen Guayana’s ist der Baum, weil er seines geschätzten Holzes wegen gefällt wurde und niemand für die Fortpflanzung sorgte, nahezu verschwunden. Im Inneren des Landes wird er an den Ufern der Flüsse und auf feuchtem Gelände noch zahlreich angetroffen. In W.-Afrika ist C. procera als Kundibaum oder tulucuna bekannt, bei den

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Suaheli mkomavi, dessen Oel zur Heilung von Blattern tatsächlich nützlich sein soll. Es schmeckt wie alle Carapaöle sehr bitter, ist aber zu technischen Zwecken, z. B. zur Beleuchtung und Seifenfabrikation, sehr brauchbar; kommt als Tulucuna-Oel, Crap-, Carap-, Andiroba-, Talliconah-, Coondi-oil, auch in den Handel. Die Eingeborenen reiben sich Körper und Haare damit ein zum Schutz gegen Moskitos. Die an den Küsten des trop. Asiens heimische C. moluccensis liefert ein Oel, das auf Ceylon als Heilmittel gegen Rheumatismus gilt und auch nach Europa exportiert wird, wo es in der Seifenfabrikation Verwendung findet. Die Rinde der C.-Arten ist sehr gerbstoffreich.

238. Cardiogyne africana..a Moracee. Stark bedornter Baum oder Strauch, an der ostafrikan. Küste und am Zambesi häufig. Das rote, sehr schwere Kernholz zum Gelbfärben verwendbar.

239. Carica papaya. Caricacee. Papaya, Papaw, Paw- paw, Melonenbaum. Heimisch im trop. Amerika, infolge seiner leichten Kultur heute überall in den Tropen verbreitet. 4—6 m hoher Baum, dessen hohler, fleischig-holziger, meist unverzweigter Stamm einen großen Schopf langgestielter, handförmig-siebenteiliger Blätter trägt. Bei den männlichen Bäumen entspringen aus ihren Achseln die langgestielten Rispen mit den verhältnismäßig kleinen männlichen Blüten. Die weiblichen Bäume besitzen größere, ganz kurzgestielte Blüten. In beiden Geschlechtern sind sie gelblichweiß. Zuweilen kommt es vor, daß die männlichen Blütenrispen einzelne weibliche Blüten tragen, die sich auch zu Früchten entwickeln können. Die länglichen, melonenförmigen Früchte sind gelb oder gelb- grün. Die innere Höhlung ist mit pfefferkorngroßen, schwarzen, scharf schmeckenden Samen angefüllt. Das weiche, orangegelbe Fruchtfleisch schmeckt im reifen Zustande angenehm melonenartig. Aus den unreifen Früchten kann man Gemüse oder Kompott herstellen, wie vom Kürbis. Der Saft der unreifen Früchte bildet, gleich den gepulverten reifen Samen, ein gutes Wurmmittel. Es wird behauptet, daß der milchige Saft des Baumes zähes Fleisch mürbe mache. Am besten soll es gelingen, wenn man die frischen Blätter mit Wasser zerkleinert und das Fleisch einige Zeit hineinlegt. Im erhärteten Zustande kommt er als Succus papayae crudus siccus aus Jamaika und Ceylon in den Handel (das kg im Ein- zelverkauf in Deutchland etwa 50 M.) In O.-Afrika ist die Gewinnung ebenfalls schon versucht worden. Die Kultur ist mühelos. Fortpflanzung aus Samen. Schon nach 3 Jahren werden die Bäume tragfähig und sind sehr fruchtbar. Frost vertragen sie nicht. Andere Arten haben kleinere, z. T. aber nicht weniger wohlschmeckende Früchte, z. B. C. canda- marcensis, dieBergpapaya, für solche Gegenden sehr zu empfehlen, wo die echte Papaya wegen zu niedriger Temperatur nicht mehr gedeihen will. Nur für Waldgebiete geeignet ist C. peltata, die Affenpa- paya oder Affengranadille mit ziemlich kleinen, wenig eingeschnit- tenen Blättern. C. dolicaula, ein großer, schöner Baum mit dünnen Zweigen und kleinen handförmigen Blättern, trägt gerippte, kaum faust- große Früchte. — Semler, IV. 256. — Tropenpfl. VII, (1903). 437.

239a. Carludovica palmata. Cyclanthacee. Die Pflanze, die ganz das Aussehen einer stammlosen Palme zeigt (Panamapalme), ist heimisch im trop. S.-Amerika und Mittel-Amerika. Als schattenliebende trop. Zierpflanze sehr zu empfehlen. Die Blätter liefern das Flechtmaterial (Bombanassa, Panamastroh) für die echten Panamahüte. Auch Zigarettentaschen und andere kleine Gebrauchsgegenstände werden daraus geflochten. Ebenfalls brauchbares Stroh liefern C. jamaicensis unl

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C. incisa. Das von letzterer in Amani gewonnene Produkt ist sehr günstig beurteilt worden. Jetzt ist dort auch C. palmata eingeführt worden. Zimmermann glaubt die Kultur für Eingeborne empfehlen zu sollen. Auf den Capverdischen Inseln ist C. palmata ebenfalls in Kultur und wird zur Herstellung schöner Hüte und Zigarrentaschen ver- wandt.

240. Carpodinus spec. div. Apocynacee aus dem trop. Afrika. Meist lianenartig, seltener in Form kleiner kriechender Sträucher wachsend. Die Blüten sind größer als bei der nächstverwandten Gattung Clitandra (vergl. diese), einzeln oder zu mehreren nur in den Blattachseln sitzend, mit meist behaarten, selten häutig berandeten Kelchblättern, am oberen Ende stets erweiterter Kronenröhre, die in lange, linealische Zipfel ausgeht. Die Zweige sind meist stärker, von verschiedener Färbung, die Blätter meist größer als bei jener. Ueber die botan. Abgrenzung und die wirt- schaftliche Bedeutung der einzelnen Arten herrscht noch keine Klarheit. Folgende werden als Kautschuklianen genannt: C. uniflorus (=C. decipiens) aus Kamerun und Französisch-Kongo. — C. maximus (= C. Foretianus), ebendaher. — C. hirsutus aus Senegambien. — C. dulcis aus Sierra Leone. — C. Barteri aus Lagos und Kamerun. — C. Jumellei aus Französisch - Kongo. — C. pauciflo- rus aus Togo. — C. subrepandus (=C. friabilis) aus Kamerun und Französisch-Kongo. — C. utilis, Elfenbeinküste. — Drei andere Carpodinus-Arten liefern den Wurzelkautschuk, der in Angola, im Kongostaat und in Französisch-Kongo gewonnen wird. Im Kongo- staat wird der Wurzelkautschukk von den dortigen Europäern Caoutchouc des herbes, Caoutchouc des prairies, auch Caout- chouc des racines oder Caoutchouc des rhizomes genannt. Die frühere Annahme, daß das Produkt von der otarampa (Carpodinus lanceolatus) käme, hat sich als irrig herausgestellt. Diese Pflanze liefert überhaupt keinen Kautschuk, ebensowenig Clitandra Henri- quesiana (nach Halliers Untersuchungen zur Gattung Landolphia gehörig). Es kommen außer Landolphia Thollonii und L. humilis lediglich folgende drei Carpodinus-Arten in Betracht, die meist massen- weise auftreten, wodurch sie für manche Gegenden von großer wirtschaft- licher Bedeutung geworden sind. Carpodinuschylorrhiza, S.-Angola. Etwa 40 cm hoher Strauch mit sehr dicken, beiderseits glatten, kurz- gestielten, bis 7 cm langen und bis 1,5 cm breiten, lanzettlichen, an beiden Enden abgerundeten Blättern. Frucht birnförmig, glatt, 3 cm lang, 2,5 cm dick. (Gehört vielleicht zuLandolphia). — C. leucantha, südl. Angoia. Kleine Liane von höchstens 3 m Höhe oder aufrechter, etwa 50 cm hoher Strauch. Ausgezeichnet durch ihre endständigen, einzelnstehenden, blaß- gelblichweißen Blüten von etwa 5 cm Durchmesser sowie durch die orangefarbenen kugligen Beerenfrüchte. Auch diese Art soll nach de Wildeman eher als Landolphia anzusehen sein. Sie liefert wie die vorige ein vorzügliches Produkt, aber in geringerer Menge. — C. gracilis, Kongostaat (bei Kisantu dinsona genannt) und nördl. Angola, im Ca- bungala-Gebiet, wo sie bei den Eingeborenen gingue ganene heißt. Scheint keinen besonders guten Kautschuk zu liefern.

241. Carthamus tinctorius. Composite. Saflor. Starres, distel- artiges, einjähriges, 30—100 cm hohes Kraut mit länglich-eiförmigen, stachlig gezähnten Blättern und großen, schön roten Blütenköpfchen. Ursprüngliche Heimat unbekannt, weit verbreitet kultiviert, so in Aegypten, Indien, China, Japan, Persien, S.- und M.-Amerika, Australien und Europa.

Die Blüten liefern gelben und roten, seit der Urzeit benutzten Farbstoff. Aus den Samen wird, meist nur für den lokalen Bedarf, das dünnflüssige, hellgelbe, fette Satfloröl gewonnen. Es dient als Brennöl und zur Seifenfabrikation; weil es gut trocknet, kommt es auch zur Herstellung von Firnis und Lack in Betracht. Bei dem immer steigenden Bedürfnis der Industrie nach Pflanzenfetten hat die Kultur, die bei Mombo in D.-O.-Afr. schon versucht ist, vielleicht Aussicht. Als Speisefett kann das Oel nicht dienen, weil es abführend wirkt. — Der Safflor hat ein hohes Bedürfnis nach Kali. Die Stengel in Form von Kompost dem Felde zurückgegeben, ersparen Düngung. — Semler, II. 513.

242. Carum copticum. Umbellifere. Die Küranı ähnliche Pflanze wird in Indien, Afghanistan, Persien und Aegypten viel kultiviert. Als Fructus Ajowan sind die Früchte in Europa zur Gewinnung des Thymols sehr gesucht. In O.-Afrika werden sie in den indischen Läden vielfach geführt. Da der Bedarf zu steigen scheint, empfiehlt Stuhlmann die Kultur. Ueber die Rentabilität müßten natürlich erst Erfahrungen gesammelt werden. Vielleicht eignet sich die Pflanze zur Neben- oder Zwischenkultur.

243. Carum Gairdneri. Umbellifere in den Felsenwüsten Nord- Amerika’s. Die Indianer, die die Pflanze yamp nennen, benutzen die knollige Wurzel wie Kartoffeln.

244. Carya spec. div. Juglandacee aus N.-Amerika. Bäume, deren Stamm das harte, schwere, zähe und elastische Hickoryholz liefern, besonders C. alba (weißer Hickorybaum, Shellbark, Shagbark) und C. porcina. Die Früchte mancher Arten (Hickory- nüsse, Pekannüsse) werden wie Walnüsse gegessen. Aus den Samen wird das in Amerika als Speiseöl, Brennöl und Heilmittel verwendete Hickoryöl gepreßt. — Einige in Europa in Kultur genommen. Für die eigentlichen Tropen nicht passend, aber für nicht zu trockene Gegenden der halbtrop. Zone.

245. Caryocar spec. div. Caryocaracee. Zählen zu den höchsten und dicksten Bäumen des trop. Amerika. Blätter gegenständig, finger- förmig-dreiteillig. Blüten mit sehr langen, feinen, weit herausragenden Staubfäden. Möbel- und Schiffsholz. Die nierenförmigen Samen von der Größe eines Hühnereis haben eine rötlich-braune, mit großen runden Knoten besetzte Schale. Ihr weicher Kern ist von feinstem Mandel- geschmack (Butternüsse, Pekeanüsse, Suari-, Suwarow- nüsse) und liefern ein Oel, so C. tomentosum das Sawarrifett, Emaribüutter, C. brasiliensis das Caryocaröl, C. butyrosum (Butternußbaum, Pekeabaum) in der butterartigen Mittelschicht der Fruchtwand das Pekafett.

246. Caryophylius aromaticus — Eugenia caryophyllata.

247. Caryota urens. Palme. Die Brennpalme Indiens und der malay. Inseln, hier von den Malayen anibong, in Malabar shunda- pana, in Burma minbaw, von den Singalesen kittul genannt. Steigt am Himalaya bis 1500 m hinauf. Liefert Palmwein, Palmzucker (jaggeri), Sago (Bastardsagopalme), Palmkohl. Auch werden die Früchte zuweilen gegessen. Aus den Blattscheiden gewinnt man eine dunkle, piassaveartige Faser (Kitulfaser, Siamfaser), die zu Seilerwaren, Körben, Hüten, Besen und Bürsten benutzt wird. Der grade, bis zu 1 Fuß Durchmesser erreichende Stamm dient als Bauholz. — Eine der schönsten Palmengestalten, die bis 25 m hoch wird und leicht

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kenntlich ist an den schön geschwungenen, (doppelt oder) dreifach ge- fiederten Blättern. Die Einzelfiederchen sind von keilförmiger Gestalt und vorn wie ausgefressen. C.sobolifera wird als Zierpalme gepflanzt.

248. Casimiroa edulis. Rutacee aus Mexiko, dort und auf den kanarischen Inseln kultiviert. Kleiner Baum mit gänseeigroßen grünen Früchten, Zapote blanco, weiße Sapote, die sehr gut schmecken, aber eines Vorurteils wegen selten genossen werden. Sie heißen nämlich Matasano (d.h. Gesundentöter), weil sie angeblich einschläfernd wirken sollen. Wird als Schattenbaum empfohlen. Ist schnellwüchsig und ver- trägt gelegentlich auch Trockenheit. Wohl für unsere afrikan. Kolonien geeignet. -

249. Cassia spec. div. Leguminose. Meist Bäume oder Sträucher, seltner Kräuter mit paarig gefiederten Blättern, am Blattstiel nicht selten mit Drüsen. Die fast stets gelb, seltner weiß oder rötlich gefärbten Blüten meist zahlreich, zu großen Blütenständen vereinigt, zuweilen auch einzeln. Hülse oft durch Querwände gegliedert, häufig nicht aufspringend. In den wärmeren Gegenden beider Hemisphären. — Die hauptsächlichste Verwendung finden die C.-Arten in der wissenschaftlichen und Volksmedizin als Purgativmittel, so die Blätter von C. acutifolia (von Assuan bis Kordofan und im westl. Sudan) und C. angustifolia, von O.-Afrika bis N.-W.-Indien, als Sennesblätter. Diese werden aber auch noch von anderen Arten geliefert. Die beste Sorte stammt von C. acutifolia und kommt von Alexandrien auf den Markt. In trockneren Gegenden unserer Kolonien könnte sie gedeihen und ein verkäufliches Produkt liefern. Die Blätter von C. angustifolia führen im. europ. Handel den Namen Tinnevelly-Senna, weil die Pflanze bei Tinnevelly in S.-Indien in Menge angebaut wird; in Indien wird sie hindi-sana odersana-maki genannt, bei den Arabern sanda-e-hindi, in Abessinien (Tigre) utekki. In O.-Afrika ist sie als halule oder sana-maki in jedem Inderladen käuflich. In der Volksmedizin dienen Abkochungen der Blätter, die Samen, Wurzeln etc. zahlreicher Arten als Medikamente. So liefert C. absus, ein ljähriges Krautgewächs der Tropen der alten Welt, die unter dem Namen Tschischim, auch Tscheschum bekannten bittern Samen, die schon von den Griechen gegen Augenleiden benutzt wurden und noch heute in Aegypten als Mittel gegen die sogen. ägyptische Augenkrankheit berühmt sind. C. alata, etwa mannshoher Strauch mit großen, in dichten Aehren stehenden gelben Blüten, großen abstehenden Fiederblättern und schlanken, geflügelten Hülsen, überall in den Tropen gepflanzt, gilt in S.-Amerika und im malay. Archipel (dahon kupang) als Mittel gegen Hautkrankheiten, besonders Ringwurm. Man nimmt dazu die stinkenden, mit Salz, Essig oder Zitronensaft zerriebenen Blätter, die früher auch als Folia Cassiae herpeticae offizinell waren. Die Wurzelrinden einiger Arten, wie C. occidentalis, eines in den Tropen sehr verbreiteten Strauches (Cortex Fedegozo), gelten als Mittel gegen Wechselfieber. Die gestampften Wurzeln von C.obovata, von S.-Afrika bis Vord.-Indien, (Nama-Name: nuheib) werden gegen Durchfall angewendet, auch der Handelssenna beigemischt.

Als Gemüse gegessen werden trotz ihres unangenehmen Geruchs die jungen Blätter von C. thora, C. sophora, beide in den Tropen der alten und neuen Welt, C. glauca, Strauch oder kleiner Baum, im trop. Asien und Australien, in W.-Indien und Brasilien in Gärten kultiviert; von ihr werden die Blätter und jungen Zweige auch als Viehfutter ver- wendet. C.fistula, schöner Baum mit großen gelben Blütentrauben und

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30—60 cm langen, ca. 2!/; cm dicken zylindrischen Hülsen, im trop. Asien (Purging Cassia) wild und gepflanzt, in Afrika (Kisuahnli: mfurue, bei Kilossa: mkuinzigur) und Amerika kultiviert und bisweilen ver- wildert. Die Hülsen sind innen gefächert und enthalten ein schwarz- braunes, süßes Mark, das leicht purgierend wirkt. Sie gelangen nicht selten unter dem Namen Manna als Näscherei auch nach Europa, haupt- sächlich aus Niederländisch-Indien. Hamburg erhielt 1905 für mehr als 45000 M., Rußland für mehr als 31000 M. Der Bedarf von Deutschland dürfte in O.-Afrika gedeckt werden können. Die Samen von C. occi- dentalis und C. sericea (trop. Amerika) dienen als Kaffeesurrogat. (Sudankaffee).

Technische Verwendung findet die gerbstoffreiche Rinde einiger Arten zum Gerben und Schwarzfärben, so von C.fistula, C. auriculata in Indien, die auch eine Bastfaser enthält; C. goratensis, O.-Afrika, auch blauroten Farbstoff liefernd. In Brasilien werden die Hülsen von C. gsrandis zum Gerben des Leders benutzt. Gutes Werkholz von sroßer Härte und Dauer (Indian Laburnum der Engländer) gibt C. fistula. Aus O.-Afrika wird sehr gerühmt das Holz von C. abbre- viata, ein Baumstrauch oder Baum mit dicker, grauer, unregelmäßig längsrissiger Rinde, ein Bestandteil des Steppenbusches, in Usambara mzangazi genannt. Es soll sich durch prächtige Farbe und auffallende Härte auszeichnen. C. florida (=C.siamea), aus dem malay. Gebiet, auf Sumatra djuwar oder djuär genannt und als Schattenbaum in den Kaffeeplantagen angepflanzt, soll eine Art Eisenholz liefern. In Ost-Afrika und sonst in den Tropen auch ein beliebter Wegebaum. C. Sieberiana, mittelgroßer, mit Vorliebe auf steinigem, trocknem Steppenboden Afrika’s wachsender Baum, gibt ein lichtbraunes, außer- ordentlich hartes und schweres Holz, das als termitenfest gilt. Vielleicht läßt sich auch seine Rinde als Gerbmaterial benutzen; in Togo bei den Ewe gagamangati, den Tschaudjo tschamänu. Die kosmopolitische C. occidentalis, die schon häufig als Unkraut auftritt, und C. diva- ricata (indisch-malay.) werden als Zwischenkulturen und _ stickstoff- sammelnde Pflanzen der Brache angepflanzt. Zu ersterem Zwecke, als Ersatz der stacheligen Mimosa pudica, könnte wohl die ähnlich wie diese wachsende C. mimosoides dienen.

250. Castanea vulgaris. Fagacee. Edelkastanie, aus Klein- Asien und dem südöstl. Europa. Die Früchte (Maronen) beliebtes Nahrungsmittel. Hauptproduktionsländer: Italien, Frankreich und Spanien. C. americana vorzüglich in den mittleren Staaten der Union. Neben den Früchten findet das Holz Verwendung. C. argentea, Silber- kastanie und C. tungurrut, Tungurrutkastanie in den Gebirgen Javas heimisch, auch zu der besonderen Gattung Castanopsis gerechnet. Stattliche Bäume bis 45 m Höhe. Die Früchte werden von den Eingeborenen gekocht und geröstet gegessen. Es ist nach Semler der Untersuchung wert, ob sich diese Bäume für andere tropische Gegenden anbauwürdig erweisen; die Edelkastanie ist für sie ungeeignet.

251. Castanopsis siehe Castanea.

252. Castanospermum australe. Leguminose. Der Bohnen- baum, bean-tree, nicht selten mit dem unrichtigen Namen beautree bezeichnet, kommt in Neu-Südwales massenhaft vor und liefert in seinen ee walnußgroßen Samen (australische Kastanien) eine vorzügliche

tärke.

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253. Castilloa elasticaa Moracee. Mexiko, durch Kultur weit verbreitet. Hoher Baum mit bis über meterdickem, glattem Stamm. Die länglichen, ganzrandigen, an der Basis herzförmigen, unterseits mehr oder weniger behaarten Blätter sind 15—30 cm lang und fallen in aus- geprägten Trockenzeiten ab. Während der Baum im Alter eine aus- gesprochene Schirmkrone hat, wächst er in der Jugend ganz anders. Junge Bäume haben lange, dünne, nicht weiter gegabelte Seitenzweige, die mit dem Stamm zuerst einen Winkel von etwa 450 bilden, sich aber bald senken, so daß sie wagerecht abstehen, sich allmählich noch mehr senken und schließlich mit Hinterlassung großer Narben abfallen. Sie sehen aus, als ob sie in den Stamm hineingesteckt wären. In ihren Blatt- achseln bilden sich die kuchenförmigen oder flachkugeligen mit Hüll- blättchen dicht bedeckten Blütenstände. Erst im 4. oder 5. Jahre treten echte Seitenzweige auf, die sich weiter verästeln und durch Markotten leicht vermehren lassen, was bei den Jugendzweigen nicht gelingt. — Der Baum, der in Mexiko Arbor de Ule (oder Hule) genannt wird, liefert den Castilloa-Kautschuk, Cartagenakautschuk oder Guaja- quilkautschuk, der nicht von besonderer Güte ist. Ueber die noch ungeklärte Frage der botanischen Artunterscheidung in der Gattung C. vergl. Tropenpfl. V, (1901), Beiheft 3, S.119 und Pflanzer, Tanga. Il, (1908). 81 u. 113. — Von C. elastica wurden 1875 die ersten Pflanzen nach Kew gebracht und von dort zunächst nach Ceylon und Singapore, später auch nach Java, Jamaika, Grenada, Sansibar, Mauritius, Liberia u. Kamerun; von Ceylon nach Kalkutta, Burma und Madras; von Singapore nach Perak und Queensland. Auchin Neu-Guinea hat man Anpflanzungen gemacht. Eine Kultur im Großen aber ist nirgends aufgenommen worden außer in Westindien und Zentralamerika.. Die Bäume leiden teils zu sehr unter tierischen Schädlingen, teils hat sich die Kultur gegenüber der von Hevea als nicht lohnend herausgestellt. Reichliches, aber erhärtendes Produkt gibt die sehr nahe verwandte C. tanu, in Kostarika tanu ge- nannt. Von C. elastica gewinnt man auch bis 12 Fuß lange, mehr als 1 Fuß breite Bastfladen, deren Faser zu Stricken, Bindfaden, Netzen, auch zu Kleidern verarbeitet wird. — Bueron, J. L. El Hule. Guatemala 1899. — Bianconi, Les Castilloas, Paris 1889. — Horta, J. El Hule en Guatemala. Guatemala 1889. — Koschny,F. Die Kultur des Castilloa- Kautschuks. Berlin 1901. (Beiheft Nr. 3 zum Tropenpflanzer). — War- burg, ©. Die Kautschukpflanzen und ihre Kultur. Berlin 1900. — Weber,C. Reise nach einer Kautschukplantage in Columbien. Dresden 1903. — Ludewig im Tropenpfl. X, (1906). 716. — Tropenpfl. II, (1898). 335 ff., 365 ff. (Abbildung!). — Pflanzer, Tanga. Il, (1906). 81 u. 113.

254. Casuarina spec. div. Casuarinacee. Hohe Bäume mit nadelartigen Blättern und kleinen zapfenähnlichen Früchten, die deshalb den Nadelbäumen ähnlich sehen, nur daß sie nicht so steif erscheinen. Ein einzelner Zweig erinnert an einen Schachtelhalm. Australien, Südsee- und Sundainseln. Von den etwa 25 Arten wird C. equisetifolia (=C. muricata) in den Tropen nicht selten kultiviert, besonders als Wege- baum. In Deutsch-Ost-Afrika von den Suaheli mvindya, mvinja genannt. Die Bedeutung der Casuarinen für die Aufforstung von mit Geröll und Flugsand bedeckten Strecken ist längst erkannt. Von Dinter neben Eucalyptus besonders auch für S.-W.-Afrika empfohlen. Die kleinen Samen werden auf Beeten ausgesät und die Pflänzchen bald pikirt und in Körbchen gesetzt, mit denen sie an den definitiven Standort gepflanzt werden. Pflanzweite 2X2 m oder etwas mehr. Bereits nach 3 Jahren hat man sehr schönes Stangenholz, nach 6 Jahren etwa 20 cm

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dicke Stämme. Dann kann man die Hälfte der Pflanzen abschlagen, wenn man die andern als dicke Bäume zu haben wünscht; oder man schlägt alles ab und läßt aus den Wurzeln neue Schosse treiben, die man nach einiger Zeit bis auf einen entfernt. Das Schlagen muß am Anfang der Regenzeit geschehen. Da Grasbrände für die Bäume sehr schädlich sind, so müssen wenigstens 6—10 m breite Feuer-Schutzstreifen reingehalten werden. Gegen Stürme erweisen sich die Casuarinen als sehr widerstands- fähig, weshalb sie besonders für Küstenstriche geeignet sind. Auf Reunion dient C. equisetifolia als Schattenbaum für Vanille und wird zwischen die Stützbäume gepflanzt. Für höhere Lagen werden C. tenuissima und C. quadrivalvis (=C. stricta) empfohlen.

Die Casuarinen liefern ein sehr hartes Holz (Pferdefleisch- holz, Keulenbaum), zu Brennholz. Ueber seine Verwertung als Bau- holz sind die Meinungen noch geteilt. Der Feuchtigkeit ausgesetzt, soll es leicht verderben, weshalb es auf Reunion imprägniert wird. Für Innen- bauten ist es unverwüstlich und von schöner Maserung. Die mäßig gerbsäurereiche Rinde (Filaorinde, Ecorce de filaa) wird zum Gerben benutzt und enthält außerdem einen Farbstoff, der Wolle und Seide dauerhaft braun färbt. Aus den Blättern stellt man ein gutes Pack- material her, auch Druckpapier und Pappen. — Pflanzer, Tanga. |, (1905). 88.

255. Catalpa bignonioides. Scrophularicee. Der bekannte, auch in Deutschland gepflanzte, schöne Zierbaum (Trompetenbaum, Zigarrenbaum), aus den südl. Verein. Staaten, mit wohlgeformter Krone, handgroßen herzförmigen Blättern, großen weißen Blütensträußen und langen, dünnen, schotenartigen Kapseln. Das Holz wird gerühmt für Wasserkonstruktionen. Von C. longissima (Antilleneiche) aus W.- Indien dient die Rinde zum Gerben.

256. Catha edulis. Celasteracee, von Abessinien bis zum Kap verbreitet, in Arabien kult. In der tropischen Heimat eine Bergpflanze, kommt sie z. B. in Usambara bei 1600 m Höhe vor. Die Blätter dieses Strauches geben den beliebten Kath, aus dem das Kaftagetränk bereitet wird. Im allgemeinen kaut man die Blätter nur, die Araber essen sie aber auch. Diese pflanzen den Kath meist mit Kaffee zusammen und zwar vermittelst Stecklinge. Der Kathtee schmeckt bitter und ist von an- regender Wirkung. Er spielt im Handel Arabiens und Abessiniens eine ES uiende Rolle. Als Konkurrent des echten Tees kommt er nicht in

etracht.

257. Cecropia peltata.. Moracee. Waldbaum aus W.-Indien und Brasilien (Imbauba, Embauba, Ambauba, Umbauba; Trom- peten-, Armleuchter-, Kanonenbaum), mit großen gelappten Blättern. Meist von Ameisen bewohnt. Liefert eiweißreichen, trinkbaren Milchsaft, eßbare Früchte, Gerbmaterial, ein sehr leichtes Holz und Bastfasern.

258. Cedrela spec. div. Meliacee. Hohe Bäume mit gefiederten Blättern und kleinen Blüten, die zu ansehnlichen, achsel- oder endständi- gen Rispen vereinigt sind. Das schöne, gefärbte Holz wird besonders von C. odorata aus W.-Indien und Guayana verwendet unter dem Namen Cedrelaholz, Zuckerkistenholz, Zigarrenkistenholz, auch spanisches, westindisches oder Kuba-Zedernholz, Acajou femelle. Es ist leicht, weich, leicht spaltbar, spröde, stark, ange- nehm aromatisch duftend und daher termitensicher. Außer zu den in den Namen schon angedeuteten Zwecken findet es auch Verwendung als Blei-

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stiftholz, zu Möbeln sowie beim Haus- und Schiffsbau. Da der Baum sehr schnellwüchsig und gegen Buschfeuer widerstandsfähig ist, so wird er zu Aufforstungszwecken außerordentlich empfohlen. Um schön und hoch zu wachsen, muß die Cedrele im Waldbestand in 5-6 m Entfernung gepflanzt werden. In Höhenlagen bis zu 1000 m kulturfähig. Nur in kühleren Höhenlagen kommt C. montana vor. Ihr Holz ist dichter, roter, schwerer spaltbar, aber von prachtvoller Zeichnung und zu Tischlerarbeiten vorzüglich geeignet; es wächst aber langsam. Ihm gleich und zu den- selben Zwecken verwendbar ist das Holz von C. guianensis, Acajou de la Guyane, ebenso das von C. bogotensis aus Kolumbien und C. fissilis aus Brasilien. Auch die indische C. toona, Toon tree, Indian Mahogany tree, Moulmain Cedar, Cedrel rouge, C£dre de Singapore, liefert ein ziegelrotes, glänzendes, weiches, aber dauerhaftes, von Termiten nicht angegangenes, hochgeschätztes Holz. Die Rinde dient als Fiebermitte. Auch Gummi liefert der Baum, ebenso wie C. odorata, letzteres in Venezuela als Goma de Zedro be- zeichnet.

259. Cedrela Kotschyi = Pseudocedrela Kotschyi.

260. Cedrus Libani. Pinacee. Die echte Libanon-Ceder, vom Libanon, den Gebirgen Klein-Asiens und von Cypern. Das von Alters her berühmte, äußerst zähe und dauerhafte Holz kommt heute nicht mehr auf den Weltmarkt. Die vielen Zedernhölzer des Handels stammen von anderen Nadel- und selbst von Laubbäumen ab. In großem Umfange als Bauholz, aber auch zu Bahnschwellen und Möbeln dient das Holz der Himalaya-Zeder, C. deodara, mit einheimischem Namen deodar.

261. Ceiba pentandra.. Bombacacee. Wollbaum. Ursprüng- lich wohl aus dem trop. Amerika. In W.-Afrika aber wie spontan, in S.- Asien, besonders auf Java häufig kultiviert und dort von den Malayen und Javanen kapoh genannt; in Indien hattian, chamieulla, auf Ceylon pulim, imbul, tamilisch elavum, maram; auf Röunion ouatier; auf den Antillen fromager, in Peru huimbaquiro-ceibo; in Mexiko und Zentr.-Amerika ceiba oder pochote, in Yucatan pemm; an der ostafrik. Küste msuffi, in Mozambik mgudza, auf Madagaskar mal- pampka, bei den Haussa rimi, den Fulbe bantai, den Woloff benten, den Mandingo bintaforo; in Togo bei den Ewe wu, den Anago ogü, den Fong huti, den Akposso ju, den Tschaudjo komu, in Angola ma- fuma oder mafumeira; in S.-Thome& ocä, in Duala buma, in Bakosi bu, in Balong bum, in Jaunde düma. Andere afrikan. Namen bei Stuhlmann, Beiträge. 488. Ausgewachsen ein riesiger Baum mit breiten, mehr oder weniger hoch am Stamm emporreichenden Brett- wurzeln, die ihn wie Strebepfeiler stützen. Krone von eichenartigem Wuchs. Solche Exemplare in S.-Asien fast unbekannt. Hier nur überall die sehr auffällige, steife, regelmäßig etagenförmig verzweigte Jugendform. Blätter 5—9fach gefingert. Blüten gelblich-weiß, in dichten Büscheln, zur Zeit der Laublosigkeit. Fünffächerige Kapseln, die eine größere Anzahl dunkelbrauner, erbsengroßer, in einer lockeren Wollumhüllung liegender Samen umschließt. Diese Wolle kommt unter dem Namen Kapok, Seidenbaumwolle, Pflanzendaunen in den Handel und dient besonders als Polstermaterial und zur Füllung von Schwimmgürteln. So werden vom preuß. Kriegsministerium große Mengen als Matratzenfüllung verwendet. Nach einer Erfindung des Kommerzienrats Stark in Chemnitz wird die Faser in der Chemnitzer Aktien-Spinnerei seit einigen Jahren auch

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versponnen, gewinnt deshalb als Baumwollersatz besondere Bedeutung. Kolonialkongreß und Kolonialwirtsch. Komitee haben deshalb auf das Produkt nachdrücklicher hingewiesen.

Die Kapokkultur ist wohl nirgends Hauptkultur. Im malay. Archipel dienen die Wollbäume meist als Wegeinfassung in den Kaffee-, Thee-, Kakao- und Pfefferplantagen, oder als Schatten- oder Nutzbäume (Vanille, Pfeffer). An Boden und Feuchtigkeit stellt der Kapokbaum keine großen Ansprüche. Vermehren läßt er sich sehr leicht durch Samen und Steck- linge. Vom 4. Jahre ab bringt er Früchte. Geerntet werden die Früchte, wenn sie aufzuspringen beginnen, mit langen, am Ende mit einem Häk- chen versehenen Bambusstangen. Auf offener Tenne in der Sonne nach- getrocknet. Die Entfernung der Ölhaltigen Kerne, die aber mit der Wolle nicht verwachsen sind, was bei der Baumwolle der Fall, ist meist noch Handarbeit für Frauen und Kinder; oder man hat Maschinen, die wie ein sroßer Ventilator oder eine Kornklapper (Klapperwolf) arbeiten. Gins werden aber wohl immer mehr in Aufnahme kommen.

Als Zwischenkultur hat Kapok in Deutsch-O.-Afrika und Neu-Guinea Aufnahme gefunden, ist hier jedoch schon wieder aufgegeben worden. In Togo und Kamerun, wo der Baum wie wild wächst, kümmert man sich um seine Ausnutzung noch kaum, während in Dahomey die Gewinnung von Kapok immer größeren Umfang annimmt. Die wildwachsenden Riesenexemplare kommen auch für die Aberntung kaum in Betracht. Im malay. Archipel benutzt man dazu nur die Jugendform, die stets durch Stecklinge neu gewonnen wird. Bäume, die zu hoch werden, kappt man einfach. Die Stachellosigkeit der indischen Bäume dürfte sich aus der Stecklingsvermehrung erklären, falls nicht doch eine andere Art oder Rasse vorliegt. — Bruck im Tropenpfl. XVI, (1912). 65. — Dort auch weitere Literatur, besonders über den Kapokbau auf Java.

262. Celosia cristata.e. Amarantacee aus Indien und China, unter dem Namen Hahnenkamm als Zierpflanze sehr verbreitet. Soll eine wenig bekannte, aber sehr starke, der Jute nicht nachstehende Bastfaser liefern. In Bengalen lal-murga genannt.

263. Celtis spec. div. Ulmacee. Bäume oder Sträucher der ge- mäßigten Zone und der Tropen. Sehr geschätzt ist das leichte und elastische Holz desZürgelbaumes, C. australis, im Mittelmeergebiet heimisch, vielfach als Zierbaum kultiviert. Es wird auch Triester Holz genannt (Lybischer Lotus der Alten) und gibt besonders vorzügliche Peitschen- stiele, dient aber auch zu Bildhauerarbeiten und zur Anfertigung von Blasinstrumenten. Geschätztes Werkholz liefern auch C. ilicifolia und C. rhamnifolia in O.-Afrika. Wenig wiederstandsfähig ist das weiße Holz von C. Soyauxii in W.-Afrika; auf S.-Thome, Pan Capitano, Ca pitango, auch gromotü genannt, in Angola Pan Cababa, Quibaba. Sehr zäh und dauerhaft ist das zu Stöcken und Peitschenstielen dienende Holz von C. aculeata aus dem trop. Amerika, dem Graos de Gallo oder Joa minda der Brasilianer, und von C. glycocarpa, Graos srandes de Gallo, das auch zu Werkzeugen und beim Wagenbau Ver- wendung findet. Das weiße, sehr biegsame Holz von C. brasiliensis, in Brasilien Corindiba oder Corindiuba genannt, dient hauptsächlich zu Faßreifen, liefert auch Kohle zur Sprengpulverbereitung. C. orientalis und C. Roxburghii in Indien geben auch Bastfasern. Ferner sind die Früchte mehrerer Arten genießbar und die Samen zur Oelgewinnung geeignet.

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264. Cenchrus pubescens — Anthephora pubescens.

265. Centaurea eryngioides. Composite, in der arabischen Wüste. Die zarten Blätter als Salat geschätzt.

266. Cephaelis ipecacuanha — Uragoga ipecacuanha.

267. Cephalosphaera usambarensis. Myristicacee. In Usam- bara meist mtambala, bei Bulwa mzingamadile genannt. Nicht aromatische Früchte mit Fettgehalt.

268. Ceratolobus spec. div. Zierliche Kletter-Palmen der Sunda- Inseln, die Rotang liefern.

269. Ceratonia siliqua.. Leguminose. Schöner Baum mit gefie- derten Blättern; Blättchen mittelgroß, ledrig. Die großen braunen Hülsen sind als Joehannisbrot bekannt. Ursprünglich heimisch im östl. Mittelmeer- gebiet bis nach Yemen, heute im ganzen Mittelmeergebiet gebaut. Die Verbreitung des Baumes fand durch die Araber statt, und aus den arabischen Namen chirnub, charrub ist das Carruba der Italiener, Caroubier, Carouge der Franzosen, Algarobba der Spanier ge- worden. — Da Sämlinge minderwertige Früchte liefern, müssen die guten Sorten durch Pfropfung vermehrt werden. Sie enthalten bis 50°%/, Zucker und dienen den Menschen zur Nahrung, wie auch als gesuchtes Viehfutter, besonders für Pferde. Das Johannisbrot wird auch in großen Mengen exportiert. In trockneren, nicht zu heißen Gebieten unserer Kolonien könnte die Pflanze als Viehfutter von Bedeutung werden; in Indien, den Südstaaten von N.-Amerika und im Kaplande gedeiht sie gut.

270. Cerbera spec. div. Apocynacee. (Schellenbaum.) Ziem- lich hohe Bäume des trop. Asiens, mit giftigem Samen und Milchsaft. C. odollam (Herzbaum, sundanesisch bientaroh) führt in seinen Samen ein fettes Oel, das in kleinen Gaben purgierend, in großen narkotisch wirkt; als Brennöl benutzt. Ebenso C.lactaria (Manghas- baum, Milchbaum, sundanesisch bientaroh leutiek. Auch Bastfaser.

271. Cercis siliquastrum. Leguminose Judasbaum. Wild. in den Mittelmeerländern und noch in S.-Tirol. Liefert ein vorzügliches Tischler- und Drechslerholz.

272. Cereus giganteus. Cactacee. Säulenförmiger Riesenkaktus aus den Wüsten Mexikos. Des verholzenden Stammes und der feigen- artigen Früchte wegen von Semler zur Anpflanzung in anderen Wüsten- gebieten empfohlen. Eine der geschätztesten Fruchtsorten Zentral-Amerika’s liefert C. trigonus; sie werden bis 1 kg schwer, mit karmoisinrotem Fleisch. Weißes, fades Fruchtfleisch besitzt dagegen C. triangularis. Auch C. Thurberi in Mexiko liefert eßbare Früchte (Pitahaja dolce). C. quisco, in Chile quisco genannt, ein Kandelaberkaktus, der in Argentinien ganze Bestände, die sog. Cardonales, bilde, kommt seiner Früchte wegen und als Dungpflanze für Wüstengebiete zur Anpflanzung in Betracht.

273. Ceriops Cadolleana. Rhizophoracee. Meist strauchartig, mit spargelförmigen, aber kantigen Früchten. Suaheli: mkandaa. Die nicht sehr gerbstoffreiche Rinde kommt für den Export nicht in Frage.

274. Ceroxylon andicola.. Palme. Wachspalme der Anden. Bis 50 m hohe Fiederpalme in W.-Indien und den südamerikan. Anden, wo sie sich noch bis 3000 m Meereshöhe findet. Der Stamm, der auch ein gutes Bauholz gibt, ist mit einer Kruste von Wachs (Palmwachs, Cera di palma) bedeckt, das durch Abschaben gewonnen wird. Die Palme liefert außerdem Piassavefasern, die Blätter Bedachungsmaterial.

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275. Chamaecyparis spec. div. Pinacee. Hohe lebensbaum- artige Bäume. Eine Art in Japan, Ch. obtusa (kinoki, hinoki, fusi- noki, Sonnenbaum), liefert ein schönes, durch gelblich-weißen Splint und rosa-roten Kern ausgezeichnetes Holz, das sehr geschätzt und viel- seitig verwendet wird. Drei andre Arten in N.-Amerika heimisch. Von: ihnen wird die Oregon-Ceder, Ch. Lawsoniana, ihres dauerhaften Holzes wegen auch in Europa kultiviert.

276. Chamaerops humilis. Palme. Zwergpalme, fächerblättrig, stammlos, einzige europäische Palme. Mittelmeergebiet. Liefert das als African fiber oder Crin vegetal, vegetabilisches Roßhaar, besonders nach den Ver. Staaten exportierte Polstermaterial. Die Blätter dienen zur Herstellung von Besen, Hüten, als Material zum Dachdecken. Auch die Faser von Ch. hystrix aus Zentral-Amerika und W.-Indien ist Handelsware.

277. Chavannesia esculenta = Urceola esculenta. 278. Chavica officinarum = Piper longum. 279. Chavica Roxburghii = Piper longum.

280. Chenopodium quinoa. Chenopodiacee. Einjähriges, bis 2 m Höhe erreichendes, vielfach verästeltes, mastiges Kraut, das in Chile und Peru als Getreide und Gemüse angebaut wird, da die weißen, hirsekorngroßen Samen viel Stärke enthalten, gekocht sagoartig durch- sichtig aufquellen, wohlschmeckend und leicht verdaulich sind (Perureis, kleiner Reis). Die Pflanze ist bereits in S.-W.-Afrika eingeführt und wird von Dinter sehr zum Anbau empfohlen, wenigstens für den Norden der Kolonie. Sie ist sehr anspruchslos. Der Same keimt schon nach 18—24 Stunden auf einem frisch bewässerten Beet. Bis zur Reife sind 9 Monate erforderlich. Junge, bis 1 Fuß hohe Pflanzen geben einen guten Spinat. Eine unangenehme Eigenschaft der Früchte ist die, daß sie auch nach dem Ausdreschen von den Kelchen umschlossen bleiben, die mit den Händen losgerieben oder durch Treten entfernt werden müssen. Ch. am- brosioides, ein Tropenkosmopolit, ist als Teesurrogat (Mexiko-Tee) empfohlen worden.

281. Chikrassia tabularis = Chukrasia tabularis.

282. Chilocarpus enervis. Apocynacee. Soll in Sumatra zur Kautschukgewinnung dienen; ebenso Ch. costatus.

283. Chloranthus inconspicuus. Chloranthacee. Die sehr wohl- riechenden Blüten dienen in China und Japan zur Parfümierung des Tees.

284. Chloris virgata.e Graminee aus dem trop. Amerika. Futter- gras, zum Anbau in tropischen und suptropischen Gegenden empfohlen. Ebenso Chl. radiata, in Paraguay Cebadilla ponä genannt, Chl. distichophylla in Brasilien Corrobo genannt, und Chl. polydactyla, die häufig auf altem Kulturland wachsen.

285. Chlorophora excelsa. Moracee. Bei geschützter Stellung im Bestande bis über 50 m hohe, astfreie Stämme. Frühzeitig isoliert und dem Winde ausgesetzt, wächst der Baum weniger regelmäßig und verzweigt sich oft schon bei 10—20 m über dem Boden. Ursprünglich ein Bürger des Regenwaldes von W.- und O.-Afrika, wird er jetzt auch außerhalb dieser Sphäre vielfach kult., da er eines der wertvollsten Nutz- hölzer unsrer Kolonien liefert. Das Odumholz, Mwuleholz, auch afrikan. Eichenholz genannt, gehört zu den besten, termitensichren Bau- und Möbelhölzern. Es findet auch bereits ausgedehnte Verwendung

Winkler, Botanisches Hilfsbuch. 5

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im Schiffsbau als Ersatz für Tikholz. Im Kameruner Küstengebiet heißt der Baum bei den Bakwiri momangi, den Duala bang oder mbang, den Bakosi &Emäng, den Balong böbäng, den Bakoko beng, den Jaunde äbäng; in O.-Afrika mwule, in Angola muamba-camba, in Togo bei den Ewe egbe-ti (oder bogo asagu), den Akposso ukloba, den Kratschi sserre, den Tschaudjo ssäre, den Aschanti odum; in Dahomey roko; in S.-Thom& und Principe Amoreia branca, mucumbä blanco. Bei der Kultur wird man damit zu rechnen haben, daß es sich um einen Waldbaum handelt, der größere Ansprüche an Feuchtigkeit und in der Jugend jedenfalls auch an Beschattung stellt. Durch einen Blattfloh (Phytolyma lata) hervorgerufne Vergallungen junger Triebe richten be- sonders an jungen Bäumchen großen Schaden an. Da das Verpflanzen und die damit verbundene Wachstumsstockung die Krankheit vielleicht begünstigt, empfiehlt die Forstverwaltung in Daressalam Versuche mit der Saatmethode, die indessen technische Schwierigkeiten bietet. Ebenfalls ein gutes Holz, hauptsächlich zum Innenbau und zur Tischlerei, liefert Ch. tenuifolia, auf S.-Thome und Principe Amoreia vermehla, mucumbä vl&me& genannt. Mächtiger Waldbaum, bis 40 m Höhe und 2,50 m Stammdicke. Ch. tinctoria aus dem trop. Amerika liefert das Gelbholz des Handels, auch gelbes Brasilholz, altes Fustik- holz genannt.

286. Chloroxylon swietenia.a Rutacee. Hoher Baum mit ab- wechselnden, unpaarig gefiederten Blättern und durchsichtig punktierten Blättchen. Frucht eine 3-fächrige Kapsel mit mehren einseitig ge- flügelten Samen. In Vord.-Indien und Ceylon. Das grünlich-gelbe, feste, poliert sehr schöne Holz wird als Seidenholz oder Atlasholz sehr geschätzt und gelangt auch in den Handel. Aus der Rinde fließt reichlich ein in Indien auch benutztes Harz.

287. Chonemorpha macrophyllaa Apocynacee. Himalaya, bis 1500 m Höhe, malay. Archipel. Stammpflanze eines guten Kautschuks. Auf der Insel Martinique seit längerer Zeit kult. Wächst aber sehr langsam.

288. Chorisia spec. div. Bombacacee. S.-Amerika. Liefern Pflanzendaunen. (Siehe Kapok).

289. Chrysobalanus icaco. Rosacee. W.-Indien, S.-Amerika, W.-Afrika. Strauch oder kleiner Baum (französ. Icaquier) mit ledrigen, fast rundlichen Blättern und ziemlich kleinen weißen Blüten in kurzen end- oder achselständigen Rispen. Die pflaumengroßen Früchte (Prune-coton, Cocoa plum, Kakaopflaume) sind von gelber, roter oder blauer Farbe und werden trotz des etwas herben Nachge- schmacks frisch und als Kompott gegessen. Das Fruchtfleisch dient auch zum Schwarzfärben, ebenso die Abkochung der gerbstoffreichen Rinde und Wurzeln, durch die die Neger ihre Netze dauerhaft machen. Die Samen liefern das Icacoöl, das als Speiseöl geschätzt ist.

290. Chrysophyllum spec. div. Sapotacee. Mittelhohe Bäume mit abwechselnden, unten oft dicht seidenfilzigen Blättern, die meisten im trop. Amerika. Alle Arten sind mehr oder weniger geschätzt wegen des dauerhaften Holzes, so besonders Ch. Roxburghii in Indien und dem malay. Archipel, Ch. msolo in Usambara, dort msolo genannt. Die großfrüchtigen Arten sind beliebte Obstbäume, vor allen Ch. cai- nito (Cainito, Cainiteiro, Caimitier, Cahimimitier, Star- apple, Stern-Apfelbaum) mit apfelgroßen, 7—10-samigen Beeren,

der im ganzen trop. Amerika verbreitet, aber auch sonst in den Tropen wegen der süßen. Früchte häufig kult. ist. Ueber 1000 m Meereshöhe gedeiht er nicht mehr gut. Die einsamigen Beeren des im Hügellande der Antillen einheimischen Ch. monopyrenum sind als Damascener Pflaumen bekannt. Der Marmelleiro do matto aus Brasilien hat große kugelige I—6-samige Früchte. Ch. glyciphloeum im nördl. Brasilien liefert eine sehr gerbstoffreiche Rinde, die früher als Cortex Monesiae offizinell war.

291. Chukrasia tabularis. Meliacee. Hoher Baum mit abwech- selnden, paarig gefiederten Blättern, fast immer grün. Vord.- und Hinter- Indien, südl. China. Das Kernholz im frischen Zustande leuchtend rot, trocken rotbraun, mit schönem Glanz (Chittagong wood, Bastard- cedar, White cedar, Indian red wood) ist namentlich zur Her- stellung feiner Möbel geschätzt, wird auch zu Teekisten und Oelfässern verarbeitet.

292. Cibotium barometz. Baum-Farn. Hinterindien, Sunda- inseln, China, Hawaische Inseln, Zentral-Amerika. Der Stamm ist mit einem goldbraunen Flaum bedeckt, der als Paleae Cibotii oder Peng- hawar in der Pharmazie als blutstillendes Mittel gebraucht wird, aber auch als Stopfmaterial dient, das unter dem Namen Pulu in Honolulu einen regelrechten Exportartikel nach Australien und Amerika bildet. Das beste Produkt soll C. Menziesii liefern, das mit C. Chammissoi und C. glaucum ausgedehnte Dickichte gebildet hat, die aber durch Raubbau fast vernichtet sind. Die Eingebornen nennen die Pflanze hapui ili und heii. Das Produkt wird auch als Golden moss bezeichnet. — An die Pflanze knüpfen sich die Fabeln von dem skythischen Lamm (Agnus scythicus, Baranetz, Barometz).

293. Cicer arietinum. Leguminose. Kichererbse,Kicher- ling, Kaffeeerbse). Wickenähnliche Pflanze, jedenfalls in N.-Persien heimisch, im alten Aegypten und Indien, auch bei den Griechen und . Römern wichtiges Nahrungsmittel. Heute auf den Azoren, in S.-Europa, im Orient bis China kult., in Indien (dort von den Engländern gram genannt) in großem Maßstabe. Während in Amani Anbauversuche fehl- geschlagen sind, waren sie in Kondoa-lrangi (D.-O.-Afrika) neuerdings von Erfolg. In Zanzibar und an der Küste werden die Samen (rote Venuskichern, schwarze, gelbe und weiße Kichern, Garbanzos) in Form kleiner, meist blaß gelbroter, geschälter, zersplitterter „Linsen“ als dengu verhandelt und bilden ein beliebtes Pferdefutter aber auch Nahrung für den Menschen. In andren Gegenden dienen sie als Kaffeesurrogat.

294.. Cinchona spec. div. Rubiacee. Kordilleren, innerhalb 10° nördl. und 19° südl. Breite, zwischen 1600 m und 3300 m Höhe. Für den Handel kommen 4 Arten in Betracht, C. succirubra, C. calisaya, C. officinalis und C. Ledgeriana. Fast ausschließlich sie sind in Plan- tagenkultur genommen und liefern den bei weitem größten Teil der Fabrik- rinden, die auf Chinin verarbeitet werden, während die sog. Medizinal- rinden, die in den Apotheken verkauft werden dürfen, je nach den Phar- makopoeen der verschiednen Länder von verschiednen C.- Arten abstammen. Man unterscheidet gelbe Chinarinden, zu denen die früher berühmte Königschina (Cortex Chinae regius) gehört. Sie kommt von Bolivien und S.-Peru und stammt von C. calisaya (China Calisaya). Zu den gelben Rinden gehört auch die Maracaibo-, die Puertocabello- und die Kartagenarinde, nach den Verschiffungs- plätzen genannt, abstammend von C. lancifolia und C. cordifolia.

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— C,. micrantha und C. nitida liefern neben C. officinalis die aus Nord-Peru und Ekuador exportiertte braune, graue oder Loxa- rinde, auch Kronenrinde oder nach den Herkunftsplätzen Huanuco- und Guayaquilrinde genannt, die am wenigsten gehaltvoll ist.

Mit dem Zurückgehen der wilden Bestände der Cinchonen in Amerika schritt man in O.-Indien, Ceylon und Java zur Kultur, und diese Länder sind heute die Hauptproduktionsgebiete, hauptsächlich Java. Uebrigens scheint die Furcht vor einer Ueberproduktion und weiterem Preisfall nicht unberechtigt zu sein. — Dem Direktor der Gouvernements- Chinaunternehmung, Herrn van Leersum soll es gelungen sein, einen Prozeß zu finden, aus nasser Rinde innerhalb 24 Stunden mit geringen Kosten Rohchinin zu gewinnen. Deshalb hat man sich auch in O.-Afrika, wo 1907 schon mehr als 90000 Bäume standen, etwas zurückhaltend be- nommen, obwohl die ersten nach Deutschland geschickten Rinden-Proben an Chiningehalt hinter javanischen nicht zurückstanden. Am Kamerunberg hat man die Versuche aufgegeben, wohl voreilig.

C. Ledgeriana mit pyramidenförmiger, relativ spitz zulaufender Krone, gibt keine schönen Bäume und gewährt auch in höherem Alter nur spärlichen Schatten. Die Blätter sind breit länglich-elliptisch, rötlich schimmernd, unten bläulichgrau. Aus den nickenden, rein weißen, nicht sehr stark riechenden Blüten entwickeln sich breit eilanzettliche, relativ kurze Kapseln. Die Art wächst langsam und blüht spät, oft erst in 7 bis 12 Jahren; dann aber reichlich. Sie ist die chininreichste. — C. calisaya ist von voriger durch härtere, in der Jugend samtglänzende, breitere Blätter, durch die nicht nickenden Blüten mit größerer, fleisch- bis rosen- roter Blumenkrone sowie durch schlankere Früchte unterschieden. Der Wuchs des Baumes ist sparrig, ohne starke Betonung des Hauptstammes. Die aus Javasamen erzogne Calisaya bezeichnet man im Handel als Calisaya java, die aus ostindischen Samen stammende als Calisaya anglica. An sie schließen sich die Varietäten (oder Hybriden ?) Josephiana und Schuhkraftiana an. — C. succirubra zeichnet sich. durch rasches Wachstum aus. Der Baum ist habituell äußerst charakteristisch, da der Hauptstamm ziemlich kerzengrade emporsteigt und eine mehr oder weniger kuglige Krone trägt. Die großen, bis 5,20 cm langen, 3,90 cm breiten Blätter sind oval, gelbgrün, zwischen den Nerven bucklig aufgetrieben und stark runzlig. Auf die unten grünlichen, oben rötlichen, schwach riechenden Blüten folgen Kapseln, die doppelt so lang sind wie die der Calisaya. Succirubra liefert zwar wenig Chinin, ist aber stetig im Gehalt und außerdem die anspruchloseste und klimahärteste Cinchona. — C. officinalis ist kleiner als die andern. Der Hauptstamm tritt meist entschieden hervor, die Verzweigung ist relativ gering, die Krone licht und locker, die eilanzettlichen, dunkelgrünen und glänzenden Blätter sind am Rande gewellt, die Blüten fast blutrot. Hat für die Kultur immer mehr an Bedeutung verloren. Doch hat sich in Java eine Hybride zwischen C. officinalis und C. succirubra gefunden, die als C. robusta bezeichnet und in Java sehr beachtet wird. — Eine Reihe von andren Formen sind teils durch Kreuzung, teils durch Pfropfung gewonnen worden. Als Unterlage dient besonders C. robusta, da sich ihre Keimlinge sehr rasch und kräftig entwickeln und sie sich als auf- fallend widerstandsfähig gegen Krankheiten und klimatische Unbill erwiesen hat. Als Pfropfreis dient C. Ledgeriana.

Die Wachstumsbedingungen der Cinchonabäume lassen sich aus den Verhältnissen ihres natürlichen Vorkommens erschließen. Anpflanzungen im Tieflande sind erfolglos. Erhebungen von 500 m bis 2500 m — je

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nach der geographischen Breite — sind nötig. Ferner muß ein Regenfall von mindestens 1800—2000 mm herrschen, möglichst gleichmäßig über das Jahr verteilt. Gegen Wind sind die Bäume sehr empfindlich. Der Boden muß humusreich sein und frei von jeglichem Grundwasser. Am vorteilhaftesten werden die Pflanzungen nur an Hängen angelegt, wobei die von der Morgensonne beschienenen Osthänge bevorzugt werden sollten. Für gute Durchlüftung des Bodens sind die Bäume außerordentlich dankbar. Auf den Gouvernements-Cinchonaplantagen in Java habe ich folgende Bodenbearbeitungsmethode gesehen. Es werden in 4 aufeinander- folgenden Jahren an den vier Seiten des Baumes, in genügendem Abstande, um die Wurzeln nicht zu verletzen, Gräben von etwa I m Länge, !/, m Tiefe und 30 cm Breite gezogen. jeder Graben bleibt etwa ein Jahr offen und wird mit dem bei den Reinigungen sich ergebendem Unkräutig gefüllt. Diese Methode ist etwas mühsam, soll die Mühe aber durchaus lohnen.

Die Fortpflanzung geschieht meist durch Samen, aber auch durch Stecklinge. Die früheren Erntemethoden, wie das „Mossing“ (Bemoosen) und andre, sind in Java ganz aufgegeben worden. Die erntereifen Bäume werden samt der Wurzel ausgehoben, um Stamm-, Zweig- und Wurzel- rinde zu gewinnen, die dann einfach getrocknet wird. — Nach den in Java gemachten Erfahrungen kann man auf bestem vulkanischem Boden drei bis vier mal nacheinander Cinchona pflanzen, doch muß beim dritten Mal schon Düngung eintreten. Als bestes Düngemittel haben sich die Preßrückstände der Samen von Ricinus spectabilis (oder R. com- munis var. spectabilis) bewährt, die von den Eingebornen bungkil- kaliki genannt werden. (Siehe n. 1013a).

Eingehenderes über Cinchona-Kultur muß in der Spezialliteratur nachgelesen werden. Semler, Il, 257. — J. P. van Broekhuizen, De Kinakultuur. Tiel (Holland), 1898. — Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen. Berlin, 1892. — Stuhlmann, Beihefte zum Tropenpfl. VII, (1903). 11—20. — Busse, Tropenpfl. X, (1906). 15—32. Tropenpfl. V, (1901). 420. — VI, (1902). 361. — XIII, (1909). 358.

295. Cinnamomum camphora. Lauracee. Der mit dem Zimt- baum nahe verwandte Kampferbaum ist in den südöstl. Provinzen von China, auch in S.-Japan (kusu-no-ki), hauptsächlich auf Formosa hei- misch und erreicht mächtige Dimensionen. Stamm dick, mit rauher, rissiger Rinde, Aeste knorrig. Die harten, glänzenden, stark aromatisch riechenden Blätter sind 3-nervig, die Blüten unscheinbar. Der Kampfer (Lorbeerkampfer, Laurineenkampfer) wird aus dem Holz destilliert, wobei sich als Nebenprodukt das Kampferöl ergibt. Neuerdings hat man ihn auch aus den Blättern und jungen Zweigen gewonnen. Uebrigens soll C. cecidodaphne var. caniflora in Tonking mehr Kampfer ergeben als C. camphora. Der Hauptverbrauch des Kampfers findet bei der Herstellung von Celluloid und rauchlosem Pulver statt. Er ist daher unentbehrlich, und der Konsum steigt stetig. Die während des russ.-japan. Krieges stark gestiegnen Preise haben sich bei dem Mangel des Produktes gehalten. Da die Japaner Monopolisierungsversuche machten, hat man den Anbau auch anderwärts versucht, so die Eng- länder, vorläufig allerdings mit wenig Erfolg, in Ceylon und Indien. Auch in Florida ist Kampfer gepflanzt worden. In Deutsch-O.-Afrika hat sich die Forstverwaltung der Kultur angenommen. Es hat sich dabei herausgestellt, daß der Baum sehr große Ansprüche an Bodengüte und Feuchtigkeit macht. Es wird sogar angegeben, daß direkt nasser Boden der beste sein soll. Die Versuchsausbeute in Amani war nicht schlecht.

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Auch in Kamerun gedeiht der Kampferbaum gut. Die früher durch Stecklingsvermehrung versuchte Fortpflanzung hatte keinen rechten Erfolg, da die Stecklinge anscheinend nur bei hoher Bodenwärme an- gehen. Bei der Anzucht aus Samen werden diese zuerst in Beete gesät. Beim Auspflanzen ist die Wurzel sehr vorsichtig zu behandeln, stark getriebne Exemplare sind zurückzuschneiden. Es wird Maisvoranbau und Zwischenbau in der jungen Pflanzung empfohlen. Die Aussicht auf den Kampferbau wäre nicht schlecht, wenn es nicht gelungen wäre, auf syn- thetischem Wege Kampfer aus Terpentinöl herzustellen. Das künstliche Produkt ist zwar infolge des Ausgangsmaterials und des Verfahrens jetzt noch nicht billiger als der natürliche Kampfer. Man wird aber bei der Anlage von Kampferkulturen mit einem möglichen Preissturz rechnen müssen. — Auch das Holz des Kampferbaums ist sehr geschätzt weil es von Insekten nicht angegriffen wird.

296. Cinnamomum cassia.. Lauracee. Chinesischer Zimt, Zimtkassia, Kassiarinde, Cassia cinnamomea. Die dicke Rinde dieses in S.-China heimischen Baumes benutzten schon die Alten, die den Zeylonzimt noch nicht kannten, und zwar in den allerältesten Perioden nur als Räuchermittel, später auch als Medikamemt, als Ingredienz für Salböle, in der Römerzeit zur Herstellung von Würzweinen. Ihr Gebrauch zum Würzen von Speisen kam erst im 9. Jahrhundert auf. Noch heute wird sie in großen Mengen als Kassia lignea oder Kassia vera von Kanton nach Hamburg und London gehandelt. Ebenso führt man unter dem Namen Kassia flores die getrockneten unreifen Früchte in großer Masse nach Hamburg aus. Sie dienen, ebenso wie die Rinde, zur Destilla- tion des Kassiaöls, das zur Likörfabrikation viel verwandt wird. Stuhl- mann schreibt: „Diese leicht zu sammelnden Cassia-Früchte, die nur sorgsam und schimmelfrei getrocknet zu werden brauchen, sollten wir auch liefern können, denn es sind nur die Sammel-, Trocknungs- und Verpackungskosten zu zahlen, nicht aber das mühsame Präparieren der Rinde. Wenn wir im Hafen Tanga das kg zu I Rup. verpackt liefern könnten, sollte sich der Export noch lohnen, vorausgesetzt, daß die Qualität genügt.“ Es kann sich dabei natürlich nur um Nebenerträge aus Alleekulturen oder dergl. handeln. Am besten gedeiht der Cassia-Baum in humösem Sandboden. Die Kultur ist wohl auch in Gegenden mit mäßigem Regenfall und längerer Trockenzeit noch möglich. — Eine vor- zügliche Cassiarinde, auch Cassiablüten, liefert die in S.-Indien heimische C. iners, auch auf Ceylon und manchen Inseln des malay. Archipels kultiviert. Die von den Philippinen ausgeführte Cassia stammt von C. Burmanni. In Bengalen, das nächst China der bedeutendste Cassia- Produzent ist, sind heimisch und unter Kultur C. obtusifolium, C. pauciflorum, C. tamala.

297. Cinnamomum parthenoxylon. Lauracee. Der in Sumatra und Tenasserim wachsende Baum soll das in S.- und O.-Asien zur An- fertigung von insektensichren Koffern beliebte Kampferholz liefern.

298. Cinnamomum zeylanicum. Lauracee. Zimt. Ursprüng- liche Heimat wohl Ceylon. Etwa 10 m hoher Baum mit schöner, runder Krone. Die lederartigen, glänzenden Blätter haben die für die Gattung C. charakteristische Nervatur: 3—5 annähernd parallele Hauptnerven, die dicht über dem Blattstiel entspringen. In der Kultur nicht in Baumform gezogen, sondern als Strauch; er wächst dann etwa wie Korbweiden. Fortpflanzung durch Samen, Stecklinge, Ableger, Wurzelteilung. Innerhalb der Tropen- zone ist der Zimtstrauch ziemlich klimahart, er gedeiht von der Ebene

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bis zu 2000 m Meereshöhe; verlangt aber mindestens eine mittlere Regen- menge. An den Boden stellt er nicht sehr hohe Ansprüche. Am besten ist sandiger Boden mit etwas Humus. Nach 18 Monaten, bei Sämlingen nach 3—4 Jahren, die erste Ernte. Die zu erntenden Triebe werden 10 bis 15 cm hoch über der Erde abgeschnitten. Aus den zurückbleibenden Stümpfen treiben Schößlinge, von denen man 4 bis 6 stehen läßt. Die Ernte findet Ende der Regenzeit statt, wenn die Saftzirkulation am stärksten ist. Die Schosse sind erntereif, wenn die graugrüne Rinde sich bräunlich zu färben beginnt. Nach dem Abschlagen werden sie in der Pflanzung von Blättern und Zweigen befreit und dann zum Schälen in einen Schuppen gebracht. Man bringt zwei sich gegenüberliegende Längsschnitte und in Abständen von 30—50 cm Rundschnitte an und löst die Rinde vom Holz. Dann wird sie in Bündeln in Haufen gesetzt und mit Tüchern bedeckt, was das Abschälen der äußren braunen Rindenschicht erleichtert, das nach 24 Stunden vorgenommen wird. Zu diesem Zwecke wird die Rinde auf einen glatten, runden Stab gelegt und mit einem Messer geschabt. Danach werden sie abgetrocknet und zu etwa meterlangen röhrigen Ruten ineinander gesteckt, die sich durch das Austrocknen noch mehr zusammen- rollen. Aus den Blättern und abfallenden Rindenstücken, die als Chips auch in den Handel kommen, kann durch Distillation Zimtöl gewonnen werden. Hauptproduktionsland Ceylon; schon 1738 wurden 600000 Pfd., jetzt 6— 900000 kg Röhren und 100000—250 000 kg Abfälle (Chips) ausgeführt. Hauptmärkte London und Hamburg. Versuche mit Zimtkultur im Ver- suchsgarten von Viktoria in Kamerun haben inbezug auf das Gedeihen und die Qualität günstige Resultate ergeben; doch lassen die Kosten der Aufbereitung durch die ungeübten Neger eine Rentabilität nicht zu.

299. Citharexylum quadrangulare. Verbenacee. Trop. Amerika. Bois de cotelet, „Eisenholz“ liefernder Baum. Versuchsweise in unsren Kolonien kultiviert. Auch C. cinereum und C. caudatum besitzen sehr hartes Holz.

300. Citrullus colocynthis. Cucurbitacee Koloquinthe. Niederliegendes, ausdauerndes, gurkenähnliches Kraut mit tief 3—5lappigen Blättern. Afrika, Mittelmeergebiet, O.-Indien, Ceylon. Frucht kuglig, von der Größe einer Orange, mit trocknem, schwammigem, sehr bittrem Fruchtfleisch. Früchte und Samen offizinell. Erste kommen ge- schält als Fructus Colocynthidis in den Handel; letzte sind Ööl- haltig und werden wie die von C. vulgaris verwendet. In N.-Afrika bilden sie auch ein Nahrungsmittel, nachdem sie durch folgende mühsame “ Aufbereitung genießbar gemacht worden sind. Die von den Schalen ge- trennten Kerne werden mit der Asche von Kamelmist gemischt, zwischen glatten Steinen gerieben, mit den Laubspitzen von Tamarix articulata aufgekocht und gewässert bis jede Spur von Bitterkeit verschwunden ist. Man trocknet sie in der Sonne und hat ein angenehmes und in Pulver- form sehr geeignetes Nahrungsmittel gewonnen.

301. Citrullus vulgaris. Cucurbitacee.. Wassermelone, Angurie, Arbuse, Zitrullengurke. Auf dem Boden liegende, kürbisartige Pflanze, die im trop. Afrika, außer im Waldgebiet, heimisch ist, früher vielleicht auch in N.-Afrika und im südl. Vorder-Asien wild vorkam. Blätter 3- bis 5-lappig mit nochmal gelappten Teilen. Heute in Afrika, S.-Europa, S.-Asien und im malay. Archipel, N.-Amerika kultiviert. In Aegypten und andren arabischen Ländern battich, bartich, belikt, batteke genannt, woraus das französische past&que entstand. In den indischen Sprachen heißt sie tarmuj, tarbuz, turbuz, tarmuz oder

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samoka, samanka, jamauka. Die Malayen haben teils das arabische bateka, teils das indische samangka übernommen. Bei den Berbern N.-Afrikas heißt die Wassermelone tadellat, in Marokko dilla, delläa, in Algier hadadja, bei den Tuareg tiledjest, in Spanien Zandria, Cindria. In O.-Afrika hat sie folgende Namen: an der Küste mtikiti, mtikitiki, in Ungoni und bei den Wahigao makumbira, den Unyam- wezi zukuma, in Uhehe ihikwi, in Mkalama-Irangi ndete, bei Wild- hafen manjave, in Ugogo mahigiti. In Gegenden mit trockner Luft und großer Hitze erzeugt sie eine Frucht mit schön rosa gefärbtem, saftigem Fleisch und feinem Aroma. In S.-W.-Afrika lebt oft Mensch und Tier von den dort wild wachsenden Früchten. Es gibt Formen mit bittren und süßen Früchten. So wachsen in S.-Afrika mehrere solche, die jedenfalls verschiedne Arten darstellen, wie die Kaffernmelone (C. caffer) mit länglichen und bis 20 Pfund schweren, gurkenartig schmeckenden Früchten. In der Kultur ist sie zuverlässiger als die süße Wassermelone und wird in den Gärten der Hereros viel gebaut. Leichter Frost schadet ihr nicht. Eine andre Form ist die als dochama, dschamma bezeichnete, bittre wilde Wassermelone, mit kugligen, wegen ihres Koloquintenbitters ungenießbaren Früchten, die in Zeiten der Wassernot allenfalls von Ochsen gefressen werden. Doch bilden die ziemlich Ölhaltigen Samen geröstet eine nicht üble Kost. Eine dritte Art ist der perennierende C. Naudinianus mit gänseeigroßen und ebenso geformten dornig-warzigen Früchten, deren Fleisch sich sauber von der Schale loslöstt wie das mancher Orangen [und einen an- genehm sauerbittern Geschmack hat. In Deutsch-S.-W.-Afrika wächst sie im N. und O. überall auf rotem Sande (Omaheke-Formation). C.chate in Arabien und Aegypten (hier chate genannt) ähnelt der Wassermelone. Die Samen der Wassermelone werden zur Gewinnung von Oel, das als Speiseöl und zur Seifenfabrikation dient, in Frankreich eingeführt.

302. Citrus aurantium. Rutacee. Apfelsine, süße Orange, wohl aus Hinter-Ind., von dort nach Medien und Persien eingeführt. Heute die Orangenkultur in trop. und subtrop. Gebieten außerordentlich weit verbreitet. (Ewe-Name: atotonguti oder akutu; Suaheli: mtschun- gua, maschung wa, Schambaa: mschusa.) Die besten Früchte stammen von den Azoren. Die var. bigaradia oder amara liefert die Pomeranze oder bittre Orange, deren Fruchtfleisch hauptsächlich zu Marmelade verarbeitet wird (große Industrie in Dundee, Schottland). Die Fruchtschale kommt als kandierte Pomeranzenschale oder getrocknet in den Handel und wird zu medizinischen Tinkturen und Likören (Curagao) verwendet. Sie enthält das Pomeranzen- oder Bigaradeöl. Die wohl- riechenden Blüten liefern das namentlich in S.-Frankreich bekannte Ne- roliöl oder Nafaöl. Aus den Blättern, jungen Trieben und unreifen Früchten wird das geringere Petitgrainöl gewonnen. In O.-Afrika, wo die bittre Orange stellenweise außerordentlich häufig ist, hat sie eine merkwürdige und wichtige wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Sie wird in riesigen Massen zur Koagulation des Kautschuks von Manihot Glazi- ovii verwandt, indem der Stamm des Baumes mit einer halbierten Bitter- orange eingerieben wird, bevor die Anzapfung erfolgt, eine Manipulation, die von den Arbeitern gern ausgeführt wird. Da das Mittel ziemlich teuer ist, hat man daran gedacht, die Schalen der benutzten Früchte zu ge- winnen, deren Bedarf in Europa ziemlich groß ist. Die Früchte müßten vor dem Gebrauch zur Kautschukbereitung in feine Spiralstreifen geschält und die Schale im Schatten getrocknet werden.

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302a. Citrus bergamea. Rutacee. Die Früchte dieser in Süd- Europa und W.-Indien kult. Art geben das Bergamottöl.

303. Citrus decumana. Rutacee. Pompelmus oder Adams- apfel, engl. Shaddock oder Pumelo, aus China und Cochinchina. Frucht erreicht die 3- bis 4-fache Größe einer Orange, mit rosa oder blaßgelbem, sehr aromatischem, schwach säuerlichem Fleisch. Ist die am besten zu kultivierende Orange für die Tropen. Sie wird auch als Varietät der Apfelsine aufgefaßt und C. aurantium var. decumana genannt. Auch im fruchtlosen Zustande läßt sich die Pflanze an dem sehr stark verbreiterten Blattstielflügel erkennen, der förmlich ein zweites, kleines Blatt vortäuscht. Die Pompelmus wächst auch in Zanzibar und wird von den Suaheli mbalungi genannt. Sie bevorzugt feuchtere Gegenden und ist deshalb in O.-Afrika besonders für die Küstenzone und das Seengebiet zu empfehlen. Sollte noch viel mehr angepflanzt werden. Als besonders gute Sorte gilt die dünnhäutige rote Pompelmus, die auf dem Markt von Bombay namentlich zur Zeit der Jahreswende erscheint.

304. Citrus hystrix. Rutacee. Limonelle Kleiner Strauch oder Baum mit schmalen, am Rande stark gekerbten Blättern und kaum (nach anderen breit) geflügeltem Blattstiel. In den Blattachseln stehen starke Dornen. Die weißen Blüten duften sehr stark. Die feinschaligen, runden oder etwas länglichen Früchte von 4—6 cm Durchmesser hängen meist reichlich am Strauch und schließen ein grünlich weißes bis blaßgelbes stark saures Fruchtfleisch ein von erfrischendem aromatischem Geschmack. Diese Art wird von den Engländern unter dem Namen Lime in Zentral- Amerika, besonders auf der Insel Montserrat massenhaft kultiviert und der Saft in sterilisiertem Zustande als Lime-juice in den Handel gebracht. Aber fast überall findet sie sich in den Tropen häufig angebaut und dient meist als Ersatz der Zitrone. In den indischen Sprachen heißt sie lebu, limbbu, limun, nimbu, im: Suaheli mdimu, bei den Javanen jeruk- mipis, den Malayen limao mipis.'

305. Citrus medica. Rutacee. Zitrone, Limone. Heimisch in Vorderindien, heute, wie die Apfelsine, in Kultur weit verbreitet. Die Schale einiger Spielarten wird zu Zitronat verarbeitet.

306. Citrus nobilis. Rutacee. Mandarine, zuweilen auch Tangerine genannt, in Cochinchina heimisch, heute vielfach in den Tropen (Suaheli: kangaja, auch wie die Orange mtschungua), seit 1848 auch im Mittelmeergebiet kult. Strauch oder kl. Baum mit lanzettlichen Blättern und kaum geflügeltem Blattstiel.e. Die längst nicht orangen- sroßen, flachkugligen Früchte zeichnen sich dadurch aus, daß sich die dünne, rauhe Fruchtschale von dem süßen Fruchtfleisch leicht löst.

307. Clausena Wampi. Rutacee aus Südchina; in Indien, Java, Mauritius ihrer wohlschmeckenden, runden, pflaumengroßen Früchte wegen kultiviert.

308. Clerodendron spec. div. Verbenacee. Bäume oder Sträucher, zuweilen kletternd, mit gegenständigen Blättern. Blütenstände entständige Rispen oder Doldenrispen. Blüten mit oft sehr langer, meist etwas gebogner Kronenröhre, aus der die vier Staubblätter und der Griffel herausragen, schön weiß, blau, violett oder rot gefärbt; Kelch der Krone oft gleichgefärbt oder weiß oder grün. Einheimisch ist die Mehr- zahl der Arten in den wärmeren Teilen der alten Welt. Eine Anzahl stellt prachtvolle trop. Zierpflanzen dar. So C.aculeatum aus dem trop. Amerika, C. scandens (Afrika), C. nutans (Vord.-Indien), C. fra-

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grans (China), auch mit gefüllten Blüten kult, C. siphonanthus (Indien, Java, Sumatra), mit prächtiger weißer, 3—4 Zoll langer Kronen- röhre und purpurnem Kelch; ähnlich in der Blüte sind C.hastatum mit spießförmig gelappten Blättern, und C. Thomsonae (trop. Afrika).

309. Clitandra spec. div. Apocynaceen-Gattung aus Afrika, die nächst der verwandten Gattung Landolphia zu den Lieferanten des Lianenkautschuks gehört, und zwar eines vorzüglichen schwarzen Kaut- schuks. Die meisten Vertreter der Gattung sind echte Lianen, wenige erscheinen als kriechende Kräuter oder Sträucher. Sie sind charakterisiert durch kleine, ziemlich lockre, seltner zusammengezogne, in den Blatt- achseln und an den Zweigenden stehende Blütenrispen, durch kleine kurz- gestielte, zuweilen fast sitzende Blüten mit mehr oder weniger linea- iischen Kronzipfeln, durch meist schlanke, seltner stärkere, rotbraune, dicht mit hellbraunen Wärzchen besetzte, oder auch aschgraue Zweige und durch elliptische oder längliche Blätter.

In Betracht kommen hauptsächlich zwei Arten, die den ausgezeichneten „Noir du Congo“ liefern. Cl. Arnoldiana, bis zu 80 m lange und 30 cm starke Liane, eine der verbreitesten Kautschukpflanzen des Con- gostaates (mondongo). Auf den ersten Blick zu erkennen durch ihre charakteristischen Früchte von unregelmäßig sphäroidischer oder zitronen- törmiger Gestalt und von Nuß- bis Zitronengröße. Die Schale ist dick, meist glatt, anfangs blaßgrün, später orangegelb und bräunlich punktiert. In dem rosafarbnen Fruchtfleisch sitzen 1 bis 40 haselnußgroße Samen, die von einer auffallenden blutroten Schleimhülle umgeben sind (bei allen ähnlichen Kautschuklianen ist sie weiß oder gelb). Die Milch fließt sehr reichlich und enthält von allen mittelafrikanischen Lianen den höchsten Prozentsatz an sehr gutem Kautschuk. Daher für die Kultur sehr empfehlenswert. — Cl. nzunde, riesige Liane, nur aus den Wäldern des Bezirks Ubangi (Kongostaat) unter dem Namen nzunde bekannt. Bevor- zugt die Nähe von Wasserläufen, sonst aber auf den verschiedensten Böden und Standorten. Stamm und Aeste glatt; Blätter kurz gestielt, 8-16 cm lang, 3—6,5 cm breit, an der Basis keilförmig, vorn mit langer dünner Spitze. Gibt reichlich Milchsaft, der in kochendem Wasser leicht gerinnt, schneller noch, wenn man ihn mit gewissen andern Milchsäften vermischt, besonders von Kickxia elastica und der lengi-Liane (Landolphia spec.) Das Produkt ist ein sehr geschätzter schwarzer Kautschuk. Ueber die Ertragsmenge liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Einige andere Cl.-Arten des westl. Zentral-Afrika sind botanisch und wirtschaftlich noch nicht näher bekannt, so Cl. cirrhosa aus Kamerun und dem französ. Kongobecken. Ferner Cl. flavidiflora, ebenfalls aus Kamerun und Liberia; hier soll sie von den Eingeborenen als die beste Kautschukliane geschätzt werden. Ebenfalls als wertvoll wird von der Elfenbeinküste Cl. elastica genannt; ferner wachsen dort Cl. laurifolia und Cl. eugenifolia. Jedenfalls weit verbreitet im trop. Afrika ist Cl. orientalis (in Uganda kappa genannt), deren Latex nach einem von Chevalier entdeckten Verfahren (vergl. darüber „Journal d’Agriculture Tropicale“ vom 31. Mai 1909, S. 129) einen guten Kautschuk geben soll. Auch für Kickxia elastica soll sich das Verfahren besonders eignen.

Im Gebiete des Kilimandjaro wächst Cl. kilimandijarica, die zweifellos einen guten, hochelastischen Kautschuk mit sehr geringem Waschverlust liefert, der in Form von Ballen auf den Markt kommt, die im Innern rotbraun und mit drüsenförmigen Lücken durchsetzt, außen mit

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helleren, dünnen Kautschukfäden übersponnen sind. Die Pflanze stellt eine schlanke, ziemlich schmächtige Liane dar mit etwa 10 cm langen, beiderseits glänzend grünen Blättern, auf deren etwas helleren Unterseite die Mittelrippe und die dünnen Seitennerven stark hervortreten. Die Frucht ist eine kugelrunde, mit kleinen erhabenen Pünktchen versehene Beere von 4,5—6 cm Durchmesser.

Literatur s. bei Landolphia.

310. Clitoria ternatea.. Leguminose. Dünnstengliges, stark zum Klettern neigendes Kraut mit etwa zollangen prachtvollen blauen, zuweilen weißen Schmetterlingsblüten, deren Fahne fast flach ausgebreitet ist. Blätter mit 3—5 Fiederblättchen. Stammt aus S.-Asien, aber überall in den Tropen als Zierpflanze kult. und zum Teil verwildert. In Java als Zwischenkultur angebaut, da sie, wie alle Leguminosen, Bakterien- knöllchen entwickelt, die Stickstoff sammeln.

3ll. Cobaea scandens.. Polemoniacee. Kletterpflanze aus Mexiko, mit großen glockigen, grünlich-weißen oder violetten Blüten. In Europa beliebte Zierpflanze, die dort keinen Samen bildet. Zur Samen- zucht für D.-O.-Afrika von Amani empfohlen.

312. Coccoloba uvifera. Polygonacee. Kräftiger Strauch mit abwechselnd stehenden rundlichen, ganzrandigen, am Grunde mehr oder weniger herzförmigen, ledrigen Blättern. Die Zweige erscheinen wie ge- gliedert. Früchte eßbar. In unsre Kolonien schon eingeführt.

313. Cocculus leaeba.a Menispermacee. Schwach kletternder Strauch, in den Trockengebieten N.-Afrikas, Arabiens und des westlichen Vord.-Indiens. Aus den eßbaren Früchten bereiten die Araber einen Schnaps (chamr el madijnune).

314. Cochlospermum gossypium. Bixacee. Kleiner Baum aus Indien und Ceylon. Liefert Oel, Samenwolle zum Polstern und tra- gantartiges Kuteragummi. C. tinctorium, Strauch mit meist fünf- lappigen, unterseits graubehaarten Blättern und großen, zahlreiche Staub- gefäße bergenden gelben Blüten, soll im Yorubalande (W.-Afrika), dort fe-ru oder rawaye genannt, so häufig sein, daß die Bastfaser einen Exportartikel bilden könnte. In Togo, wo er von den Ewe Katalito, den Tschaudjo lombö6, den Dyakossi uanyise genannt wird, werden aus den seidigen Samenhaaren Schnüre zum Aufreihen von Perlen gedreht. Die Eingebornen betrachten den Strauch als „Vater“ der Baumwolle (Kersting). Durch Kochen gewinnt man aus der Wurzel einen gelben Farbstoff, der im Sudan als fayar bekannt ist.

314a. Cocos eriospatha und odorata. Fieder-Palmen aus dem subtrop. Brasilien. Fruktifizieren schon nach wenigen Jahren. Die langen Trauben tragen viele gelbe schmackhafte Früchte von der Größe einer Aprikose. Zur Einführung in Kamerun empfohlen.

315. Cocos nucifera. Bis 25 m hohe Fieder-Palme. Die Frucht ist von einer ledrigen Haut bedeckt, unter der zunächst eine dicke fasrige Schicht folgt, darauf die mehr oder weniger starke Steinschale. Diese ist in der Jugend mit einer wässrigen, zuckerhaltigen Flüssigkeit (Kokos- milch) angefüllt, aus der sich später das Samenfleisch (Endosperm) niederschlägt, das zuletzt als eine weiße etwa zentimeterdicke Auskleidung von horniger Konsistenz der Steinschale innen anliegt.

Ursprünglich im trop. S.-Amerika heimisch, aber teils infolge der Schwimmfähigkeit der Früchte auf natürlichem Wege, teils wegen ihrer vielseitigen Nutzbarkeit durch Kultur über die gesamten Tropen verbreitet.

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Ihre hauptsächlichsten Namen sind: in Indien naral, naural, naryal, narjil, nahal, narikal, narkol, nasil, mada; bei den Tamilen tengai, tennai, tennan-maram; bei den Telegu tengai, nare- kadan)!, auf kanaresisch theingana, auf singhalesisch toembili, polna- wasi; im Riouw-Archipel anur, bei den Chinesen der W.-Küste Borneos djai-su, malayisch kelpo, am häufigsten kalapa (klapa), arabisch jouze-hindie, in Neu-Guinea oteri, in Japan sinlo-kawa. Im Sua- heli heißt die reife Kokosnuß nazi, (der Baum mnazi), die unreifen je nach ihrer Entwickelung upunga, kidaka, kitale, dafu, koroma, nazi, joya, nibata; bei den Somali heißt die Nuß cumbo, bei den Massai ussu guroo, bei den Ewe yevune.

Die altbekannte Tatsache, daß die Kokospalme in der Nähe des Meeres am besten gedeiht, hängt jedenfalls weniger mit der Seebrise als solcher, sondern mit der dort meist anzutreffenden größeren Bodendurch- lässigkeit zusammen. Wo sie in Meeresnähe auf versumpftem Boden steht, wächst sie nicht freudig, und man wendet in solchem Falle vielfach Hügel- pflanzung an. Es ist Tatsache, daß die Kokospalme auch ganz außer Bereich der Seebrise vorzüglich gedeiht und reichlich fruchtet. Eine Meereshöhe von 700 m sollte bei der Kultur nicht überschritten werden. Die Saatnüsse müssen vollkommen reif, d. h. trocken und noch etwa zur Hälfte mit Milch gefüllt sein. Da erfahrungsmäßig nicht die Bäume mit den größten, sondern mit mittelgroßen, aber möglichst schweren Nüssen die ergiebigsten sind, so sollen nur Nüsse der letzten Art zur Vermehrung verwandt werden. Das Auskeimen geschieht in Saatbeeten. und zwar so, daß die Nüsse nicht ganz mit Erde bedeckt sind. Im malay. Archipel hängen die Eingebornen die Nüsse zum Keimen sogar an Bäumen oder an den Hütten auf. An dem Stielende wird die Faser- schicht mit dem Buschmesser etwas entfernt. Nach einem Jahr kann das Verpflanzen geschehen. Man nimmt die Pflanze vorsichtig mit der Nuß heraus und schneidet die Wurzeln ziemlich kurz ab. Auch die Blätter, außer dem Herz, werden zur Hälfte beschnitten. Die Pflanze braucht nicht mit Ballen versetzt zu werden. Die Pflanzlöcher, die etwa !/; m tief und !/; m Durchmesser haben sollen, sind im Abstand von 9—10 m auszuheben. Falls nicht Zwischenkulturen beabsichtigt sind, muß in den ersten Jahren gereinigt werden. Auch bei Zwischenkulturen ist es zweckmäßig, die Baumscheiben im Durchmesser von 3 m aufzuhacken, wobei man einen Abstand von !/, m von der Nuß hält. Vertrocknete Wedel können entfernt werden, grüne sollte man niemals abhacken. Wenn man keine nutzbaren Zwischenkulturen, für die Sisalhanf, Pfeffer, Ananas, Erdnuß, Mais empfohlen werden, anlegen will, sondern nur auf Bestreitung des Unkrauts bedacht ist, so ist Mimosa pudica versucht worden. (Siehe n. 738) Auch Cassia mimosoides dürfte sich gut eignen, auch Cajanus indicus und Clitoria ternatea werden angegeben; alle diese sind Stickstoffsammler. Ob Baumwolle als Zwischenkultur geeignet ist, muß noch festgestellt werden.

Durchaus empfehlenswert ist Düngung der Kokosnus. Von Vorteil ist jede Art organischen Düngers. Dringend angeraten wird, die Hülsen der Nüsse dem Boden zurückzugeben, evt. nach vorheriger Verwendung als Viehstreu. Besonders als Stickstoffquelle ist organischer Dünger ja überhaupt in regenreichen Gebieten zu empfehlen. Die Kokospalme braucht auch viel Phosphorsäure, besonders in den ersten Jahren. Später kann ihre Ergänzung zum guten Teil aus den abfallenden Blättern oder deren Asche bestritten werden. Auch der Kaliverbrauch der Palme ist reichlich. Außer den gebräuchlichen mineralischen Kalkdüngern wird des-

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halb auch jede Aschendüngung von Vorteil sein. Kalizufuhr ist auf leichten, sandigen Böden, ohne gleichzeitige andre Düngung zu ver- meiden. Auf saurem oder schwerem Boden ist eine Kalkung zur Neu- tralisierung und Lockerung angezeigt. Organische Stoffe sind stets unter- zugraben und mit dem Erdreich gut zu vermischen. Mineraldünger ist am besten häufiger in kleinen Dosen zu verabreichen. je nach der Boden- beschaffenheit tritt die Tragbarkeit der Kokosnuß zwischen dem 7. und 10. Jahre ein, und erhebt sich mit dem 15.—20. zu ihrer Höhe, die sie etwa 60 Jahre behält. Aelter als 100 Jahre wird die Kokospalme wohl nicht. Den durchschnittlichen Ertrag eines Baumes kann man auf 75 bis 80 Nüsse pro Jahr annehmen. Gutgepflegte Bäume liefern 100 und mehr. Die durchschnittliche Kopraernte kann man auf 10 kg rechnen. Außer großer Dürre richten häufig Schildläuse ungeheuren Schaden in den Kulturen an. Als Bekämpfungsmittel: Bespritzen mit Oel und Sodalösung empfohlen. Der Nashornkäfer bohrt sich in das Herzblatt ein. Die Käfer und die im Boden lebenden Engerlinge müssen abgesucht werden. Abfaulen des Herzblattes wird durch einen Pilz verursacht. Da die Krankheit sehr ansteckend ist, so muß beim geringsten Anzeichen die Palme herausgenommen und sofort verbrannt werden.

Die Hauptprodukte der Kokospalme sind Kopra und Coir. Unter Kopra versteht man das getrocknete Samenfleisch, das einen Fettgehalt von 50°/, oder mehr aufweist. Im frischen Zustande dient es häufig als Speise- und Brennöl. Das in Europa zur Fabrikation von Seifen und Kerzen verwandte Oel wird meist erst hier aus der Kopra gepreßt, z. B. in Marseille und Hamburg (Kokosöl, Cochin oil, Ceylonöl, Ko- praöl). Für beide Industriezweige ist das Kokosfett heute fast unent- behrlich und unersetzlich geworden, weshalb Kokospflanzungen, wenn auch nicht mit dem höchsten Gewinn, so doch mit sichrem Absatz rechnen können. In neurer Zeit stellt man aus dem Kokosöl ein Speise- fett (Kokosbutter, Palmin, Palmitin, Palmona) her. In einem Gouvernementsgebäude der Philippinen hat man es mit Erfolg zur Leucht- gasbereitung benutzt. Ferner wird aus Kokosnußfett Kognakessenz und Arrak hergestellt. Als „dessicated copra‘“ wird sie in Form feiner, ge- trockneter, mit Zucker vermischter Schnitzel in Kuchen und Konditoreien verwendet. Die bei der Fettgewinnung bleibenden Preßrückstände (Poo- nac) sind als Futtermittel sehr geschätzt.

Zur Kopragewinnung werden die reifen Nüsse, d. h. diejenigen, in denen man beim Schütteln die Milch hört, aufgelesen oder abgenom- men und mit dem Buschmesser gespalten, die Milch vollständig entiernt und die Hälften 1 bis 2 Tage in die Sonne gelegt, worauf der Kern sich leicht löst. Zum Versand muß die Kopra vollständig trocken sein, was an der Sonne oder in einer Darre geschehen kann. Wird die Kopra während des Trockenprozesses von Regen naß, so nimmt sie schwarze Farbe an. Die Trockenhäuser können mit den Rückständen geheizt werden. In neurer Zeit ist von Dybowski, Direktor der Kolonialgärten in Paris ein Verfahren erfunden worden, Kopra während des Trocken- prozesses mit schwefliger Säure zu desinfizieren. Das so gewonnene Produkt soll von besonders guter Qualität sein und jahrelang nicht schimmlig werden.

Coir (Kokosfaser) stammt aus der Faserschicht der Frucht und ist heute eine der wichtigsten trop. Pflanzenfasern für die europäische Industrie. (Schnüre, Seile, Teppiche, grobe Bürsten, Maschinentreibriemen; für Schiffstaue besonders geeignet, weil sie schwimmen). In neurer Zeit ist in den Straits Settlements eine Fabrik gegründet worden, in der aus

Kokosfasern Papier hergestellt wird. Die Coirgewinnung leidet unter dem Mangel an Aufbereitungsmaschinen. Ferner schließen sich nach Saleeby die Kopra- und Coirindustrie aus. Zur Aufbereitung der Kopra kämen nur ganz reife Kokosnüsse in Betracht, während zur Coirgewinnung nur unreife Früchte dienen könnten. Coir bringt aber nur 15°/, des Koprawertes.

Die harte Steinschale der Frucht findet nur in beschränktem Maße Verwendung zu Gefäßen und kleinen Drechslerarbeiten. Zuweilen dient das Holz des Stammes zu feinen Tischlerarbeiten, (Kokosnußholz, Cebraholz, Stachelschweinholz, Porkupine). Von der Rinde des Stammes soll ein Gummi abgeschieden werden (Kokosgummi, somme de coco, coco-palm-gum), daß die Einwohner von Tahiti pia-pia oder haari tapau bezeichnen. Von Bedeutung ist es nicht, und das als Kokosgummi nach Europa kommende Gummi ist sogar seiner Herkunft nach noch unsicher. — Wie viele andre Palmen, so liefert auch die Kokospalme Palmenwein (Toddy).

Die nicht sehr zahlreichen Spielarten der Kokosnuß scheinen für den Ertrag gleichwertig zu sein, nur für die Fasergewinnung kommen be- sondre Varietäten in Betracht, nämlich var. rutila, cupuliformis, stupposa, von denen die erste die beste, die letzte eine steife und starre Faser gibt. Die goldgelbe Kokosnuß, eine in Afrika häufige und dort Pemba-Nuß, mnazi ya Pemba, genannte Varietät gibt nur Trinknüsse.

Die Kultur der Kokospalme wird am ausgedehntesten auf Ceylon betrieben; dann folgt Brit.-Indien und Hinter-Indien. Im ganzen malay. Archipel dienen die Kokosfrüchte fast auschließlich dem Bedarf der Ein- gebornen. In immer steigendem Maße kommt die Produktion der Süd- seeinseln für den Weltmarkt in Betracht. Hier, so auf den Marschallinseln, Neu-Guinea, Samoa wird die Kokosnuß wohl immer eine der Haupt- kulturen bleiben. Brasilien exportiert aus seinen Kulturen jährlich mehre Millionen Kokosnüsse, wogegen Kopra und Faser nur in verschwindender Menge gewonnen werden. Aus Kolumbien und den beiderseitigen Küsten Zentral-Amerikas wird hauptsächlich der immer steigende Bedarf Nord- Amerikas gedeckt. Ebenso aus W.-Indien. In Afrika dürfte, wie auf den Südseeinseln die Kokoskultur noch einer guten Zukunft entgegengehen. Neben Madagaskar und Sansibar hat sie in neuerer Zeit in D.-O.-Afrika und Togo einen erfreulichen Aufschwung genommen, besonders bei der Aufforstung sandiger Küstenstriche. Es ist hier aber noch eine bedeutende Steigerung der Kokoskultur möglich. Nach Schätzung kann man den Bestand an Kokospalmen in Deutsch-O.-Afrika augenblicklich auf rund 1 Million annehmen. Platz ist aber nach Stuhlmann für mindestens 6 bis 10 Mill. Palmen. Die Kultur ist auch für Europäer empfehlenswert, da die Produkte der Kokospalme, obwohl sie nicht die einträglichsten sind, im Welthandel stets gesucht und nur geringen Schwankungen unterworfen sind... Auch die englische Kolonialregierung dringt auf ausgedehnteren Kokospalmenbau. —- Preuss, Die Kokospalme und ihre Kultur. Berlin, 1911. — Semler, I, 616. — Zaepernick, Die Kultur der Kokospalme. Beiheft 6 zum Tropenpfl. XV, (1911). — Tropenpfl. IX, (1905). 195. — Pflanzer (Tanga) Ill, (1907). 17, 169. (Düngung!).

316. Cocos Romanzoffiania. Fieder- Palme des trop. S.-Amerika. Pindöpalme. Die Blätter spielen in einigen Gegenden Paraguays als Pferde- und Maultierfutter eine bedeutende Rolle.

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317. Codiaeum spec. div. Euphorbiacee. Die von den Gärt- nern meist als Croton bezeichneten Sträucher mit ledrigen, meist schmal lanzettlichen, nicht selten stellenweise bis auf die Mittelrippe verschmälerten oder auch gedrehten, häufig bunten Blättern findet man oft als Zier- pflanzen in den Tropen.

318. Coelocline polycarpa. Anonacee. W.-Afrika. Liefert die Abeokutarinde zum Gelbfärben.

319. Coelococcus carolinensis und salomonensis. Mit der Sago- palme, Metroxylon, nahe verwandte Fieder--Palmen von den Karo- linen, bezw. den Salomonsinseln. Ihre apfelgroßen Früchte mit rot- oder gelbbraunem Schuppenpanzer sind die polynesischen Steinnüsse, Wassernüsse, Tahitinüsse, australischen Nüsse, deren aus Cellulose bestehendes elfenbeinartiges Nährgewebe wie die amerikanische Steinnuß (Phytelephas) verarbeitet wird. Der Stamm ist sagohaltig.

320. Coffea spec. div. Rubiacee. Von dieser in den Tropen- ländern der alten Welt heimischen Gattung ist gerade in neurer Zeit eine Reihe von Arten, besonders aus Afrika bekannt geworden, die wohl zum Teil einen Nutzwert haben, daraufhin aber noch nicht genügend unter- sucht worden sind. Froehner zählt (Notizblatt des Königl. Botan. Gartens und Museums I. [1897]. 230) folgende auf: C. jasminoi- des (Angola), C. divaricata (Lagos, Togo), C. melanocarpa (An- gola), C. subcordata (Gabun, Kamerun), C. racemosa (Mozambik), C. ibo (Mozambik), C. brevipes (Kamerun), C. scandens (Kame- run), C. pulchella (=C. Afzelii) (Gabun), C. Staudtii (Kamerun), C. spathicalyx (Kamerun), C. congensis (Kongo), C. steno- phylla (Sierra Leone), C. canephora (Gabun), C. macrochlamys (Kamerun), C. brachyphylla (Madagaskar, Nossibe, Lokobe), C. Zanguebariae (Zanzibarküste, Mozambik). Inzwischen sind noch folgende bekannt geworden: aus Afrika C. affinis, C. excelsa, C. Bererritolia, C. Maclaudi,. C. nudiflora, C. silvatica, C., aruwimiensis, C. Arnoldiana, C. Royauxii, C. Laurentii; aus Madagaskar: C. Bonnieri, C. Gallienii, C. Mogeneti; aus dem malay. Gebiet; C. Schmidtii. — de Wildeman, Materiaux pour une Etude botanico-agronomique du genre Coffea, in Ann. Jard. Buitenzorg, Il. Suppl., 1. 345.

321. Cofiea arabica. Rubiacee. Pyramidaler, sehr tief verzweigter Baum von 5—6 m Höhe mit wagerecht abstehenden oder leicht abwärts geneigten Aesten. In der Kultur wird er der bequemeren Ernte wegen niedriger gehalten. Die weißen, sternförmigen, wohlriechenden Blüten sitzen zu 4 bis 16 in den Blattachseln und zeigen 5 Blumenblätter. Blüht einmal, in vielen Gegenden aber zwei- bis dreimal im Jahre. — Die Formen dieser Art sind noch wenig studiert. Der arabische Kaffeebaum ist eine typische Höhenpflanze des engeren Tropengürtels, die mit dem besten Erfolge zw. 600 und 1200 m Meereshöhe kultiviert wird. Kultur unter lichtem Schatten, am besten von Leguminosen wie Albizzia, Erythrina. In Usambara hat man als guten Schattenbaum Grevillea robusta gepflanzt.

Von Abessinien bis ins Seengebiet und nach Mozambik. Das wichtigste Produktionsland für arabischen Kaffee ist heute Java, wo er Ende des 17. Jahrhunderts eingeführt wurde. Im Jahre 1876, bei dem ersten Auftreten der Hemileia vastatrix in Java, hat man den Liberia-Kaffee eingeführt; und nachdem sich der Pilz auch an diese Art mehr und mehr adaptiert hat, sucht man heute wieder andere Arten, unter den Coffea

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robusta wohl die wichtigste ist, der Kultur zugänglich zu machen. Nirgends ist überhaupt so methodisch und rastlos die Kaffeekultur zu verbessern gestrebt worden wie in Java. Auch mannigfache Kreuzungs- und Pfropfungsversuche spielen dabei eine Rolle. Die Gesamtproduktion . Javas zeigt starke Schwankungen. Trotzdem sie sich nach dem Auftreten der Hemileia wieder sehr gehoben hatte, ergeben sich von Zeit zu Zeit immer wieder Mißernten, und in Holland ist das Urteil über die Zukunft des javanischen Kaffeebaus geteilt (vergl. Deutsch. Handels-Arch. 1905). — In Sumatra datiert der Aufschwung der Kaffeekultur erst seit dem Ueber- gang der Insel an die Holländer 1819. Die Pflanzungen liegen haupt- sächlich auf der Westseite der Insel. Erst in den letzten Jahren wird auch die Ostseite mehr bevorzugt. Auf ehemaligen Tabakplantagen wird dort, wie es scheint, mit guten Erfolgen Coffea liberica gepflanzt. Der Sumatrakaffee steht, wenn er sorgfältig aufbereitet wird, dem Produkt von Java nicht nach, ja er erzielt bisweilen sogar höhere Preise als dieser. — Das Hauptproduktionsgebiet auf Celebes ist Menado auf der Halbinsel Minahassa, das den weltberühmten Menado-Kaffee liefert. — Auf den kleinen Sundainseln, den Philippinen und in den Straits Settlements ist die Produktion unbedeutend. — Die einst blühende Kaffeekultur auf Ceylon ist durch die Hemileia fast ganz vernichtet worden. — Vorder-Indien produziert Kaffee an den bewaldeten Höhen des Westens, etwa von Man- galore bis zum Kap Komorin. — In Arabien, wo sich der Kaffeebaum zuerst einer regelrechten Kultur zu erfreuen hatte, kommt dafür nur ein kleiner Teil von Yemen in Betracht. Der arabische Kaffee, der nach seinem früheren Verschiffungshafen kurzweg „Mokka“ genannt wird, gilt als die edelste aller Kaffeesorten. Versuche, die Eigenschaften des echten Mokkas durch direkt aus Arabien bezognes Saatgut nach andern Ländern zu überführen, sind bisher mißglückt. — Afrika hat Kaffeekulturen, die aber bisher für den Welthandel nicht sehr belangreich sind, aufzuweisen in Abessinien, den Galla-Ländern, an der Somaliküste, in Deutsch-O.-Afrika, Brit. Zentral-Afrika, Mozambik, Madagaskar, Reunion, Mauritius, Natal, Liberia, Kongostaat, Kamerun, Togo. Eine größere Ausfuhr hat, was unsre Kolonien anlangt, nur O.-Afrika, im Jahre 1908/09 rund 356000 kg im Werte von fast 150000 M. Die Hoffnungen, die man auf Usambara als Kaffeeland gesetzt hatte, haben sich nicht erfüllt, obwohl die Qualität vorzüglich ist. Vor allem ist der Boden ungeeignet; dazu kommen zahl- reiche Schädlinge. Kleinere Pflanzungen, in denen man auf den einzelnen Baum Sorgfalt verwenden kann, werfen noch eine leidliche Rente ab. Bedeutend günstiger für den Kaffeebau scheinen die Verhältnisse am Kilimandjaro zu liegen, wo man nicht den aus der Verwittrung von Gneis entstandenen roten Boden hat, sondern ein Verwittrungsprodukt vulkanischer Materialien. Dort kann man von den eingeb. Wadjagga auch reichliche Mengen von Staildünger erhalten. Auch im Bezirk Bukoba am S.-Ufer des Viktoria-Sees ist in letzter Zeit Kaffee in größerem Umfange und vorläufig mit gutem Erfolg gepflanzt worden. In den Gebräuchen der Eingebornen spielt der Kaffee dort eine sehr große Rolle; ob er aber ursprünglich einheimisch ist, bleibt eine Frage. Die bei Bukoba vor- handene Pflanze stellt eine Lokalvarietät des arabischen Kaffees dar, C. arabica var. Stuhlmanni und wird gewöhnlich als Bukoba- oder Ugandakaffee bezeichnet, von den Eingebornen dort mumwani, mwani, muani, muarri, auch udiva genannt. Sie unterscheidet sich vom gewöhnlichen arab. Kaffee durch viel größere, zwischen den einzelnen Seitenadern stark wellig ausgebauchte, nicht glatte Blätter und eine winzig kleine Frucht, die als reife Kirsche nur 10X11 mm groß wird. Dem-

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zufolge ist auch die Bohne nur sehr klein, und oft findet man durch Ver- kümmerung einer Bohne die andre zur Perlbohne ausgebildet. Der Bukobakaffee soll deshalb früher in Aden zur Verfälschung des echten „Mocca“ gedient haben. Daher stammt wohl auch die Angabe, daß er von vorzüglicher Qualität se. Nach Stuhlmann hat er einen etwas säuerlich-bittren Beigeschmack. — Amerika kann als das Adoptivvater- land des Kaffees bezeichnet werden. Seine Kultur ist hier enorm aus- gedehnt und erstreckt sich, was sonst nur noch in Natal der Fall ist, über die’Tropenzone hinaus, etwa vom 28.’ n. Br. bis zum 28.° s. Br. Das wichtigste Kaffeeland der Erde hinsichtlich der Größe der Produktion ist Brasilien, wo alle andren Kulturen durch den Kaffeebau in den Hinter- grund gedrängt sind. Angebaut wird in erster Linie eine als „Cafe nacional“ bekannte Varietät von Coffea arabica, auf die etwa 75°/, sämtlicher Plantagen entfallen. Zwei oder drei andre Spielarten des arabischen Kaffees machen den Rest aus. Liberia-Kaffee kommt kaum in Betracht. Die Qualität des Produktes ist nicht die beste; daher die Neigung, den brasilianischen Kaffee unter dem Namen renommierter Sorten auf den Markt zu bringen. Eingeführt wurde der Kaffee in Brasilien 1741 von Cayenne aus und zuerst in Para kultiviert. Heute liegt das Haupt- kulturgebiet in den Staaten Rio de Janeiro, San Paulo, Minas Geraes und Esperito Santo. Aus Brasilien sind die beiden folgenden Varietäten be- kannt geworden. C. arabica var. Maragogipe wurde 1870 im Bezirk Maragogipe der Prov.Bahia entdeckt. Bildet durch die Größe der Blätter und Früchte einen Uebergang zu C. liberica. Wegen ihres Wohlgeschmacks in Brasilien wie auch in den engl. Kolonien gut eingeführt, wenn sie auch eine besondre Rolle im Kaffeebau nicht spielt. (Maragogipe-Kaffee.) Eine gelbfrüchtige Form mit hohem Coffeingehalt ist C. arabica var. amarella, die 1871 in Botucatü, Prov. San Paulo, entdeckt wurde. Sie liefert den Caf€E botucatu der Brasilianer und ist in Indien als Golden drop Coffee bekannt. Nur wenig angebaut. — Venezuela ist nächst Brasilien und Java das bedeutendste Kaffeeland der Erde. Auch hier ist der Kaffee, der um 1785 eingeführt wurde, die wichtigste Kultur- pflanze des Landes. Ferner wird Kaffee gebaut in Guayana, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Paraguay. Auf den meisten westindischen Inseln gedeiht der Kaffee vorzüglich. — Guatemala steht an Ausfuhrmenge, die hauptsächlich nach Deutschland geht, fast neben Venezuela. Ziemlich bedeutend ist der Kaffeebau auch in Mexiko und Salvador. Zurück stehen Costarica, wo man aber in letzter Zeit dem Kaffeebau große Gebiete er- schlossen hat, Nicaragua und Honduras. — In Neu-Guinea und im Bis- marckarchipel steckt die Kaffeekultur noch in den Anfängen, während auf Neu-Kaledonien der Kaffee schon zum Hauptprodukt des Landes geworden ist. Auf den Sandwich-Inseln hatte die Kaffeeproduktion infolge ver- mehrter Zuckergewinnung beträchtlich abgenommen, ist neuerdings aber wieder im Aufschwung begriffen.

Die Kaffeesorten des Handels werden meist nach dem Ursprungs- land unterschieden. Besonders geschätzt und hoch bezahlt ist der Perl- kaffee, der, wie der Name andeutet, nicht aus einseitig abgeflachten, sondern aus kugelrunden Bohnen besteht, die dadurch zustande kommen, daß von den beiden, mit der flachen Seite aneinander liegenden Samen der Kaffeefrucht, wie sie im normalen Falle vorhanden sind, der eine fehlschlägt, so daß sich der zweite ohne Abflachung ausbilden kann. Als Nativekaffee kommt eine Sorte auf den Markt, die nicht den besten Ruf hat. Er ist ein Produkt leichtfertiger Ernte der Eingebornen Ceylons und Indiens, die reife und unreife Früchte durch einander ernten, wo-

Winkler, Botanisches Hilfsbuch. 6

rar.

gegen die Araber die Früchte „totreif* werden und so lange an den Zweigen hängen lassen, bis sie auf untergebreitete Matten abgeschüttelt werden können. Gerade in dem gründlichen Ausreifen liegt einer der Gründe für die Güte des Mokkakaffees. Bisweilen entwickelt sich, wie beim Wein, so auch beim Kaffee, ein „Lokal-Aroma*“, das dem Produkt gewisser Lagen einen besondern Wert verleiht (z. B. „Cafe aromatico“ von den Bergen Rio Claro in Brasilien). Die Weltproduktion um 1900 betrug nach ee in Millionen kg: Java und übrige Sundainseln 71

Philippinen und Inseln des Stillen Ozeans... 5 Ceylani ı. 0.3” N Indien . |. O.-Afrika und ostafrikan. Inseln . . . . . 34 WERK ea re ee Mexiko 24: a Re TUE 5 A Zentral-Amerika . . a NAEH TE Haiti und St. Domingo a Be > Kuba iund:Portorico IF RE er ee Uebriges W.-Indien . . re Venezuela, Kolumbien, Peru, "Guayana 2 ER Brasilien I nennt N ea

Summa 849

Semler, 1. 217ff:. — Fesca, I. 211ff. — F. W. Darerzer fahrungen über rationellen Kaffeebau. 2. Auflage. Berlin, 1899. — Der Kaffee, herausgegeben vom Kaiserl. Gesundheitsamt. Berlin, 1903; hier ältere Literatur zu finden. — A. Wieler, Kaffee, Tee, Kakao und die übrigen narkot. Aufgußgetränke. Leipzig, 1907. — E. Franke, Kaffee, Kaffeekonserven und Kaffeesurrogate. Wien u. Leipzig, 1907. — W.Röper, der Kaffee. Hamburg, ohne Jahr (1907?), im Selbstverlag.

322. Coffea arabica X liberica. Eine in Java und Britisch-Indien künstlich ausgeführte Kreuzung, durch die man die günstigen Eigenschaften beider Arten in einer Pflanze zu vereinigen strebte.. Diese Experimente sind nicht weiter verfolgt worden, da sich die darauf gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt haben. Der Hauptmangel der Bastarde war eine gänzliche oder wenigstens empfindlich merkbare Unfruchtbarkeit. — Hier seien auch die Versuche mit Okulierung und Pfropfung beider Arten angeführt. Nach- dem Okulierung von Liberia-Pflanzen mit arabischem Kaffee durchaus mißlungen war, wählte man das Verfahren des Pfropfens. Während die Pfropfung von Liberia-Kaffee auf die arabische Art keine Bedeutung er- langen konnte und sich auch Bastarde als Unterlage wenig eigneten, hat man auf Java in großem Maßstabe Coffea arabica auf C. liberica gepfropft. Das dadurch erzeugte Gewächs soll in der Tat manche Vor- züge vor den natürlichen Arten aufweisen, besonders gegen verschiedne Krankheiten (z. B. tierischen Wurzelparasiten) widerstandsfähiger sein als die arabische Art.

323. Coffea liberica. Rubiacee. Stellt wie C. arabica einen 6—12 m hohen, pyramidalen Baum dar, der aber in allen seinen Teilen kräftiger ist. Die Verzweigung geht nicht so tief herab, sondern läßt den unteren Stammteil sichtbar; die Seitenäste sind auch nicht nach unten überhängend. Blätter und Früchte größer als bei der arabischen Art, ebenso die Blüte, die nicht 5, sondern 6—8 weiße Strahlen zeigt. Das Fruchtfleisch ist weniger fleischig, saftig und süß als das von C. arabica, sondern fester und fasriger und hängt sehr zähe an der Samenschale. Der

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Liberia-Kaffee unterscheidet sich vom arabischen noch dadurch, daß er fast das ganze Jahr hindurch gleichmäßig blüht. — C. liberica ist eine Pflanze des unteren Berglandes bis zu 300 m, die aber auch in der Ebene

gut wächst. Die Kultur erfolgt ebenfalls unter Schattenbäumen. — Das Produkt des Liberia-Kaffees ist nicht so hoch geschätzt wie das des arabischen. — Ueber seine ursprüngliche Heimat, die sich von Sierra Leone

über ganz Ober-Guinea und Gabun bis nach Angola erstreckt, hinaus ist der Liberia- oder Monrovia-Kaffee heute nach Ceylon, Java, Sumatra, den Straits; ferner nach Surinam verpflanzt. Für die ausgedehnte Kaffeekultur Brasiliens kommt Liberia-Kaffee kaum in Betracht. Als Kulturpflanze existiert der Liberia-Kaffee erst seit dem Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Größere Bedeutung erlangte die Pflanze erst, als Ende der 60er Jahre auf Ceylon und Java der Hemileia-Pilz die Kaffeeplantagen zu verwüsten begann. Man glaubte in C. liberica eine gegen den Pilz immune Art gefunden zu haben. Das hat sich als irrig herausgestellt. Die Pflanze vermag aber infolge ihres kräftigeren Wachstums der Hemileia

wie auch andern Parasiten besser zu widerstehen. — Welche Rolle der Liberia-Kaffee im Handel spielt, läßt sich nicht übersehen. Ueber die Kaffeeproduktion im allgemeinen vergl. Coffea arabica. — Ebenso

die Literatur.

324. Coix lacryma. Graminee Tränengras. Hohes, durch die ganze Tropenzone verbreitetes Gras mit fast kugligen, porzellanartig harten Früchten, aus denen Rosenkränze und von den Eingebornen Schmuckgegenstände gemacht werden. Die mehligen, enthülsten Früchte früher unter dem Namen Hiobstränen, Hiobssamen als Diureticum benutzt. In Amerika sollen die gepulverten Samen für Mastgeflügel ein beliebtes Futtermittel sein.

325. Cola spec. div. Sterculiacee. 8—-15m hohe Bäume mitdicker grauweißer, später rissig werdender Rinde. Blüten von gelbl.-brauner oder grünl.-brauner Farbe, zahlreich in rispigen Blütenständen, nicht sehr auf- fällig, häufig am alten Holz. Trop. W.-Afrika; dort seit einigen Jahren in Kultur, von den Sklavenhändlern auch in Amerika eingeführt. Von den Haussa, den Haupthändlern in Kolanüssen, wird die frische Nuß guro, goro, (auch guru, gourou, coorooah, gour, uro, curou ge- schrieben) genannt. Kola (kula, gula, gola, colla) soll der Name für die getrocknete Nuß sein. An der Goldküste heißt die Kolanuß birseh (auch bissih-bissih), in Gabun ombene, in Loango likasu, in Monbuttunangue. Von den Arabern wird sie chue-es-Sudan (Kaffee des Sudan) genannt. Im Yoruba-Lande ist Gbanje-Kola die Bezeichnung für C. vera, Abatakola fürC.acuminata. Wegen der stimulierenden Wirkung dienen die Kolanüsse den Eingebornen W.-Afrikas als Reiz- und Genußmittel und spielen im Karawanenhandel des Sudan eine große Rolle. Hauptstapelplatz ist Lagos. Die Ausfuhr nach Europa zur Herstellung von Kolalikör, Kolawein, Kolaschokolade und andern Präparaten hat sich in den letzten Jahren bedeutend gehoben. Für diesen Zweck eignet sich Colavera, die zweiteilige oder große Kola, auch SierraLeone-Kola, deren Nüsse größer sind als die der andern Art und leicht durch die urglasähnliche, runde Form der zwei Nußhälften zu erkennen, und Cola acuminata, die vierteilige Kola in gleicher Weise. Will man Kola für den innerafrikanischen Handel kultivieren, was als Nebenkultur in Europäer- plantagen, z. B. als Wegebaum, durchaus zu empfehlen ist, so kommt nur C. vera in Betracht. Als Schattenbaum für Kakao ist Cola zu ver- werfen. Die Aussaat für Kulturzwecke geschieht in gut gelockerten und

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beschatteten Saatbeeten. Die Samen werden 3—5 cm tief gelegt. Da sie ihre Keimkraft sehr lange behalten und unregelmäßig aufgehen, so muß man mit dem Umarbeiten der Saatbeete nicht zu schnell vorgehen. Das Umpflanzen muß sehr vorsichtig geschehen; am besten ist daher die Aussaat in Körbchen. In quelligem Boden und bei hohem Grundwasser- stand geht die Pflanze langsam ein. Da sie eine Pfahlwurzel treibt, so ist sie bei steinigem Boden denselben Gefahren wie der Kakao ausgesetzt. Es wird empfohlen, den Boden im Kreise von I m Radius um die Pflanze zu ragolen und stets rein und locker zu halten. Bei guter Pflege beginnen die Bäume im 5. oder 6. Jahre zu tragen und erreichen ihre Volltragbar- keit im 10. Jahre. Nur lokale Bedeutung haben einige andre Kola-Arten, wie C. Ballayi, C. gabonensis, C.digitata, C.cordifolia, C-sublo- bata (Aschante-, Agege-Kola, Tapa-Kola) und C.astrophora (Kpandu-Kola), mit etwas schmäleren Blättern, schmalen, immer kahlen Blütenzipfeln, und dünn gestielter,. sternförmiger Scheibe, die die Staub- blätter trägt. Bei C. vera ist das männliche Organ eine knopfförmige Masse, bei C. acuminata dick tellerförmig. C. Supfiana, am Trauer- wuchs kenntlich, Wasserkola, Avatime-Kolanuß, hanura, urna, bissityrö in Togo genannt. Letzte ist alkaloidlos und kommt für Anpflanzungen nicht in Betracht. Da ihre Nüsse sich im Aussehen von den echten Kolanüssen nicht unterscheiden, werden sie oft von den Haussa diesen beigemischt. Die Samen besitzen gegenüber C. vera mehr als zwei Keimblätter. Die Bäume unterscheiden sich durch ihre bogenförmig herabhängenden Zweige und die schmäleren, spitzen Blätter schon von weitem gesehen von den eine dichte Krone bildenden echten Kolabäumen.

326. Coleus spec. div. Labiate. Eine ganze Anzahl C.-Arten, die z. T. in O.-Indien, z. T. in Afrika heimisch sind, liefert eßbare Knollen, die außer Yams und Colocasien die einzigen Knollenfrüchte der Neger waren, bevor sie aus Amerika Bataten und Manihok erhielten. Im Living- stone-Gebiet in O.-Afrika heißen die Knollen nyumbo, bei Buboka, in Usukuma und andern Gegenden numbu, im Kondeland bei Langenburg nyovera. Der heutige Anbau bei den Negern ist nicht bedeutend. Die Numbu-Knollen sind von Bataten und Manihok entschieden zurückgedrängt worden. Die C.-Arten stellen niedrige, sparrige, einjährige Kräuter dar, mit gegenständigen Blättern und nicht sehr großen weißlichen oder blauen Lippenblüten. Anscheinend vertragen sie keine große Trockenheit. Nach Anbauversuchen von Chevalier sollen etwa 16000 Pflanzen auf den ha gehen und einen Ertrag von 10—40 tons liefern. Ob diese recht günstigen Erfolge beim Anbau im Großen erzielt werden können, muß sich noch zeigen. Auch über die Ertragfähigkeit, die Größe der Knollen etc. bei den einzelnen Arten liegen noch wenig Erfahrungen vor. Der Geschmack soll an Teltower Rübchen erinnern. Stuhlmann zählt folgende Arten als in Kultur befindlich auf: C. tuberosus (C. parviflorus), malay. Archipel, Ceylon; von den portugies. Kolonisten gotte keligam, gotte kelim genannt. C. Boyeri, Madagaskar. C. scutellarioides, Am- boina, Mauritius. C.salagensis, bei Bismarckburg in Togo. (Salaga- Kartoffeln.) C. dysentericus, vom Yoruba-Land als krodyn be- kannt. C. ECoppini, franz. Sudan. C. barbatus, Ostindien, Arabien, Nubien, Abessinien, Uganda. Dieser und der verwandte C. spicatus in Abessinien andeffdeff genannt. C.edulis, unter dem Namen dauneh bei Kueita in Abessinien gebaut. C. rotundifolius, in verschiednen Varietäten sehr weit in der Kultur verbreitet, von den Magwamba in Natal matambala genannt, im französ. Sudan ussu-ni-fing, ussu-ni-ge,

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am mittleren Niger fa-birama, bei den Banda gurundu, bei den Ngao ndugui, bei den Mandjia kuikiri, manguli, bei den Leuten der Nduka- Gruppe metele, matele, bei anderen dazo-rabi, in Madagaskar „Madagask. Kartoffel“. C. brazzavillensis, französisch. Kongo. C. dazo, im nördl. Kongobecken; am unteren Kongo heißt die Pflanze bigonde, am Shari und oberen Ubangi dazo, dozo, dayu, ndazo. C. langouassiensis, am Ubangi und Kuango. C. Penzigii, in der Erythraea. C.igniarius, Erythraea und Abessinien. C.chryseoideus, am Nyassa und Tanganika, C. lanuginosus, Abessinien, C. densus, Nyassaland.

Auch als Zwischenkulturpflanze, die sich zur Unterdrückung des Unkrauts besser eignen soll als die meisten sonst für diesen Zweck empfohlenen Pflanzen, werden die C.-Arten angegeben. Denn sie wachsen schnell und dicht und erneuen sich durch Selbstaussaat. Die Fortpflanzung kann auch durch Stecklinge geschehen. Werden die Pflanzen zu hoch und üppig, so vertragen sie auch Zurückschneiden.

327. Colocasia antiquorum. Aracee. Die Pflanze ähneit in ihren Hauptzügen der bei uns als Topfpflanze kultivierten „Kalla“ (Zante- deschia), ist stammlos. Die fleischigen langen Blattstiele kommen un- mittelbar aus einer starken Knolle hervor und tragen große pfeilförmige Blätter, die an der Basis noch über den Blattstiel herausragen, so daß letzter nicht dem Rande, sondern mehr der Unterseite aufsitzt (schild- förmige Blätter). Indisch-malay. und polynes. Gebiet; spielt besonders in letztem, so auf Neu-Guinea, Fidji etc. in der Agrikultur der Eingebornen neben Yams eine Hauptrolle; heißt dort taro, talo oder kalo; liefert das poi der Sandwichsinseln. Auch in O.-Asien bis Japan, in Indien (kachu, kuchu), S.-Arabien, Aegypten (kulcas), O.-Afrika ist Tarokultur recht ver- breitet. Hier heißt die Pflanze an der Küste mlungwi, mayugwa, jimbi, in Usambara malombo, maäse, am Kilimandjaro und bei den Wapare maduma, malombo, maluma, mlindi, in Usagara mhimbi, in Uganda und Unyoro djuni, in Bukoba biswara, liwota, in Usumbura und Ujijii mateke, in Lattuka adovona. Weniger häufig in Algier, Italien (aro di Egitto) und S.-Spanien (Alcolcaz), auf den Kanarischen Inseln, in W.-Afrika, wo der Name makabo sehr verbreitet ist; bei den Kai heißt die Colocasie bolang, nono, in andrer Gegend von W.-Afrika dinde; die Haussa sagen goasä, die Fullah tandodie, die Ewe in S.-Togo und die Bewohner der Goldküste mankani. In Brasilien heißt die Pflanze inhame, in W.-Indien tania, in Venezuela ohumo, in Makassar aladie, bei den Sundanesen auf Java tallas oder tallös mit einer Reihe von Spezialnamen für die verschiednen Varietäten, die nach der Größe der Pflanze, nach der grünen oder violetten Farbe der Blatt- stiele und -Rippen, nach der Form und Farbe der Knollen u. a. unter- schieden werden, auch danach, ob sie auf bewässertem oder trocknerem Boden wachsen, so tallas banteng (var. atrosanguinea), tallas bungbulan (var. minor), tallas heedjoh (var. atroviridis), tallas kangkaring (var. variegata), tallas ketan und tallas soerat (var. scripta), tallas kukuk (var. lurida), tallas rumah (var. rubrinervis). Die Japaner sagen imo, die Chinesen yu-t'u. In der Literatur begegnen wir noch den Namen Aegyptische Zehrwurzel und Wasserbrotwurzel.

Die als vortrefflicher Spinat brauchbaren jungen Blätter und Blattstiele (in Usambara maite) liefern den karibischen Kohl, das Hauptprodukt aber ist die stärkereiche Knolle, die allerdings noch einen scharfen ätzenden Stoff enthält, der aber durch Kochen und Rösten verloren geht.

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In den Tropen gestattet das Klima den Anbau des Taro überall, in den Subtropen müssen ihm 5 frostfreie, genügend warme Monate, da- von 2 mit über 20° C. Mitteltemperatur zur Verfügung stehen. Er ver- langt ziemlich viel Feuchtigkeit. Der Boden muß locker, durchlässig und nicht nährstoffarm sein. Die Fortpflanzung kann durch Tochterknollen geschehen, die am Wurzelhalse der Pflanze erzeugt werden. Man bedeckt sie etwa 10 cm mit Boden. Schneller entwickeln sich die oberen Teile der Hauptknolle, die man nach der Ernte abschneidet und mit den untersten Teilen der Blattstiele so tief in den gut gelockerten Boden bringt, daß der Wurzelhals mit Erde bedeckt ist. Pflanzweite etwa 1 m Quadratabstand. Pilanzzeit in den Tropen die Regenzeit, in den Subtropen das frostsichre Frühjahr. Das Feld muß unkrautrein gehalten und erforderlichenfalls be- wässert werden, da bei längerer Dürre das Wachstum aufhört. Die Ernte kann in den Tropen meist nach 2 Monaten erfolgen; da die Knollen aber längere Zeit im Boden bleiben können, erntet man gewöhnlich nach Be- darf, länger als 14 Monate dürfen sie aber nicht unter der Erde bleiben. In den Subtropen muß vor Eintritt des Frostes geerntet werden.

Blätter und Knollen können auch als Viehfutter dienen. Das Mehl wird in Amerika als diätetisches Mittel für Schwache und Kinder verwendet. Im Himalaya bildet auch C.himalayensis, dieKokoawurzel, Volks- nahrungsmittel. — Semler, Il. 812. — Fesca, I. 177.

328. Colocasia esculenta — Colocasia antiquorum.

329. Combretum butyrosum. Combretacee. Kletternder Strauch in O.-Afrika heimisch. Die Kaffern bringen ein aus den Samen gewonnenes weißes, festes, etwas aromatisches Fett als chignite nach Mozambik auf den Markt. Von andern C.-Arten werden die Blätter als Mittel gegen Malaria und Schwarzwasserfieber benutzt, z. B. dem weit verbreiteten C. altum. Manche geben brauchbares Nutzholz.

330. Commiphora spec. div. Burseracee. Meist in den trocknen Gebieten des östl. Afrika. Sträucher oder kleine, apfelbaumförmige Bäume, fast stets mit dornigen Zweigen und meist 3-teiligen, seltner unpaar ge- fiederten Blättern, die während eines großen Teils des Jahres abgefallen sind. Blüten ganz unscheinbar, dunkel. C. abyssinica im südl. Arabien und Abessinien, dort qafal, chaddasch, hier oanha oder oanka genannt, liefert Myrrhe; ebenso C. Schimperi von ähnlicher Ver- breitung, in Yemen gataf, getaf. Andre geben ein elemi-artiges, im Handel als Bdellium bezeichnetes Harz. Das Holz mancher Arten als Räucherwerk benützt. Die zahlreichen C.-Arten O.-Afr.s müßten auf ihre Harzabsonderung untersucht werden. — Von C. opobalsamum, einem kleinen, nicht dornigen Strauch mit gelber oder lederfarbner Rinde aus Arabien und dem Somaliland, stammt der Mekkabalsam, Opo- balsam, der im Orient zu Kultuszwecken verwendet wird, von wo ihn die kathol. Kirche übernommen hat. Das hellgrüne Harz wird aus den Zweigspitzen abgeschieden oder wohl durch Auskochen gewonnen. — C. africana (arab. gafal), kleiner, dorniger Baumstrauch, liefert das afrikan. Bdellium, schwarzbraune Körner, die oft als Ersatz oder zur Verfälschung von Myrrhe verwandt werden. Ein weihrauchähnliches Produkt kommt von C. pedunculata, arab. luban.

331. Convolvulus batatas = Ipomoea batatas. 332. Cookia punctata = Clausena Wampi.

333. Copaifera bracteata. Leguminose. Baum aus S.-Amerika, der ein feines Kunstholz liefert, das auch in der Holzschnitzerei und

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Stockindustrie Verwendung findet. Es geht unter den Namen Amarant- holz, Violettholz, Purpurholz, blaues Ebenholz, Luftholz.

334. Copaifera copallifera. Leguminose. Der westafrikan. Kobobaum liefert westafrikan. Kopal und wohlriechendes Holz.

335. Copaifera Jacquin. Leguminose. Baum aus Venezuela; liefert den Maracaibobalsam. Auch andre südamerikanische, noch nicht genauer ermittelte Arten geben Copaivabalsam, Balsam Ca- pivi, der in der Lack- und Firnisfabrikation, zur Darstellung von Paus- papier und in der Medizin Verwendung findet.

336. Copaifera mopane. Leguminose. Baum aus S.-Afrika, auf der östl. Seite in den trocknen Ebenen waldbildend. Erreicht eine Höhe von 20 m und einen Stammdurchmesser von 80 cm. Auf schlechtem Boden gedeiht er nur als Strauch. Stamm, Aeste, Blätter und Früchte sind sehr terpentinhaltig. Von dieser Art und von C. Gorskiana wird seit einigen Jahren aus Inhambane im portugies. Gebiet das Harz als Kopal ausgeführt. Letzter Baum soll dort stakate, staka, bei den Zulus inthlaka heißen. In der Name-Sprache tsaura-heis, das heißt saftiger Baum, genannt. Aus den Früchten bereiten die Eingebornen eine Salbe zum Einreiben des Körpers; das Oel aus den Blättern und Aesten wird von den ärmeren Damaras gegessen und zum Verkitten der Töpfe gebraucht. Die Rinde ist gerbstoffhaltig, das Holz hart und dauer- haft, weshalb auf den Baum von portugisischen Ansiedlern der Name Pau ferro angewendet wird. Es ist aber ziemlich spröde und infolge- dessen als Nutzholz wenig gebraucht. Am besten dürfte es zu Eisen- bahnschwellen zu verwerten sein, da es von Insekten gar nicht und von Feuchtigkeit nur wenig angegriffen wird. Die Eingebornen in Mozam- bik nennen den Baum mopane, die Kaffern mutuati. — Aus West- Afrika kommt ein kopalartiges Harz von C. Demeursii.

337. Copernicia cerifera. Palme. Carnaubapalme, Wachs- palme. Prachtvolle, 6—12 m, gelegentlich bis 30 m hohe Fächerpalme des trop. Brasilien, besonders in Pernambuco, Rio grande und Cearä. In Paraguay carandä genannt. Der Stamm ist im oberen Teile glatt, im unteren von den Blattstielresten dicht besetzt und liefert ein sehr ge- schätztes Tischler- und Bauholz, besonders auch zu Wasserbauten. Die Blätter eignen sich zum Flechten. Die Blütenkolben und Früchte sind eßbar. Das Mark des Stammes liefert Sago. Das Hauptprodukt aber ist ein vegetabilisches Wachs, das die Oberfläche der jungen Blätter in Schüppchen bedeckt und abgeklopft oder abgekocht wird. Man erntet die jungen Blätter, sobald sie sich fächerförmig ausbreiten. Das Carnauba- wachs wird besonders zur Kerzenherstellung und zum Glätten des Papiers in der Buntpapierfabrikation benutzt, auch als Schuhmacherwachs und als Zusatz bei der Siegellackfabrikation.. Am besten sagt der Palme ein trockner Boden zu, jedoch verträgt sie auch Ueberschwemmungen. Eine 6 Monate lange Trockenheit schadet ihr nicht. Während dieser werden zweimal monatlich 8 Blätter geerntet, die etwa 16 kg Wachs liefern. — Einführung dieser wichtigen Palme in die Steppengebiete unsrer Kolonien sollte ernstlich ins Auge gefaßt werden. Samen werden von dem Biolog.- Landwirtschaftl. Institut Amani abgegeben. Die Keimung geschieht am besten in Holzkästen zwischen verrotteten, feucht zu haltenden Blättern. Semler, I. 732. — Pflanzer, Tanga. Ill, (1907). 191.

338. Corchorus spec. div. Tiliacee. Von den zahlreichen, z. T. in den gesamten Tropen verbreiteten Arten der Gattung kommen als Kulturpflanzen nur C. capsularis und C. olitorius in Betracht,

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beide in Bengalen, C. olitorius vielleicht auch in Afrika heimisch, angebaut in Vord.- und Hint.-Indien, wo sie eine Unmenge Namen führt, im südl. China, (oi-moa, in Japan itschibi, malay. rami tjina) auf Mauritius, in Algier (Corite textile, arabisch molokhia), franz. Guayana und sonst in S.-Amerika. Einjährige, meist unverzweigte Pflanzen von 1!/,—5 m Höhe, deren Stengel an der Basis I—4 cm dick wird. Die abwechselnd stehenden, länglichen, zugespitzten Blätter, die in den Tropen ein beliebtes Gemüse liefern, sind gezähnt, die untersten Zähne in rückwärts gebogene Schwänzchen ausgezogen. Die ziemlich kleinen gelben oder weißlich-gelben Blüten besitzen fünf Blumenblätter. Der Hauptunterschied beider Arten liegt in den Fruchtkapseln. Während sie bei C. capsularis fast kuglige Gestalt aufweisen, sind sie bei C. oli- torius (in Togo bei den Ewe singli, den Kratschi aposse) zylindrisch gestreckt. Aeußerlich besitzten sie 10 Rippen, doch sind sie fünffächerig und springen fünfklappig auf. Der Rindenbast des Stengels liefert die Jute, auch Kalkuttahanf, Pahthanf, Gunny fibre, Indian grass genannt, die besonders zur Herstellung von Packleinen dient, aus dem Kaffee-, Mehl-, Zucker-, Zement- und Sämereisäcke gefertigt werden. Aber auch zu Segelleinen, Teppichen, Möbelstoffen, Samt, Seilerwaren, Zündern, Dochten, Gurten, Verbandmaterial wird Jute verarbeitet. Zum Zweck der Fasergewinnung wird neuerdings fast ausschließlich die weißstenglige Varietät von C. capsularis unter dem Namen uttarija in Bengalen kult. Auch die Verarbeitung geschieht in Indien. Hauptsitz der europäischen Jute-Industrie ist Dundee. Die Bedeutung der Jute wird unter den Faser- stoffen heute nur noch von der Baumwolle und vom Flachs übertroffen. In Deutschland hat sich seit 1900 die verarbeitete Jutemenge etwa verdoppelt. Da der Weltmarkt eine außerordentliche Menge von Jutesäcken aufzu- nehmen vermag und die Kultur der Pflanze sehr einfach ist, so könnte sie wohl eine Kulturpflanze unsrer Kolonien werden. (Eingebornen- kultur.) Stuhlmann bezweifelt allerdings, daß der ostafrikanische Neger zu dieser Kultur Anlage habe. Für den plantagenmäßigen Betrieb lohnt sie vorläufig nicht. In N.-Togo hat ein Anbauversuch keine günstigen Resultate ergeben.

Die Jute verlangt ein feuchtwarmes Klima mit einem Temperatur- mittel von 20—25°C. Durch Trockenheit leidet Wachstum und Faser- bildung. Zu intensive Sonnenbestrahlung erzeugt eine grobe Faser. Der Boden muß fruchtbar, frisch, gut durchlüftet sein; extreme Bodenarten sind zu meiden. Gründliche und tiefe Bodenlockerung ist nötig. In den Tropen kann man noch eine zweite Frucht im gleichen Jahre ernten, da die Jute nur 3'!/,—5 Monate im Felde steht. Es wird Wechselbau mit Reis oder Zuckerrohr empfohlen. Die Saat kommt direkt auf das Feld, wird am besten im Abstand von 15—20 cm gedrillt, wobei man 10—20 kg Saat pro ha braucht. Zu weite Abstände sind, wie bei allen Bast-Faser- pflanzen, zu vermeiden. Nur zur Saatgewinnung, die auf besondern Feldern geschieht, sät man in weiteren Abständen. Wenn die Pflanzen etwa 15 cm hoch sind, muß, wenn nötig, ausgedünnt und gejätet werden. Bei trockner Witterung ist Bewässerung erforderlich. Geerntet wird gegen Ende der Blüte. Zu früh geerntete Faser ist schwach, zu spät geerntete holzig und dunkel. Da die Faser an der Stengelbasis grob ist, schneidet man die bessern Qualitäten 5—10 cm über dem Boden. Nach- dem die Blätter und Spitzen mit dem Messer entfernt sind, werden die Stengel in schwache Bündel gebunden und auf dem Felde in Haufen gesetzt, wo sie 3—4 Tage zum Abwelken stehen bleiben. Die Faser wird durch ein Röstverfahren, wie beim Hanf, gewonnen. Est ist aber

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auch schon eine mechanische Absonderung des Bastes auf maschinellem Wege versucht worden. Der Ertrag des Bodens an Jute ist zwei- bis fünf- mal so groß als an Flachs oder Hanf. — Semler, Ill. 654. — Fesca, Il. 119. — Sadebeck, 299. — Dodge, Useful Fiber Plants of the World. Washington, 1897. 125. — G. Watt, Dict. of the Economic Products of India, Calcutta. II, (1889). 534.

339. Cordia spec. div. Borraginacee. Bäume oder Sträucher in den wärmeren Regionen beider Erdhälften. Eine Anzahl von Arten liefert mehr oder weniger wertvolles Bauholz, so C. abyssinica in Abessinien (wanza, auhi), wegen des vortrefflichen Holzes und der süßen, eßbaren Früchte in den Dörfern vielfach kultiviert. C. myxa, Aegypt. bis trop. Australien, mit orangeroten Blüten, als Zierpflanze, wegen des Holzes und der eßbaren, süßen, schleimigen Früchte, die als Sebes- tanae, Myxae oder schwarze Brustbeeren früher offizinell und gegen Husten gebraucht waren, öfter kultiviert. Ebenfalls eßbare Früchte hat die nahe verwandte C. ovalis in Abessinien und im Hererolande, hier usakos genannt. C. gharaf (= C. Rothii), vom östl. Afrika und dem Sudan (arabisch inderab, gambil) bis zur Malabarküste, liefert graues, dichtes, hartes, Bau- und Werkholz und eine starke Faser (Gun- dui fibre). Von C. gerascanthus, trop. Amerika, dort Laurel, kommt das Rosenholz vonDominica, auch BoisdeCypre, Bois des roses, Bois de Rhodes, Spanisch Elm genannt. Als Bauholz unter Dach ist es unverwüstlich, nicht so widerstandsfähig im Boden. Seinem feinen kampferartigen Aroma verdankt es seine Immunität gegen weiße Ameisen. Die Stämme sind auch gegen Brände widerstandsfähig und gut flößbar. Der Baum ist deshalb zur Aufforstung von Savannenge- bieten nicht genug zu empfehlen. Er ist sehr schnellwüchsig, wächst hoch und grade empor und bildet wenig Krone. Pflanzweite nach jeder Richtung 4 m. Die Kultur beschränkt sich auf Schutz gegen Unterdrückung durch Schlingpflanzen etc. Zur Anpflanzung kommen noch mittlere Höhenlagen in Betracht. Der Umtrieb kann zwischen 25 und 30 Jahren erfolgen, doch ist der Stamm schon nach 12 Jahren als Bauholz brauchbar. C. decandra in Chile gibt eine gute Kohle, daher Carbon genannt. Zu Möbeln und feinen Tischlerarbeiten eignet sich das Holz von C. Macleodii im westl. subtrop. Himalaya. C. subcordata ist in Neu- Guinea in geringem Maße am Holzexport beteiligt. — Die beste Faser, Narawali fibre, liefert C. latifolia, die in Indien, wo sie schelti oder wadgundi heißt, auch der genießbaren Früchte wegen kultiviert wird. Der Bast, der fester als Lindenbast ist, könnte diesen ersetzen.

340. Cordyla africana. Leguminose. Afrikan. Baum von präch- tigem Wuchs mit breiter, schöner Krone. Fast immer grün, denn er ist binnen 14 Tagen wieder völlig belaubt, nachdem er in der Trockenzeit plötzlich das Laub abgeworfen hat. Aus den gelben, kugligen Blüten ent- wickeln sich gelbe, pflaumenartige eßbare Früchte, die 2—3 schwarze, nierenförmige Samen enthalten. Aus den zerstampften Blättern wird ein grüner Farbstoff gewonnen, zum Färben von Matten aus Palmblattstroh. Das Holz ist grobfasrig und ziemlich hart. Es wird vielfach zu Tür- brettern geschnitten und zu Stampfmörsern verarbeitet. Der Baum heißt auf Kisuaheli: mche, in Kimakonde: mnidu, bei den Wahio: tondo.

341. Cordyline spec. div. Baumförmige Liliacee. (Palmen- lilie). Tropen der alten Welt. Die langen, schmalen Blätter mancher Arten liefern eine ziemlich starke Faser. C. Eschscholtziana von den Südseeinseln wird in Brasilien, China und Japan wegen der eßbaren

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Wurzel (Tiwurzel) kultiviert. Von C. terminalis in Indien und China dient die eßbare Wurzel zur Branntweinbrennerei. Viele Arten als Zier- pflanzen kultiviert. Stecklinge geben einen guten Zaun.

342. Coriandrum sativum. Umbellifere. Wanzendill. Kleines Pflänzchen von petersilienartigem Aussehen, in Vord.-Asien und N.-Afrika heimisch und früh kultiviert. Die Samen (Schwindelkörner) dienen als Küchengewürz, zu Backwerk, Likören, als Arzneimittel und liefern das farblose ätherische Corianderöl. Geringe Mengen von Indien nach Hamburg importiert. In den ostafrikan. Inderläden erhält man sie unter dem arabischen Namen kasubara (auch kurubassa) oder dem indischen dhana.

342a. Corynanihe johimbe. Rubiacee. Hoher mit den China- bäumen nahe verwandter Baum aus Kamerun, der die Johimberinde liefert. Ein darin enthaltnes Alkaloid, das Johimbin, wird als wirklich wirksames Aphrodisiacum angesprochen und soll in großen Mengen aus Deutschland hauptsächlich nach Rußland ausgeführt werden.

343. Corypha spec. div. Palme. Hohe, stolze Bäume des ind.- malay. Gebietes mit großer Blattkrone aus regelmäßig eingeschnittnen Fächern an dornigen Stielen. Blühen nur einmal in ihrem Leben und sterben dann ab. Der mächtige kandelaberartige Blütenstand erscheint im Zentrum des Blattschopfes. Die Blätter werden vielfach zu Flechte- reien benutzt und dienten früher als Schreibmaterial. Aus den Stein- schalen der Früchte stellt man kleine Drechslerarbeiten her. Der Stamm liefert eine schlechte Sorte von Sago, so C. elata, C.umbraculifera, die Talipotpalme, C. gebanga, Gebangpalme.

344. Costus Lucanusianus. Zingiberacee Bis 8 Fuß hohe Pflanze aus W.-Afrika, deren Stengel die gut handlangen Blätter in einer deutlich angeordneten Spirale tragen. Blüten ziemlich groß, weiß, am Ende des Stengels kopfartig zusammengedrängt. Besonders häufig auf frisch geschlagnem Waldboden. Der Saft dieser und wohl auch andrer Arten, die am Kongo bossanga genannt werden, zu Koagulation des Kautschuks benutzt.

345. Coula edulis. Olacacee. In W.-Afrika ziemlich gemeiner Baum. Die einer kleinen Walnuß ähnelnden Samen haben einen haselnuß- artigen Kern, der bis zu !/, seines Gewichts aus einem angenehm schmeckenden Oel besteht. Das sehr dichte, harte, schwere Holz kann als Prima-Drechslerholz dienen, ferner zu Werkzeugen, Möbeln, Innen- dekoration, zu Pflasterung u. a. Bei den Duala heißt der Baum wulä, bei den Bakundu ewöma, den Malimba kudäa, den Bascha komöl, den Bakoko a6mo, den Jaunde &wöme.

346. Coumaruna odorata. Leguminose. Großer in Guayana heimischer Baum (dort gayae, in Venezuela: zirrapia oder sarapia genannt) mit gefiederten Blättern, schöner, voller Krone und rotvioletten Blütentrauben. In den länglichen Früchten, welche die Größe mittlerer Mangopflaumen erreichen, denen sie auch in der Gestalt ähnlich sehen, ist ein gelbes, etwas widerlich riechendes Fruchtfleisch enthalten, das die bräunlich-violetten, langen, flachen, kumarinhaltigen Samen (Cumaranüsse, Tonkabohnen, Tongabohnen) umschließt. Sie werden zur Bereitung von Parfümerien benutzt, in Europa besonders zum Parfümieren von Schnupftabak. Die länglichen Früchte und wahrscheinlich auch die Rinde enthalten einen guten Kopal. Der Baum verlangt etwa dieselben Lebens- bedingungen, wie der Kakao, zwischen den er in Amerika auch als eine Art

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Schattenbaum gepflanzt wird. Wegen der Hochwertigkeit der Bohnen und des sehr geschätzten Holzes (Coumarunaholz, Gapacholz) ist die Kultur zu empfehlen. Die engl. Tonkabohnen werden von C. oppositifolia abgeleitet. In neurer Zeit sind auch sog. wilde Tonkabohnen aus Brasilien auf den Markt gekommen, die aber viel kleiner sind als die echten, nur schwachen Kumaringeruch haben und vielleicht auf eine Copaiba zurückzuführen sind.

347. Coutarea hexandra. Rubiacee. Trop. Amerika. Die Rinde des mit Cinchona verwandten Baumes ist ein kräftiges Mittel gegen Fieber und soll den Hauptbestandteil der bekannten Warburg’schen Fieber- pillen bilden.

348. Crataeva religiosa.. Capparidacee. Mittelhoher Baum des trop. Afrika, in der Steppe, kleinen Hainen und Farmen; mit gedreiten Blättern, ansehnlichen, doldenartig gestellten, weißen, duftenden Blüten, violetten Staubfäden und großen Beerenfrüchten. Von den Arabern dabkar oder um bukhesa, in Togo anamolüm, tschengunga, dengma genannt. Das gelblich weiße Holz kann wie Buchsholz verwandt werden, die Rinde als Beizmittel für Farben.

349. Craterispermum montanum. Rubiacee. Baum der über 1000 m hohen Region der Insel S.-Thome. Erreicht eine Höhe von 20 m und einen Durchmesser von 0,50 m. Einheimischer Name: macambrarä. Gutes Bauholz.

350. Crescentia cujete und cucurbitana.. Bignoniacee. Kala- bassenbaum. Kleine unregelmäßig wachsende Bäume aus dem trop. Amerika. Als Stütz- und-Schattenbaum auch in die alte Welt verpflanzt.

351. Crinum spec. div. Amaryllidacee. Zwiebelgewächse der gesamten Tropen, mit einer Grundrosette zuweilen meterlanger, linealischer Blätter. Die großen weißen lilienartigen Blüten doldig am Ende eines kräftigen Stiels. Sehr dekorative Zierpflanzen.

352. Crocus sativus. Iridacee. Die getrockneten Blütenstempel dieser weitverbreiteten Kulturpflanze geben das bekannte Gewürz Safran oder Crocus. Fortpflanzung durch Wurzelbrut. Sandiger Lehmboden am besten. Ein Safranfeld hat dreijährigen Bestand; dann werden die Knollen aus der Erde gehackt und die schönsten Exemplare nach einer Ruhezeit auf einem neuen Beete ausgelegt. Etwa 6080000 Blüten soilen erst ein Kilo Safran geben, das 70—80 Franks kostet.

353. Crossopteryx africana. Rubiacee. Bis 10 m hoher Baum der westafrikan. Steppen, mit elliptischen, gegenständigen Blättern und end- ständigen, zu einer Rispe vereinigten weißlichen Blüten. Das hellbraune, sehr harte und schwere Holz ist von feiner Struktur und nach dem Gutachten eines Importeurs eines der besten Hölzer Togos. Hier heißt der Baum bei den Tschaudjo tyenyeölo oder pasäu.

354. Crotalaria spec. div. Leguminose. Kräuter, Halbsträucher oder Sträucher in den Tropen und Subtropen beider Weltteile; mit ein- fachen oder gefingerten Blättern, gelben Blüten. Leicht zu erkennen an den nicht sehr langen, stark aufgeblasen erscheinenden Hülsen. Manche Arten werden als Unkrautunterdrücker sehr empfohlen, zumal sie Stickstoffsammler sind; so soll Cr. striata das beste Mittel gegen das lästige Lalang sein. Von manchen Arten kann man Futterheu gewinnen. Die Hauptbedeutung der Gattung liegt in ihren Faserlieferanten. Cr. bur- hia und Cr. restusa werden in Vorder-Indien zur Fasergewinnung hier und da gebaut. Die wichtigste Gespinnstpflanze ist jedoch Cr.

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juncea, in Indien chin pat, san, sun, tag, janapa, shanapam, chumese etc. genannt, die den Sunnhanf, Madrashanf, Bombay- hanf, Salsettehanf, Conkaneehanf, indischen Hanf, braunen Hanf, Travancoreflachs, Taag etc. liefert.’ Eneizeize schmälerblättrige Form, die früher unter dem Namen Cr. tenuifolia unterschieden wurde, ist an der Koromandelküste die Stammpflanze des Jubbulporehanfs. Die Pflanze stellt keine großen Anforderungen an den Boden. Wird öfter nur ihres Wertes als Stickstoffsammler wegen angepflanzt. Die Samen sind nicht zu weit in I bis 1!1/; cm tiefe Furchen zu legen und mit Erde zu bedecken, die in hügligem Gelände festge- drückt werden muß. Am geeignetsten für die Kultur ist in regenreichen Gegenden ein sandiger Lehm, doch gedeiht Sunn in trockneren Lagen auch auf schwerem Boden. Von der Aussaat bis zur Ernte sind 4!/, bis 5 Monate erforderlich. Die Pflanzen erreichen bis 3 m Höhe und werden entweder zu Anfang der Blüte oder kurz vor der Vollreife geerntet. In erstem Falle ist die Ausbeute geringer, die Faser aber feiner. Damit beim Röstprozeß die Fermentation schneller und gleichmäßiger einsetze, ist es zweckmäßig, die Stengel vorher welken zu lassen. Der Ertrag pro ha soll bis 700 kg betragen. Die Hauptmenge des in Indien gebauten Sunns findet jetzt noch in der indischen Seilerei und im Lokal- konsum zu Tauen und Stricken Verwendung. Doch ist der Sunnhanf in der Textilindustrie vielleicht noch zu einer größeren Rolle bestimmt. Dodge, Descriptive Catalogue of useful Fiber Plants. Washington, 1897. 139. — G. Watt, Dict. of Economic Products of India. II, (1889). 595. — Tropenpfl. IV. (1902). 513.

355. Croton siehe auch Codiaeum.

356. Croton draco.. Euphorbiacee aus Mexiko. Diese und einige anderen Arten, wie C. gossypifolium aus Venezula liefern ein als Drachenblut bezeichnetes Harz, das medizinisch verwendet wird, in Europa aber keinen Eingang gefunden hat.

357. Croton eluteria.e. Euphorbiacee. Bis 6 m hoher, der angenehm riechenden Blüten wegen Sweet wood genannter Strauch in West-Indien. Liefert die Cascarillarinde, die ihres bittern Ge- schmackes wegen früher als Ersatz für Chinarinde galt. Heute wird sie zu Räucher- und Parfümeriezwecken und in der Schnupftabaksfabrikation verwendet.

358. Croton lacciferus. Euphorbiacee aus dem trop. Asien. Liefert infolge des Stiches einer Schildlaus eine Art Lackharz oder Gummilack, welcher zur Herstellung von Schellack und Siegellack dient.

359. Croton niveus. Euphorbiacee. Zierliches Bäumchen, in der mexikanischen Sierra Madre copalchi genannt. Die bittre Rinde wirkt fieberwidrig und dient als Ersatz und Verfälschung der Chinarinde (daher auch C. pseudochina genannt), enthält aber nicht die gleichen Alkaloide wie sie. Ebenso wird C. suberosus verwendet.

360. Croton tiglium. Euphorbiacee. Kleiner 4—6 m hoher in Indien heimischer Baum, der in ganz S.-Asien kultiviert wird. Meist als Schattenspender oder zur Bildung von Hecken. Der scharfschmeckenden Blätter wegen von Tieren streng gemieden. Von einzelnen Pflanzern als profitable Nebenkultur betrieben. Stellt an den Boden, der nur nicht sumpfig sein darf, sehr geringe Ansprüche. Fortpflanzung durch Samen im beschat- teten, mäßig feucht gehaltnen Beet. Sind die Sämlinge 30 cm hoch, kann man zur Auspflanzung schreiten. Im dritten Jahr wird der Crotonbaum tragbar

eo

und setzt von da ab die Fruchterzeugung das ganze Jahr hindurch fort. Die Samen, schon seit dem 17. Jahrhundert in Europa als Grana Molucca oder Grana Tiglia bekannt, liefern das als intensives Abführmittel wirkende Crotonöl.

361. Crozophora tinctoria.a Euphorbiacee. Kleiner Halbstrauch im Mittelmeergebiet und Arabien. Reine Zeuglappen, die man mit dem Saft der grünen Teile zuerst grün und durch Einwirkung von Ammoniak- dämpfen dann rot färbt, erscheinen als Bezetten (Tournesol) im Handel. In Holland wird der Käse damit gefärbt.

362. Cryptomeria japonica. Pinacee. Die japanische Zeder bildet schlanke zypressenähnliche Bäume, die in Japan eine Höhe von 40 m und einen Stammdurchmesser von 2 m erreichen sollen. Das Holz dient als Baumaterial und zur Herstellung von Teekisten. In O.-Indien in höheren Lagen massenhaft angepflanzt nach Abholzung des natürlichen Waldes; ebenso in Natal.e Auch in Amani (D.-O.-Afrika) hat sich dieser Baum von den verschiednen angepflanzten Nadelhölzern bisher am besten etwickelt. Es werden dort schon Samen geerntet, aus denen die Anzucht im großen am besten geschieht. Sie werden wohl am zweck- mäßigsten auf Saatbeeten ausgelegt und die 20--30 cm hohen Pflanzen an a definitiven Standort gesetzt, wobei sie nicht zurückgeschnitten werden dürfen.

363. Cryptostegia madagascariensis. Asclepiadacee. In den Kalk-Landschaften von Boina und M&nab& auf Madagaskar (lombiro). Entwickelt sich alleinstehend als buschiger, niedriger Strauch, wenn er Stützbäume findet, als nicht allzustarke, aber hoch kletternde Liane. Die glockenförmigen, violetten oder rosafarbnen Blüten werden 6 cm lang. Der Milchsaft der unteren Stammteile soll einen guten, die oberen Zweige einen harzreichen Kautschuk liefern. Ihre Fasern dienen zur Her- stellung von feinen Stricken und Netzen. Ebenso gibt guten aber wenig Kautschuk C. grandiflora, die ihrer großen blaßrosafarbnen Glocken- blumen wegen als Zierpfanze in Indien viel kultiviert wird.

364. Cubeba officinalis — Piper Cubeba.

365. Cucumis spec. div. Cucurbitacee. Verschiedne Arten liefern Gurken und Melonen. Einjährige oder ausdauernde, meist auf dem Boden liegende rauhe oder haarige Kräuter mit ungeteilten Ranken und ganzrandigen, eckigen oder verschieden tief gelappten Blättern. Blüten gelb, relativ klein, die männlichen zu mehren in Büscheln, die weiblichen einzeln. Die bekannte Speisegurke, C. sativus, jedenfalls indischen Ursprungs, gedeiht, wenn sie auf fruchtbarem Boden steht und in der Trockenzeit bewässert wird, in den Tropen gut (besonders Schlangengurken), soweit sie nicht unter tierischen Schädlingen leidet. Die grössere Zahl von Arten im trop. Afrika heimisch, so die durch voll- kommen glatte, geruchlose Früchte ausgezeichnete Gurkenmelone, C. melo var. agrestis, in D.-O.-Afrika viel kultiviert, von den Suaheli tango oder mungunya genannt. Ganz kleinfrüchtige, bittre Sorten bilden ein Feldunkraut von Abessinien bis zum Niger-Benue. Die Kultur der echten Zucker-Melone, C. melo var. culta, scheint im trop. Afrika schwierig zu sein. Heimisch ist sie in Indien, aber in vielen Spielarten weit verbreitet. Eines besondren Rufes erfreuen sich die Kantalups, Cantaloupes, mit warziger Schale und die Netzmelonen, z. B. Mon- treal Nutmeg Muskmelon, mit grünen, nahezu runden Früchten. Cassaba oder persische Melone, von besonderer Haltbarkeit. In W.- Indien und dem atlant. Küstengebiet N.-Amerikas wird der Melonenhandel

Re

in großem Umfange betrieben. Als Oelsaat haben die Melonensamen fast jede Bedeutung verloren. In Gambia, wo sie sarroh heissen, dienen sie den Eingebornen als Nahrung. Ebenso gewinnt die ärmere Be- völkerung in Indien aus den Samen der var. utilissimus (kankur) Mehl und Oel. — C. metuliferus ist in ganz Afrika eine der häufigsten wild, wie angebaut vorkommenden Arten. Das Kraut ist einjährig, die gestreckte Frucht 12—15 cm lang, mit langen, kegelförmigen Auswüchsen versehen, bitter oder säuerlich. Suaheli tango, matango. In Zentral- Amerika und Brasilien wird C. anguria als Gemüsepflanze kultiviert. 366. Cucumis citrullus = Citrullus vulgaris.

367. Cucurbita spec. div. Cucurbitacee. Kürbis. Der echte Kürbis, C. pepo, stammt jedenfalls aus Amerika. In Afrika und über- haupt in wärmeren Gebieten überall kultiviert wird C. moschata mit weicheren, nicht so tief gelappten Blättern als bei C. pepo; der Frucht- stiel winklig gefurcht, an der Ansatzstelle stark verbreitert. Von den andern Arten leicht zu unterscheiden durch die an der Spitze spatel- törmig verbreiterten Kelchzipfel. Von den Suaheli wird die Pflanze mboga, die Frucht boga genannt.

368. Cudrania triloba.a Moracee aus der Mandschurei. Die jungen Blätter dienen den Seidenraupen zur Nahrung. Die Seide ist aber rauh und von schmutziger Farbe.

369. Cuminum cyminum. Umbellifere. Römischer, ägyp- tischer, Mutter-, Kreuz-, Pfeffer-, Stachel-, Wanzen-Kümmel. Aus Turkestan, früh kultiviert; heute Syrien, Marokko, Malta und O.- Indien Hauptexportländer. Die (früher offizinellen) Samen liefern ein ätherisches Oel (Römischkümmelöl), das zu Likören und zur Darstellung von Cymol dient. In Hamburg werden unter dem Namen Spiesskümmel etwa 4000 Doppelzentner, a ca. 40 M. eingeführt. Wenn sich bei diesen Preisen der Anbau lohnt, empfiehlt Stuhlmann für O.-Afrika die Pflanze für Kleinkolonisten, da sie in höheren Lagen ganz gut wächst. Nach O.-Afrika wird das Gewürz von Bombay in beträchtlichen Mengen ausgeführt, da die Leute es zur Herstellung von Currypulver verwenden. Als bizari sind die borstigen, auf jeder Hälfte mit 9 Rippen besetzten, nach Wanzen riechenden Früchte im kleinsten Inderladen käuflich.

370. Curcas purgans — Jatropha curcas.

371. Curculigo latifoliaa Amaryllidacee. Staude von den Sunda-Inseln, auf Amboina ahaän genannt. Die süßen Früchte werden ge- gessen, die Blätter zum Einwickeln benutzt. Sie sollen auch eine Faser geben, aus der auf Borneo das als lamba bezeichnete dichte Zeug hergestellt wird.

372. Curcuma spec. div. Zingiberacee. O.-Indien. Einige Arten wie _C. angustifolia, C. caulina, C. leucorrhez rubescens liefern Pfeilwurzsorten, die wohl kaum in den europäischen Handel kommen, aber zur Verfälschung der echten Pfeilwurz dienen sollen.

373. Curcuma longa. Zingiberacee. Trop. Asien. Dem Ingwer ähnliche Pflanze mit unterirdischem Wurzelstock, aus dem getrennt die kurzgestielten, zapfenartigen Blütenstände und die hohen mit 30 cm langen, breit lanzettlichen Blättern besetzten Schäfte entspringen. Die rahm- gelben Blüten von den violetten Schaublättern überragt.

Der fingerförmig verästelte Wurzelstock liefert die als Kurkume bekannte Droge (Rhizoma Curcumae). Jenachdem man die Anhänge-

Bo

knollen oder das Stammrhizom nimmt, erhält man die lange oder die runde Kurkume. Die Hauptmenge dient in Indien zur Herstellung des Curry- Pulvers. Der schöne gelbe Farbstoff, das Curcumin, findet bei den Eingebornen zum Färben des Körpers Verwendung, in Europa als che- misches Reagenz. Hauptexport von Bombay, Madras, Kalkutta, auch von Hankau, Formosa und andern chines. Häfen. Die chinesische Ware gilt als die bessere. Die Pflanze heißt in Indien haldi, auf arabisch kurkum, in O.-Afrika manyano, mandano. Die Kultur stimmt mit der des Ingwers überein. Kurkuma verlangt einen fruchtbaren, mürben Boden, der keinen Ueberschwemmungen ausgesetzt ist. Die gelben Rhizome (Gelb- wurzel, engl. turmeric) werden abgebrüht oder längere Zeit gekocht und auf Matten getrocknet. Bei den niedrigen Preisen lohnt sich die Kultur in unsern Kolonien wohl kaum.

374. Curcuma zedoaria — C. zerumbet.

375. Curcuma zerumbet. Zingiberacee. Vorder- und Hinter- Ind.; auf der malay. Halbinsel unter dem Namen tamu lawas häufig kultiviert. Liefert Rhizoma Galangae oder Rh. Zedoariae, Zit- werwurzel, früher Arzneimittel.

376. Cuscuta epithymum. Convolvulacee. Kleeseide oder Teufelszwirn. Schmarotzer auf Klee, Luzerne und andern Leguminosen. Die gelblichen, windenden Stengel tragen keine Blätter. Die kleinen Blüten sind in wenigblütigen Knäueln zusammengedrängt und weiß mit Purpur- anflug. Im Kaplande dodder genannt.

277. Cusparia trifoliataa Rutacee. Neugranada. Liefert die Angosturarinde (China von Neuandalusien), die früher offizinell war, jetzt zur Likörfabrikation dient.

378. Cussonia angolensis. Araliacee. Trop. Afrika. Von den Humbe-Kaffern mungongo genannt. Aus dem weißen Holz stellen sie Trinkgefäße her.

379. Cyamopsis tetragonoloba. Leguminose. Aufrechtes Kraut mit dreifiedrigen Blättern und kleinen purpurnen Blüten in lockren, achsel- ständigen Trauben. Von Afghanistan bis Vorder-Indien verbreitet, häufig als Futterpflanze kultiviert. Die Hülsen in Indien auch als Gemüse gegessen. Dürfte auch für Zwischenkultur zur Unterdrückung des Unkrauts geeignet und zugleich zur Gründüngung zu verwenden sein.

380. Cycas spec. div. Cycadacee. Palmenähnliche Bäume mit kurzem, in der Jugend fast kugligem Stamm. Die Blätter der in China und Japan heimischen C. revoluta geben die Begräbnispalme, Friedenspalme. Diese wie C. circinalis aus Ostindien und Japan liefern in ihrem stärkereichen Stamm auch Sago, werden daher auch häufig Sagopalmen genannnt; ferner eßbare Früchte und Gemüse, In europäischen Warmhäusern als Zierpflanzen.

381. Cyclanthera pedata. Cucurbitacee aus Zentral-Amerika. Die zarten Spitzen und Blätter dieser in Costarica is genannten Pflanze werden als Suppengemüse geschätzt. Die var. edulis in Peru und Bolivien, dort auch kultiviert, besitzt eßbare Früchte.

382. Cyclopia genistoides. Leguminose. Kleiner Strauch aus S.-Afrika mit großen, gelben Blüten. Die zu dreien fingerförmig stehen- den, linealen Blättchen liefern den in der Heimat als Genuß- und Heil- mittel (gegen Brustleiden) geschätzten Buschtee, Honig- oder Birs- tee. Auch andre Arten der Gattung werden dazu benutzt.

383. Cylicodaphne = Litsea.

=.) A

384. Cymbopogon schoenanthus = Andropogon schoenanthus.

385. Cynanchum ovalifolium. Asclepiadacee, von der malay. Halbinsel und Java. Soll guten Kautschuk liefern, aber in unzureichen- der Menge.

385a. Cynodon dactylon. Graminee. Bermudagras. Niedriges, kriechendes Gras, an den Knoten nicht selten bewurzelt und aufrechte verzweigte Aeste treibend, mit dünnen Blütenstengeln, die 3—5 ausein- anderstehende, einseitige Aehren an der Spitze tragen. In den trop. und subtrop. Ländern der ganzen Welt wild und früher als Unkraut verschrieen, jetzt als Futtergras und zur Festlegung von sandigem Grunde als Kultur- pionier hochgeschätzt. Im S. von N.-Amerika bildet dieses Gras heute die Grundlage der Weidewirtschaft. Es ist wohl das beste Futtergras der Tropen, zumal es in seiner Widerstandsfähigkeit gegen Dürre von keinem andern übertroffen wird. In Indien wird es als Dub-Gras, in.Paraguay als Capii pepoi bezeichnet. Kann durch Samen oder durch Wurzel- stücke vermehrt werden. In O.-Afrika sind letzte vom Biolog.-Landwirt- schaftl. Institut Amani schon zu Hunderten von Säcken verteilt worden. In Togo hat man die Bahndämme mit Bermudagras bepflanzt, um sie vor Abspülung zu bewahren. Auch in S.-W.-Afr. verbreitet und garib genannt.

386. Cynometra Mannii. Leguminose aus W.-Afrika. Als Schattenbaum für Kakaopflanzungen benutzt. — C. sessiliflora, auch aus W.-Afrika, liefert ein kopalartiges Harz.

387. Cyperus spec. div. Cyperacee. Am bekanntesten die Papyrusstaude, C. papyrus, bis 3m hoch, an Flüssen und Sümpfen im trop. Afrika, Syrien, Palästina (arabisch dis oder babirusa), Calabrien und Sizilien, im alten Aegypten kultiviert. Die Wurzeln und unteren Stengelteile dienten als Nahrungsmittel, die Stengel zu Flechtarbeiten. Das Mark des Stengels wurde im Altertum zur Papierbereitung verwandt, indem man es in Streifen schnitt und diese in zwei sich kreuzenden Lagen verklebte. In neurer Zeit soll die Eignung der Papyrusstaude zur Papier- fabrikation in Europa wieder erprobt worden sein. Wenn das Stengelmark zu weich dafür ist, käme vielleicht die Stengelrinde in Betracht. Flecht- arbeiten wie Matten, Körbe, Sandalen, ja sogar Boote, werden noch heute aus den Stengeln hergestellt. Diesem Zwecke dienen aber noch eine ganze Reihe andrer Cyperus-Arten, so C. corymbosus, C. escu- lentus,. C. exaltatus, C. iria, C. tegetum in Indien, C alter folius auf Madagaskar, C. laevigatus auf den Hawaischen Inseln (hier ehuawa genannt), aus dem die feinen, hochbezahlten Niihau-Matten hergestellt werden; ferner C. tegetiformis in China, C. vaginatus in Australien, C. textilis in S.-Afrika, C. Schimperianus in O.-Afrika und andre.

C. esculentus, im südl. Mittelmeergebiet und trop. Afrika, wird hauptsächlich seiner mehlreichen, wohlschmeckenden Knollen wegen an- gebaut, die auch als Kaffeesurrogat dienen (Erdmandel, Kaffee- wurzel, indianische Süßwurzel, Zuckerwurzel, Bulbuli Trasi), in S.-Afrika von den Holländern Ointies oder Oz&u, von den Nama haus, von den Ewe in Togo fie genannt. Bei den Engländern heißen sie chefa,chufa,EarthAlmond,Tiger Nut, Rush Nut. Schon im alten Aegypten wurden sie viel gegessen und in den Gräbern dieser Zeit findet man sie als Beigabe der Toten. Auch die Knollen von C. bulbosus sollen in Ceylon unter dem Namen silandi-arisi viel genossen werden; in Abessinien heißen sie quaän, quain, ko’ enti, guaudi. In S.-W.- Afrika liefert C. usitatus Knollen, die als unkies bezeichnet werden

N De

und im Kriege auch unsren Soldaten zur Nahrung gedient haben. — Außer dem Stärkemehl enthalten die Knollen von C. esculentus noch ein fettes Oel, dessen Geschmack als ausgezeichnet gerühmt wird. Ein ätherisches, schwach nach Veilchen duftendes Oel ist in den braunschwarzen, mit Wurzelfasern bedeckten Knollen von C. longus (S.-Europa, N.-Afrika, Indien) vorhanden. Sie werden von Haussahändlern nach Togo auf die Märkte gebracht. Die Eingebornen zerreiben sie zu einem Pulver, versetzen es mit dem Harz von Daniella thurifera und streuen das Gemisch auf glühende Kohlen, um ihre Kleidungsstücke von dem duftenden Rauch durchziehen zu lassen. Der wohlriechende Wurzel- stock dieser Pflanze diente früher als Arzneimittel (wilder Galgant). Mehre Arten sind Zierpflanzen.

388. Cyphomandra betacea.. Solanacee. Fast baumartig, aus Brasilien stammend. Die pflaumengroßen, violettroten Früchte schmecken angenehm, roh und wie Tomaten behandelt; man nennt sie auch Baum- tomaten. Auf den Pflanzungen in Usambara ziemlich oft zu finden.

389. Cytisus proliferus. Leguminose. Kanarische Inseln, Azoren Ginsterähnlicher, aber weißblühender Busch, unter dem Namen Taga- saste als gute Futterpflanze für trockne Gegenden bekannt. Die Pflanze besitzt zwar einen schwachen Gehalt des giftigen Cytisins, kann aber ohne Gefahr verfüttert werden. Zu empfehlen ist eine Art Fermen- tationsprozeß, der durch Lagerung in kleinen Haufen herbeigeführt wird. Das Futter wird dadurch auch aromareicher. Die Varietät von Gran Canaria (var. Canariae) ist für feuchtere Lagen zum Anpflanzen die ge- eignetste und besitzt auch weichere Blätter. Da die Samen sehr hart sind und schwer keimen, weicht man sie 2 bis 3 Minuten in kochendem oder 10 bis 12 Stunden in warmem Wasser. Die Anpflanzung kann so geschehen, daß die einzelnen Sträucher etwa 0,50 m Abstand im Dreiecksverband erhalten. Will man das Vieh weiden lassen, so kann man zwischen den bepflanzten Streifen von 5—8 m ebenso breite Streifen zur Bewegung für die Tiere liegen lassen. Die Sträucher hält man in Höhe von etwa I m. Die jungen langen Triebe kann man drei- bis viermal im Jahre schneiden und verfüttern. Alle Arten Vieh sollen die Pflanze fressen, besonders geeignet soll sie auch zur Aufzucht von Jungvieh sein. Die Mißerfolge, die man mit Tagasaste in Australien gehabt hat, sind wohl zum Teil darauf zurück- zuführen, daß man die Sträucher zu groß werden ließ, worunter die Zart- heit der Blätter leidet. Für S.-W.-Afrika lehnt Dinter die Pflanze rund ab, weil die Kulturkosten zum Ertrage in sehr ungünstigem Verhältnis stünden. Ob die Erfahrungen nicht doch noch zu gering für dieses schroffe Urteil sind! — Tropenpfl. XV, (1911). 319.

390. Dactyloctenium aegyptiacum. Graminee. In wärmeren Ländern verbreitetes Unkraut-Gras, der Stammpflanze der Fingerhirse (Eleusine) ähnlich, aber durch dickere Aehren ausgezeichnet. Scheint nirgends kultiviert, im Innern Afrikas und in Indien aber zuweilen als Nahrungsmittel gesammelt zu werden. Auch gutes Futtergras.

391. Daemia cordifolia.a Asclepiadacee. Einjährige- Schling- pflanze mit herzförmigen Blättern und mittelgroßen, grünlich-weißen Blüten, von S.-W.-Afrika bis Senegambien und Ostindien. Die Namas, die die Pflanze guwib nennen, lösen die gestampfte Wurzel in Wasser auf und trinken sie gegen Schwarzwasserfieber. Sie gilt auch als Mittel gegen Syphilis. Nach Untersuchung im pharmazeutischen Laboratorium der Uni- versität Berlin ist es nicht unwahrscheinlich, daß ihr beträchtliche physio-

Winkler, Botanisches Hilfsbuch. 7

Bi, ale

logische Wirkungen zukommen. Die Pflanze, die auch als D. extensa und D. angolensis bezeichnet wird, enthält auch eine feine und halt- bare Faser.

392. Daemonorops — Calamus.

393. Dalbergia spec. div. Leguminose. In Afrika gehört zu dieser Gattung D. melanoxylon, der falsche Ebenholzbaum, in Kamerun epindepinde genannt, in Togo von den Ewe atiyi, an der ostafrikan. Küste mpingu, in Usegua mhingo, in Unyamwezi mgembe, in Abessinien auf Tigrinia soppi, sibbe. Kleiner, dickstämmiger Baum, der durch die dunkle, in länglichen, dünnen Schuppen abblätternde Rinde zu erkennen ist. Erst starke Stämme bilden den tiefschwarzen Kern, der sich vom rötlich-weißen Splint scharf abhebt. (Falsches Ebenholz, Grenadille-Holz.) Wichtiger Exportartikel des Südens von Deutsch- O.-Afrika, in letzter Zeıt aber zurückgegangen. Es dient zur Herstellung von Flöten, Klarinetten, Türklinken. — D.latifolia, auf Java in ziemlich reinen Waldbeständen und in Indien, liefert das in der Möbelfabrikation ge- schätzte indische Rosenholz, Rosewood,Blackwood, schwarze Botanyholz. Aehnlich ist das Holz von D. sissoo, in Indien sissu oder shisham genannt, dort auch in Forstkultur, das an Dauerhaftigkeit unübertroffen und sehr elastisch ist; in ausgedehntem Maße zu Möbeln und beim Schiffsbau verarbeitet.

394. Dammara — Agathis.

395. Daniella thurifera. Leguminose. In W.-Afr. auf Savannen- boden weit verbreiteter, 20—30 m hoher Baum mit halbarmlangen, beim Durchsehen drüsig punktiert erscheinenden, einfach gefiederten Blättern. Die weißen oder grünlichweißen Blüten stehen in auffälligen, über hand- langen Rispen. Hülsen fingerlang, schief-oval, flach, pergamentartig, mit meist einem schwarzen, rundlichen, zusammengedrückten Samen von der Größe eines Fingernagels. Aus dem Stamm mit weichem Splint und hartem, rötlichem Kern werden Trommeln und Einbäume hergestellt. Gibt ein wohlriechendes Harz, das mit leuchtender Flamme brennt, aus N.-Nigerien als Wood oil ausgeführt wird und in der Pharmazie Ver- wendung finden soll. In Togo heißt der Baum bei den Ewe lipiti oder dsati, den Anago orokpo, den Fong sa, den Akposso auwolo, den Tschaudio tschal6, den Kratschi kenjäng, den Aschanti säingja, den Haussa mäsche.

396. Daphne cannabina.. Thymelaeacee. Wie manches andre Gewächs dieser Familie, so liefert auch diese im Himalaya heimische Pflanze, die einen Strauch oder kleinen Baum bildet, eine Bastfaser, die sich zur Herstellung von vorzüglichem Papier eignet.

397. Dasylirion spec. div. Baumförmige Liliacee aus Mexiko, Texas. Die auf kurzem Stamm schopfig stehenden linealischen Blätter einiger Arten liefern eine der Ixtle gleichende Faser, so D. gramini- folium. D. glaucophyllum ist nach Australien eingeführt worden. Grob und kurz ist die Faser von D. texanum, in ihrer Heimat Mexiko sotol oder chihuahua sotol genannt. Der Stammkopf dient als Schaffutter, aber auch zu menschlicher Nahrung und zur Herstellung eines Branntweins (Sotolmezcal). — Würde wohl auch als Zierflanze gefallen.

398. Datura spec. div. Solanacee. Stechapfel. Die Blätter und Samen mehrer Arten finden wegen ihres Gehalts an Atropin medizinische Verwendung, so in Europa und N.-Amerika D. stramo- nium. Aus D.alba wird in China ein Gift, wan to lo hua oder nao

SO

yang hua, bereitet. In O.-Afrika, wo sie subspontan vorkommt und mnaräh, mnaräbu, mranäbu genannt wird, benutzen sie die Eingebornen zum Blau- und Grünfärben von Matten; auch sollen sie Blätter, Blüten und Wurzelrinde gegen Asthma rauchen. Die baumförmige D. fastuosa mit großen hängenden weißen Blüten, die zuweilen auch gefüllt sind, ist in O.-Indien, dem malay. Archipel und dem trop. Afrika in Eingebornen- Dörfern häufig kultiviert.

400. Debregeasia spec. div. Urticacee. Verschiedne Arten dieser Gattung liefern, wie überhaupt die Nesselgewächse, Fasern, so D. hypoleuca, die im westlichen gemäßigten Himalaya häufig und bis Afghanistan und Abessinien verbreitet ist; D. velutina, ebenfalls im Himalaya und in den Nilgiris heimisch, soll eine der hauptsächlichsten Faserpflanzen der Präsidentschaft Madras sein. In Indien D. Wallichii. D. edulis aus Japan ist. zur Kultur empfohlen worden.

401. Deguelia microphylla. Leguminose aus Java, wird als Schattenbaum für Kakao empfohlen. D. Stuhlmannii in O.-Afrika gibt ein kinoartiges Sekret, das aber als arzeneiliche Droge geringen Wert hat.

402. Dendrocalamus strictus. Graminee Zu den Bambusen gehörig (siehe Bambusa). Indisch-malay. Gebiet. Von den Indo-Eng- ländern Male Bamboo genannt; hindostanisch bans, bans kaban, bans khurd, kopar, in Bengalen karail, in Bombay bas, udha, in Burma myinwa, malayisch bambu andor. Eines der nützlichsten Bambusgräser, dessen nicht hohle Halme zu den verschiedensten Zwecken benutzt werden. Besonders dienen sie auch zu Ängelruten. Zu Lanzen- schäften (Lanzenbambus) ist er des Splitterns wegen nicht brauchbar. — Die Art blüht jedes Jahr und verträgt Trockenheit. Ist in unsre Kolonien bereits eingeführt; in Togo hat sie sich von allen Bambussorten am besten entwickelt.

403. Derris = Deguelia.

404. Desmodium laxiflorum. Leguminose. Krautig oder halb- strauchig mit sehr lockern Blütentrauben und dreifiedrigen Blättern; Blätt- chen ziemlich groß, oval, zugespitzt. Im trop. Asien weit verbreitet. Futterpflanze. Auch als Zwischenkultur zur Unterdrückung des Unkrauts und zur Gründüngung geeignet. In Amani (D.-O.-Afrika) ist auch D. tortuosum, der Floridaklee (trop. Amerika), mit Erfolg zur Gründüngung kultiviert worden. Weniger geeignet als Zwischenbau- pflanze hat sich auf Samoa D. polycarpum (Rankenklee) aus dem trop. Asien und Australien. Das in den ganzen Tropen verbreitete D. tri- m hat man in Hinter-Indien zur Bekämpfung des Lalang-Grases

enutzt.

405. Desmodium tiliifolium. Leguminose. Wird in Indien in weitgehendem Maße zur Herstellung von Stoffen und zur Papierfabrikation verwendet. Auch D. latifolium in Indien und Ceylon und andre Arten liefern Fasern.

406. Desmoncus macroacanthus. Palme. Diese in Brasilien jacitara genannte Kletterpalme soll eine Faser liefern.

407. Dialium guineense. Leguminose. Hoher Baum des west- afrikan. Urwaldes und der Steppe mit dichter Fiederbelaubung und breiter schirmförmiger Krone. Die ganz kurz velourartig behaarten Früchte sehen garnicht wie die Hülse einer Leguminose aus, sondern sind fast kugelrund, einsamig. Das Holz des Baumes ist hart und wird in Sierra

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Leone, wo es als Black Tumbler oder Velvet Tamarind auf den Markt kommt, als Bauholz geschätzt. Bei den Ewe heißt er zigbli oder to&, in Atakpame madu.

408. Dichapetalum mossambicense und Stuhlmannii. Dicha- petalaceen. Giftige Sträucher, im s. Teil Deutsch-O.-Afrikas weit ver- breitet. Von den Eingebornen: nchenchere, nynjere, njierema oder njenie genannt. Die Blätter, die von Wiederkäuern gern gefressen werden, wirken fast immer tödlich.

409. Dichelachne crinitaa Graminee Pferdeschwanzgras, im extratrop. Australien und Neu-Seeland, soll ein gutes Material zur Papierfabrikation abgeben.

410. Dichopsis — Palaquium.

411. Dichrostachys nutans. Leguminose. Sparriger, charakte- ristischer Dornstrauch der afrikan. Steppe mit doppelt gefiederten Blättern und mimosenartigen Blüten in dichten Aehren, an diesen die obren Blüten gelb, die untren rosenrot. Hülsen gedreht, innen gefächert. Liefert eines der schönsten Nutzhölzer O.-Afrikas, von intensiv gelber, im Kern brauner Färbung und zierlicher Zeichnung. Gibt auch eine Bast- faser, und schwitzt aus dem verwundeten Stamm ein Gummi aus. Die reifen Früchte enthalten mehr als 15°/, Gerbstoff, kurz vor der Reife vielleicht noch mehr, scheinen aber im Küstengebiet nicht in genügender Menge vorhanden zu sein, um Exportartikel zu werden. Von den Arabern kadada genannt, in Togo von den Tschaudjo ssossösi, den Agome beniti, in Atakpame olaho. Auch das im Kern rote, außerordentlich harte Holz von D. cinerea aus Vord.-Indien ist zu Spazierstöcken und Zeltpflöcken sehr geschätzt.

412. Dicksonia culcita. Baum-Farn der Hawaischen Inseln, liefert in den Spreuhaaren des Stammes pulu als Polstermaterial.

413. Dictyosperma fibrosum. Palme von Madagaskar, wo sie vonitra heißt. Liefert in den Gefäßbündeln der abgestorbnen Blätter, die den Stamm netzig verflochten einhüllen, Piassave (Madagaskar- Piassave), die jetzt fast gänzlich vom Markt verschwunden ist.

414. Dicypellium caryophyllatum. Lauracee. Brasilien. Liefert in seiner nelkenartig riechenden Rinde Nelkenzimt, Nelkenholz, Nelkenrinde, Cassia caryophyllata, zu Likören und Parfümerien.

415. Dioon edule. Cycadacee. Mexiko. Die Stärke der großen Samen dient zur Verfälschung der Pfeilwurz.

416. Dioscorea spec. div. Dioscoreacee. Eine Anzahl von Arten der Gattung liefert die als Yams, Igname oder Brotwurzel bezeichneten Knollen. Der Yams wird an der ostafrikan. Küste viazi vikuu genannt; in Usambara vigongo, makolo, virungu, vilungo mazi, von den Wadigo vigogwe, viaziya shambalani, in Ukhwere kinana, in Usagara kigonzo, bei den Kischambaa tugu, in Usukuma itugu, in Unyamwezi matugu, in Unyoro birai, in Uganda ballugu, in Usumbura sibiri, in Bukoba mbira, bei den Wakussu mandiku, von den Massai gere, li-murunguni, von den Lur alahm, den Aschanti mbarra, den Kai gbana, kise, kwaso, von den Djagga vikua, im Bez. Langenburg indale, maboko, fitugu, am Kiliman- diaro jimbia, furi, bei den Walombo-Manyema vihama, den Musa (Langenburg) vihugu, den Wasokiri ngerengere, den Haussa doya, den Fulbe bugumdije. — Die Portugiesen nennen den Yams Inhame, die Franzosen Igname, in Brasilien sagt man caras, in Französisch-Indien

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cambares, in Cuba ajes (?). Die für die Kultur wichtigsten Arten sind Dioscorea alata undD.bulbifera für die Tropen, D. japonica (=D. batatas) für die Subtropen. Es sind kletternde Pflanzen mit herz- oder eiförmigen, 3—7-nervigen oder auch gedreiten Blättern. Die Blütenstände sind traubig, die Frucht ist eine dreikantige Kapsel. D. alata, der Flügel-Yams, leicht kenntlich an den geflügelten Stengeln und gegenständigen Blättern, stammt aus S.-Asien, liefert vor allem auf den polynesischen Inseln den Eingebornen eines der wichtigsten Nahrungsmittel (ubi, rubi), wird aber auch in Afrika u. Amerika gebaut. Diese Art wird für die ertragreichste gehalten; ihre Knolle erreicht eine Länge bis zu 1 m und ein Gewicht bis zu 40 kg, ist sehr wohlschmeckend und hält sich auch außerhalb des Bodens lange, was bei vielen andern Yamsarten nicht der Fall ist. — D. bulbifera, der Bulbillen-Yams, auch D. sativa genannt, ist wahrscheinlich in den gesamten Tropen heimisch und wird in der alten wie in der neuen Welt viel kultiviert. Charakte- ristisch sind die in den Blattachseln sich entwickelnden, breit-rundlichen, bis faustgroßen Bulbillen oder Achselknollen, die vielfach zur Vermehrung benutzt werden. — D. japonica (Bataten-Yams, Chinesische Kartoffel, Brotwurzel, tou-schou, ist auf O.-Asien beschränkt. Auch sie besitzt Achselknollen, die aber kleiner sind als bei D. bulbifera. Eine in S.-Asien, aber auch in Afrika heimische Artgruppe hat große, aus drei Blättchen zusammengesetzte Blätter, so D. daemona (=D. tri- phylla oder virosa), in Vord.-Indien heimisch, D. hirsuta, eine behaarte Form aus Hinter-Indien und dem malay. Archipel, D. dumetorum in OÖst- und W.-Afrika; alle drei kräftige Pflanzen mit riesigen, aber häufig giftigen oder wenigstens sehr scharfen Knollen. Im malay. Archipel, besonders auf Java, wird auch der fünfblättrige Yams (D. pentaphylla) angebaut, eine nicht besonders gute Sorte mit zahlreichen kleinen rund- lichen Knollen. Kleine zurückgekrümmte Stacheln besitzt D. papuana, mit ungeteilten Blättern, die eine der wichtigsten Nahrungspflanzen der Eingebornen auf Neu-Guinea ist. In Vorder-Indien gilt D. globosa als eine vorzügliche Sorte, ist aber wohl wie die in Indien gleichfalls geschätzten Arten D. rubella, D. purpurea und D. atropurpurea (die Farbenbezeichnungen beziehen sich auf die Außenhaut der Knolle) nur eine Abart von D. alata. Der Elefantenzahn-Yams, eburnea aus Cochinchina, der eine lange, elefantenzahnähnliche Knolle besitzt, scheint gleichfalls mit D. alata nahe verwandt zu sein. Zahl- reiche kleine, aber sehr schmackhafte Knollen besitzt die in Indien gebaute D. fasciculata, sehr große Knollen die ebenfalls in Indien kultivierte D. glabra, die auch durch Achselknollen ausgezeichnet ist. In Afrika heimisch ist D. abyssinica. Die in den Gebirgen Ost-Afrikas, in Abessinien, am Kilimandjaro (bei den Wadjagga rikua) und in Usam- bara angebaut wird und eine einzige, sehr lange Knolle besitzt; die Stengel sind etwas stachlig, die Blätter ungeteilt und gegenständig. D. odoratissima von Niassa-Land, Ober-Guinea, Kamerun, Kongo und Angola, mit einfachen, gegenständigen Blättern. D. dumetorum vom Seengebiet, Niassa-Land, Niger-Benue, Kamerun, unterm Kongo (auch im malay. Archipel?), mit gefingerten Blättern und stark stachligem Stengel. D. Schimperiana, die in Abessinien wild ist und gesammelt wird und der D. bulbifera ähnelt. In W.-Afrika wird D. prehensilis gebaut, deren Knollen großen Kartoffeln ähnlich, aber glatter sind; ferner D.Berteroana(=D.altissima oder cayannensis), die seit langem nach Amerika überführt und dort kultiviert ist. Sie besitzt eine sehr große, glatt eiförmige, herb und wenig wohlschmeckende Knolle,

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herzförmige, oft gegenüberstehende Blätter. Echt amerikanisch ist der dreilappige Yams, D. triloba (=D. trifida oder brasiliensis), der schon zur Zeit der Ankunft der Europäer dort kultiviert wurde. Er besitzt geflügelte Stengel und 3—7-lappige Blätter und zahlreiche, kleine, eirundliche, sehr wohlschmeckende Knollen mit dunkler Rinde, aber zartem, sehr mehligem Fleisch.

Die trop. Formen gedeihen in den Tropen noch in bedeutenden Höhenlagen. Für die Subtropen kommt nur D. japonica in Betracht, die in einem nur 5 Monate lang frostfreien Sommer in O.-Asien noch bis zum 40.’ nördl. Breite geht. Auch in Frankreich noch gebaut, in Deutschland ohne Erfolg versucht. Yams verlangt einen lockern, tief- gründigen, nährstoffreichen Boden. Die Fortpflanzung geschieht zuweilen durch die Achselknollen, die jedoch die doppelte Wachstumszeit erfordern wie Wurzelknollen, von denen man gewöhnlich Teilstücke pflanzt, deren jedes mindestens ein Auge haben muß. Die Pflanzweite richtet sich nach Varietät und Wachstumsbedingungen, schwankt zwischen ®/,—1 m; oder man pflanzt bei I m Reihenabstand '!/;—2 m weit in den Reihen. Die Saatknollen werden etwa 10 cm mit Boden bedeckt. Pflanzzeit in den Tropen die Regenzeit, in den Subtropen das spätere Frühjahr. Neben jede Knolle wird eine Stange gesteckt, an der der Stengel emporklettern kann. Außer Jäten und Hacken ist später Häufeln und Aufbinden der Stengei erforderlich. Die ersten Knollen reifen nach wenigen Monaten, meist werden die Pflanzen jedoch mehrjährig kultiviert und erreichen dann nicht selten Dimensionen, wie sie oben angeführt, — Semler, Il. 804. — Fesca, l. 179. — Stuhlmann, Beiträge. 239.

417. Diospyros spec. div. Ebenacee. Bäume oder Sträucher mit abwechselnden, zuweilen fast gegenständigen Blättern und meist nicht sehr auffälligen Blüten, die in den Blattachseln stehen oder auch aus dem alten Holz entspringen. In den Tropen beider Erdhälften. Die Gattung D. liefert in dem Kernholz der Stämme die Hauptmasse des Ebenholzes. Man unterscheidet:

l. Schwarze Ebenhölzer.

1. Lagos-, Gabun- oder Old Calabar-Ebenholz von D. dendo, auch in Kamerun.

2. Zanzibar-Ebenholz von dem im ganzen tropischen Afrika verbreiteten D. mespiliformis (in Togo djeti, in Abes- sinien aje).

3. Madagaskar-Ebenholz von D. haplostylis und D. microrhombus.

4. Mauritius-Ebenholz von D. tesselaria.

5. Indische Ebenhölzer, im Handel als Bombay-, Ceylon-, Siam-Ebenholz bezeichnet, von D. tupru, D. melan- oxylon, D. silvatica, D.+-ebenum, D. montaezı ramiflora, D. ebenaster, D. peregrina.

6. Manila-Ebenholz von D. ebenaster und D. philip- pensis.

7. Ebenholz von Acapulco und Cuernavaca von dem dort aus Indien eingeführten D. ebenaster.

ll. Weißes Ebenholz von D. melanida und D. chryso- phyllos auf den Mascarenen, jedenfalls auch von D. malaca- pai auf den Philippinen.

'!Il. Buntstreifiges Ebenholz, im Handel meist als Coro- mandel- oder Calamandar-Ebenholz bezeichnet, von D. hirsuta. Eine andre, mit diesem häufig verwechselte Sorte,

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das Camagoon- oder Philippinen-Camagoon, stammt von D. multiflora, auf den Philippinen canomoi oder cano- mai genannt.

IV. Rotes Ebenholz von der auf Mauritius häufigen D. rubra.

V. Grünes Ebenholz von D. chloroxylon aus Vord.-Indien.

Von manchen Arten sind die Früchte eßbar. Besonders schmack- haft ist die Kakipflaume von D. kaki, einem der verbreitetsten und wichtigsten Obstbäume Japans, Koreas und Chinas, auch in Tonking, ferner in Florida und Kalifornien angebaut. Die beerenartige, gelbe, orangen- große Frucht (japan. kaki, chines. shitse, engl. Persimon, französ. Raguemine) muß überreif werden, um die durch Gerbsäure bewirkte Herbe des Geschmacks zu verlieren. Auch eine dem Pflaumenmus ähn- liche Präserve für den Export wird aus ihr hergestellt, die die Engländer als Kegfig, die Franzosen als Figues caques kennen. Andre Arten geben weniger gute Früchte, so D. mespiliformis, D. melanoxylon, D. virginiana, D. philippensis; bei letzter, im ind.-malay. Gebiet heimisch, auf Mauritius (mabolo), den Seychellen und in Brasilien ein- geführt, sollen sie sehr schmackhaft, aber von widerlichem Geruch sein. Bei einigen sollen sie sogar giftig sein und zum Fischfang benutzt werden. — Aus den zerquetschten quittenartigen Früchten von D. peregrina (= D.embryopteris) in Indien wird eine Art gerbsäurehaltiger Gummi hergestellt zum Bestreichen der Netze und zum Dichten von Booten und Fässern.

419. Diplorrhynchus spec. div. Apocynacee. Die Früchte einer am untern Zambesi wachsenden Art (D. mossambicensis?) geben reichlich Milchsaft. Das daraus gewonnene Produkt soll eine vorzügliche Guttapercha darstellen.

420. Dipterocarpus spec. div. Dipterocarpacee. Hohe Bäume des indisch-malay. Gebietes, die bei Anbohrung des Stammes den Gur- iunbalsam, Garjanbalsam, Gardschanbalsam, auch wood-oil, Holzöl, Kanynöl, Balsamum Dipterocarpi, B. Garjanae, B. Gurjunae liefern, der erst in neuster Zeit in Europa medizinisch und technisch, in starkem Maße auch zur Verfälschung von ätherischen Oelen verwendet wird. In S.-Asien wird er seit langer Zeit medizinisch geschätzt und dient auch zur Herstellung von Lack und Firnis, auch um Holz und Bambus wasserdicht und termitensicher zu machen, zu Be- leuchtungszwecken. Das Produkt gehört zu den wenigen Lösungsmitteln des Kautschuks. Am vielseitigsten wird das als Apitongöl, balao bezeichnete Harz von D. grandiflorus auf den Philippinen; weniger das von D. vernicifluus, das Panaoöl, malapaho benutzt. Noch manche andre Arten kommen in Betracht. — In Malakka werden die D.-Bäume von den Malayen kerning genannt.

421. Dipteryx odorata — Coumaruna odorata.

422. Distemonanthus Benthamianus. Leguminose. Riesiger Baum Kameruns, auch bei Atakpame in Togo festgestellt und dort okpe& genannt. Soll das härteste Holz Togos sein; in Kamerun als vorzügliches Bauholz geschätzt.

423. Dolichos spec. div. Leguminose. Fasel, Heilbohne. Niederliegende, aufrechte oder windende, im ganzen bohnenähnliche Kräuter oder Halbsträucher. Fast alle Arten in den Tropen der alten Welt, sehr wenige in Amerika heimisch. Einige Arten sind als Gemüse oder Vieh- futter in den Tropen weit verbreitete Kulturpflanzen. Die nichtwindenden können auch gut als Zwischenkultur in jungen Pflanzungen zur Ab-

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haltung des Unkrautanfluges verwendet werden, zumal sie zugleich Stick- stoffsammler sind. Am bekanntesten ist D. lablab, die Helmbohne oder Lablabbohne, französisch dolique, ursprünglich wohl in Indien heimisch, der jungen Hülsen und der schwarzen oder braunen Samen wegen in den Tropen allgemein angebaut, besonders in Aegypten und Vorderindien. Perennierendes, hochwindendes Kraut mit etwas rauhen Stengeln; Blätter gedreit; Blüten in lang gestielten, lockern Trauben, weiß oder rötlich; Hülse breit länglich, nach dem Grunde zu verschmälert, an der Spitze mit langem, starrem, dünnem, etwas eingekrümmtem Fort- satz. Der weiße Nabel der verschieden großen und gefärbten Samen kräftig ausgebildet, wie eine Helmraupe (Helmbohne) erscheinend. In Indien gern nach Rizinus gepflanzt, in O.-Afrika, wo sie ebenfalls zu den wichtigsten Hülsenfrüchten gehört, unmittelbar nach Mais. Hier heißt sie an der Küste und in Udo& fiwi, in Usagara mafiwi, in Ugogo und Uhehe fuiwi, in Unyamwezi ifiwi, mkassi, maguka, bei den Djagga am Kilimandjaro mpu, in Ugogo die weiße Sorte mfiwi mpu, bei den Wangoni gunguta, bei den Wahiyao nguya, in Usambara majembo, majombo, in Unguru ngwarei, bei den Massai bombo, iliwombo, bei den Wamakuwa ipwiri, in Ujiji, Uha vigori, visoya, in Karagwe und Unyoro guinguezo, maharagwe (dies vielleicht Bezeichnung für Phaseolus vulgaris). — D. biflorus, ebenfalls in ganz Vorder-Indien häufig kultiviert, wo die jungen Hülsen und Bohnen besonders den ärmeren Klassen als Nahrungsmittel dienen. Das Kraut und die Samen sind auch sehr geschätzt als Viehfutter, besonders für Pferde (Pferdebohne, Horse Gram). Als solches auch für unsre Kolonien warm zu empfehlen. Die Pflanze ist einjährig, halbaufrecht oder mehr oder weniger windend. — D. sesquipedalis (Riesenfasel) aus Amerika, auch in S.-Europa kultiviert.

424. Dolichos hirsutus — Pueraria Thunbergiana.

425. Dolichos monochalis — Vigna sinensis.

426. Dolichos Soja — Soja hispida.

427. Dolichos trilobus — Pachyrhizus bulbosus.

- 428. Dombeya spec. div. Sterculiacee. Bäume oder Sträucher mit herzförmigen, zuweilen eckigen oder gelappten, meist mehr oder weniger stark behaarten, ziemlich großen Blättern und ansehnlichen, dolden- oder kopfähnlichen Blütenständen. Die meisten Arten in O.-Afrika und Madagaskar. Die Blumen enthalten massenhaft Blütenstaub und bieten ein gutes Bienenfutter. Manche liefern wertvolles Nutzholz, so D. reticulata, in Usambara muluati genannt; D. Gilgiana in Deutsch- O.-Afrika im Steppenbusch und im Hochwald verbreitet und als mstafusta bekannt; D. cincinnata von der Zanzibarküste, mbwassi oder mkwerin- galla genannt; D. leucoderma, ein bis 25 m hoher Baum am Kilimand- jaro mit schönem, geradem, weißem Stamm. Der Bast wohl der meisten Arten wird zu Tauen, Fischnetzen, groben Geweben und dergl. verwandt. Zu diesem Zwecke wird D. acutangula auf Bourbon, D. angulata auf Reunion kultiviert. — Die abgeworfnen Blätter sind gute Humus- bildner. Die Bäume zur Aufforstung für erschöpfte Ländereien empfohlen. Sie wachsen schnell, auch auf sandigem, steinigem Boden, und vertragen längere Trockenheit gut. Auch als Ziergewächse sehr anzuraten.

429. Dorema ammoniacum. Umbellifere aus Vorder-Asien. Liefert das seit dem Altertum bekannte Ammoniak-Harz, das in der Medizin und zur Herstellung von Kitten Verwendung findet.

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430. Doryalis spec. div. Flacourtiacee. Dornige oder unbe- wehrte Sträucher oder kleine Bäume, deren Früchte eßbar sind. So geben die Beeren von D. rhamnoides und D. rotundifolia im Kap- land, als Zurebesjes oder Kaffernpflaumen eingemacht, ein gutes Kompott; die von D. caffra sind in Natal als Keiapple beliebt. Auch die von D. Gardneri (= Aberia Gardneri = D. hebecarpa) in Ceylon werden gegessen.

431. Dracaena spec. div. Liliacee. Meist verzweigte Bäume mit Schöpfen linealischer Blätter an den Zweigenden; in den Tropen der alten Welt. Manche als Zierpflanzen gezogen. D.draco von Teneriffa und D. cinnabari von Socotra liefern Drachenblut (Drachenbaum, Drachenblutbaum, Drachenpalme), das zur Herstellung von Firnissen, zum Färben und Polieren von Holz und Marmor dient und früher be- deutender Ausfuhrartikel aus Teneriffa war. D. draco wird in Australien auch kultiviert und gibt in seinen Blättern noch eine Faser. D.arborea, häufig in S. Thome, von den Kolonisten Pau Sabanjo genannt, enthält besonders in den Blättern eine große Menge von Saponin.

432. Dregea rubicunda. Asclepiadacee. Häufig im Busch der zentral- und ostafr. Steppen. Die jungen Teile und die Blätter beiderseits mit rostrotem Filz bedeckt. Es wird vermutet, daß die Samen Stro- phantin enthalten.

433. Drimys aromatica.a Magnoliacee. 3-4 m hoher Strauch aus Tasmanien, Neusüdwales, Viktoria. Die Früchte, von beißendem, ge- würzhaftem Geschmack, dienen in Tasmanien als Ersatz für Pfeffer: Tas- maniapfeffer.

434. Dryobalanops aromatica. Dipterocarpacee. Malayischer Archipel. Hoher Baum. Liefert den Borneo- oder Sumatrakampier, auch Borneol oder Baroskampfer genannt, der von den Chinesen zur Einbalsamierung von Leichen und auch von den Malayen zu rituellen Zwecken benutzt wird, im europäischen Handel aber keine Rolle spielt, obwohl er in Kanton 80mal teurer als chinesischer Kampfer ist. In Nieder- ländisch-Indien hat man Kulturversuche angestellt; wohl nur in feucht- warmen Ländern des engern Tropengürtels möglich.

435. Duranta Plumieri. Verbenacee. Stark verästelter Strauch mit gegenständigen Blättern; aus dem tropischen Amerika. Wegen seiner hübschen Form, der blauen Blütentrauben und der gelben Früchte überall in den Tropen als Zierstrauch häufig kultiviert.

436. Durio zibethinus. Bombacacee. Stattlicher, im malay. Archipel heimischer Baum. Die lanzettlichen Blätter sind oben dunkel- grün, auf der Unterseite infolge dichter Bedeckung mit schuppenförmigen Haaren rötlich-silbrig. Die gelblichweißen, einer Seerose entfernt ähnlichen Blüten entspringen an der Unterseite der stärkeren Zweige aus dem alten Holz und hängen in großen Büscheln herab. Die etwa kopfgroßen grau-braunen Früchte besitzen eine mit starken Stacheln besetzte Schale, die schließlich an der Spitze 5-klappig aufspringt. Das rahmfarbige Mus, in dem die Samen liegen, wird gegessen, die Samen auch geröstet. An den Genuß des Durians muß man sich erst gewöhnen, da das eßbare Mus einen durchdringenden Geruch besitzt, den man vielleicht am besten als Mischung des Geruchs von Zwiebeln und altem Käse charakterisiert (Stinkfrucht). Der Durian wird, wenn man den Widerwillen gegen den Geruch überwinden kann, als die köstlichste Tropenfrucht bezeichnet. Die Eingebornen betrachten sie auch als Aphrodisiakum. Einführungsversuche des Baumes in andre Tropenländer sind bisher nicht besonders geglückt.

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437. Dyera Lowii und costulata.. Apocynacee. Bäume mit quirlständigen, harten, lederartigen Blättern an dicken Zweigen und kleinen Blüten; auf Malakka und den malay. Inseln. Liefern gutta- perchaartiges djelutong.

438. Ecdysanthera micrantha. Apocynacee. Sikkim, bis 1700 m Meereshöhe, Khasia-Berge, zwischen 600 und 1300 m, S.-China. Liane, die einen rötl. Kautschuk von guter Qualität gibt. Erst neuerdings besonders in Indochina lebhafter ausgebeutet. Auch E. pedunculosa - auf Java und Sumatra liefert einen kleinen Beitrag zum Willughbeia- Kautschuk.

439. Echinocactus Wislizeni. Sehr stachlige Cactacee der Wüsten von Mexiko (dort visnaga genannt) und des südl. Arizonas. Aus den schwärzlichen Samen wird ein gutes Mehl bereitet. Das säuerliche, weiche Mark dient den Wüstenwandrern als durststillendes Mittel und zur Sirupbereitung.

440. Echinothamnus Pechuelii. Passifloracee. Damaraland (SW.- Afrika). Der oft bis zwei Zentner schwere, kohlrabiförmige Stamm liegt an wenigen, schwächlichen, in die Ritzen der Granitfelsen eindringenden Wurzeln dem Boden auf. Die Oberfläche des Stammes ist mit kurzen, weichen, von einer weißlich grünen Wachskruste überzognen Stengeln dicht bestanden, welche korallenrote, dreiklappige Früchte tragen, deren Samen mit dem umhüllenden Fleisch angenehmen süß-säuerlich schmecken. Beim Zerbeißen des Samens macht sich ein Bittermandelaroma bemerkbar.

441. Edgeworthia papyrifera.. Thymelaeacee. Größerer, viel- verzweigter Strauch mit wechselständigen, elliptischen Blättern und gold- gelben, duftenden Blüten. Liefert Bastfasern, die vorzüglich zur Papier- fabrikation geeignet sind, aus denen in Nepal die feinsten weißen Papiersorten hergestellt werden. In Japan wird diese botanisch auch als E. Gardneri bezeichnete Art mitsumata genannt und kultiviert. Bei dem in Deutschland stetig steigenden Bedarf an gutem Papierstoff lohnt sich vielleicht die Kultur der Pflanze. Sie ist ziemlich winterhart, geht also hoch ins Gebirge hinauf und gedeiht am besten an schattigen Hängen auf sandigem Lehmboden. Fortpflanzung durch Samen, die aus der harten Fruchtschale isoliert werden. Die Aussaat soll auf flachgründigem Boden geschehen, um das, in Japan im nächsten Frühjahr erfolgende, Verpflanzen nicht durch zu tiefgehende Wurzeln zu erschweren. Beschattung im Saat- beet sowie auf der jungen Pflanzung erwünscht. Die Ernte beginnt im zweiten oder dritten Jahre nach dem Auspflanzen und wird jedes zweite Jahr wiederholt. Von jungen Pflanzen darf man nur die Zweige ernten, ältere Sträucher schneidet man dicht über dem Boden ab und erntet nach zwei Jahren die neuen Triebe. Die Rinde wird durch Dampf, der Bast am besten in fließendem Wasser isoliert. Pflanzer, Tanga Il, (1906). 168.

442. Elaeis guineensis. Fieder-Palme aus W.- und Zentral-Afrika. 10—25 m hoch, mit kräftigem Stamm und voller, breit ausgelegter, aber nicht starrer Krone. Blütenstände in der Regel eingeschlechtlich. Fruchtkolben eng in die Blattachseln gedrängt mit dicker, holziger Mittel- spindel. Die Seitenstrahlen und Deckblätter stachelartig starr. Durch- schnittliche Größe 20X30 cm, zuweilen kleiner, aber auch erheblich größer. Die etwa pflaumengroßen, unten durch gegenseitigen Druck eckigen Früchte rot, nach dem Typus der Kokosnuß gebaut; die Faserschicht aber reichlich mit Oel durchtränkt und die Steinschale ganz von dem hornartigen, weißen, Ölreichen Samenfleisch ausgefüllt. Es gibt eine größere Anzahl von Spielarten, von denen in Kamerun wohl die wichtigste

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lissombe ist, besonders ausgezeichnet durch dünne Steinschale und großen Samen. Unter diesem Namen ist sie aber nur bei den Duala und den mit diesen in Handelsverbindung stehenden Stämmen bekannt. Im Norden des Schutzgebietes verschwindet der Name. Die Balundu haben die Bezeichnung sembe, die Bangjang nennen die bessere Sorte eti. Auch im Süden ist der Name lissombe nicht bekannt. Bei den Buli heißt die bessere Sorte avelle, bei den Jaunde mbie, im Edeabezirk lisibenbenge, in Jabassi mawassa. Ob diese guten Varietäten durch Saat ihren Vorzug, die dünne Steinschale, stets vererben, ist noch fraglich. Wiederholte Auswahl des Saatgutes dürfte aber wie bei andern Kultur- pflanzen zu einer gewissen Konstanz führen. Eine in dieser Beziehung vielleicht sichrere Varietät (oder Art?) ist die in Jaunde unter dem Namen nsegelen bekannte, die sich von der gewöhnlichen Oelpalme mit ihren Spielarten dadurch unterscheidet, daß die Früchte länglicher und vor der Reife nicht schwarzbraun, sondern grün sind und niemals eine so dicke Steinschale aufweisen wie die gewöhnliche Oelpalme, die in Ossi- dinge, Jaunde, Ebolowa, Joko und Banjo dilombe oder dibope heißt. In Togo heißt die gewöhnliche Form de, ede oder deti, auch okpe&, eine ölärmere Art sedde, eine ölreichere dechla. In Gbele trennt man von der dechla noch eine Sorte mit besonders großen Früchten ab, deula genannt. Eine alle andern Arten an Oelgehalt übertreffende ist die seltne, zu Fetischzwecken dienende und geheimgehaltene Klude, in Gbele auch agode, in Lavanio bahinniba, von den jJoruba okbe genannt. Bei ihr sind auch die Kelchblätter rot gefärbt, fleischig und ölhaltis. An den Blättern soll sie leicht dadurch kenntlich sein, daß die einzelnen Blatt- fiedern nicht frei, sondern verwachsen, vom Winde allerdings häufig ein- gerissen sind. Ihre Früchte dienen nicht zur Oelgewinnung, sondern nur zu Fetischmedizin und zum Essen. — Wie weit die Stammpflanzen- dieser verschiedenen Namen identisch sind, ist noch zu klären. Die ursprüngliche Heimat der Oelpalme ist das westl. aequatoriale Afrika, doch findet sie sich verschleppt auch im östl. S.-Amerika; ferner eingeführt in W.-Indien und im malay. Gebiet. Oelpalmenprodukte werden heute nur aus West- Afrika ausgeführt, wo sich die Pflanze bis vor Kurzem in einer Art Halb- kultur befunden hat, jetzt aber mit Recht dringend, besonders für Eingebornenkulturen, empfohlen wird. Als solche, mit der Zeit aber auch als Plantagenkultur, sucht das Kol.-Wirtsch.-Komitee die Oelpalme auch in Deutsch-O.-Afrika einzubürgern, wo sie auf Kisuaheli mawesi, in Kirundi n’gasi heißt. Durch die vor einigen Jahren in Deutschland von der Firma F. Haake, Berlin, konstruierten Aufbereitungsmaschinen ist der Ausnutzung auch im Großen kultivierter Oelpalmen eine rationelle Basis gegeben worden. Bei der Wahl des Bodens ist sie außerordentlich anspruchslos, fordert nur viel Bodenfeuchtigkeit.

Wie für den westafrikanischen Neger, dem sie Bau- und Flecht- material, Palmenwein, besonders aber das unentbehrliche Oel zur Nahrung bietet, so ist die Bedeutung der Oelpalme auch für den Weltmarkt eine außerordentlich große. Die jährliche Ausfuhr von Palmkernen und Palmöl aus Afrika beträgt etwa 50 Millionen Mk. Bei einer rationellen Kultur und Ausbeutung wird sich dieser Betrag aber vervielfältigen lassen. Während man das Palmöl aus der Faserschicht der Frucht im Pro- duktionslande selbst gewinnt, wird das Samenfett aus den exportierten Kernen erst in Europa gepreßt. (Marseille, Harburg). In seinen Eigen- schaften ähnelt es dem Kokusnußfett und wird, wie dieses, zur Herstellung von Seifen und Kerzen und mit ihm zusammen zur Fabrikation der Pflanzenbutter gebraucht. Die Preßrückstände können als Futter- und

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Düngemittel, auch als Feurungsmaterial dienen. Das Palmöl hat im frischen Zustande einen sehr angenehmen, veilchenähnlichen Geruch und milden Geschmack und gibt dann ein gutes Speiseöl ab. — Semler, |. 658. — Fesca, Il. 171. — Tropenpfl. VI, (1902). 450; VIII, (1904). 283. — J. Adam, Le Palmier a Huile. Paris, 1901. — F. Soskin, Die Oelpalme. Berlin, Kol.-Wirtsch.-Komitee, 1909.

443. Elaeis melanococca. Palme. Amerikanische Oelpalme, deren Samen als Oelfrüchte zuweilen auf den europäischen Markt kommen.

444. Elaeocarpus spec. div. Elaeocarpacee. Bäume mit ab- wechselnden Blättern und reichblütigen Blütentrauben. Tropen der alten Welt außer Afrika. Die olivenartigen Früchte mancher Arten sind eßbar (Olivennüsse). Die Rinde einiger gerbstoffhaltig, so von E. Hooke- rianus, auf Neuseeland pokaka; E. dentatus ebenda, der Baum dort hinau, die Rinde kirihinau genannt. Diese und einige andre Arten liefern auch vorzügliches Nutzholz.

445. Elaeocarpus copalliferus — Vateria indica. 446. Elaphrium —= Bursera.

447. Elephantorrhiza Burchelli. Leguminose. Häufiger Baum- Strauch aus S.-W.-Afrika, der ziemlich alt und etwa 2!/; m hoch wird. Von den Nama nunib, von den Kaffern il harab, den Buren Elands- bontjes genannt. Die in Wasser aufgelösten Wurzeln von den Hotten- totten als Mittel gegen Durchfali verwandt. Die Kaffern gebrauchen die Wurzeln zum Gerben. Als Gerbwurzel jetzt allgemein anerkannt.

448. Elettaria cardamomum. Zingiberacee. Heimisch in S.- Asien und auf den Sundainseln; in Indien sehr alte Kulturpflanze. Heutige Hauptanbaugebiete Brit.-O.-Indien, besonders die Malabarküste, Ceylon, Hinterindien; auch in andre Tropengebiete eingeführt. Die Pflanze ist dem Ingwer (n 1197) nicht unähnlich, doch stehen die kleineren weißen Blüten nicht zapfenförmig dicht gedrängt, sondern locker. Die schwachen Blütenstengel selbst stehen nicht aufrecht, wie beim Ingwer, sondern liegen am Boden und biegen nur die Spitzen etwas aufwärts. Die unregelmäßig eckigen, rauhen, braunen Samen liegen in pergamentartigen dreifächrigen Kapseln. E. cardamomum var. minor liefert de Malabarkarda- momen, E. cc. var. major die weniger in den Handel kommenden Ceylonkardamomen. Diese Pflanzen, wie auch andre Zingiberaceen, die alle ein sehr ähnliches Wachstum zeigen, schießen besonders gern auf geschlagnen Waldpartien, an Waldrändern, im Buschwald auf. Kardamom gedeiht nur bei reichlichem Regenfall und hoher Luftfeuchtigkeit, am besten in Erhebungen von 500 bis 1600 m über Meer. Fortpflanzung meist durch Rhizomstücke, da Samenpflanzen zu lange auf Ertrag warten lassen. Die Ernte muß geschehen, wenn die Früchte noch nicht ganz reif sind, da sie sonst aufplatzen und die Samen verloren gehen. Außer als Gewürz finden Kardamomen auch Verwendung in der Medizin als Zusatz zu verschiedenen aromatischen Präparaten und in der Likör- fabrikation. Da im Handel bisher ein besonders weißes Produkt gefordert wurde, übte man in Indien Bleichen mit Schwefel und Färben mit Stärke aus. jetzt aber soll man in Ceylon eingesehen haben, daß der einfach an der Sonne, nicht im Ofen getrocknete und künstlich gebleichte Kardamom viel gehaltvoller ist, und dieser grüne Kardamom soll in Ceylon gute Nachfrage und Preise erzielt haben. Nach O.-Afrika wird das von Arabern und Indern gern benutzte Gewürz von Bombay gebracht und als eliki bezeichnet. Ob sich der Anbau lohnen würde, erscheint fraglich.

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449. Eleusine coracana. Graminee. Korakan, Ragihirse, Afrikan. Hirse, Eleusine-Korn. Kulturform von Eleusine in- dica, einem in den Tropen weit verbreiteten Unkraut. Selten mehr als 1 m hohes, sich reich bestockendes Gras mit 4—6, zuweilen mehr, finger- förmig am Halm angeordneten Aehren (Fingerhirse), die oben einwärts gekrümmt sind, bei der var. stricta aber fast grade aufrecht stehen. In Ceylon ist der singhalesische Name kurakkan oder korakan gebräuch- lich; in Abessinien heißt die Pflanze dagussa, woher der für diese Hirse- art häufig gebrauchte Name Tokusso kommt; im Dekan und in S.- Indien ragi, bei den Hindus im nördl. Indien nachani oder nagli, in Bengalen marua, im Himalaya koda, in Deutsch-O.-Afrika uimbe auch ulesi. Auch in China und Japan ist diese Hirse bekannt, ebenso in Zentral-Afrika bis zum westl. Sudan und nördl. bis in die Oasen, ferner ist sie am Kilimandjaro und im afrikan. Seengebiet eine wichtige Kultur- pflanze. Manchen afrikan. Stämmen dient das bittre, von den harten, kiesligen Fruchtschalen nicht trennbare Mehl als Hauptnahrungsmittel. Vorzüglich eignet es sich zur Bierbereitung. Die Neger vermalzen es regelrecht. Sehr klimaharte und genügsame Pflanze. Das Gras liefert, auch als Heu, ein nahrhaftes Pferdefutter, erschöpft aber den Boden sehr. Auch eine rohe Faser soll es geben und zur Papierfabrikation geeignet sein. — Semler, Ill. 146. — Fesca, I. 194.

450. Emblica officinalis — Phyllanthus Emblica.

451. Enantia chlorantha. Anonancee. 20—25 mhoher, bis 50 cm starker Baum in W.-Afrika. Bei den Duala nje oder bonuk& genannt, bei den Bakoko und Edea nse, den Jaunde mfo, den Bakundu bo- lölo. Das harte, mittelschwere Holz hat eine schwefel- oder zitronen- gelbe Farbe, die in der Flächenwirkung sehr reizvoll ist. Als Tischler- und Drechslerholz verwendbar. Doch soll die Farbe schwinden.

452. Encephalartos Hildebrandtii. Cycadacee. Palmenähnlicher Baum, dessen Stamm, zuerst knollig, zuletzt säulenförmig, 2—3 m hoch wird und von den Blattnarben gepanzert erscheint. Blättchen dornig ge- zähnt. Häufig in den trockneren Buschgegenden O.-Afrikas, von den Suaheli mkarabaka genannt. Samen eßbar. Der in S.-Afrika wachsende E. caffer, mit meist ganzrandigen Blättchen, liefert den Hottentotten im Mark des Stammes ein zum sogenannten Kaffernbrot verbacknes Nahrungsmittel.

453. Enckea = Piper.

454. Entada scandens — Pusaetha scandens.

455. Entandrophragma angolense. Meliacee aus Angola (dort Quibaba da Queta). Hoher bis 40 m erreichender Baum, der maha- goniartiges Holz liefert.

456. Epicampes stricta und macroura. Graminee aus Mexiko und den benachbarten Distrikten. Wichtigste Stammpflanzen der Zaca- tonwurzel. Ep. stricta, ausdauerndes, büschelförmiges Gras mit 0,60 bis 1,50 m langen Halmen und 15—30 cm langer walzenförmiger Aehre; Ep. macroura mit gedrungnen Aehren und kürzern Halmen. Haupt- bestände auf entwaldeten Ebnen und Abhängen zwischen 1000 und 3300 m Höhe. Lockrer, tiefgründiger, sandiger oder leichtlehmiger Boden liefert die besten Qualitäten. Gewisse Feuchtigkeitsmenge für die Ernte der Zacatonwurzel erforderlich. Die Pflanze ergänzt sich beständig von neuem, nach 3—5 Jahren können dieselben Bestände wieder ausgebeutet werden. Die Kultur des Zacatons ist teilweise schon mit Erfolg durchgeführt worden,

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auch in tiefern Regionen. An die Aussaat schließt sich eine Wartezeit von 6--8 Jahren, dann dauernde Nutzung. Die ausgehobnen, gewaschnen und geschwefelten Wurzeln werden zu Bürsten, Schrubbern, Besen und dergl. verarbeitet und bilden als Rohstoff einen wichtigen Exportartikel, speziell nach Deutschland. Hier werden sie Mexikanische Reiswurzel, Raiz de Zacaton, in England Witchroot, in den Verein. Staaten Broomroot, Mexican Broomroot, Mexikan Whisk, auch Riceroot und Dogtorth, in Frankreich Chiendent genannt. Bei dem zunehmenden Bedarf gilt der Absatz für absehbare Zeit gesichert. Die Graswurzelgewinnung, auch andrer Arten, dürfte auch in unsren Kolonien als Eingebornenproduktion Bedeutung gewinnen können. — Tropenpfl. X, (1906). 369.

457. Eragrostis abyssinicaa Graminee. Teff, Tief, thaf. Trotz seiner nur etwa stecknadelkopfgroßen Samen in Abessinien ziemlich wichtiges Nahrungs-Gras. Aus geröstetem Teffbrot wird auch das dort buza genannte Bier gebraut. Eine andre von den Daza krib genannte Art muß in Borku und Ennedi oft die Stelle des Getreides vertreten.

458. Eragrostis Neesii._ Graminee. Diese Art wie auch E. bahiensis, beide aus dem trop. S.-Amerika, sind gute Futtergräser.

459. Eragrostis spinosa.. Graminee. Südwestafrikan. Gras, das im Kapland unter günstigen klimatischen Verhältnissen zum Dünenbau benutzt worden ist. Beim Eisenbahnbau in Deutsch-S.-W.-Afrika hat es sich weniger gut bewährt, offenbar aus Mangel an Wasser in der ersten Zeit nach dem Einsetzen.

460. Eriobotrya japonica. Rosacee. Aus Japan stammender Baum mit großen immergrünen längs gefurchten Blättern und weißen Blüten. Wegen der pflaumengroßen, gelben Früchte (Japanische Mispel, Bibasse, Japanische Pflaume, Loquat), ist der Baum in Australien, Kalifornien und im östl. N.-Amerika eingeführt worden; auch in Reunion massenhaft gebaut, trägt dort aber nur kleine Früchte. In Wilhelmstal und im Kondeland in O.-Afrika soll er ebenfalls gedeihen und Früchte bringen, an der Küste dagegen nicht. Der Loquatbaum ist sehr fruchtbar, kann durch Samen, Stecklinge und Veredlung auf dem Mispelbaum fortgepflanzt werden.

461. Eriodendron anfractuosum — Ceiba pentandra.

462. Erodium cicutarium. Geraniacee Reiherschnabel, Alfilaria. Bekannte Pflanze mit einer Grundrosette gefiederter, rauh- haariger Blätter und kurzem, nicht oder wenig beblättertem Stengel, der eine oder wenige Dolden kleiner lila-purpurner Blüten trägt. Die ur- sprünglich im Mittelmeergebiet heimische Pflanze ist heute in Europa, Asien und Amerika weit verbreitet. In Arizona gilt sie als vorzügliche Futterpflanze für alle Art Vieh, ganz besonders für Schafe; auch als Heupflanze verwertbar. Einführungsversuche für Deutsch-S.-W.-Afrika dringend zu raten.

463. Erodium hirtum. Geraniacee. Wächst in den Wüsten N.-Afrikas. Die nußgroßen Knollen der Wurzeln werden wie Kartoffeln gegessen.

464. Eruca sativa.. Crucifere. Die Samen dienen den Tuaregs der Sahara zur Nahrung; das Kraut als Futter für Ochsen, Kamele, Ziegen, Schafe.

465. Erythrina corallodendron. Leguminose. Kleiner Baum im trop. S.-Amerika und auf den Antillen (Korallenbaum). Liefert korkartiges Holz, Baracara, Korallenholz, Arbol madre.

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466. Erythrina indica.a Leguminose. Mittelhoher, schnell- wüchsiger Baum mit dicken Zweigen, dessen Stamm in der Jugend mit Stacheln bewehrt ist. Die Blüten erscheinen in der laublosen Periode in ansehnlichen, aufrecht stehenden, scharlachroten Trauben. Blätter mit drei ziemlich großen rundlichen Blättchen. Von Vord.-Indien bis Australien. Heißt in Indien pangra, panjira, mandära, bei den Malayen dudap oder dadap. Im trop. Asien in den Piefferpflanzungen allgemein als Stützbaum und Schattenbaum angepflanzt; zu letztem Zwecke auch in andre Tropenländer eingeführt. Außerdem gibt er ein dunkel- braunes, aber wertloses Gummi; in dem Rindenbast eine starke Faser. Aus den Blüten, auch aus der Rinde wird eine rote Tinte hergestellt. Die Blätter werden verfüttert, in jungem Zustande als Zukost zum Curry ge- nossen. Auch das Holz ist brauchbar. — Noch andre Arten, die alle einen sehr ähnlichen Wuchs haben, werden als Schattenbäume und zur Gründüngung gepflanzt, so E. lithosperma im malay. Archipel, dort dadap serep genannt; E. velutina und E. umbrosa im trop. Amerika, erste in Venezuela bucare ananco, letzte bucare pionio genannt. E. glauca aus Brasilien wird auf den Kakaoplantagen in Trinidad hauptsächlich als Stickstofflieferant gepflanzt. E. ovalifolia ist nn malayischen Gebiet zur Aufforstung für schlechte Böden empfohlen worden.

467. Erythrophloeum guineense. Leguminose. Kräftiger aka- zienartiger, unbedornter Baum mit rissiger Rinde, doppelt gefiederten Blättern, kleinen gestielten, an den Zweigenden rispig angeordneten Blüten und länglichen, zusammengedrückten, ledrigen Hülsen, in denen die Zwischen- räume zwischen den Samen mit Mark erfüllt sind. Die Rinde enthält einen dunkelroten Farbstoff und ein sehr gefährliches Gift, das Ery- throphloein, das ein starkes Herzgift ist, aber auch in der Augen- heilkunde als Anästhetikum Verwendung findet. Abkochungen von ihr werden, anscheinend im ganzen trop. Afrika, zu Gottesurteilen und krimi- nellen Zwecken verwandt, stellenweise auch zur Herstellung von Pieilgift. Der Baum ist im ganzen trop. Afrika verbreitet, hauptsächlich in den Waldungen der mäßig feuchten Gegenden, gelegentlich auch in der Steppe. Bei allen Bantuvölkern scheint er moavi, muavi, mwavi zu heißen. Doch kommt dieser Name offenbar auch andern giftigen, zu ähnlichen Zwecken benutzten Leguminosen zu, so Parkia Bussei in der Nähe von Wiedhafen, Stuhlmannia moavi bei Pangani. In Togo sagt man tsa oder etsa, in der Ewesprache tia, bei Tschaudjo in Togo kekeu; in Mombuttu elinda. Andre Namen für die Rinde sind in W.-Air. sassy, mancone, talincassa, buvanides, floupes. In der engl. Literatur findet man für den Baum den Namen Red-water-tree. — Das feste, harte und schwere, feinfasrige, rotbraune H ol z ist fast unverwüstlich, widersteht den Termiten und gerät schwer in Brand. Zum Haus-, Brücken- und Schiffs- bau geeignet, besonders auch zu Lafetten und Kanonenrädern; wäre auch für Eisenbahnschwellen zu berücksichtigen. Ferner gilt es als eines der besten Furnierhölzer. Der Anzucht des Baumes wäre deshalb von den Forstverwaltungen besondre Aufmerksamkeit zu schenken. Er wächst z. B. im Sachsenwalde bei Daressalam.

468. Erythroxylon areolatum. Erythroxylacee. Liefert das zu Bauzwecken verwendete Red wood von Jamaika, ein Holz, dessen rötlicher Färbung die Gattung ihren Namen verdankt. Einige Arten geben gutes Werkholz, wie E. hypericifolium und E. laurifolium von Madagaskar und den Maskarenen.

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469. Erythroxylon coca. Erythroxylacee. Kleiner Strauch, im Wachstum vergleichbar mit dem bei uns in Gartenanlagen häufig kulti- vierten Schneebeerenstrauch. Die 3—5 cm langen, 1—2 cm breiten, spitzen Blätter sind oberseits frisch hellgrün, unten noch heller, daran leicht zu erkennen, daß auf jeder Seite der starken Mittelrippe in flachem Bogen von der Basis bis zur Spitze eine Längslinie verläuft. Die kleinen gelblich- weißen Blüten an kurzen Stielen büschelweise aus den Blattwinkeln. Die kaum zentimeterlangen, einsamigen Beeren lebhaft rot. Heimisch in den peruanischen und bolivianischen Anden, wo das Produkt cuca genannt wird. Man unterscheidet zwei Varietäten, von denen die eben beschriebne huanuko heißt und im höheren Gebirge wächst. Die andre, truxillo, die auch botanisch den Wert einer Varietät, nach manchen sogar einer Art hat, heißt E.novogranatense und zeichnet sich durch buschigeren Wuchs, reichlichere Beblättrung und meist kleinere, beiderseits hellere Blätter aus, die nicht spitz, sondern in einer Rundung oder sogar mit einer Ausbuchtung enden. Sie ist nicht so reich an Kokain, aber als Tief- landsform von Bedeutung. Die von den Eingebornen ais ypara und hatun yunka unterschiednen Spielarten decken sich vielleicht mit diesen Varietäten.

Auch heute noch sind die bedeutendsten Produktionsländer der Coca Bolivien und Peru, doch ist der Strauch durch die Kultur in der ganzen Andenkette von Kolumbien bis Nordchile und nach Osten darüber hinaus verbreitet. Auch in andre Erdteile ist er eingeführt worden, besonders in Ceylon und Java hat die Kultur in den letzten Jahren Fortschritte gemacht.

Fortpflanzung hauptsächlich durch Samen, die aber nur acht Tage nach dem Pflücken ihre volle Keimkraft behalten. Stecklinge und Ab- senker geben schlecht bewurzelte, schwächliche Sträucher. Die Saat wird auf lockre, beschattete Beete breitwürfig ausgesät und nur oberflächlich eingedrückt. Wenn die Pflänzchen 15 cm hoch sind, kann das Schatten- dach entfernt werden. Versetzbar sind sie bei 40—-60 cm Höhe. Der Boden darf nicht nährstoffarm sein. Nach mehrmaliger Ernte Stickstoff- und Kalidüngung zu empfehlen. Nässe im Boden schadet. Pflanzweite 1 bis 1!/;, m. Erntereif ist die Pflanzung nach zwei Jahren. Eine gut gepflegte Plantage behält 10—20 Jahre ihre volle Ertragfähigkeit. Die zur Ernte ge- pflückten Blätter werden an schattigen Plätzen nicht zu schnell getrocknet, denn sie dürfen nicht in Schweiß geraten.

Bei den Eingebornen S.-Amerikas dienen die Blätter als sehr wirk- sames Reizmittel; sie werden mit der Asche der Quinoa-Pflanze (Cheno- podium quinoa) zusammen gekaut. Für den Export kommt das Produkt der Pflanze nur als Heilmittel in Betracht, hauptsächlich zur Er- zeugung von Unempfindlichkeit bei Operationen (Anästhetikum). Der wirksame Bestandteil der Blätter ist ein Alkaloid, das Kokain. — Die Pflanze gedeiht in Kamerun und Usambara gut, und wir könnten den Bedarf Deutschlands aus unsern Kolonien decken. Bei der heutigen amerikanischen Ueberproduktion lohnte sich der Anbau aber nur, wenn fremdes Kokain mit hohem Zoll belegt würde. — Semler, I. 592 if. — Hans Winkler, Ueber die Kultur des Kokastrauches besonders in Java. (Tropenpfl. X, [1906]. 69 ff.).

470. Erythroxylon 'suberosum. Erythroxylacee. Brasilien. Zur Korkgewinnung benutzt. Die Rinde liefert, ebenso wie die von E. tortuosum, eine braunrötliche Farbe.

471. Eucalyptus spec. div. Myrtacee. Meist riesige Bäume in Australien und Tasmanien, wenige auf Neu-Guinea und im malay. Gebiet.

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Die Gattung ist dadurch ausgezeichnet, daß die Blumenblätter völlig zu einer mehr oder weniger holzigen Kappe verwachsen sind, die als Ganzes wie ein Deckel abgesprengt wird. Der große Nutzen vieler, noch dazu mit verhältnismäßig magrem Boden vorliebnehmenden Arten beruht auf dem schnellen und schlanken Wachstum, auf der Massigkeit, Härte, Dauer- haftigkeit, Elastizität und meist leichten Spaltbarkeit des Stammes, ferner auf dem reichen Gehalt an ätherischem Oel, besonders in den Blättern, und an einem gerbstoffreichen Harz (Kino). Die fiebervertreibenden Wirkungen der Eucalypten in Sumpfgegenden sind zurückzuführen auf ihre reichliche Wasserverdunstung, ferner auf die Entwicklung von Ozon unter dem Einfluß der verdampfenden ätherischen Oele. Zu den bekanntesten gehört E. globulus (Blue gom tree, Blaugummibaum, balluk), der in Italien häufig angepflanzt wird. Das feste Holz findet namentlich im Schiffsbau (zu Kielen, Masten usw.) Verwendung, ferner zu Eisenbahn- schwellen, überhaupt da, wo Luft und Wasser das Holz angreifen. Doch soll es hinter den meisten andern Eucalyptus-Hölzern an Dauerhaftigkeit und Nutzwert zurückstehen. Ebenso das von E. amygdalina (Giant eucalypt, wangara). Bei diesem sind Stämme von 155 m Länge und 30 m Umfang gemessen worden. E. gomphocephala (tooart, tuart, tewart), bis 50 m hoch, mit sehr kräftig gebautem, häufig schon in geringer Höhe verästeltem Stamm, liefert hellgelbes, auf- fallend hartes, sehr schweres und schwierig zu bearbeitendes Holz zum Schiffsbau. E. corynocalyx (Zuckereucalyptus, Sugar gum tree); sein Holz zählt zu den besseren der Gattung, hält. sich im Boden sehr gut. Der Baum ist mit Erfolg in das dürre Hinterland von Algier eingeführt worden und empfiehlt sich wohl überhaupt zur Anpflanzung in wüstenhaften Strichen. Das süßliche Laub wird von Rindern und Schafen abgeweidet. Eine der mächtigsten Arten ist E. diversicolor (karri), von der 100 m hohe, bis 60 m über dem Boden astfreie Bäume mit 10 m Umfang am Stammgrunde gemessen worden sind. Das hellfarbige, ge- dämpft biegsame, gradfasrige, zähe Holz dient beim Schiffsbau, liefert Planken, Speichen, Felgen und findet in Europa, besonders in England, zunehmende Verwendung zur Straßenpflasterung, da es bei feuchtem Wetter nicht sehr glatt wird. Karriholz ist auch fast unverbrennbar. E. botry- oides (Bastard mahagony, bangalay, binnak) gibt lichtbraunes, sehr brauchbares Holz zu Wagnerarbeiten und Schindeln. Sehr geschätzt zu Wagnerarbeiten, zum Schiffsbau und zu Bahnschwellen ist das hellgelbe bis braune, außerordentlich dauerhafte Holz von E. goniocalyx. Das tale Holz von E. crebra geht als Iron bark. E. rostrata, ein schöner weißstämmiger Baum mit weit ausladender Krone, deren letzte Zweige samt den langen, sicheligen Blättern weit herabhängen, im Grund- wasserbereich der Flüsse und Kriks, liefert mit E. marginata (jarra), einem mehr in die Höhe gehenden Baum mit dunkelgrauer, fasriger Borke, das wertvollste aller E.-Hölzer. Es ist dunkelbraun, sehr druckfest und außerordentlich dauerhaft, auch besonders widerstandsfähig gegen Bohr- muscheln. Beide Hölzer empfehlen sich ausgezeichnet zum Brückenbau, zu Bahnschwellen und Wagnerarbeiten, auch zur Straßenpflasterung. Das jJarraholz ist fast unverbrennbar. Es ist das wertvollste „Austra- lische Mahagoni“ und kommt in Europa in steigendem Maße zur Einfuhr und Verwendung. Der Jarrabaum hat sich in Indien, auf Ceylon und Zanzibar gut fo

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