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DRUCK DER SPAMERSCHEN BUCHDRUCKEREI IN LEIPZIG COPYRIGHT 1921 BY FRANKFURTER VERLAGS-ANSTALT A.-G. IN FRANKFURT A.M.
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ALPHABETISCHES VERZEICHNIS DER GEIGEN- UND LAUTENMACHER
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Aabenmund, Jens Iversen. — Tversted(?). 1762
Seinem Zettel nach ein Drechsler, der einige sonderbar aussehende Geigen gebaut hat. Der Name des Wohn- orts ist nicht sicher lesbar gewesen. Geigenzettel : Forfoerdiget af Jens Iv. Aaben- / mund, Dreier i Tverstedt / Ao 1762 (geschrieben).
Aachner s. Achner
Aagaard, Larsen. — Kopenhagen
Geb. 9. Juli 1847 in einem dänischen Dorfe, kam er 1862 in die Maschinenbaulehre und wurde in der Modellwerkstatt verwendet. Sein Meister Heinrich Hertz war gelernter Musikinstrumentenmacher, unter dessen Leitung Aagaard 1 866 zum Geigenbau überging. Im Jahre 1876 siedelte er nach Amerika über, arbeitete in vielen bedeutenden Geigengeschäften, so bei Lyon und Healy, dann bei F. Cristofori in Chicago, und kehrte 1883 nach Kopenhagen zurück, wo er seine eigene Werkstatt eröffnete und Anerkennung fand.
Abbate, Alessandro. — Neapel. 1890. 1899 Ein Mandolinenmacher, der jetzt mit seinem Sohne gemeinsam arbeitet.
Abbate, Alfonso. — Neapel. 1845
Ein Lautenmacher, der gute Instrumente nach den her- gebrachten Modellen verfertigt hat. Seine Mandolinen hatten seinerzeit guten Ruf.
Abbate, Luigi. — Neapel. 1860
Wahrscheinlich Sohn, Schüler und Nachfolger von Alfonso Abbate, dem er in seiner Arbeit nahesteht.
Abbatl, Giambattista. — Modena. 1775. 1795 Seine Arbeit erinnert an Cassini, aus dessen Schule er hervorgegangen sein mag. Wenn er auch nur zu den mittelmäßigen Nachahmern der Amati und Stradivarl gehört, so hat er doch einzelne gute Geigen, namentlich Bässe, gebaut, die stark im Holz sind und braunen Lack zeigen. Eine gutklingende Viola von ihm befindet sich in der Sammlung Valdrighi.
AbelUe. — Avignon. 1870. 1876
Ein Musikinstrumentenhändler, der eine Reparatur- werkstatt für Blech-, Holz- und Streichinstrumente be- saß. 1876 ward Gaetano Autiero sein Nachfolger.
Abel, Pater Rudolph. — Konstanz a. B. 1796
Ein Augustinermönch, der Violinen repariert hat. Das Konstanzer Augustinerkloster ist am Ende des 1 8. Jahr- hunderts in den Besitz der Stadt übergegangen, die die Bestreitung des Unterhalts für die damaligen wenigen Ordensangehörigen bis zu deren Lebensende übernahm.
Pater Rudolph, über den die dürftigen, noch erhaltenen Klosterakten keine Auskunft geben, hat also wohl seinen stillen Lebensabend damit beschlossen, seiner Geigenliebhaberei zu leben. Grillet teilt nur den unvoll- ständigen Zettel mit, auf dem der Wohnort fehlt, und rechnet Abel ohne ersichtlichen Grund zur italienischen Schule.
Geigenzettel : Raccommode par le Pere Rodolphe/ Abel de l'ordre de St. Augustin / ä Constance sur le lac. 1 796 (gedruckt).
Äberg. — Malmö. 1850
Er soll niclit ungeschickt gewesen sein, ist hauptsächlich aber als Reparateur bekannt.
Absam, Thomas. — Wakefield (Yorkshire).
1810. 1849
Er soll einer Tiroler Familie entstammen und stand in Diensten des Händlers Pickard in Leeds, versah aber auch einige bessere Geigen mit seinem eigenen Zettel. In seiner Arbeit erinnert er an Forster, kommt ihm aber nicht gleich.
Geigenzettel : Made by / Thomas Absam / Wakefield, Feb. 14/ 1833 (gedruckt).
Acevo (richtig acero, d. h. »Ahorn«, vgl. auch Sapino, d. h. Tannenholz)
Auf dem Boden einer Viola aus Saluzzo las man das — wie de Piccolellis nachweist — die Holzart bezeichnende Wort acero. Fetis las »Acevo« und hielt dieses Wort für den Namen eines Geigenmachers. So kam dieser »Acevo« in die Literatur, und noch VidaP) und Grillet führen ihn an, lassen ihn sogar einen Schüler Cappas sein und setzen, je nach Belieben, sein Zeitalter zwischen 1620 und 1690 und seine Heimat in Cremona oder Saluzzo ein.
Achille e Vinaccla. — Neapel. 1880. 1900
Mandolinenmacher, die gute und oft hübsch ausge- stattete Instrumente bauen.
Achner, Joseph. — Mittenwald. 1760
Er schrieb seinen Namen, der von der Achen, einem Nebenfluß der Isar, abgeleitet scheint, zeitweilig auch Aachner, und ist ein weniger hervorragender Geigen- bauer als viele seiner Mittenwalder Zeitgenossen. Er gehört jedoch zu denen, die den Übergang vom Stainer- modell zu den Cremoneser Modellen anbahnen halfen.
^) Vidal beruft sich freilich nur auf Fetis und erklärt ausdrücklich, kein anderes, ernst zu nehmendes Zeugnis von der Existenz dieses »Acevo« zu kennen.
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Achner, Michael. — Wallgau. 1764
Zur MIttenwalder Schule gehörig, vielleicht ein Bruder von Joseph und Philipp Achner. Wallgau liegt nur wenige Stunden von Mittenwald entfernt. Er hatte ein langes, hochgevk'ölbtes Modell mit schmalem (2' o mm) Rand und sehr dünner Ader. Die Mittelbügel nahm er sehr lang, die Schnecke ist recht gewöhnlich, der Lack braungelb. Für die Decke scheint er hartjähnges Holz, für den Boden kleingeflammten Gebirgsahorn bevor- zugt zu haben.
Geigenzettel: Abb. 1.
Achner, Philipp. — Mittenwald. 1772. 1798
Er gehört zu den besten Vertretern der Klotz-Schule, verwendet gutes Holz und braunen Lack. Der Ton seiner Geigen ist oft von besonderer Schönheit, wenn auch zumeist nicht sehr groß. Eine Violine von ihm be- findet sich im Musikhist. Museum von W. Heyer in Köln.
Geigenzettel : Philipp Achner in Mitten- / wald an der Iser 1 798 (geschrieben).
Achner, Thomas. — Mittenwald. 1789
Ahnlich wie Philipp und Joseph A. Eine Geige von ihm besitzt Valdrighi, der ihn auch in seiner Nomochehurgo- grafia unter Nr. 3991 aufführt.
Accoulon, Alfred. — Paris
Teilhaber der bekannten Firma J. Thibouville-Lamy, Ritter der Ehrenlegion und des belgischen Leopold- ordens. Wenn auch hauptsächlich Fabrikant, so hat er doch den Geigenbau regelrecht erlernt und war als Geigenmacher auch auf der Pariser .Ausstellung im Jahre 1900 vertreten.
Ackermann, Anton. — Basel? 1838
In einer in Basel befindlichen kleinen Geige liest man : >> Anton Ackermann, 30. Hornung 1838 in Ordnung ge- richtet«.
Acton, A. W. — Woolwich. 1846. 1870
Englischer Geigenmacher, dessen Zettel sich in einigen guten Violinen findet.
Acton, William J. — Woolwich, London (Gipsey Lane). Geb. 12. Dez. 1848 in Woolwich
Sohn und Schüler von A. W. A. Er begann seine Lauf- bahn mit einer Kopie nach Stainer und hat seither über 140 Violinen, 12 Violen, 30 Violoncelli und 10 Kontra- bässe gebaut. Er verarbeitet vorzügliches Tonholz und bereitet sich seinen Bernsteinöllack selbst. Im Jahre 1898 verlegte er seine Werkstatt nach London. Sein Modell ist dem des Stradivari ähnlich, der Ton seiner Geigen ist edel und voll. Er gilt auch als geschickter Bogenmacher und ist äußerst sorgfältig als Wiederher- steller. Er beschäftigt keine Gehilfen und macht daher alles selbst, auch ist er ein tüchtiger Geiger. Meredith Morris veröffentlichte in »TheStrad« Jan. 1900 seine Biographie mit Bildnis usw.
Geigenzettel: William J. Acton, / Maker / St Mary Street, Woolwich 188 . . (gedruckt). — William John .Acton / Maker / Forest Gate London 1 898 (geschrieben).
Adam, G. Christian. — Halle, Berlin. Geb. um 1835, t 1886 oder 1888
Ein gewissenhafter Geigenmacher, der es zwar nicht zu besonderer Meisterschaft gebracht hat, aber als Repa- rateur nicht ohne Bedeutung war. Er war zuerst in Halle a. S. ansässig und siedelte um 1860 nach Berlin über. Seine Geigen sind sauber gearbeitet, meist aber zu schwer im Holz, sein Lack ist undurchsichtig und hart. Er war ein guter Lehrer; sein bester Schüler ist Oswald Möckel. In seinen letzten Jahren mußte er mit Schwierigkeiten kämpfen, weshalb er nur mehr schlech- tes Holz verarbeitete, das ihm seine Berliner Fach- genossen für billiges Geld überließen. .
Geigenzettel : Zu Ton verhelfen / G. Chr. Adam G|Ch Berlin 1 883 (gedruckt). — Reparirt von C. Adam / A Halle a.S. 1858 (gedruckt).
Adam, ... — Caen, f vor 1783
Ein wahrscheinlich aus Mirecourt stammender Luthier» dessen Geigen ohne Eigenart sind.
Adam, Jean. — Mirecourt. 1790. 1820
Er soll ursprünglich Geigenbauer und als solcher vor- übergehend in Valence gewesen sein, ist aber nur als Bogenmacher bekannt geworden, ohne es auch dann zu besonderer Geschicklichkeit gebracht zu haben. Seine Bögen sind in der Regel nur gewöhnliche Handels- ware.
Adam, Jean-Dominique. — Mirecourt. Geb. 30. Dez. 1795 in Mirecourt, f das. 1864
Schüler und Nachfolger seines Vaters Jean A. und wie dieser nur Bogenfabrikant. Nur die besseren Bögen ver- sah er mit dem Brandstempel : Adam. Er war nicht un- geschickt und konnte auf Bestellung recht gut arbeiten. Namentlich seine Bögen mit achteckiger Stange sind gut gelungen.
Adam (eigentlich Grandadam). — Mirecourt. Geb. in Mirecourt 26. Febr. 1823, f das. 19. Jan. 1869
Schüler seines Vaters Jean-Dominique, den er aber, vornehmlich als Bogenmacher, weit überflügelte. Brandmarke: Adam.
Adam, Johann. — (Mark-)Neukirchen. 1677
Er wird unter den Geigenmachern genannt, die 1677 von Graslitz nach Neukirchen übersiedelten und hier die Geigenmacherzunft begründeten. Arbeiten von ihm nachzuweisen, ist bis jetzt nicht gelungen. Ich bin sogar geneigt, anzunehmen, daß es sich hier nur um die Vor- namen eines Schönfelder( ?) handelt, und daß in der Zunftliste der Familienname nur versehentlich weg- gelassen ist.
Adams, Cathune. — Garmouth (Schottland). 1775. 1805
Er hat viele Kits, Violinen und VitDloncelli gebaut und diese oft reich mit Perlmutter und Elfenbein eingelegt. Sein Modell erinnert in mancher Hinsicht an N. Amati,
Adams — Airth
er verwandte einen dünnen, gelben Spirituslack. Es soll in Garmouth noch ein zweiter gleichnamiger Geigen- macher gelebt haben. Geigenzettel: Adams, Ma. / Garmouth , 1782 (geschr.).
Adams, Oliver. — Boston. 1897
In einer guten Geige frei nach Stradivari fand sich sein
Zettel.
Geigenzettel: Abb. 23.
Adamsen, P. P. — Kopenhagen
Begründete 1866 in Fyrkilde bei Hobro (Jütland) seine Fabrik von Streichinstrumenten. Seine Arbeiten werden gelobt ; in Musikerkreisen sind seine Bässe am meisten geschätzt.
Adanl, Pancrazio. — Modena. 1775. 1827
Hauptsächlich als Gitarren- und Mandolinenbauer be- kannt. Er scheint einen Sohn gehabt zu haben, der noch um 1868 arbeitete.
Addison. William. — London. 1665. 1670
Ein englischer Violenbauer, der von Sandys und Forster, die seinen m emer Viola gefundenen Zettel mitteilen, erwähnt wird. Eine Liraviole von ihm be- findet sich in der Sammlung Galpin (Hatfield). Geigenzettel: William Addison in Long .Alley , over against Moorfields 1670 (gedruckt).
Adler, Carl August. — Markneukirchen. Geb. 7. Nov. 1828, t 4. Juni 1869
Sohn und Schüler von Joh. Gg. A., arbeitete wie sem Vater meist für Händler.
Adler, Eduard. — Grünberg in Schlesien
Geb. 1865 in Bodzanowitz, war ursprünglich Cellist und als solcher Mitglied verschiedener Theater- und Konzertorchester. Er besuchte die Werkstätten von Edler in Frankfurt, von Riechers und Möckel in Berlin und Hammig in Leipzig, bildete sich allmählich auto- didaktisch zum Geigenmacher aus und gründete im Jahre 1888 sein Geschäft, in dem er seit Jahren tüchtige Gehilfen beschäftigt. Seine Spezialität ist die Repa- ratur; beim Neubau arbeitet er nach Stradivari und ver- wendet Ottoschen Ollack sowie Spirituslack. Er ist Verf. eines bei Merseburger in Leipzig 1895 erschienenen Büchleins über die Behandlung und Erhaltung der Streichinstrumente.
Geigenzettel : Gefertigt von ; Eduard .Adler / Grünberg in Schles. 18 . . (geschrieben).
.^dler, Johann Georg. — Markneukirchen. Geb. 1800 in Wernitzgrün. f 15. Dez. 1866 in Markneukirchen (66 Jahre 10 Monate 1 8 Tage alt)
Da er hauptsächlich billige Geigen für Händler gebaut hat, dürften nur wenige Werke seiner Hand mit seinem Zettel vorkommen. Er verwendete jedoch in seinen besseren Arbeiten einen Brandstempel mit seinem Na- men J.G.Adler. Eine so gezeichnete Viola von ihnj besaß Arnold Voigt.
Aelbrechts, Jakob. — Antwerpen 1558, f vor 1584
Lauten mit seinem Namen kommen noch heute vor; eine solche besaß vor einigen Jahren ein belgischer Musiker.
Aelbrechts, Lukas. — Antwerpen. 1588
Sohn von Jakob Ae. Im Jahre 1 588 wurde er als Meister aufgenommen. Wenn er auch hauptsächlich Clavecin- macher war, so dürfte er doch, wie sein Vater und die meisten seiner Zunftgenossen, auch Lauten gebaut haben.
Aerninck, Heindrick. — Leyden. 1681. 1736
Die Arbeiten mit diesem Namen sind so verschieden, daß man an zwei gleichnamige Meister denken muß. Die älteren gleichen denen von Willems in Gent, die jüngeren denen von Cuypers.
Aglio s. Dall'Aglio
Agostini, Sante. — Palermo?. 1822
Sein Name wurde auf einem Reparaturzettel (In einer Geige von .Achner) gefunden. S. D'Agostino.
Aicher, Hans. — Füßen. 1690
Er war Lautenmacher und wohnte in der Vorstadt. Arbeiten von ihm sind mir bisher nicht zu Gesicht ge- kommen.
Aicher, Mathias. — Füßen. 1666
Vielleicht ein Enkel des im Jahre 1535 aus München in Füßen eingewanderten Peter Aicher. In den Akten des Hochstifts Augsburg (im Kreisarchiv in Neuburg) heißt es von ihm: »Derzeit Schulmeister, sonsten ein Lauten macher.« — Er wohnte im zweiten Stadt- viertel.
L'Air s. Claudot
Airaghi, Cesare. — Mailand. 1883
Als selbständiger Geigenmacher ist er wenig hervor- getreten; einige bessere Instrumente, die er gebaut hat, ließen jedoch erkennen, daß er sorgfältig zu arbeiten verstand.
Aireton, Edmund. — London. Geb. um 1727, t 1807
Angeblich der Sohn eines gleichnamigen, schon 1735 vorkommenden Geigenmachers und ein Verwandter des Kirchenkomponisten Edmund Ayreton (1734 bis 1808), der unter Händel Hilfsorganist der Westminster- abtei war. Edm. A. gilt als ein Schüler Peter Wamsleys und ahmte Stainer und Amati nach. Die Arbeit ist gut, sein gelbbrauner Lack dagegen stumpf und der Ton unbedeutend. Da er viel für Norris & Barnes arbeitete, kommen verhältnismäßig selten Geigen mit seinem Zettel vor; eine solche aus dem Jahre 1755 war 1872 in South Kensington ausgestellt.
Airth,William.- Edinburgh. Geb.um 1 840. 1 889
Schüler und Schwiegersohn von James I. Hardie. Er arbeitete von 1860 bis 1881 in Edinburgh und wanderte dann nach .Australien aus.
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Aisele — Alban
Aisele (Aisile) s. Eisele Alba. — Lyon. 1822
Geschäftsteilhaber von Micollier (s. d.); ais Geigen- macher ist er jedoch ohne Ruf.
Alban, Franz. — Graz. 1 724
Ob er in irgendeiner Beziehung zu der Bozener Famihe Alban oder zu den italienischen Albanis steht, ist nicht festzustellen gewesen. Arbeiten von ihm sind sehr selten. Ich habe eine einzige Violine mit seinem Namen und der Jahreszahl 1 724 kennengelernt, die sich in der Fürstl. Lobkowitzschen Sammlung auf Schloß Raudnitz befindet.
Geigenzettel: Franciscus Albanus fecit / Grecia in Styna anno 1724 (gedruckt).
Alban, Johann Michael. — Graz. Geb. um 1677 In Bozen, f 27. März 1730 in Graz
Sohn erster Ehe und jedenfalls auch Schüler von Mathias A. Er scheint bei Wolfgang Sagmayr gearbeitet zu haben, dessen Tochter Eva Rosina er am 14. Februar 1702 heiratete, wodurch er das Geschäft seines damals bereits verstorbenen Schwiegervaters erwarb. Was sich an tatsächlichen Angaben über sein Leben ermitteln ließ, hat Dr. Fr. Waldner in der Innsbrucker Ferdi- nandeums-Zeitschrift (III. Folge, 55. Heft) veröffent- licht. Joh. Mich. A. war nach Sagmayrs Tod zweifellos der beste in Steiermark tätige Geigenmacher. Es haben sich noch viele Arbeiten von ihm erhalten. Häufiger als Violinen kommen jedoch Violoncelli von ihm vor, die übrigens nur in den F-Löchern an Arbeiten seines Vaters erinnern. Die Einlagen sind bei ihm weiter vom Rande entfernt, wodurch dieser breiter erscheint, die Ecken sind stumpfer, und auch die Schnecke ist mas- siger, sehr hübsch sind dagegen immer die statt der Schnecke oft vorkommenden Engels- oder Frauen- köpfchen. Die Wölbung ist ziemlich hoch. Der Lack ist rotbraun, von guter, fetter Beschaffenheit und fein- rissig, wodurch seine Arbeiten fast ein italienisches Aussehen erhalten. Auch das Holz ist gewöhnlich gut, nur sind die Böden auffällig dünn, so daß sie jetzt fast regelmäßig gefüttert werden müssen. Bei seinen Geigen soll er einen gelblichen Lack vorgezogen haben. Auf seinen in Kupferstich ausgeführten Zetteln, die in der Mitte das Grazer Wappentier zeigen, ist die Zahl 17 vorgedruckt, die mit Tinte hinzugefügte Jahreszahl fast regelmäßig so verblichen, daß sich genaue Jahreszahlen nur selten feststellen lassen. — Von seinen Söhnen scheint keiner Geigenmacher geworden zu sein. Drei Violinen von ihm besitzt Abt Sales Bauer in Rein (Steiermark), eine prächtig erhaltene große Viola Prof. Ant. Mayer in Admont.
Geigenzettel : Abb. 2. Alban, Joseph. — Bozen. Geb. 28. März 1680 in Bozen, f das. 10. Jan. 1722
Jüngster Sohn von Matthias A. und dessen erster Frau Elise Luggin und wahrscheinlich Schüler seines Vaters. Nach Dr. Fr. Waldners Feststellungen war er um 1 709 in der Fremde, heiratete im Jahre 1712 Anna Maria Magdalena Rorer und starb kinderlos. Man kennt nur wenig von ihm, auch werden seine meisten Arbeiten
jetzt wohl unter dem Namen seines Vaters gehen. In seinen jüngeren Jahren wird er als Gehilfe seines Vaters nur selten seinen Zettel in Geigen geklebt haben, sicher aber in seme Gesellen- urd Meisterstücke, daher ist es nicht auffällig, wenn Geigen mit der Jahreszahl 1703 schon seinen Namen tragen.
Geigenzettel : Abb. 9.
Alban, Joseph Anton. — Bozen. Geb. in Kaltem vor 1730(?), f 6. Juli 1771 in Bozen
Er war ein Sohn des jüngsten Stiefbruders von Math.A. Wessen Schüler er war, läßt sich nicht feststellen. Es scheint aber, daß er den von der Familie wahrscheinlich aufbewahrten Nachlaß von Joseph A. übernommen und sich dann als dessen Geschäftsnachfolger betrachtet hat. Dadurch erklärt es sich bis zu einem gewissen Grad, daß er die Zettel mit dem auf ihn eigentlich nicht zu- treffenden Wortlaute »Josephus filius Math. Albani usw.« beibehalten hat. Mit seiner Arbeit hat er seinem Namen Ehre gemacht. Nach Dr. Fr. Waldners Fest- stellungen heiratete er am 13. Februar 1759 Maria Bar- bara Ortner. Geigen von ihm befinden sich auf dem Musikchor der Bozener Pfarrkirche.
Alban, Matthias. — Bozen. Geb. zu St. Niko- laus m Kaltem am 28. März 1 621 , f m Bozen 7. Febr. 1712
Obwohl er neben J. Stamer der berühmteste Tiroler Geigen- und Lautenmacher war, sind seine äußeren Lebensumstände so schnell vergessen worden, daß selbst sein Name unrichtig in der italienisch klingenden Form Albani auf die Nachwelt gekommen ist. Selbst Beda Weber berichtete von ihm nur, daß er eine Geige von ihm aus dem Jahre 1645 kennen gelernt habe. Meine fortgesetzten Versuche, aus Kirchenbüchern und Magi- stratsakten einige Angaben über ihn zu erhalten, blieben jahrelang erfolglos. Wohl nahm ich auf Grund der mir bekannten Arbeiten an, daß er im Jahre 1621 geboren sei, wohl trat ich dafür ein, daß er, da es noch, wie mir glaubwürdig versichert wird, Geigen von ihm mit der Jahreszahl 1712 gibt, bis über das neunzigste Lebensjahr arbeitsfähig geblieben sei ; ein urkundlicher Beweis für diese Annahmen fehlte aber. Da gelang es endlich Dr. Franz Waldner in Innsbruck, dem sorg- fältigen Erforscher der Geschichte der Tiroler Geigen- und Lautenmacher, Licht in das Dunkel zu bringen. Nach seinen Feststellungen, die er im 55. Heft (II I.Folge) der Ferdinandeums-Zeitschrift veröffentlicht, ist Mat- thias Alban als ältester Sohn des Bauern Johann A. und dessen erster Ehefrau Agnes Selva in Kaltem (Uber- etsch) geboren und hat am 24. Mai 1671, also erst im Alter von 50 Jahren, zum erstenmal geheiratet. Seine Frau war Elisabeth, eine Tochter des Schlossermeisters J. Luggin (Lugg oder Luchini), f 1680. Am 4. Nov. 1682 ging er eine zweite Ehe ein mit Rosina Perlat, Maurermeisterstochter aus Brixen. Als er hochbetagt starb, hinterließ er ein ansehnliches Vermögen, und Dr. F. Waldner macht mit Recht darauf aufmerksam, wie glatt sein Leben verlief im Vergleich zu dem Jakob Stainers. — Wo M. Alban geleVnt hat, läßt sich noch nicht feststellen. Ich bin geneigt, ihn für einen Mit- schüler seines Altersgenossen Jak. Stainer zu halten;
Albanesi — Albert
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Deide haben viel Gemeinschaftliches m ihrer Arbeit, wenn auch Stainer der wesentlich genialere Meister war. In seinen jüngeren Jahren war M. Alban sicher von seinem Landsmann beeinflußt. Seine Geigen sehen in seiner ersten Zeit gut tirolisch aus, und es ist auf- fällig, daß sich etwa von 1680 an eine deutliche Stil- wandlung bemerkbar macht: eine Anlehnung an ita- lienische Vorbilder. Hat er damals Gelegenheit gehabt, Italien zu besuchen? Daß er schon in seiner Jugend bis nach Rom gekommen, ist unwahrscheinlich, obwohl behauptet wird, daß von dort datierte Arbeiten von ihm vorhanden sein sollen. Mir ist trotz eifrigen Nach- forschens eine solche von zweifelloser Echtheit bisher aber nicht vorgekommen, nur solche ohne Ortsbezeich- nung oder mit der ausdrücklichen Angabe Bozens als Ursprungsort. Echte Geigen mit echten Zetteln, die über 1 706 hinausgehen, kenne ich zwar nicht, doch soll es noch solche von 1712 geben. M. Alban wird in der letzten Zeit wahrscheinlich an seinem Sohne Joseph einen für ihn arbeitenden Gehilfen gehabt haben. Seine Geigen galten im 18. Jahrhundert, neben denen von Amati und Stainer, als die besten, die man kannte; da- her wurde sein Name auch vielfach mißbraucht und in Geigen angebracht, die nicht einmal von ferne an seine Arbeit erinnern. Sein bestes Modell nähert sich der Amati-Schule, ist aber meist sehr hoch gewölbt, mit hohen Zargen. Die Arbeit ist sehr sorgfältig. Das Deckenholz besonders schön, der Boden meist schlich- tes Ahornholz, der rötlich-braune, wenig elastische Lack von italienischem Charakter. Die F-Löcher sind zu weit offen; statt der Schnecken liebt er Köpfchen, Drachen und Fratzen anzubringen. Bei den Violen bleibt er den hergebrachten Formen treu, schneidet Schallöcher in Schlangenlinien und bringt unter dem Griffbrett noch ein durchbrochenes rundes Schalloch an. Wie auch Stradivari, erreichte er erst in seiner zweiten Lebenshälfte die Höhe seiner Kunst. Er ist minder originell als Stainer, kommt ihm im Tone aber sehr nahe. Hoffentlich wird sich die archivalische For- schung noch weiterhin mit ihm beschäftigen und we- nigstens die Frage lösen, wo er gelernt hat und wann er m Italien war. Er gebrauchte verschiedene, fast immer gedruckte Zettel, auf denen er sich stets Albanus oder Alban, nie aber Albani oder Albanius nannte. Er hat auch gute Bogen gemacht, ja es wird sogar behauptet, daß sie besser waren als die zu seiner Zeit in Cremona her- gestellten. Ausführlicheres über seine Familienverhält- nisse findet sich in Dr. Waldners mehrfach genannter Arbeit. Eine Liste seiner noch erhaltenen Geigen usw. müßte erst zusammengestellt werden. Eine prächtige Violine von ihm aus dem Jahre 1673 besitzt Dipl.-Ing. Rieh. Renner in Tutzing (flache Wölbung, 160 und 204 mm breit, Korpus 353 mm lang, Zargen überall 28 mm hoch). Eine Taschengeige von ihm aus dem Jahre 1680 war 1872 in South Kensington ausgestellt. Eine Chitarrone von 1696 besitzt Fritz Wildhagen in Haiensee, der ein gleiches Instrument von Magnus Stegher mit einem Reparaturzettel Albans von 1698 in seiner Sammlung hat.
Geigenzettel: Abb. 3, 10. 25, 26.
Albanesi, Sebastiane. — Cremona. 1 720. 1 744
Nach De Piccolellis und Vidal war er ein Schüler von Carlo Bergonzi. Er ist nicht originell und bevorzugt ein
an dieMailänderSchule erinnerndes Modell von flacher Wölbung. Lack und Ton sind unbedeutend.
Albani, Filippo. — 1773
Ein bisher unbekanntes Mitglied der Familie A., dessen Zettel De Wit veröffentlicht. Der Stammsitz der Fa- milie war vielleicht Bologna, wo der Name lange hei- misch gewesen ist. Geigenzettel : Filippo Albani fecit ' Anno 1 773 (gedr.).
Albani, Leopoldo. — Ancona. 1883 Wenig bekannter Reparateur.
Albani, Michele. — Palermo. 18. Jahrhundert
Ein wenig bekannter Meister, vielleicht ein Sohn von Paolo A. Der Vorname hat dazu veranlaßt, ihn mit dem in Graz nachweisbaren Michael Alban zu identifizieren. Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Meister aus zwei in keiner Beziehung zueinander stehenden Familien.
Mantua, Mailand. 1763
Albani, Nicola. 1770
Er könnte mit Paolo A. verwandt gewesen sein. Geigen von ihm zeigen gewöhnlich ein großes flaches Patron und haben einen sehr schönen rötlichen Lack, aber nicht immer gut gewähltes Holz. Ihres starken, oft edlen Tons wegen dürfen sie als vorzügliche Orchester- instrumente gelten. Ingenieur 0. Rüders in Wien besaß eine gute Violine von ihm. Eine dunkel lackierte, aus Mailand datierte Violine von ihm befindet sich in Regensburg m Privatbesitz.
Geigenzettel: Nicolaus Albani / fecit Mantua 1763 (ge- druckt). — Nicolaus Albani fatte / Milano 1770 (ge- schrieben).
Albani, Paolo. — Palermo, Rom, Cremona. Gen. »Signor Albani«
Seine Zeit wird in die Jahre 1630 — 1666 gesetzt, Vidal meint noch 1670 und erwähnt, daß dieser Geigen- macher auch einen Sohn, der um 1720 gewirkt habe, dessen Vorname aber noch nicht feststeht, gehabt haben soll. (Vielleicht Paolo Alvani?; s. d.) Ich sah eine ihm zugeschriebene Geige mit der Jahreszahl 1673, Grillet setzt ihn von 1650 — 1680, lobt seine Arbeit und sagt, daß man ihn für einen Schüler Nicolo Amatis halte. Daß ein Gio Paolo Albani 1723 in Bozen gelebt habe, wie mehrfach behauptet wurde, ist mehr als unglaub- würdig.
Alber. — Pfronten- Weißbach. 1920
Em Geigenmacher, der in der Füßener Gegend und m Tirol einen guten Kundenkreis hat.
Albert, Charles Francis. — Philadelphia. Geb. in Freiburg i. B. 25. Dez. 1842, f 1. Juli 1901 in Philadelphia
Altester Sohn von John A., mit dem er als Kind nach Amerika und m seinem zwölften Jahre nach Phila- delphia kam. Er war nacheinander bei einem Sattler, in einer Sägefabrik, bei einem Messerschmied und einem Juwelier in der Lehre, bis er sich entschloß, dem Bei-
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Albert — Albrecht
spiele seines Vaters folgend, Geigenmacher zu werden. Natürliches Talent und Handgeschicklichkeit kamen ihm dabei sehr zustatten, und nachdem er sich 1865 selbständig gemacht hatte, kam er bald zu Ansehen und galt schließlich als einer der besten amerikanischen Geigenmacher seiner Zeit ; er wurde als solcher auch von den besten europäischen Geigern, die nach Ame- rika kamen, anerkannt und hat auch zahlreiche Aus- stellungsmedaillen erhalten. Er arbeitete hauptsächlich nach einem großen Modell und verwendete altes, ameri- kanisches Holz. Er kopierte auch Stradivari, Guarneri und andere ältere Meister, machte allerlei Erfin- dungen (Kinnhalter, Maschinen zum Saitenüber- spinnen, Saitenmesser usw.) und hatte viele Medaillen. Außer seinem Zettel^) gebrauchte er auch eine Brand- marke. (C. F. Albert Philada [in einem Oval].)
Geigenzettel : Abb. 4.
Albert, Charles F. jun. — Philadelphia. Geb.
1869
Sohn, Schüler und Nachfolger von Charles F. Albert, dem er in der Arbeit gleichkommt. Er gebraucht den Zettel, den sein Vater seit 1881 verwendete.
.Mbert, John. — New York, Philadelphia. 1848. 1887
Ursprünglich Advokat in Baden. 1848 flüchtete er sich nach Amerika, wo er Geigenmacher wurde. Seine Ar- beit ist gut.
Albert, Eugen J. — Philadelphia. 1885-1902
Jüngerer Sohn von John A. Auf der Ausstellung in New Orleans 1885 erhielt er den ersten Preis; in Chi- cago war er mit einer guten Baßgeige vertreten.
Albert, Leon. — ?
Geschätzter französischer Geigenbauer des 19. Jahr- hunderts, der ein amatisiertes Stradivari-Modell nach- ahmt.
Alberti, Ferdinande. — Mailand. 1737. 1760
Er wohnte erst in der Contrada Larga und dann in der Contrada del Pesce und hatte die Krone (»Segno della Corona«) zum Ladenschild, die vorher Giovanni II. Grancino geführt hat, dessen Geschäftsnachfolger er also vermutlich war. Seine Arbeit erinnert an die der Grancini, er ist aber nur ein Meister dritten Ranges. Geigen von ihm kommen selten vor, sind mittelmäßig in der Arbeit, manchmal gut im Holz und haben gelben Lack. Er verwendete verschiedene, nur wenig vonein- ander abweichende Zettel. Eine Violine von ihm (von 1741) besaß J. Müller in Schönbach.
Geigenzettel : Ferdinando Alberti fece in Milano / nella Contrada del Pesce al Segno ' della Corona. A^^- 1745 (gedruckt).
Alberti, Guglielmo. — Arezzo 1877 Italienischer Geigenmacher ohne Eigenart.
Albertini, Carlo. — Mailand. 19. Jahrhundert
(Vater und Sohn.) Eine Gitarren- und Mandolinen- fabrik, in der ausschließlich sog. lombardische Man- dolinen gemacht werden. Sie nimmt den Ruhm für sich in Anspruch, die älteste in Italien zu sein, die lom- bardische Mandolinen herstellt.
R
om.
^) Bis 1871 nur geschriebene Zettel: Made by C. F. Albert.
Albertis, Peter de (»Pietro Alberto«).
1578, lebte 1598 noch
Ein geborener Flamländer, der sich zu Rom »in Pa- rione" als Lautenmacher niederließ und dort sehr ge- schätzt wurde. G. Masetti, der Agent des Hauses Este in Rom, rühmt ihn in einem Briefe ganz besonders. Von seinem Leben ist wenig bekannt, nur so viel, daß er 1 582 von dem deutschen Lautenmacher Peter Pfanshel zum Testamentsvollstrecker ernannt wurde und von ihm dafür eine Ebenholz-Laute vermacht erhielt. Er war auch der Schwiegervater von Matteo Buckenberg. Eine seiner Archilauten italienischen Stiles aus dem Jahre 1598 besitzt W. Heyers Musikhistorisches Mu- seum in Köln, eine Mandore Antoine Gautier in Nizza. Der Zettel in letzterem Instrument ist nicht vollständig, die Ortsangabe zeigt nur noch den ersten Buchstaben; Vidal las statt R . . . ein B und machte kurz ent- schlossen »Bologna« daraus.
Geigenzettel: Petrus Albertus 1598 (gedruckt). — Petrus Albertus / faciebat R(omae) (gedruckt).
Alberto, Andrea di. — Rom. 1608
Ein vlämischer Lautenmacher, der in der Via dei Liu- tari wohnte ; er war vermutlich ein Sohn des 1 598 noch erwähnten Peter de Albertis. Vielleicht war Giorgio Alberto, der Verfertiger einer Taschengeige, die sich in Heyers Musikhistorischem Museum in Köln be- findet, sein Sohn. Eine Ortsangabe fehlt zwar ebenso wie eine Jahreszahl, die Arbeit gehört jedoch wohl noch dem 17. Jahrhundert an.
Albinus. — ?. 14. Jahrhundert
Einer der ältesten Lautenmacher, dessen Heimat man iedoch nicht kennt, wenn auch anzunehmen ist, daß er in Italien ansässig war. Die ihm zugeschriebenen Violen haben zumeist einen gitarrenförmigen Körper. (Vgl. Valdrighi.)
Albrecht, Johannes. — Krems. Geb. 1766 in Oberneustift, f 7. Dez. 1828 in Krems
Er war der Nachfolger von Magnus Anton Fichtl, des- sen Witwe Marianne er am 16. Juni 1793 heiratete. Nach deren Tode ging er 1806 eine zweite und 1813 eine dritte Ehe ein. Seine Arbeit ist im ganzen etwas handwerksmäßig, aber doch noch gut zu nennen. Geigenzettel: Johannes Albrecht me fecit Cremsii 1826 (gedruckt). — Johannes Albrecht , fecit Krems 1808 (gedruckt).
Albrecht, Melgior. —Hamburg. 1797
Da sich bisher keine Arbeiten von ihm nachweisen ließen, steht nicht fest, ob er Klaviere oder Lauten und Geigen gebaut hat. Man weiß von ihm nur, daß er am 5. Mai 1797 als »Instrumentenmacher« Bürger von Hamburg wurde.
Aldred — AUetsee
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Aldred. — London. 1600 Allessandroni, Paolo. — Rom. 1850. 1860
Einer der guten englischen Geigenbauer des 1 7. Jahr- Ein unbedeutender Musikinstrumentenmacher, dessen
hunderts, der schon um 1560 gearbeitet haben soll. wenige Violinen, die er selbständig gemacht hat, weder
Mace erwähnt ihn in »Musicks Monument ■■ (erschienen Eigenart noch Künstlerschaft verraten.
1676) bei Besprechung der Violen: "Of such there are ... .,,
__ l' ;„ .u. ,.,„.u ;K,n tkn.. nf Aldred « usw. Aletzie s. Alletsee
..j better in the world than those of Aldred . . . . .« usw. Um so mehr ist es zu beklagen, daß bisher keine Ar- beiten von ihm zum Vorschein kamen. Vgl. Hosborn.
Aldric, Fran^ols Antoine. — Mirecourt. Geb. 20. März 1727, f nach 1775
Sohn des Jean A. Arbeiten von ihm sind mir noch nicht vorgekommen.
Aldric, Jean. — Mirecourt. 1726. 1730
Ein geschickter Geigenmacher, von dem man an- nehmen kann, daß er auf seiner Wanderschaft nach Italien gekommen war.
Aldric, Jean Fran^ois. — Paris. Geb. 28. April 1765 in Mirecourt, f 1843
Sohn des Jean Fran?ois A. und der Charlotte Mougenot. Er ließ sich um 1788 in Paris nieder. Ein geschickter Vertreter der französischen Schule, der nach dem Strad. -Modell arbeitete und manchmal selbst N. Lupot nahekam. Er verwendete meist roten, nur manchmal zu dicken Lack und war besonders dafür bekannt, daß er alte Violen in moderne Geigen trefflich umzubauen verstand, die er dann wohl auch als Originale alter Meister verkauft haben wird. Als Händler hatte er be- sondere Bedeutung, und er war auch der erste Pariser Alletsee (Alletsche, Aletzie, Alleci), Paul Geigenbauer, der mit dem Sammelgenie Tarisio in Ver-
der Rue des Arcis
Allard. Claude. —Paris? 1671
In der Sammlung des Barons Lery befindet sich eine sehr schöne Laute mit diesem Namen, doch ohne An- gabe des Wohnorts.
Allard, Fran?ois. — Paris. 1776. 1789
Unbedeutender Geigenmacher, von dem nur wenig vorkommt. Er wohnte zuerst Place Maubert und von 1788—89 in der Rue du Petit-Pont No. 9. Er ist wahr- scheinlich der Sohn der Witwe Allard, die von 1775 bis 1783 im Adreßbuche aufgeführt wird.
AUegretti, Massimiliano, genannt Monfer- rino. — Soliera (Modena). 1873. 1883
Besserer Geigenmacher, der bei dem modenesischen Ebenisten Alessandro Lusvardi gearbeitet hat und dieser Tätigkeit eine große Handgeschicklichkeit ver- dankt, die ihm namentlich bei Wiederherstellungen sehr zustatten kam.
Allen, Noah
Wenig bekannter amerikanischer Geigenbauer aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts.
bindung trat. Er wohnte zuerst in der Kue des Nr. 16, dann Rue de Bussy Nr. 30 und seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts Rue de Seine Faubourg St. Ger- main No. 71 ('^pres Celle de Bussy). Sein Geschäfts- nachfolger war um 1840 sein Neffe Aubry. Er ver- wendete sowohl geschriebene als gedruckte Zettel. Für seine Geigen erhielt er in der Regel 150 — 200 Francs. Eine Violine von ihm befindet sich im Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 27).
Gelgenzettel. .'\bb. 5, 6, 7. Aldovrandi, Emilio. — Bologna. 1850. 1882
Ein Geigenmacher dritten Ranges, der sich hauptsäch- lich mit der Wiederherstellung alter Streichinstru- mente beschäftigte.
Alessandro, genannt il Veneziano. Um 1 540 Eine Laute von ihm war 1880 in Turin ausgestellt. Vidal u. a. erwähnen ihn mehrfach, doch war Genaueres nicht festzustellen, da aus seinem Beinamen wohl seine Heimat hervorgeht, nicht aber, wo er gelebt hat, wäh- rend sein wirklicher Familienname überhaupt nicht be- kannt ist.
Alfrede?). -Örebro. 1831
In einer Geige wurde der beistehende geschriebene Zettel gefunden. Der Name ist so verschnörkelt ge- schrieben, daß man statt Alfred auch A. Gred lesen könnte.
Geigenzettel : Forfärdigad af / Alfred in Orebro 1 83 1 (geschrieben).
München. 1698, f 1738 (?) Zweifellos einer der besten Lauten- und Geigenmacher Bayerns. Er dürfte aus der Gegend von Füßen oder Vils stammen. In Pfronten im bayrischen Allgäu ist noch heute eine Familie Alletsee ansässig. Auf einer nach hinten zu abfallenden Terrasse des Gebirgskammes, der sich vom Lech bei Füßen bis gegen Pfronten der Grenze entlang hinzieht. Hegt 865 m hoch und genau 1 km Luftlinie nördlich von Vils (auf der bayrischen Seite) der Alatsee (oder Aletsee, wie er auf den älteren Karten eingetragen ist). Von diesem See dürfte der Name Alletse wahrscheinlicher abzuleiten sein als von den Aletschgletschern. Paul A. wurde öfter der ita- lienischen Schule zugezählt, doch hat er nur sehr wenig Italieriisches an sich; in seiner Arbelt überwiegt der deutsche Stil. Seine ältesten, mir bekannt gewordenen Geigen tragen die Jahreszahl 1698, die jüngsten gehen nicht über 1735 hinaus. Als Ursprungsort gibt er stets München an, nur in einer Viola d'amore, die L. van Waefelghen in Paris besaß, liest man »Venetia 1720«. Die Jahreszahl dürfte mindestens falsch gelesen sein, denn in der Sammlung Snoeck befand sich eine Tenor- Viola d'amore aus dem gleichen Jahre, die wieder München angibt. Es könnte aber immerhin ein vorüber- gehender Aufenthalt in Venedig angenommen werden. Sein Todesjahr ist nicht zu ermitteln, doch kommt in den Münchener Hofzahlamtsakten usw. von 1747 an und noch 1761 seine Witwe Maria Anna Alletseein, die als »Hoflautenmacherin« bezeichnet wird, vor. Er dürfte 1738 gestorben sein, da in diesem Jahre sein Schwieger- sohn Johann Andreas Kämbl sein Nachfolger wird.
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Allin — Aman
I
Alletsee besaß eine große Handgeschicklichkeit, guten Geschmack und Formensinn, und so zeichnen sich seine Arbeiten durch Sorgfalt und Zierlichkeit in den Einzel- heiten aus. Am häufigsten kommen größere Geigen (Violen, Liebesgeigen, Violoncelli usw. und besonders Baßinstrumente, die sich zu seiner Zeit einer weit über München hinaus gehenden Beliebtheit erfreuten) von ihm vor, doch kennt man auch eine Reihe schöner Violinen von seiner Hand. In der Wahl des Holzes erweist er sich als Kenner, und sein hellgelber oder dunkelroter Lack hat vorzügliche Eigenschaften. Semen Namen schrieb er selbst verschiedenartig, auf seinen Zetteln bediente er sich der deutschen, lateinischen und italienischen Sprache, wobei er München in »Monaco« übersetzte, was einige Schriftsteller zu dem Irrtum ver- leitete,' ihn nach dem Fürstentum »Monaco« zu ver- setzen. Violen von ihm befinden sich im Germanischen Museum in Nürnberg (von 1713), im Museum Franc. - Carolinum in Linz (von 1724), im Nationalmuseum in München (von 1730), in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln, im Hohenzollernschen Museum in Sigmaringen usw. usw. Die meisten Geigen haben Löwenköpfchen u. dgl. am Wirbelkasten. Solche brachte er auch bei seinen Violoncelli an, wie ein Bei- spiel im Cisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld bei Augsburg zeigt. Eine Nonnengeige vom Jahre 1732 be- findet sich in der Sammlung des Historischen Kreis- vereins in Landshut in Bayern und eine ebensolche von 1737 besaß C. C. Snoeck. Ein Baryton mit 6 Darm- und 1 1 Metallsaiten von ihm (Korpus 65 cm, ganze Länge 132cm) besitzt C.Claudius in Kopenhagen. Eine Viola mit hübsch geschnitztem Köpfchen besaß A. J. Kochendörfer in Stuttgart.
Geigenzettel : Paulus Alletsee f. / Lauten und Geigen- / macher i. München / 1724 (gedruckt). — Paolo Aletzie Monaco / 1730 (gedruckt) und Abb. 18, 27, 28.
Allin, Jos. — Lebt als Gelgenmacher in
London Altenöder s. Neuner & Hornsteiner Althenn, Georg Philipp. — Frankfurt a. M. Geb. 1719 in Frankfurt a. M. 1750 Sohn von Peter Althenn und wie dieser Instrumenten- macher und Musiker. Er war Mitglied der städtischen Kapelle, erwarb 1793 das Bürgerrecht und wurde da- mit selbständiger Meister. Eine sechschörige Zither von ihm besitzt die Sammlung Crosby Brown in New York (Nr. 1297).
Althenn, Peter. — Frankfurt a. M. 1 706. 1719 Ein Musiker und Instrumentenmacher, der 1706 aus Kelsterbach a. M. nach Frankfurt eingewandert und Mitglied der städtischen Kapelle geworden war. Für seine Stellung spricht es vielleicht, daß sein Sohn 1719 vom Kapelldirektor Telemann aus der Taufe gehoben wurde.
Altimira. — Barcelona. 1850. 1880
Musikinstrumentenfabrikant. Seiner Geigenbauwerk- statt stand Etienne Maire-Breton vor, als dessen Arbeit daher die Violinen Altimiras betrachtet werden müssen.
Altrichter, J. — Frankfurt a. 0.
Eine Fabriksfirma, die hauptsächlich Blechinstrumente herstellt, aber auch Geigenmacher beschäftigt und Re- paraturen ausführt.
Alvani, Paolo. — Cremona. 1750. 1755
Wahrscheinlich Sohn oder Enkel von Paolo Albani. Einige wenige aber gute Violinen, deren Modell an Guarneri erinnert, tragen diesen Namen. Holz und Lack sind von lobenswerter Beschaffenheit.
Amaglioni. 1839
Wenig bekannter italienischer Geigenmacher, der rech' sauber nach Stradivari arbeitete.
Aman, Georg. — Augsburg. Geb. 28. März 1671 in Vils, fnach 1717
Er stammte aus Vils und heiratete nach dem Hochzeits- amtsprotokoll vom 13. Februar 1695 die Witwe des Lautenmachers M. Wöhrlein (Wörle), wo es heißt: »Georg Aman von Fülsz Lautenmacher ledigstandts u. Ursula Schnitzlerin, weyl. Matthias Wohrlin's ge- westen Lautenmachers seel. Wittib« usw. usw. Im .Augsburger Steuerbuche von 1717 wird er noch ge- nannt. Da man jedoch Geigen von ihm kennt, die die Jahreszahlen 1688—1729 tragen, läßt sich die Zeit seines Wirkens noch um einige Jahre verlängern. Seine Arbeit ist gut, er wechselt jedoch die Modelle mehrfach und bringt am Wirbelkasten gern geschnitzte Köpfchen an. Das Holz ist oft mit Sorgfalt ausgewählt, der Boden meist aus einem Stück und Hals und Schnecke aus Birnbaumholz. Sein Lack, der sich nicht gerade aus- zeichnet, ist von hellroter bis dunkelbrauner Farbe. Seine Violinen haben keinen großen Ton, am besten sind seine großen Geigen (Violen, Violoncelli und Bässe). Eine aus dem Jahre 1699 stammende Taschen- geige besitzt das Germanische Museum in Nürnberg. eine hübsche, kleine Laute von 1707 das Hohenzol- lemsche Museum in Sigmaringen, eine Violine von 1716 die Staatssammlung vaterländischer Altertümer in Stuttgart und ein Altquinton von 1729 die staatliche Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 875), eine Laute und eine hübsche dunkelbraune Violine Konzertmeister Fr. Eib! in Innsbruck usw. In der Wiener Musik- und Theaterausstellung war er mit einer Pochette vertreten. Er schreibt seinen Namen stets Aman (nicht Amann, aber auch nicht Amma).
Geigenzettel: Abb. 19. Aman, Mathias. — Augsburg. 1720. 1765
Vielleicht ein Sohn von Georg Aman oder jener Matth. Aman aus Memmingen, der sich als Kammacher und Bürger in Augsburg niederließ und am 9. Juni 1 720 den Konsens zur Verehelichung erhielt. In letzterem Falle könnte er immerhin ein Verwandter und Schüler Georg A.s gewesen sein. Seine Geigen sind denen von Georg A. ähnlich. Auch er zog große Modelle vor und baute hauptsächlich Violen und Bässe, seltener Geigen.
Geigenzettel : Mathias Aman / Lauten- / und Geigen- macher in / Augspurg 1 764 (gedruckt).
Amati, Andrea — Amati, Hieronymus I
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Amati, Andrea. — Cremona. Geb. um 1535,
fnach 1611
Der Stammvater der berühmten Geigenmacherfamilie, deren Ahnen sich bis ins frühe Mittelalter (1097) zu- rückverfolgen lassen, und die, wie Lancetti, de Picco- lellis u. a. annehmen, deutschen Ursprungs war. Andreas Geburtstag zu ermitteln, gelang noch nicht, da die Kirchenbücher aus so früher Zeit nicht mehr vor- handen sind. Auch sein Todestag ließ sich nicht fest- stellen; er scheint also nicht in Cremona selbst ge- storben zu sein. Nach dem Wortlaut des Totenscheines seiner zweiten Frau muß er im Jahre 1611 noch gelebt haben. Von seinem Leben ist nicht allzuviel bekannt. Schon 1554 ging er seine erste Ehe ein, doch ist der Name der Frau nicht angegeben. Er hatte von ihr drei Kinder, darunter Antonio und Girolamo. Gegen 1609 verheiratete er sich zum zweiten Male mit der erst 18jährigen Angiola de Migli, die schon zwei Jahre später starb. Alles, was über seine Lehrer gesagt wird, ist nur Vermutung. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß er m Cremona selbst gelernt hat, es ist auch möglich, daß er in seiner Lehrzeit zu den Brescianem Bezie- hungen hatte ; aber es geht zu weit, wenn man geradezu Giammarcello del Busetto als seinen Lehrer angibt. Daß er ein Schüler Gaspar da Salos gewesen sei, läßt sein Alter schon cJs unglaublich erscheinen. An die Brescianer erinnern höchstens seine weiten F-Löcher und die abfallenden Ecken ; in der Hauptsache hielt er sich an die überlieferten Modelle. Es sind übrigens nur wenige Instrumente erhalten, die ihm mit einiger Sicherheit zugeschrieben werden können, aber auch diese sind meist vielfach ausgebessert. Anfangs baute er, wie erwähnt, noch nach den alten Gambenmodellen, und erst allmählich nahm er die jetzt gebräuchliche Geigenform an. Er bevorzugte ein kleines Patron, wählte gutes Holz, das er in entsprechender Stärke ver- wendete. Der Boden ist fast immer nach der Schwarte geschnitten. .-Xuch sein Lack ist in der ältesten Zeit noch der bei Lauten- und Violinenbauem des 16. Jahr- hunderts häufig verwendete schwarz-rötliche; später kommt er davon ab und gebraucht einen dunkelgelben oder hellbraunen Lack, den er nur etwas zu dick auf- trägt. Die Wölbung ist ziemlich hoch, weshalb auch der Ton nicht allzu voll klingen kann, doch ist er silberhell und weich. Bei den F-Löchern sind die oberen Punkte fast ebensogroß wie die unteren. Den heutigen Anfor- derungen entsprechen seineViolinen freilich nicht mehr, sie werden aber immer einen hohen Sammelwert be- halten. Er war schon bei Lebzeiten sehr berühmt und soll auch von König Karl IX. von Frankreich viel be- schäftigt worden sein. Belege hierfür ließen sich freilich nicht finden, doch dürfte der alten Überlieferung im- merhin etwas Wahres zugrunde liegen. Ein schönes, echtes Violoncello von ihm besitzt Simoutre in Paris, ein anderes Mr. J. H. Bridges. Eine Liste seiner erhal- tenen Werke müßte noch aufgestellt werden. Andrea war der Begründer des Ruhms seiner Familie, deren Name vielleicht am meisten mißbraucht wurde. Jede ältere Geige, die nur einigermaßen italienisch aussieht, vioirde mit dem Namen eines der Amati getauft.
Geigenzettel : Andrea Amati in ,' Cremona M.D.LXXI I (gedruckt).
Amati, Antonio. — Cremona. Geb. zwischen 1555 und 1560. fnach 1640
Altester Sohn von Andrea A. Er arbeitete viele Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Hieronymus. Ihre stets trefflichen Instrumente erinnern anfangs noch an die Arbeiten des Vaters. Ihre späteren und besseren Geigen haben eine weniger hohe Wölbung. Die verschiedenen, mit einem gemeinsamen Zettel (s. Abb. 20) bezeich- neten Instrumente stimmen nur selten miteinander überein, so daß man die Arbeit der Brüder unter- scheiden zu können vermeint ; die besseren werden dem talentvolleren Hieronymus zugeschrieben. Der Lack ist anfangs dicker und dunkel (kirschbraun), später wird er dünner und hat schöne Orangefarbe. Nach dem Tode seines Bruders zeichnete er seine Arbeiten nur mit seinem Namen. Die Brüder haben nicht allzuviel Werke hinterlassen; ihre Geigen sind aber meist vor- züglich erhalten, was man vielleicht der immerhin noch hohen Wölbung zuschreiben kann. Eine Decke mit hoher Wölbung besitzt größere Elastizität und vor allem größeren Widerstand gegen den Saitendruck, obwohl sie dünner ausgearbeitet werden kann. (In der Brust ließen die Brüder Amati das Holz in der Regel 2 bis 2,8 mm dick.) Freilich hat eine Violine mit flacher Decke einen größeren und wohl auch edleren Ton. Die Brüder waren, wie ihr Vater, weit über ihr Vaterland hinaus berühmt und wurden namentlich in Frankreich hochgeschätzt. Auch sie bauten prächtig ausgestattete Geigen für den französischen Königshof^). Zwei vor- zügliche Violen von ihnen besitzt die Hofkirche in Dresden. Es sind vielleicht die größten bisher bekannten Violen ihrer Zeit und befinden sich noch im Original- zustande mit den alten Hälsen. Boden, Zargen und Schnecke sind nach der Schwarte geschnitten. Der braungoldgelbe Lack ist von außerordentlicher Durch- sichtigkeit und Weichheit; die beiden Violen sind nur wegen ihrer Größe schwer spielbar. Eine sehr schöne Violine der Brüder befindet sich auch in der Sammlung des Apoth. E. Meisner in München-Nymphenburg. Geigenzettel : Abb. 20.
Amati, Hieronymus (Girolamo) I. — Cremona. Geb. um 1556, t 2. November 1630 an der Pest, der wenige Tage vor ihm auch seine Frau und zwei Töchter erlegen waren
Jüngerer Sohn von Andrea A. In der ersten Ehe (um 1576) vermählt mit Ippolita Zucchielli, von welcher er fünf Töchter hatte. Am 24. Mai 1 584 ging er mit Laura Lazzarini eine zweite Ehe ein, von der er neun Kinder bekam; das fünfte davon war Nicola. Hieronymus war ungleich talentvoller und origineller als sein Bruder und wie dieser bedeutender als der Vater. Er arbeitete mit seinem Bruder gemeinsam. Daß sich in den letzten Lebensjahren die Brüder getrennt haben sollen, ist nicht wahrscheinlich, da es noch Violinen mit gemein- samem Zettel und der Jahreszahl 1630, also dem Todes- jahr Girolamos, gibt. Der von Grillet veröffentlichte Zettel mit dem Namen »Hieronimus (sie) Amati« trägt die Jahreszahl 1640 und erweist sich dadurch als Fäl-
^) Vgl. Heron-.Allens .Aufsatz über die bemalten Amati- Geigen.
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Amali, Hieronymus II — Amati, D. Nicolaus
schung^). Wenn man auch mehrfach versucht hat, die Arbeiten der beiden Brüder auseinanderzuhalten, so können sie doch nur gemeinsam beurteilt werden. Alles an ihren Geigen verdient Lob, und ihre Arbeit weist in allen Einzelheiten einen sichtbaren Fortschritt gegen ihre Vorgänger auf. Sie führten auch die Aushöhlung der Decke zu beiden Seiten des Steges ein, wodurch der Ton süßer und lieblicher wurde. Violinen von ihnen kommen nicht zu selten vor, Violen besitzen der König von England, W. E. Hill & Sons usw. usw. Geigenzettel: Antonius & Hieronymus Fr. Amati / Cremonen. Andreae fil. F. 1630 (gedruckt) und Abb. 21.
Amati, Hieronymus (Girolamo) II. — Cre-
mona. Geb. 26. Febr. 1649, f 21. Febr. 1740
Dritter Sohn von Nicola A., bei dem er bis zum Jahre 1684 arbeitete. Er war seit 1678 mit Angiola Carettoni (t 1685) verheiratet und hatte drei Kinder, die früh starben. Man hat sich daran gewöhnt, ihn als den un- bedeutendsten Meister der Familie zu betrachten ; man tut ihm aber damit sicher unrecht, und erfreulich ist es, daß auch Hill in seinem Buche über Stradivari eine Lanze für ihn bricht. Es gibt Geigen von ihm. die den Namen Amati in allen Ehren tragen. Er scheint unter dem Einflüsse seines Mitschülers Stradivari gestanden zu haben und bevorzugte bei seinen ersten Arbeiten ein großes Patron, auch die Ecken machte er öfter Stradi- vari nach. Die Schnecke bildet er wuchtiger aus als sein Vater, jedoch im Lack steht er ihm nach und erinnert in dieser Beziehung eher an Bergonzi durch die Bevor- zugung einer rotbraunen Farbe. So weicht er in man- chen Einzelheiten von den Traditionen seiner Familie ab; er scheint dies aber in der Erkenntnis getan zu haben, daß Stradivari seinen Vater überflügelt habe, weshalb er versuchte, es seinem genialeren Mitschüler gleichzutun. Die F-Löcher verraten noch den alten Schwung der Amatischule, wenn sie auch manchmal sorgloser geschnittener scheinen. Gerade seine F-Löcher aber sind schuld, daß man jede Geige der Amatischule mit abweichenden F-Löchern auf seinen Namen taufte und dabei sehr oft ganz geringwertigen Arbeiten zu einem bedeutenden Namen verhalf. Zettel, auf denen der Taufname Hieron imus statt Hieronymus ge- schrieben erscheint, sind von vornherein als falsch zu betrachten ; ich glaube auch, daß alle Zettel, auf denen der Name seines Vaters nicht angegeben ist, verdächtig sind. Er war lange genug Gehilfe in der väterlichen Werkstatt und hat an Nicolas letzten Arbeiten gewiß einen nicht unbedeutenden Anteil ; er wird sich daher sowohl zur Unterscheidung von Girolamo I als auch zu seiner eigenen Empfehlung stets auf seinen be- rühmten Vater berufen haben.
Geigenzettel: Hieronymus Amati, figlio / di Niccolo Amati Cremona 17 . . (gedruckt). — Revisto e corretto da me / Girolamo Amati figlio di Niccolo / Amati Cre- mona 1710 (gedruckt).
Amati, Nicola. — Cremona. Geb. 3. Dez. 1 596, t 12. April 1684
Sohn und Schüler des talentvollen Girolamo 1 und Enkel Andreas. Er war seit 1645 mit Lukrezia Pagliari
) Im besten Falle hat man es mit einem falsch da- tierten Zettel von Hier. II. (Nicolas Sohn) zu tun.
(geb. 1619, f 1703) vermählt. Einer seiner Trauzeuger war sein Schüler Guarneri. Von seinen neun Kindern wurde nur Girolamo II ein Geigenbauer. Nicola Amati
war der größte Kunst 1er aus seiner Familie. Bis etwa 1625 arbeitete er ziemlich genau nach dem Modelle seines Vaters; häufiger als Violinen scheint er damals Gamben und Violen gemacht zu haben. Auf der Höhe seiner Kunst stehend, findet er allmählich sein eigenes Modell, das er schließlich zu dem sog. »Großen Amati- modell« ausgestaltete. Es war dies die schönste Frucht seines rastlosen Strebens und sichert seinem Namen in der Geschichte des Geigenbaues einen unvergänglichen Ruhm, auch wenn die Werke seiner großen Schüler jetzt vorgezogen werden, weil sie den heutigen Anfor- derungen besser entsprechen. Er war im Vollbesitz dessen, was man jetzt so gerne das »Geheimnis der Cremoneser« bezeichnet. Seine Arbeit verrät den denkenden Künstler, und es ist sicher, daß er seine wissenschaftlichen Kenntnisse, die er zweifellos be- sessen hat, nicht nur auf empirischem Wege erwarb. Wölbung und Holzstärke sind besser erdacht und feiner berechnet als bei allen seinen Vorgängern. Der Rand ist schräg abgerundet, die F-Löcher kühn im Schwung, die Schnecke meist klein, aber elegant, das Holz pracht- voll gewählt und der Lack elastisch und feurig, von gelbbrauner bis rotgoldiger Farbe. Er war von be- stimmendem Einfluß auf die ganze Cremoneser Schule, und fast alle Meister ersten Ranges vom Beginn des 18. Jahrhunderts waren direkt oder indirekt seine Schüler. Er nahm das Gute der Brescianer sowie aller seiner Vorgänger auf. Die Formen werden bei ihm edler, das Format zierlicher, die überreiche äußerliche Verzierung fällt weg, und dafür wird der Wahl des Holzes und des Lackes besondere Aufmerksamkeit zu- gewendet. So sind seine Geigen vollendete Kunstwerke; der Ton ist zwar mehr lieblich als groß, entsprach aber vollkommen der Forderung seiner Zeit, und deshalb behaupteten seine Geigen den allerersten Platz bis zum Anfange des 19. Jahrhunderts unbestritten. Er baute Violinen, Violen und Violoncelli; es gibt aber auch einige Bässe von ihm, darunter solche, die seinen Namen und Jahreszahlen von 1580 bis 1586 tragen. Man hat daher angenommen, daß er einen gleichnamigen Oheim gehabt haben müsse. Wahrscheinlich sind es Arbeiten von ihm mit gefälschter Jahreszahl. Von den vielen mir bekannt gewordenen Geigen von ihm nenne ich die in der Sammlung Th. Hämmerle in Wien sowie die des Direktors Wilh. Kux in Wien von 1673, des Col. T. B. Shaw-Hellier (1646) und des Rev. E. H. Fellowes(I679)! Ein Violoncello von 1656 besitzt C. Claudius in Kopen- hagen, eines von 1676 die Sammlung Savoye. Ein vor- treffliches Violoncello von mittlerer Größe aus dem Jahre 1 762 besitzt der Sachs. Kammermusiker Richard Wohlrab in Dresden. — Daß Nie. A. seine eigenen Arbeiten von denen seiner Schüler strenge auseinander- hielt, beweisen die Abb. 12 und 22.
Geigenzettel : Nicolaus Amatus Cremone e / Hieronymi filii fecit. An. 1651 (gedruckt). — Nicolaus Amatus Cremonen. Hieronymi / Fi!, ac Antonij Nepos fecit 1677 (gedruckt) und Abb. 12 und 22.
Amati, D. Nicolaus. ^ Bologna. 1723. 1737 Das D. vor seinem Namen auf seinem (bei de Wit ver- öffentlichten) Zettel läßt eigentlich nur die Deutung
Amali — Anda
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Don (von lat. Dominus) zu. Diesen früher nur der höheren GeistHchkeit zustehenden Titel führten im 18. Jahrhundert die Mönche, und man geht daher wohl nicht fehl, wenn man diesen Träger des Namens Amati für einen Geistlichen bei S. Cosmas und Damian hält, der den Geigenbau nur aus Liebhaberei betrieb. Auf einigen Zetteln steht allerdings em C. statt des D. Seine Leistungen werden als mittelmäßig bezeichnet, und seine Zugehörigkeit zur Cremoneser Familie ist nicht klar.
Geigenzettel : D. Nicolaus Amati Fecit Bononiae Apud SS: Cosma, et Damiani, 1723 (gedruckt). — D. Nico- laus Amati fecit Bononiae 1 737 (gedruckt) und Abb. 1 3.
Amati (fingierte Mitglieder der Familie)
Im Stift Kremsmünster befindet sich eine Violine mit der Jahreszahl 1640 und dem Namen Francesco Amati in Cremona. — Eine lange und schmal^Violine von häßlicher Form, ungleich auf beiden Seiten, mit allen Zeichen des Dilettantismus, trägt die Inschrift: Jo Giovanni Amati fece questo violino del 1610 da... (unleserlich, vielleicht Vicenza); eine andere Violine nennt einen Giuseppe Amati in Bologna. Professor Kahle in Bochum besitzt eine unbestreitbar alte, hoch- gewölbte Violine von 'LuigiAmati 1662«, die zweifel- los von deutscher Herkunft ist; in Dresden befindet sich eine solche mit dem Zettel: »Pietro Amati, Napoli*. Noch schlimmer erscheint ein Taronimus (sie) Amati in Absom (sie) 1627. — Unwissenheit oder Berechnung ließ diese fingierten Mitglieder der be- rühmten Familie entstehen ; in jedem Falle aber war es dabei auf Täuschung abgesehen.
Amatls, Glambattista. — Venedig. 1677
Von Valdrighi erwähnter Geigenmacher, der sonst nicht bekannt ist.
Amberger, Max I. — München. Geb. 1838, t 11. Nov. 1889
Sohn, Erbe und Nachfolger von Heinrich A. Wenn er auch Geigen reparierte, so war er doch vorzugsweise Zithermacher. Er erfand allerlei Verbesserungen für die Zither und baute auch nach Fr. Xaver Steiners An- gaben die erste Konzertzither (Primzither mit größerer Mensur). Er übergab 1887 sein im Jahre 1863 be- gründetes Geschäft seinem gleichnamigen Sohne. C. Claudius in Kopenhagen besitzt eine Philomele von ihm.
Geigenzettel : Reparirt ,' Max Amberger / Reichen- bachstraße Nr. 39 in München (gedruckt).
Amberger, Max II. — München. Geb. 28.0kt. 1863
Schüler seines Vaters Max A. I, dessen Geschäft er 1887 übernahm. Er war Bayrischer Hofinstrumenten- fabrikant und baut Konzertzithern, für die er bereits viele Medaillen erhalten hat.
Amberger, Heinrich. — München. 1 860, f 1 91 0
Wie die übrigen Mitglieder seiner Familie hauptsäch- lich Zithermacher, oder, wie er sich nannte: Saiten- instrumentenfabrikant.
Ambrogl s. Ambrosi
V. Lütgendorff, Geig-en- und Lautenmacher. Bd. II
Ambrolse. — Paris. 18. Jahrhundert
Ein Pariser »Luthier« dritten Ranges, dessen Werke wenig geschätzt sind. Am besten gelangen ihm noch seine Gitarren.
Geigenzettel: Abb. 17.
Ambrosch, Karl. — Schönbach b. Eger. 1826
Ein Geigenmacher, dessen Nachkommen noch heute im Geigenbau tätig sind. Ein Johann Ambrosch hat seit 1892 in Schönbach eine Streichinstrumentenfabnk.
Brescia, Rom.
Ambrosi (Ambrogi), Pietro. 1712. 1748
Die durch den Dialekt veranlaßte schwankende Schreib- weise des Namens hat dazu verführt, zwei Meister aus ihm zu machen. Er dürfte erst um 1 745 nach Rom über- gesiedelt sein. Nach seinem von De Piccolellis mitge- teilten Zettel stammte er aus Cremona, was man seiner Arbeit aber wenig ansieht. Er baute oberflächlich nach Stradivari und verwandte wenig Sorgfalt auf die Wahl des Holzes und des Lackes.
Geigenzettel: Petrus Ambrogi Crem. ,' fecit Romae an. 17.. (gedruckt) und Abb. 1 1 .
Ambrosio s. D'Ambrosio
Amelot. — Lorient (Frankreich). 1821. 1842
Gewöhnliche, französische Arbeit, kleiner Ton, manch- mal gelber, meist aber rötlicher Lack. Am besten sollen seine Kontrabässe sein. Er verwendete einen mit dem Stadtwappen verzierten Zettel.
Geigenzettel : .Xmelot, luthier A Lorient, 1829 (gedr.). Amlcl, Luigi. — Rom. Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts
Wahrscheinlich nur Gitarren- und Mandolinenmacher. Er wohnte in der Via del Pellegnno Nr. 44 und ist un- bedeutend. Sein Zettel aus einer Doppelmandoline findet sich in De Wits »Geigenzettel alter Meister« ab- gebildet. Eine hübsch gearbeitete Doppelmandoline von ihm befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln (Nr. 660).
Amman, Erhard. — Haag. 1751. 1770
Er gilt als guter Geigenmacher; doch gelang es mir nicht, Arbeiten von ihm kennen zu lernen.
Amourdedieu. — Amiens (Dep. Somme). 1900
Geigenbauer und Musikinstrumentenhändler der Gegenwart.
Anciaume, Bernard. — Mlrecourt (Lüttich?). 1783. 1789
Wenig bekannter Geigen- und Lautenmacher des 18. Jahrhunderts. Er verwendete eine Brandmarke mit seinem Namen. Eine Arbeit von ihm befindet sich — aus der Sammlung Snoeck (Nr. 531) — in Berlin.
Anda. — Hyeres. 1801
Nur als Reparateur bekannt.
Geigenzettel: Repare par Anda / ä Hyeres l'an 1801
(geschrieben).
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Anderlini — Andrescu
Anderlini, Giuseppe. — Spilamberto (Modena) 1860
Er baute zwar in seiner Jugend einige Violinen, ist aber kein Geigenmacher, sondern Fabrikant landwirtschaft- licher Geräte und Maschinen. Dilettantisch in der Ar- beit, sorglos in der Wahl des Holzes und des Modells.
Andersen, Charles, 1880. 1900
Denver (Colorado).
Ein trefflicher Musiker, Organist, der sich gründliche Kenntnisse im Geigenbau angeeignet hat und über eine große Handgeschicklichkeit verfügt.
Anderson, John I. — Aberdeen. Geb. 1829 in Alford, t 1 883 in Aberdeen
Schüler von Matthew Hardie. Er begann schon als acht- jähriger Knabe Geigen zu machen. Er baute nach einem kleinen Stradivari-Modell und verwendete einen selbst- bereiteten Ollack in verschiedenen Farben. Er machte durchschnittlich zwei Geigen im Monat fertig und war ein vorzüglicher Geiger.
Geigenzettel: Made by / John Anderson / Aberdeen (gedruckt).
Anderson, John II. — Glasgow. Geb. 25. Dez. 1 856 In Aberdeen
Sohn und Schüler von John I, A. Er hat sehr viele Geigen nach Stradivari gebaut, ist ein vorzüglicher Geiger und Violinlehrer und auch sonst sehr musi- kalisch.
Geigenzettel : Made by / John Anderson / Bon-Accord Violin Maker / Glasgow 18 . . (gedruckt).
Anderson, Henry. — Edinburgh. Geb. In
Auchtermuchty 1839
Er war ursprünglich Tischler, hat es aber als Geigen- macher zu großer Geschicklichkeit gebracht und über hundert Geigen nach Guarneri gebaut. Sein Lack ist meist gelb oder mahagonifarben. Er gebraucht keine Zettel, sondern schreibt seinen Namen mit Feder oder Bleistift in seine Geigen und bringt außen einen Brand- stempel an.
Andorff, M. C. R. — Nordhausen a. H. 1884. 1885
Nur durch einen Reparaturzettel bekannt. Er wohnte 1884 in Nordhausen, verließ diese Stadt aber am 30. Oktober 1885, um nach Adorf in Sachsen überzu- siedeln.
Andrade. — Lissabon
Portugiesischer Gitarren- und Mandolinenmacher.
Andre & Co., eine 1885 gegründete Gelgen-
macherfirma In London Andrea, Giovanni. — Rom. 1606
Ein Flamänder, von dem nur die italienisierten Namen bekannt sind und der 1606 bei Visco da Piperno ge- arbeitet hat.
Andrea, Pletro. — Venedig. 1650. 1700
Vermutlich der Meister, von dem der Modeneser Castaldi Bellerofonte singt : »Con Andrea, liutar poi siate pratico perche non voglio piü la sua amicizia ne, la mattina, ber seco il liatico.«
(Manuskript im Besitze Valdrighis)
Andreas, Heinrich. — Schönbach b. Eger. Ge- gründet 1881
Ein Streichinstrumentenmacher, der hauptsächlich Handelsware herstellt.
Andreae, Johannes. — Verona, Venedig(?). 151 1
In einer wundervollen Lira da Braccio der Kunst- sammlung des Hauses Este in Wien findet sich der geschtiebene Zettel: Joannes Andree. Veronen./adi 12 Agosto 1511. Giovanni d'Andrea gibt hier nur seinen und seines Vaters Taufnamen an. Trotz eifriger Nach- forschung gelang es mir noch nicht. Näheres über diesen hervorragenden Meister festzustellen. Die Lira trägt außerdem noch die griechische Inschrift:
AVniZ lATl'OI. Enix
AxePünoii:. t2\ii.
Andrejeff, V.V. — St. Petersburg. 1889. 1911
Ein ausgezeichneter Musiker, der durch große Konzert- reisen mit seinem großrussischen Orchester berühmt geworden ist. Er hat das Verdienst, ein altrussisches Volksinstrument, das bereits anfing, in Vergessenheit zu geraten, die Balalaika, so verbessert zu haben, daß es den gesteigerten Anforderungen unserer Zeit ent- spricht, so daß es jetzt wieder außerordentlich in Auf- nahme gekommen ist. Hierbei standen ihm Meister Nalinow und Passierbski zur Seite. Auch die altrus- sischen Volksinstrumente Domra und Gußli sind von A. verbessert und in sein Orchester aufgenommen worden.
Andreolo. — Venedig. 1359
Einer der ältesten venezianischen Lautenmacher, den Valdrighi (3986) anführt.
Andres, Domenico. — Bologna. 1740
Ein Liebhaber, von dem ein Violoncello von gewöhn- licher Arbeit bekannt wurde, und der ehrlich genug war, sich selbst als Dilettant zu bezeichnen. Geigenzettel: Dominicus Andres / Bolognensis Dile- tante / Fecit a. Domini 1 740 (geschrieben).
Andrescu, Johann. Ungarn)
Broos (Szäszvaros,
Geboren 1868 in Broos. Er erlernte den Geigenbau durch Privatunterricht, vervollkommnete sich in Wien und begründete dann 1888 in seinem Elternhause sein eigenes Geschäft. Er benützt im allgemeinen das Stradi- vari-Modell, nur wählt er eine stärkere Wölbung, die Decke läßt er in der Mitte stärker im Holz als den Boden, die Zargen sind 27 bis 30 mm hoch. Der Hals unterhalb der Schnecke ist 2 cm, am Geigenkörper 3/4 — 4^4 cm breit. Er verwendet Spirituslack nach einem Wiener Rezept und klebt seinen Geigen seinen
Angard — Antonlazz!
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Firmastempel mit Datum und der eigenhändigen Unter- schrift ein. Er baut nur Geigen in * ^-Größe und hat auf allen von ihm seit 1890 beschickten Ausstellungen, so in Budapest, Hermann Stadt usw. Preise erhalten. Geigenzettel : J ohann Andrescu /' Geigenmacher / Broos, Szäszväros (Ungarn) (gedruckt).
Angard, Maxime. — Paris. Geb. 1 . Dez. 1849 in Arronville (Seine-et-Oise)
Ursprünglich nur Liebhaber, verlegte er sich erst später ganz auf den Geigenbau. Seine Arbeit ist im ganzen gut; eigenartig sind aber nur seine Wirbel, an denen er Verbesserungen angebracht hat. Er dürfte um 1900 gestorben sein oder hat um diese Zeit Paris ver- lassen. Außer seinem Zettel tragen seine Geigen auch noch seinen Namen handschriftlich. Geigenzettel: Abb. 14 und 15.
Angelis, Vitus de. — Bologna. 1 609
Dem Namen nach bekannter, wahrscheinlich aus den Niederlanden eingewanderter Meister vom Anfang des 17. Jahrhunderts.
Angelucci, Dominicus. — ? 1816
Er nennt sich nach seiner Heimat einen ->Septem- pedanus«und ist mir nur durch einen Reparaturzettel bekannt geworden.
Angerbauer (Angerhauer), Georg. — Füssen.
1606
Er wird 1606 als Mitglied der damals neubegründeten Füssener Lautenmacherzunft genannt.
Angerer, Franz. - Wien. 1885. 1910
Ein Wiener Streichinstrumentenmacher, der 1885 in Wien XV, Mariahilf erstraße 170, eine Werkstatt er- öffnete. Er ist ebenso tüchtig im Neubau wie als Repa- rateur und zugleich ein sehr guter Geiger. Er verwendet einen schönen, goldgelben Öllack. Schon 1893 erhielt er in Chicago eine Medaille. Er arbeitet mit zwei Ge- hilfen; das Wichtigste macht er aber stets selbst. Sehr geschätzt sind seine Gitarren.
Anselmo (Anselmi), Pietro. — Florenz, Ve- nedig. 1700. 1750
Er soll zuerst in Cremona gearbeitet haben, was nach dem Stil seiner Arbeit nicht allzu glaubwürdig erscheint. Er verwendet ein kleines, an Ruggeri erinnerndes Mo- dell von mäßiger Wölbung, einen schönen, goldigen Lack, wenn auch nicht immer schönes Holz. Arbeiten, die ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden können, sind selten und gewöhnlich aus Venedig datiert. Der Text auf seinen Zetteln ist italienisch oder lateinisch.
Ansoldo, Rocco. — Genua. 1760
Selten vorkommender Meister, der nicht ungeschickt nach J. B. Guadagnini arbeitete.
Antegnati, Giov. Francesco. — Brescia. 1535
De Piccolelüs nennt ihn Antognati und führt ihn als Lautenmacher an. Die Quelle, aus der er geschöpft hat, kann zwar nur das Buch von Giovan Maria Lanfranco
sein, in diesem wird er aber ausdrücklich als »fabri- catore di monochordi e clavicembali« bezeichnet. Die Familie Antegnati war eigentlich eine Orgelbauer- familie; Giov. Francescos Vater Bartolomeo, ebenso seine Brüder Giovan Giacobo und Giovan Battista und Graziadio, der Sohn des Letztgenannten, waren Orgel- bauer; am bedeutendsten war aber Costanzo Antegnati, der außerdem noch Organist und Musikschriftsteller war und 1608 seine »l'Arte Organica« herausgab. Aus- führlicheres über die Familie gibt Damiano Muoni im »Archivio storico Lombardo« (1883) S. 178 — 221.
Antenelli, A. — London 1 900
Englischer Geigenmacher der Gegenwart ; wahrschein- lich italienischer Herkunft.
Antoine, Jean Claude. — Mirecourt. 1733,
t 1786
Er ist mir nur dem Namen nach bekannt geworden und gehörte zu den handwerksmäßig arbeitenden Geigen- machern seines Ortes. Sein Sohn Jean I A. und seine Verwandten Jean II und sein Enkel S. E. Antoine waren wie er nur mittelmäßige Geigenmacher.
Antolini, Francesco. — Mailand
Ein Musikinstrumentenmacher des 19. Jahrhunderts, der nichts Hervorragendes geleistet hat.
Anton, Rudolf. — Aussig i. B. Geb. 1854 in
Graslitz
Enkel des Orgelbauers Anton in Schönbach, Schüler von Wurm in Aussig, zu dem er kam, nachdem er das Tischlerhandwerk erlernt hatte Er ist seit 1869 m Aussig ansässig und beschäftigt sich sowohl als Geigen- wie als Gitarrenmacher.
Geigenzettel: Rudolf Anton / Holz- Instrumenten- macher / Aussig, Herrengasse 38 (gedruckt).
Antoniazzi, Gaetano. — Cremona. Geb. 7. Aug. 1823, t l.Aug. 1897 in Mailand Vielleicht der Sohn eines gleichnamigen Vaters, von dem es Geigen mit der Jahreszahl 1810 geben soll. Da er in einem wahrscheinlich ehrlich gemeinten Streben oft von den guten Vorbildern im Modell abwich, ohne jedoch etwas Besseres finden zu können, haben seine Versuchsgeigen trotz sorgfältigster .Arbeit keinen höheren Wert. Er verrückte auch die Lage der F-Löcher wiederholt sehr zu ihrem Nachteil. Seine Kopien da- gegen sind, bis auf den Lack, recht gut, und er erhielt dafür auch mehrere Medaillen.
Antoniazzi, Gregorio. — Colle 1738
Vidal teilt nur seinen Zettel mit, de Piccolellis nur seinen Namen, Werke seiner Hand konnte ich nicht erfragen. Geigenzettel: Gregorio / Antoniazzi / In Colle 1738 (gedruckt).
Antoniazzi, Riccardo. — Mailand 1886. 1910 Bruder von Romeo. Er war ursprünglich Musiker und hat sich schließlich auch dem Bau von Geigen und Mandolinen zugewendet. Er arbeitete längere Zeit bei Leandro Bisiach und jetzt ist er Werkführer in der
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AntoniazzI — Arlow
Musikalien- und Instrumentenhandlung von Monzino in Mailand. Durch angeborenes Talent geleitet und eifriges Studium erwarb er sich wertvolle Kenntnisse, die ihn zu einem recht geschickten Meister machten.
Antoniazzi, Romeo. — Cremona, Mailand. Geb. 4. Mai 1862 in Cremona
Sohn von Gaetano A., Schüler semes Vaters. Nach einer Studienzeit von 15 Jahren eröffnete er im Jahre 1887 in Mailand seine eigene Werkstatt und verlegte sie bald nach Cremona, wo er das Geschäft seines Vaters übernahm. Er baut Streichinstrumente aller Art nach Stradivari, Amati, Guarneri, Guadagnini und Pressenda und hat auch ein eigenes Modell, bei welchem eine von ihm aufgestellte Theorie der Dicke des Bodens und der Decke Verwendung findet. Seine Geigen sind von schöner Arbeit und gut im Ton. Er besitzt goldene und silberne Medaillen von Turin 1898, Paris 1900 usw.
Geigenzettel : Antoniazzi Romeo di Cremona / fece in Cremona l'anno .... (gedruckt) und Abb. 24.
Antonio, Cyprlano. — Lissabon. 18. Jahrb.
Ein Lautenmacher, von dem Mandolinen wiederholt vorkommen, deren Ausführung im ganzen recht ge- fällig ist.
Geigenzettel: Cypriano Antonio a fez en / Lisboa rua Largo da Esperanza (gedruckt).
Antonio s. Siciliano
Antonius Bononiensis s. Brensio
Antonio dai Liuti. — Ferrara 1475
Erwird in Urkunden als »Maestro An ton iodai Liuti« bezeichnet. Wenn man bisher auch nicht mehr als seinen Namen kennt, wird man doch nicht fehlgehen, ihn als Lautenmacher anzusehen.
Antony, H. -1750. 1780
Vidal bespricht ein aus Cremona 1751 datiertes Instru- ment zweiten Ranges aus der Sammlung des Marquis de St. Hilaire in Paris und gibt die Namen Hieronymus Antony an. Es wird wohl nur H. geschrieben gewesen sein. Mir wurde ein Cello mit dem Zettel »Johann Antony, violinmacher, Mittenwald 1780« bekannt. Das Holz der Decke ist schön und klarjähng, beim Boden und den Zargen unschön, die Ecken sehr spitz; die schmale, elliptisch geschnitzte Schnecke ist tief aus- gestochen, der Lack nußbraun. Die Arbeit hat eher einen vogtländischen als einen Mittenwalder Charakter; auch war es mir nicht möglich, eine Familie Antony in Mittenwald nachzuweisen. Wahrscheinlich ist H(ans) und Johann Antony ein und derselbe Geigenmacher. Bekannt ist es, daß die Vogtländer sehr häufig »Cre- mona« oder »Mittenwald« als Ursprungsort angaben, auch wenn sie den eigenen Namen gebrauchten.
Antonio, Mastr'. — Venedig. 16. Jahrhundert
Ein venezianischer Lyrenmacher des 16. Jahrhunderts, den Valdrighi (3933) anführt.
Anyon, Thomas. — Manchester. Geb. 1854 An seinen Geigen wird der Lack besonders gelobt.
Appel, Ignaz. — Budapest. Geb. 1854. 1910
Schüler von Mönnig, arbeitete bei Zach und bei Voigt in Wien, dann bei J. W. Schunda in Budapest und baute einige ziemlich gute Geigen, hat sich jedoch in letzter Zeit mehr dem Bau des Cimbals zugewendet.
Geigenzettel : Appel Ignäcz , 18 Musikinstrumenten- Fabrik 88 / Budapest, Graf Kärolygasse Nr. 5 (gedr.).
Appold, Carl Friedr.
Vermutlich ein schwäbischer Geigenmacher, der im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts tätig war.
Arcangioli, Lorenzo. — Florenz. 1825. 1849
Ein Geigenmacher aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, von dem sich ein gutes »Violoncello da Spalla« in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln (Nr. 938) befindet. Auch seine Violinen sind nicht schlecht, wenn auch nicht hervorragend.
Ardenois, Jean. — Gent. 1731
Wenig bekannt. Man weiß von ihm nur, daß er die Instrumente der Kathedrale in Gent ausgebessert hat. Geigenzettel : Johannes Ardenois tot Ghent ; 1731 (ge- druckt).
Ardern, Job. — London 1893
In einer mittelmäßigen Violine stand sein Name.
Arezzo, Nicolo, lebt als Geigenmacher in
Neapel Anas, Vicente. 1889
Guter Gitarrenmacher.
Arienti, Carlo Giuseppe. Mailand. 1810 (?). 1863 (?)
Das Mailänder Konservatorium besitzt von ihm einen kleinen, graugelb lackierten Kontrabaß mit dem Zettel : Carlo Giuseppe Arienti / Fece in Milano, nella / Con- trada Ponte Vetro/ num. 1863. Anno 1810 (gedruckt).
Arkhusen, Gebrüder. — St. Petersburg. 1880
Im Jahre 1818 begründete Fabrik von Saiteninstru- menten, die gute, aber verhältnismäßig teure Instru- mente (Violinen, Gitarren usw.) herstellt und auch in Moskau eine Werkstatt unterhält.
Arling, Olaus (Olof). — Stockholm, f 25. Jan.
1735
Von ihm ist nur bekannt, daß er sieben Jahre lang Ge- hilfe von Jonas Elg gewesen ist, nach dessen Tod die Witwe heiratete und damit die Werkstatt seines ver- storbenen Meisters bekam, aber schon nach zweiein- halbjähriger Tätigkeit als selbständiger Geigen- und Lautenmacher starb.
Arlow, Heinrich. 1850—1865.
Brunn, Wien. Um
War um 1849 Schüler von N. Savicki, den er in seinen Modellen anfangs genau nachzuahmen suchte, wenn seiner Arbeit auch etwas Schülerhaftes anhaften blieb
Arnitz — Arthmann
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(flache Wölbung, heller Lack). Er hat nur wenige Gel- gen gemacht, doch war er als Geigenmacher nicht un- geschickt, was schon daraus hervorgeht, daß er einen so tüchtigen Schüler wie Jac. Kliment heranbildete. In seiner Arbeit erinnert er öfters an die Preßburger Meister ; er verwendete gelben Lack. Nach 1 860 scheint er kurze Zeit in Wien ansässig gewesen zu sein.
Geigenzettel : Heinrich Arlow/ Wien 863 (geschrieben). Arnitz, Meinrad. — Obernußbaumen (Schweiz).
19. Jahrhundert
Ein Dilettant, der seinerzeit in der Schweiz herumreiste und sich da und dort aufhielt, um Geigen, so gut er es verstand, auszubessern.
Arnoldi, Carlo. — Anagni, Rom. 1790
Ein Meister dritten Ranges, der statt seines eigenen häufiger fremde Zettel in seine Geigen geklebt haben soll.
Arnoldt, Joh. — Prichsenstadt. 1891
Ein Schreinermeister, der mit Geschick und leidlichem Verständnis zahlreiche Geigen repariert hat. .'Xuch sein Sohn und Nachfolger soll sich als Reparateur bewährt haben.
Arnot, David. — Glasgow. Geb. 1831 in Turred Bant Cottage, f in Glasgow 1897 Ein geschickter Geigenmacher, der ursprünglich einen anderen Beruf hatte, als er 1859 nach Glasgow kam. Seine ersten Geigen waren nach Amati, die späteren nach Stradivari und Guarnerl gebaut. Erst 1888 eröff- nete er seine Geigenmacherwerkstatt. Er war auch ein vorzüglicher Geiger. Geigenzettel : David Arnot / Glasgow 1 889 (geschr:).
Arnould, Eduard. — Moskau. Geb. in Mire-
court, t 1895
Ein Mirecourter Meister, der die letzten Jahre seines Lebens in Moskau tätig war und, nachdem er längere Zeit bei Salzard gearbeitet hatte, seine eigene Werk- statt eröffnete. Er wurde als Reparateur gelobt; seine wenigen neuen Instrumente hat er jedoch zu schwach gebaut. Sein Nachfolger war der ehemalige Tischler Petroff, der das Geschäft nur kurze Zeit weiterführte.
Arphenmacher, Konrad. — Freiburg i. Schw.
1454, t vor 1464
Im Freiburger Bürgeraufnahmsbuche findet sich der Eintrag: »Cunradus dictus Arphenmacher f actus est burgensis supra domum suam sitam Freiburgi in angulo vici dicti Fischolan usw. Datum vicesima die januaru anno 1454.« — Ist es auch nicht durchaus sicher, daß dieser Konrad ein Harfenmacher war, so zwingt der Vergleich mit den übrigen Eintragungen doch dazu, an- zunehmen, daß »Harfenmacher« den Beruf und nicht etwa nur den Familiennamen bedeutete.
Arphenmacher, Peter. — Freiburg i. Schw.
1464
Sohn von Konrad. Von ihm heißt es im Bürgerbuche
S. 81b: »Petrus Arphenmacher filius Conradi recepit
burgensiam ejusdem patris sui et factus est burgensis supra domum suam qu. fuit dicti patris sui sitam Fri- burgi in inferiori angulo vici dicti Fischolant juxta car- reriam. Datum 12^ die mensis marcii anno Domini 1464.«
Artaldus, Joannes Aloysius. — 1584
Eine Cithara mit sieben Saiten in der Sammlung Alfr. Keil in Lissabon trägt diesen Namen nebst dem Datum 25. Oktober 1 584. Die .Arbeit sieht italienisch aus.
Artalli, Giuseppe Antonio. Mailand 1 765
Selten vorkommender Meister. Seine Violinen sind dem Wurmfraß stark ausgesetzt, erinnern an Testores Ar- beiten und sind nicht schlecht im Ton.
Arthmann^), Georg Valentin. — Wechmar bei Gotha. Geb. 19. Dez. 1750 in Wechmar,
fdas. 11. Jan. 1799
Er war Sohn eines Schreiners und selbst Schreiner und, wie es im Sterberegister zu Wechmar heißt: »besonders Instrument macher*. Wahrscheinlich war auch schon sein Vater Johann Philipp A. nebenbei Instrumenten- macher. Von beiden ist nichts Näheres bekannt. Georg Valentin A. war zw^eimal verheiratet, in erster Ehe(l 773) mit Maria Elisabeth geb. Fischer, von welcher er sechs Kinder hatte; aber nur sein ältester Sohn widmete sich der Geigenmacherkunst und brachte es darin zu ziem- licher Kunstfertigkeit. In seinem Trau- und Toten- schein wird er auch als Mitnachbar und Vormund- schaftsverwandter aufgeführt und als Todesursache epir demisches Faulfieber angegeben.
Arthmann, Johann Nikolaus. — Wechmar bei Gotha. Geb. 11. März 1774 in Wechmar, fdas. 20. Dez. 1846
Ältester Sohn des Schreiners und Instrumenten- machers Georg Valentin A. Er erlernte zunächst bei seinem Vater das Schreinerhandwerk und nebenbei den Instrumentenbau. Als Gehilfe kam er zu Ernst nach Gotha, dessen Schüler er nun als Geigenbauer wurde. Natürliches Talent und eine beim Vater schon er- worbene, nicht gewöhnliche Handfertigkeit brachten es bald dahin, daß er Tüchtiges im Geigenbau leistete. Nach dem Tode seines Vaters kehrte er nach Wechmar zurück und verheiratete sich 1812 mit Barbara Judithe SchüUer und verlegte sich ausschließlich auf den Gei- genbau. Nach Ottos .Aussage waren seine Geigen denen von Ernst in der Form sehr ähnlich und hatten einen starken, runden und dicken Ton, sprachen leicht an und wurden als gute Nachahmungen italienischer Meister betrachtet. Arthm.ann verkaufte seine Violinen zu zwei Louisdor'-), doch wurden sie, wenn sie gut ein- gespielt waren, schon zu seinen Lebzeiten wesentlich teuerer bezahlt. Trotzdem er sehr geschätzt war und von seinem Herzog öffentlich belobt wurde, lebte er doch in den bescheidensten Verhältnissen. Noch heute
^) Wenn in der Literatur ein Geigenm.acher ».Altmann in Gotha« vorkommt, so ist das eine Verwechslung mit Arthmann.
-) Vgl. Journal für Fabrik. 1797, Jan., S. 66.
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Artn
Aubry
wird erzählt, daß es geradezu Staunen erregte, Arth- mann die feinsten Arbeiten ausführen zu sehen mit seinen ungeschlachten Händen, deren Finger von einer geradezu abnormen Breite waren. Nachdem er 1842 am 18. Dezember seine Eh.efrau, die an der .Auszehrung starb, verloren hatte, siechte auch er dahin, bis er vier Jahre später an Altersschwäche starb. Kammermusikus E. G. Lind in Koburg besitzt ein Quintett (zwei Vio- linen, eine Viola, ein Violoncello und einen Baß) und einige einzelne vorzügliche Instrumente von ihm. Geigenzettel: J.N. Artmann in Wechmar / prope Gothan. 1835 (gedruckt).
Artmann, H. — Capri. 19. Jahrhundert
Ein Mandolinenmacher, der wahrscheinlich ursprüng- lich Hartmann hieß. Er war nicht ungeschickt, Gustav Hering in München besaß eine hübsche Mandoline von ihm. Geigenzettel : Capri / H. Artmann (geschrieben).
Arvesen, C. Ferd. — Kopenhagen
Dänischer Geigenmacher der Gegenwart, der auf der Nordischen Kunst- und Industrieausstellung 1888 mit einer Violine vertreten war.
Ascensio, Dom Vicenzo. — Madrid. 1 775. 1 790
Ein Priester, der sich mit dem Anfertigen und be- sonders mit dem Ausbessern von Geigen befaßte. Sein Geschäftstagebuch soll noch vorhanden sein, aus dem hervorgeht, daß er vom spanischen Hofe beschäftigt wurde und sich sowohl an Werken von Stradivari wie von Stainer vergriffen hat. Vgl. die »Greffuhle Stra- divarius« (Stuttgart, Hamma & Co.).
Askew, John. — Stanhope, Darlington. 1879.
1885
Ein Schuhmachermeister, der auf der Londoner „Inven- tionsexhibition" für zwei gut gebaute Violinen eine bronzene Medaille bekam.
Askey, Samuel. — London. 1785, f um 1840
Ursprünglich zum Klempner bestimmt, wurde er an- geblich Schüler von John Morrison und arbeitete um 1825 für G. Corsby. Wenig ansprechende Arbeit. Manche glauben, den Namen Astley lesen zu müssen. Geigenzettel: Askey ,' No. 9 Fleet Lane / 1785 (gedr.).
Aspinall, James. — Bolsterstone. Geb. 1855 Er baut nach Riechers Stradivari-Patron und ver- wendet Whitelaws Lack.
Asplund, C. E. — Skultuna. Wahrscheinlich
18. Jahrhundert
Verfertiger einer %-Geige im Museum zu Gothenburg,
deren eckenloser, gitarrenähnlicher Körper aus Messing
besteht. Hals, Schnecke und Saitenhalter usw. sind aus
Holz.
Assalone, Gasparo (Gaspero) d'. — Pesaro und
Rom (?)
Ein zweifellos erfundener Geigenmacher, von dem be- hauptet wird, daß er um 1690 und noch um 1740 gelebt
haben soll. Man sagt, daß er im Umriß das Amatimodell nachahmte, jedoch die Wölbung zu hoch nahm und unsauber arbeitete. Wahrscheinlich ist dieser Gasparo d' Assalone aus dem Namen Gasparo da Salos ent- standen. Die Zettel mit seinem Namen sehe ich als Fäl- schungen an.
Atelbotinger (Adelbodinger), Johann Georg. — Hermannstadt (Nagy-Szeben). 1783
Advokat Zins in Agöta besitzt eine Geige von ihm mit dem Zettel : Johann Georg Atelbotinger / Geigen unt Lauten macher/ zu Herrmann Stadt Anno 1783 (gedr.). Leider kommt sein Name in den Hermannstädter Ar- chivalien nicht vor.
Atkmson, William Thomas Reed. — London, Tottenhamm. Geb. in Stepney 23. Oktober
1851
Ursprünglich Seemann, kam er dann zu einem Tischler in die Lehre und begann 1869 seine erste Geige zu bauen, die ihm so viel Freude machte, daß er eifrig arbeitete, um sich zu vervollkommnen. Schließlich ver- legte er sich ganz auf den Geigenbau und eröffnete 1881 in Tottenhamm seine Werkstatt. Er baut nach eigenen Modellen Geigen, die er mit Bernsteinlack überzieht. Seine Arbeit ist sorgfältig, der Ton gut. Er erhielt in Paris 1889 und in Edinburgh 1890 Medaillen. Meredith- Morris brachte seine Biographie in »The Strad« 1900 Nr. 127.
Geigenzettel: William Attkinson ,' in Tottenham 1892 (gedruckt).
Attore, Michele. — Padua, Venedig. 1583.
• 1620
Ein Lautenmacher, von dem sich hauptsächlich Archi- lauten erhalten haben. Eine Chitarrone von 1620 aus Venedig besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln (Nr. 513).
Atze. — Breslau
Guter Geigenreparateur. Vgl. Schles. Tonkünstler- lexikon. Breslau 1846.
Aubert. — Troyes. 1767. 1789
Als Geigenmacher nicht bemerkenswert; dagegen kommen gute Gitarren und Lauten von ihm vor; eine solche mit zwei Hälsen befindet sich aus der Sammlung Snoeck (Nr. 355) in Berlin. Eine zehnsaitige Gitarre aus abwechselnden Streifen von Rosenholz und Ahorn mit dazwischenliegenden Ebenholzadern und ähnlich behandeltem Halse und Wirbelbrett besitzt Fritz Wild- hagen in Haiensee. Sie trägt den Brandstempel : Aubert a Troyes.
Aubry. — Mirecourt. 1 8. Jahrhundert
Eine Geigenmacherfamilie, von der eigentlich kein Mit- glied zu größerer Bedeutung gelangt ist. Auf Pierre, der schon 1738 vorkommt, folgen Franq:ois (1758. 1765), Charles (1753. 1765), Nicolas (1762) und Dominique (1772). Sie scheinen auch weder Zettel noch Brand- marken gebraucht zu haben.
Aubry — Avorie
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Aubry, Fran^ols. — Mirecourt. 1757. 1767
! Er galt als guter Bogenmacher.
Aubry, Jacques (?). — Paris. 1840
Aldrlcs Neffe und Geschäftsnachfolger, der vermutlich vorher in Remiremont tätig war. In Paris war er nur Händler, der andere für sich arbeiten ließ.
Audinot, Charles I. — Mirecourt. 1763
Einer der besseren Mirecourter Geigenmacher seiner Zeit.
Audinot, Charles II. — Mirecourt. Geb. 1 788,
t gegen 1850
Em guter Handwerker, dessen .■arbeiten ohne künst- lerischen Wert sind.
Audinot, Leopold. — Mirecourt. Geb. 1811, t 1891
Sohn von Charles A. und wahrschemlich auch sein Schüler. Seme Arbeit ist von gewöhnlicher Mirecourter Art. Er war der Schwiegersohn und Nachfolger von Laurent Bourlier.
Audinot, Nestor Dominique. — Paris. Geb. in Mirecourt 12. Dez. 1842
Nachdem er bei seinem Vater Leopold A. ausgelernt hatte, kam er 1863 nach Paris zu Seb. Vuillaume und machte sich 1868 in der Rue Faubourg St. Denis 17 selbständig. Nach 1875 wurde er S. Vuillaumes Nach- folger und wohnt jetzt Boulevard Bonne Nouvelle 1 7. Er ist ein ebenso geschickter Geigenmacher wie ge- suchter Reparateur und wendet dem Studium des Lackes seine besondere Sorgfalt zu. Er hat etwa 600 In- strumente gebaut und gilt auch als em tüchtiger Bogen- macher.
Geigenzette! : Abb. 8 und 1 6.
Audinot, Nicolas I. — Mirecourt. 1742
Vielleicht der Stammvater und der erste Geigenmacher seiner Familie.
Audinot, Nicolas II. — Mirecourt. 1845. 1891
Nachdem er den Militärdienst verlassen, verlegte er sich auf den Geigenbau und machte billige Geigen. Einige derselben tragen seinen Namen eingestempelt und sind aus Paris datiert. Er soll bei einem Mirecourter Vuillaume gelernt haben und ist mit den übrigen Gei- genmachern seines Namens nicht verwandt.
Audinot, Victor. — Mirecourt. 1912
Er ist nicht mehr der jüngste Geigenmacher aus seiner Familie, da er auch seinen Sohn, der sein Schüler ist, Geigenmacher werden ließ.
Ausaire. — Paris. Um 1830
Als Geigenmacher nur ein Handwerker.
Ausold(Unseld), Christoph. — Ulm. 1586. 1591
Ein Lautenmacher, von dem die Stuttgarter Hofkapelle wiederholt Saiten bezog.
Ausold (Unseld), Georg. — Ulm. 1609
Vielleicht ein Sohn Christophs. Auch er verkaufte der Stuttgarter Hofkapelle Saiten.
Augiere. — Paris, 1830
Er war lange Zeit Gehilfe von Clement. Um 1830 machte er sich selbständig und verband sich mit Calot. Sie hatten ihr Geschäft in der Rue St. Eustache Nr. 12 und bauten viele Instrumente, die weder besonders zu loben noch zu tadeln sind. Französischer Stil, roter und rotbrauner Lack.
Austine, Arthur. — London. 1900
Ob die Violinen mit seinem Zettel von ihm gemacht sind, konnte ich nicht feststellen.
Auteur, Baptiste. — Paris. Um 1850
In tadellos gearbeiteten Gitarren von schönem Ton findet man den Zettel: (Vignette) ' Guitarre la Pre- votte / Dediee aux Dames. / Luthier B'^ Auteur / Rue Richelieu N° 10 / Paris (gedruckt).
Autieio, Gaetan. — Avignon (Vaucluse). Geb.
14. Okt. 1853inTeano (Italien)
Schüler seines Vaters Paride A. Im Jahre 1 876 wurde er Abeilles Nachfolger in Avignon. Seine Werkstatt be- fand sich erst Rue Saunerie No. 3 und wurde später nach der Rue des Marchands 28 verlegt. Seit er sich in Frankreich ansässig machte, beschränkte er sich auf den Handel und unterhält eine Reparaturwerkstatt für alle Arten von Musikinstrumenten.
Autiero, Joseph. — Avignon. Geb. 31. Dez. 1858 in Teano (Italien)
Er ließ sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts als Geigenmacher und Reparateur in Avignon nieder, wo er Rue des Marchands No. 30 wohnt. Er handelt mit allenMusikinstrumenten und besitzt mehrere Medaillen.
Geigenzettel : Repare par J^" Autiero / luthier / Avignon anno 1886 (gedruckt).
Autiero, Paride. — Teano. 1860. 1870
Ein fleißiger Geigenmacher, der mit seinen Söhnen alle Arten von Geigen und Mandolinen usw. gebaut hat, ohne dabei gerade bemerkenswerte Künstlerschaft an den Tag zu legen.
Geigenzettel : Paride Autiero / fecit Teano 1865 (gedr.).
Auversen, Sveinung. — Lunde (Telemarken). 1897. 1902
Norwegischer Geigenmacher der Gegenwart, der sog. Hardangerfiedeln herstellt.
Avenia s. D'Avenia
Avorie, Henry. — Edinburgh. 1765
Wenig bekannter Geigenmacher, der englischen Schule nahestehend.
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Baad
aader
Bachi
achmann
Baader, J. A., & Co. — Mittenwald
Neben Neuner & Hornsteiner die bedeutendste Firma in Mittenwald, die ihre Gründung m das Jahr 1790 setzen kann. Em großer Teil der Geigenmacher des Ortes steht in Diensten dieser Firma oder arbeitet für dieselbe. Der langjährige Inhaber Johann Paul Baader starb am 24. Juni 1899 im 89. Lebensjahre. Der in- zwischen gleichfalls verstorbene Max B., geboren 18. Januar 1843, war sein Nachfolger. Er lernte im väterlichen Geschäfte, unternahm zu seiner weiteren Ausbildung Reisen durch Deutschland, England und Amerika. Er war, wie sein Vater, Hoflieferant und ar- beitete mit trefflich geschulten Leuten. Der jetzige Firmeninhaber ist sein Sohn Adolf Baader, geb. 1876. Er ist Bürgermeister von Mittenwald. Die Firma besitzt ein eigenes Sägewerk und beschäftigt etwa 160 Heim- arbeiter mit Teilarbeit und eine Anzahl im Betrieb dauernd angestellte Leute. Die Geigen sind trotz ihrer ungewöhnlichen Billigkeit recht gut, das Holz ist schön, ebenso der Ol- oder Spirituslack. Auch die Zithern, die bei ihm hergestellt werden, entsprechen strengen An- forderungen. Er verwendet Zettel mit seiner Firma.
Baader s. auch Bader
Baarsen, Johannes. — (Norwegen.) 1812
In Alfr. Keils Sammlung in Lissabon befindet sich eine Hardangerfledel mit diesem Namen.
Baas, Peter Nielsen. — Kopenhagen. 1708
Seine Arbeiten erinnern an die deutsche Schule. Eine sechssaitige Tenorviola di Gamba befindet sich bei Claudius in Kopenhagen.
Geigenzettel : Peter Nielsen Baas / in Copenhagen 1 708 (gedruckt).
Babos, Bela (Adalbert). — Hermannstadt (Nagy Szeben). 1915
Siebenbürgischer Geigenmacher der Gegenwart.
Babos, Sändor (Alexander). — Szegedin. 1915
Bruder von Bela und wie dieser Geigenmacher.
Babutzky, Leo. — Mährisch - Neustadt. 1914
Ursprünglich Bildnismaler, Schüler der Münchener und Wiener Kunstakademie, wurde er durch den Tod seines Vaters veranlaßt, in die Heimat zurückzukehren. Ein Zufall führte ihn mit einem ehemaligen Gesellen des alten Paflik in Troppau zusammen, der ihm die wichtigsten Handwerksgriffe beibrachte. Durch eifriges Studium vervollkommnete er seine Kenntnisse und baut jetzt recht gute Geigen. Seine Erfahrungen als Maler kommen ihm bei der Herstellung seines Lackes sehr zustatten.
Bacchetta (Barchetta), Giuseppe. — Cremona und Mantua. 1784
Ein selten vorkommender Geigenmacher, von dem ich eine Viola gesehen habe, bei der außer dem Lack wenig
zu
loben
war.
Bacco (Backo), Heinrich. — Mannheim. Geb. 8. Aug. 1818 in Mannheim, f um 1885
Er war der Sohn eines Mannheimer Schiffsknechts; wo und bei wem er gelernt hat, ist nicht bekannt, aber be- reits im Jahre 1837 führte er Reparaturen für das Hof- theater-Orchester aus. In den Mannheimer Adreß- büchern kommt er von 1852 bis 1885 als Instrumenten- macher vor, und als solcher hat er am 20. Juni 1865 das angeborene Bürgerrecht angetreten. Er scheint sich aus- schließlich mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt zu haben, vorzugsweise wird sein Reparaturzettel in Bäs- sen und Violoncellis gefunden.
Geigenzettel : H. Bacco / in / Mannheim / Repare 1840 (geschrieben).
Bach, H. E. — Melbourne. 1888. 1906 Geigenmacher, der als Reparateur gelobt wird.
Bach, Johann Sebastian. Geb. 21. März 1685 in Eisenach, f 28. Juli 1 750 in Leipzig
Einer der größten Tonschöpfer aller Zeiten, der hier als der Erfinder der »Viola pomposa" aufgeführt werden darf. Das Instrument war eine übergroße Viola mit fünf Saiten und nahm im Orchester etwa die Stelle ein, die jetzt dem Violoncello zugewiesen ist, das die Viola pomposa auch vollständig verdrängt hat.
Bachelier, Jean Gaspard. — Paris. 1 777. 1 789
Unbedeutender Geigenmacher, der nur handwerks- mäßig arbeitete und seine Geigen selten bezeichnete. Er wohnte zuerst in der Rue de la Tissanderie und von 1783 an Place Baudoyer.
Bachman, A. — Amsterdam
In der Mitte des 19. Jahrhunderts soll ein Geigen- macher dieses Namens in Amsterdam gelebt haben, etwas Näheres über ihn war jedoch nicht zu erfahren. Er dürfte mit dem Geigenmacher Johannes Bachmann identisch sein.
Bachmann, Anton. — Berlin. Geb. 1716 in Berlin, f 8. März 1800 daselbst
Er war schon mit 30 Jahren Königlich Preußischer Hof- instrumentenmacher und stand in einem Ansehen, das seine Arbeiten nicht rechtfertigen. Seine Violen und Violoncelli werden allerdings ihres starken Tons wegen noch heute von Orchestermusikern sehr geschätzt, klingen aber roh. Er hat nie gute Modelle gehabt und nie gutes Holz — das er sich zu seiner Zeit in Berlin frei- lich nur schwer hätte verschaffen können — verarbeitet. Einige seiner Geigen gab er für Kopien nach Stradivari aus, er hat, nach diesen zu urteilen, aber nie em echtes Instrument gesehen. Seine Wölbung ist steif, nach den Backen zu plötzlich abfallend und in der Brust zu dick, der Lack stumpf, von häßlicher brauner Farbe. Eine Viola da Gamba von 1 746 von besserer Ausführung be- wahrt die ehem. Königliche Sammlung alter Musik- instrumente in Berlin (Nr. 831), ein Violoncello von 1757 die Schweriner Hofkapelle, eine mandolinenartige Laute von 1784 mit hübschem Dachstern Fritz Wild- hagen in Haiensee bei Berlin. Mehrere Erfindungen, die
Bachmann — Bader
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gewöhnlich seinem Sohne zugeschrieben werden, dürf- ten von ihm herrühren, z. B. Gitarren mit Hammer- klaviatur, aber nur seine 1 778 bekannt gewordene Er- findung des Schraubenmechanismus am Kopf der Bässe hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Sem zweiter Sohn, Friedrich Wilhelm B., soll zwar auch das Geigenmachen erlernt haben, er war aber Berufs- musiker (Geiger) und Kapellmeister und soll sich von 1797 an nebenbei auch auf den Handel mit Musik- instrumenten verlegt haben. Vgl. Allg. D. Biographie, Ledeburs Tonkünstlerlexikon Berlin usw. Geigenzettel : Abb. 36.
ßachmann, Johannes. — Amsterdam. 1840 Er stammte aus Deutschland und hatte in der Agnietenstraat seine Werkstatt. Seine Geigen waren sauber gearbeitet, besonders wurde er als Baßmacher geschätzt.
Bachmann, Johannes Ernst. — Sneeck. Gro- ningen. Geb. 13. Juni 1851 in Amsterdam.
f in Groningen
Sohn und Schüler von Johannes B. Nachdem er eine Zeitlang Geigenmacher der städtischen Musikschule in Sneeck (Friesland) gewesen war, ließ er sich in Groningen nieder. Er arbeitete zumeist nach Stradi- vari, aber auch nach Brescianer Vorbildern.
Bachmann, Karl Ludwig. — Berlin. Geb.
1748, t 26. Mai 1809
Sohn von Anton B. und ursprünglich zum Musiker ausgebildet. Er war ein Virtuose auf der Viola, trat 1765 in die Königliche Kapelle in Berlin als Kammer- musikus ein und errichtete 1770 mit Benda zusammen ein sehr geschätztes Liebhaberkonzert, wobei er bis zu Bendas Tod freilich nur als Geschäftsführer hervor- trat'). Mehr und mehr wandte er sich mit der Zeit dem Geigenbau zu. Im Jahre 1785 verheiratete er sich mit der als Klavierspielerin und Sängerin geschätzten Char- lotte Caroline Stöwe (f 19. August 1817). Er war sorg- fältiger in der Wahl des Holzes als sein Vater, auch sind seine Geigen regelmäßiger gebaut, nur etwas zu dick im Holz. .4m besten sind jedenfalls seine Bratschen. Eine solche besitzt Rechnungsrat Friedrich in Posen. Geigenzettel : Carl Bachmann in Berlin 1 796 (geschr.).
Bachmann, Otto. — Halberstadt. 1830. 1835
Tüchtiger Meister, der sich sowohl im Neubau als auch im Wiederherstellen alter Geigen bewährte. Er gab e;p.e
P Schrift unter dem Titel : Theoretisch-praktisches Hand- buch des Geigenbaues usw., Leipzig 1835 bei G. Basse, heraus. Er scheint vor 1848 bereits gestorben zu sein,
! da er in den Meldelisten von Halberstadt im Jahre 1848 nicht mehr vorkommt.
Bachmann, Wilhelm. — Brunn. 1810. f 1856
In einer Gitarre fand ich seinen Namen. Er wurde 1810 Bürger und am 5. Mai desselben Jahres als »Instru- mentenmacher« Mitglied der Tischlerzunft.
^) .Ms Kapellmeister wurde er später sehr abfällig be- urteilt.
Backman, Carl. — Nyköping. 1828
Ein schwedischer Geigenmacher ohne hervorragende Eigenschaften.
Backmann, David. — St. Petersburg. 1834.
1840
Nach einer gut gearbeiteten Violine zu urteilen, die seinen geschriebenen Zettel trug, war er einer der ge- schicktesten Geigenmacher, die zu seiner Zeit in Ruß- land tätig waren. Gelgenzettel: David Backmann / in Petersburg 1840.
Bacso, Istvan (Stephan). — Szegedin. 1905
Ist mir nur als Reparateur bekannt geworden.
Baczynski, Ladislaus. — Krakau. 1902
Polnischer Geigenmacher der Gegenwart. Geigenzettel: Ladislaus Baczyiiski — fecit Cracoviae 19 . . (gedru:kt).
Bader, Daniel. — Antwerpen. 1600. 1607
Eine Theorbe mit diesem Namen wurde 1869 in Lon- don versteigert. Sie rührte jedenfalls von jenem Daniel Bader her, der, ein Deutscher, im Jahre 1600 als Orgel- und Clavecinmacher in die Antwerpener Gilde aufge- nommen wurde und 1607 noch gelebt hat.
Bader, Johann. — Mittenwald. 1760. 1763
Gute Arbeit nach den Traditionen der Klotzschen Schule.
Baders Erben. — München
Eine Geigenmacherfirma, die um 1844 in München eine Niederlage von Mittenwalder Instrumenten hatte.
Bader, Franz. — Mittenwald. 1889. f nach
1912
Ein tüchtiger Meister, der seit 1889 als Geigenbau- lehrer an der Mittenwalder Fachschule wirkte und sich als solcher große Verdienste um die blühende Industrie seiner Heimat erworben hat. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in wohlverdientem Ruhestand.
Bader, Johann. — Mittenwald. Geb. 5. April 1876 in Mittenwald
Er besuchte durch drei Jahre die Mittenwalder Geigen- bauschule und arbeitete dann fünf Jahre lang als Ge- hilfe bei Joh. Padewet in Karlsruhe, K. A. Hörlein in Würzburg, 0. Migge in Koblenz und Gius. Fiorini in München. Im Jahre 1901 machte er sich in Mittenwald selbständig, und es gelang ihm bald, sich durch tadel- lose .Arbeit einen bedeutenden Ruf zu erwerben. Eine Zeitlang war er auch als zweiter Lehrer an der Mitten- walder Geigenbauschule tätig. Hauptsächlich beschäf- tigt er sich mit dem Neubau von Soloviolinen, die er nach Stradivari, Guarneri, N. Amati und Maggini aus- führt. Seinen Lack (Öl- und Spirituslack) bereitet er sich selbst. Er baut auch Lauten und Gitarren und ist ein geschickter Reparateur. Geigenzettel : Johann Bader. Mittenwald. 1909. (gedr.)-
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Bader — Bailly
Bader, Josef. — Mlttenwald. 1748
Klotz-Schule; seine Geigen sind nach der Form gebaut und dem kleinen Amati-Modell nachgeahmt. Das Holz ist gut gewählt, der Lack braun.
Bader, Martin. — Mittenwald. 1730. 1736
Er darf als ein echter Schüler von M. Klotz angesehen werden. Seine Geigen smd gut und kommen denen seines Lehrers nahe; nur soll er auch den Zettel Stainers häufig mißbraucht haben.
Bär (Bahr, Beer), Andreas. — Wien. 1679. t 16. März 1722
Wahrscheinlich aus Füssen emgewandert, oder zu der Familie Perr (aus der Ramsau stammend) gehörig und vielleicht ein Sohn von Hans Perr, der semen Namen auch gelegentlich Beer schrieb. Er nennt sich auf seinen Zetteln ausdrücklich »bürgerlicher Lautten- und Gei- genmacher«, doch war es mir nicht möglich, seine Bürgeraufnahme zu ermitteln. Seine Violen waren in ihrer Ausführung nicht hervorargend ; Violinen dürfte er nur wenige gemacht haben, wodurch sich ihr seltenes Vorkommen erklärt. Sie sind unansehnlich, braun lackiert, besser dagegen sind seine Lauten, und Baron sagt von ihm in seiner Untersuchung des Instrumentes der Lauten, nachdem er erwähnt, daß er als Lauten- macher berühmt sei : »Was [Andreas Bahr] anlanget, so arbeitete er breitspänicht, und sind seine Instrumente von dem hochberühmten Graffen Logi^) ungemein aestimirt worden« (S. 96).
Baer. — Meiningen. 1917
Ein Kammermusiker, der auch als geschickter Geigen- macher gilt.
Baffo, Antonio (Joannes Antonius). — Venedig. 1523. 1581
Er wird mehrfach als Lautenmacher erwähnt, doch es gelang mir nur, ihn als den Erbauer von schönen Harfen und Klavizimbeln nachzuweisen.
Geigenzettel: Antonius Baffo Venetus fecit (gedruckt). Bagany. — Pottendorf. 1822
Auch einer von den unglücklichen Reformatoren des Geigenbaues. Er erfand Geigen, deren Decke aus Eisen- blech hergestellt wurde, die aber trotz ihrer Billigkeit — das Stück kostete 4 fl. 48 kr. C. M. — die Welt nicht eroberten.
Bagatella, Antonio. — Padua. Geb. 21. Febr. 1755, 125. Mai 1829
Sohn des Gaetano B. und der Catarina Coppo-Scan- ferla. Er wollte ursprünglich Geiger werden und war vermutlich ein Schüler seines Verwandten Pietro B. Ein literarisch und musikalisch gebildeter Mann. Seine Bedeutung liegt allerdings weniger in seiner Kunst als Geigenmacher, als vielmehr darin, daß er eine .Ab- handlung über die Theorie des Geigenbaues schrieb, für welche er 1 782 einen von der Akademie der Wissen-
^) Berühmter Lautenspieler, t 1721 in Prag im Alter von etwa 80 Jahren.
Schäften in Padua ausgesetzten Preis erhielt. Diese Ab- handlung wurde ] 786 auf Kosten der Akademie ge- druckt und ist seitdem wiederholt erschienen und so- wohl mehrfach ins Deutsche als auch ins Französische, Englische usw. übersetzt worden. Seine Arbeit ist sehr überschätzt worden, denn etwas Sicheres wußte er doch nicht. Vieles von dem, was er vorschlägt, hat sich niclit bewährt. Wenn man auch annehmen will, daß er das Geigenmachen erlernt hat, so scheint er doch die Lücken seines Wissens durch selbsterfundene Theorien ausgefüllt zu haben. Trotzdem verdankt man ihm bis zu einem gewissen Grade die wenigen auf uns gekommenen Grundsätze, nach denen die alten italienischen Meister gearbeitet haben. Über sein Leben ist nicht viel mehr bekannt, als was er in seiner Schrift selbst erzählt, und daß er mit Antonia Pelizzari verheiratet war, ver- schiedene Kinder hatte und gänzlich verarmt und er- blindet starb. Eine Zeitlang arbeitete er mit Danieli zusammen. Eine Geige mit seinem Namen, von guter Arbeit und rotem Lack, vmrde kürzlich in England um ca. 1000 Mk. gekauft. Eine andere zum Verkauf aus- gebotene Geige von ».'\ntonio Bagoletto in Padua, 1 782« dürfte, wenn sie echt war, gleichfalls von Bagatella ge- wesen sein. — Er ahmte Jos. Guarneri nach und steht Joseph Rocca nahe.
Geigenzette! : .Antonius Bagatella delectens / fecit Patavij Anno 1 794 (gedruckt).
Bagatella, Pietro, gen. Piclno. — Padua. 1712, soll 1 760 noch gelebt haben
Vermutlich der Großvater oder Oheim Antonios. Er verwendete ein sehr hochgewölbtes Modell und dunkeln Lack. Um 1726 soll auch ein Carlo Picino als Geigen- macher gelebt haben.
Bagnini, Orazio. — Florenz. 1661. 1667
Sohn von Antonio B. Ein von Vidal und Valdrighi er- wähnter, sonst aber nicht bekannter Lautenmacher des 1 7. Jahrhunderts.
Bailly, Antoine. — Mirecourt. 1 770
Ein Geigenmacher, der um 1 772 seinen Heimatsort ver- lassen hat. Ein anderer Antoine Bailly kommt 1 763 bis 1 785 als Bogenmacher vor.
Bailly, Joseph. — Mirecourt. 1770. 1790
Seinen Namen fand ich in einer sauber gearbeiteten Violine, die ein Wiener Musiker besaß.
Bailly, Paul. — Mirecourt, London, Paris. Geb. in Mattaincourt 13. April 1844
Er erhielt seine erste Ausbildung in Mirecourt bei Jule« Gaillard, Prosper Gabasse und P. G. Grandjon. Hierauf arbeitete er bei Fran^ois Vuillaume, der ihn zu seinem Bruder J. B. V. nach Paris schickte, hier blieb er meh- rere Jahre und wurde 1869 zum Geigenmacher der Musikakademie in Douai ernannt. 1892 ging er nach Mirecourt zurück und arbeitete hauptsächlich für die ersten Pariser und Londoner Firmen. Während dieser Zeit bildete er auch viele Lehrlinge aus, 1884 zog er nach Paris und blieb wieder mehrere Jahre da ; dann verlegte er seine Werkstatt nach London und 1898 end- gültig nach Paris zurück, wo er jetzt Rue de Grenelle
Baines — Baldantoni
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Nr. 197 wohnt. Er baut nach allen Modellen, auch nach englischen, seine Violinen hauptsächlich nach der »Messias« von Stradivari. Für seine Violoncelli zieht er ein großes Patron vor und verwendet einen schönen, kastanienbraunen Ollack. Der Ton seiner Geigen ist edel und gleichmäßig in allen Lagen und seine Arbeit vorzüglich, er besaß 1990 bereits mehr als 10 Medaillen usw. Bekannt sind seine von Prof. Wagner in Lissabon veranlaßten Versuche, Geigen ganz aus dem brasilia- nischen Murtaholz zu bauen. Jetzt arbeiten auch seine Söhne bei ihm.
Geigenzettel : Paul Bailly luthier ä Mirecourt, Vosges /
Eleve de J. B. Vuillaume de Paris / Luthier de l'aca-
! demie de musique de Douai (gedruckt) und Abb. 52.
Baines. — London. 1780
Man weiß von ihm nur wenig mehr, als daß er ein Schüler von Matthew Furber war.
Balrhoff, Giorgio. — Neapel. 1757. 1786
Da der seltene Name Bairhoff in Füssen vorkommt, darf man annehmen, daß auch er aus Füssen stammte und einer der vielen Deutschen war, die als Gehilfen bei den Gaglianos und anderen gearbeitet haben und schließlich in Italien seßhaft geworden sind. Seine Ar- beit erinnert an G. u. N. Gagliano, er benutzte ein schönes, breites, flaches, manchmal mittelgroßes Mo- dell. Seine Geigen sind dick im Holz, haben eine wenig elegante Schnecke, aber meist großen Ton und sind zumindest sehr gute Orchesterinstrumente. (Barthoff statt Bairhoff zu lesen ist falsch.)
Geigenzettel: Giorgio Bairhoff Fecit ' Naooli 1757 (Initiale.! im Kras) (gedruckt) und Brandmarke Nr. 24.
Baisch, Samuel. — Stuttgart. 1572. f 1593
Ein Geistlicher, der früher Pfarrer in Gundringen und Altburg war und wahrscheinlich in Füssen in die Ge- heimnisse der Lautenmacherei eingeweiht wurde. Er kam 1 572 nach Stuttgart und wurde bald darauf in der Hofkapelle als Musiker und Instrumentenmacher ange- stellt, wo er nach Thanners Tod auch eine Zeitlang die Musikinstrumentenwerkstatt leitete. Noch im Jahre 1585 kaufte er von dem Füssener Lautenmacher Ma- thias Stehelin, der damals in Hausen a. d. Fils lebte, allerlei Werkzeuge, obwohl er schon 1 582 zu seinem geistlichen Berufe zurückgekehrt und Pfarrer in Both- nang geworden war. Im Jahre 1 592 wurde er als mark- gräfÜch badischer Pfarrer nach Bohlingen berufen, wo er schon ein Jahr darauf starb.
Mailand. 1838. f nach
Bajoni, Luigi.
1878
Obwohl er sich bestrebte, an die Traditionen seiner heimischen Schule anzuknüpfen, fehlte ihm doch die rechte Begabung, um sich aus seinem Handwerk zur Kunst zu erheben.
Baker, E. L. — New London (Conn.) 1849 Amerikanischer Geigenmacher und Händler.
Baker, Francis. — London. 1696
Vielleicht ein Bruder des Oxforder Meisters und diesem in seiner Arbeit ebenbürtig. Eine vorzügliche
Baßviola, die aus dem Besitze des Cellisten Tolbecque stammt, bewahrt das Konserv'atonum in Brüssel. Geigenzettel: Francis Baker in Pauls church / Yard , 1696 London (gedruckt).
Baker, John. — Oxford. 1688. 1720
Die Violenbauer des 17. Jahrhunderts in England standen im höchsten Ansehen bei allen Musikern und w-urden damals von vielen den Italienern vorgezogen. Zu den englischen Meistern, die diese hohe Wert- schätzung durch ihre Arbeit rechtfertigen, gehört auch John Baker, von dem nur vortreffliche Violen und Gamben bekannt sind. Sein Lack ist von hellgelber Farbe. Eine schöne Viola da Gamba von ihm war 1872 im South Kens. Mus. ausgestellt.
Geigenzettel : John Baker / Oxon / 1 688 (gedruckt).
Baker(Bakker), William. — Oxford. 1673. 1683
Das Selhofsche Auktionsverzeichnis (Hag 1759) nennt eine Gamba von ihm. Es liegt nahe, diesen William für den Vater von John und vielleicht auch von Francis zu halten. Eine Violine und eine Viola besitzt T. W. Tap- house.
Baker. — Brighton. 1820. 1830
Von ihm weiß ich nur, daß er u. a. einige sehr gute Bässe gebaut hat.
Balcaini
Eine Geige mit diesem sonst unbekannten Namen, kleines Amati-Modell, boten G. Withers & Sons vor dem Kriege um 15 £ an.
Baldantoni, Giuseppe. • — Ancona. Geb.
19. März 1784, t 5. Jan. 1873
Einer Familie von Mechanikern entstammend, erlernte er in seiner Jugend bei dem als Lehrer geschätzten Geiger Nappi das Viollnspie!. Nappi führte kleinere Reparaturen an Geigen selbst aus und leitete auch seine Schüler dann an, was Baldantoni veranlaßte, selbst zu versuchen, eine Geige zu bauen. Wenn diese im Äußern auch wohlgelungen aussah, so war sie doch in allen Maßen usw. verfehlt, und erst, als ihm Bagatellas Schrift in die Hand fiel, kam erdazu, den Gelgenbau ernsthafter zu studieren. Er tat dies von nun an mit Eifer und war nach jahrelangen Bemühungen wirklich imstande, Gei- gen von schöner Form und gutem, weichem Klang her- zustellen, wobei er ein großes Stradivanmodell bevor- zugte, nur die F- Löcher lassen oft den rechten Schwung vermissen. Er hat an 200 neue Violinen, Violen, Violon- celli und Bässe gebaut, obwohl er auch als Mechaniker vielbeschäftigt war. 1869 erhielt er eine goldene Me- daille für seine Erfindung einer sehr zweckmäßigen Mechanik für Trommeln, auch die von ihm verfertigten Stimmgabeln waren geschätzt. Seine Geigen sind sauber durchgearbeitet, haben flache Wölbung und braungelben Lack. Merkwürdigerweise werden seine Geigen oder solche, die man ihm nur zuschreibt, von Händlern u. dgl. gern bis in die Mitte des 18. Jahr- hunderts zurückdatiert. Sein Sohn Benjamin ist ein be- kannter Geigenvirtuose.
Geigenzettel: Joseph Baldantonj Anconae ; fecit .Anno 1734 (gedruckt). — Josephus Baldantonus / Anconiae fecit Anno 1839 (gedruckt).
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Balestrierl — Banks
Balestrleri, Pietro. — Cremona. 1 735
Er nennt sich einen Schüler Stradivaris und war ein Bruder von Tommaso B., dem er jedoch in keiner Be- ziehung gleichsteht, trotzdem kommt gerade sein Name in freilich oft sehr verstümmelter Schreibweise in un- echten Instrumenten vor.
Geigenzettel : Petrus Balestnen alumnus Antonii / Stra- divarii fecit Cremona; anno 17 . . (gedruckt). — Pietro Balestrieri / fece in Cremona 17 . . (gedruckt).
Balestnen, Tommaso. — Mantua. 1 720. 1 788
Seiner Angabe nach stammt er aus Cremona und ist ein Meister, über den die Meinungen merkwürdig ausein- andergehen. Während ihn die einen nur als geschickten Dilettanten ansehen, machen andere auf Grund einiger seiner Geigen ihn zu dem einzigen Schüler des Pietro Guameri, und wieder andere, wie De Piccolellis und Vidal, weisen ihn der Schule Stradivaris zu. Das letztere hat insofern Berechtigung, als Balestnen tatsächlich an die letzten Arbeiten des großen Cremonesers anzu- knüpfen scheint. Sein Modell ist groß und schön, die Wölbung schwungvoll, die Arbeit nicht sehr gleich- mäßig, sein Lfck ist von gelblichroter oder orangegelber Farbe; man kann übrigens zwei bestimmte Lackarten bei ihm unterscheiden, von denen die eine an Gua- dagnini erinnert. Seine Geigen haben zweifellos durch das Alter sehr an Tonschönheit zugenommen, so daß es sich erklärt, daß sie jetzt wesentlich höher geschätzt werden als früher. Besonders sind seine Violoncelli ge- sucht. Es wurde bisher behauptet, daß er erst von 1757 an in Mantua nachweisbar sein und vorher in Cremona gelebt haben soll, mir sind jedoch nur Zettel aus Man- tua bekannt geworden und darunter verschiedene mit früheren Jahreszahlen. So besitzt auch Dr. Bornemann in Eisenach eine schöne, gelblichrote Violine (35,5 cm Korpuslänge) mit dem geschriebenen Zettel : Tomaso Balestnen / fece in Mantova 1735. Eine trefflich klin- gende Violine von ihm befindet sich auch in der Samm- lung Th. Hämmerle in Wien. Er verwendete verschie- dene Zettel, darunter auch einen mit verziertem Rand, auf welchem der Text dreizeilig erscheint.
Geigenzettel : Abb. 53.
Ball s. Firth & Ball
Ballantine, Robert. — Edmburgh, dann Glas- gow. 1850. 1856
Man weiß nur, daß er 1856 nach Glasgow übersiedelte, wo er in den sechziger Jahren gestorben sein soll. Er scheint hauptsächlich Händler gewesen zu sein (bei Honeyman wird er nicht erwähnt).
Ballarlni, Santo. — Rimini, Terni, Rom. 1 740. 1781
Da seine Arbeiten denen Gisalbertis sehr ähnlich sehen, macht Horace Pethenk es sehr wahrscheinlich, daß dieser selbst die Violinen mit diesem Namen ange- fertigt habe. Dagegen spricht nur der Umstand, daß auch aus Rom datierte Arbeiten mit dem gleichen Namen vorkommen, die Jahreszahlen bis 178! auf- weisen, und daß der Familienname Ballarini (auch Bal-
larino) heute noch in Italien vorkommt. Im Jahre 1740 hielt er sich auf einer Reise in Terni auf, wie der bei De Wit veröffentlichte Zettel erzählt.
Geigenzettel : Fatto da me Santo Ballarini / per passagio in Terni / Nel .'Xnno 1 740 (geschrieben). — Sanct Balla- rini / fece in Roma 1780 (geschrieben).
Ballerinl, Pietro. — Florenz. 1900
Nachfolger von Castellani & Figlio, Streichinstru- menten- und Saitenfabrik der Gegenwart.
Ballini, Paolo. — Brescia. 1857
Seine Geigen sind handwerksmäßig ausgeführt und ahmen in oberflächlicher Weise Stradivari und Guar- neri nach.
Baltensperger, Emil. — Chur. Geb. 1859 in Zürich (Schwamendingen)
Sohn eines Malermeisters, bei dem er nach dem Besuch der Stadtschule in Chur in die Lehre trat. Zu seiner weiteren Ausbildung ging er 1880 nach München und übernahm 1881 das väterliche Geschäft. Um 1900 be- gann er autodidaktisch den Geigenbau zu erlernen und brachte es dann zu bemerkenswerter Fertigkeit. Von 1901-1908 hatte er 86 Violinen, 6 Violoncelli und 3 Violen gemacht, hat aber seit Kriegsbeginn den Gei- genbau wieder aufgegeben. Er arbeitete nach eigenen Grundsätzen und bestimmte die Dicke von Decke und Boden je nach dem Holz und dem Modell, so daß er ab- wechselnd die Brust oder die Ränder dicker machte, wobei er manchmal bis zur Stärke von 8 mm ging. Bei der Lackierung kam ihm seine Erfahrung als Maler sehr zustatten; sein Lack ist schön, von hellrötlicher Gold- farbe. Kreisler in London, Steffy Geier in Budapest u. a. besitzen Geigen von ihm.
Baluff, Erhard, arbeitete im 19. Jahrhundert in
Chicago Banks, Benjamm (I). — Salisbury. Geb.
H.JuK 1727, t 18. Febr. 1795
Sohn von George und Barbary B., Schüler von Wamsley. Einer der besten englischen Meister und wohl der erste, der das bis dahin in England bevorzugte Stainermodell aufgab und Amati und die Cremoneser zum Vorbild nahm. In der Arbeit ist er tadellos; sein Lack, von schöner Durchsichtigkeit, zeigt bei seinen besten Wer- ken braungelbe, ins Rötliche spielende Farbe, bei ge- wöhnlichen Arbeiten ist er schwärzlich-dunkelrot. Er baute sowohl Violinen als Violen und Violoncelli, na- mentlich die letzteren sind wertvoll, wobei die mit breitem Modell vorzuziehen sind. Bässe hat er nur sehr selten gebaut, diese sind wie alle seine Arbeiten sehr gut. Zu verschiedenen Zeiten baute er auch nachweislich Geigen für die Verlegerfirma Longman & Brodenp. Außer seinem Zettel verwendete er auch einen Brand- stempel mit B. B. Eine englische Zister (1750) besitzt Mrs. Dean, eine andere A. F. Hill. Andere Arbeiten be- finden sich in englischem Privat*besitz.
Geigenzettel : Benjamin Banks / fecit / Salisbury (ge- druckt) und Abb. 75, Brandmarke Nr. 9.
Banks — Barbe
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Banks, Benjamin (II). — Salisbury, später Lon- don, dann Liverpool. Geb. 13. Sept. 1754, t 22. Jan. 1820 in Liverpool
Zweiter Sohn und Schüler von Benj. B. (1), hei dem er bis etwa 1 780 gearbeitet hat. Er ging dann nach London und wohnte Sherrard Street, Golden Square N. 30, später zog er nach Liverpool, wo er in der Bank Street seine Werkstatt aufschlug. Es sind nur wenige Arbeiten seiner Hand bekannt, er hat wohl meist für Händler gearbeitet.
Geigenzettel : Made by Benjn. Banks , N° 30 Sherrard Street, Golden Square, from Salisbury (gedruckt).
Banks, Henry. — Salisbury, Liverpool. Geb* in Salisbury 1770, f 16. Okt. 1830 in Liver-
pool
Sechster Sohn von Benj. B. (I), bei dem er auch gelernt hat. Er verlegte sich in der Folge mehr auf das Repa- rieren von Pianofortes und war ein gesuchter Klavier- stimmer. Er blieb aber dabei Teilhaber seines Bruders und hat wohl auch an verschiedenen Instrumenten, die aus der gemeinsamen Werkstatt hervorgingen, mitge- arbeitet.
Banks, James. — Salisbury, später Liverpool. Geb. in Salisbury 1756, f in Liverpool 15. Juni 1831
Vierter Sohn von Benj. B. (I), Schüler seines Vaters, den er gleichwertig nachahmte. Er gebrauchte die gleichen Modelle und verwendete den gleichen Lack, nur von etwas schwärzlicherer Färbung. Er arbeitete mit seinem Bruder Henry zusammen, mit dem er das väterliche Geschäft in der Catherine Street fortsetzte. Im Jahre 1811 verkauften sie dasselbe und siedelten nach Liverpool über, wo sie erst in der Church Street und dann in der Bold Street wohnten. Ein Cello, von den beiden Brüdern 1797 gebaut, war 1871 im South Kens. Mus. ausgestellt.
Geigenzettel : James and Henry Banks / Musical Instru- ment Makers ; and Musik Seilers / Salisbury 1802 (ge- druckt).
Bantis (?), Jean. — Mirecourt. Um 1740
Er soll nur handwerksmäßig gearbeitet haben, doch ge- lang es mir nicht, Arbeiten von ihm kennen zu lernen. Auch Jacquot erwähnt ihn nicht.
Barabäs. — Cremona. 1793
Eine Viola d'amore von ihm besaß der Maler Kraus in München. Auch Valdrighi führt diesen Namen (Nr. 3664) auf. Näheres war jedoch nicht zu er- fahren.
Baracchi, Venerio. — S. Martino d'Este. (Mo- dena.) 1829
Mittelmäßiger modenesischer Geigenmacher, der im Sommer Landwirtschaft betrieb. Seine Geigen klingen manchmal recht gut.
Baraldi, Alfonso. — Modena, Bomporto. 1 879.
1891
In seiner Arbeit nicht ungeschickt, doch lassen Holz und Ton zu wünschen übrig.
Baraldi, Giovanni. — San Felice (Modena).
1766
In ValdrighisNomocheliurgografiawird er unter Nr. 204 mit der Jahreszahl 1766 angeführt. In der Berliner staatlichen Sammlung alter Musikinstrumente befin- det sich ein zur Lira in gamba hergenchtetes, altes Streichinstrument (Nr. 820) mit der Jahreszahl 1 566, die offenbar unrichtig ist. Nach dem Zettel ist anzu- nehmen, daß Baraldi ein Dominikanermönch war. Seine Arbeit ist roh, ob die häßlichen F-Löcher ihm zuzu- schreiben oder schon vorher gewesen sind, will ich nicht entscheiden.
Geigenzettel : Fece questo violunetto lo ' Giovanni Baraldi di S. D. , L'anno del Signore 1(5)66 (gedruckt).
Bäräny, Desiderius (Dezsö). — Budapest. Geb.
1871
Schüler von Pilät und von Hamberger in Wien. Im Jahre 1897 machte er sich selbständig. Der Ton seiner kräftig gebauten Geigen wird gelobt. Er verwendet einen rotbraunen Lack.
Geigenzettel: Keszitette , Bärany Deszö , Bpest 1897 Op. . . . (geschrieben).
Barat, arbeitete im 1 9. Jahrhundert in Paris
Baravalli, Francesco
Unbekannter italienischer Geigenmacher des 18. Jahr- hunderts.
Barbanti, Silva Francesco. — Correggio. 1847. 1850
Da er nur selten einen Zettel in seine Geigen einklebte, läßt sich nicht feststellen, ob er überhaupt viele Geigen neu gebaut hat. Er galt jedoch seinerzeit als tüchtiger Meister und namentlich seine Violoncelli sind sehr be- liebt.
Barbara. Charles. — Orleans. 1810. 1850
Er soll sich nur mit Wiederherstellungsarbeiten be- schäftigt haben.
Barbaro s. Branzo
Barbe, Amable Telesphore. — Paris, Nancy.
Geb. in Dijon 1822
Sohn von J. Barbe und Schüler von Derazey. .Als er nach Paris kam, wurde er Gehilfe bei J. B. Vuillaume, den er als seinen eigentlichen Lehrmeister betrachtet. Er gilt als geschickter Künstler, hat aber seit 1 865 fast ausschließlich für große Firmen (Vuillaume, Miremont und Gand in Paris, Jacquot in Nancy usw.) gearbeitet. Geigenzettel : Telesphore Barbe Expremier ouvrier de J. B. Vuillaume medaille ä l'Exposition de 1867 / Paris (gedruckt).
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Barbe — Baronclni
Barbe, Fran^ois. — Dijon
Eine französische »Guitare droite« von ihm besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln, eine andere Baron de Lery.
Geigenzettel: Faits par fran?ois barbe , luthier brevete de la societe / melophile d'avallon / ä Dijcn (geschr.).
Barbe, J. — Avallon. Paris usw. Geb. in Mire- courtvor 1800, f 1868
Auch Barbe pere genannt. Geigenmacher und Kan- tinenwirt eines Regiments, mit dem er jeden Garnison- wechsel mitmachte. Seine Geigen sind handwerksmäßig ausgeführt, doch hat er mehrere gute Violincelli gebaut. Geigenzettel : Barbe d'Avallon (gedruckt).
Barbella s. Naldi
Barbey (Barbay). — Paris. 1746
Besserer Geigenmacher, dessen Arbeiten nach Jacquots Meinung an die Klotz-Schule erinnern.
Barbey, Guillaume. — Paris. 1717. 1719
Geschickter Violenbauer, von dem sich eine sehr schöne Gamba von sechs Saiten im Museum des Konserva- toriums in Brüssel (No. 226) mit geschnitztem Frauen- köpfchen am Wirbelkasten befindet.
Geigenzettel : Abb. 84.
Barbezant (Barbazanton), Joseph. — Mire- court. 1747
Ein bisher nur von Jacquot erwähnter Geigenmacher.
Barbier. — Bordeaux. 1774
Er war der Hoflautenmacher des Prinzen Ferdinand. In der Sammlung des Barons de Lery befindet sich eine sehr schöne Gitarre von ihm.
Barbieri, Francesco. — Mantua. 1695. 1750 Seine Geigen erinnern an das Modell Andr. Guameris, sind jedoch nicht sehr gut. Nach Vidal und Grillet soll er 1695 in Verona gearbeitet haben. In Instrumenten aus den Jahren 1698, 1740, 1730, die ich zu sehen Ge- legenheit hatte, war stets Mantua als Wohnort ange- geben. Valdrighi läßt ihn noch 1780 leben (Nr. 3665). Eine große fünfsaitige Baßgamba von ihm aus dem Jahre 1697 besitzt Alfr. Keil in Lissabon. Ein Pietro B. soll um 1750 gelebt haben.
Barbieri, Giuseppe. — Poggio (Mantua). 1880 Er stammt aus MedoUa und war ein guter Geigen- macher und Reparateur.
Barbieri (de Barberis), R. Mandolinenmacher.
G
enua
Barchaneck (Barchänek), Joseph Friedrich. — Ödenburg. Geb. 11. Febr. 1817 in Mezoun bei Tachlovic, f nach 1850
Sohn des Schmiedemeisters Wenzel B. und der Fran- ziska geb. Dobeä. Schüler von Joh. Kulik in Prag. Er
war nicht ungeschickt, besonders gut waren seine Vio- loncelli, die jetzt gerne gut bezahlt werden. Geigenzettel : Joseph Friedr. Barchaneck / bürgerlicher/ Guitarre- u. Geigenmacher / in Ödenburg / A 1845 (gedruckt).
Bardella s. Naldi
Bargue, Isaac de. — Paris. 1579
Wird als Luthier und Musikinstrumentenmacher er- wähnt.
Bargues. — Bordeaux. 1900
Ein Instrumentenhändler mit Geigenmacherwerkstatt.
Barnes, Robert. — London. 1765. 1794
Schüler von Thomas Smith und Mitschüler von John Norris, mit dem er sich um 1765 verband. Es ist bisher nur ein einziges Cello bekannt, das die Namen beider trägt, aber dieses wird mit vieler Wahrscheinlichkeit als eine Arbeit von Aireton angesehen. Er wohnte zuerst in der Windmill Street und zog später mit seinem Ge- nossen nach der Coventry Street. Einige nicht hervor- ragende Geigen tragen seinen Namen, doch scheint es wahr zu sein, daß er sich frühzeitig vom Geschäfte zurückgezogen hat. Er soll sich eine Farm in Hayes ge- kauft haben; gestorben ist er dort jedenfalls nicht, da Sandys und Forster die dortigen Kirchenbücher ver- gebens nach ihm durchforscht haben. Geigenzettel : Robert Barnes, violin maker / Windmill Street, Haymarket (gedruckt).
Barnia, Fedele. — Venedig. 1760. 1780
Er stammt aus Mailand und erinnert in seiner Arbeit auch ein wenig an die Mailänder Schule. Er war ein ge- schickter Meister, der nur zu oft handwerksmäßig ge- arbeitet hat. Seine Geigen sind daher von ungleichem Wert ; am besten ist er dann, wenn er sich an gute Vor- bilder hält; wo er originell ist, ist er auch unschön, um so mehr, als er kein Künstler im Schnitzen der Schnek- ken war und auf die Wahl des Holzes und die Einlagen keine Sorgfalt verwendete; nur bei seinen Mandolinen gab er sich bei der Einlegearbeit mehr Mühe, wie eine hübsche Theorbe in der Sammlung Gautier in Nizza beweist. Wenn Vidal die Jahreszahl 1715 liest, so scheint dies ein Fehler zu sein, es muß wohl 1775 heißen. De Piccolellis muß eine nach P. Guarneri ge- baute Geige von ihm gekannt haben, da er es für mög- lich hält, daß er ein Schüler dieses Meisters gewesen sei, was ich nicht zugeben kann. Auch sein Lack, trotz- dem er durchsichtig gelb ist. spricht dagegen. Geigenzettel : Fedele Barnia Milanese / fece in Venezia l'anno 1761 (gedruckt).
Baroncini (Barontini ?), Giuseppe. — Pistoja. Anfang 19. Jahrhundert
Dr. J. Geyer in Budapest besitzt eine Violine von ihm mit länglichem Korpus und unschönen F-Löchern, mit dickem, breitem Rand, breiter Einlage und gelbem, etwas sprödem Lack. Sehr eigenartig ist die tiefge- stcchene Schnecke. Der Ton ist nur mittelmäßig. Geigenzettel: Baroncini Giuseppe / Pistoja 1 . . . (ge- schrieben).
Baroncini — Bartl
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Baroncini, Micehle, lebte in Lodi Baroux. — Paris. 1830
Enkel des Mirecourter Bogenmachers Charles B. Er wohnte in der Rue du Petit-Carreau Nr. 57 und ist wie sein Großvater nur als tüchtiger Bogenmacher bekannt.
Baroux, Charles. — Mirecourt. 1770. f 1773 Ein Geigenmacher, der wahrscheinlich schon sehr jung gestorben ist.
Barrata-Ementoli (?). — Padua. 17. Jahrh. (?) Er soll gute Archilauten gemacht haben und wird auch von Valdrighi (3934) aufgezählt.
Barrett, John. — London (Piccadilly). 1714. 1740
Wahrscheinlich ein Schüler des gleichen Meisters wie N. Gross. Er verwendete ein längliches, hochgewölbtes Modell, das mehr an Stainer wie an Amati erinnert. Statt der Einlage zeichnete er am Rande Linien ein. Der Lack, den er verwendete, dürfte gelb gewesen sein, ist aber stark ins Bräunliche nachgedunkelt. Der Ton ist edel, wenn auch nicht groß, die Arbeit gut, aber ge- wöhnlich. Von ihm sind zweierlei Zettel bekannt ; der ältere einfach gedruckt, der spätere zeigt noch eine ge- krönte Lyra. Eine Violine von 1740 besitzt J. T. Chap- man. Um 1731 kommt auch ein Thomas Barrett vor. Geigenzettel: John Barrett, at the Harp and Crown , in Pickadilly, 1722 (gedruckt). — Made by John Barrett, at y<= Harp / & Crown in Pickadilly, London 1731 (ge- druckt).
Barriere. — Cherbourg. 1 886
Ein Musikinstrumentenmacher, der sowohl Klaviere als Geigen verfertigte.
Barry. — London (?)
Die Inschrift einer englischen Gitarre der Sammlung Snoeck (Nr. 326) lautet: Light Invent. Barry maker. Danach scheint Edv. Light die von ihm erfundenen Instrumente nicht selbst gemacht zu haben ; der Ver- fertiger Barry kann jedoch nicht mit Sicherheit fest- gestellt werden.
Bartak, Franz. — Znaim. 1895. 1898
Ein Instrumentenmacher, der sich vorübergehend in Znaim aufhielt.
Geigenzettel: Franz Bartak / Instrumentenmacher ,' Oberer Platz N° 1 0 in Znaim (gedruckt).
Da er sehr arm war, mußte er sein Leben hauptsächlich mit Flickarbeiten fristen, weshalb es nur wenige Geigen von ihm gibt, die wenigen aber sind durchweg Meister- werke. Im Jahre 1883 verfiel er in Geistesnacht und starb bald darauf. Sein früher Tod war ein Verlust für die Geiger in Ungarn.
Geigenzettel: Eduard Bartek fecit ' Pestini Anno 1878 (geschrieben).
Bartelmo s. Schuster
Barth, Ludwig. — München. Geb. 26. März
1875
Schüler von Gius. Fiorini, bei dem er von 1889 — 1892 lernte. Nachdem er dann noch zwei Jahre lang in Köln und Frankfurt a. M. gearbeitet hat, machte er sich i. J. 1894 in München selbständig. Er ist ein gesuchter und geschickter Reparateur und hat sich auch im Neubau schon trefflich bewährt. In Verbindung mit seinem Sohne begründete er unter der Firma »I. Münchener Geigenindustrie« eine große Werkstatt mit elektrischem Betrieb.
Barthell. Eifiil. — Basel. 1888 Arbeitete bei Gebr. Hug.
Bartek, Eduard. — Budapest. t 1883
Geb. 1852,
Wi
len,
Erst Schüler von AI. Engleder, arbeitete er später bei G. Nemessanyi, Thomas Zach und Gabriel Lemböck und erlangte bei großer Begabung hier eine allseitige künstlerische Ausbildung. Kaum zwanzig Jahre alt, er- öffnete er in Budapest seine eigene Werkstatt und erhielt 1878 auf der Pariser .\usstellung für nach Stra- divari und Guarneri gebaute Geigen einen ersten Preis.
Barthoff s. Bairhoff Bartl (Parti, Parti), Andre Nikolaus. Geb. um 1682, t5.Aug. 1762
Er soll der Sohn eines Christoph P. gewesen sein und ■ wohnte im »Wübmer Viertel«. Am 4. Juni 1703 legte er den Bürgereid ab und kommt in den Steuerbüchern bis 1763 vor. Seine Werkstatt übernahm sein Schwieger- sohn Maximilian Roiß. Andre N. B. war ein geschickter Lautenmacher, von dem auf der Wiener Musikaus- stellung recht gute Arbeiten zu sehen waren. Seine Geigen haben schöne Form, wenn sie auch oft zu hoch gewölbt sind. Die F-Löcher sind ohne Schwung, da- gegen ist die Schnecke (Ahornholz) recht hübsch. Er verwendete einen fetten gelben oder roten Lack, den er, im Gegensatz zu den übrigen Mitgliedern seiner Familie, unmittelbar auf das reine Holz auftrug, so daß er auch heute noch ein schönes Feuer hat. Er schrieb seinen Namen abwechselnd mit B oder P, in allen Urkunden herrscht jedoch die richtigere Schreibweise Bartl vor. Für seine Geigen werden jetzt gute Preise bezahlt.
Geigenzettel : Andreas Nicolaus Parti ,' me fecit Viennae 1757 (gedruckt) und Abb. 45.
Bartl (Parti), Christian Franz. — Wien. Geb. um 1739, t 9. Jan. 1807
Er wohnte im Schottenviertel, Seizerhof gässel, und legte am 23. Januar 1768 den Bürgereid ab. In den Steuerbüchern von 1769—1787 erscheint er als »Neu- besteuerter«, d. h. als Begründer seines Geschäftes. Er gehört zu den unbedeutendsten Geigenmachern der Wiener Schule, arbeitete so sorglos und hatte einen so undurchsichtigen, umbratraunen Lack, daß er bei den älteren Wiener Geigenmachern den Spitznamen »Sau- partl« bekam. Seine Violinen und Violen sind oft ohne Einlagen, im Innern fehlt meistens die Bereifung, und
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Bartl — Barzoni
die Violoncelli haben gewöhnlich flache Böden. Er schreibt seinen Namen meistens mit P. Nur seine besten Arbeiten erreichen höhere Preise.
Geigenzettel : Christianus Franciscus Parti / fecit Vienna? 1 780 (gedruckt) und Abb. 42.
Bartl (Parti), Michael Andreas (Andre). — Wien. Geb. 1704, f 1 1 . Aug. 1788
Sohn und Schüler von Andre Nikolaus P. Er wohnte, wie sein Vater, im Wübmer Viertel und legte am 29. Mai 1 728 den Bürgereid ab. Er war sehr fleißig und gehörte zu den besseren Wiener Lautenmachern, hat es aber zu keinem Wohlstand gebracht. In den Steuerbüchern kommt er von 1749 — 1775 vor; von 1776 — 1779 aber heißt es von ihm: »Bettlarm und wird von seinem Weib unterhalten.« Im Jahre 1779 übernahm sein Sohn Josef die Werkstatt. Werke von Mich. Andre P. sind in größerer Zahl erhalten, so eine undatierte Viola im Schottenstift in Wien, eine Viola mit geschnitztem Frauenköpfchen am Wirbelkasten von 1746 in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln, eine ähn- liche von 1764 im Museum des Konservatoriums in Brüssel (Nr. 224) und eine schöne Viola d'amore von 1732 in der staatlichen Sammlung alter Musikinstru- mente in Berlin (Nr. 866) ; der Wirbelkasten zeigt durch- brochene Schnitzerei und das Köpfchen des Liebes- gottes mit verbundenen Augen. Im Musikhistorischen Museum in Stockholm ist eine Laute von 1745. Wenn seine späteren Arbeiten auch oft recht gewöhnlich sind, so erkennt man doch immer seine geschickte Hand dann. Das Deckenholz ist meist sehr schön und auch der Ton recht gut ; der Lack scheint stark nachgedunkelt zu haben und ist jetzt häufig schwarzbraun. Auf man- chen Zetteln fehlt das Wort »fecit«.
Geigenzettel : Michael Andreas Parti / Feclt Viennae 1763 (gedruckt).
Wi
len.
1682.
Bartl (Parti, Parti), Christoph. 1691
Er gilt als Stammvater der Familie und hat am 28. Mai 1683 den Bürgereid geleistet. Er scheint sich Bärtl ge- nannt zu haben. Seine Nachkommen schreiben den Namen bald mit B und bald mit P.
Bartl (Parti), Ignaz Christian. — Wien. Geb. 1732, t 27. Dez. 1819
Er legte am 31. März 1764 den Bürgereid als Lauten- und Geigenmacher ab und erscheint in den Steuer- büchern von 1765 — 1787. Violinen von ihm kommen noch ziemlich häufig vor und sind reclit gut. Er hält sich in den Umrissen an die Italiener, nur die Wölbung nimmt er manchmal höher.
Geigenzettel : Abb. 32.
w
len.
Geb.
Bartl (Parti), Joseph Jakob. 1743, t I.Juni 1801
Sohn von Michael Andre P., dessen Werkstatt er 1 779 übernahm. In den Steuerbüchern kommt er bis 1787 vor; daß er jedoch noch länger gelebt hat, beweisen so- wohl Arbeiten von ihm mit Jahreszahlen bis 1801, als
sein Totenschein. Seine Arbeit ist gut, hübsch Im Mo- del! und in der mittelhohen Wölbung, nur der Lack ist etwas zu dunkel.
Geigenzettel : Abb. 38.
Bartolini, M., Teilhaber einer am Ende des 19. Jahrhunderts in Rom bestehenden Gei- genmacherfirma
Bartolotti, Giovanni. — 1894
Neuerer italienischer Geigenmacher ohne Eigenart.
Barton, Georg. — London. 1772. f um 1810
Das Gewerbemuseum in Markneukirchen besitzt von ihm eine Geige ohne Mittelecken — es Ist dies der älteste bisher bekannte Versuch, In dieser Art den Bau der Geige zu verändern. Unschön in der Form und un- richtig in der Mensur, besitzt das Instrument doch einen schönen, wenn auch kleinen Ton. Auch ein John Barton war 1786 noch tätig.
Geigenzettel : George Barton / Elllot Court / Old Bailey 1780 (gedruckt).
Bartsch, Alfred. — Münsterberg i. Schi., Dessau, Essen (Ruhr). Geb. am 6. Okt. 1868 in Münsterberg
Er erlernte In Markneukirchen bei Christian Tr. Schaller den Geigenbau von 1883 — 1887 und besuchte gleichzeitig die dortige Fachschule, wo er für sein Ge- sellenstück ausgezeichnet wurde. Nachdem er kurze Zeit in seiner Vaterstadt gearbeitet hatte, verlegte er am 1. Mai 1890 seinen Wohnsitz nach Dessau, arbeitete bis 1903 in verschiedenen ersten Werkstätten und machte sich dann selbständig. Seine Arbeit ist sorgfältig, und er erlangte sowohl Im Neubau wie in der Wiederherstellung von Streichinstrumenten einen guten Ruf.
Barttner, Michael. — Salzburg. 1524
Eine Arbeit von ihm befindet sich im städtischen Mu- seum Carolino Augusteum im Salzburg.
Barzellini, Aegidius. — Cremona(?). 1670. 1700
Er nennt sich einen Schüler Amatis und ahmt auch die Art der Amati nach. Schönes Holz, edler Ton, der Boden ist flacher gewölbt als die Decke.
Geigenzettel : /Egidius Barzellini fecit / Ecolle .Amatius Cremonen. 1680 (gedruckt).
Barzoni (Fran^ois). — (Chateau Thierry.) Letztes Drittel des 1 9. Jahrhunderts
Geigen mit diesem Namen kamen mir nur in englischen Verzeichnissen vor. Sie sollen nach Guarneri gebaut sein, gelben Lack haben und durch niedrige Zargen auffallen. Die Firma Beares Son in London verkauft »Barzonl-Geigen« zu billlgen-Preisen.
Geigenzettel : Francjois Barzoni fecit anno 1 890 / Manu- facture special de la Maison / Beare & fils ä Londres (gedruckt).
Basi — Battaglia
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Basi s. Bosi
Bassi, A. — Scandiano (Modena)
Unbedeutender Geigenmacher des 19. Jahrhunderts.
Bassiano. — Rom. 1666
Ein Lautenmacher, von dem sich in der Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine Theorbe befindet (Nr. 26). Geigenzettel: Bassiano liuttaro in Roma
Bassot, Joseph. — Mlrecourt, Paris Mirecourt vor 1740, f nach 1805
666 (gedr.). Geb. in
Bastogi, Gaetano. — Llvorno. 1 8. Jahrhundert
Bei Vidal findet sich nur der Name. Lauten und Gi- tarren von ihm sollen noch öfters vorkommen.
Batho, W.J. — 1886
Englischer Geigenmacher, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte und u. a. einige gute Bässe gebaut hat.
Bati, Antonio. — Arezzo. 1691
In einer Theorbe fand sich dieser Name eingeschrieben. Die Arbeit war nur von mäßigem Verdienst. Dagegen ist mir ein Spinett und ein Klavizimbel von ihm bekannt geworden, die beide nicht schlecht ausgesehen haben.
Er arbeitete bis 1774 in Mirecourt und ging dann nach
Paris. Vidal rechnet ihn zwar zu den guten Pariser ßatlazza, Antonio Maria Geigenmachern aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrb., doch sehen seine Geigen so verschieden aus, sowohl was die Arbeit, die Wahl des Holzes und des Lackes als das Modell anbelangt, daß man zu der Annahme, er habe Mirecourter Schachteln mit seinen Zetteln ver- sehen, gezwungen wird. In seiner ersten Zeit, solange er noch Quinze Vingts wohnte, zeigen seine Geigen schlechtes Holz und einen schlechten gelben Lack, nur die Einlagen, die oft aus Fischbein bestehen, sind sauber. Später machte er zusehends Fortschritte oder beschäftigte bessere Arbeiter, er wird sorgfältiger in der Wahl des Holzes, arbeitet genauer und verwendet einen besseren, meist roten Lack. Seme Werkstatt hatte er 1788 nach der Rue Chabanais Nr. 1 verlegt. Seine besten Geigen nähern sich der Art Lupots und können als recht brauchbare Orchesterinstrumente gelten. Nach Brunis Inventar besaß Berthier de Sanvigny ein Bäton II., Charles. — Paris. 1730 — 1750
-Malland. 1707
Selten vorkommender Geigenmacher der Mailänder
Schule.
Geigenzettel: Antonio Maria Batiazza /' fece in Milano
in Contrada / Larga 1 707 (gedruckt).
Bäton I . — Versailles (nicht Vincennes). 1716.
1732
In den Urkunden wird er stets »Luthier« genannt, eigentlich war er aber ein Drehleiermacher, der auch andere Instrumente, vielleicht sogar Geigen anfertigte. Er wurde hauptsächlich dadurch bekannt, daß er seit 1716 alte Gitarren und seit 1719 auch Theorben in Drehleiern (Viellen) umbaute, die er um zwei Töne bereichert hatte.
Violoncello von ihm mit der frühen Jahreszahl 1761. Geigenzettel : Abb. 55 und 64.
Basta, Johann. — Schönbach. 1885 Hauptsächlich Händler.
Bastia s. Mucchi
Bastiano (»Bastlano da Verona«). — Verona. 15. bis 16. Jahrhundert
Von ihm wird berichtet, daß er außer Lauten, Violen und Lyren auch Flöten, Hörner, Monochorde, Psal- terions, Harfen und Klavizimbeln usw. gebaut habe und alles in vortrefflicher Weise. Erhalten ist jedoch keine Arbeit seiner Hand.
Bastien, E. — Nancy. 1897. f 17. Dez.
1910
Ein Geigenmacher, der als Wiederhersteller alter Ar- beiten geschätzt ward.
Bastien, Fran^ois. — Mirecourt. 1785. 1786 Von Jacquot erwähnter Geigenmacher.
Bastien, Nicolas. — Mirecourt. 1775. 1790
Er war Mitglied der Mirecourter Zunft.
Bastien, fils. — Brüssel. 1816
Die Jahreszahl ist nicht sicher lesbar. Snoeck besaß eine Gitarre von ihm. V. Lütg'endorff, Geigen- und Lautenmacher. Bd. II
Sohn von Bäton I. Er siedelte von Versailles nach Paris über und wohnte Quai des Orf evres. Auch er verbesserte die Bauernleier (Vielle) und bereicherte sie um drei Töne.
Batow, Ivan Andrewitsch. — Um 1780
Einer der ältesten russischen Geigenbauer. Er war Leibeigener des Grafen Scheremetjew und soll an mehreren Orten in Rußland gearbeitet haben. Bei wem er gelernt hat, ist nicht bekannt. Seine Geigen gehen auf ein Guarnerimodell zurück, weichen aber doch so sehr von dem Original ab, daß sich die in russischen Büchern vorkommenden Erzählungen, seine Geigen sähen denen Guarneris zum Verwechseln ähnlich und würden auch wirklich oft mit ihnen verwechselt, von vornherein als hinfällig erweisen. Seine Arbeit war sehr sauber, nur die Ränder lassen zu wünschen übrig. Sein Spirituslack war nicht schlecht. Er baute Violinen, Violoncelli, Gitarren und Balalaiken. Sein Zettel findet sich häufig in Instrumenten, die unzweifelhaft vogt- ländischen Ursprungs sind. Spätere Händler scheinen da Mißbrauch mit seinem Namen getrieben zu haben.
Battaglia, Antonio. — Malland. 1757. 1766
Ein Lautenmacher, der hauptsächlich cimbalartige In- strumente gebaut hat. Von seiner Hand befindet sich ein Hackbrett in Berlin in der staadichen Sammlung und ein Tympanon in der Sammlung Snoeck, ferner ein Psalterium im Mailänder Konservatorium mit dem Zettel: Antonio Battaglia / Fabbricatore de Salterj / nella Stretta del Mangano / vicino a S. Maria Segreta /
3
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Battani
Bäuml
aumler
in Milano 1757/ * F * S *. In einem zweiten Psalterium
mit unausgefüllter Jahreszahl erscheint der Name
»Batalia« geschrieben.
Geigenzettel : Antonio Battaglia / Fece nell'anno 1 766. ,
Nella stretta de) Mangano / Dirimpetto a Santa
Maria. Secreta , Vicino al Cordusio / in Milano / f
(gedruckt).
Battani, Antonio. — Frassinoro. 19. Jahrh.
Ein Geigenmacher und Reparateur, der sich später mehr dem Orgelbau zuwandte. (Valdrighi 240.)
Foligno. 1884. Später
Battioni, Alberto. Ferrara
Sohn und Schüler von Marc Antonio B. Seme Geigen und Gitarren erinnern an französische Vorbilder.
Battista s. Bressano
Baud (Baude). — Versailles. 1796. 1810
(Valdnghi 246.) Wenig bekannt. Der Name ist vielleicht verstümmelt überliefert.
Baudis, Wenceslaus. 1 780
In W. Heyers Musikhistonschem Museum in Köln be- findet sich unter Nr. 842 eine Viola d'amore mit der Inschrift »Sidvab Svalsecnew Fecit .Anno 1780«. Nach rückwärts gelesen gibt diese Inschrift den Namen Wen- ceslaus Baudis. Am besten an dieser Liebesgeige sind die Schnitzereien am Wirbclkasten.
Bauer, Albin Paul. — Dresden. Geb. 1866 in
Oschatz (Sachsen)
Sohn von Carl Ant. B., Schüler von Gust. Roth in Markneukirchen. Durch den Tod des Vaters war er frühzeitig gezwungen, dessen Geschäft zu übernehmen, das er wesentlich zu vergrößern suchte. In seiner Werk- statt werden gute Bässe hergestellt, deren Modelle ziem- lich verschieden sind, da Bauer nach Verbesserungen sucht. Am Wirbelkasten bringt er gerne die Porträt- köpfe von berühmten Tonkünstlern an.
Geigenzettel: Gef. von P.A. Bauer / Inh. der Firma C. A. Bauer / Dresden 1892 (gedruckt).
Bauer, Anton. — Linz a. D. — Eröffnete 1884 seine Werkstatt
Ein Saiteninstrumentenmacher, der auf der Linzer Kunst- und Gewerbeausstellung 1887 eine kleine sil- berne Medaille für Zithern und Geigen erhielt.
Bauer, Carl Anton. — Dresden. Geb. 1835 zu Untermarxgrün bei Ölsnitz, f 1884
Er soll bei einem Meister in Karlsfeld von 1849 — 1852 gelernt haben und begründete später in Dresden sein Geschäft. Seine Bässe zeigen eine auffällige abschüssige Form, die ein leichteres Greifen in den oberen Lagen ermöglichen soll. Seine Violoncelli sind schwer, haben einen zu kurzen Hals und meist einen näselnden Ton.
Gelgenzettel : Carl Anton Bauer / Dresden-N. 1 89 (ge- druckt).
Bauer, Christian Friedrich. — Klingenthal . 1 782
Wahrscheinlich ein Eingewanderter, der 1782 im Kassa- buch der Geigenmachennnung als Meister genannt wird. Außer Violinen kommen auch Liebesgeigen von ihm vor.
Geigenzettel: Christian Friedrich Bauer / Cremonalis baviebat (gedruckt). — Christian Friedrich Bauer / Er- funden von Jacob Stainer in Absam (geschrieben).
Bauer & Dürrschmidt. — Markneukirchen Geigenfirma der Gegenwart.
Bauer, Joseph. — Ergoldsbach b. Landshut (Bayern)
Guter Geigenbauer der Gegenwart.
Baulain. — Laval. 1900
Streichinstrumentenmacher und -händler der Gegen- wart.
Baumann, Heinrich. — Stein-Zehrowitz bei
Kladno (Böhmen). Geb. 12. März 1853 in
Rokycan
Sohn eines aus Graslitz stammenden Med. -Doktors, studierte am Polytechnischen Institut in Prag Ma- schinen- und Straßenbau und wurde 1875 zum Lehrer an der Fachschule in Stein-Zehrowitz ernannt; er be- schäftigte sich mit Geigenforschungen und gab in böhmischer Sprache bei J. Scholz in Kladno ein Buch »Cremona« (mit Atlas)'^) heraus. Er hat als Liebhaber Geigen nach Stradivari und Guarneri del Gesü kopiert, zuletzt auch Bässe gebaut.
Geigenzettel: Genau nach Ant. Stradivarius gemacht / von Heinrich Baumann, / anno 1 89 . . . (gedruckt).
Baumeester s. Boumeester
Baumeister. — Liebenwalde. 1816
Wahrscheinlich ein Dilettant, der Geigen geflickt hat. Ein Orgelbauer F. Baumeister, dessen Wohnsitz ich noch nicht ermitteln konnte, hat sich schon um 1780 als Geigenreparateur betätigt.
Geigenzettel: Baumeister / Liebenwalde d. 12. July / 1816 (geschrieben).
Baumgartner, Fritz. — Basel. 1920. Geb. 1891
in Liestal (Baselland)
Ein junger, talentvoller Geigenmacher, der gutklingende
Instrumente baut. Er hat auch eine sinnreich erdachte,
dabei sehr einfache Zargenbiegmaschine erfunden, die
sich gut bewährt.
Geigenzettel: F. Baumgartner, Basel / fecit anno 19 . .
(gedruckt).
Bäumler, Christoph. — Crawmkel. Geb.
19. Okt. 1820, t 1879
Er baute Geigen und war ein nicht ungeschickter In- strumentenmacher.
^) Hier sind die Kurven der Härtegrade von Decke und Boden, die nach seiner Theorie nicht gleich sein dürfen, genau angegeben (22 Tafeln).
Baur — Bazin
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Baur, Adolf. — Stuttgart. Geb. um 1840,
t 1873
Sohn und Schüler von Martin B., dessen Geschäft er 1870 übernahm, aber nur drei Jahre weiterführen konnte, da er frühzeitig starb. Er hat eine Zeitlang bei J. B. Vuillaume gearbeitet und dort besonders das Imitieren alter Instrumente erlernt. Er war ein sehr ge- schickter Geigenmacher, seine Arbeiten unterscheiden sich oft nur im Lack von denen Vuillaumes. Leider aber hat er das Holz gebacken (künstlich gedörrt), weshalb seine Geigen in kurzer Zeit im Ton außerordentlich zurückgingen. Auch senkte sich häufig der Hals wegen der Kraftlosigkeit des Holzes. Eine ganz vorzüglich nach Jos. Guarneri imitierte Violine von ihm (eine Kopie der Prof. Singerschen Vuillaume-Gelge) besitzt die Stuttgarter Hofkapelle. Leider hat auch diese ge- backenes Holz. Seine Witwe verkaufte das Geschäft an A. Sprenger. Geigenzettel: Abb. 93.
Baur, Charles AI. — Tour, Dep. Savole. 1789
1810
Auch er gehörte zu den unglücklichen Erfindern, die im Abweichen von den Formen der klassischen Meister zu Mißerfolgen kommen müssen.
Baur, Martin. — Stuttgart. Geb. 10. Okt. 1793 zu Windratzhofen (O.-A.Leutkirch in Würt- temberg), t um 1875
In seinem 18. Jahre kam er nach Stuttgart zum Militär und wurde dort der Musik als Trompeter zugeteilt. Er zeigte schon damals so viel Interesse und Talent für die Wiederinstandsetzung gebrauchter Instrumente, daß König Wilhelm I. auf ihn aufmerksam wurde und ihn 1823 auf ein Jahr zu Thumhardt nach München in die Lehre schickte. Im Jahre 1824 zurückgekehrt, gründete er das erste Instrumentengeschäft in Stuttgart, wo seit langen Jahren kein Gelgenmacher mehr ansässig war. Er fand sofort als Reparateur, namentlich für das Hof- theater, ausreichende Beschäftigung und verlegte sich später auch auf den Neubau von Geigen, die er mit Sorgfalt ausführte und die u. a. Molique für die besten neuen Geigen seiner Zeit erklärte. Auch gute Bogen gingen aus seiner Hand hervor. Im Jahre 1870 über- nahm sein talentvoller Sohn Adolf das Geschäft, von dem es 1873 auf A. Sprenger überging. Martin Baur arbeitete von 1870 an erst noch für seinen Sohn und dann bis zu seinem Tode mit Sprenger zusammen. Geigenzettel: Martin Baur, kgl. Hofinstrumen- / ten- macher in Stuttgart, (gedruckt) und .\bb. 91.
Bausch, Ludwig Christ. Aug. — Dresden, Dessau, Leipzig und Wiesbaden. Geb. 15. Jan. 1805 zu Naumburg a. S., f 26. Mai
1871 zu Leipzig
Schüler von J. B. Fritzsche in Dresden, bei dem er von 1818—1822 lernte. Hauptsächlich als Bogenmacher be- rühmt, ließ er sich zuerst in Dresden, später in Dessau nieder, ging 1839 nach Leipzig und am 1. November '861 nach Wiesbaden, wo er Herzoglich Nassauischer
Hof Instrumentenmacher wurde, und kehrte 1863 nach Leipzig zurück. Seine Bogen sowohl als seine Stege werden noch heute als mustergültig nachgeahmt; er wurde gerne der deutsche »Tourte« genannt. Seine Bogen tragen auf der Stange unter dem Frosch den Blindstempel »Bausch Leipzig«'. Von großem Vorteil war es für ihn, daß L. Spohr ihm mit gutem Rat an die Hand ging. Da er in Leipzig nicht genügenden Absatz fand, ging er In seinen jüngeren Jahren oft auf Reisen, die ihn bis nach St. Petersburg führten. Er hatte zwei Söhne. Geigen von ihm kommen noch häufig vor, auch hat er sehr gute Gitarren gemacht. Eine mit großer Sorgfalt ausgeführte sog. Terzgitarre vom Jahre 1825 mit zierlichen schwarzen Auflagen auf der Decke, Rand und Schalloch mit Perlmutter und Ebenholz ver- ziert, besitzt Fritz Wildhagen in Haiensee. Der Hals ist mit Ebenholz und Elfenbein schachbrettartig ausgelegt. Geigenzettel : Ludewig Bausch / in Neustadt Dresden / Ao 1820 / No. 6 (geschrieben).
Bausch, Ludwig d.J. — Leipzig. Geb. 10. Nov.
1829 zu Dessau, f 7. April 1871 zu Pabstdorf
(bei Königstein)
Sohn und Schüler von Ludwig Chr. A. B. Hauptsäch- lich Gelgenmacher. Nach beendigter Lehrzelt ging er nach New York; nach seiner Rückkehr machte er sich in Leipzig selbständig, trat aber 1860 in das väterliche Geschäft, das nun die Firma »Ludw. Bausch & Sohn« führte, ein. Nach seinem Tode trat sein Bruder Otto an seine Stelle.
Geigenzettel: Ludovicus Bausch filius / feclt Lipsiae anno 1860 [Monogramm im Doppelkreis] (gedruckt),
Bausch, Otto B. — Leipzig. Geb. 6. Aug. 1841 zu Leipzig, t 30. Dez. 1875 Jüngerer Sohn und Nachfolger von Ludw. Bausch & Sohn, Schüler von Vauchel. Er übernahm 1871 nach dem. Tode von Vater und Bruder das Geschäft, das nach seinem Tode auf Adolf Paulus, der seit 1860 Mit- arbeiter der Familie Bausch war, überging. Seine Arbeit steht hinter der seines Vaters und Bruders zurück. Der gleichnamige Sohn von Adolf Paulus setzte das Ge- schäft unter der alten Firma »Ludw. Bausch & Sohn « bis 1 908 fort und löste es auf, als er nach Berlin über- siedelte.
Geigenzettel: Otto Bausch, filius Ludovlci sen; , et f rater Ludovicl jun: / feclt Lipsiae Ao. 1873 [Kreuz mit Initialen im Doppelkreis] (gedruckt).
Bazelaire, Joseph. — Mlrecourt. Geb. um 1728, lebte noch 1789
Wenig bekannter Geigenmacher. Ein anderer Bazelaire lebte um 1785 in Versailles.
BazIn, Gustave. — Mlrecourt. Geb. 24. Mai
1871
Sein Vater Charles B. hatte eine seit 1836 bestehende Bogenfabrik; Gustave, der Schüler von Darte- Vuil- laume, Laurent und CoUin-Mezin war, fügte ihr eine Geigenwerkstatt hinzu. Sein 1881 geborener Bruder Louis ist, wie der Vater, ausschließlich Bogenmacher.
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Beare
ieer
Beare, Goodwln & Co. — London. 1 898. 1 900
Mit einer Geigenbauwerkstatt verbundene bekannte Handlung mit alten Instrumenten.
Beaulieu, Nicolas. — Mirecourt. 1780 Nur von Jacquot erwähnt.
Bechardini s. Rechardini
Bechonnet, Joseph. — Effiat. Geb. 3. Febr. 1820, t 10. März 1900
Er soll auch einige Geigen gebaut haben, berühmt wurde er aber als trefflicher Bauernleiermacher.
Bechstein, Friedrich. — (Kassel?) 1834
Ein Instrumentenmacher, der auch Streichinstrumente repariert hat.
Bechstein, Heinrich. — (Kassel?) 1865
Er arbeitete mit Hermann Vogt zusammen und repa- rierte auch Streichmstrumente.
Beck (Otto); genannt Adolf. — Düsseldorf. Geb. 15. Febr. 1891 zu Burg in Dith- marschen
Schüler und Schwiegersohn von J. H. Schult in Lübeck. Er besuchte das Johanneum in Lübeck, das er im Jahre 1906 mit der Berechtigung zum Einj.-Freiwilligen- dienst verließ, wollte sich zunächst dem Justizdienste widmen und legte dann auch sein Gerichtssekretär- Examen ab. Seine Neigung gehörte jedoch längst dem Geigenbau, und so trat er bei J.H. Schult in die Lehre, wo er sich bald durch Begabung und Geschicklichkeit auszeichnete. Im Jahre 1916 legte er in Hamburg seine Meisterprüfung ab und machte sich darauf in Düssel- dorf selbständig. Er ist ein sehr tüchtiger, sorgfältig arbeitender Geigenbauer, der sich durch vorzügliche Arbeiten schnell einen ausgezeichneten Ruf verdiente.
Beck, Max. — Bern. 1896, f 1898
Ein hoffnungsvoller Schweizer Geigenmacher, der 1 896 Methfessels Nachfolger wurde, aber schon zwei Jahre später starb.
Beck, Vincenz. — Glatz. Geb. um 1804 in Wölfeisdorf, t nach 1860
Er soll bei einem Hoff mann gelernt haben, wurde im Jahre 1853 Bürger zu Glatz und besaß dort das Haus Nr. 422,9. Er betrieb die Geigenmacherei beinahe fabrikmäßig, wobei seine neun Töchter und drei Söhne seine Gehilfen waren.
Becker. — London. Um 1800
Ein aus Hessen eingewanderter Instrumentenmacher, dessen Gitarren (Lyragitarren) seinerzeit geschätzt waren, der sich aber namentlich als Verbesserer der Harfe einen Namen machte.
gleichzeitig als Cellist ausgebildet. Er >>erfand« eine so- genannte »elegante Violine«, d. h. eine in allen Teilen reich verzierte und eingelegte Geige, die recht gut aus- sehen soll.
Beckett, John. — Faversham
Seine Violinen sind gut gearbeitet, ohne durch Eigen- art aufzufallen.
Beckman, Svend. — Stockholm, f um 1761
Er erhielt am 20. Oktober 1741 das Privilegium als Musikinstrumentenmacher und wurde im Jahre 1756 sogar Hofinstrumentenmacher, obwohl er kein Künstler in seinem Fache war. Seine Geigen sind von roher Arbeit; besser sind seine l-auten, die häufiger vor- kommen. Eine solche mit einem Rokokoornament be- fand sich in der Sammlung Hammer in Stockholm. Em Violoncello von ihm. besitzt das Musikhistorische Mu- seum in Stockholm. Auf seinen Zetteln erscheint sein Vorname in verschiedener Schreibweise, den er üb- rigens auf seiner Brandmarke fehlen ließ.
Geigenzettel : Sveno Beckman / i Stockholm, Anno 1 757 (gedruckt).
Bsdler s. Gedler Beer, Andreas, s. Bär
Beer, Anton. — Bärnau (Oberpfalz). Geb. 1764, t 1836 in Bärnau
Sohn und Schüler von Ignatius B. und diesem in der Arbeit ähnlich, aber weniger sorgfältig. Sein im Jahre 1895 gestorbener Sohn Adam Jakob B. soll auch ge- lernter Geigenmacher gewesen sein.
Beer, Gabriel. — Iglau. 1875
Musikinstrumentenmacher, um 1885 hieß die Firma Gabr. Beer Söhne.
Beer, Jan de. — Amsterdam. 17./18. Jahrh.
Im Brüsseler Museum befindet sich eine Taschengeige mit diesem Namen, der mir sonst noch nicht begegnet ist.
Beer (Ber), Ignatius. — Bärnau (Oberpfalz). Geb. 1719, t am 20. Juli 1807 in Bärnau
Sohn und wohl auch Schüler des Joh. Mich. Beer. Er scheint mit seinem Vater in Bärnau eingewandert zu sein. Sein Geburtsort geht auch nicht aus seiner Trau- ungsurkunde vom 19. November 1754 (mit Maria Johanna Schwendner) hervor. Im Kirchenbuch wird er stets als civis et chelium artifex (oder confector) be- zeichnet. In seiner Arbeit ist er den Halleiner Meistern nahe verwandt. Gutes Deckenholz, Birnbaumschnecke, weite F-Löcher und unscheinbarer Lack, aber ziemlich guter Ton kennzeichnen seine Geigen. Die Einlagen fehlen gewöhnlich.
Geigenzettel : Ignatij Ber / Instrumen-/ talischer Violin- Macher / in Bernau 1 782 (gedruckt).
Becker, Wilhelm. — Adorf i.V. 1900. 1902 Beer, Ignaz. — Brunn. 1897
Ein Neffe Professor Reinhold Beckers in Dresden. Die Ein Saitenspinner, der 1897 Jakob Klem.ents Geschäft Geigenmacherei erlernte er in seiner Heimat und wurde übernahm.
Beer — Bellosio
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Beer, Johann Georg. — Bärnau (Oberpfalz), Breslau. Geb. 1758, f 1829 in Bärnau
Altester Sohn und Schüler von Ign. B., dem er sehr nahe kommt. Er scheint nur kurze Zeit in Breslau an- sässig gewesen zu sem und kommt m den Akten des Breslauer Stadtarchivs nicht vor. Geigenzettel : Abb. 88.
Beer (Ber), Johann Michael. — Bärnau (Ober- pfalz). 1754
Der Stammvater der Bämauer Gelgenmacherfam'lie. Er war Bürger und Geigenmacher (»chely'fex«) in Bärnau, wo er jedoch nicht geboren zu sein scheint. Wahrscheinlich kehrte er in seinen alten Tagen m seinen Heimatsort zurück, da auch sem Tod in den Bämauer Kirchenbüchern nicht verzeichnet ist.
Beerselmann, Friedrich. — ?. 1 624 oder 1 674( ?)
Diesen Namen fand ich bisher nur in emer Poche im Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg.
Geigenzettel: Friedericus Beerselmann / 1624
(od. 1674) (gedruckt).
Behrmann, Fried. Aug. — Gotha. 1810
In einer Violine von guter .-Xrbeit, gutem Holz, flachem Modell und breitem Ton fand sich dieser Name. Behr- mann scheint nur vorübergehend in Gotha ansässig ge- wesen zu sein.
Beichtner (richtiger: Veichtner), Johann. —
Regensburg. 1603
Eine Laute von ihm war 1883 im Leipziger Krystall- palast ausgestellt; eine Bratsche von ihm besitzt Ge- heimrat Immanuel Hoffmann in Berlin.
Beick (Back?), Heinrich? — Niederlangenau (welches?). 1840
Eine braungelb lackierte Geige, in der Arbeit ähnlich wie die Neumärkers in Schöneck, trägt den schlecht leserlichen Zettel : HinnchBäck Instrumenten-, macher Niederlangenau 1840 (geschrieben).
Bela s. Szepessy
Belacqua (Bivelacqua). — Florenz. 13. Jahrh.
Ein Freund Dantes, der ihm im Purgatorio IV, Vers 106 bis 1 36 einige Terzinen widmet. Er war nach Benvenuto d'Imola ein Meister in der Verfertigung von Zithern und Lauten und verstand es vortrefflich, deren Hälse und Wirbelkästen mit kunstreichem Schnitzwerk zu versehen; auch war er selbst ein tüchtiger Musiker.
Beiami, Paolo. — Paris. Um 1612
Wahrscheinlich Italiener, ein seinerzeit sehr geschätzter Lautenmacher. »Belami wohnte« — wie Baron schreibt (1727) — »in Paris und hat sich daselbst mit seiner Arbeit einen unsterblichen Ruhm erworben und flo- rierte um das Jahr 1612.«
Belawski, B. G. — Warschau. 1886
Wurde mir nur durch einen Reparaturzettel bekannt. Geigenzettel : B. G. Belawski Warschau / reperowac Anno 1 886 (geschrieben).
Belcioni, Antonio di Stefano. — ? 1673
Von Valdnghi (264) erwähnter italienischer Geigen- macher, von dem ich weder Wohnort noch Arbeiten erfragen konnte.
Beledin, Albert-Jules-Louis. — Nantes. Geb. um 1829, tum 1895
Er war als Geigenmacher nicht ungeschickt und hatte auch eine Musikinstrumentenhandlung. Sein Geschäft besteht noch heute unter der Firma Beledin fils in der Passage Pommeraye.
Bellanger. — Caen. 1837
Schüler von Guill. Le Breton, dem er in seiner Arbeit nahesteht.
BelleviUe. — Paris. 1823
Ein Dilettant, Erfinder einer Geige von neuer, aber wenig ansprechender Form im Museum des Pariser Konservatoriums. (Nr. 35.)
Geigenzettel : fait par Belleville / amateur a paris / en 1823 (geschrieben, in der Mitte ein Lamm gez.).
Beloe, W. L. - Coldstream. Geb. 1819, f 1897 in Coldstream
Ein in vielen Kunstfertigkeiten gewandter Mann. Er hat mehrere hundert Geigen gemacht, als sein Meister- stück betrachtete er eine Kopie der »Messias« vonStra- divari, die er nur nach dem Augenmaß machen mußte, da der Eigentümer sie ihm nicht anvertrauen wollte. Arbeit und Lack sind sehr lobenswert.
Geigenzettel : Made by / W. L. Beloe / Coldstream / 1 886 (geschrieben).
Bellon, J.F. — Paris. 1828. 1832
Ein Geigenmacher, von dem man nur weiß daß er einen Dämpfer für das Violoncello erfunden hat, der mit dem Fuße zur Anwendung gebracht werden konnte.
Bellone, Pietro Antonio, genannt il Pesco- rino. — Mailand. 1691. 1694
Er hatte den heiligen Antonius von Padua zum Laden- schild, ist übrigens wenig bekannt, was aber nicht hindert, daß sein Zettel nachgeahmt und in Geigen geklebt wird, die gewiß nicht in Italien entstanden sind.
Geigenzettel: Abb. 81.
BeirOrsi, Michel Angelo. — Turin. 1681
Ist mir nur durch seinen Zettel bekannt geworden, und diesen halte ich nicht für einwandfrei. Der Name heißt vielleicht richtiger Dell'Orsi?
Geigenzettel : Michel .Angelo Be'l'Orsi Fece in Torino/ l'anno 1681 (gedruckt).
Bellosio, Anselmo. — Venedig. Geb. nach 1715. 1789
Wahrscheinlich ein Sohn von Giovanni Bell, und Schüler von Serafino Santo. Wenn er seinem Meister auch nicht gleichkam, so war er doch einer der besseren Geigenbauer seiner Zeit und stand in hohem Ansehen so daß seine Schüler (Marc. .Ant. Cerin, Pietro Val
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Bellcsio — Ber
Novelle u. a.) in ihren Zetteln sich stets zu ihrer Emp- fehlung auf ihn beriefen. Seine Geigen klingen gut, wenn ihnen auch oft besseres Holz und schönerer Lack zu wünschen wäre.
Geigenzettel : Anselmus Bellosius Fecit / Venetiis 1 783 (gedruckt) und Abb. 54.
Bellosio, Giovanni. — Venedig. 1735
Angeblich ein Schüler von Montagnana. Es gelang mir jedoch nicht, irgendeine glaubwürdige Arbeit von ihm zu erfragen; auch der Zettel mit seinem Namen, den ich zu sehen bekam, war eine durch Steindruck her- gestellte Fälschung. .\uffällig ist ferner, daß die im Handel vorkommenden ihm zugeschriebenen Geigen fast immer die Jahreszahl 1735 tragen.
Beltrami, Giuseppe. — Vescovato bei Cre-
mona. 1870. 1881
Als Geigenmacher eigentlich nur Laie. Er trieb aber gründliche Studien und besaß gute theoretische Kennt- nisse, so daß seine Arbeiten immerhin einigen Wert be- sitzen.
Belluominl, Maurizio, war im 19. Jahrhundert
in Pisa tätig Belviglieri (Bilveglieri), Gregorio. — Bologna.
1742. 1772
Nicht ungeschickt, am besten sind seme Bratschen.
Geigenzettel: Gregorius Bilvegheri fecit / Bolognmae, villa Bononiae, ' m: jan: an: 1772 (geschrieben).
Ben den Chaus s. Benedikt Tentzel Bendini, Giambattlsta. — ? 1668
Ein von Valdrighi (277) ohne Quellenangabe erwähnter Meister, der sonst nicht bekannt ist.
Benecke, S. — Stockholm. 1802
Mittelmäßiger Geigenmacher des 1 9. Jahrhunderts. Am besten gelangen ihm noch Violoncelli und Bässe.
Benedetti, Giuseppe. — Piacenza. Nach 1700
Man kann ihn nach den Geigen und Violen, die seinen Namen tragen, nicht für einen besonderen Künstler halten.
Benedict, Jose. — Cadix. 1667. 1744 Besserer spanischer Lautenmacher. Geigenzettel : Compuesto en Cadix p. / Jose Benedict / ano de! 1738 (gedruckt).
Benedicti, Donato de. — Cremona. 1679
Er wird zwar mehrfach erwähnt, doch sind mir Arbeiten von ihm nicht bekannt geworden. Es steht auch noch nicht fest, zu welcher Familie er eigentlich gehört.
Benettlni. — Mailand. 1868
Wenig hervorragender Geigenmacher, doch hat er einige gute Bässe gebaut.
Benito, A. J. Antoni. — Mailand (?). 1664
Name und Ort sind zweifelhaft. Eine Kniegeige aus der Sammlung Scheurleer (mit Schildpatt eingelegt und
einem Löwenköpfchen am Wirbelkasten) soll den nebenstehenden Zettel tragen, der offenbar schlecht gelesen — oder gefälscht ist.
Geigenzettel: A. J. Antoni Benito / Milaan 1664 (ge- druckt).
Benoit. — Düsseldorf. 1802
Ein französischer Geigenmacher, der wohl nur vorüber- gehend in Düsseldorf gearbeitet hat. In einer mitte! mäßig gearbeiteten Violine bezeichnet er sich »Luthi' de Paris«.
Benolt, Eugene. — Brüssel. 1754. 1758
Ziemlich gute Arbeit, französische Schule. Die Holz- wahl ist jedoch nicht sorgfältig, auch der rotbraune Lack läßt zu wünschen übrig. Geigenzettel : Eugene Benoit / Bruxelles 1 754 (gedr.).
Benozzatl, Girolamo. — (Venedig.) 1899
Schüler von Eugenio Degani, bei dem er zwei Jahre lang lernte.
Bensande, Alfred Dr. — Lissabon. 1905
Er ist Professor am Lissaboner Handels- und Industrie- institut und beschäftigt sich aus Liebhaberei mit dem Geigenmachen.
Bentl (nicht Beute), Matteo. — Brescia. Geb. 1580, t nach 1637
Er war nach einer im. Brescianer Archiv aufbewahrten Urkunde vom 23. März 1637 Sohn des Giovanni Benti, wohnte in der Contrada di S. Antonio »con esercizio di far eitere ed altri istrumenti« und war damals 57 Jahre alt. Seine um 1 1 Jahre jüngere Frau hieß Chiara Dea. Man hat sich erst in neuerer Zeit wieder mit ihm be- schäftigt, und noch in Fcnarohs Dizionario degli artisti Bresciani fehlt sein Name gänzlich. In den Urkunden heißt es von ihm »che fa Cithere et altri instrumenti«, und auch Fetis weiß von einer schönen Laute von ihm zu erzählen. Nach verschiedenen, nicht immer ver- läßlichen Nachrichten kennt man eine Geige von ihm aus dem Jahre 1601 , auch Spinette und Cimbalone soll er gebaut haben. Sein Geigenmodell soll, wie behauptet wird, groß, die Wölbung ziemlich hoch und der Lack dunkelbraun gewesen sein. Willy Burmeister besaß eine Violine mit Bentis Namen. Miß Gardener besaß gleich- falls eine ihm zugeschriebene Violine, die Dr. Th. L. Phipson beschrieb, wobei er allerdings angibt, sie sei um 1 580 — also im Geburtsjahr Bentis — gebaut. Eine ähnliche Geige mit der ausgeschriebenen gleichen un- möglichen Jahreszahl rühmte sich Ole Bull zu besitzen.
Geigenzettel : Matteo Benti / fecit Bresiae 1601 (gedr.). Benvenutl, Paolo. — B. S. Lorenzo in Nugello. 18. Jahrhundert
Von Valdrighi (3672) erwähnt, sonst nicht bekannt. Ein Benvenuti ist jetzt Teilhaber einer Geigenmacherfirma in Pisa.
Benze, Ignaz, s. Penze
Ber, s. Bertolt
Ber, Ignatius, s. Beer
Berati — Bergmann
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Berati. — Imola (Prov. Bologna). 18. Jahrh.
Vidal erwähnt ihn zwar, doch war m Imola selbst über einen Meister dieses Namens nicht das geringste zu erfahren; Arbeiten von ihm lassen sich ebensowenig nachweisen.
Berera, Giov. Antonio. — Trient. 1771
Einige mittelmäßige Geigen, die nicht viel Italienisches an sich haben, tragen diesen Namen.
Beretta, Felice. — Como. 1760. 1789
Er nennt sich einen Schüler von Giuseppe Guadagnini, dem er aber nicht viel Ehre macht. Ohne Sorgfalt in der Wahl des Holzes. Gelber Lack.
Geigenzettel : Abb. 56.
Berg, G. E. — Kopenhagen, f um 1900
Dänischer Streichinstrumentenmacher, dessen Werk- statt auf den Geigenmacher Rosenvald überging. Er wohnte erst Reventlowsgade, dann Klosterstraede 10.
Berg, Olof. — Königsberg. 1835. 1836
Ein schwedisch-norwegischer Konsul, der allerlei neue Erfindungen die er machte, an Geigen anbringen ließ. Er selbst machte nichts und ließ seine Ideen meist in Schönbach ausführen. Daß er mit seinen Erfindungen keinen Erfolg erzielte, sei nur nebenbei erwähnt.
Bergbom, C. — ? 18. Jahrhundert
Besserer schwedischer Geigenbauer, der nach Stainer arbeitete.
Berge. — Toulouse. 1760. 1771
Ein Lautenmacher, der bisher nur durch die Inschrift seiner interessanten »vielles orgamsees* im Museum des Konservatoriums zu Paris bekannt geworden ist.
Geigenzettel : Berge, ä Toulouse 1 77 1 (gedruckt).
Berger. — Gent. 1823
Ein wenig bekannter Geigenmacher, von dem Snoeck eine Violine besaß.
Berger, C. D. — Schwerin. Mittelmäßiger Reparateur.
1835
Berger, Horst. — Hamburg. Geb. 14. Nov. 1893 in Kiel
Sohn eines Kapitäns zur See. besuchte er das Gym- nasium seiner Vaterstadt, kam dann nach Hamburg in die Kaufmannslehre, war eine Zeitlang in Südamerika tätig und wurde durch ein Konzert Vecseys veranlaßt, sich mit größtem Eifer auf das Violinspiel zu verlegen, worin er es durch angestrengten Fleiß zu anerkennens- werter Fertigkeit brachte. Durch seine Beziehungen zu Geigenmachern, namentlich zu dem trefflichen Aug. Diehl wurde er auch angeregt, sich mit dem Geigenbau zu beschäftigen und hatte auch hierin so viel Erfolg, daß er seinen Kaufmannsberuf mit seiner Vorliebe für die Geige verband und eine Geigenhandlung eröffnete. In der wenigen freien Zeit, die ihm übrig bleibt, baut und repariert er Geigen und verwendet einen guten OUack eigener Zusammenstellung.
Berger, Johannes. — Landshut. Geb. um 1655
Seit der Auflösung der herzoglichen Hofhaltung auf der Trausnitz (1579) war es mit der Musik in Landshut schwach bestellt. Es kommen nur mehr die »Stadt- Singer« mit ihren religiösen Schau- und Singspielen und die »Stadt- Instrumentisten« vor, die letzteren be- standen aus drei Pfeifern und einem »Pusauner«. In- folge der Drangsale des 30]ährigen Krieges und seiner Nachwehen hatten die Stadtväter weder Geld noch Herz für die Musik, selbst die Pfeifer verstummten und wurden aus den Stadtkammerrechnungen gestrichen^). Erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts scheinen sich die Musikverhältnisse wieder gebessert zu haben, denn nun ließen sich wieder Geigen- und Lautenmacher hier nieder, und unter diesen wird noch 1726 Berger, wohl der Lehrmeister Fischers, genannt. Im Lands- huter Museum befindet sich ein Miniaturbildnis auf Pergament, den »Geigenmacher Joannes berger« dar- stellend; in der Sammlung des dortigen historischen Kreisvereins ist auch eine Nonnengeige mit dem Zettel J. B. Landsh. / a. 0° 168 . . (gedruckt) zu finden, die wahrscheinlich von ihm herrührt.
Berger, Lorenz. — Landshut. 1759. 1807
Sohn (?) und Schüler des Jobs. Berger, wurde 1 759 als »Stadthauboist« aufgenommen und machte seitdem, wie der Landshuter Gewerbekataster von 1807 sagt: sämtliche Instrumente wie sein Vater. Sem Geschäft ging 1808 auf Franz Kriner über, der Bergers Witwe Gertraud heiratete.
Berger, Max. — Markneukirchen. Geb. 1869 in Markneukirchen
Schüler von H. Th. Heberlein jun. Nach einer neun- jährigen Lehr- und Wanderzeit begründete er 1892 in seiner Vaterstadt sein eigenes Geschäft, in welchem Geigen nach den Modellen der alten Meister gebaut werden. Als Zettel wird der Name des Meisters, nach dessen Modell die Geigen gemacht sind, eingeklebt.
Berger-Kapralik, Julius. — Lemberg. Geb. in Lemberg 1864
Erlernte nach seiner Angabe in Rußland von 1879 bis 1883 die Geigenmacherei, machte sich 1886 in Lemberg selbständig und baute nach Amati, Stradivarius und Vuillaume. Im Lack ahmte er französische Vorbilder nach. 1894 stellte er mehrere Geigen hors concours aus; seitdem hat er den Neubau von Streichinstrumenten aufgegeben und sich ausschließlich auf den Instru- mentenhandel verlegt.
Bergette, Hannss s. Pergette Bergmann, Andreas. — Budapest. Geb. 1862 in Nagy Maros
Schüler von Eduard Bartek, später langjähriger Gehilfe von Paul Pilät. Im Jahre 1898 begründete er seine eigene Werkstatt, die das Ladenschild »Zum Cremo- neser« führt, und hat seitdem über 80 neue Geigen ge- baut, darunter 30 nach Guarneri, 15 nach Stradivari
^) Vgl. A. Kalcher, Chronik der Landshuter Lieder- tafel (1891).
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Bergonzi, Benedetto — Beigonzi, Michel Angiolo
und 5 nach Magglnl. Da er bei wiederholt angestellten Versuchen, wenn er aus dem gleichen Holz eine Geige nach Stradivari und eine solche nach Guarneri baute, stets den Ton der Guarneri-Kopie besser fand, zieht er dessen Modell allen anderen vor und baut danach in entsprechender Vergrößerung auch Violen und Violon- celli. Er ist auch als Reparateur sorgfältig in seiner Arbeit und verwendet Ollack in verschiedenen Farben. Geigen, die er allein gebaut hat, tragen den Zettel : Bergmann Andräs ,' hegedü keszitö / sajat kezü keszit- menye / Budapest 1898 (gedruckt), die von seinen Ge- hilfen gebauten : Keszitette Bergmann Andräs / hegedü keszitö / Budapest 1901 (gedruckt). Arbeiten seiner Schüler: Bergmann Andräs / hegedü keszitö tanitvänya/ Budapest 1901 (gedruckt). Reparaturen: Javitotta Berg- mann .Andräs / hegedü keszitö Budapest 1899 (ge- druckt).
Bergonzi, Benedetto. — Cremona. f 1840 In
Cremona
Der letzte Geigenmacher der Familie, der nur als Re- parateur von Bedeutung war. Er wohnte noch im Stammhause seiner Vorfahren an der Piazza San Do- menico. Von ihm sollen die Angaben über Stradivari und seine Zeitgenossen stammen, die Tarisio dem J. B. Vuillaume machte und die dann Fetis in seiner Schrift über Stradivari verwertet hat.
Cremona. Geb. 1686,
Bergonzi, Carlo I. t 1747
Sohn des Michele B. Einer der besten, wenn nicht der allerbeste Schüler Stradivaris, der nach dem Tode von Stradivaris Söhnen Haus und Werkstatt seines Meisters erwarb. Es wird allerdings behauptet, daß er zuerst bei Amati in der Lehre gewesen und erst als Gehilfe zu Stradivari gekommen sei. In seiner Arbeit schließt er sich jedoch mehr an Stradivari an, nur verlängerte er die obere Hälfte des Geigenkörpers und machte die untere etwas breiter, die F-Löcher setzte er etwas höher und näher dem Rande und gab ihnen einen Schnitt, der dem von Guarneri de! Gesü nicht ganz unähnlich ist. Die Wölbung nahm er gewöhnlich flach, doch wech- selte er mehr als andere mit der Wölbung ; die Schnecke ist flacher als bei den meisten seiner Zeitgenossen, aber sehr sauber geschnitzt. Sein Lack ist meist rotbraun oder bernsteingelb, nur manchmal etwas zu dick auf- getragen und deshalb öfter zerronnen, hat aber durch das Alter sehr gewonnen und sieht gerade dadurcli originell aus, daß er oft auf Klümpchen zusammen- geschrumpft ist, deren feine Zwischenräume zum Teil bis auf den Holzgrund, zum Teil bis zur ersten Lackie- rung reichen. Der Ton ist groß und edel, und da Ber- gonzi stets das beste und gesündeste Holz nahm und seine Geigen sehr stark baute, darf man ihnen eine lange Lebensdauer in Aussicht stellen. Sie gehören zu denen, die in den letzten fünfzig Jahren die größten Preissteigerungen erfahren haben. Man charakterisiert Carlo I B. am besten, wenn man sagt, daß er zwischen Stradivari und Guarneri del Gesü in der Mitte steht. Seine Violoncelli und Bässe sind nicht minder gut als seine Violinen und ebenfalls sehr ge- sucht. Eine schöne Gamba von ihm besaß de Wit in Leipzig, in dessen Zeitschrift (1895, Nr. 12) sie be-
schrieben und abgebildet ist. Von seinen drei Söhnen erreichte ihn keiner. Seine ältesten Arbeiten tragen Jahreszahlen vor 1700. So hat ein Geiger in München eine Violine von ihm mit geschriebenem Pergament- zettel aus dem Jahre 1696. Eine Violine von tadelloser Erhaltung, mit rotem Lack, von ihm aus dem Jahre 1737 besitzt Valentin Walter in Grulich i. B. ; seine schönste Arbelt, eine Violine, die Tarisio besaß und von der er sich nie trennen konnte, verkaufte Vuillaume später an Konzertmeister Woerle, und jetzt befindet sie sich im Besitz des deutschen Konsuls Baron Liebig in Wien.
Geigenzettel : Anno 17.. Reuisto, e corretto da me / Carlo Bergonzi in Cremona (gedruckt). — Abb. 95.
Bergonzi, Carlo II. — Cremona. 1780, f um
1820
Dritter Sohn von Michel Angiolo B. Er soll ein ge- schickter Reparateur gewesen sein und war hauptsäch- lich Mandolinen- und Gitarrenmacher. Die wenigen Geigen, die er gebaut hat, sind minderwertig, unfein in der Form und haben häßliche F-Löcher.
Bergonzi, Francesco. — Cremona. 1687
Man will ihn für den Ahnherrn der Familie halten, und es soll auch noch Geigen von ihm geben, in denen er seinen Namen allerdings »Baganzi« schrieb.
Bergonzi, Giuseppe. — Cremona. 1740
Es soll auch einen Giuseppe B. gegeben haben. Es ist mir aber nicht gelungen, Instrumente mit seinem Namen ausfindig zu machen. — Ebensowenig solche von einem angeblichen Pietro Bergonzi.
Bergonzi, Ludovico. — Cremona. 1741
Ein bisher nicht bekanntes Mitglied der Familie, von dem einzelne Violinen vorkommen, die einer Cremo- neser Herkunft nicht widersprechen.
Bergonzi, Michel Angiolo. — Cremona. Geb.
um 1715, tum 1765
Sohn von Carlo B., dessen Nachfolger er 1747 wurde. Er war mit Barbara Berselli, Tochter des Alfonso B., verheiratet. Wenn er auch nach verschiedenen Mo- dellen arbeitete, so bevorzugte er doch das breite Stra- divari-Patron. In der Arbeit ist er recht gut, auch sein Holz ist schön; seinen Vater erreichte er aber doch niemals. Sein Lack ist stumpf und der Ton häufig näselnd, vorzüglich sind seine Bässe. Da er sich früh- zeitig besonders auf den Bau von Mandolinen usw. ver- legte, kommen Streichinstrumente von ihm verhältnis- mäßig selten vor. Doch besitzt G. Siefert in Leipzig eine sehr schöne Violine von ihm aus dem Jahre 1736, die denselben Lack zeigt, den Carlo I B. verwendet hat, der so leicht »zerronnen« ist. Auch die Grundierung ist die gleiche wie bei seinem Vater. Eine Violine von ihm besitzt .Miß Baird in Elgin (Schottland), eine Pandurina von 1755 C. van Raalte, eine von 1756 die Sammlung Galpin (Hatfield). — Er hatte drei Söhne.
Geigenzettel : Michel Angelo Bergonzi / Figlio di Carlo fece in , Cremona l'Anno 1749 (gedruckt). — Michel- angelus Bergonzi / Fecit Cremonae 17 . . (gedruckt)
Bergonzi — Bernardel
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Bergonzi, Nicola. — Cremona. 1740. 1782
Altester Sohn von Michel Angiolo B., der das väterliche Geschäft übernahm und fortsetzte. Er baute viele In- strumente, die im Patron denen seines Vaters ähnlich sind, ihnen aber im Ton und in der Arbeit sehr nach- stehen. Der Lack ist dünn und hat wenig Feuer, das Holz nicht immer gut gewählt und die Schnecke un- schön.
Geigenzettel : Abb. 78.
Bergonzi, Zosimo. — Cremona. 1750. 1777
Dritter Sohn Michel Angiolos und etwas geschickter als sein Bruder Nicola. Seine Violinen sind von ungleichem Wert, besser dagegen seine Violoncelli und Bässe.
Geigenzettel: Fatto da me Zosimo Bergonzi ; L'anno 1777, Cremonae (gedruckt).
Bergström, J. A. — Nyköpmg. 1828
In der Wahl des Holzes nicht sehr glücklich, sonst ein ganz tüchtig arbeitender schwedischer Geigenmacher.
Berkemayer, Bernhard. — Iglau
In einer zwölfsaitigen Zither im Besitze Eman. Ed. Homolkas findet sich der Zettel : Bernhard Berkemayer / Bürger in Iglau verfertigt Forte-Pianos und alle , andere Saiteninstrumente. / Wohnt im eigenen Hause N° 356 / in der hinteren Judengasse (gedruckt).
Berkemeyer, J. F. — Amsterdam. 1806
Wenig bekannter, wahrscheinlich aus Süddeutschland oder Mähren eingewanderter geschickter Geigen- macher, von dem Felix Herrmann eine recht gute Violine besitzt. Boden, Zargen und Schnecke sind sehr schön, die Decke von weitjährigem Holz fällt dagegen etwas ab, doch ist der rotbraune Lack zu loben.
Geigenzettel: J. F. Berkemeyer , Amsterdam Ao 1806 (geschrieben).
Berly. — Mirecourt
Eine Geigenmacherfamilie, von der dem Namen nach
bekannt wurden :
Berly, Charles. 1760. 1765
— Dominique I. 1744. 1750
— Dominique II. 1761. 1765
— Dominique III. 1750. 1789
— Dominique IV. Geb. 1765
— Guillaume. 1732
— Jean-Claude. 1756. 1757
— Leopold. 1777. 1778
— Pierre. 1756. 1764.
Berliner, E. — Boston. 1885
Ließ sich eine »verbesserte« Violine patentieren, an der durch einen Spannrahmen eine Saitenspannvorrichtung angebracht war; er erzielte jedoch begreiflicherweise keinen sonderlichen Erfolg damit.
Bernard, Andre Florent Nicolas. — Lüttich. Geb. 6. Okt. 1870,
Schüler von Gand und Bernardel. Seit 1890 ist er in seiner Vaterstadt tätig. Er arbeitet sauber im Stile seiner
Lehrmeister und erhielt 1897 in Brüssel, 1900 in Paris für seine neuen Geigen silberne Medaillen, und 1905 in Lüttich, 1907 in Bordeaux und 1910 in Brüssel goldene Medaillen. Auch in der Wiederherstellung alter Geigen ist er sehr geschickt. Seine Werkstatt führt das Schild : »A la Guitarre royale«.
Bernard, Jacques. — Mirecourt. 1773. 1780 Galt als guter Bogenmacher.
Bernardel, Auguste-Sebastien-Philippe. — Paris. Geb. Mirecourt 1802, f 6. Aug. 1870 zu Bougival
Nachdem er in seiner Heimat ausgelernt hatte, kam er 1820 nach Paris und trat bei N. Lupot und später bei Gand pere als Gehilfe ein. Er gründete 1826 sein Ge- schäft in der Rue Coquilliere Nr. 44 und arbeitete bis 1859 allein. Dann nahm er seine beiden Söhne als Teil- haber der Firma auf. arbeitete aber noch bis 1866 fleißig weiter. Einer der geschicktesten französischen Geigenmacher des 19. Jahrhunderts und gründlicher Kenner des Holzes, das er mit größter Sorgfalt aus- wählte. Auf der Londoner Ausstellung 1851 stellte man seine Arbeit der Forsterschen gleich, wenn auch sein Cello einen näselnden Ton gehabt haben soll ; aber es unterliegt keinem Zweifel, daß er gerade, was die Größe des Tons anbelangt, alle englischen Meister übertraf. Seinen braunen und rötlichen Lack trug er manchmal zu dick auf, auch hat die rote Farbe oft einen Stich ins Violette, was als Schönheitsfehler gelten muß. 1859 verband er sich, wie schon bemerkt, mit seinen Söhnen Ernest-Auguste und Gustave-Adolphe zu der Firma "Bernardel et iils^< und zog sich 1866 vom Geschäft zurück.
Geigenzettel : Bernardel, luthier ,' ex-ouvrier du si'Lu- pot, / rue Coquilliere, n° 44 ä Paris, / l'an 1826 (ge- druckt) und Abb. 72 und 73.
Bernardel, Ernest-Auguste. — Paris. Geb. 1826, t 10. Dez. 1899 in Paris
Sohn von Seb. Phil. B. Seit 1859 Teilhaber der Firma seines Vaters ; er verband sich später mit seinem Bruder zusammen mit Ch. N. E. Gand. Ein trefflicher Meister, dem ein gut Teil des Ruhmes der Firma zuzuschreiben ist.
Bernardel, Gustave-Adolphe. — Paris. Geb. Paris 1832, t 27. Jan. 1904 in Cherbourg
Schüler seines Vaters Seb. Phil. B. Vielleicht der beste • unter den französischen Geigenmachern seiner Zeit. Seit 1860 Teilhaber der Firma seines Vaters; er ver- band sich 1866 mit Eug. Gand, mit dem er 26 Jahre in treuer Freundschaft die Firma Gand & Bernardel teilte. Seit 1892 war Gustave B. alleiniger Inhaber des welt- berühmten Geschäftes, das nun die Firma »Gustave Bernardel, seul successeur de Gand & Bernardel<' trug. Begründer des Geschäftes war bekanntlich Lupot; seine Nachfolger waren Gand, Gand freres, Gand & Ber- nardel und Gustave B. Er befolgte die Traditionen Lupots, baute treffliche Streichinstrumente und ver- suchte eine gelungene Rekonstruktion der V iola di Gam- ba, er machte alle Saiteninstrumente, die Harfe aus-
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Bernardel — Bernlnard
genommen, und verwendete nur Öüack. Seit 1 . Juli 1901 sind Albert Caressa und Henri Fran^ais seine Nachfolger.
Geigenzettel : Gustave Bernardel N° . . . / Paris Pdssage Saulnier 4 / luthier du Conservatoire 18 . . (gedruckt) und Abb. 57.
Bernardel, L. — Amsterdam. Geb. um 1805 in Mirecourt, f 1847
Bruder von A. Sebast. B., ein talentvoller Geigen- macher, dessen frühzeitiger Tod verhinderte, daß er zu größerem Ruhm kam.
Geigenzettel : Repare par L. Bernardel / Amsterdam 1844 (gedruckt).
- P,
ans.
Geb.
m
ans
Bernardel, Leon. 22. Aug. 1853
Sohn von Ernest-Aug. B. Nachdem er von 1869 — 1870 bei Just Derazey in Mirecourt gelernt hatte, kam er zu Gand & Bernardel freres nach Paris, bei denen er vom
I . August 1 870 bis 3 1 . Juli 1 898 — also 28 Jahre lang — blieb. Am I.Oktober 1898 eröffnete er seine eigene Werkstatt; er baut nach Stradivari, Lupot und Gand und verwendet nur Ollack. 1900 erhielt er das Diplom eines Offiziers der Akademie und auf der Weltaus- stellung eine Bronzemedaille. Seine Geigen sind gut und werden von Musikern sehr geschätzt ; so ist er u. a. Lieferant des Lamoureuxschen Konzertes usw. Seinen 1882 geborenen Sohn ließ er in Mirecourt zum Geigen- macher ausbilden und erzog ihn zu seinem besten Mit- arbeiter.
Geigenzettel : Abb. 58. Bernardelle, Roussel. — Paris. 1837
Baute nach Stradivari; seine Arbeit ist nicht schlecht, kommt aber nur selten vor.
Bernardus. — Udine
Ein englischer Händlsr bot eine Violine mit diesem Namen, der wohl nur zur Hälfte gelesen ist, an.
Berndt, Willy. — Berlin-Neukölln. Geb.
II. April 1876 in Stettin
Durch den frühen Tod seines Vaters in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, baute er sich schon als Schulknabe ohne jegliche Anleitung eine Geige, da ihm seine Mutter keine kaufen konnte. Das Instru- ment war so gelungen, daß ihm von allen Seiten geraten wurde, Geigenbauer zu werden. Da er aber in Stettin keine Lehrstelle erhalten konnte, mußte er zunächst die Tischlerei und den Klavierbau erlernen, aber jede freie Zeit benützte er dazu, sich im Geigen- machen zu vervollkommnen, wenn er auch darauf an- gewiesen war, die Anleitung dazu aus Büchern zu holen. In seinem zwanzigsten Jahre kam er endlich zu Adolf Pfretzschner, unter dessen Leitung er bald mehrere Geigen in allen Teil -n fertigstellte, die schon in unlackiertem Zustand den größten Beifall des hol! . Konzertmeisters Max de Groot fan len. Im Jahre 1907 siedelte er nach Berlin über und begründete seine eigene Werkstatt, die sich eines stetig zunehmenden Zuspruchs erfreut. Er baut nach Stradivari und stimmt
Boden und Decke harmonisch ab und bereitet sich einen Ollack eigener Zusammensetzung. Sein Sohn Walter, der eine gründliche musikalische Ausbildung erfahren hat, widmet sich jetzt ebenfalls dem Geigen- bau.
Geigenzettel : Gebaut von / Willy Berndt / Berlin- Neukölln / Geigenmacher — den .... 192 .
Berner (Perner), Samuel. — Brixen. f 24. Febr. 1754 (im Spital)
Gute Arbeit. Ein Violoncello von ihm wurde 1890 von Heberle in Nürnberg versteigert. Eine Viola und ein Cello von ihm besitzt Kaufmann Fallmereyer (Eisen- handlung) in Brixen.
Bernhard, August. — Fleißen. 1884. 1895
Einer der besseren Geigenmacher seines Heimatortes, der auch als guter Lehrer geschätzt war.
Bernhard, Carl. — Stadthagen. Geb. 22. Nov.
1857
Ursprünglich Musiker, brachte ihn der Wunsch, den Ton seiner Streichinstrumente zu verbessern, schon frühzeitig auf den Gedanken, den Geigenbau zu stu- dieren. Meister Weber in MöUenbeck bei Rinteln war der erste, der ihm einige Anleitungen gab. Als Sohn eines Tischlers mit der Holzbearbeitung gut vertraut, versuchte er zunächst, ein Violoncell zu bauen. Der Er- folg spornte ihn zu weiterem eifrigen Studium an, und Weber gab ihm außer praktischer Anleitung auch Bagatellas Schrift und ähnliche Bücher. Er machte jetzt rasche Fortschritte und baute 1885 seine erste neue Geige. Hierauf ging er noch nach Markneukirchen, um seine Ausbildung abzuschließen. Wenn er dort auch nicht alles fand, was er hauptsächlich suchte, so nutzte er doch jede Gelegenheit, die Werke alter Meister kennen zu lernen, mit Eifer aus. Bis 1904 hatte er be- reits 178 neue Violinen, 31 Violen, 17 Violoncelli und 58 Bässe gebaut. Er ahmt vorzugsweise das Stainer- modell nach, wobei er die Schallkreise elliptisch an- ordnet, da sonst bei der schnell abfallenden Wölbung die gerade laufenden Fasern des Holzes nach seiner An- sicht zu kurz abgeschnitten würden. Bei flacher Wöl- bung nimmt er die Schallkreise dagegen rund, wie Bagatella dies vorschreibt. Seine Arbeit ist sorgfältig, der Ton voll und weich; auch als Reparateur wird er geschätzt und erhielt durch Professor Sahla die Ar- beiten für die Bückeburger Hofkapelle übertragen.
Geigenzettel : Carl Bernhard / Geigenmacher / Stadt- hagen Ao. 19 . . (gedruckt).
Bernhard, Johann Georg. — Mark-Biberbach. 1743. 1746
Schwäbischer Geigenmacher, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts lebte und sehr mittelmäßig arbeitete. Sem Holz ist unschön, zur unrechten Zeit geschlagen, daher jetzt sehr wurmstichig, der Lack schlecht und dementsprechend der Ton armselig. Im Modell ahmt er die Tiroler Schule nach.
Geigenzettel : Johann Georg Bernhard / Lauten- / und Geigenmacher in Mark-Biber- / bach. Anno 1743 (ge- druckt).
Bernhardt — Bertolotti
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chränktes Lob
ollt.
Bernhardt, Arnold. — Markneukirchen. Geb. Bertier, Phülppe. — Mirecourt. 1773. 1789
1 9. Juli 1 874 zu Markneukirchen Ja^quot kennt nur seinen Namen.
Schüler von Karl Wilh. Lederer 11. Als Gehilfe arbeitete Bertini, Vincenzo. — Rom
er längere Zeit bei Dr. AlL-ed Stelzner in Dresden und ^^ ^-^^^ j^^j^^^,^ eingelegte Mandolinen mit seinem machte sich im Jahre 1905 m seiner Vaterstadt selb- Namen, ständig. Er arbeitet sehr sorgfältig und sauber, ver- wendet vorzügliches Holz, und seinen Geigen wird auch Bertoleti, Antonio. — Brescia. 1796
In einem mittelmäßigen Violoncello wurde der Zettel gefunden: Antonio Bertoleti / Fece in Brescia, 1796 (gedruckt).
Bertoli, Giuseppe. — (Venedig.) 1899
Schüler von Eugenio Degani, bei dem er ein Jahr lang lernte.
Bertolinl. — 18./19. Jahrhundert
Dr. J. L. Phipson erzählt in »The Strad« 1896 (Nr. 74) von einer Violine mit diesem sonst nicht bekannten Namen, die zwar keine äußeren Vorzüge und wenig Eigenart, aber einen wundervollen Ton gehabt haben soll.
Bertolotti, Francesco I, genannt Violi (Vio- lino). — Polpenazze. 16. Jahrhundert Sohn des Santino und Vater Gasparo da Salos. Er war Maler, seinem Beinamen nach aber auch Geiger oder Geigenmacher.
Bertolotti, Francesco II. — Brescia. Geb. März 1564 in Brescia. 1614 Sohn des Gasparo B. da Salo und Schüler seines Vaters. Mit 23 Jahren war er bereits mit Fior (aus Calvagese bei Salö) verheiratet, und es läßt sich vermuten, daß er nach dem Tode seines Vaters seine Kunst nicht mehr ausgeübt hat ; vielleicht hat er das Geschäft an Giovan P. Maggini, der ja der Nachfolger seines Vaters wurde, verkauft. Nach 1614 läßt er sich in Brescia nicht mehr nachweisen und dürfte also fortgezogen sein, vermutlich nach Calvagese, wo sich bekanntlich Gasparo da Salö angekauft hatte. Eine Lira di Camba mit der Zettel- inschrift: D. Francesco q. Gaspar da Salö in Brescia (gedruckt) besitzt W. Heyers Musikhistorisches Mu- seum in Köln (Nr. 783).
Bertolotti, Gasparo, gen. da Salo. — Brescia. Geb. 20. Mai 1540 (?) in Salo, f H.April 1609
. Sohn des Francesco B. und Enkel von Santino. Sein Vater war Maler und »Violino«, die ganze Familie war musikalisch^), und der junge Gasparo wandte sich wohl schon frühzeitig dem Berufe, den auch sein Großvater ausübte, zu. Er war wahrscheinlich ein Schüler seines Großvaters und später von Girolamo di Virchi, was ihn veranlaßt haben mag, aus Salö, einem Städtchen am Gardasee, nach Brescia überzusiedeln, wo er bereits vor 1565 als Meister ansässig war. An Können und Talent überragte er alle seine Vorgänger und wurde
in bezug auf den Ton uneingeschränktes Lot) geiol Er beschäftigt keine Gehilfen, sondern macht alles selbst an seinen Instrumenten, wie er sich auch den Lack selbst zubereitet. Er arbeitet nach einem eigenen Mo- dell, das dem des Stradivarl ähnlich ist. Daß es ihm sehr zustatten kommt, nebenbei ein trefflicher Geiger zu sein, sei gleichfalls erwähnt. Seine Geigen tragen einen Brandstempel (Brandmarke Nr. 1).
Berro, Ambroslus. — ? 1766
Nach einer Mitteilung des Propstes von St. Florian in Oberösterreich befindet sich im Besitze des Stiftes eine gute Viola mit dem rätselhaften (vielleicht schlecht ge- lesenen) Zettel : Ambroslus Berro / zu Barris 1 766 (ge- druckt).
Berrolt. — Brüssel. 1750
Ein selten genannter Violenbauer. Vielleicht ist nicht einmal sein Name richtig überliefert.
Bertanl. — Modena. 1 9. Jahrhundert
Außer Geigen verfertigte er auch Flöten und englische Hörner.
Bertaslo, Luigl. — Piadena. 19. Jahrhundert Bei De Piccolellls und Vidal findet sich dieser Name ohne weitere Zusätze oder Quellenangaben. •
Bertassl, Ambrogio. — Piadena. 1730
Wahrscheinlich zur selben Familie wie Bertaslo gehörig. Bertet, Joseph R. — Paris, Nantes. 1754. 1774
Ein Geigenmacher, der wie L'Harmand und der alte VulUaume u.a. den Werkstattnamen »Au roy David« führte. Nach 1764 scheint er nach Nantes gezogen zu sem. Von ihm befindet sich ein großer Alto aus der Sammlung Snoeck (Nr. 573) in Berlin. Dicker gelber Lack, gute Arbelt. Eine sehr schöne Laute mit einem wundervoll geschnitzten Frauenköpfchen besitzt Baron de Lery.
Geigenzettel : Joseph R. Bertet, au Roy David / Rue Neuve St. Roch ä Paris 1754 (geschrieben). — Bertet, luthler Au Roi David / rue Dauphine ä Paris 1 764 (ge- schrieben).
Bertholini, Nicolo Siehe Bertolinl.
Berti, Antonio. — Cortona. 1721
Vidal erwähnt ein Psalterion von ihm; auch sollen Lauten mit seinem Namen vorkommen ; doch ließ sich in Cortona nichts über ihn ermitteln.
Berti, Giuseppe gen. Giusino. — Flumalba (Modena). Anfang des 19. Jahrhunderts Er soll auch in anderen modenesischen Orten gearbeitet haben; seine Geigen sind minderwertig.
1) Ein Alessandro Bertolotti war nach Valdrighi ein tüchtiger Klavizimbelbauer.
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Bertolotti — Bessard
bald das Haupt der Brescianer Schule; er hatte jeden- falls einen wesentlichen Anteil an der Ausgestaltung der heutigen Violine, deren Erfindung man ihm mit größerem Rechte zuschreiben könnte, als »Duiffo- prugcar«. Sein Ruf war bald begründet; 1568 wohnte er noch zur Miete in der Contrada del palazzo vecchio, 1588 besaß er bereits sein eigenes Haus in der Contrada de la Cocere (jetzt via delle Cossere). Seine Frau hieß Isabella und war 1546 geboren. Trotz aller Anerken- nung scheint er doch anfangs mit Sorgen zu kämpfen gehabt zu haben, denn um seine Lage zu verbessern, stand er im Begriffe, dem Beispiel anderer Meister folgend, nach Frankreich auszuwandern. Um das zu verhindern, lieh ihm Bruder Gabriel zu St. Piero 60 Lire. Von da an arbeitete er sich empor ; 1 599 konnte er sich ein neues Haus in der Straße San Pietro Martire kaufen, und zwischen 1581 und 1607 erwarb er außer- dem verschiedene liegende Gründe in Calvagese (bei Salo), dem Heimatorte seiner Schwiegertochter Fior. Das ist alles, was sich aus seinem Leben urkundlich feststellen ließ. Er wurde bei St. Joseph begraben, wo sich leider sein Grabstein nicht erhalten hat. Im April 1907 wurde ihm aber auf Veranlassung des Prof. Cav. Fr. Pasini an dieser Kirche ein Denkstein errichtet mit der Inschrift:
Gasparo da Salo
nell arte di liutai maestro
per trovar le vie nuove
loggi, materia, forma studiando
die quasi anima e senso
al violino moderno
creazione sua.
Nato 1542. — Morto 1609
fu sepolto in questo tempio.
In den Urkunden wird er 1568 »Magistro de violini«, 1579 »Magistro a cittaris«, 1583 »Artefice d'instrumenti musici« und 1588 »Magister instrumentorum musi- corum« genannt. Seine Geigen zeigen im allgemeinen schon die später klassisch gewordene Form. Die Wöl- bung nimmt er noch ziemlich hoch, d;e F-Löcher sind weit und stehen fast parallel, die )( sind langgestreckt und die Ecken kurz. Die Schnecke ist nicht besonders fein und bei größeren Instrumenten meist aus Birn- baumholz. Sein Lack scheint nachgedunkelt zu haben ; aber es gibt außer braunlackierten Geigen auch solche von schöner Bernsteinfarbe. Bis heute haben sich nur wenige Arbeiten seiner Hand erhalten ; doch wurde sein Name schon frühzeitig mißbraucht, weshalb ihm zu- geschriebene Geigen stets mit Vorsicht zu behandeln sind. Man findet viele Instrumente mit seinem Namen und Jahreszahlen, die von 1610 — 1630 reichen, obwohl er selbst fast nie eine Jahreszahl auf seinen Zetteln an- gab. Einen echten dreisaitigen Baß besaß Dragonetti, eine sechssaitige Gamba bewahrt das Pariser Konser- vatorium. In der Sammlung des Professors Cav. Franc. Pasini befindet sich eine ganze Reihe von Instrumenten, die als Arbeiten von Gasparo da Salo gelten. Ole Bulls Violine, die ihm zugeschrieben ward, scheint jüngeren Ursprungs gewesen zu sein. Er war auf alle seine Nach- folger von größtem Einfluß, der sich bis Stradivari und Guarnen verfolgen läßt. Vgl. G. Livis Aufsatz in der Nuova Antologia vom 16. Aug. 1891. Siehe auch: Gargnano. Geigenzettel : Abb. 96.
Bertolotti, Lulgi s. Bortolottl
Bertolotti, Santino. — Polpenazze. 16. Jahrh.
Lautenmacher, der Großvater von Gasparo da Salö.
Bertolt. — Nürnberg. 1413
In einer Urkunde des Archivs der Stadt Nürnberg wird im Jahre 1413 ein *Ber(tolt) Lautenmacher auf der Lorenzer Stadtseite in der Mittelgasse« aufgeführt.
Bertram, Alexander. — Eddieston. Geb. 1801
Sohn von William B. und wohl auch dessen Schüler. Ein fleißiger schottischer Geigenmacher des 19. Jahr- hunderts.
Bertram, William. — Stobo Castle (Schott-
land). 1790. 1810
Er war Jäger von James Montgomery und machte aus Liebhaberei Geigen. Er brachte es dann zu einer ge- wissen Geschicklichkeit und soll in den letzten drei Jahren seines Lebens siebzehn Geigen gemacht haben, die er den Gästen seines Herrn zu verkaufen pflegte.
Bertrand, Nicolas. — Paris. 1687. 1735
Er arbeitete handwerksmäßig; nur manchmal kam er Jacques Boquay nahe. Sein Lack ist fast immer rissig und stumpf und gewöhnlich von roter Farbe. Violinen scheint er nur selten gemacht zu haben, dagegen trifft man Violen, Bässe und Quintone von ihm mehrfach. Das Selhofsche Versteigerungsverzeichnis (Haag 1759) führt eine Arbeit von ihm mit der Jahreszahl 1603 auf; diese kann nur 1703 oder höchstens 1693 geheißen haben, oder man müßte einen gleichnamigen Vorfahren annehmen. Ein Quinton und eine Baßviola (Gamba) von gewöhnlicher Arbeit, rotem, schmierigem Lack und mit einem Frauenköpfchen am Wirbelkasten besitzt das Brüsseler Konservatorium (Nr. 222 und 227). Außer seinem Zettel verwandte er auch eine Brandmarke mit seinem Namen.
Geigenzettel : Abb. 50.
Bertrand. — Mirecourt. 1853
Wahrscheinlich mehr Händler als Geigenmacher.
Bertucci, D. Giuseppe. — Mont-Orsello. 1748. 1777
Das D. vor dem Taufnamen scheint die Abkürzung von Don zu sein ; Bertucci wäre demnach geistlichen Stan- des gewesen. Geigen von ihm kommen selten vor und sind nicht sehr geschickt gemacht.
Berupt, Leopold und Louis. — Mirecourt. 1766. 1789
Wahrscheinlich zwei Brüder, die beide als Luthiers ge- nannt werden.
Besancenot. — Dijon. 1776
Seine Geigen zeichnen sich mehr durch ihre reiche Ornamentierung als durch Modell und Ton aus.
Bessard, Louis. — Paris. 1753
Er war geschworener Meister der Pariser Lauten- macherzunft; mehr war über ihn nicht zu erfahren.
Beßl
er
Biancl
lanchi
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Beßler, Adam. — Eperjes. 1670
Daniel Speer berichtet in seinem »Unterricht in der musikalischen Kunst« (Ulm 1687, bei S.W.Kühne) über die Viola Baryton : »Ich habe auf meiner Peregri- nation nicht mehr als am bischöflichen Hofe zu Frey- sing einen (Barytonspieler) angetroffen, auch der- gleichen Instrument nirgend als zu Eperes in Ungarn bei dem Stadt-Trompeter Musico Adam Besslern, der als ein berühmter Geigen macher solches selbsten gemacht.«
Bessolaz, lebt als »Luthier« in Chambery (Dep.
Savoie) Betts, Edward ( »Ned Betts«). — London. Geb.
in Stamford?, f um 1815 oder 1820
Neffe von John Betts und wie dieser Schüler von R. Duke. Ein tüchtiger Geigenmacher, dessen eigene Ar- beiten Lob verdienen. Die Einlagen machte er sehr gut, schnitt schöne F-Löcher und schöne Schnecken; nur der Lack ist hart und unklar. Da in England aber — wie leider auch anderwärts — moderne Geigen schlecht be- zahlt werden, verlegte er sich auf das Nachahmen alter Instrumente, besonders solcher von den Amatis, worin er es zu großer Meisterschaft brachte.
Betts, John Edward (»Old John Betts«). — London. Geb. 1755, f im März 1823 Schüler des älteren R. Duke. Er stammte aus Stamford, Lincolnshire, und war weniger hervorragend als Geigen- macher wie als Händler und Kenner. Die Geigen, die seinen Namen tragen, sind sehr verschieden, was daher kommt, daß Carter, sein Neffe Betts, B. Fendt und seine Söhne, Panormo usw. für ihn arbeiteten. Er ließ u. a. treffliche Kopien nach den Cremoneser Meistern her- stellen. Sein Geschäftsnachfolger war sein Bruder Arthur B., der Violinlehrer gewesen war. Dessen gleich- namiger Sohn und Nachfolger war gleichfalls kein Gelgenmacher. Eine Stockgeige (1800) von ihm besitzt T. W. Taphouse.
Geigenzettel : J " Betts N ° 2 / Near Northgate the / Royal Exchange / London 1 782 (gedruckt).
Betz s. Petz
Beuthner, Adolf. — Markneukirchen
Schüler von Reinhold Paulus. Als Gehilfe arbeitete er in Leipzig, Berlin und Kopenhagen, kehrte 1895 in seine Vaterstadt zurück und machte sich selbständig. Er beschäftigt sich mit dem Neubau und der Wieder- herstellung von Geigen und treibt auch einen Handel mit alten Musikinstrumenten.
Beuthner, Johann Ulrich. — Hamburg. 1710
Sein Name kommt auf einem Reparaturzettel in der ehemaligen Sammlung Hammer vor. Er scheint jedoch das Bürgerrecht nicht besessen zu haben, weshalb sich nichts Näheres über ihn ermitteln ließ.
Beutler, Johannes. — Um 1830
Eine einfach gehaltene Gitarre mit einem Wirbelkasten, den ein Affenkopf abschließt, wird in W. Heyers Musik- historischem Museum in Köln aufbewahrt (Nr. 563).
Beveridge, William. — Aberdeen. Geb. Juli 1821 in Craigh, Tough, f Aug. 1893 in
Chapel of Ganoch
Als Sohn eines Farmers beschäftigte er sich im Winter mit dem Ausstopfen von Vögeln, Schnitzen von Schnupftabaksdosen und Geigenmachen. Auf das letztere verlegte er sich nach dem Tode seines Vaters ganz und gar. Seine Violinen sind hübsch gemacht, oft reich verziert, haben aber keinen großen Ton. 1886 er- hielt er auf der Ausstellung in Edinburgh für Geigen eine ehrenvolle Erwähnung.
Geigenzettel: W. Beveridge/ Fecit / Tough, 1860 (ge- druckt).
Beyer, Emil. — Erfurt. 1895. 1916
Ein vielseitiger Geschäftsmann, der mit Getreide usw. und mit Geigen Handel treibt und selbst auch Geigen gebaut haben soll, die auf Ausstellungen stets Aner- kennung fanden. 1899 erhielt er ein Patent für einen
Steg.
Beyer, F. — Naumburg. 1815
Ein ziemlich dunkel lackierter großer Baß trägt seinen Zettel : F. Beyer / Instrumentenmacher in Naumburg (geschrieben).
Beyer, Franz L. E. — Wien. 1920
Er bringt die sog. TIM-Streichinstrumente (d. h. Ton- Instrumente Markstein) auf den Markt, ist selbst aber kein Geigenmacher.
Beyer, Robert. — Berlin. 1909. 1910
Nicht mehr bestehendes Geigengeschäft »Unter den Linden«. Der Inhaber war kein Geigenmacher, be- schäftigte jedoch Gehilfen.
Bianchi, Giovanni. — Florenz. 1746
Gute Arbeit, aber plumpes Modell, gelber Lack. Haupt- sächlich kommen Violoncelli von ihm vor. Geigenzettel : Giovanni Bianchi Fee. ,' In Firenze, anno 1 746 (gedruckt).
Bianchi, Nicolo. — Aix, Paris, Genua, Nizza. Geb. 1796 in Genua, f 1881 in Nizza Nachdem er bei Bagatella, F. Calcagni, Cerutti und Pressenda gearbeitet hatte, ließ er sich zunächst in Aix nieder, wo er noch 1845 lebte; er ging dann nach Paris. Seine Werkstatt hatte er bis 1868 in der Rue Croix des Petits-Champs. Seine Violinen sind nicht gleichwertig, er konnte aber, wenn er wollte, sehr gut arbeiten und soll auch sein Interesse der Viola d'amore zugewendet haben. Er war als Reparateur viel beschäftigt, obwohl er es an der nötigen Sorgfalt oft fehlen ließ, und reparierte auch die Baßviola von Gasparo da Sal6 im Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 197). Von 1868 bis 1872 war er in seiner Vaterstadt und zog dann nach Nizza, wo er starb. Er darf nicht mit Mitgliedern der Familie Bianchi verwechselt werden. Sein Schüler und Nachfolger ist Bovis.
Geigenzettel : Repare par Bianchi Nicolo / Luthier de- core / A Parigi 1851 (gedruckt) und Abb. 39.
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Bichet — Bittner
Bichet, Mansuy. — Mlrecourt. 1 780 Wird von Jacquot als Bogenmacher aufgezählt.
Bichler s. Pichler
Bienfait, Paul-Emile. — Paris. Geb. 1857 in
Rouen
Er war ursprünglich Geiger und verlegte sich schließ- lich auf das Bogenmachen, worin er es zu großer Meisterschaft brachte. Seine Bogen tragen die Brand- marke: P. E. Bienfait.
Biernatzki. — Posen. Um 1860
Ein schwedischer Staatsrat, ausgezeichneter Violin- spieler, der aus Liebhaberei Geigen gemacht hat.
Biest, Martin van der. — Antwerpen. 1558 Bisher nur als Clavecinmacher bekannt.
Bigourat, Nicolas. — Moulins-sur-Allier. Geb. in Saint-Gerand-le-Puy (Allier) 1824. f 1880
Schüler und Nachfolger von Thibouville in Moulins- sur-AUier. Er hat nur sehr wenige Geigen (meist nach Guarneri) gebaut und sich hauptsächlich mit Wieder- herstellungsarbeiten beschäftigt. Er verwendete einen hellbraunen Lack.
Geigenzettel : Repare par Nicolas Bigourat / ä Moulins en 1823 (geschrieben). — Nicolas Bigourat Luthier pres l'horloge / ä Moulins 1869 (gedruckt).
Bigourat. — Le Havre. 1870. 1890
Sohn von Nicolas B. Hauptsächlich Reparateur.
Bilveglien s. Belviglien
Bimbi, Bartolomeo. — Siena. 1750. 1769
Er stammt aus Florenz, war ein Sohn oder wahrschein- licher Enkel des bekannten gleichnamigen Blumen- malers (1648 — 1725) und soll um 1760 wieder nach Florenz zurückgekehrt sein. Sein Modell ist klein, sein Lack von schöner orangeroter Farbe, die Arbeit recht gut. Die Inschrift m einem Baß, die seinen Namen mit dem Wohnort Bologna und der Jahreszahl 1701 angibt, erweist sich als gefälscht.
Geigenzettel : Abb. 59. Bina, Johann Nepom. — Prag. Geb. 22. Mai
1826 in Prag, f 25. Jan. 1897 daselbst
Sohn eines Musikers und Schneidermeisters, Schüler von Franz Lehner, bei dem er auch nach seiner vier- jährigen Lehrzeit noch bis 1849 blieb. Später arbeitete er bei Joh. Stoß, J. Hamberger in Preßburg, F. A. Patzelt in Budapest und Ant. Hoffmann in Wien und machte sich 1853 in Prag selbständig. Seit 1864 war er beeideter Sachverständiger für Geigen. Er wohnte im Laufe der Jahre Neustadt Nr. 793, 802, 52, 835, 825, 788, 834, von 1878 — 94 Wenzelsplatz (Vaclavske nämesti) Nr. 841 und zuletzt »in der Grube« (V Jäme) Nr. 697. In seiner Arbeit ist er ein charakteristischer Vertreter der Prager Schule, wenn auch nur ein Meister zweiten Ranges.
Geigenzettel: Johannes Bina / Pragae / Fecit Anno Domini 18 . . (gedruckt). — Johann Bina / in / Prag
anno 1877 (gedruckt). — Opravil / J. Bina v Praze (gedruckt). — Johann Bina / Musikinstrumentenvcr- fertiger und beeideter / Schätzer, Anno 1885 / Prag / Wenzelsplatz N° 5 neu (gedruckt).
Bindernagel, Johann Wilhelm. — Gotha. Geb. um 1 770 in Remstädt bei Gotha, f 30. März 1845 in Gotha
Er war ursprünglich Tischler, erlernte bei Kleinsteuber in Gotha den Bau musikalischer Instrumente und wurde dann Gehilfe bei Ernst, als dessen Schüler man ihn be- trachten kann. Seme Geigen entsprechen den Ernst- schen Modellen. Anfangs verfertigte er nur Harfen und Zithern, später jedoch Geigen und schließlich, nach dem Vorgange Ottos in Weimar, vorzugsweise Gitarren, wozu ihn wohl seine Frau, eine geborene Trompheller aus Gotha, die eine ausgezeichnete Virtuosin auf der Gitarre war, veranlaßte. Emzelne seiner Instrumente waren recht gut, seine Geigen jedoch meist von hand- werksmäßiger Ausführung. Zwei Zithern von ihm, eine davon fünfchöns, besitzt die staatliche Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin Nr. 598 und 599.
Geigenzettel: Johann Wilhelm Bindernagel / Instru- mentenmacher in Gotha / 1 798 (gedruckt) und Abb. 37.
Bing (& Lantez). 1880 Französische Fabrikfirma.
Birt. Kommt als Name eines Geigenmachers
in englischen Violinen vor Bischerei s. Magri Bischoff. — Dessau. 1790. 1796
Ein Kammermusikus, der ein der Viola Baryton ähn- liches Instrument, das er Harmoniecello nannte, erfand, aber nicht selbst baute.
Bisiach, Leandro. — Mailand. 1890. 1914
Besserer italienischer Geigenmacher der Gegenwart, der darauf hält, daß nur Geigen, die in allen Teilen in seiner Werkstatt angefertigt werden, seinen Namen tragen. Er hat in Cremona gelernt und das Stu- dium der alten Cremoneser zu seiner Hauptaufgabe gemacht. Von einer in Mailand lebenden Witwe Stra- divari hat er vor einigen Jahren Werkzeuge sowie die Photographie eines Lackrezeptes gekauft, die angeblich noch aus dem Nachlasse des großen Antonio Stradivari stammen sollen. Er ließ sich diesen Kauf auch notariell bestätigen. Er wird als vorzüglicher Reparateur ge- schätzt und im Anpassen von Baßbalken, Stimmstock und Steg ist er ein Künstler ersten Ranges. Er handelt auch mit alten Meistergeigen und mit in Deutschland oder Frankreich vorgearbeiteten Instrumenten, die in seiner Werkstatt vollendet werden. Seine Söhne Carlo und Andrea erzog er zu tüchtigen Geigenmachern.
Geigenzettel : Abb. 61.
Bittner, David. — Wien. 1845, f 1887. Schüler
von Wilhelm Ruprecht
Er begründete schon in sehr jungen Jahren sein eigenes Geschäft und war einer der besseren Wiener Geigen- macher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Biz
Blanchl
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Er studierte die Italiener mit Erfolg, besaß selbst eine auserlesene Sammlung echter italienischer Geigen und kopierte mit großer Treue. 1873 erhielt er eine Ver- dienstmedaille. Außer Violinen baute er auch alle anderen Streichinstrumente, selbst eine Viola d amore und Zithern, besonders aber sehr gute Violoncelli, von denen manche auch noch durch ihren schönen, fetten ÖUack hervorragen, und die jetzt sehr gut bezahlt werden. Eine Streichzither von ihm bewahrt die Sammlung des Brüsseler Konservatoriums. Seine Frau Marie war eine Zitherlehrerin. Das Geschäft wurde kurze Zeit von seinem Sohne Th. Bittner fort- gesetzt, dann an den Musiker Hans Graf verkauft und bald aufgelöst. Geigenzettel: Abb. 30 und 31 (Brandmarke Nr. 14).
Biza, Giovanni Battista. — Treviso. 1 779
Wenig bekannter Lauten- und Geigenmacher, der sich wohl hauptsächlich mit .Ausbesserungsarbeiten be- schäftigt hat.
Bizan. — Brüssel. 1749
Er wird als »luthier« bezeichnet; Geigen von ihm sind mir jedoch nicht vorgekommen.
Bizey, Charles. — Paris. 1716
Er wird zwar wiederholt für einen Geigenbauer aus- gegeben, war aber Holzblasinstrumentenmacher m der Rue Dauphine und nannte sich ausdrücklich: Inven- teur de plusieurs Instruments ä vent. Falsch ist es, seinen Namen »Bizet« zu schreiben.
Blacht s. Flacht
Black, John. — Edinburgh. 1893 Neuerer schottischer Geigenmacher.
Blahowetz, Josef. — Markneukirchen. Geb. in Ober-Schönbach i. B. 13. Juni 1857
Handwerksmäßig arbeitender Geigenmacher, der für Markneukirchener Handelshäuser Geigen baut, die mit Zetteln »nach den Modellen« beklebt werden. Einige wenige besser ausgeführte Geigen tragen jedoch seinen eigenen Zettel.
Blair, John. — Edinburgh. 1790. 1820
Anfangs arbeitete er allein, später mit Matthew Hardie zusammen, der wahrscheinlich sein Schüler war. Blair war jedenfalls der Geschicktere von beiden. Zettel scheint er nicht verwendet zu haben, doch schrieb er manchmal seinen Namen in seine Arbeiten und ver- wendete eine Brandmarke J. B. Sein Spinfuslack, der jetzt ziemlich braun aussieht, war ursprünglich gelb- lich. Er arbeitete nach Stradivari. Brandmarke Nr. 32.
Blair, Willie. — Abergeldie (Schottland). Geb.
26. Okt. 1793 unweit Ballater, f daselbst
12. Nov. 1884
Ursprünglich ein Zimmermann und trefflicher, bei Hofe angesehener Geiger, bekannt als »the Queen 's Fiddler«. Er erhielt von Peter Hardie .Anleitung im Geigenmachen und war nicht ungeschickt, hatte aber den Fehler, sein Geigenholz zu backen, wodurch er seine Arbeiten selbst ruinierte.
Blaise. — Mirecourt. 1822
Als Geigenmacher in keiner Weise hervorragend, war er doch ein verdienstvoller Lehrmeister; als seine besten Schüler darf man die beiden Silvestre bezeichnen. Er war wahrscheinlich auch der Vater von Joseph Blaise In Genf.
Blaise, Joseph (nicht Jules).
t 23. Okt. 1882
Genf. 1855.
Er kam um 1855 aus Mirecourt nach Genf, nachdem er vorher eine Zeitlang bei den Brüdern Silvestre in Lyon gearbeitet hatte. Er gab den Geigenbau bald auf und beschränkte sich mehr und mehr auf den Verkauf von MIrecourter Fabrikwaren, die er oft mit seinem Zettel versah. Auch als Reparateur war er ohne Bedeutung.
Mirecourt. Geb. 1796,
Blaisot s. Mast Blanchard, Fran9ois. tl859
Obwohl er gelernter Gelgenmacher war, beschränkte er sich doch auf den Bau von Lauten und Gitarren. Sein Enkel Ist Paul Bl. in Lyon.
Blanchard, Paul-Fran^ois. — Lyon. Geb.
10. Febr. 1851 in Mirecourt
Schüler von Auguste Darte, arbeitete bei Daniel In Marseille und war dann sieben Jahre lang Gehilfe im Hause Silvestre in Lyon. Im Jahre 1876 gründete er In Lyon sein eigenes Geschäft und brachte es bald als ge- schickter Gelgenmacher und Reparateur zu großem- Ansehen. Seine Arbelt Ist tadellos; schönes Holz und feiner, ambraroter, feuriger Lack von gesättigtem Aus- sehen zeichnen seine Instrumente, die sehr gut im Tone sind, aus. Er baut hauptsächlich nach Ant. Stradivan und Guarnerl mit vielem Glück, manchmal auch nach Amatl. Er besitzt viele erste Preise und die Palme der Akademie, Ist Gelgenmacher des Konservatoriums in Lyon und ^President de la Chambre syndicale des Instruments de muslque« zu Lyon. Instrumente, die er ganz eigenhändig machte, tragen folgenden Zettel : Abb. 68; die In seiner Werkstatt unter seiner Leitung gebauten: Abb. 85; Geigen, die von anderen Geigen- bauern für sein Geschäft gemacht werden, tragen den Zettel: Abb. 82.
Ni
izza.
Geb. in Nizza am
Blanchi, Albert.
25. Jan. 1871
Schüler seines Vaters Aug. Bl., dessen Werkstatt er 1899 übernahm. Er gilt als ein besonders geschickter Gelgenmacher, der alle Arten von Streich- und Saiten- Instrumenten verfertigt, vorzugsweise jedoch Violinen, die er nach eigenen Modellen baut und mit einem gelb- roten ÖUack überzieht. Sehr beliebt sind auch seine Gitarren von 12 und 18 Saiten. Geigenzettel : Abb. 34.
Blanchi, Augustin. — Nizza. Geb. 1 828 f 1 899.
Tüchtiger Geigenmacher, der sich In den besten Werk- stätten gebildet hatte und durch unablässiges Forschen zu schönen Erfolgen gekommen war. Gelgen von ihm werden von Musikern sehr geschätzt.
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Blaschke — Bodenl
Blaschke, Ferdinand. — Glatz. Geb. zu Grafenort um 1775, f nach 1845
Er ließ sich als Instrumentenmacher und Gastwirt im Jahre 1839 in Glatz nieder und besaß das Gasthaus Nr 592, ist aber später nach Scheibe verzogen, wo er wohl auch gestorben sein dürfte.
Blasich, Giovanni. — Triest. 1870. 1880 Er war eigentlich als Geigenmacher nur Dilettant und erhielt einige Unterweisung von Dollenz, doch sind seine Geigen nicht schlecht gearbeitet, wenn sie auch ganz ohne Eigenart erschemen.
Blasich, Ludwig. — Triest. 1881
Vielleicht ein Sohn von Giovanni Bl. Er stellte 1881 in Triest zwei Violinen und ein Violoncello als Dilet- tantenarbeit aus, für die er eine goldene Medaille erhielt.
Blasio, Raffaele di. — Neapel. 1 8. Jahrhundert
Es kommen ab und zu Geigen mit seinem Namen vor. In der Arbeit unbedeutend, im Modell der Gagliani- Schule verwandt; der Lack ist glanzlos, von brauner Farbe. Er gehört möglicherweise derselben Familie an wie Nicolaus De Blosy (s. d.).
Blass, Dr. — Mannheim. 1913
Ein Liebhaber, der gute Geigen baut, die er auch u. a. einmal durch das Berliner Philharmonische Orchester mit Erfolg zu Gehör bringen ließ.
Blaun, Carl Wilhelm. — Altona. 1840. 1847 Hauptsächlich guter Baßmacher.
Blavet. — La Ferte. 18./19. Jahrhundert
Ein geschickter Kunsttischler, der als Wiederhersteller alter Geigen und Lauten einen gewissen Ruf besaß. Geigenzettel: Abb. 44.
Bleich (Bley), Johann (Anton). — Schönbach.
1805. 1810
Einer der besseren Schönbacher Meister seiner Zeit, der zwar nicht immer schönes Holz verarbeitete, aber gut klingende Geigen gemacht hat. Geigenzettel: Johann Bleich, Geigen- / und Instru- mentenmacher in / Schönbach, Anno 1805 (gedruckt).
Blight. — Exeter
Seinen Namen sah ich als Brandmarke auf dem Boden einer mittelmäßig gearbeiteten Violine.
Blommesteyn (Blomster), Christoffel. — Ant- werpen. 1550. 1558
Er baute allerlei Saiteninstrumente; urkundlich ist er jedoch nur als Clavecinmacher nachweisbar, wie auch sein Bruder Martin Bl.
Blosij s. De Blosy
Blumenhagen, C. P. — Hannover. 1753
Er hat im 18. Jahrhundert als Lauten- und Geigen- macher in Hannover gelebt. Eine Pochette Sourdine von ihm befindet sich in der Sammlung Galpin.
Blunff, Richard. — London. 1604
Das Verzeichnis der 1 759 im Haag versteigerten Selhof- schen Musikinstrumentensammlung führt diesen viel- leicht falsch gelesenen Namen auf.
Blyth, Williamson. — Edinburgh. Geb. 1821 in Greenlaw, f Mai 1897 in Edinburgh
Ein tüchtiger Musiker und Komponist, dessen Geigen — er hat über 2000 gemacht — sehr dünn sind und schwach klingen.
Boccaber s. Buchenberg
Bochem, Dierich. — Köln. 1668. 1673
Wahrscheinlich der Stammvater der bekannten Kölner Lautenmacherfamilie, über die leider nichts zu er- mitteln war. Die kurkölnischen Archivalien wurden seinerzeit nach Darmstadt verbracht, und als sie nach Preußen zurückgehen sollten, weigerte sich die preu- ßische Regierung, die Kosten des Rücktransports zu tragen, infolge davon wurde dann ein großer Teil der Aktenbestände einfach vernichtet. Eine von D. Bochem reparierte Laute befindet sich in derHerzogl. Kunst- und Altertumssammlung auf der Feste Koburg. Eine Laute mit der Brandmarke »DBM Collen« im Darm- städter Museum (Nr. 484) ist ihm vielleicht zuzu- schreiben. Eine Diskantviola besitzt die Brüsseler Sammlung.
Geigenzettel: Dierich Bochem, in Colin. / neu renovlrt Ao. 1673 (gedruckt). Brandmarke (Nr. 15).
Bochem, Joannes. — Köln a. Rh. 1745. 1769
Fleißiger Lauten- und Geigenmacher und Reparateur. Er baute namentlich Violen, sehr großes Patron, von Italienischem Aussehen und gutem Ton. Geigenzettel : Joannes Bochem / Lauten- / und Gelgen- macher in Collen 1 745 (gedruckt). — Joannes Bochem in / Colin renovatum 1769. (gedruckt).
Bochem, Michael. — Köln. 1694. 1729
Vielleicht ein Sohn Dierichs und der Vater Johanns. Ein geschickter und vielbeschäftigter Lautenmacher, von dem das Germanische Museum In Nürnberg eine Zither aus dem Jahre 1 728, die staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin eine fünfchörige Zither mit ovalem Schallkasten von schöner Arbeit besitzt. Eine ähnliche von 1728 hat Fr. Wildhagen in Haiensee bei Berlin. Den Wirbelkasten schmückt ein Frauen- köpfchen. Eine Laute von 1724 wurde in Köln 1883 bei Heberle versteigert. Zwei andere Instrumente (von 1694 und 1720) besitzt das Großherzogliche Museum in Darmstadt (Nr. 487 und 498).
Geigenzettel: Michael Bochem in Collen 1728 (ge- druckt). — Michael Bochem, Lauten und geigen- macher / In Collen Anno 1720 (gedruckt).
Bocquay s. Boquay
Bodeni, Luigi (Aloysius). — Venedig. 1719
Seinem Zettel nach ein Dilettant, der »zum Zeitver- treib« ein Violoncello gebaut hat, seiner Arbeit nach aber doch ein geschickter Mensch, der mehr konnte als mancher berufsmäßige Geigenmacher. Geigenzettel: Abb. 63.
Bodi.
Boffda
gdanovics
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Bodio, Gennaro. — Venedig. 1 740
Ein Meister dritten Ranges, von dem es jedoch einige gute Violinen gibt, die freilich ohne Eigenart sind.
Bodio, Giambattista. — Venedig. 1790. 1832
Vielleicht ein Sohn Gennaros und dessen Schüler. Em tüchtiger, aber wenig bekannter Meister. Sein Lack ist für seine Zeit noch sehr gut. Pietro Val. Novello ist einer seiner Schüler gewesen. Ein Quartett von ihm aus dem Jahre 1813 besaß ein Antiquar in Korfu. Statt der Schnecke hatten die Instrumente am Wirbelkasten Widderköpfe, deren Hörner in Schneckenlinien ver- liefen. Der rötlich-gelbe Lack erinnerte an Gagliano.
Geigenzettel: Gio: Battista Bodio fecit / Venezia. 1800 (gedruckt).
Body, Otto. — Innsbruck. Geb. 1857 in Debreczin
Im Alter von drei Jahren kam er mit seinen Eltern nach Bezau in Vorarlberg, erlernte in Mittenwald, dem Heimatsort seiner Mutter, bei Johann Neuner den Geigenbau und kam als Gehilfe 1875 zu J. Gschwenter nach Innsbruck. Einige Jahre später machte er sich selbständig. Er baut hauptsächlich Zithern und Gitar- ren und repariert Geigen. Gegenwärtig arbeitet er zu- sammen mit seinem Sohne.
Böck, Johann Georg. — Wölfeisdorf. 1 9. Jahrb.
Vielleicht ein Schüler Ignatz Hoffmanns. Er hatte ein ungewöhnlich langes Modell mit wenig hervortretenden Ecken. Die F-Löcher sind groß und weit geschnitten, der Lack ist gelblich. Seine Arbeit ist gut, eigenartig und interessant. Eine schöne Geige von ihm besitzt Pfarrer Nürnberger in Kaditz bei Dresden.
Geigenzettel : Johann George Böck, Lauten- / Geigen- und Harfenmacher in / Wölfeisdorf 18 . . (gedruckt).
Böcklin, Dr. Frhr. v. — Ruß (?). Um 1810
Em Musikhebhaber und Erfinder, der eine Tenorgeige »Tenorotta« erfunden hat, die größer als eine Bratsche war und um acht Töne tiefer als die Geige gestimmt wurde.
Bögenholz, H. sen. — Detmold. Geb. 1834
Ein Musiker, der auch Instrumentenmacher ist und seit 1874 und noch in seinem 83. Jahre Geigen gebaut hat.
Geigenzettel: H. Bögenholz / Detmold 1880 (geschr.)-
Böhm, Franz. — Budapest. 1804. 1805
Ein trefflicher Geigenmacher, dessen Werke jetzt viel- fach mit italienischen Meisterzetteln versehen im Handel vorkommen sollen. Dr. J. Geyer erwähnt eine seiner Geigen, die mit einem Guadagninizettel ver- sehen ist. Bei der Öffnung des Instruments fand man auf der Innenseite der Decke mit Bleistift die Inschrift »Verfertigt von Franz Böhm in Pesth 1804«.
Geigenzettel: Franz Böhm Geigenmacher / in Pesth Anno 1804 (gedruckt).
V. Lütg^endorff, Geig-en- und Lautenmacher. Bd. II
mgentha
Botlandt, Johann Christian. — Kl 18. Jahrhundert
Die Familie schreibt ihren Namen jetzt Pöhland. Geigen von ihm kommen nicht häufig vor und unter- scheiden sich durch nichts von denen seiner Vogtländer Zeitgenossen.
Geigenzettel : lohann Christian Boelandt / Violin- macher in Klingenthal 17 . . (gedruckt).
Boelandt s. auch Pöhlandt
Böllinger (Bollinger), Joseph. — Steyr. 1819
Wahrscheinlich Schüler oder Mitschüler von Meinrad Frank, mit dessen Arbeit die seine ganz merkwürdig übereinstimmt.
Geigenzettel: Joseph Böllinger fecit/ Steyr. anno 1819 (gedruckt).
Böningk, Johann Adolph. — Göhringen. (Göt- tingen?) 1664
Bisher nur als Reparateur einer Laute des Straßburger Meisters Jonas Stehelin in W. Heyers Musikhistc- rischem Museum in Köln bekannt.
w
len.
1763.
Böß (oder Höß), Maximilian.
1789
Seinen Namen findet man nur selten in nicht besonders sorgfältig gebauten Instrumenten. Er scheint auch das Bürgerrecht nicht erworben zu haben, da er weder in den Steuer- noch in den Bürgerlisten vorkommt.
Böttcher, Gottfried. — Altenroda. 1846
Seiner Arbelt nach ein Dilettant.
Geigenzettel: Repare Gottfried / Böttcher in Alten- roda / 1846 (geschrieben).
Bofili (Bonfili), Salvadore. — Barcelona. 1 738
Soll Guarneri nachgeahmt haben; mir war jedoch nicht möglich, diese Angabe zu überprüfen.
Bogaerde, Gisbert van den. — Antwerpen.
Geb. in Gent
Sohn von Josse v. d. B. Wurde 1558 in die Gilde, 1559 zum Bürger aufgenommen und ist nur als Clavecin- macher bekannt, hat aber, wie alle seine Berufsgenossen, auch Zithern und Lauten gebaut.
Bogdanoffski, A.N. — St. Petersburg. 1880
Seine Geigen sind handwerksmäßig gebaut; häufig fehlt ihnen Rand und Einlage. Statt der Lackierung zeigen sie eine Art Möbelpolitur.
Geigenzettel : (Russischer Adler) A. N. Bogdanoffski / St. Petersburg.
Bogdanovics, Stephan (Istvan). — Budapest.
1865
Ist nur kurze Zeit nachweisbar, soll aber recht geschickt gewesen sein.
Geigenzettel: Keszitette Bogdanovics Istvan / Pesten 1865 (geschrieben).
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Boghart — Bolli
Boghart, Hayne (Heinrich). — Brüssel. 1436
Lautenmacher, von dem bekannt ist, daß er gute Leiern baute. Er wird als *faiseur de bas mstruments« in Ur- kunden bezeichnet. Vielleicht ein Vorfahr von Gisbert van den Bogaerde, der 1558 in die Antwerpener Lucas- gilde als Clavecinmacher aufgenommen wurde.
Bogner, Ambros. Joseph. — Prag, später Wien. Geb. 12. Febr. 1752 in Hayd (Böhmen),
f 22. Sept. 1816 in Wien
Er baute auch Lauten, war bis 1792 in Prag ansässig und siedelte dann nach Wien über, wo er in der Stadt Nr. 976 seine Werkstatt eröffnete und am 1 7. Aug. 1 792 den Bürgereid ablegte. Seine Geigen, die jedoch selten vorkommen und nicht sonderlich hoch bewertet wer- den, sind gut gearbeitet und haben schönes Decken - holz; weniger schön ist der Boden, die Schnecke schwungvoll, aber nicht sehr sauber ausgestochen, die Wölbung von mittlerer Höhe, der Lack dunkel, spröde und undurchsichtig. Er war einer der ersten in Wien, die zu einem breiteren, flachen Modell übergingen.
Geigenzettel: Ambrosius Josephus Bogner fccit Viennae. Anno 1807 (gedruckt) und Abb. 43.
Bohmann, Joseph. — Chicago III. Geb. 23. Okt. 1848 zu Neumarkt in Böhmen
Schüler seines Oheims. Machte sich zuerst in Böhmen selbständig und ging um 1873 nach Amerika, wo er seit 1876 in Chicago ansässig ist. Seine Geigen fanden auch auf europäischen Ausstellungen Anerkennung. Heute besitzt er ein bedeutendes Musikgeschäft in Chicago und fertigt hauptsächlich Geigen (nach allen italie- nischen Meistern), die er mit Bernsteinöllack überzieht. Er besitzt auch ein e'genes Modell, das zwischen dem des Maggini und des Guarnen liegt. Er verwendet das zum Geigenbau sehr geeignete kanadische Gebirgsholz und baut auch vorzügliche Gitarren und Mandolinen, sowie Bogen, an denen er am Frosch ein gut passendes Daumenloch anbringt. Geigenzettel: Abb. 41.
Bolssart. — Paris. 1606
Lauten- und Geigenmacher, von dem nur wenig mehr als der Name erhalten ist.
Boiteux, Claudius. — München. 1786. 1799
Er stammte aus Mirecourt, wo er von 1 773 bis 1 779 nachweisbar ist. Im Jahre 1786 ließ er sich in München nieder und erhielt sehr bald die Arbeiten für die Hof- kapelle, da man mit Gregor Sidtler nicht zufrieden war; er erhielt auch den Hoftitel und wird im Hof- kalender für 1799 noch als Hoflautenmacher aufge- führt, er hat aber München schon Ende 1798 oder An- fang 1799 wieder verlassen. Geigen von ihm sind mir - nicht bekannt geworden; er scheint hauptsächlich mit Ausbesserungen beschäftigt gewesen zu sein.
Bolvln, Claude. — Paris. 1730. 1754
Unter den Pariser Lautenmachern war er sehr ange- sehen und wurde geschworener Zunftmeister für 1752. Er nannte seine Werkstatt >>ä la guitarre royale* und war hauptsächlich Gitarrenmacher, doch kommen ver-
einzelt auch Violen und Violinen von ihm vor; auch Bruni hat eine Gamba dieses Meisters von 1735 inven- tarisiert. Er wohnte bis 1732 Rue de Grenelle St. Honore, dann Rue Ticquetonne und zog um 1749 nach der Rue de la Poterie Nr. 10. Seine Arbeit ist gut, nur in bezug auf die Dicke ungenau. Sein Lack ist blaß, meist rötlichbraun. Außer seinem Zettel findet man auch seine Brandmarke. Eine sehr hübsche Gitarre von ihm bewahrt das Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 273). Eine schöne siebensaitige Basse de Viole d'.Amour von 1734 befindet s:ch in W. Heyers Musik- historischem Museum in Köln.
Geigenzettel: Abb. 66 und 67.
Boldizsar, Stephan (Istvan). — Budapest. Um 1865 geb. in Szegedin
Schüler seines Schwagers Nemessanyi. Er gab das Geigenmachen aber nach kurzer Zeit auf, um Berufs- soldat zu werden.
Bollecker, Felix s. Enel Boldrini, Ovidlo. — Salo. 1864
Ein Instrumentenmacher in der Heimat des großen Gasparo: in seinen wenigen Werken ist von dem Genius loci kein Hauch mehr zu verspüren.
Bolelll, Pletro. — Bologna. 19. Jahrhundert
Ein ausgezeichneter Orchestergeiger und später Im- presario von Theaterunternehmungen (z. B. des Teatro communale in Bologna). Aus Liebhaberei beschäftigte er sich auch mit dem Geigenmachen und versuchte sich als Reparateur, ohne dann etwas zu leisten. Da ihn Valdnghi (389) aufzählt, sei er hier auch erwähnt.
Boller, Johann Adolf. — Frankfurt a. M. 1670
Er stammt vielleicht aus Mittenwald und ist bis jetzt nur durch eine sehr niedliche Pochette mit Ebenholz- und Elfenbeineinlegearbeit, die sich in Berlin in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente (Nr. 781) be- findet, bekannt. Der Körper besteht aus neun .Spänen mit Elfenbeinrippen; C-Löcher. In Frankfurt lebte 1662 ein Krämer Johann Adolf Boller, der als »Bürger- sohn« bezeichnet wird. Er dürfte der Sohn unseres Lautenmachers gewesen sein.
Boller s. PollerO
BoUes. — London. 1600. 1620
Th. Mace bezeichnet ihn als einen der berühmtesten englischen Violen- und Lautenmacher seiner Zeit und schätzte den Wert einer Baßviola dieses Meisters schon damals (1676) auf 100 £. Sehr bedauerlicherweise scheinen sich gerade von ihm keinerlei Arbeiten er- halten zu haben.
BolH. — Neapel. 1897
Besserer italienischer Geigenmacher, der nach alten Vorbildern arbeitet.
') Die Mitten walder Mitglieder dieser Familie schwankten im 18. Jahrhundert in der Schreibweise zwischen B und P, jetzt schreiben sie sich ausschließlich Poller.
Bol
mon
Bonc
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Bolmon, Johannes. — ? 1683
Vermutlich zur Familie Pollmann (Pöhlmann) gehörig. Ein Simon Pollmann (s. d.) wurde 1696 Meister in (Marl<)neukirchen und war wahrscheinlich aus Böhmen dort eingewandert. Von "Johannes Bolmon" befindet sich eine Gitarrelaute im Konservatorium in Brüssel (Nr. 268).
Geigenzettel : Johannes Bolmon, Laute- und Geiger.- macher . 1 683 (gedruckt).
Bolt. — London
Ein Dilettant, der einige Gitarren nach Galbuseras Mo- dell gebaut haben soll.
Boltze. — Elberfeld. 1890
Ein Hoboist und leidenschaftlicher Geigenliebhaber, der alte Geigen nicht ungeschickt wieder instand zu setzen verstand. Er machte sichtliche Fortschritte und hätte mit der Zeit noch ein ganz guter Geigenmacher werden können, wenn er nicht schon mit 40 Jahren ge- storben wäre.
Bomberghi, Lorenzo. — Florenz. 17. Jahrh.
Sohn des Giovanni B. Ein florentinischer Violen- macher von wenig Ruf. Einige vermuten, daß er von deutscher Abstammung war und daß sein Vater viel- leicht aus Bamberg eingewandert sei. Er soll 1670 noch gelebt haben.
Bombino, Domenico. — Villafranca (Piemont). 1720. 1730
Möglicherweise ein Schüler G. Cappas, unter dessen Einfluß seine .Arbeit steht, die im ganzen doch nur als mittelmäßig bezeichnet werden kann.
B
Th
Versaill
ersaiUes.
1788.
ome, 1 homas de.
1808
Ein vornehmer Dilettant, der einige Geigen von un- gleichem Wert gebaut hat. Eine solche aus dem Jahre 1 790 von recht gewöhnlicher .Arbeit besitzt das Pariser Konservatorium (Nr. 24). Besser sind jene Geigen, die er bestimmten Personen widmete. .Außer seinem Zettel (von verschiedenem Wortlaut) brachte er auch ein Schildchen mit den Buchstaben T. B. V. an. Seine Zettel spiegeln die Zeit, in der er lebte, charakteristisch wieder : 1 788 nennt er sich noch M. de Borne, Chevalier de St. Louis, 1790 nur noch kurz Thomas Bome und 1803 läßt er Taufnamen und sogar den Ort weg.
Geigenzettel : Fait par M. de Bome Ch'^ de St. Louis Versailles 1 788 Donne a M. de Macusan (gedruckt). — Thomas Bome, Versailles 1790 (gedruckt). — Bome 1803 (gedruckt). Brandmarke: Nr. 73.
Bomini, Carlo. — Cremona. 1715
In einer nach Stradivari gebauten Geige fand sich sein Zettel, doch gelang es mir nicht. Urkundliches über ihn zu ermitteln, obwohl er sich als einen Schüler Stradi- varis bezeichnet.
Geigenzettel: Carolus Bomini, Discipulus Antonij Stradivari) Cremonen- , sisl715 (gedruckt).
Bonafon, Nicolas. — Paris. 18. Jahrhundert
Eine Viola, die dem Aussehen nach dem Anfange des 18. oder Ende des 17. Jahrhunderts angehört haben dürfte, trug den Zettel : Abb. 49.
Bonardi, Domenico. — Modena. 1728 Sein Name fand sich auf einem Reparaturzettel.
Bonazza, Domenico. — Triest. 1880
Ein Bassist aus Friaul, der gegen 1880 zu Gius. Dollenz kam und von ihm im Geigenbau unterwiesen wurde. Er baute sowohl Geigen als Celli und Bässe und ver- wendete braunschwarzen Lack. Die Arbeit ist ziemlich gut, der Ton aber unbedeutend.
Bongars, Simon. — Paris (?) 1655
Eine sechssaitige Baßviola aus der Sammlung Bricque- ville trägt seinen Namen und Datum.
Bonichi, Francisco. — Cadix Nur als Gitarrenmacher bekannt.
Bonn, J. Edwin. — Brading, Isle of Wight. Geb. 28. März 1851 in Fermoy (Irland)
Ursprünglich für den ärztlichen Beruf bestimmt stu- dierte er erst Chemie, bevor er sich dem Geigenbau zuwandte, den er dann regelrecht erlernte. Er arbeitet mit Geschick nach Stradivari und nach einem eigenen Modell und wurde auch als Erfinder eines vierfüßigen Steges bekannt. Seine Biographie veröffentlichte Mere-t dith-Morris in der Zeitschrift »The Strad« Nr. 123.
Geigenzettel: J. Edwin Bonn Brading, Isle of Wight (gedruckt).
Bonnel aine. — Rennes. 1820. 1852
Besserer Geigenmacher, der auch als Reparateur einen gewissen Namen hatte.
Geigenzettel : Reparee chez Bonnel, Luthier. A Rennes (185.) (gedruckt).
Bonnel jeune. — Rennes. 1855
Sohn und Schüler von Bonnel aine und sowohl im Neubau wie als Reparateur tüchtig. Seine Geigen sind sorgfältig durchgeführt und haben rötlichen Lack. Be- sonders gut sind seine Gitarren. Die Firma heißt jetzt Bossard & Bonnel.
Geigenzettel: Repare chez Bonnel jeune Luthier facteur Musique etc. 1855 Rennes. (gedruckt).
Bonnici, Francesco. — Paris. Geb. um 1842 auf Malta
Seit 1865 Arbeiter beiGand undBernardel, der mehrere goldene Medaillen für Mitarbeiter in Brüssel 1897, in Paris 1889 und 1900 erhielt. Seit 1901 verbringt er seinen Lebensabend in Nogent.
Bono, Gaetano. — Venedig. 18. Jahrhundert
Einer der weniger bekannten Venezianer, dessen Ar- beiten gleichwohl nicht schlecht sind.
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B
onoris
Borl
on
Bonoris, Cesare. — Mantua. 1 568
Wahrscheinlich aus Dardelhs Schule hervorgegangen. Seine Violen sind gut gearbeitet. Eine Viola da Gamba von ihm besitzt Valdrighi.
Bontemps, Nicolas. — Lyon. 1507. 1517
Als »faiseur d'instruments« oder »de manicordions« bezeichnet. Er wohnte im Quartier du port du temple. Vgl. Coutagne, Duiffopruggar. — Ein Dominique Bontemps kam noch 1773 bis 1776 in Mirecourt als Bogenmacher vor.
Bonviclni, Filippo. — Spilamberto (?). 1790. 1796
Er wird von Valdrighi zwar erwähnt (408), doch ist sein Name in Spilamberto gänzlich unbekannt.
Böpel s. Pöpel
Boom (Boon), Pierre. — Brüssel. 1758. 1779
Ein Genosse von Gilles Michiels bei der Hofkapelle, »Bourgeois et habitant de Bruxelles«, wie er sich selbst nennt; er war ein geschickter Lautenmacher, von dem es auch einige gute Violinen gibt. Ch. Bosselet (in Belgien) besitzt ein Alto aus dem Jahre 1778, und bei Cl. Snoeck befand sich eine Violine aus dem Jahre 1 779 von ihm.
Geigenzettel: P. Boom me fecit. Bruxelles 1778 (gedr.).
Booth, Joseph. — Manchester. 1889
Seine Geigen sind zwar ohne Eigenart, aber gut ge- arbeitet und klingen nicht schlecht.
Booth, William (I). — Leeds. Geb. um 1779, t gegen 1858
Ursprünglich Friseur, verlegte er sich seit 1809 auf den Geigenbau und erlangte als Reparateur eine aner- kennenswerte Geschicklichkeit. Geigenzettel : Wm. Booth, maker, Leeds 1828 (gedr.).
Booth, William (II). — Leeds. Geb- 1816, t I.Mai 1856
Sohn von Will. B. I, aber nicht dessen Schüler. Er machte sich bereits mit 22 Jahren selbständig und be- rechtigte zu großen Hoffnungen, starb aber, bevor er zur vollen Entwicklung gekommen war. In Burnley (Lancashire) lebte noch am Ende des 19. Jahrhunderts ein Booth als Geigenmacher.
Boquay, Jacques. — Paris. Geb. zu Lyon, lebte von 1 700 bis nach 1 736 in Paris
Vermutlich ein Mitschüler von Pierray, dem er in seiner Arbeit zwar nicht gleichkommt, aber ähnlich ist. Er gehört zu den besseren französischen Geigen- machern, und einzelne seiner Nachahmungen Hier. Amatis (kleines Modell) sind ihm recht gut gelungen, nur stellt er die F-Löcher manchmal etwas zu schräge. Sein fast stets rotbrauner, nur manchmal ins Gelbliche spielender Ollack ist sehr durchsichtig und verdient alles Lob. Der Ton seiner Geigen ist etwas dick, aber kräftig. Während er (nach seinen Zetteln) Im Jahre 1718 noch in der Rue de la Juivene wohnte, gibt er 1719 be-
reits die Rue d'Argenteuil als seine Adresse an. Instru- mente von ihm finden sich in verschiedenen Samm- lungen, so in Paris eine Violine und ein Violoncell.
Geigenzettel : Abb. 29 und 87. Borbon (Bourbon), Caspar. — Brüssel. 1673. 1702
Er wird in der Liste der Hofkapelle von 1 673 bereits als »reparateur des Instruments« aufgeführt und war wahr- scheinlich ein Sohn Peter Borbons. Seit 1701 schreibt er seinen Namen auch Bourbon. Seine Arbeit erinnert ein wenig an den Stil Gasparo da Salos; die F-Löcher sind weit geöffnet, im übrigen verraten sie eine ge- schickte Hand; auch der gelbe, hellbraune oder rote Lack ist nicht gerade schlecht. Eine Violine von ihm vom Jahre 1691 besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln.
Geigenzettel: Gaspar Bourbon 1702 (gedruckt) und Abb. 92.
Borbon, Peeter. — Brüssel. 1636. 1641
Er war Hoflautenmacher, in seiner Art ein sehr ge- schickter Meister. Vgl. v. d. Straeten, B. V. 137. Eine sechssaitige Baßviola aus der Sammlung Snoeck be- findet sich in Berlin. Geigenzettel : Peeter Borbon tot Brüssel (gedruckt).
Borelh, Andrea. — Parma. 1720. 1746
Tüchtiger Nachahmer von L. Guadagnini. Großes Mo- dell, gelber, gelbbrauner oder brauner schöner Lack und guter Ton zeichnen seine Arbeit aus, so daß seine Violinen bereits vor dem Kriege den Preis von 1000 M., seine Violoncelli von 1500 M. erreichten. Eine Violine mit seinem Zettel und der Jahreszahl 1736 wurde am 2. Mai 1917 bei Lepke in Berlin versteigert.
Geigenzettel : Abb. 80.
Borelli, Antonio Cesare. — Parma? 1792
Vielleicht ein Sohn Andreas. Sein Modell ist groß, der Lack von bernsteingelber Farbe, die Arbeit jedoch ziemlich sorglos durchgeführt.
Borgia, Antonio. — Mailand. 1 769
Seine Arbeit erinnert an Testore, hinter dem er freilich noch wesentlich zurückbleibt.
Geigenzettel: Antonius Borgia me fecit / In Milano, anno 1769 (gedruckt).
Boriero, Alfonso. — Malo (Vicenza). 19. Jahrh.
Er macht Geigen und Violen nach alten Vorbildern, ohne Großes zu leisten. Auch in Schio lebte gleichzeitig (noch 1891) ein Geigenmacher Boriero.
Borio, Francesco Antonio. — Asti und Cuneo (Coni). 1737
Einige mittelmäßige Geigen tragen seinen Namen ; auch Valdrighi (4045) erwähnt ihn.
Borlon (Burion, Porion), Ae.t (Artus oder Arnold). — Antwerpen". 1 579
Er wurde 1579 als Zithermacher (cyetermaker) in die Gilde aufgenommen.
Borlc
Botin
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Borion (Porion), Francis. — Antwerpen. 1645
Als Lautenmacher stand er in hohem Ansehen. Eine schöne, große Viola von ihm besitzt die St. Jakobs- kirche in Antwerpen.
Geigenzettel: Francis Borion tot Antwerpen / op de Cathelyne Vest (gedruckt).
Borlon (Porion), Jan. — Antwerpen. 1670. 1680
Vielleicht ein Sohn von Francis oder Peeter B. Man kennt einen Baß von ihm, dessen Arbeit nicht gerade bemerkenswert ist.
Geigenzettel : Joannis Borlon / tot Antwerpen (gedr.).
Borlon (Porion), Peeter. — Antwerpen. 1636. 1647
Vielleicht ein Sohn von Aert B. Er baute 1647 für den Kirchenchor der Kathedrale in Antwerpen einen noch heute erhaltenen Kontrabaß.
Geigenzettel : Peeter Porion tot Antwerpen fecit / 1 647 (gedruckt).
— Veri'ca (Fngnano).
Bortolotti, Giovanni.
1884. 1894
Seme Bässe werden gelobt.
Bortolotti, Luigi. — Mailand. 1815
Wenig bekannter Geigenmacher, der aus einer guten Schule hervorgegangen ist, sauber arbeitete und gelben Lack gebrauchte. Häufiger kommen Gitarren usw. von ihm vor. A. Gautier m Nizza besitzt eine sorgfältig durchgeführte Zither von ihm mit der Brandmarke : Luigi Bortolotti / 1815.
Bosch s. auch Posch
Bosch, Hans. — Kassel. Geb. 15. April 1881 m Thannhausen a. d. M. (Bayern)
Ein Architekt, hervorragender Raumkünstler, der als leidenschaftlicher Musikfreund sich schon in früher Jugend mit dem Bau von Musikinstrumenten befaßte, was auch sein Vater, der als Altarbauer und Tischler- meister die nötige Handfertigkeit von vorneherein be- saß, schon tat. Seine Studienjahre und seine Berufs- tätigkeit nahmen ihm wohl längere Zeit die Gelegenheit, seiner Liebhaberei nachzugehen, dann kam der Krieg, an dem er, als er nicht mehr felddienstfähig war, als Bauingenieur bei der Heeresbauverwaltung teilnahm, aber sobald er wieder einige freie Zeit hatte, kehrte er mit erneutem Eifer an den Werktisch zurück, und, angeleitet durch Wettengels Buch, und durch sorg- fältiges Studium alter Geigen und zahllose Versuche und Vorübungen geschult, begann er seine erste Geige zu bauen. Mit rastlosem Eifer arbeitete er weiter und brachte es schließlich so weit, daß seine .Arbeiten jetzt den Vergleich mit jeder neuen Geige eines zunftgerecht ausgebildeten Geigenbauers aushalten und sich auch durch großen, edlen Ton auszeichnen.
Geigenzettel: Johannes Bosch /Thannhausen a. d. M. Bayern (gedruckt).
Bosi (Basi), Florianus. — Bologna. 1 756. 1 782
Er baute vorzugsweise Lauten und Mandolinen und liebte es, die Hälse mit Elfenbeineinlagen zu verzieren. Eine seiner Lauten war in der Sammlung Cavallieri in Ferrara. Eine römische Mandoline von ihm aus der Sammlung Snoeck befindet sich in Berlin.
Geigenzettel : Florianus Bosi m via / S. Mcimoli- Bonon.e y Fecit 1756
Bossard, Louis s. Desjardins Bossard & Bonnel. — Rennes. 1900
Geigenmacher, Händler und Reparateure der Gegen- wart.
Bossart, Rudolf. — Augsburg. Geb. um 1561. 1625
Im Augsburger Meisterregister von 1615 wird er als Lautenmacher, 54 Jahre alt, angeführt. Erwähnt wird er ferner im Meisterregister von 1619 und im Steuer- buche von 1625. Er war vielleicht der Vater Jacob Bossarts, der sich jedoch Bosshart schrieb.
Bosshart (Bossart), Jacob. — Augsburg. 1625. 1640
Im Augsburger Steuerbuche wird er zuerst als Jacob Bossart ohne Angabe des Berufs im Jahre 1625 erwähnt. Von ihm haben sich noch einige Geigen erhalten, die durch hohe Wölbung, hohe Zargen und kurze Ecken auffallen. Er hatte sein eigenes Modell, arbeitete sorg- fältig und nahm gutes Holz und feurigen, durchsichtig- rotgelben Lack. Die F-Löcher schnitt er parallel mit den Jahren. In der Sammlung Fritz Wildhagens in Haiensee b. Berlin befindet sich ein sehr schön ge- arbeiteter, mit Elfenbeinstreifen eingelegter Chitarrone von ihm v. J. 1629. Der Körper des Instruments ist aus Zypressenholz.
Geigenzettel: Jacob Boßhart / in Augspurg 1626 (ge- druckt).
Botelli, Angelo. — Neapel. 1857
In seinen Violinen spürt man noch die Nachwirkung der guten neapolitanischen Werkstatt-Tradition.
Bothe. — Berlin. 1787 ^
Ein Instrumentenmacher dieses Namens wird als Er- finder einer chromatischen Harfe genannt und soll auch Gitarren nach eigenen Grundsätzen gebaut haben.
Bothwell, Wilham. — Aberdeen. Geb. 1815 in Aberdeen
Nachfolger von John Young. Er machte nur billige Geigen und Violoncelli nach einem eigenen Modell. Das Holz ist gewöhnlich unschön, die Einlage manch- mal aber recht kunstvoll. Er verwendete nie Zettel.
Botin. — Chantilly. 1795. 1800
Ein Geigenmacher dritten Ranges, der vielleicht in Mirecourt gelernt hat.
Geigenzettel : Abb. 69.
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ßott — Boureard
Bott, Johann. — Wien. Geb. um 1810, t 10. März 1881
Ein geschickter Geigenmacher, der nur wenig neue, aber sehr schöne Violinen gemacht hat, die nach Stra- divari und Amati gebaut sind und guten gelbbraunen Lack haben. Er soll nach seiner eigenen Angabe nur ein einziges Violoncello gemacht haben. Als Reparateur war er vielbeschäftigt und wegen seiner Sorgfalt ge- schätzt. Er hatte seine Werkstatt in der Burggasse bei St. Ulrich, wo jedermann den originellen kleinen Mann mit dem großen grauen Künstlerhut kannte. Er ver- wendete nur geschriebene Zettel.
Bottari, Ferdinando. — Pisa. 1849
Ein Gitarrenmacher vom Anfang des 1 9. Jahrhunderts ohne bemerkenswerte Vorzüge.
Botti, Antonio. — Sassuolo (Modena). 19. Jahr- hundert
Er wird bei Valdnghi (3689) erwähnt; man kennt nur einige Kontrabässe von ihm.
Botze, Johannes. — Erfurt. 1687
G. Siefert in Leipzig besitzt eine aus der Kirche einer Brüdergemeinde stammende Viola von ihm (Decke und Kopf sind neuere Arbeit) mit dem geschriebenen Zettel: Johannes Botze in Erffürth 1687.
Boucher. — London. 1764
Ein in England ansässiger Franzose, der sich durch nichts hervorgetan hat.
Bouillot, Jean Fran^ois. — Mirecourt. 1778. 1787
Nur dem Namen nach bekannt.
Boul, Simon. — ? 1786
Eine gute Geige mit seinem Zettel führt das Preisver- zeichnis von G. Withers auf (16 £).
Boulanger, Nicolas. — Mirecourt. 1 727. 1 758
Nur von A. Jacquot erwähnter Luthier.
Boullangier, Charles. — London. Geb. 1823 in Mirecourt, t Okt. 1888
Nachdem er in Mirecourt ausgelernt hatte, ging er 1843 nach Paris, arbeitete drei Jahre bei Vuillaume und drei Jahre bei Gand & Bernardel und wandte sich 1849 nach London, wo er bis 1856 für Edw. Withers Geigen machte und dann seine eigene Werkstatt eröffnete. Er war sehr fleißig, baute viele Geigen nach Stradivan und Guarneri und verwendete einen schönen, roten Lack. Besonders geschätzt sind seine Violoncelli.
Boullangier, C. — London. 1889. 1900
Wohl der Sohn und Nachfolger von Charles B. Er er- hielt für seine Violinen und Violoncelli 1889 auf der Invention Exhibition eine silberne Medaille.
Boumeester (Bouwmeester), Jan. — Amster- dam. 1637. 1689
Einer der besten holländischen Geigenmacher des 17. Jahrhunderts, der sich durch besonders saubere Arbeit und guten, gelben oder gelbroten Lack aus- zeichnet. Er bevorzugte ein großes Patron von mittlerer Wölbung und brachte am Wirbelkasten geschnitzte Köpfchen an. Er stand in hohem Ansehen, und das Selhofsche .Auktionsverzeichnis führt Violinen, Gam- ben und Violoncelli von ihm aus den Jahren von 1614(?) bis 1675 auf (versteigert im Haag 1759). In der Samm- lung von Scheurleer sind zwei Violen von 1683 und 1689 und bei Snoeck eine Baßviola von 1667 (jetzt in Berlin). Auch auf der Ausstellung des Verbandes deutscher Geigenbauer in Leipzig im Jahre 1908 war eine Violine dieses Meisters zu sehen, die den Arbeiten von Petrus Guarneri (Mantuae) zum Verwechseln ähnlich war. Es ist daher wahrscheinlich, daß die meisten seiner .Arbeiten jetzt unter italienischer Flagge segeln.
Geigenzettel: Jean B;umeester , Amsterdam 1667 (ge- druckt). — .Abb. 76.
Bourbon s. Borbon
Bourbon, Nicolas. — Mirecourt. 1753. 1787
Er galt als geschickter Meister und war mit Nicolas Vuillaume befreundet. Ein Fran(;ois Bourbon, der von 1775 bis 1789 nachweisbar ist, war dagegen nach Jacquot nur ein mittelmäßiger Geigenmacher.
Bourdet, Jacques. — Paris. 1750. 1752
Er stammt wahrscheinlich aus Mirecourt (vgl. Bourdot) und scheint Instrumente aller Art gebaut zu haben. Seine Violinen sollen von sehr gewöhnlicher Arbeit sein. Mir ist er nur als der Wiederhersteller eines Clavecins bekannt geworden. Von seinem Leben weiß man auch nur, daß er 1751 geschworener Meister der Pariser Lautenmacherzunft war.
Bourdot (Bourdet), Jean-Sebastien. — Mire- court. Geb. im Beginn des 18. Jahrhunderts, lebte noch 1 766
Ein sehr geschickter Meister. Über seine Lebenszeit gehen die Nachrichten weit auseinander. Während Jacquot und Vidal das 18. Jahrhundert als seine Zeit nachweisen, setzen ihn andere ein Jahrhundert zurück und lassen ihn 16.20 leben, und wieder andere sagen, er sei 1 530 geboren und habe 1 555 in Paris gelebt. Man hat es da bestenfalls mit drei gleichnamigen Meistern zu tun. Andere Mitglieder der Familie waren : Claude- FrancoisB. (1738. 1745), Dominique B., der Bruder von Jean-Sebastien, der auch Orgelmacher war(l 732. 1748), sowie zwei Franc^ois B., die 1785 und 1786 in den Zunftlisten vorkommen.
Bourgard, Jean. — Nancy. 1775. 1786
Er stammte aus Prag und war der Sohn des Johann Burghardt und der Cathanna, geb. Baumgarten. Er kam in jungen Jahren zu Charotte nach Nancy, wo er seinen Namen französisierte und die Marianne Fanchon heiratete. Seine Geigsn sind meist ohne Sorgfalt aus- geführt und haben braunen Lack, doch gibt es auch
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Bourgeois — Bozzolo
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bessere Arbeiten von ihm, die schönen, roten Lack zeigen. Er schloß sich der französischen Schule an und machte oder handelte wenigstens mit allen möglichen Saiteninstrumenten.
Geigenzettel : Jean Bourgard maitre luthier ä Nancy, / rue de laPoissonnerie, n° 404; f ait et raccomode toutes/ sortes d'ouvrages de sa profession comme / guitares allemandes, guitares mechaniques, guitares / espagnoles, mandolines, luths, paradons ä trente cordes ' contre- basses, basses, violon d amour, violons etc. (gedruckt). — Jean Bourgard, facteur d'instruments ä Nancy 1 776 (gedruckt). — F*. par moi Bourgard, facteur d'instru- ments, rue / de la Poissonnerie a Nancy 1 786 (ge- schrieben).
Bourgeois, Seraphin. — Genf. 1829
Es war unmöglich, irgend etwas über diesen Schweizer Geigenmacher zu erfahren. Ich kenne nur den folgenden Zettel von ihm. Vielleicht hieß er Seraphin und war Bürger zu Genf.
Geigenzettel: Repare par Seraphin Bourgeois , ä Ge- neve An 1829 (gedruckt).
Bourguignon, Maurice. — Brüssel. Geb. 18. Sept. 1885 in Mattaincourt
Schüler von Georges Mougenot, dessen Nachfolger er im Jahre 1910 wurde.
Bourlier, Jacques. — Mirecourt. 1770. 1790
Bevor er sich selbständig machte, arbeitete er eine Zeit- lang bei Charotte in Nancy, an dessen Art seine Geigen erinnern. Er verwendete einen Brandstempel Jacq. Bourlier.
Bourlier, Jean-Baptiste. — Mirecourt. 1773.
1785
Er stand seinerzeit in einem gewissen Ansehen. Ar- beiten von ihm kenne ich nicht. Ein Francjois B., der 1788 vorkommt, war vielleicht sein Sohn.
Bourlier, Laurent I. — Mirecourt. Geb. um 1737, t 1780
Mehr können auch Vidal und Jacquot von ihm nicht sagen, da bisher keinerlei Arbeiten von ihm bekannt geworden sind.
Bourlier. — Mirecourt. 1775. 1820
Sohn von Laurent I B. Er baute hauptsächlich Kinder- geigen in Viertel-, halber und Dreiviertel große und war nicht ungeschickt.
Bourlier, Laurent II. — Mirecourt. Geb. um
1798, t 1878
Ein Enkel von Laurent I. B. und wohl der Geschickteste aus seiner Familie, der sauber arbeitete und einen guten Ton erzielte. Einen Brandstempel mit seinem Namen brachte er innen am Boden an.
Bourlier, Nicolas. — Mirecourt. 19. Jahrh.
Vielleicht der Bruder von Laurent 1 1 B. Auch er war nicht ungeschickt. Von ihm rühren die Geigen her, die nur den Namen Bourlier als Brandmarke tragen.
Bourse. — Paris. 1805
Jacquot teilt seinen Namen nach einem geschriebenen Geigenzettel mit.
Boury, A. — St. Quentin. 1867
Neue Geigen von ihm sind mir nicht zu Gesicht ge- kommen.
Geigenzettel : Repare par A. Boury ,' Luthier ä S* Quen- tin 1867 (geschrieben).
Boussu , Benoit-Joseph. — Eterbeek-Brüssel.
1750. 1780
Einer der besseren belgischen Geigenmacher, der ziemlich gut und sauber nach Amati arbeitete und auch einen schönen, gelben Lack verwendete. Seine Werk- statt war in der Vorstadt Eterbeek, doch dürfte er, wie auch van der Straeten glaubt, in Brüssel selbst einen Verkaufsladen besessen haben. Eine Geige von ihm mit charakteristischer Schnecke besaß C. C. Snoeck.
Bovis, Fran^ois. — Nizza. Geb. 1860 in Nizza
Von 1874 — 1881 war er Schüler von Nicolo Bianchi, dessen Werkstatt er nach dem Tode des Meisters über- nahm. Er arbeitet nach eigenem Modell und verwendet einen halbfetten Lack. Er ist Geigenmacher des Kon- zertorchesters von Monte Carlo. Geigenzettel : Abb. 77.
Bowes, A. — Edinburgh. 1895
Bekannt durch seinen Versuch, die Saiten der Geige paarweise anzubringen (ähnlich wie bei der Mandoline).
Bowler, Arthur. — Islington-London. Geb.
12. Juli 1867 in Thame (Oxfordshire)
Seine Mutter war die jüngste Schwester der Frau von Georges Chanot, so daß schon in früher Jugend sein Interesse für den Geigenbau geweckt wurde; doch er- lernte er zunächst in der Werkstatt seines Großvaters die Schreinerei. 1893 nach London gekommen, suchte er seinen Oheim Chanot auf und bot nach dem Tode desselben dem Sohne und Nachfolger seine Dienste an. J. A. Chanot nahm ihn auf drei Jahre in die Lehre. Hier kamen ihm seine Vorkenntnisse in der Holzbearbeitung sehr zustatten, und er machte schnelle Fortschritte. Er blieb bei Chanot bis 1899 und machte sich dann selb- ständig. Bowler arbeitet ungemein sauber und baut seine Geigen hauptsächlich nach der »Messias« von Stradivari. Er verwendet einen dunkelorangeroten Bernsteinlack und wird als Künstler geschätzt. Seine Biographie mit Bildnis, Geigenabbildung und Zettel veröffentlichte Rev. Meredith-Morris in »The Strad« (April 1900, Nr. 120).
Geigenzettel : Arthur Bowler London, fecit 19.. (Kreis mit A. B.).
Boyer, Alexis. — Mirecourt. 1773. 1789
Ein Geigenmacher, dessen gleichnamiger Sohn 1783 erwähnt wird.
Bozzolo, Pietro. — St. Petersburg. Geb. um
1830, t9.JuH 1907
Ein Mailänder, der im Jahre 1862 als Chorist der italienischen Oper nach St. Petersburg kam. Den
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Bradi
Brand
ner
Geigenbau scheint er schon m seiner Heimat betrieben zu haben, und so verlegte er sich auch in Rußland sehr bald ausschließlich auf die Reparatur und den Handel mit alten italienischen Geigen. Er war als Kenner sehr geschätzt, lebte ungemein sparsam und hinterließ bei seinem Tode ein großes Vermögen. Sein schönes Lager italienischer Streichinstrumente erwarb Jul. Heinr. Zimmermann, während seine Werkstatt und seine reichen Geigenholzvorräte in den Besitz von A. J. Leman übergingen.
Braglia, Antonio. — Modena. 1 790. f um 1 820
Besonders als Bogenmacher geschätzt; seine Gitarren und Bässe sind dagegen weniger wertvoll.
Brahi. — Lüttich. 1900
Geigenmacher und -händler der Gegenwart.
Braidi, Geminiano. — Modena. 1 794
Er baute Geigen und Bogeninstrumente aller Art. —
Alles aber ohne besonderes Verdienst.
Braidi, Giovanni.
1766
Modena.
Mittelmäßiger Geigenmacher, von dem ich ein großes
Violoncello und einen Baß gesehen habe. Vielleicht der
Vater Geminianos.
Geigenzettel: Johannes Braidi, protomagister / violae
majoris (sie) in C. S.""' ducis / Mutinae fecit a. 1 766
(gedruckt).
Brandillonl (Brandiglioni), Filippo. — Bres-
cla(?). 1790. 1800
Er wird von mehreren in das 1 7. Jahrhundert versetzt und soll das Maggini-Modell nachgeahmt haben. Das erstere ist falsch und das letztere nicht bewiesen. Eine Violine von ihm aus dem Jahre 1795 hat braunroten Leimlack und eine scharfe, bestimmte Hohlkehle. Die Schnecke, durch deren Mitte ein Ebenholzstift geht, ist nach Amati geschnitten, mit vertiefter, schwarz ge- färbter Mittellinie. Die Zargen sind hoch, die F-Löcher plump, aber die Wölbung ist schön. Die ganze Geige erinnerte an die Arbeit Leop. Widhalms und mehr an die Mittenwalder als an die italienische Schule; selbst das für Mittenwald charakteristische Merkmal für die Mitte der Unterzarge fehlt nicht. Da ihn Fenaroli gar nicht erwähnt, ist das »Brixiee« vielleicht auf Bnxen statt auf Brescia zu deuten.
Geigenzettel : Abb. 93.
Brandini, Fausto. — Pisa. 1 777
Seine Geigen sind nicht ungeschickt gemacht. Val- drighi (3867) schreibt den Namen Prandini, doch scheint die Schreibweise mit B die vorherrschende zu sein.
Brandini, Jacopo. — Pisa. 1789. 1807
Gehört er auch nicht zu den hervorragenden Geigen- machern, so kennt man doch einige gut klingende Violinen von ihm. Sein Modell ist nicht besonders schön, er verwandte aber im allgemeinen gutes Holz und einen ziemlich guten Lack. Der Boden ist bei ihm oft nach der Schwarte geschnitten. Nach einer Mit-
teilung gelangte die Firma Herrmann & Söhne in Berlin in den Besitz seines zufällig erhaltenen Nach- lasses, aus etwa 50 Geigen bestehend.
Geigenzettel : Abb. 74. Brandini. — Pesaro. 1660
Der älteste Geigenmacher dieses Namens, von dem es Geigen und Violoncelli gibt, die nicht ganz schlecht sind. Auch Valdrighi (3691) erwähnt ihn.
Brandl, Karl. — Budapest. Geb. in Szom- bathely 1821, f 16. April 1864
Schüler vonTischenant und Anton Hoffmann in Wien, bei dem er gleichzeitig mit Th. Gutermann arbeitete- Er hat mehrere sehr gute Geigen gemacht, auch die Londoner Ausstellung von 1862 enthielt zwei schöne Geigen von ihm, nach Stradivan und Guarnen del Gesü gebaut, von denen die letztere später in den Besitz von Louis van Waefelghem überging.
Geigenzettel: Carolus Brandl fecit ad formnm Gio. Pao. / Maggini Pestini 1863 (gedruckt).
Brandner. — Schönbach b. Eger. Geb. 29. Jan. 1814, 17. Febr. 1895
Trat als Geigenmacherssohn frühzeitig in die Werk- statt seines Vaters ein und war ein fleißiger Geigen- macher, dessen Sohn Johann auch wieder das väterliche Geschäft fortsetzt.
Brandner, Anton I. — Schönbach in B. Geb. um 1800
Innungsmeister vor. Schönbach in B.
1870.
Kommt 1826 bereits als
Brandner, Anton II. — t 1898
Ursprünglich Geigenmacher, verlegte er sich in der Folge fast ausschließlich auf das Schnitzen von Geigen- hälsen und Schnecken.
Brandner, Ignaz. — Schönbach in B. f um
1899
Ein Geigenmacher, der nur billige Geigen und Schach- teln machte.
Brandner, Johann. — Schönbach in B. Geb. in Schönbach 1849
Schüler von Anton Brandner. Durchwanderte als Ge- hilfe Deutschland und war von 1870 — 1875 bei Bausch in Leipzig, worauf er 1875 sein eigenes Geschäft be- gründete. Er baut Streichinstrumente nach allen Mo- dellen und wendet verschiedene Lackierungen an. Auch treibt er Handel mit alten Instrumenten. Außer seinen eieenen Zetteln klebt er auch solche nach dem Modell ein.
Brandner, Josef |
» Karl I Schönbach
» Wenzel )
In der Geigenindustrie ihrer Heimat noch gegenwärtig tätige Mitglieder der Familie B.
ßrandner — Braun
57
Brandner, Johann. — Mittenwald. Geb. 1835,
t 1916
Ein braver Gelgenmacher, der selbständig wenig her- vorgetreten ist, aber seines unversieglichen Humors halber sehr beliebt war, und der als Hochzeitlader und Brautführer bei allen Familienfesten seines Ortes eine gewichtige Rolle spielte.
Brandner, Kaspar. — Mittenwald. Geb.
18. Nov. 1883 in Mittenwald
Schüler der Mittenwalder Geigenbauschule unter Franz Baader. Als Gehilfe arbeitete er zwei Jahre lang bei G. Kriner in Landshut und drei Jahre in München bei Gius. Fiorini, Zunterer und zuletzt bei Sim. Rieger, nachdem er vorher m seinem Heimatsort noch das Lauten- und Gitarrenmachen erlernt hatte. Im Jahre 1904 machte er sich selbständig, baut nach Stradivari und Guarnen gute Konzertgeigen und nach italie- nischen und Wiener Modellen Lauten und Gitarren. Er ist auch in der Wiederherstellung aller Saiteninstru- mente geschickt und wurde 1896 auf der Nürnberger Ausstellung für seine Geigen prämiiert.
Geigenzettel : Kaspar Brandner / Instrumentenmacher und Reparateur / Mittenwald Nr. 125 (Bayern) [Rechts und links Medaille Prämiiert Nürnberg 1906].
w
len.
Geb.
um
1757.
Brandstätter, Ignaz. t 10. März 1791
Da er nur ein Alter von 34 Jahren erreicht hat, dürfte es nur wenige Geigen von ihm geben. Er scheint übri- gens hauptsächlich Gitarren gemacht zu haben, die aber nur von mittelmäßiger Arbeit sind. Boden und Zargen zeigen denselben schwarzbraunen Lack, der zu seiner Zeit in Wien beliebt war.
Geigenzettel : Abb. 46.
Brandstätter, Matthäus Ignaz. — Wien. Geb. um 1791, t 6. März 1851
Er wohnte Stadt Nr. 994 und legte am 3. Oktober 1817 als Lautenmacher den Bürgereid ab. Er baute sehr sauber gearbeitete Violinen nach Stradivari und verwendete einen gelben Lack mit rötlicher Schattierung. Leider ist der Ton seiner Geigen nicht so schön wie ihr Aussehen. Er war sehr fleißig, soll aber in den letzten Lebens- jahren nicht zu bewegen gewesen sein, eine seiner neuen Geigen zu verkaufen. Nach seinem Tode fanden sich in seiner Werkstatt mehrere Schubladen voll Violinen, die bis zum Lackieren fertig waren. Anton Hoffmann kaufte den ganzen Nachlaß, machte die Geigen fertig, versah sie mit Brandstätters Zettel und brachte sie in den Handel. Diese nachgelassenen Geigen sind leicht an ihrem minderwertigen Lack zu erkennen und nur halb so viel wert als diejenigen, die er selbst noch fertig ge- macht hat und die jetzt recht gut bezahlt werden. Er stand als Reparateur in großem Ansehen. Ein Re- paraturzettel von ihm in Brüssel (Mus. d. Cons. Nr. 258), ein ebensolcher in einer theorbierten Laute von Pradter, die sich in der Sammlung alter Musik- instrumente in Wien, Burgring 5, befindet. Ein Johann
Brandstätter, der von 1840 bis 1855 in Wien gelebt haben soll, hat nicht existiert.
Geigenzettel : Mathäus Brandstätter in Viennae / repa- ravit Anno 1817 (gedruckt) und Abb. 47.
Branzo, Francesco Barbaro. — Padua. 1 620. 1 660
Das Wort »Barbaro« dürfte die Heimat dieses Meisters andeuten. Ein Calascione (beliebtes neap. Volksinstru- ment) in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin, Nr. 723 (von 1620), S.Abbildung Bd. I Seite 54. Bei Vidal wird nur der Name mit der Jahres- zahl 1660 erwähnt. Erscheint also nur die aus diesem Jahre stammende Gamba von ihm in der Sammlung Correr gekannt zu haben. Valdnghi nennt ihn Bronzo- Barbaro (3693).
Brater s. Pradter
Bratti, Cesare. — Florenz. 1882
Er soll nicht ungeschickt gewesen sein ; da er aber in seine Geigen gerne fremde Zettel geklebt hat, findet man seinen Namen sehr selten.
Braun, Adam. — (Mark-)Neukirchen. 1697
Sein Name wird als der eines Stiefsohnes und Schülers von Komelius Kretzschmar überliefert. Da er keines Meisters Sohn war und die vorgeschriebene Wanderzeit nicht erledigt hatte, wurde er erst auf ein an den Landes- herrn gerichtetes Gnadengesuch hin am 17. Okt. 1697 als Meister in die Zunft aufgenommen. Er ist wahr- scheinlich der Ahnherr der noch bestehenden Familie, seine Söhne und Enkel scheinen jedoch nicht Geigen- macher gewesen zu sein.
Braun, Anton. — Budapest, Szegedin, Belgrad. Geb. 1847, t 5. Okt. 1901
Schüler von Placht in Wien und Ferd. Jos. Homolka in Kuttenberg. Er hielt sich nur kurze Zeit in Budapest auf, ging dann nach Szegedin und ließ sich um 1887 in Belgrad nieder, wo er Königl. Serbischer Hofinstru- mentenmacher wurde. Er war auch ein tüchtiger Mu- siker und wahrscheinlich der Vater von Johann und Michael Braun.
Geigenzettel : Antonius Braun / fecit Beigradi 1890 (ge- druckt). — Reparavit / Ant. Braun Beigradi / 1882 (ge- druckt).
Braun, August Hermann. — Markneukirchen.
Geb. 11. Dez. 1868
Schüler von Karl Wilhelm Keßler, bei dem er seit 1882 lernte. Als Gehilfe arbeitete er bei verschiedenen Meistern und machte sich 1892 selbständig. Im Jahre 1896 trat er bei der Firma Karl Gottlob Schuster ein und gründete deren Werkstatt für Kunstgeigenbau, die er durch 22 Jahre leitete. Im Jahre 1918 richtete er seine eigene Werkstatt ein und baut sehr sorgfältig aus- geführte Violinen und Violoncelli nach italienischen und Tiroler Meistern, die sich sehr schnell Eingang in Künst- lerkreisen verschafften. Er verwendet einen guten äthe- rischen Ollack. Besonders wird auch seine Geschicklich- keit im Wiederherstellen alter Meistergeigen gelobt. Geigenzettel: Gebaut im Jahre 19 . . / von Aug. Her- mann Braun / Lauten- und Geigenbaumeister / Mark- neukirchen i.'S. No. 855.
58
B
raun
-B
renner
Braun, August Robert. — Erlbach. 19. Jahrh.
Er soll nach Spremberg gezogen sein, war aber dort nicht zu ermitteln.
Braun, August Wilhelm. — Markneukirchen. Geb. in Erlbach 1819, f 30. Okt. 1869,
50 Jahre 23 Tage alt
Ließ sich anfangs der fünfziger Jahre in Markneu- kirchen als Geigenmacher nieder und baute billige Geigen für den Ausfuhrhandel.
Braun, Ernst Moritz. — Markneukirchen. Geb. in Erlbach 27. Dez. 1848
Sohn von Aug. Wilh. Braun. Geigenmacher der Gegen- wart.
Braun, Gustav. — Düsseldorf, Dresden, Lü- beck. Geb. in Erlbach 7. Febr. 1 846, f Ostern
1896 in Lübeck
Sohn von Aug. Wilh. Braun. Er war ursprünglich Bratschist; da er jedoch Geigenmacherssohn war, interessierte er sich für den Geigenbau, und als er in Hannover Gelegenheit gehabt hatte, bei einem Geigen- macher Unterricht zu nehmen, begann er bald darauf in Düsseldorf, in seiner freien Zeit Geigen zu reparieren. 1872 siedelte er nach Dresden über und 1895 nach Lübeck. Er besaß theoretische Kenntnisse und be- schäftigte auch zeitweise Gehilfen. Die von diesen an- gefertigten Geigen tragen seinen Zettel. Geigenzettel : Repariert von Gustav Braun / Düsseldorf 1869 (gedruckt). Gustav Braun /Dresden 18 . . (geschr.).
Braun, Johann. — Szegedin. Geb. in Nagy SzentMiklos 1860
Als C.W.Richters Nachfolger ließ er sich 1883 in Szegedin als Geigenmacher und Optiker nieder. Er soll bei Ig. Lutz in Wien gearbeitet haben und unterhält eine Werkstatt. Auf der Szegediner und Torontäler Gewerbeausstellung sowie auf der Budapester Millen- niumsausstellung erhielt er Medaillen.
Geigenzettel: Joannes Braun fecit / Szegedini 1895 (gedruckt).
Braun, Joseph. — Mittenwald. 1914
Er gilt als guter Violoncellomacher, arbeitet aber auch als Zimmermann.
Braun, Michael. — Szegedin, Klausenburg.
1891. 1896
Geschickter Geigenmacher der Gegenwart. Er arbeitet nach Guarnen und Stradivari, verwendet einen gold- rötlichen Lack und liebt dicke Einlagen.
Geigenzettel: Braun Michael / Szegedin 891 (geschr.).
Braun, Wilhelm August. — Markneukirchen. Geb. 18. Juni 1855 in Markneukirchen
Sohn von Aug. Wilh. Braun. Gelgenmacher der Gegen- wart.
Brauner, Johann Josef. — Wien. 1749. 1761
In den Wiener Steuerbüchern kommt er von 1750 bis 1758 vor. Im letzten Jahre mit der Bemerkung: »Wegen seiner Abreisung von hier der Steuer und des Bürger- rechts entlassen worden«. Er wohnte im Schotten viertel und legte am 4. Juli 1 749 den Bürgereid ab. Er wird zuletzt erwähnt mit der Bemerkung : »Vermög Ver- ordnung dd° 29. May 1758 der Bürgerpflicht entlassen und das Bürger Zettel zurückgegeben worden.« Doch kommen noch Geigen mit der Jahreszahl 1761 von ihm vor. Auf seinen Zetteln gebraucht er abwechselnd bald den Taufnamen Johann, bald Josef, selten beide zu- sammen.
Geigenzettel : Abb. 40.
Brauns, Carl Friedr. Wilh. — Hamburg. 1798
Er wird als »Instrumentenmacher« am 12. Okt. 1798 Bürger von Hamburg, ist aber sonst nicht bekannt.
B
reazzano s
Bri
riazzano
Breckinridge, John. — Glasgow. Geb. 1790 in Parkhead bei Glasgow, f 1840 in Glas- gow
Er war von Hause aus Weber und besaß später einen Krämerladen ; dabei machte er fleißig Geigen, die recht gut nach Amati gebaut sind. Sein (Splritus-)Lack ist gelb oder dunkelbraun. Der Ton ist angenehm, aber nicht groß.
Geigenzettel: John Breckinridge Maker Parkhead 1834 (geschrieben).
Breiling, Andreas Ludolph (Ludwig). — Göt- tingen. 1801. 1829
Er wurde am 21. September 1801 zum Bürger ange- nommen, aber erst am 29. April 1829 als solcher ver- eidigt. Da ihm dabei die Gebühren erlassen wurden, kann man annehmen, daß er in beschränkten Verhält- nissen lebte. Trotzdem war er ein sehr geschickter Lautenmacher, der ebenso originell als sauber arbeitete. Eine Laute von ihm aus dem Jahre 1803 trug die Nr. 132.
Geigenzettel: A. L. Breiling in Göttingen ,' fecit 1802 No. 121 (?) (geschrieten).
Breitenberger, Ludwig, lebt als Instrumenten- macher in München Bremitz, Giuseppe. — Tnest. 1895
Unbedeutender Geigenmacher aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts, der wohl nur von Fabriken her- gestellte Schachteln verarbeitete.
Brenner, C. — Gefle. 1804
Man kennt einige Reparaturen von ihm, es ist aber wahrscheinlich, daß er ein Musiker war, der nur ge- legentlich Ausbesserungen vornahm.
Geigenzettel: Reparerad 1804 C . . . Brenner, Gefle (gedruckt).
Brensio — Brinckmann
59
Brensio (Brensius, Brinsius), Antonio. — Bo- logna. 1592
Vielleicht der Vater oder Sohn von Girolamo. Eine Lira da Gamba von ihm besitzt W. Heyers Musikhistonsches MuseuTi in Köln (Nr. 782).
Geigenzettel : Antonino Brensius Bononi (gedruckt). — Antonius Bononiensis (geschrieben).
Brensio, (Girolsmo) Hieronymus. — Bologna 16. Jahrhundert
In einer nicht datierten Viola da Eraccio im Museum des »Liceo filarmonico« in Bologna findet sich der Name dieses Meisters. Vidal teilt die Maße des fünf- saitigen Instruments, das für die Geschichte des Gei- genbaus sehr bemerkenswert ist, mit.
Geigenzettel : Abb. 89.
Brenzoni, Pietro. — 1902
Italienischer Geigen macher unserer Zeit.
Bresa (Brosa?), Francesco. — Mailand. 1708
Vidal ergänzt den Namen der Stadt, die auf einem Originalzettel nicht ganz leserlich war, wohl richtig, wenn er Milano lesen will, wofür auch »alla scala« zu sprechen scheint. Das zu dem Zettel gehörige Instru- ment ist übrigens verschwunden und Werke von F. Bresa sonst nicht bekannt geworden. Vgl. auch Brossa. De Piccolellis bezeichnet ihn als einen mittelmäßigen Mailänder Geigenmacher.
Geigenzettel : Francesco Bresa fece alla Scala in Mil . . 1 708 (gedruckt).
Bressano, Baptista. — ? 16. 17. Jahrhundert
Eine Pochette im Museum des Liceo filarmonico in Bologna trägt diesen Namen. Sie ist wahrscheinlich Brescisner .Arbeit, in welchem Falle das Wort Bressano wohl als Heimatsbezeichnung angesehen werden muß.
Breton, Fran^ois. — Mirecourt. Geb. in Mire- courtum 1750, f 1830
Seine Arbeit ist zwar nicht künstlerisch, aber immerhin recht sauber. Er bevorzugte ein großes Modell und verwandte meist hellgelben Lack. Da er viele Arbeiter beschäftigte, sind seine Geigen nicht selten ; man muß sich jedoch trotzdem vorsehen, denn abgesehen davon, daß seine Firma auf eine Mirecourter Fabrik überging, die noch immer seinen Zettel m ganz neue Instrumente klebt, ist er auch norh vielfach nachgeahmt worden. Es geht ihm beinahe so wie der deutschen Famihe Hopf. Sie erhob sich nicht über handwerksmäßige Mittel- mäßigkeit und wird doch fortwährend von einer urteils- losen Menge zum Vorbild senommen. — Er ver- wendete auch den einen Brandstempel, dessen letzte Zeile häufig fehlt. — .'Xuch als Bogenmacher hat er sich betätigt.
Geigenzettel: Abb. 71 und 79.
Breton, Joseph Fran^ois.
1740. 1815 (?)
Paris, Mirecourt.
Ein Mirecourter Meister, der vielleicht wirklich vor- übergehend in Paris ansässig war, obwohl das Fehlen
einer näheren Wohnungsangabe zu Zweifeln m dieser Hinsicht berechtigt. Seine Arbeiten zeichnen sich nicht aus und werden häufig mit denen von F. Breton ver- wechselt, wozu die '\hnlichkeit der Modelle einigen Anlaß gibt. Es ist auch nicht ganz sicher, welcher Breton den Brandstempel : Breton Luthier ä Paris be- nutzte. Eine Violine von ihm befand sich in der Samm- lung Snoeck (Nr. 522).
Geigenzettel: J. F. Breton, citharae fabri- ' cator, faclt , vendit et recon- cinat instrumenta musica omnis / generls. Parisiis anno 1780 (gedruckt).
Gleichlautende Zettel kommen von 1740 — 1780 häufig vor. doch fand sich ein solcher Zettel auch in einem Violoncello mit der Jahreszahl 1815 vor. Ob er dieses noch selbst gemacht hat, oder ob der alte Zettel mit neuer Jahreszahl von einem Werkstattnachfolger ge- braucht worden ist, müßte erst festgestellt werden.
Breton s. auch Le Breton
Breuling s. Breiling
Briano, Fran<;ois. — Nizza. 1900
Musikinstrumentenmacher und -händler der Gegen- wart.
Bnazzano (Breazzano) s. Brizzano
Briere, Paschal. — Rouen. Anfang des 1 S.Jahr- hunderts
Er wohnte in der Rue du Petit Pults (Pfarrei St. Michel), scheint aber nur wenig Zuspruch gehabt zu haben.
Briggs, James William. — Glasgow. Geb. 9. Juli 1855 m Wakefield
Schüler von William Tarr, machte sich 1876 selb- ständig und baut sowohl nach Stradivan und Guarneri als auch nach einem eigenen Modell, wobei er einen Bernsteinöllack verwendet. Seine Geigen und Bässe sind vorzüglich gearbeitet, und schon 1891 erhieltereine goldene Medaille dafür. Er ist auch als Händler mit alten Instrumenten bedeutend und wohnte um 1890 u. 1891 in Leeds. Seine Biographie veröffentlichte Meredith-Morris in »The Strad« 1902 Nr. 142.
Geigenzettel: James William Briggs Glasgow 19. . (gedruckt).
Brinckmann, Franz Georg. — Frankfurt a. M. Geb. 1 799 in Frankfurt a. M., f daselbst nach 1845
Er war der Sohn eines Musikers, von dem er wohl die ersten Unterweisungen erhielt. Später kam er zu einem Schreiner in die Lehre und wurde 1829 auch als Schreinermeister zum Bürger aufgenommen. Er ver- legte sich jedoch ganz auf den Instrumentenbau und brachte es dann zu bemerkenswerter Geschicklichkeit, so daß er für eine Geige gern 100 fl. bekam. Mit Vor- liebe baute er jedoch Gitarren und war stolz darauf, hierfür von Paganini belobt worden zu sein. Er hat auch einen Mechanismus erfunden, der das häufige Ver- stimmen der Gitarren verhüten sollte. Instrumente mit diesem Mechanismus nannte er >>Korrektionsgitarren«. Sehr geschätzt waren seine übersponnenen Saiten.
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Britsen — Brown
Britsen, Georgius. — Antwerpen. 1613
Schüler des Bildhauers Melchior Ykens. Er ist freilich nur als Clavecinmacher bekannt. Auch sein Sohn und sein Enkel gleichen Taufnamens kommen 1654 — 1659 und 1675 im gleichen Berufe vor, doch wurde mir von einem Händler vor längerer Zeit eine schön geschnitzte Theorbe mit dem eingeschnittenen Namen »Britsen« angeboten, so daß anzunehmen ist, daß auch m dieser Familie die Lautenmacherei wenigstens nebenbei be- trieben wurde, wenn der Name nicht etwa nur den einstigen Besitzer andeutete.
Brizzano (?), Vincenzo. — Foggla. 1860
Der Name war nicht sicher leserlich, aber die Geige, die ihn trug, recht gut, ja besser als viele von seinen italienischen Zeitgenossen.
Broberg, Carl Johan. — Gothenburg. 1 769. 1 793
Er war vermutlich ein Schüler von Jacob Hellman in Engelholm^) und wurde im Jahre 1 769 als Geigen- und Musikinstrumentenmacher in Gothenburg zugelassen. Er war fleißig und baute alle Arten von Streich- und Rupfinstrumenten. Er verwendete geschriebene und gedruckte Zettel und gelegentlich auch eine Brand- marke. Arbeiten von ihm haben sich im Privatbesitz mehrfach erhalten.
Geigenzettel : Carl Joh. Broberg / Götheborg Anno 1 774 (gedruckt).
Brechet (Broche) s. M. Snoeck
Brock, Alfred Nilsson. — Stockholm. Geb.
15. April 1876
Sohn und Schüler von N. Nilsson in Malmö. Am 1. Oktober 1900 eröffnete er in Stockholm seine eigene Werkstatt und ist jetzt dort Geigenmacher der König- lichen Hof kapelle und des Musikhistorischen Museums.
Brocsko (Brotsko), Karl. — Budapest, f 1858 Schüler von Teufelsdorter. Seine nach Amati gebauten Geigen sind in ihrer Arbeit, im Lack und im Ton recht lobenswert.
Geigenzettel : Carolus Brotsko fecit / Pestini 1 85 1 (ge- druckt).
Brooley, Charles. — London. 1885 Gitarren- und Banjomacher.
Bronzo s. Branzo
Brookfleld, Edward. — Southport. 1890. 1900
Er baut nach Guarneri und Stradivari und verwendet ÖUack von gelber und orangeroter Farbe. Die Firma heißt jetzt Brookfield & Co. Geigenzettel: Edward Brookfield (geschrieben).
Broomley, Ch. H. — New Haven
Amerrkanischer Geigenmacher der Gegenv.'art.
Broquet, lebte Ende des 19. Jahrhunderts In Dunkerque (Dep. Nord)
Broschi (Brocchi), Carlo. — Parma. 1 730. 1 744
Wenig bekannter Geigenmacher, über den sich nichts ermitteln ließ. Eine zweifellos echte, vom Wurm stark angegriffene Violine (kleines an Nie. Amati erinnerndes Modell, hübsche F-Löcher, kleine Schnecke), trug den Zettel : Carlo Broschi / in Parma fecit 1 732. Ein gleich- namiger Geigenmacher lebte noch in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Der Name wird auch Braschi gelesen.
^) Was Hedvig Boivie, Amanuensis am Nordischen Museum in Stockholm, in ihrem hübschen Aufsatz über die schwedischen Geigenmacher in der Mus. Zeitschr. »Fataburen« 1921, S. 64 mit aller Vorsicht sehr wahr- scheinlich macht.
Brosig. — Neiße. 1910
Wurde nur als Reparateur genannt.
Brossa (Brosa, Bresa), Francesco. — Mailand.
1700
Eine Violine mit seinem Namen erinnert an die Bres- cianer Schule und hat orangeroten Lack. Ich bin ge- neigt, diesen Francesco Brossa mit Francesco Bresa zu identifizieren; es wäre nur festzustellen, welche Form des Namens die richtige ist. Eine Geige von ihm be- findet sich in Freiburg i. B.
Geigenzettel: Francesco Bro'-a fece / dalla Scala in Mano / 1700 (gedruckO.
Brouaux. — Bar-le-Duc. 1860. 1890
Beschäftigte sich hauptsächlich mit Wiederherstellungs- arbeiten.
Brown, Alexander. — Glasgow. 1855. 1860 Er baute nicht ungeschickt nach Stradivari und ver- wendete Spirituslack.
Geigenzettel : Alex. Brown Maker, / Glasgow, 1 857 (geschrieben).
Brown, Anthony. — London. 1855
Er soll ein Schüler von Morrison oder Panormo ge- wesen sein und war besonders als Gitarrenmacher ge- schätzt. Er wohnte um 1855 in der Rosamond st., Clerkenwell.
Brown, James (sen). — London. Geb. vor 1759, t vor 1834
Er war ursprünglich Seidenweber und erlernte erst im Jahre 1804 bei Thomas Kennedy den Geigenbau, er- öffnete dann in der Wheeler st. ,Spitalfields' seine eigene Werkstatt als Geigenmacher und Reparateur und be- tätigte sich als geschickter Meister.
Brown, James (jun.). — London. Geb. im Nov.
1786, t 1860
Sohn und Schüler von James B. sen. Ursprünglich sollte er nur Bogen macher werden und erlangte darin eine besondere GeschicklicKkeit. Nach dem Tode seines Vaters verlegte er sich dann mehr auf den Geigenbau und leistete auch darin Beachtenswertes. Auch sein Sohn war zum Geigenmacher bestimmt.
Brown — Brusere
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Brown, John. — Melbourne. 1880
Ein australischer Geigenmacher der Gegenwart, der auf der Melboumer Ausstellung den dritten Preis erhielt.
Brown, W. J. — Melbourne
Erhielt 1880 einen Ausstellungspreis für vorzügliche Reparaturen. Die Firma heißt jetzt W. J. Brown & Son.
Browne (Brown), John. — London (Cornhill).
1680. 1743
Er führte die Hausmarke *at the Black lyon«. Das Selhofsche Auktionsverzeichnis weist eine Viola da Braccio von ihm auf. Seine Violinen gehen auf ein Amatimodell zurück, erinnern aber auch an Stainer.
Brubac, Antoine. — Rouen. Geb. in Mire- court 22. Jan. 1847, f in Rouen 1894
Ein tüchtiger Meister und verdienstvoller Leiter der bekannten A. Kleinschen Geigenbauwerkstatt. Seine Geigen tragen den Namen der Firma Klein.
Brubac, Charles. — Paris. Geb. in Mirecourt 21. Mai 1853
Bruder von Antoine B. Er arbeitet seit 1877 bei Gand & Bernardel (jetzt Caressa & Franjais) und erhielt 1897 in Brüssel eine goldene Mitarbeitermedaille.
Brücken-Hammig, Christian August. — Mark- neuklrchen. Geb. 14. Okt. 1833, f 19. Dez. 1885
Er selbst war hauptsächlich Baßmacher, aber er be- schäftigte in seiner Werkstatt viele Geigenmacher, hielt auf saubere Arbeit und besaß viele Ausstellungs- preise.
Brücken-Hammig jun., Max. — Markneu- kirchen 1897
Streichinstrumentenmacher der Gegenwart, von dem ein 1897 ausgestelltes Quartett nach Stradivari Beifall verdiente.
Brückner, Ernst Max. — Geb. 30. Mai 1875 Geigenmacher der Gegenwart.
Markneukirchen.
Brückner, Ernst Richard. — Markneukirchen. Geb. 5. Nov. 1867 Geigenmacher der Gegenwart.
Brückner, Ferdinand (Nändor). — Budapest. 1874. 1900. Geb. 1848
Schüler von Mönnig. Im Jahre 1874 begründete er in Budapest sein Geschäft, in welchem er stets eine Reihe von Gehilfen beschäftigt hat. Unter seinen Streich- instrumenten werden besonders seine Bässe gelobt;
auch fertigt er gute Schlaginstrumente (Cymbal) an' Als Gehilfe arbeitete er vor 1874 bei J. W. Schunda.
Geigenzettel : Brückner Nändor ,' hangszer keszitö / Budapest , Raktar: Magyar utcza 4. sz. (gedruckt).
Brückner, Franz. — Berlin, New York. 1879. 1892
Er ließ sich zuerst in Berlin nieder und ging im Anfeing der neunziger Jahre nach New York.
Brückner, Heinrich Albin. — Markneukirchen. Geb. 2. März 1855
Geschickter Geigenmacher der Gegenwart, der auch als Lehrmeister erfolgreich gewirkt hat.
Mark
neu-
Brückner, Heinrich August, kirchen. Geb. 6. Sept. 1856 Geigenmacher der Gegenwart.
Brückner, Richard. — London. 1886. 1906
Bruder von Franz Br. ; er hat eine Zeitlang in Berlin gearbeitet und ist dann nach London übergesiedelt, wo er namentlich als Reparateur geschätzt wird. Der Ton seiner Geigen findet Anerkennung.
Geigenzettel : repaired at R. Brückner / London Septbr. 1892 (gedruckt).
Brückner, W. — Erfurt. 1900
Wurde mir nur durch seinen Zettel bekannt.
Geigenzettel: W.Brückner, Geigenbauer / Erfurt. / Instrumenten- und Saitenhandlung / 1 900 (gedruckt).
Bruders, Johann August Christof. — Tanger- münde. 1829
Er soll bei A. Zabel gelernt haben. In den Akten wird er als Instrumentenmacher bezeichnet.
Brugere, Charles -Georges. — Paris. Geb. 10. Nov. 1865 in Mirecourt
Sohn von Charles Joseph Br. und Schüler von Etienne Drouin m Mirecourt. Er arbeitete als Gehilfe bei Blan- chard in Lyon, bei P. Bailly und bei Gand & Bernardel und übernahm am 22. Sept. 1892 die alte Werkstatt der Familie Henry in der Rue St. Martin. Er arbeitet unge- mein sorgfältig, so daß er in jedem Monat nur eine Geige fertig bekommt, die er nach Stradivari baut und mit einem gelben bis goldroten Lack versieht. Nur in die Geigen, die er vollkommen allein fertigmacht, ■ klebt er seinen Zettel. Er besitzt bereits mehrere silberne Medaillen und eine goldene (Lüttich 1 905) und war auch 1900 auf der Pariser .Ausstellung gut ver- treten. Eine Verbesserung der Klangfarbe des Kontra- basses ist ihm durch Änderungen in der Bauart recht wohl gelungen.
Geigenzettel: Abb. 51. 65, 94.
Brugere, Charles-Joseph. 1842, t 1876
Mirecourt. Geb.
Nur als geschickter Gitarrenmacher hervorgetreten. Seine Arbeiten tragen seinen Namen als Brandmarke.
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Brugere — Bubenik
Brugere, Charles -Malakof f. — Marseille. Geb. 1857, f 1894 In Mirecourt
Ältester Sohn von Fran<;ois B., arbeitete lange Zeit bei Hei in Lille und ließ sich dann in Marseille nieder, wo er über 100 gute Geigen baute, deren Wert vor dem Kriege auf durchschnittlich 200 fr. geschätzt vvurde.
Geigenzettel : Abb. 62.
Brugere, Franq:ols. — Mirecourt. Geb. 1822, t 1874 in Mirecourt
Bruder von Charles- Joseph Br. Nachdem er unter Pierre Silvestre und unter Daniel in Marseille gearbeitet hatte, kehrte er nach Mirecourt zurück, wo er haupt- sächlich für Derazey tätig war. Er hatte drei Söhne, die sämtlich Geigenmacher wurden, aber nur Charles- Malakoff B. machte sich selbständig.
Brugere, Joseph-Napoleon. — Mirecourt. Geb.
um 1859
Z-.veiter Sohn von Fran(;^ois Br. Gilt als sehr gesuchter
Baßmacher.
Brugere, Michel. — Paris. Geb. 1864 in Mire- court
Dritter Sohn von Franc. B. und seit 1893 Werkführer bei Charles-Georges Br., ein besonders tüchtiger Re- parateur.
Brugger, Michael. — Salzburg. 1822. 1824
Er war eigentlich kein Geigenmacher, sondern Tischler. Ob er neue Geigen gebaut hat, ist nicht bekannt, wohl aber war er als Reparateur viel beschäftigt, da zu seiner Zeit kein Geigenmacher in Salzburg ansässig war. Eines der Instrumente im städtischen Museum Caro- llno-Augusteum in Salzburg trägt einen Reparatur- 7ettel von ihm aus dem Jahre 1824.
Brunner, Franz. — Wien. Anfang des 1 9.Jahr-
hunderts
Der Erfinder der sog. »Harpe amphionique«, einer kleinen Pedalharfe, die man auf dem Schoß halten konnte. — Eine Harfe von Ihm besitzt das k. k. öster- reichische Museum für Kunst und Industrie in Wien. Er hat auch Gitarren, schwerlich aber Geigen gemacht.
Brunner, J. — Dübendorf (K. Zürich). Gegr. 1860. 1895
Streichinstrumentenhandlung und -fabrikatlon.
Brunner, Martin. — Olmütz. Geb. 1724,
t 26. Febr. 1801
Ein guter Meister, der wahrscheinlich bei J. Strobl ge- lernt hatte und sorgfältig nach der Form baute. Hohe Stalner-Wölbung und gelber Spirituslack sind für ihn charakteristisch. Der Ton seiner Gelgen Ist recht an- sprechend. Statt der Schnecke brachte er am Wirbel- kasten gerne einen schön geschnitzten Hundekopf an. Er brachte es trotzdem zu keinem Vermögen und starb im Hause Nr. 565 in bitterster Armut. Ein Kontrabaß
von ihm befindet sich als Inventarstück auf dem Chor der Pfarre St. Moritz in Olmütz. Gelgenzettel: Martin Bruner, Lauten- und Geigen- macher in Ollmütz 1771 (gedruckt).
Bruno, Carlo Colombo. — Turin. Geb. 1 6. Mai 1872 in Caltanisetta (Sizilien)
Er kam frühzeitig nach Turin, wo er lernte und 15 Jahre lang als Gehilfe arbeitete, worauf er seine eigene Werkstatt eröffnete. Er baut vorzugsweise Geigen und Violoncelli nach Stradivari, die er mit einem fetten, rot- braunen Öllack versieht, ferner auch gute Mandolinen. Seine Geigen sind sauber gearbeitet und gut im Ton. Er erhielt In Turin 1898 eine goldene und 1900 in Paris eine Bronzemedaille und in Marseille einen großen Preis. Geigenzettel : Abb. 33 und 60.
Bruno, Nicola. — Bologna. 1 727
In einigen Gelgen findet sich der Name dieses auch von Valdrlghl (4052) erwähnten Meisters.
Brunskill, J. — Newcastle-on-Tyne. 1900
GeigenmacHer, -lehrer und -händler der Gegenwart.
Brustgrün, M. C. — Flensburg. 1862
Ein Holzblasinstrumentenmacher, der auch Geigen repariert hat.
Brynildsrud, Lars Larsen. — Moß (Norwegen). Geb. 4. dem Hofe Brynildsrud im marken (Norwegen)
Schüler von Lars Grinager, bei dem er von 1887 — 1889 arbeitete. Er Heß sich darauf In Kongsvinger als Geigen- macher nieder und stellte ein von Ihm gebautes Quar- tett in Paris aus. Von der Regierung erhielt er dann ein Reisestipendium, arbeitete nach seiner Rückkehr in einer Orgelfabrik in Chrlstlanla und ließ sich 1895 als Orgelbauer In Moß nieder. Bis dahin führte er nur den Namen nach dem Taufnamen des Vaters, also Lars Larsen, und legte sich nun noch den Namen seiner Ge- burtsstätte zu. Er hat ziemlich viele Streichinstrumente gebaut und beschäftigt sich noch immer eifrig mit dem Studium des Geigenbaus, wenn seine Haupttätigkeit jetzt auch der Orgel gewidmet ist.
Bubenik, Joh. Bapt. — Prag. Geb. 21. Juni 1 800 in Hrusic bei Mnichovic, f 1 9. Jan. 1 836
in Prag
Schüler von Caspar Strnad, dessen Werkstatt er nach dem Tode des Meisters übernahm. Er war mit Karo- line, der Tochter des Musikers Scharoch, mit der er am 17. Mal 1826 In der Kirche Maria Schnee getraut wurde, verheiratet und wohnte in der (jetzigen) Ferdi- nandsstraße (Ferdinandovä tl'ida) Nr. 9-19. Er arbeitete nach den Modellen Strnads; nur nahm er die Wölbung in der Mitte der Decke runder; da er aber verhältnis- mäßig jung starb, hat er nicht allzuviel Geigen gebaut. Geigenzettel : Johann Bubenik / Fecit Pragae Anno 1 829 (gedruckt).
Kongsvinger.
Juli 1859 auf
Amte Hede-
Bucharin — Buchstetter
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Bucharin, Iwanowitsch. — Kasan. 1914
Sohn des geschickten Holzschnitzers Iwan Dimitro- witsch B., der sich schon mit der Ausbesserung alter Musikinstrumente beschäftigt hatte. So war er frühe auf den Geigenbau hingewiesen und hat es darin zu einer bei seinen Landsleuten sehr gerühmten Geschick- lichkeit gebracht. Er arbeitet sehr sauber nach Amati und Stradivarl und verwendet einen guten, dunkel- gelben Ollack.
Buchenberg (Buckenberg), Mattheus. 1592. 1619
Rom.
Der Name kommt in allerlei entstellten Formen vor: Bückenburg, Buechtenberg und italienisch sogar Matteo Boccaber. Er selbst schrieb sich Bucchenberg; in Urkunden heißt er manchmal auch Bucherberg (1606). Er war deutscher Abkunft und ein berühmter Lautenmacher. Baron schreibt von ihm: »Man hat die vortrefflichsten Theorben von ihm, die nur zu finden seyn. e. g. Oval rund, von einer sehr proportionierlichen Größe, und von einem sehr delikaten, durchdrmgenden metallenen Ton. Wer das Glück hat, von diesem be- sonderen und vortrefflichen Meister etwas zu besitzen, der kann nur solches als ein wahres Kleinod von Instru- menten aufheben. Das Dach oder die Decke ist ins- gemein mit drey Sternen nach römischer .\rt geziehret, damit sie den Ton gut auswerf fen können.« — (Vgl. auch V. d. Straeten, B. VI, S. 516. 517.) Im Jahre 1592 heiratete er Virginia, die Tochter des Lautenmachers Pietro de Albertis. Eine Theorbe von ihm aus dem Jahre 1608 besitzt .Mfr. Keil in Lissabon, ein Chitarrone von 1614 das Victoria- and Albert-Museum in London.
Bucher, Ignaz Johann (I). — Wien. Geb. in Wien 1828, t ll.Juh 1881
Schüler seines Vaters Johann B., dessen Geschäft er 1856 übernahm. Er war ein sehr tüchtiger Geigen- macher, der u. a. für ein nach Stradivari gebautes Quartett, dessen guter und starker Ton auffiel, im Jahre 1873 die Verdienstmedaille erhielt. Er baute auch verschiedene andere Saiteninstrumente, von denen namentlich seine Gitarren sehr beliebt waren. Als in den sechziger Jahren die Zither populär wurde, ver- legte er sich ganz auf den Bau dieses Instruments und brachte es darin bald zu großem Rufe.
Geigenzettel : Abb. 48.
Bucher, Ignaz Joh. (II). — Wien VII. Geb. In Wien 1859
Schüler seines Vaters Ign. Joh. B. I, dessen Geschäft er 1881 übernahm. Er arbeitete eine Zeitlang als Ge- hilfe in Markneukirchen und setzt jetzt die Traditionen des ererbten Geschäftes, das neun Medaillen besitzt, in würdiger Weise fort. Er baut seine Geigen meist nach Stradivari, die übrigen Instrumente (Zithern, Gitarren usw ) n-ich eigenen Modellen und verwendet Spintus- und Öllack. Mit dem Geschäfte ist jetzt auch eine Saitenfabrik und eine Musikalienhandlung verbunden.
Gcigenzettel: Ig. Joh. Bucher / VII Zollergasse 22 ,' Wien (gedruckt).
Bucher, Johann. — Wien. Geb. 1792 zu Hammerschwang in Württemberg, f in Wien
1856
Er kam als Knabe nach Wien zu J. G. Stauffer in die Lehre, gründete bereits 1816 sein eigenes, heute noch blühendes Geschäft und brachte es bald zu Ansehen, sodaß er schon in den dreißiger Jahren in Schuberths Lexikon unter den hervcrragerden neueren Geigen- machern aufgeführt wird. Hauptsächlich verlegte ersieh auf den Bau von Gitarren, die er nach Legnani, Stauffer u. a. baute und in großer Zahl auch an die Wiener Händler verkaufte.
Geigenzettel : (Schwebender, Gitarre spielender Engel ) Johann Bucher Guitarremacher in der Stadt. Schul- tergasse am Judenplatz N° 403 , in Wien (Abb. 70).
Bucher. Michael. - Halle (Hall?). 1729
Eine Arbeit von ihm besitzt das Museum in Darmstadt (Nr. 499).
Buchner
Eine Geigenmacherfamilie, von der gegenwärtig selb- ständig tätig sind : Anton B., Emanuel B. und Wenzel B. in Schönbach und Josef B. in Steingrub. Der Klavier- macher Carl Conr. B. (geb. 1778) in Sondershausen gehört einer anderen Familie an.
Buchstetter, Christoff Andre. — Stadtamhof. 1741
Wahrscheinlich der Vater von Gabriel David B. Er arbeitete nach G. da Salö und nennt sich »Bürger, Landen und Geigenmacher«.
Buchstetter, Gabriel David. — Stadtamhof bei Regensburg. 1752. 1771
Seinerzeit galt er für einen der besten deutschen Meister, und selbst Spohr spielte auf seinen Konzerten nur eine »Buchstetter«, bis ihm der Zufall in Münster bei Kolmar seine »Lupot« in die Hand fallen ließ. Buchstetter war fleißig und galt für sehr wohlhabend. Seine besten Geigen sind lang und schmal, haben flache Wölbung und eigenartige F-Löcher, die etwas an Amati erinnern. Die Arbeit ist gut, stellenweise sogar sehr sorgfältig; nur in der Wahl des Holzes war er nicht allzu wählerisch und verarbeitete gern hartjähriges Tannenholz, was den Ton scharf machte. Weniger gut war ursprünglich sein Lack, der über einer braunen Beize aufgetragen erscheint. Später verstand er aber ■ einen schönen, feurigen Lack von guten Eigenschaften und gelber oder gelbroter Farbe herzustellen. Auch seine Schnecken sind oft schön gestochen. Er machte Geigen und Lauten aller Art, und Arbeiten von ihm kommen noch ziemlich häufig vor. Eine Chorlaute be- sitzt das Germanische Museum in Nürnberg, zwei Violinen das Stift St. Florian in Obcrösterrelch. Es gibt auch eine Anzahl hochgewölbter Geigen (mit tiefer, breiter Hohlkehle, kurzen, geschweiften F- Löchern mit eiförmigen Endpunkten, gutem Lack, aber schlechter Schnecke), in denen statt Gabriel David nur Gabriel Buchstetter zu lesen ist. Man hat daher zwei Geigenmacher unterscheiden wollen. Wahrscheinlich
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Buchstetter — Burekart
hat er seine billigen Geigen in den gangbaren deutschen Formen und bessere nach italienischem Vorbild ge- macht. Eine Violine von ihm mit geschriebenem Zettel besitzt Carl Stoeber in Würzburg. Geigenzette! : Abb. 35 und 83.
Buchstetter, Josef. — Stadtamhof b. Regens- burg. 1776
Sohn von Gabriel David B. und jedenfalls auch dessen Schüler, da er ganz wie dieser arbeitete ; doch kommen seine Geigen seltener vor.
Geigenzettel: Josephus Buchstetter, Filius Gabrielis / Davidis, PedepontI prope Ratis- / bonam — Anno 1776 (gedruckt).
Buchta, Johann. — Brunn. 1776. 1841. Geb. bei Ingrowitz in Mähren um 1755, f 1841
Außer Lauten und Gitarren soll er auch Harfen gemacht und sich schließlich auf den Klavierbau verlegt haben. Er war seit 1776 Mitglied der Tischlerzunft und wurde 1803 Bürger. Der im Jahre 1838 als Bürger vorkom- mende Instrumentenmacher Wilhelm B. dürfte sein Sohn, und der 1888 verstorbene Klaviermacher Rudolf B. sein Enkel gewesen sem.
Buckman, Geo. H. — Dover. 1899. Geb. 23. Okt. 1845
Ein Beamter und guter Geiger, der, durch Ottos und Heron-Allens Schriften angeregt, sich dem Geigenbau zuwendete und am besten nach dem Modell von Stra- divaris »Le Messie« arbeitete. Seine Geigen zeigen gutes, altes Holz, sorgfältige Arbeit und sind mit »Whitelaws Cremona-Bernstein-Öllack« in verschie- denen Farben lackiert. Seine Biographie veröffentlichte Meredith-Morris in »The Strad<' 1899 Nr. 112.
Geigenzettel: Geo. H. Buckman / Dover 1899 (gedr.).
Buczak, Franz, lebte im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in Galizien
Geigenzettel: Rep. w roku 1877 / Franciszek Buczak (gedruckt).
Budiani s. Rodiani
Büchel, Hugo. — Coburg. Geb. 19. Nov. 1859
auf der Coburger Feste
Er war ursprünglich Mechaniker, bereiste Italien und die Schweiz, studierte, als Sprößling einer bekannten Musikerfamilie, bei dieser Gelegenheit alle Geigen- sammlungen und verlegte sich schließlich, unter- stützt von der herzogl. sächs. Hofkapelle, ganz auf den Geigenbau. Er trat in das Galdertsche Geschäft in Coburg ein, dessen Eigentümer er seit 1891 ist. Er arbeitete ursprünglich nach Stainer, doch hatten seine ersten Geigen in den tieferen Lagen einen hohlen, in den höheren einen spitzen Ton. Später kam er auf ein eigenes Modell, in der Mitte zwischen Stradivari und Bergonzi liegend, das auf ellipsenförmiger Ausarbeitung der Decke beruht. Geigenzettel: H. Büchel / Coburg 1899 (nur geschr.).
Büchner, F. W. — Leipzig. 1850. 1861
Musiker und Instrumentenmacher. J. Lotto zollte ihm wegen des kräftigen Tons seiner Geigen lebhafte Aner- kennung. Ich kenne nur Ausbesserungsarbeiten von ihm. Seine Reparaturzettel klebte er gewöhnlich im Innern an die Zargen.
Bühlich, Richard. — Rostock i. M. Geb. um 1 868 in Lützen bei Leipzig
Er lernte bei Ad. Paulus in Leipzig, war von 1885 bis 1895 als Gehilfe tätig und ließ sich 1895 in Rostock nieder, wo er schon vorher bei Ellersieck gearbeitet hatte. Er baut nach eigenem, dem Stradivari ähnlichen Modell und verwendet einen goldgelben Spirituslack mit rotbrauner Schattierung. Sein Holz ist gut, und seine Geigen klingen, wenn sie nicht zu dünn aus- gearbeitet sind.
Geigenzettel : Richard Bühlich, Rostock / Geigenbauer 18.. (gedruckt).
Bürger, Joh. Adolph. — Frankfurt. 1694
C. C. Snoeck besaß eine 26 cm lange Taschengeige mit Perlmuttereinlagen von ihm. Die größere Wahrschein- lichkeit spricht dafür, daß er in Frankfurt a. M. gelebt hat, obwohl sich im dortigen Archiv kein Beleg dafür finden ließ. In Frankfurt a. 0. habe ich gleichfalls ver- gebens nach ihm geforscht.
Bull, Ole. — Bergen. Geb. 5. Febr. 1810, t 17. Aug. 1880
Der berühmte norwegische Geiger versuchte sich auch als Geigenmacher. Er ging dabei von den Lehrsätzen Bagatellas aus und bildete sich ein geometrisches System, das ihm einen Schlüssel abgeben sollte, um in die vermuteten Geheimnisse der Cremoneser und be- sonders Stradivaris einzudringen. Am wertvollsten waren dabei vielleicht seine Versuche, die er mit den verschiedenartigsten Hölzern vornahm.
Buonaroti. — Rom. 18. Jahrhundert
Ein Meister zweiten Ranges, dessen schmales Patron sowie die ziemlich starke Wölbung eher auf deutsche als auf italienische Vorbilder schließen läßt. Manche bringen ihn mit D. Tecchler in Beziehung.
Buonfigliuoli, Pier Francesco. — Florenz. 17. Jahrhundert
Bei de Piccolellis und Vidal wird er zwar dem Namen nach erwähnt, doch war es mir nicht möglich, irgend etwas von ihm oder über ihn zu ermitteln.
Burekart, Dionysius. — Rastatt. 1807
In einer mittelmäßigen, nach dem Stainermodell ge- bauten Violine fand sich der untenstehende Zettel. Die Schnecke ist flach, am besten noch der gelbe Lack. Da nur der Ort und die Jahreszahl handschrifdich ange- bracht ist, scheint Burekart an verschiedenen Orten gearbeitet und dann auf seinem Zettel den jeweiligen Aufenthaltsort vermerkt zu liaben.
Geigenzettel : Dionisius Burekart Musikus / Violin- und Saitenmacher / in Rastat 1807 (geschrieben).
Burckholtzer — Buti
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Burckholtzer (Burgkholzer) s. Purkholtzer Burghardt s. Bourgard
Burkhardt, Emil. — Elsenach. Geb. 1871 zu Annaberg im Erzgeb.
Er lernte bei Meisel in Klingenthal und arbeitete 1888 als Gehilfe bei Ernst Gläsel in Markneukirchen ; von da ging er 1890 nach Dresden zu Hammig, 1892 zu Beyer nach Erfurt und 1895 nach Kötzschenbroda bei Dresden, wo er sich am 1 . Juni selbständig machte. Er erfand ein Universalstreich- und Rupfinstrument, zu dessen fabrikmäßiger Herstellung er sich mit einem Kaufmann in Schleusingen verband. Seit 1898 widmete er sich wieder ausschließlich dem Geigenbau und siedelte 1901 nach Eisenach über, wo er durch ge- diegene Arbeit bald allgemeine Anerkennung fand. Er ist gleich tüchtig im Neubau wie in der künstlerischen Wiederherstellung alter Geigen.
Geigenzettel: Emil Burkhardt, / Instrumentenmacher u. Reparateur, ' Elsenach, anno 190 (gedruckt).
Burnley, Arnold. — 1871
Ein englischer Geigenmacher, dessen OUack gelobt wird.
Burzenski, Kasimir. — Uscie-Solne. 1796 In der Wiener Musik- und Theaterausstellung waren Arbeiten von ihm ausgestellt.
Busan, Domenico. — Vicenza, Venedig. 1 740. 1780
Die Lesart BusaS ist sein:n Zetteln nach falsch. Er ist wenig bekannt und soll nach de Plccolellis aus Vicenza stammen, schloß sich aber der Venezianer Schule an. Hauptsächlich sind einige gute Bässe von ihm bekannt.
Geigenzettel : Dominlcus Busan / Venetus Fecit / Anno 1746 (gedruckt). — Dominicus Busan / fecit Venetils 1761 (gedruckt).
Busch, Ernst. — Nürnberg. 1612. 1644
Ein fleißiger und geschätzter Lauten- und Violen- macher, der in den Umrissen eine neue Form anstrebte. Arbeiten von ihm sind in verschiedenen Sammlungen zu finden. Zwei Gamben von ihm sind in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln und ferner eine Violine von 1644 im Germanischen Museum in Nürn- berg. Eine aus der Sebalduskirche stammende Viola von ihm besitzt der 85 jährige Nürnberger Musiker Auer seit 65 Jahren. Die Viola ist sehr groß und hat einen wundervollen Ton. C. Claudius in Kopenhagen hat eine sehr große Baßgamba mit Bogen von ihm aus dem Jahre 1638 und eine Diskantviola da Gamba.
Gelgenzettel: Ernst Busch, Nürnberg 1617 (gedruckt). — Ernst Busch / in Nürnberg 1 638 (gedruckt). — Ernst Busch Nürnberg / 1641 (gedruckt).
Kontrabaß hier genannt werden darf. Er hat sich seit langen Jahren mit der Verbesserung des Kontrabasses beschäftigt, der bekanntlich an dem Mangel leidet, daß seine Töne nur bis zum Kontra-E hinuntergehen, daß also die Kontraoktave zu den tiefsten Cellotönen bis C fehlt. Schon 1856 baute er einen C- Kontrabaß, der sich aber nicht praktisch erwies, well er in Quinten gestimmt war. Um die gewohnte Mensur bestehen zu lassen und nur die tiefste Saite nach Bedürfnis bis zum Kontra-C benutzen zu können, ersann Buschmann verschiedene Systeme mit Anwendung von Wellen, Klappen oder Druckstäben, aber alle wollten den Ansprüchen an bequeme Spielart nicht genügen. Schließlich löste er das Problem durch Verwendung eines zweiten Sattels für die tiefste Saite und von vier Greifern, die durch Druckknöpfe vom Hals aus in Tätigkeit gesetzt werden. So kann die gewöhnliche Spielart des Instruments be- stehen bleiben und doch nach Belleben die tiefste Saite nach Dis oder Es, D, Cis oder Des und C zu gestimmt werden. Damit ist nicht nur die Skala um diese Töne erweitert, sondern der Klang des Instruments vervoll- kommnet und die Tonarten, die sonst ohne Kraft sind, wirken freier. Eine ähnliche Erfindung hat allerdings Karl Plttrlch in Dresden schon früher gemacht.
Bussetto, Giovanni Maria del. — Cremona,
Brescia. 1640. 1681
Er wird stets, u. a. noch von Valdnghi, in die Zeit von 1540 — 1580 gesetzt und dann der Zeit nach als einer der ersten Geigenmacher Cremonas erklärt. Auf echten Zetteln ist jedoch die Zahl 16 bei der Angabe des Jahr- hunderts ganz deutlich; einen solchen Zettel veröffent- licht auch Grillet. In einer Ahviola der Sammlung Scheurleer mit der Ortsangabe Brescia wird die Jahres- zahl 1 576 gelesen, was offenbar falsch ist. Seine Geigen sind hochgewölbt, haben großes Patron, kurze, weite F-Löcher, und dunkelgelben oder braunen Lack. Er stammt wahrscheinlich aus Busetto und ist vielleicht der Meister der Violen mit dem Namen: Joannes Marlus (gedruckt).
Geigenzettel : .Abb. 85.
Bussolero, Luigi. — Riva-Nazzaro. 1817
Guter Gitarren- und Mandollnenbauer vom Anfang des 19. Jahrhunderts.
Geigenzettel: Luigi Bussolero Rivanazzaro 1817 (ge- druckt).
Buthod. — Mirecourt. 1820. 1845
Nachdem er eine Zeitlang unter Vulllaume gearbeitet hatte, gründete er in Mirecourt eine große Fabrik und verband sich später mit Husson; zuletzt hieß die Firma »Husson, Buthod et Thibouville*.
Geigenzettel : Buthod. Luthier / Eleve du Vulllaume, ä Paris (gedruckt).
Buschmann, Gustav Adolf. — Hamburg. Geb. Buti, Antonio. — Archi. 1756
1835 in Freiburg i. Br. Mittelmäßiger Geigenmacher aus Albano.
Bekannter Piano- und Harmoniumfabrikant, der als Geigenzettel: Antonio Buti d'Albano Archi / Fece
Erfinder einer schätzenswerten Verbesserung am l'anno 1756 (gedruckt).
V. Lütg-endorff, Geig-en- und Lautenmacher. Bd. II J
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Button — Ca'.agari
Button. — London. 1806. 1830
Hauptsächlich Händler. Er war zuerst mit Purdey, später mit Whitaker verbunden und wohnte eine Zeit- lang in St. Paul's Churchyard.
Byrom, John. — Liverpool. 1900
Eine sauber gearbeitete Violine, die ich in Händen hatte, trug semen Namen.
C. C.F.R. — Wien. 1800
In einer sehr schön gearbeiteten, mit Ebenholz, Elfen- bein und Perlmutter eingelegten Gitarre fand sich dieser Brandstempel. Es gelang mir nicht, den Verfertiger fest- zustellen.
Cabasse, Prosper. — Mirecourt. Anfang des 19. Jahrhunderts
Vielleicht ein Sohn des 1778 genannten Bogenmachers Jean C. Ein ziemlich geschickter Gitarren- und Geigen- macher, der auf seiner Brandmarke Paris als Ursprungs- ort anzugeben pflegte. Sein Modell war schmal und höher gewölbt als das in Mirecourt übliche. Seine Brandmarke wurde auch nach seinem Tode noch von Händlern benutzt, wobei der Name manchmal als Gabasse erscheint.
Cabled (Cabley). Claude. — Mirecourt. 1604.
1607
Ein bisher nur aus den Urkunden nachzuweisender Geigenmacher. Einer seiner Nachkommen, Jean Claude Cabley, lebte zwischen 1 762 und 1 777 als Bogenmacher.
Cabresy. — (?) 1725
Der am 8. Mai 1794 guillotinierte Tavernier de Bou- logne besaß nach Brunis Inventar (Gallay, Un Inven- taire sous la terreur par A. Bruni, Paris 1890, S. 25) »ein Violoncello von Cabresy«. Auch ein Baß aus dem gleichen Jahr von diesem Meister ist bekannt. Über seinen Wohnort usw. war nichts zu erfahren.
Cabroli, Lorenzo. — Mailand. 1716
Mittelmäßiger Geigenmacher, dessen gelber Lack noch das Beste an seinen Arbeiten ist.
Cabroly. — Toulouse. 1734. 1747
Er scheint ein in Frankreich eingewanderter Italiener gewesen zu sein und könnte mit der Mailänder Familie Cabroli zusammenhängen. Seine Arbeiten sind nicht schlecht und sein Lack ist gewöhnlich blaßrot oder rötlichgelb. Statt der Einlage zog er oft nur Linien. Eine Diskantviola von ihm ist in der Crosby Brown- Sammlung in New York zu sehen.
Geigenzettel: Abb. 124.
Cadot, Theobald. — Toulon. Geb. um 1850 Er ließ sich in den achtziger Jahren des 1 9. Jahrhunderts in Toulon als Geigenmacher und -händler nieder.
Caeste, Gaetano. — Cremona. 1660. 1680
Da die wenigen, die seinen Namen erwähnen, ihre Quellen verschweigen, war es nicht möglich, etwas Näheres über ihn festzustellen. Er gehört vielleicht zur Familie Costa, ist aber m Cremona unbekannt.
Caffarata. — ? 1840
Ein geschickter Italiener, von dem ich einen sehr guten Baß kennen lernte.
Cahusac. — London (Strand). 1785. 1788
Da er fast nur mit den Söhnen von Banks gemeinsam arbeitete, kommen Geigen mit seinem Namen äußerst selten vor. Er hielt sich an den deutschen Stil; sein Modell ist hochgewölbt. Die Einlage fehlt zwar, dagegen ist sein bernsteinbrauner Lack schön. Sein Sohn (»Ca- husac Son«) ist als Verfertiger von Oboen bekannt ge- worden.
Cailhe, Henri. — Charroux. Geb. 8. Aug. 1864
Geschäftsteilhaber seines Vaters J. B. Cailhe-Decante.
Cailhe (Cailhe-Decante), Jean Baptiste. — Charroux. Geb. in Charroux d'Allier 10. Mai
1832
Schüler und Schwiegersohn von Jacques Decante, dessen Geschäft er 1858 übernahm und von Jenzat nach Charroux verlegte, nachdem er vorher von 1855 bis 1857 in Paris und Lyon gearbeitet hatte. Er baute Leiern (Viellen) nach den Modellen seines Hauses und hat ihnen eine gefälligere Form und volleren Klang gegeben und auch den Saitenbezug verdoppelt. Er ver- wendet einen Spirituslack eigener Mischung. Seine Fabrik führt das Schild »ä la vielle Bourbonaise«. Auf seinen Zetteln findet man außer dem Namen seine zahlreichen Auszeichnungen angeführt.
Caille. — Mirecourt. 18. Jahrhundert
lacquot nennt zwei Mitglieder dieser Familie: Louis C. (1779—1787) und Dominique C. (1769—1789).
Caisser s. Kaiser
Calabri,PierVittoriodi. — Ferrara. 1549. 1551
Ein Musiker, der auch Lyren gebaut haben soll. Vgl. Valdrighi 518 und Anmerkung dazu.
Calace, Antonio. — Neapel. Um 1850
Nur als Gitarrenmacher bekannt. Er wohnte Strada Mezzo-cannone Nr. 32.
Calace (Calaca), Nicola und Raffaele. - Neapel.
1881. 1903
Söhne des Antonio C. Gehören wie ihr Vater zu den
vielen Mandolinenmachern Neapels.
Calagari, Francesco Giuseppe. - — ? 1685
Eine sehr schöne, hochgewölbte Viola von großem, edlem Ton, mit braunem feurigen Lack und schöner Schnecke in der Sammlung Carl Stoeber in Würzburg enthält einen Zettel mit diesem Namen. Der Wohnort läßt sich nicht einwandfrei lesen.
I
Ca'.ar — Campetti
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Calar, Giovanni. — Rom. 1624
Ein in Rom ansässiger Lautenmacher, wahrscheinlich deutscher Abstammung.
Calow, William. — Nottmgham. 1875.
Geigenmacher, Reparateur und Händler.
1890
G
enua.
Calcagni (Calcanius), Bernardo.
1710. 1750
Ein geschickter Meister, der von verschiedenen Ken- nern der Schule Guarneris zugewiesen wird. Wenn er auch zeitweise das Guarnen-Modell nachahmte, so nähert er sich mehr und mehr dem flachen Modelle Stradivaris ; nur um 1 740, da er mit Pazarini verbunden war, scheint er das hochgewölbte Modell seines Ge- nossen angenommen zu haben. Sem Holz ist schön und der Lack von rotgelber oder Goldorangefarbe. Ein Ferdmando Calcanius, den manche erwähnen, hat in Genua nicht gelebt^). Geigenzettel: Abb. 140.
Caldeira. — Lissabon. 1896
Sein Geschäftsteilhaber war Rosa. Beide sind die Nach- folger von Manoel Pereira gewesen und bauten haupt- sächlich Gitarren und Mandohnen.
Callsen, Bruno. — Zittau i. S. 1898
Die Firma lautete bis 1898 B. Callsen & Schäfer. Er bezeichnet sein Geschäft als »Streichinstrumenten- macherei".
Caltrassaure (?). — 1787
Eine Geige mit diesem zweifelhaften Namen, hellbraun lackiert, besitzt G. Withers in London.
Calvalono. — Genf. 1 725
Zweifelhafter Name, der jedoch von Grillet noch an- geführt wird ; s. Cavalono.
Calvarola, Bartolommeo. — Torre Baldone (Bergamo) und Bologna. 1 750. 1 767
Viele seiner Geigen sind von gewöhnlicher Arbeit, einige aber sorgfältiger gemacht und erinnern an die Schule der Ruggeri. Sein gelber Lack ist immer ziem- lich gut ; dagegen sind seine Schnecken ohne Schwung und bei aller Kleinheit plump in der Form.
Geigenzettel : Bartolommeo Calvarola / fecit Bergame 1 76 . . (gedruckt).
Calzavara, Santo. — Padua. 1764
Sein Name ist mir nur in einer klemen Mandoline der Sammlung Snoeck (Nr. 319) vorgekommen.
Geigenzettel : Santo Calzavara fece ,' in Padova Tanne / 1764 (geschrieben).
Calonardi, Marco. 1 7. Jahrhunderts
Sowohl de Piccolellis als Vidal teilen ohne Quellen- nachweis nur den Namen mit. »Calonardi« ist jedenfalls mit »Carlomordi« identisch, doch wage ich nicht zu entscheiden, welche Form des Namens die richtige ist.
Calon-Stremiti, Eugenio. — Modena. 1840 Nur als Gitarrenmacher bekannt geworden.
Calot. — Bern, Turin. 1820. 1830
Er stammte aus Mirecourt, arbeitete in verschiedenen Städten als Gehilfe und ließ sich zuerst in Bern und später in Turin als Geigenmacher nieder. Valdrighi besitzt eine schöne Gitarre mit dem Zettel : Calot, rue de la rose rouge / porte N. 3. U etage, Turin (gedr.). — Eine von ihm ausgebesserte Viola besaß Comm. Ca Valien in Ferrara.
Geigenzettel : Repare par Calot ,' ä Herne, 1 . may 1 820 (geschrieben).
Calot (Callot). — Paris. Geb. 1810 in Mire- court
In seiner Vaterstadt ausgebildet, kam er als Gehilfe zu Clement nach Paris und verband sich 1830 mit Augiere, mit dem zusammen er ein Geschäft in der Rue St. Eu- stache Nr. 12 eröffnete. Ihre Instrumente zeichnen sich durch saubere Arbeit, gelbroten Lack und guten Ton aus.
^) Ein Tiberio Calcagni war ein florentinischer Bild- hauer, der um 1560 bei Michel .'Xngelo arbeitete.
Cremona. Mitte des Camberini (?), Giambattista. — Florenz (?).
18. (?) Jahrhundert
Wahrscheinlich ein Mitglied der Familie Giamberini (s. d.), von dem G. Withers in London einen dreisaitigen Kontrabaß besitzt. Das Holz daran und die Arbeit sind gut.
Camilli, Camillo. — Mantua. 1714. 1760
Er wird zwar gewöhnlich als Schüler Stradivaris be- zeichnet, doch sind seine Geigen viel häufiger nach Guarnen gebaut, so daß es wahrscheinlicher ist, daß er bei einem Mitglied der Guarnerischule gelernt hat. Seine Instrumente kommen, wie nicht anders zu er- warten, jetzt immer mehr in Aufnahme. Schöner Ton, gutes Holz, hellroter oder bräunlichroter Lack, der an Landolfi erinnert, weite, kurze F- Löcher kennzeichnen seine Geigen. Er verwendet verschiedene Zettel: Eine Violine mit der Inschrift »Camillo de Camilli Fee. in Mantova 1734« besitzt das Brüsseler Streichquartett.
Geigenzettel : Camillus de Camilli , Fecit in Mantova 1760(gedruckO und Abb. 116,
Camilho, Davide. — Cremona. 1 755
Wenig bekannter Meister dritten Ranges, den de Pic- colellis übrigens nicht erwähnt. Er ahmte Nie. Amati nach. Der Wohnort ist vielleicht fingiert.
Campetti, Lorenzo. — Lucca. 1833
Einer der vielen italienischen Geigenmacher des
19. Jahrhunderts ohne Eigenart, deren Arbeiten nichts mehr von den Traditionen der klassischen Meister ver- raten.
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Campi — Cappa
Campl, Giuseppe. — Pescina. 1760. 1762
Ein Geigen macher, der vielleicht in Pesaro gelernt hat oder zu Odoardo in Beziehung stand. Seine Geigen sind nicht schlecht, flach gewölbt, aber von handwerks- mäßiger Arbeit.
Geigenzettel : Josephus de Campis / in Pescina Ao 1 7 . . (geschrieben). — Giuseppe Campi fece ,' in Pescina Anno 1762 (geschrieben).
Campion. — Paris (?). 1823
Nur nach einer reich mit Perlmutter und Ebenholz em- gelegten Gitarre aus Mahagoniholz bekannt, die m Paris im Jahre 1823 ausgestellt war.
Camploy. J. — Verona. 1854. 1860
Wie so viele andere wollte auch er den alten Cremoneser Lack neu erfunden haben und stellte Geigen mit diesem Lack in München im Jahre 1854 aus.
Cannon, James. — Dumfnes. Geb. m Plascow (Kirkcudbrightshire) 1855
Er kam um 1 880 als Bahnbeamter nach Dumfries und ist ein guter Geiger. Er besaß eine von seinem Groß- vater gemachte Violine, die ihn zuerst veranlaßte, sich auch im Geigenbau zu versuchen. Er studierte Ottos Schriftchen und hat aus Liebhaberei eine Anzahl Gei- gen gemacht, die nicht schlecht sind. Geigenzettel: J. Cannon. / Dumfries,/ 1888 (gedr.).
Cans, Dominik. — Oudenaarde (Belgien). 1 748. t 1806
In der Sammlung Snoeck befand sich eine von Jooris Willems gebaute Baßviola mit seinem Reparaturzettel. Er war von Beruf Apotheker und nur aus Liebhaberei Geigenmacher.
Geigenzettel: D. Cans refecit / Aldenardae, anno 1801 (gedruckt).
Capellus, Antonius. — ? 1563
Eine Diskantlaute mit diesem Namen und Datum be- sitzt C. Claudius in Kopenhagen.
Capiari. 1846
Italienischer Geigenmacher, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts tätig war.
Capo (Capa), Antonio. — Cremona. 1796
Einige wenige Geigen tragen seinen Namen; auch bei Valdrighi (4093) wird er erwähnt.
Capo. — Mailand. 1717. 1718
Ebenso selten vorkommend wie der gleichnamige Cre- moneser. Vidal führt nur den Namen an ; Grillet fügt die Beschreibung eines Zettels hinzu, ohne auf seine Arbeiten einzugehen. Beide sind vielleicht Nach- kommen G. Cappas. Eine Violine (35,4 mm) von ihm mit einem Pergamentzettel besitzt Julius von Thury In Budapest. Sie erinnert eher an das Klotz-Modell als an die Arbeiten gleichzeitiger Malländer, Ist aber ele- ganter Im Umriß und hat recht hübsche F-Löcher.
Cappa, Giuseppe Francesco. — Saluzzio. 1 640
Grillet veröffentlicht seinen Zettel. Wenn die Jahreszahl richtig gelesen und der Zettel echt ist, dann wäre dieser bisher unbekannte Gius. Franc. C. vermutlich als ein Oheim des berühmteren Goffredo C. anzusehen.
Geigenzettel: Abb. 139.
Cappa, Goffredo. — Saluzzo. Geb. 1644 in Saluzzo, t 6. Aug. 1717
Sohn des Andrea C. aus Finalborgo. Er war wahr- scheinlich ein Schüler Nicolo Amatis. Von seinen Le- bensschicksalen weiß man bedauerlicherweise sehr wenig, nur daß er im Jahre 1679 die Maria Scottl ge- heiratet hat. Er gehört zu den besten Meistern der Amatlschule und geriet unverdienterweise so in Ver- gessenheit, daß allerlei schiefe Urteile über ihn und seine Arbeit lange genug unwidersprochen verbreitet werden konnten. Auch wurden seine Zettel gefälscht und mit unsinnigen Jahreszahlen versehen in minder- wertige Gelgen geklebt, während seine echten Arbeiten als Arbeiten der Amati, deren Namen den Händlern geläufiger waren, verkauft worden sind. Er nimmt die Wölbung ein klein wenig höher als sein Lehrer, hat eme andere Schnecke, kurze, weite F-Löcher, hohe Zargen und kommt im Lack seinen größeren Zeltgenossen nicht gleich. Seine Geigen haben jedoch einen edlen Ton und können In dieser Beziehung mindestens den Arbeiten G. B. Rogerls gleichgestellt werden. Da seine besten Violinen, wie schon bemerkt, längst mit Amati- zetteln versehen wurden, kommt nur selten ein ein- wandfreies Exemplar mit seinem Namen zum Vor- schein, eher begegnet man noch Violen und Violoncelli von ihm, so daß es begreiflich erscheint, wenn min angenommen hat, daß ihm diese Instrumente besser gelungen seien. Auf den Zetteln, die er In seine Arbeiten klebte, liest man : lofredus Cappa feclt / Salutlls anno 16 . . (gedruckt). Diese Zettel wurden schon In alter Zeit gefälscht, und da sie häufig verwendet wurden, läßt dies doch einen Rückschluß darauf zu, daß Cappa seinerzeit einen gewissen Ruf bei den Geigern gehabt haben muß. Dafür spricht auch, daß verschiedene ge- schickte Gelgenmacher als Cappa-Schüler bezeichnet wurden, so die Turiner Meister G. Francesco Celoniato, der etwas ältere Gius. Francesco Catenarl und Nicola Glorgl, femer Domenico Bombino In VUlafranca und Spirito Sorsana in Conl und bis zu einem gewissen Grade auch Carlo Giuseppe Testore In Mailand. Es wird sich schwer feststellen lassen, was da willkürliche Vermutung und was Überlieferung Ist. Nach G. Hart soll es Geigen Cappas geben, die als Ursprungsort Tu- rin bezeichnen. Mir ist eine solche nie vorgekommen, auch auf seinen echten oder nachgeahmten Zetteln habe ich nie diese Ortsangabe gefunden, sondern immer nur Saluzzo. Wir wissen ja jetzt auch, daß er dort geboren und gestorben Ist, dort geheiratet hat, und daß er einen Sohn hinterließ. Ich glaube daher nicht daran, daß er je In Turin ansässig war, und neige auch zu der Ansicht, daß ihm nur Infolge des angeblichen Aufenthaltes In Turin die genannten Turiner Meister als Schüler zu- gewiesen wurden. Cappa Ist. ein Meister des Gelgen- baues, der es verdienen würde, daß man sich mit seinem Leben und seiner Kunst eingehender beschäftigte. Glücklicherweise wendet Ihm jetzt Bischof Obertl von
Cappa
^arcassi
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Saluzzo neben Orazio Roggiero sein Interesse zu, und dem Forschungseifer beider wird es gewiß noch ge- lingen, manche wertvolle Einzelheit aus dem Leben Cappas zutage zu fördern. Auch Comm. Turbigüo, der im »Popolo della Domenica« (vom 3. Sept. 1906) m einem .Aufsatz auf Cappa hingewiesen hat, wird sich weiter mit ihm beschäftigen. Da das Wichtigste aber wäre, ihm seine Werke zurückzugeben und aus den noch erhaltenen, echten Geigen seine Eigenart ein- wandfrei festzustellen, so würde ich den freundlichen Lesern dieses Buches, die Instrumente von Cappa be- sitzen, sehr dankbar sein, wenn sie mir darüber eine kurze Mitteilung zugehen lassen wollten. Einer Klä- rung bedarf auch noch das Verwandtschaftsverhältnis Goffredo Cappas zu den übrigen Mitgliedern der Fa- milie Cappa.
Geigenzettel: lofredus Cappa fecit / Salutiis anno 16 . . (gedruckt).
Muster eines der häufig vorkommenden gefälschten Zettel: Abb. 98.
Cappa, Gloacchino und Giuseppe. — Saluzzio,
Turin. 1661. 1725
Vielleicht Söhne Goffredos, — übrigens waren mehrere Nachkommen Goffredo Cappas Geigenmacher, diese waren aber durchaus unbedeutend, so daß man ihre Arbeiten schon deshalb leicht von den seinen unter- scheiden kann. Auch ihre Zettel wurden gerne gefälscht und mit Jahreszahlen, die bis 1640 zurückgehen, ver- sehen.
Cappiello. — Neapel
Mandolinenmacher.
Caprari, Francesco. — Rolo. 1846
Mittelmäßiger italienischerGeigenmacher aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Capsperger s. Kapsberger
Car, Andrija. — Agram. 1903
Kroatischer Lauten(Tamburitza-)macher der Gegen- wart.
Carabbä, C. V. — Catania. Ende des 19. Jahr- hunderts
Mandolinenfabrikant der Gegenwart.
Caradotti, Luigi
Italienischer Mandolinenmacher.
Carboni, Gius., lebt als Saiteninstrumenten- macher m Pavia
Carbonari. — Neapel Mandolmenmacher.
Carcanius. — Cremona. 1500
Vidal führt diesen Namen als den eines alten Geigen- mactiers an, von dem er einen gedruckten Pergament- zettel gefunden haben will. Mir ist der Name niemals vorgekommen ; ich vermute sehr, daß man es hier, falls der Zettel überhaupt echt war, mit einem Calcanius zu tun hat; die Jahreszahl wird falsch gelesen sein.
Carcassi, Antonio Feiice. — Florenz. 1773
Seine Zugehörigkeit zu den anderen Mitgliedern der Familie Carcassi steht nicht fest, wenn auch seine Ar- beit manche Ähnlichkeiten aufweist. Geigenzettel : Antonio Feiice Carcas , fece in Firenze 1773 (gedruckt).
Carcassi, Francesco. — Florenz. 1735. 1758 Vielleicht der Vater von Lorenzo und Tomaso, deren Geigen den seinen nahe stehen. Mittelgute Arbeit, gelbbrauner Lack.
Carcassi, Giovanni. — Florenz (?). 1688. 1698 Bekannt als Verfertiger von Spinetts und Klavizimbeln. Geigenzettel : Joannes Carcassi fecit ; anno Dommi MDCLXXXVIIl (gedruckt).
Carcassi, Lorenzo. — Florenz. 1737. 1757
Der Zeit nach muß er Teilhaber der Firma Lorenzo e- Tomaso C. gewesen sein, er arbeitete aber auch für sich allein und hatte bei der noch heute stehenden Kirche »dalla Madonna dei Ricci« einen La Jen. Er wohnte im Borgo San Fridiano und dürfte wohl bis 1776 noch ge- lebt haben. Dem Anscheine nach hielt er sich 1755 vorübergehend in Turin auf, denn in einer Viola d'amore in der Sammlung Keil in Lissabon von ihm liest man: »fecit Taurini 1755*. Seine Geigen sind gut gearbeitet und haben leidlich hohe Wölbung und gelben Lack. Eine kleine Baßgeige in W. Heyers Musikhistori- schem Museum in Köln trägt seinen Reparaturzettel, das gleiche Museum besitzt auch eine Hakenharfe von ihm (Nr. 392). In der Sammlung Th. Hämmerle in' Wien ist eine kleine Viola von ihm. Die Doppelfirma Lorenzo e Tomaso C. ist mindestens seit 1745 nach- weisbar. Eine gute Geige von 1764 und eine Viola d'amore von 1767 von beiden besitzt das Musikhistori- sche Museum in Köln. Eine gute Violine von ihm be- sitzt Zeichenlehrer Bogs in Bromberg, eine andere Albert Berr in Böhmischbruck und eine dritte, mit schönem gelben Lack Dipl.-Ing. Rieh. Renner in Tutzing. Später verlegten sich die Brüder mehr auf den Bau von Gitarren. Geigenzettel: Abb. 107, 122, 131.
Carcassi, Salvatore. — Florenz. 1802
Wahrscheinlich ein Sohn eines der Brüder Carcassi. Von ihm sind mir hauptsächlich Gitarren bekannt ge- worden.
Carcassi, Tomaso. — Florenz. 1747. 1786
Wahrscheinlich Teilhaber der Firma Lorenzo To- maso C. ; daß er auch allein gearbeitet hat, beweisen seine Zettel, die noch um 1786 vorkommen. Die Be- hauptung, daß er schon in den dreißiger Jahren ge- arbeitet hat, hat wenig Wahrscheinlichkeit für sich und beruht wohl auf einem Lesefehler. Geigenzettel: Abb. 121.
Carcassi, Vincenzo. — Florenz. 1790
Das am wenigsten bekannte Mitglied der Familie. Eine kleine (38 cm lange) Mandoline von ihm befand sich in der 1910 in Frankfurt a. M. versteigerten Sammlung Günther-Prestel.
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Cardi — Carr
Cardi, Luigl. — Verona. 19. Jahrhundert
Ein Musikinstrumentenmacher, der auch einige Geigen gebaut hat.
Care, Paul. — Danzig. Geb. in Beigard 1859
Von Haus aus Musiker, ist er durch 12 Jahre Hoboist gewesen. Während semer Mihtärzeit wohnte er bei dem Geigenmacher Leitzsch, der ihm einige Anleitung im Gelgenbau gab. Er fand so viel Gefallen daran, daß er sich schließlich ganz darauf verlegte und 1893 seine Werkstatt eröffnete. Er baut nach einem eigenen, Stra- divari nachgeahmten Modell, an dem der Mittelbügel mehr an Guarnen erinnert. Auf den Lack legt er wenig Gewicht und verwendet verschiedene Sorten. Auf der Berliner Musikausstellung erhielt er für mehrere Gei- gen eine silberne Medaille. Geigenzettel : Paul Gare / Danzig 1 895 (geschrieben).
Caressa, Felix Albert. — Paris. Geb. in Nizza 25. Dezember 1866
Schüler von Gand und Bernardel. Nachdem er 10 Jahre in dem Geschäfte tätig war, das er 1900 bereits leitete, wurde er am 1. Juli 190! mit Henri Francjais zusammen der Nachfolger von Gustave Bernardel. Die Firma lau- tet jetzt: Caressa & Frangais, Successeurs de Gustave Bernardel, anciennes maisons Lupot et Gand et Ber- nardel 4 passage Saulnier ä Paris. Er baut nach Lupot und verwendete eine Zeitlang Gust. Bernardeis Zettel, jetzt den der neuen Firma. Er besitzt viele Auszeich- nungen, ist Ritter der Ehrenlegion und war bei allen großen Ausstellungen der letzten Jahre als Juror tätig. Geigenzettel : (Monogr. C F.) Caressa & Francais / Luthiers du Conservatoire de Musique / No. . . Paris 19..
Cargnano s. Gargnano
Carlander, Elias. — Stockholm. Geb. 1721, t in Trosa 25. April 1784
Ein tüchtiger Geiger, Mitglied der Kgl. Hofkapelle, der sich seit mindestens 1760 recht eifrig mit dem Geigen- bau beschäftigte. Besonders scheint er sich als Repara- teur bewährt zu haben, doch kommen auch Geigen und Violen, die er gebaut hat, mehrfach vor. Auf seinen Zetteln bezeichnet er sich stets als Kgl. Hofmusikus. Geigenzettel : Renarerad af Kongl / Hof Musicus Cai- lander / A° 1 784 (geschrieben).
Carlman (?), Jonas
Wird als tüchtiger schwedischer Geigenmacher des 18. Jahrhunderts bezeichnet, der das Stainermodell zum Vorbild nahm. Vielleicht hieß er richtig Carlander?
Carlo, Giuseppe. — Mailand. 1769
Auf seinem Zettel war nicht deutlich ersichtlich, ob Carlo nicht der zweite Taufname vor einem fehlenden Familiennamen war. Der Arbeit nach gehört er zu den Meistern vierten Ranges.
Carlo (gen. Carlo da Pesaro). — Pesaro. 1682
Er wird als Geigenmacher mehrfach erwähnt, auchVal- drighi (3702) führt ihn an, doch war es mir bisher nicht möglich, seine Arbeiten kennenzulernen.
Carlomordi (Carlomorti), Marco. — 1654. 1660
Eine Violine »di piccola forma« von ihm zählt der Ka- talog der Sammlung Correr in Venedig auf. Vidal führt den Namen mit dem Taufnamen Carlo an und setzt als Wohnort Verona. Da er die gleiche Jahreszahl (1654) mitteilt, scheint seine Kenntnis dieses Meisters doch nur auf die kleine Violine der Sammlung Correr zurück- zugehen. In der im November 1910 in Frankfurt a. M. versteigerten Sammlung F. Günther-Prestel befand sich eine Mandohne mit einer Sphinx aus Bein am Wirbel- kasten von Marco Carlomorti aus dem Jahre 1660. M. Carlomordi ist jedenfalls identisch mit Marco Calo- nardi, der in Cremona gelebt haben soll.
Carlson, C. A., lebte Ende des 1 9. Jahrhunderts
in Salt Lake City (Utah) Caroli. — Brescia. 1681
Ein Brescianer Lautenmacher des 1 7. Jahrhunderts, vcn dem sich eine Mandora in der Sammlung Galpin (Hat- field, jetzt Boston) befindet.
Caroll (Carrol), James. — Manchester. Um 1 890
Es gibt flachgewölbte Geigen mit diesem Namen, die nach verschiedenen Modellen gearbeitet sind.
Caron. — Versailles. 1775. 1790
Er bezeichnet sich als Hoflautenmacher der Königin Mane-Antoinette, wohnte erst in der Rue Royale, dann in der Rue Satory und dürfte ein naher Ver- wandter des Uhrmachers Caron und von dessen Sohn, des unter dem Namen Beaumarchais berühmt geworde- nen Dichters, gewesen sein. Er ist zwar kein hervor- ragender Meister, aber seine Arbeit ist gut; er ahmte italienische Modelle nach; nur sein brauner Lack ist zu dunkel. Eine französische Lyra von ihm besitzt Clau- dius in Kopenhagen, eine zehnsaitige Theorbe mit den Initialen der Königin Marie-.'\ntoinette im runden Schalloch das Museum des Pariser Konservatoriums, Nr. 224.
Geigenzettel: Abb. 123.
Carone, Giuseppe. — Neapel 1883
Mandolinenmacher.
Carotti, C. — Florenz. 1694
Geigen von ihm habe ich bisher nicht kennen lernen können.
Carozza, Raffaele. — Messina. 1912
Mandolinenmacher der Gegenwart.
Carp (Karp) s. Karg
Carr, John. — Falkirk. Geb. in Berwick-on Tweed M.Mai 1839
Em Fabrikleiter und Musikalienhändler, der aus Lieb- haberei weit über 50 Violinen und ein Violoncello ge- macht hat. Die erste Anleitung dann erhielt er schon als neunjähriger Knabe von James Thomson und Robert Harvie.
Geigenzettel: John Carr, / Maker / Falkirk, 1897 (ge- druckt).
Carre — Castagneri
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Carre, Antolne. — Arras. 1750. 1790
Besonders geschickt als Verfertiger der '>vielle organi- see«; einige wenige Geigen von ihm zeigen dagegen nur gewöhnliche Arbeit.
Carrodus s. Haynes
Carter, John. — London. 1780. 1790
Da er für die Betts arbeitete, welche auch, wie erzählt wird, die Leichenkosten für ihn bezahlten, tragen viele seiner Instrumente die Zettel von diesen ; die wenigen jedoch, in die er seinen Zettel klebte, sind gut.
Geigenzettel : J. Carter. Violin-Tennor / & Bass Maker, Wych Street, Drury Lane / London 1 787 (gedruckt).
Cartheuser, Johann Christian. — Köln. 1790
Nähert sich m seinen Geigen öfter dem Amatimodell und bevorzugt einen gelben Harzlack.
Geigenzettel : Johann Christian Cartheuser / in Köln in der Mariengartengasse 1 790 (gedr.)
Cartwright, John William. — Yeadon b. Leeds. Geb. 21. Aug. 1836 in Assenby bei Thirsk (Yorkshire)
Er kam als Sohn von armen Bauersleuten 1851 in eine Lokomotivfabrik nach Leeds, wo er 10 Jahre lang blieb. Er arbeitete dort unter Jos. Fox, der sich aus Liebhabe- rei mit dem Geigenbau beschäftigte und auch m Cart- wright die Lust für diese Kunst erweckte. Dann arbei- tete er drei Jahre lang in den Abendstunden bei H. Pickard und verlegte sich zunächst auf das Aus- bessern alter Geigen. Tüchtig vorgeschult, versuchte er auch neue zu bauen und hatte bald Erfolg damit. Sein Hauptaugenmerk verwendete er auf die Verbesserung der Viola, um ihr jene Stellung im Quartett zu ver- schaffen, die auch Ritter ihr zuweist. Seine .Arbeit ist genau und sorgfältig und der Ton gesangreich. Er baut vorzugsweise die sogenannte Baratoneviola und Kon- trabässe. Sein Fleiß ist bemerkenswert, schon 1898 konnte er in eine Geige die Nummer 1075 schreiben.
Cary &Co., Alphonse. — London. Gegr. 1872
Geigenmacher- und Händlerfirma der Gegenwart. 1886 erhielt .Alph. Cary (der damals in Newbury wohnte) auf der Ausstellung in Liverpool eine silberne Medaille für Geigen und Zubehör.
Casaltoli, Giuseppe. — Florenz. 1714
Sohn des Pier Giovanni. Nur als Lautenmacher be- kannt.
Casasnovas (Casanovas), Francesco. — Palma (Balearen)
Spamscher Lautenmacher vom Beginn des 19. Jahr- hunderts, von dem mir eine gute Mandoline bekannt geworden ist. Die Brüder M. und B. Casanovas waren noch um 1888 in Palma als Gitarrenmacher ansässig. Geigenzettel : Fab«:" de Guitarras de / Fra^° Casano- vas, ,' Plaza de la Merced N" 1 / Palma de Mallorca (gedruckt).
Casella, Fratelh, leben als Saiteninstrumenten- macher in Catania (Sizilien)
Caselli, Francesco. — ? 1740
Bisher nicht bekannter Geigenmacher. Grillet führt nur seinen Zettel an.
Geigenzettel : Fece Francesco ^ Caselli 1 740 (geschr.).
Casiglia, Casimiro. — Palermo. 19. Jahrh.
Seine Geigen sind sauber nach guten Vorbildern gebaut und zeigeii einen goldbraunen Lack.
Casini, Serafino. — CampiBisenziobei Florenz. 1899
Guter Mando'inenmacher, der durch seine Instrumen- ten mit dreifachen Saiten und allerlei andere Verbesse- rungen an der lombardischen Mandoline bekannt wurde Auch seine Einlegearbeit ist geschmackvoll.
Caspan (Caspani), Giovani Pietro. — Venedig. 1658. 1670
Nach den Violinen zu urteilen, die diesen Namen tragen, wahrscheinlich ein Schüler der Brüder Amati, deren .Arbeiten er nachahmte. Kleines Patron, gelber Lack.
Casrini, Gio. Batt. — Carrara. 1687
Von ihm war eine Marmorgeige mit Intarsia auf der Wiener Musik- und Theaterausstellung zu sehen.
Cassanelli (Casanelh), Giovanni. — Ciano (Modena). 1770. 1777
Im allgemeinen kennt man nur Geigen von mittel- mäßiger Arbeit von ihm. Gewöhnlich verwendete er braunen Lack.
Cassineau s. Cousineau
Cassini (Casini), Antonio. — Modena. Geb. um 1630, tum 1698
Der bekannteste modenesische Geigenmacher seiner Zeit, ein vielbeschäftigter Meister, der auch in Diensten seines Herzogs stand. Bei der großen Masse seiner Geigen, Violoncelli und Bässe ist es nicht zu verwun- dern, daß er sehr handwerksmäßig arbeitete. Seine besseren Geigen gehen auf das Amatimodell zurück, weshalb ihn auch einige zu einem Amatischüler machen wollten. Die .Arbeit ist gut, die Ebenholzeinlage sauber, F-Löcher und Schnecke von guter Form, der Lack kastanienbraun. Nach Valdnghi soll er zwar nach 1690 gestorben sein, doch kommen noch Geigen mit seinem Zettel und der Jahreszahl 1710 vor. Er verwendete ver- schiedene Zettel. Eine Viola von ihm aus dem Jahre 1667 besitzt Dr. Bornemann in Eisenach (Korpuslänge 41 cm).
Geigenzettel : Antonius Cassinus fecit Mutinae anno 1687(gedruckt). — Abb. 148.
Castagneri, Andrea. — Paris. 1730. 1750
Sohn und Schüler von Gian Paolo C, den er allerdings übertrifft. Sein Modell gehört der Stradi\ anschule an, die Arbeit ist sorgfältig, der Lack gewöhnlich etwas
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Castaeneri — Castro
trocken und von rotbrauner Farbe und der Ton an- sprechend. Nur seine F-Löcher sind oft zu groß und zu weit offen. Seine Geigen haben aber fast immer noch ein italienisches Aussehen und werden geschätzt. Er wohnte bis 1744, wie sem Vater, in einem Anbau des Hotel de Soissons, zog dann nach der Rue des Prou- vaires und schrieb von da an seinen Namen Castagnery. ■ Auch seine Violoncelli dürfen hervorgehoben werden, dagegen sind seine Versuche, Geigen mit ganz flacher Decke zu bauen, als mißglückt zu bezeichnen. Eine Geige von ihm bewahrt die Sammlung Snoeck (jetzt in Berlin).
Geigenzettel : Castagnery rue des Prouvaires / Pangi 1747 (gedruckt). — Abb. 128 und 137.
Castagneri, Gian Paolo. — Paris. 1638. 1665
Ein Italiener, angeblich sogar ein Cremoneser, der sich in Paris niederließ. Wenn auch unbedeutend, darf er doch als einer der besten unter den damaligen Pariser Geigenmachern gelten. Vidal erwähnt ihn nicht einmal, Fetis dagegen kennt Geigen von ihm aus den Jahren 1 639 und 1 662 und lobt ihren Silberklang, wenn er auch den Mangel an Tonfülle beklagt. De Piccolellis gibt 'seinen Zettel: Castagneri Gian Paolo / nel palazzo di Soissons / in Pariggi (gedruckt).
Castagnino, Giuseppe. — Chiavari. 1920
Schüler von G. Fiorini, bei dem er in München seit 1913 lernte.
Castaro, Antonio. — Rom. Um 1615
Em geschickter Lautenmacher, dessen Name nach Baron »Corta-ro« lauten soll; s. d.
Fl
orenz.
1806.
Castellani, Bartolomeo. tum 1820
Er wohnte Via da S. Trinitä. Seine Geigen, die nur selten vorkommen, sind nicht hervorragend, dagegen baute er sehr gute Gitarren.
Geigenzettel : Bartolomeo Castellani / fece in Firenze, l'anno / 1816 in Via S. Tnnitä (gedruckt).
Castellani e Figlio. — Florenz. 1900
Inhaber des Geschäftes ist jetzt P. Ballerini.
Castellani, Luigi. — Florenz Geb. 1809, f 1884 Sohn und Schüler von Pietro C. Tüchtiger Kontra- bassist. Er baute selbst keine Geigen, war aber ein vor- trefflicher Reparateur und berühmt wegen seiner aus- gezeichneten Gitarren. Er wohnte Via Calimaruzza, 1866 verband er sich mit G. Scarampella. Wegen seiner Kennerschaft und Geschicklichkeit im Wiederherstellen ernannte ihn das Florentiner Konservatorium zum Kon- servator der Instrumentensammlung. Nach seinemTode ging sein Geschäft auf P. Ballerini über.
Castellani, Pietro. — Florenz. 1780. f 1820 Von ihm kennt man ziemlich gute Geigen und beson- ders Gitarren und Mandolinen.
Castelli, Tomaso. — Brescia. 1 623
Ein bisher nicht bekannter Brescianer, von dem Fritz Wildhagen in Haiensee eine Violine mit ausgeschweif-
ten Korpusumnssen, C-Löchern und einem schön ge- schnitzten Mädchenkopf am Wirbelkasten besitzt. Geigenzettel: Tomaso Castelli / fecit a Brescia 1623 (geschrieben).
Castello, Paolo. — Genua. 1 750. 1 780
Seine Arbeit ist äußerlich sehr schön, erinnert an die der Gagliam und geht auf das Amatimodell zurück. Im allgemeinen ist er trotz alledem nicht sehr geschätzt, da er oft nur mittelmäßiges Holz verwendete. Sein gelber Lack ist dagegen nicht schlecht. Eine seiner schönsten Geigen, ein wahres Prachtexemplar aus der Spätzeit des italienischen Geigenbaues, ist aus der Sammlung Snoeck (Nr. 508) in die staatl. Sammlung in Berlin übergegangen. Geigenzettel: Abb. 129.
Castendorfer, Melchior. — Nördlingen. 15. Jahrhundert
Er wird als Lautenmacher bezeichnet und war ein Sohn des Stephan C. Sein Name kommt aber weder in der Nördlingischen Geschlechtshistone (gedruckt 1801) noch im Bürgerbuche vor, so daß als sicher angenom- men werden kann, daß er nur vorübergehend — viel- leicht als Gehilfe des Vaters — m Nördlingen ansässig war.
Castendorfer, Michel. — Erfurt. 15. Jahrh.
Sohn des Stephan C, Lautenmacher. — Bedauerlicher- weise ließ sich auch in Erfurt über diesen Meister nichts ermitteln.
Castendorfer, Stephan. — Nürnberg, Breslau,
Nördlingen usw. 1464. 1499
Von ihm weiß ich wohl, daß er 1460 in Nürnberg als Orgelbauer tätig war und dort als »Stephanus de Bra- tislavia« in Urkunden erscheint, dann wieder in Breslau lebte, die alte Orgel in der Georgskirche in Nördlingen von 1 466— 1 486 erbaut hat und 1 496— 1 499 in Schweid- nitz arbeitete. Ob er je Lauten und Geigen machte, steht nicht fest, ist aber wahrscheinlich, da seine Söhne als Lautenmacher bezeichnet werden. Er ist identisch mit dem in dem Werke : Scriptores rerum Silesiacarum III, S. 134 genannten Orgelmacher Stephan Kaschen- dorf . An der Stelle der Breslauer »Libri Signaturarum<', an der die in den »Script, rer. Sil.« erwähnte Eintragung von 1464 steht, kann man ebensogut Kaschendorf als Kasthendor*^ lesen.
Castorino, Lorenzo. — Aci Reale (Sizilien)
Sizilianischer Geigenmacher des 19. Jahrhunderts, der nicht ungeschickt war.
Geigenzettel: Lorenzo Castorino , Abitante in ,4ci Reale (gedruckt).
Castro. — Venedig. 1680. 1720
Er hatte meist nur ein schlechtes Modell, nahm aber gutes Holz; im übrigen ist seine Arbeit handwerks- mäßig, die F-Löcher häßlich in der Zeichnung und rohgeschnitten, der Lack von roter Farbe, aber sehr armselig. Einzelne Geigen hat er nach Stradivari ge- t-aut. Am besten sind seine Bässe. Ein Kontrabaß von ihm, der seines edlen Tons wegen sehr geschätzt wird, befindet sich in der Dresdener Hofkapelle.
Castrucci — Cavalorio
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Castrucci, Pietro. Anf. d. 18. Jahrhunderts
Ein Geiger, der während seines Aufenthaltes in Eng- land ein Streichinstrument nach Art der Liebesgeigen erfand, das er »Violetto marina« nannte, was h'er nur erwähnt wird, da Händel für dieses Instrument einiges geschrieben hat.
Catenar, Gaetano. — Pavia. 1639. 1670
In Pavia sollen sich noch Violen und Gamben mit der Ortsangabe und diesen Jahreszahlen erhalten haben. Dieser Catenar könnte als der Stammvater der später in Turin vorkommenden Familie betrachtet werden. Geigenzcttel : Gaetano Cattenaro / Fecit Paviae Anno 1670 (gedruckt).
Catenari, Enrico. — Turin. 1671, soll 1746 noch gelebt haben
Die Schreibweise des Namens schwankt; man findet Catenar, Gattinari usw. angegeben. Er soll der Vater, nach anderen ein Bruder des Francesco gewesen sein und war vielleicht auch mit Catenar in Pavia verwandt. Die Behauptung, daß er ein Schüler von Cappa ge- wesen sei, kann nicht begründet werden, in seiner Ar- beit steht er den Stradivari-Nachahmern nahe. Vidal teilt nebenstehenden Zettel mit : Henricus Catenar / fecit Taurini anno 1671 (gedruckt).
Catenari, Giuseppe Francesco. — Turin. 1 703' 1720
Wahrscheinlich Sohn von Enrico C. — Er verwendet ein ziemlich hohes Modell und dicken, roten oder rot- braunen Lack. Vidal beschreibt eine gute Violine dieses Meisters im Besitz des Marquis de St. Hilaire in Paris. Der Name erscheint hier »Gattinari« geschrieben. Eine Violine von ihm mit der Jahreszahl 1 703 besitzt Maler Julius von Thury in Budapest.
Geigenzettel : Francesco Gattinari ' Fecit Taurini Anno Domini 1 703 (gedruckt). — Joseph Franciscus Catenar/ Fecit Taurini anno 1 720 (geschrieben).
Cateni, Pietro. — ? 1722
Withers in London bot eine Violine mit diesem Na- men für 25 £ an.
Cati, Pierantonio. — Florenz. 1 738. 1 760
In der Arbeit hat er manches mit Gabrielli gemeinsam, ohne ihm gleichzustehen. Sein Modell geht auf Stradi- vari zurück, sein Lack ist meist braunorange, das Holz oft nicht besonders schön, der Ton aber kräftig. Eine Taschengeige von 1741 (»Terzinodi Violino« Nr. 756). besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln. Geigenzettel: Abb. 108.
Cattas, J.H. — Kassell828
Ein Hofmusiker, der sich auch mit dem Ausbessern alter Instrumente beschäftigte.
Causbin (Coussin), Frangois. — Neufchäteau
(Vogesen). 1845. 1881
Ein begabter Nachahmer der Italiener, der seine Geigen sehr hübsch ausführte und besonders geschickt war.
den alten Lack mit all seinen zufälligen Mängeln zu imitieren. Er baute meist nach einem kleinen Modell. Er kam alljährlich mit seinen Geigen nach Paris, und da diese auch gut im Ton waren, brachte er sie leicht bei Händlern an. Gar mancher, der sich im Besitze einer echten Cremoneser wähnt, hat nur eine »Caussin«. Er machte auch allerlei Versuche, so besaß C. C. Snoeck eine Violine von ihm mit acht Saiten und sechs F- Löchern. Nicolas C. und Hipolyte C. (1878) waren gleichfalls sehr geschickt.
Caussin, Fran^ois-Hippolyte. — Rouvres-la- Chetive (bei Neufchäteau). 1845. 1870
Sohn von Fran^ois C, der ganz in der Art seines Vaters arbeitete.
Geigenzettel: Caussin Luthier / Neufchäteau (Vosges) (gedruckt).
Caussin, Nicolas.
1860
Paris, Neufchäteau. 1850.
Sohn von Francois C. Er war kurze Zeit in Paris an- sässig, kehrte 1857 wieder nach Neufchäteau zurück und war fast immer für seinen Bruder tätig. Auch er war wie dieser ein geschickter Nachahmer alter Violinen.
Cavaleri, Giuseppe. — Genua. 1732. 1747
Man kennt verschiedene gute Geigen von ihm; wenn sie nur selten vorkommen, so liegt es daran, daß die Händler seine Arbeiten gerne mit berühmteren Namen versehen haben.
Geigenzettel : Joseph Cavaleri fecit / Genuae anno sa- lutis 17.. (gedruckt).
Cavalli, Arlstide. — Cremona. Geb. 12. April 1856 in Cremona
Sohn von Savino C. und Schüler von G. Beltranni, dessen Nachfolger er auch 1882 wurde. Er baut haupt- sächlich Violinen nach eigenem Modell. Seine Arbeit erinnert an die Beltramis und Ceruttis. Er weicht jedoch von seinen Vorbildern in den Umrißlinien und den Stärkeverhältnissen stellenweise ab. Sein Lack ist recht gut. Er führt als Ladenschild: 'Claudio Monteverdi's (Schöpfer des Musikdramas 1567 — 1643).
Geigenzettel: Abb. 147.
Cavalli, Savino. — Cremona. 1850. f 1861
Tüchtiger Musiker, der auch einige gute Violinen ge- baut hat.
Cavallini & Figlio, Luigi. — Arezzo
Streich- und Blasinstrumentenmacherfirma der Gegen- wart. An manchen ihrer Mandolinen sitzen die Wirbel in einer halbrunden Metallscheibe.
Cavalorio (Cavalerio ?)
Vidal nennt einen Geigenmacher dieses Namens und gibt 1725 als Jahreszahl und Genf als Ort an. Sollte nicht Cavaleri und Genua gemeint sein?
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^avani
— Cerin
Cavani, Giovanni. — Spilamberto (Modena). Geb. 13. Aug. 1851
Sohn von Domenico C. und Teresa geb. Merli. Ge- schickter Streichinstrumentenmacher und nicht minder tüchtiger Glockengießer. Als Sohn eines Tischlers, der als Dilettant auch Musikinstrumente machte, kam er zuerst darauf, sich im Geigenbau zu versuchen, und ohne einen anderen Lehrer gehabt zu haben, brachte er es zu einer großen Fertigkeit sowohl im Neubau als in der Reparatur. Er besitzt mehrere Medaillen und ist Lieferant der Konservatorien m Parma und Bologna. Medaille 1901 . Leider sind seine letzten Arbeiten nicht mehr so gut wie früher. Vgl. A. G. Spinelli »Giov. Cavani«. Modena 1901.
Cecco s. Ceko Cecherini s. Cicchenni
Cejka, Johann. — Ödenburg (Sopron). f um 1879
Sohn
von
Jos. G.
Cejka s. auch Czejka
Cejka, Josef. — Saar, Prag, Chrudim. Geb. um 1781 in Saar (Zd'ar in Mähren), f 7. Aug.
1859 in Chrudim
Er scheint in Prag gelernt zu haben wenigstens ist eine von ihm gebaute Geige, die er dort in seinem achtzehn- ten Jahre gemacht hat, bekannt. Er lebte dann bis etwa 1837 in Saar, wo er 1820 in zweiter Ehe Franziska Vorlicek heiratete. Ende 1837 erlangte er das Bürger- recht der königl. Leibgedingstadt Chrudim, doch scheint er auch hier als Geigenmacher nicht auf seine Rechnung gekommen zu sein, da er nebenbei noch einen »Kleinhandel« betreiben mußte. Seine Geig3n waren sauber gearbeitet und klangen gut.
Geigenzettel : Joseph Czejka / b. Instrumentenmachei / in Chrudim 1847 / reparava (sie) (gedruckt). — Josef Cejka/ Instrumenta? Praha 1797 (gedruckt).
Cejka, Severin. — Chrudim. 1851. f 4. Juni
1901
Jüngster Sohn von Josef C. Musikinstrumenten- macher.
Geigenzettel : Sewerin Cejka / hotovitel hudebni'ch na- strojii / v Chrudime (gedruckt).
Ceko (Cecco), Cristoforo. — Venedig. 1654 Lauten- und Violenmacher dritten Ranges.
Celani, Emiho, gen. il Turco. — Ascoli Piceno.
1880. 1894
Er baute Geigen, Mandolinen und Gitarren und war auch als Reparateur nicht ungeschickt.
Geigenzettel : Restaurato da Emilio / Celani (gedruckt).
Celentano. — Neapel Mandolinenmacher.
Celionatus s. Celoniato
Cellier. — Hamburg. 1840. 1855. 1864
Ein K. Cellier lebte anfangs der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts in Hamburg; schon 1844 heißt die Firma »Cellier & Sohn«, auch »Cellier & fils« und 1855 nur F. Cellier. Der letztgenannte war wohl der Sohn, der aber noch 1864 die Firma J. Celller & Fils ange- wendet hat. Die Arbeiten mit ihren Zetteln sind nicht schlecht, am besten die Violoncelli. Doch scheinen diese öfters von anderen Geigenmachern (J. J.C. Sauke u. a.) gebaut zu sein, oder aus Mirecourt zu stammen. Geiaenzettcl : K. Cellier. / Luthier / Hamburg (gedr.). und Abb. 143.
Cellini, Giovanni. — Florenz. Geb. um 1460, t 1527 oder 1528 an der Pest
Der Vater des berühmten Goldschmieds und Erz- gießers usw. Benvenuto Cellini. Ursprünglich Archi- tekt, wie sein Vater, verlegte er sich — ein echter Renaissancemensch — auf viele Künste, ward Rats- pfeifer und wollte auch aus Benvenuto einen Musiker machen. Dieser schreibt von ihm in seiner Autobio- graphie: »Mein Vater machte zu selbiger Zeit (um 1505) wundersame Orgeln mit hölzernen Pfeifen, Klaviere, so schön und gut, als man sie damals nur sehen konnte, Violen, Lauten und Harfen auf das Beste ... Er ar- beitete wundersam in Elfenbein und war der erste, der in dieser Kunst etwas leistete.«
Celoniato, Gian Francesco. — Turin. 1730.
1737
Wenn er, seinem Modell nach zu urteilen, auch Amali und Bergonzi gekannt hat, so steht er doch noch unter dem Einflüsse Cappas. Die Arbeit ist ziemlich gut, be- sonders schön aber sein gelber Lack. Die oft wieder- kehrende Lesart Celionatus scheint auf einem Druck- fehler zu beruhen. Eine Viola d'amore von 1732 besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln. Es soll auch Geigenzettel geben, auf denen nur der Taufname Franciscus vorkommt. Seine Violoncelli sind gewöhn- lich sehr gut im Ton. Im Jahre 1905 wurde ein solches in Wien für 4000 Kronen ausgeboten.
Geigenzettel: Joannes Franciscus Celionatus fecit / Taurinl anno Domini 1 737 (gedruckt). — Abb 1 09 und 119.
Centurio, Giuseppe. — Padua. 1750. 1780
Von einem Gelgenmacher erhielt ich die folgende Ab- schrift eines Zettels, der sich in einer gut gebauten, an Amati erinnernden Geige befunden haben soll: «Jos. Certurio Tiburtinus f. in Padua 1780«. Danach wäre anzunehmen, daß er aus Tibur, d. i. Tivoli bei Rom, stammte. Es Ist dies jedenfalls derselbe Geigenmacher, der auch unter dem Namen »Tibontimus« genannt wird. Andere lesen sogar »Conlusia Tibertimus«. Da ich keinen Originalzettel zu Gesicht bekommen habe, muß ich alle Konjekturen vermeiden.
Cerin, Marco. — Venedig. 1610
Eine prächtige Laute mit geschnitztem Männerkopf, bei der nur die Einlage etwas plump erscheint, befindet sich in der Königl. Sammlung alter Musikinstrumente in
Cerin — Chalon
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Berlin (Nr. 702). Der Name kann hier allerdings auch Perin statt Cerin gelesen werden ; auch die Jahreszahl möchte ich etwas anzweifeln. Geigenzettel : Marco Cerin fece in Venezia 1610 (gedr.).
Cerin, Marco Antonio. — Venedig. 1 780. 1 824
Vielleicht ein Abkömmling von Marco Cerin. —Er be- zeichnet sich als einen Schüler Ans. Belosios; seine Arbeit ist schön, sein Lack blaßgelb oder sattrot und das Modell dem des Stradivari ähnlich. Geigenzettel: Abb. 138.
Cermak, Josef. — Böhmisch-Schumburg (Sumburk). 1889. 1895
Musikinstrumentenmacher, von dem mehrfach Arbei- ten vorkommen.
Geigenzettel : Josef Cermäk / V Ceskem Sumburku u Tannwaldu (gedruckt).
Cermäk, Josef A. — Kutnä Hora (Kuttenberg). Geb. in Pasek a. d. Iser am 17. Jan. 1874
Schüler von Benj. Patocka. Er ließ sich im Jahre 1898 in Kuttenberg nieder, wo er seine eigene Werkstatt er- öffnete. Er baut nach Amati, Stainer, Stradivari und Guarneri und verwendet goldgelben und feungroten Lack. Er arbeitet sorgfältig und besitzt die silberne Staatsmedaille. Geigenzettel: Abb. 144.
Certinetti s. Nigetti
Cleruttl, Enrico. — Cremona. Geb. 1808, t 20. Okt. 1883
Sohn des Giuseppe C. und der letzte Geigenmacher der Familie. Wenn er auch so wenig wie irgendein an- derer Geigenmacher des 19. Jahrhunderts die großen Cremoneser Meister erreichte, so hat er doch An- erkennenswertes geleistet ; namentlich seine Violoncelli gelten als wertvolle Arbeiten. Er hat an 400 Geigen ge- baut und beschickte alle größeren Ausstellungen, die ihn mit Medaillen auszeichneten. Seine letzte Arbeit war 1881 in Mailand ausgestellt. Er wohnte Via Borgo SperaNr. 14. Geigenzettel: Abb. 146.
Cerutti, Giov. Battista. — Cremona. Geb. um 1755, t nach 1817
Er war Lorenzo Storionis Schüler und Nachfolger, dessen Geschäft in der Via di Coltellai er 1790 über- nahm. Krankheitshnlber mußte er seine Werkstatt schon vor seinem Tode semem Sohne übergeben. Er i-baute nach Guarneri, seltener nach Stradivari, zumeist aber nach dem großen Amatimodell, ungefähr 500 In- strumente. Sein Lack ist verschieden, von hellem Bern- steingelb bis zum tiefsten Rot. Manchmal nahm er auch verschiedene Farben für die Decke und den Boden. Er war freilich auch kein ebenbürtiger Nachahmer seiner großen Vorgänger, aber man erkennt in seinen Arbeiten doch noch die Traditionen der Schule, aus der er her- vorgegangen ist. Der Tjon ist edel und hat durch das Alter naturgemäß sehr gewonnen. Geigenzettel: Abb. 136, Brandmarke Nr. 25.
Cerutti, Giuseppe. — Cremona. Geb. um 1787, f 1860 zu Mantua
Sohn und Nachfolger von Giovanni Batt. C, den er jedoch nicht ganz erreicht. Er bevorzugte ein kleines, zierliches Modell und schönes, am Boden enggeflamm- tes Holz und verv.endeterötlichgelben oder gelben Lack. Seine F-Löcher sind sauber geschnitten, dagegen stehen seine Schnecken oft ein wenig seh lef und haben schlechte Rundungen. Seine bcsserenGeigen, die nußer dem Zettel auch die Brandmarke G. C. tragen, werden schon mit sehr hohen Preisen bezahlt. Er war auch sehr geschickt als Verfertiger geodätischer Instrumente und berühmt wegen seiner kunstreichen Wiederherstellungen alter Geigen.
Geigenzettel : Josephus Cerutti f ilius Joannis Baptis- / tae Cremonensis fecit anno 1830 (gedruckt). Brand- marke Nr. 26.
Cerrutti, Sebastian. — Piemont. 1615
Dieser Lautenmacher, den Valdrighi (4486) erwähnt, dürfte ein Vorfahr der Cremoneser Familie gleichen Namens gewesen sein.
Cervella, Giovanni. — ?
Italienischer Geigenmacher des 18. Jahrhunderts.
Cervo, Giovanni. — S. Angelo. 1489
Einer der ältesten italienischen Lautenmacher, den Val- drighi (3979) aufzählt.
Cesana, Carlo. — Carate (Brianza). 1898 Guter Mandolinenmacher.
Chalin pere. — Pont-ä-Mousson. 1865 Ein Liebhaber, dessen Zettel A. Jacquot mitteilt.
Challard. — Montpellier, Herault. 1898
Erfinder einer Neuerung an Lauten, Mandolinen, Gi- tarren usw.
Challiot, Antoine. — Paris. 1778. 1816
Anfangs baute er auch Lauten und Gitarren, aber bald verlegte ersieh ganz auf den Bau von Harfen. Er wohnte erst Faubourg St. Antoine und zog dann nach Faubourg St. Martin. Sein Sohn Pierre (f 1839) und sein Enkel Etienne waren seine Nachfolger. Eine Pedalharfe von ihm im Empirestil besitzt das .vlusikhistorische Museum in Stockholm, eine ebensolche W. Heyers Musikhistori- sches Museum in Köln.
Challoner, Thomas. — London. 18. Jahrh.
Seine Arbeit geht, wie die der meisten seiner Zeit- genossen, auf das Stainermodell zurück; übrigens könnte er ein Schüler von Wamsley gewesen sein.
Chalon, Fr. — CHälons-sur-Marne. 1812
Er nennt sich »Luthier et facteurd'instruments ä vent« und hat nur in seiner letztgenannten Eigenschaft Be- deutung. Seine Geigen sind von mittelmäßiger Arbeit, auch wenn er sie nach Maggini baute und doppelt ein- legte.
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Chalupätzky — Chanot
Steingrub b. Eger.
Chalupätzky, Anton. 1900
GeigenmacKer der Gegenwart, der für den Handel ar- beitet.
Champion, Jean-Baptiste. — Paris. 1 783. 1 808
Vielleicht ein Sohn von Rene Ch. Geigen von ihm sind nicht bekannt, wohl aber schön eingelegte, sechssaitige Gitarren.
Champion de St. Juhen, Rene. — Paris. 1730. 1770
Er wohnte 1735 in der Rue des Bourdonnois und 1748 in der Rue des vieilles Odriettes. Seine Geigen sind hoch ge<\'ölbt und verraten die Schule Guersans oder Boquays. Gelber l.ack von guten Eigenschaften und brave Arbeit. Auf den meisten Zetteln fehlt der Zusatz de St. Julien nach dem Namen. Seine Witwe führte noch 1775 bis 1777 das Geschäft fort. Eine Bratsche findet sich aus der Sammlung Snoeck (Nr. 470) in Berlin.
Geigenzettel: Rene Champion de St. Julien, rue des vieilles Odriettes / au coin de l'echelledu temple ä Paris 1748 (gedruckt). — Abb. 104.
Channon, Fred William. — Plymouth. Geb. 1862 in Totness
Ursprünglich Kunsttischler, begann er im Jahre 1891 seine erste Geige zu machen und wurde ein geschickter englischer Geigenmacher, der vornehmlich nach Stra- divaris »Tuscan« arbeitet und bereits viele Medaillen erhielt.
Geigenzettel : Made by Fred : W. Channon / No. . . Plymouth. ' Medals 1893 1890 1889 1883.
Chanot, Francis. — Paris. Geb. 1787 oder 1788 zu Mirecourt, f 1823 zu Brest (Roche- fort)
Sohn von Joseph Ch. und der Catherine geb. Beur- douche. Er war von Beruf Marineingenieur und besaß ein reiches Wissen. Zu einer unfreiwilligen Muße wäh- rend der Zeit der Restauration gezwungen, nahm er einen Lieblingsgedanken seiner ersten Jugendjahre wie- der auf und machte allerlei akustische Versuche, um den Ton der Geigen zu verbessern. Er glaubte dies durch eine Veränderung im Bau zu erreichen, und um die Holzfasern in ihrer ganzen Länge zu erhalten, was er für nötig hielt, konstruierte er 1817 eine Geive, deren Körper sich der eckenlosen Form der Gitarre nähert. Neu war dieser Versuch nicht, und Gamben usw. hat man fast zu allen Zeiten mit abgerundeten Ecken ge- baut. Chanot erhielt aber 1818 ein Patent auf seine Er- findung, die vom »Institut* glänzend begutachtet wurde, und hoffte eine Revolution im Geigenbau herbeiführen zu können. Da er selbst nicht Geigenmacher war, richtete er bei dem Orgelbauer Lete eine Werkstatt zum Bau von Geigen ein, in der er seinen Bruder Georges Ch. und J. B. Vuillaume beschäftigte. Der Ton seiner Gei- gen ist zwar vo