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THIS BOOK IS DUE ON THE DATE INDICATED BELOW AND IS SUB- JECT TO AN OVERDUE FINE AS POSTED AT THE CIRCULATION DESK.
DIE
NATURGESCHICHTE
DES
CAJÜS PLIMUS SECÜNDÜS.
INS DEUTSCHE ÜBERSETZT UND MIT ANMERKUNGEN VERSEHEN
Prof. Dr. G. C. WITTSTEIN
in München.
ERSTER BAND:
(I-VL Buch)
Dedication, Inhaltsverzeichniss, Kosmographie und Geographie.
LEIPZIG.
Druck und Verlag von Gressner & Schramm. 1881.
Vorrede.
Cajus Plinius Secundus wurde im Jahre 23 nach Christi Geburt (im Jahre Rom's 775, im neunten Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius) zu Como geboren, und starb unter Titus, im Jahre 79 nach Christo, dem sechsundfünfzigsten Jahre seines Alters bei einem Ausbruche des Vesuvs, dem- selben, der auch die beiden Städte Pompeji und Herculanum verschüttete. Sein Vater hiess Celer, seine Mutter Marcella, durch welche er mit Pomponius Secundus verwandt war, und von deren Familie er den Namen „Secundus" erhielt. Er that zuerst Kriegsdienste in Deutschland unter der Regierung des Kaisers Claudius, verwaltete nachher mehrere bedeutende Civil- und Militairämter unter Nero und Titus Vespasian, und commandirte zuletzt die Flotte zu Misenum.
Was wir ausserdem noch Näheres von dem Leben, Wirken und dem Tode unsers Plinius wissen, enthalten zwei Briefe seines Neffen, die daher hier folgen sollen.
C. Plinius Caecilius x) an seinen Freund Macer2)
(III. Buch. 5. Brief.) „Es ist mir sehr angenehm, dass Du die Werke meines Oheims so fleissig liesest, da^s Du wünschest, sie alle zu
*) C. Plinius Caecilius Secundus, wurde 62 n. Chr. zu Como geboren, erwarb sich als gerichtlicher Redner viel Beifall in Rom, war unter Doniitian Prätor, unter Nero und Trajan Consul, dann Augur und zu- letzt Statthalter in Bithynien. Seine Mutter hiess Plinia und war des Plinius Secundus Schwester; sein Vater, der aber früh starb, hiess C. Csecilius.
2) Btebius Macer, ein angesehener Römer, bekleidete 101 n. Chr. die Würde eines Consul suftectus (der beim Todesfall eines Consuls
1
D. H. HILL LIBRARY North Carolina State College
2 Vorrede.
besitzen und zu wissen, welche es sind. Ich will daher die Rolle eines Anzeigers übernehmen, und Dir zugleich be- merken, in welcher Ordnung er sie geschrieben hat, denn auch diess erfährt der Studierende gern.
Ein Buch Ueber das Spiesswerfen der Reiterei. Dieses verfasste er als Befehlshaber eines Flügels1) mit ebenso viel Scharfsinn als Sorgfalt.
Zwei Bücher Lebensbeschreibung desPomponius Secundus,2) der ihn zärtlich liebte, und dem er, gleichsam als schuldigen Tribut, darin die Erinnerungen an seinen Freund darbrachte.
Zwanzig Bücher Ueber die Kriege in Deutsch- land, worin er alle von den Römern mit den Deutschen geführten Kriege beschreibt. Ein Traum veranlasste ihn dazu, als er in Deutschland diente. Ihm erschien nämlich die Gestalt des Drusus Nero3), der in Deutschland grosse Siege erfochten hatte und daselbst gestorben war; er empfahl sich seinem Andenken und bat, er möge ihn der Vergessen- heit entziehen.
Drei Bücher betitelt Der Zögling, wegen ihrer Stärke in sechs Bände vertheilt, in welchen er den Redner von den ersten Elementen an behandelt und endlich vollendet darstellt.
während der Amtsführung für die noch übrige Zeit des Jahres ge- wählt wurde und weniger Ansehen hatte als der, welcher das Jahr begonnen [Consul Ordinarius].) *) ala, 300—500 Reiter.
2) Lucius Pomponius Secundus, aus Verona gebürtig, war zweimal, in den Jahren 29 und 36 n. Chr. Consul und im J. 41 Oberfeldherr über die Legionen in Deutschland.
3) Drusus Nero Claudius, Sohn des Claudius Tiberius Nero und der Livia Drusilla (welche, als sie noch mit ihm schwanger ging, von ihrem Gatten dem Augustus abgetreten wurde), Bruder des Tiberius,. Gemahl der jüngeren Antonia, des Antonius und der Octavia Tochter focht 11—9 v. Chr. erfolgreich gegen die Germanen, starb zu Main& in Folge eines Sturzes vom Pferde, mit Hinterlassung von 3 Kindern, des Drusus Germanicus, der Livilla und des nachmaligen Kaiser» Claudius.
Vorrede. 3
Acht Bücher Ueber zweifelhafte Fälle im Aus- druck. Diese schrieb er in den letzten Jahren der Regierung des Nero1), wo die Tyrannei jede freiere und erhabenere Art von Studien gefährlich machte.
Einunddreissig Bücher einer Fortsetzung der von Aufidius Bassus begonnenen Geschichte2).
Siebenunddreissig Bücher einer Naturgeschichte, ein umfassendes, gelehrtes Werk und so mannigfaltig, als die Natur selbst3).
Wirst Du nicht erstaunen, dass ein mit Geschäften überhäufter Mann so viele Bücher schreiben und in manchen derselben so schwierige Gegenstände behandeln konnte? Dein Erstaunen wird sich noch vermehren, wenn ich hinzu- füge, dass er eine Zeitlang Rechtsgeschäfte trieb, dass er im sechsundfünfzigsten Jahre starb, und dass ihm die Zwischenzeit theils durch die wichtigsten Aemter, theils durch die Freundschaft der Fürsten zerstreut und in An- spruch genommen wurde. Aber er besass einen lebhaften Geist, unglaublichen Fleiss und seine Wachsamkeit war von grösster Ausdauer. Mit den Vulcanalien4) fing er bei Einbruch der Nacht an zu arbeiten, nicht des Herkommens wegen, sondern aus Eifer, im Winter aber von der siebenten, spätestens achten, oft aber schon von der sechsten Stunde
') Claudius Caesar Domitianus Drusus Germanicus Nero, Sohn des Doniitius Ahenobarbus und der jüngeren Agrippina, geb. 36 n. Chr. ward mit Octavia, des Kaisers Claudius Tochter, vermählt, und nach des letzteren Ermordung 54 n. Chr. Kaiser, Hess sich 68 n. Chr. von einem Freigelassenen, Epaphroditus , erstechen.
2) Aufidius Bassus lebte unter den Kaisern Augustus und Tiberius und schrieb eine Geschichte seiner Zeiten, die wir aber nicht mehr besitzen.
3) Von allen diesen Schriften ist nur noch die Naturgeschichte vorhanden.
') Am 23. August. Man opferte bei diesem Feste dem Vulkan ein röthliches Kalb und ein wildes Schwein, damit er alle Feuers- brünste abhalten möge.
1*
4 Vorrede.
an.1) Er war sehr sparsam mit dem Schlafe, der ihn daher auch zuweilen beim Arbeiten überfiel, doch auch wieder verliess. Vor Anbruch des Tages ging er zum Kaiser Vespasian2), der ebenfalls bei Nacht arbeitete, dann zu den ihm obliegenden Geschäften. Nach Hause zurückgekehrt, widmete er die übrige Zeit den Studien. Nach dem Mit- tagsmahl, das, wie bei den Alten, aus leichten Speisen bestand, legte er sich oft im Sommer zur Erholung in die Sonne, las in einem Buche, notirte und excerpirte, denn aus allem, was er las, machte er Auszüge. Auch pflegte er zu sagen, es sei kein Buch so schlecht, dass es nicht etwas nützen könne. Nach dem Sonnen nahm er meistens ein kaltes Bad, ass etwas und schlief ein wenig. Dann studirte er, als ob ein neuer Tag angebrochen sei, bis zur Zeit des Abendessens.3) Während der Tischzeit las er in einem Buche und machte Bemerkungen, jedoch nur flüchtig. Ich erinnere mich, dass, als einst der Vorleser etwas un- richtig ausgesprochen hatte und ein gleichzeitig anwesender Freund den Satz wiederholen liess, mein Oheim fragte: „Du hattest es doch verstanden"? und, als jener diess bejahete, fortfuhr: „warum liessest Du es denn wiederholen? Durch Dein Zwischenreden haben wir nun schon zehn Zeilen verloren". So karg war er mit seiner Zeit.
Im Sommer erhob er sich noch bei Tage von der Abend- tafel, im Winter bei einbrechender Nacht, und diese Ord- nung beobachtete er wie ein Gesetz. So hielt er es mitten unter Geschäften und im Geräusche der Stadt. Auf dem Lande war bloss die Badezeit von gelehrter Thätigkeit frei; doch meine ich damit nur die Zeit, wo er sich im Bade selbst befand, denn während des Entkleidens und Ab- trocknens liess er sich vorlesen oder dictirte etwas. Auf
') Also nach unserer Zeitrechnung um ein, zwei oder zwölf Uhr Mittags.
2) Titus Flaviuc Vespasianus, Sohn des Vespasianus, geh. 40 n. Chr., wurde nach des letzteren Tode 79 Kaiser, starb aher schon 81, wie man glaubt an Vergiftung durch seinen Bruder Domitian.
3) Ccena, die Hauptmahlzeit der Römer.
Vorrede. 5
Reisen, gleichsam von jeder Sorge entbunden, war diess seine einzige Beschäftigung. Zur Seite sass ihm dann ein Schreiber mit Buch und Schreibtafel, der im Winter Hand- schuhe trug, damit selbst die Rauhigkeit der Witterung ihm keine Zeit zur Thätigkeit rauben möchte. Aus diesem Grunde Hess er sich auch zu Rom in einem Stuhlwagen fahren. Als ich einmal spazieren ging, tadelte er mich mit den Worten: „Du solltest diese Stunden besser anwenden." Er hielt nämlich alle Zeit, die nicht zur Thätigkeit ver- wendet würde, für verloren. Auf solche Weise war es ihm möglich, jene Anzahl von Schriften zu vollenden; mir hinter- liess er noch 160 Erläuterungen auserlesener Bücher, welche auch auf der Rückseite des Papiers und sehr klein ge- schrieben waren, so dass sich ihre Zahl eigentlich ver- doppelt. Er selbst sagte, er habe als Procurator in Spanien diese Erläuterungen dem Largius Licinius1) für 400,000 Sesterzen verkaufen können, und damals waren ihrer doch weit weniger.
Dünkt Dich nicht, wenn Du bedenkst, wie viel er ge- lesen und geschrieben hat, er könne weder öffentliche Aemter bekleidet, noch der Kaiser Freundschaft genossen haben? Ferner, wenn Du hörst, welchen Fleiss er auf Amtsarbeiten verwendet, er könne weder zum Schreiben noch zum Lesen die nöthige Zeit gehabt haben? Denn, was kann nicht durch jene Abhaltungen vereitelt, was hingegen durch solche Beharrlichkeit ermöglicht weiden? Ich pflege daher zu lachen, wenn man mich fleissig nennt, denn mit ihm verglichen gehöre ich zu den unthätigsten. Thue ich aber nur so viel, als theils meine öffentlichen, theils meine Pflichten gögen die Freunde mir erlauben? Wer von denen, welche ihr ganzes Leben den Wissenschaften weihen, möchte nicht, ihm zur Seite gestellt, als ein dem Schlafe und dem Müssiggange Ergebener erröthen?
*) War Praetor und wurde dann Legat in Kleinafrika, wo er beim Genuss einer Trüffel auf einen Denar biss und die Vorderzähne ein- büsste.
6 Vorrede.
Ich habe diesen Brief sehr ausgedehnt, obgleich ich nur, Deinem Wunsche gemäss, schreiben wollte, welche Werke mein Oheim hinterlassen hat. Ich glaube jedoch, dass Dir die übrigen Nachrichten von ihm nicht weniger ange- nehm sein werden, als die Bücher selbst, weil sie Dich nicht nur zum Lesen derselben sondern auch zu ähnlichen Ausarbeitungen anregen können. Lebe wohl."
C. Plinius Caecilius an seinen Freund Tacitus.1) (VI. Buch. 16. Brief.)
„Du wünschest, dass ich Dir über den Tod meines Oheims schreibe, damit Du ihn der Nachwelt um so ge- treuer berichten kannst. Ich danke Dir dafür, weil ich sehe, dass seinem Tode, wenn er von Dir verherrlicht wird, ein unsterblicher Ruhm bevorsteht. Denn, obgleich er bei dem Untergange der schönsten Gegenden, gleichwie Städte und Völker durch einen denkwürdigen Umstand als ewiger Sieger gestorben ist; obgleich er sehr viele und eine feste Dauer versprechende Werke geschaffen hat, so wird doch die Unsterblichkeit Deiner Schriften seinem steten Andenken das grösste Gewicht geben. Zwar halte ich diejenigen für glückselig, denen die Götter verliehen haben, entweder so zu handeln, dass es schreibenswerth, oder so zu schreiben, dass es lesenswerth ist; jedoch scheinen mir diejenigen die glückseligsten zu sein, denen beides zu Theil wurde. Unter die Zahl der letzteren wird mein Oheim durch seine und Deine Schriften gehören; um so freudiger empfange, ja fordere ich Deinen Auftrag.
Er befand sich zu Misenum2) und befehligte die kaiser- liche Flotte. Am 24. August um 1 Uhr Mittags meldete ihm meine Mutter, es zeige sich eine Wolke von unge-
') C. Cornelius Tacitus, berühmter römischer Geschichtsschreiber, Jurist und Redner, geb. 60 n. Chr.
2) Stadt und Vorgebirge bei Cuma; in Campanien; jetzt findet man noch Trümmer der Stadt.
Vorrede. 7
■wohnlicher Grösse und Gestalt. Er hatte kurz zuvor ein kaltes Bad genommen, kaltes Wasser getrunken, lag wie gewöhnlich in der Sonne und studirte, forderte aber sogleich seine Schuhe und bestieg eine Anhöhe, von wo aus er jene merkwürdige Erscheinung am besten beobachten konnte. Eine Wolke (es war nicht genau zu unterscheiden, von welchem Berge sie kam; erst später erfuhr man, dass es der Vesuv war), welche einem Baume und zwar einer Fichte nicht unähnlich schien (denn sie zeigte gleichsam einen hohen Stamm, der sich in mehrere Aeste ausbreitete), stieg auf. Wie mir schien, wurde sie durch einen starken Wind herbeigeführt, dann zertheilte sie sich, als dieser schwächer werdend sie verliess, in Folge ihres eigenen Gewichts in die Breite, an einigen Stellen weiss von Farbe, an andern schmutzig und fleckig, je nachdem sie Erde und Asche mit sich führte. Dem gelehrten Manne* schien es der Mühe werth, sie näher kennen zu lernen. Er Hess ein leichtes Schiff1) in Bereitschaft setzen; mir stellte er es frei, ihn zu begleiten. Ich erwiederte, ich wolle lieber studiren, und zufälliger Weise hatte er mir gerade etwas zu schreiben gegeben. Als er aus dem Hause trat, empfing er einen Brief von den Marinesoldaten zu Retina, welche durch die drohende Gefahr erschreckt (denn dieses Landgut lag am Fusse des Berges2) und bloss zu Schiffe war die Flucht möglich) ihn dringend ersuchten, sie dem herannahenden Unglücke zu entreissen. Er änderte daher seinen Entschluss, und unterzog sich nun dem, was er mit dem Eifer eines Gelehrten begonnen hatte, mit dem grössten Muthe. Er liess die Vierruderer in See bringen und bestieg sie selbst mit, um nicht nur Jenen sondern auch vielen Andern (denn die Küste war wegen ihrer angenehmen Lage stark be- völkert) zu Hülfe zu kommen. Er eilt dahin, von wo andere fliehen, steuert geraden Laufs auf die Gefahr los und so
') Libumica, hatte seinen Namen von den Liburnern, einem illy- xischen Volke, die sich derer bei ihren Seeräubereien bedienten. 2) Vesuv.
8 Vorrede.
unerschrocken, dass er alle Bewegungen und Gestalten jener furchtbaren Erscheinung dictirte und aufzeichnen Hess. Schon fiel die Asche, je mehr er sich näherte, desto heisser und dichter in die Schiffe; schon stürzten selbst Bimssteine, schwarze, verbrannte und durch die Hitze ge- borstene Steinmassen herab; schon machte ihm das plötzlich seicht gewordene Wasser und ein Einsturz des Berges die Küste unzugänglich. Da war er einige Augenblicke un- schlüssig, ob er umkehren sollte, sprach aber bald darauf zu dem zur Rückkehr rathenden Steuermanne: „Den Kühnen begünstigt das Glück; fahre zu Pomponianus!" Dieser war zu Stabiae1) und durch einen dazwischen liegenden Meer- busen getrennt, denn das Meer dringt hier durch eine all- mälige Schwenkung und Krümmung der Küste ins Land. Jener2) hatte, obgleich noch keine Gefahr herannahete, die- selbe aber doch vor Augen lag und wahrscheinlich gross werden würde, sein Gepäck, in die Schiffe bringen lassen, entschlossen zu fliehen, sobald der widrige Wind sich ge- legt haben würde. Als mein Oheim, den dieser Wind ge- rade begünstigt, dort ankommt, umarmte er den Zagenden, tröstet ihn, lässt sich, um dessen Furcht durch eigene Sorglosigkeit zu beseitigen, in ein Bad bringen, setzt sich sodann zu Tische und speist völlig heitern Gemüths, oder, was gleiche Seelenstärke beweist, scheinbar heiter. In- zwischen leuchteten aus dem Vesuv an mehreren Stellen grosse Flammen hervor, deren Glanz und Reinheit durch die nächtliche Finsterniss noch erhöht wurde. Um die Furcht seiner Umgebung zu verscheuchen, sagte mein Oheim, die Flammen seien nichts als brennende Häuser, welche von den Landleuten aus Angst verlassen wären; dann begab er sich zur Ruhe und schlief auch wirklich ein, denn die vor
') An der Stelle des jetzigen Castellamare.
-) Pomponianus ; ist wahrscheinlich eine Person mit Martius Pom- ponianus, welchen Vespasian mit der Consulwürde beehrte, und Do- mitian nach Corsica verbannte, wo er auf kaiserlichen Befehl hin- gerichtet wurde.
Vorrede. 9
dem Gemache wachenden Diener vernahmen sein Athem- holen, welches wegen seiner Corpulenz etwas stark und laut war. Aber schon hatte sich der Hof, welcher zu dem Zimmer führte, mit Asche und Steinen so sehr angefüllt, dass bei längerem Aufenthalte darin der Ausgang nicht mehr möglich gewesen wäre. Er wurde daher geweckt, ging heraus und begab sich zu Pomponianus und den Uebrigen, welche gewacht hatten. Man berathschlagte nun, ob man im Hause bleiben oder ins Freie gehen sollte, denn das Gebäude zitterte bereits von den häufigen und starken Stössen, und schien, gleichsam aus seinen Fugen gehoben, bald hier- bald dorthin zu wanken; andererseits aber fürchtete man im Freien das Herabfallen wenn auch leichter und ausgebrannter Bimssteine. Indessen wählte man bei Vergleichung der Gefahren das letzte, da bei ihm ein Grund den andern, bei den Andern eine Furcht die andere besiegte. Man legte zum Schutz gegen die herab- fallenden Steine Kissen um den Kopf und band sie mit Tüchern fest. Schon war es anderwärts heller Tag, hier aber noch dichte schwarze Nacht, jedoch verbreitete man durch zahlreiche Fackeln und Lichter hinreichende Helle. Man beschloss an die Küste zu gehen und nachzusehen, ob das Meer schon fahrbar sei; allein dieses war immer noch sehr ungestüm. Hier legte sich mein Oheim auf ein hingebreitetes Tuch, verlangte einige Male kaltes Wasser und trank davon, bis Flammen und ein demselben voraus- gehender Schwefelgeruch, welche die Andern zur Flucht trieben, auch ihn aufschreckten. Durch zwei Diener unter- stützt, erhob er sich, sank aber sogleich todt nieder, indem ihm, wie ich vermuthe, durch den dicken Dampf der Athem benommen und die Luftröhre, welche bei ihm von Natur schwach, enge und entzündet war, geschlossen wurde. Als es wieder Tag geworden war (und diess geschah erst am dritten Tage darnach), fand man ihn unverletzt und noch in seiner Kleidung; sein Ansehn glich mehr dem eines Schlafenden, als eines Todten.
Während dieser Katastrophe befand ich mich mit der
10 Vorrede.
Mutter zu Misenum. Doch das gehört nicht zu meiner Er- zählung, und da Du nur einen Bericht über seinen Tod haben willst, so eile ich zum Schlüsse. Nur eins füge ich noch hinzu, nämlich, dass ich alles, wovon ich selbst Augen- zeuge war und was ich gleich anfangs als authentisch ver- nommen, treu wiedergegeben habe. Du wirst nun das Wesentlichste daraus entnehmen, denn es ist ein Unter- schied zwischen einem Briefe und einer Geschichte; für einen Freund schreibt man anders als für das Publikum. Lebe wohl."1)
Wie schon erwähnt, besitzen wir von den Schriften des C. Plinius Secundus nur noch die Naturgeschichte, welche aus XXXVII Büchern besteht. Das I. enthält die Dedication an den Kaiser Titus nebst dem Inhaltsverzeichnisse der folgenden. IL Kosmographie. III. bis VI. Geographie. VII. handelt vom Menschen. VIII. bis XL Naturgeschichte der Thiere. XII. bis XIX. Naturgeschichte der Pflanzen. XX. bis XXVII. Arzneimittel von den Pflanzen. XXVIII. bis XXXII. Arzneimittel vom Menschen, vom Wasser und von den Thieren. XXXIII. bis XXXVII. Von den Metallen, Steinen und den bildenden Künsten in Verbindung mit der Geschichte der vorzüglichsten Künstler und Kunstwerke.
Deutsche Bearbeitungen dieses Werkes sind schon mehrere Male unternommen worden. Die älteste erschien zu Strassburg in Folio, aber nur theilweise, und zwar vom I. bis V. Buche im Jahre 1509 und vom VII. bis XL Buche im Jahre 1542 von Heinrich Eppendorf. — Bald darauf gab Johann Heyden Bruchstücke einer Uebersetzung des Plinius heraus. Von dieser sagt Grosse in der Vorrede zum neunten Bande seiner Uebersetzung des Plinius: „Ich habe die Heyden'sche Uebersetzung, erschienen 1580 zu
l) Weitere Nachrichten über jene furchtbare, mit Erdbeben be- gleitete Eruption des Vesuvs, theilt der jüngere Plinius in einem späteren Briefe an Tacitus (VI. Buch. 20. Brief) mit.
Vorrede. 11
Frankfurt a. M. in Folio mit Holzschnitten, an mich ge- bracht, die aber kaum des Titels einer Uebersetzung werth ist. Der Verfasser nennt sich Johannes Heyden von Dhann. Trotz eines langen vielversprechenden Titels begreift diese Uebersetzung doch nur das VII., VIIL, IX., X. und XI. Buch des Plinius, und bei weitem nicht vollständig, sondern nur stellenweise; aus einigen der übrigen Bücher sind nur wenige Data genommen. Der Uebersetzer hat den Plinius zum Grunde gelegt und sein Werk aus mehreren Schrift- stellern zusammengeschrieben. Es ist also ein Irrthum, diese Compilation von etwa 1 Zoll dick für eine Ueber- setzung der Historia naturalis Plinii auszugeben oder zu halten."
Die erste vollständige Uebersetzung besitzen wir von Johann Daniel Denso, erschienen in den Jahren 1764 bis 65 zu Rostock und Greifswald in 2 Bänden in Quart. Denso benutzte vorzüglich die lateinische Ausgabe, welche 1561 in 4 Bänden zu Lyon erschienen ist, indem er sie mit der Basel'schen Ausgabe des Sigismund Gelenius vom Jahre 1549 verglich. — Darauf erschien eine vollständige Ueber- setzung der Harduin'schen Ausgabe (die sich von der oben- genannten Lyoner wesentlich nur durch die abweichende Anzahl und Länge der Capitel in den einzelnen Büchern unterscheidet) von Gottfried Grosse 1781 bis 88 zu Frank- furt a. M. in 12 Bänden in Octav. — Im gegenwärtigen Jahrhunderte hat zuerst M. Fritsch eine Uebersetzung (der Harduin'schen Ausgabe) begonnen, von der die ersten XI Bücher in 8 Bändchen 1828 bis 30 zu Prenzlau in Duodez herausgekommen sind. Aber seitdem ist nichts mehr davon erschienen. Ihm folgte P. H. Külb unter Zugrundelegung der ersten Sillig'schen Ausgabe (Leipzig 1831 bis 36), seine Uebersetzung begreift jedoch nur VII Bücher (erschienen in 7 Bändchen zu Stuttgart 1840 bis 43 in Duodez).
Unter diesen Umständen, vorzüglich aber, weil die so- eben angeführten vollständigen Uebersetzungen von Denso und Grosse dem dermaligen Grade der Ausbildung unserer Muttersprache nicht mehr genügend entsprechen, und
12 Vorrede.
namentlich die erstere oft mangelhaft, unrichtig und unver- ständlich ist, hielt ich es für ein ganz zeitgemässes Unter- nehmen, eine neue Uebersetzung zu verfassen. Ich habe mich dabei wesentlich der zweiten Sillig'schen Ausgabe (Hamburg und Gotha 1851—58) bedient. — Doch auch noch andere, wichtigere Beweggründe waren es, welche mich zur Herausgabe einer deutschen Bearbeitung des Plinius ver- anlassten. Der bescheidene Autor nennt sein Werk eine Naturgeschichte1); ich glaube aber nicht zu viel zu sagen, wenn ich dasselbe als eine Encyclopädie des damaligen Wissens oder des damaligen Standes der Wissen- schaften, Künste und Gewerbe betrachte. Es verdient daher, ungeachtet des vielen darin enthaltenen Unrichtigen, Lächerlichen, Abenteuerlichen, von einem Jeden, der nur einiges Interesse an der Entwicklungsgeschichte der mensch- lichen Kenntnisse nimmt — und diess sollte man von jedem Gebildeten erwarten — gelesen zn werden. Plinius war, wie aus unzähligen Stellen seines Werkes hervorgeht, über den Aberglauben seiner Zeit weit erhaben, und wenn er alles, was sich darauf bezieht, mittheilte, so zeugt diess nur von seiner Wahrheitsliebe und seiner schriftstellerischen Genauigkeit. Im Uebrigen müssen wir wohl bedenken, dass seine eigenen Ansichten das Ergebniss der damaligen Culturstufe sind, und insofern haben sie, wenn auch jetzt als irrig erkannt, immerhin geschichtlichen Werth. Endlich darf nicht vergessen werden, dass sehr, sehr Vieles in seinem Werke auch noch jetzt Wahrheiten sind und bleiben werden. Unser Zeitalter, so sehr hochgebildet es auch zu
') Naturalis historia. Es ist mir allerdings wohl bekannt, dass das Wort historia ("otOQia) mehr bedeutet als unser deutsches „Ge- schichte" oder „Beschreibung", indem es mehr den Sinn von „Be- schauung", „Erforschung" in sich schliesst. Aber selbst diese Bedeu- tungen des "Wortes historia genügen nicht, den Inhalt des "Werkes vollständig zu bezeichnen. Ich hielt es daher für das Passendste, die einmal gebräuchliche Uebersetzung „Naturgeschichte" nicht zu ver- ändern, um nicht in weitläufige, dem Sinne des Original-Titels fremde Definitionen zu verfallen.
Vorrede. 13
sein wähnt, wird dereinst von einer spätem Epoche in eben demselben Grade bekrittelt und verspottet werden, wie wir von dem Zeitalter des Plinius zu thun uns berechtigt glauben. Es erfordert daher nicht bloss die gebührende Nachsicht gegen alles menschliche Machwerk, sondern auch die Gerechtigkeit, nicht den Maassstab unserer Civilisation an ein fast 2000 Jahre altes Werk zu legen. Vielmehr liegt es uns ob, das darin enthaltene Nutzbare auch nutzen- bringend zu machen, wozu das Material im Ueberflusse vor- handen ist.4)
Bei der Uebersetzung selbst machte ich es mir zum Gesetz, den lateinischen Text möglichst treu im Deutschen wieder zu geben; um aber nicht bloss eine kahle Ueber- setzung zu liefern, fügte ich, wo es mir nöthig schien, er- läuternde Anmerkungen hinzu. Auf die nähere Erklärung der naturhistorischen und anderer fremdartiger Namen habe ich mich in dem Inhaltsverzeichnisse nicht eingelassen; sie findet zweckmässiger im Texte selbst statt. In Fällen, wo ich den lateinischen Namen nicht mit einem passenden deutschen bezeichnen konnte, behielt ich lieber den erstem bei, und hoffe desshalb nicht getadelt zu werden. Ob es
J) Alexander v. Humboldt's Urtheil über dieses Werk möge hier noch Platz finden. „Dem grossen encyclopädischen Werke des älte- ren Plinius kommt an Reichthum des Inhalts kein anderes Werk des Alterthums gleich. Es ist, wie der Neffe (der jüngere Plinius) sich schön ausdrückt, „mannigfach wie die Natur". Ein Erzeugniss des unwiderstehlichen Hanges zu allumfassendem, oft unfleissigem Sam- meln, im Style ungenau, bald einfach und aufzählend, bald gedan- kenreich, lebendig und rhetorisch geschmückt, ist die Naturgeschichte des älteren Plinius schon ihrer Form wegen, an individuellen Natur- schilderungen arm; aber überall, wo die Anschauung auf ein gross- artiges Zusammenwirken der Kräfte im Weltall, auf den wohlgeord- neten Kosmos (Natura^ majestas) gerichtet ist, kann eine wahre, aus dem Innern quellende Begeisterung nicht verkannt werden. Das Werk hat auf das ganze Mittelalter mächtig nachgewirkt." (Kos- mos II, 23.) Auf die nähere Besprechung des Plinius'schen Werkes von unserem grossen Zeitgenossen (Kosmos II, 230 — 234) können wir nur verweisen.
14 Vorrede.
mir grösstenteils — immer, wage ich nicht zu sagen — gelungen ist, die Individuen der drei Naturreiche richtig zu deuten, d. h. nach der jetzigen systematischen Bezeichnungs- weise richtig zu nennen, ist eine Frage, deren Beantwortung mir am wenigsten zusteht; über manche derselben sind wir ohnehin noch sehr im Zweifel, und werden es vielleicht für immer bleiben.
Zur leichtern Vergleichung der oft vorkommenden Münzen, Maasse und Gewichte sowohl untereinander als auch mit den unsrigen, habe ich dieselben dem Texte vorausgeschickt. Die dazu nöthigen Data stützen sich grösstenteils auf die eigenen Angaben des Plinius.
Die am Schlüsse des Werks befindlichen Anhänge dürften ebenfalls als eine willkommene Zugabe aufgenommen werden.
München, 1880.
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Tafel I. Längenmaasse.
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1 Parasanga ist = 5 Kilometer. 1,4806 Parasanga des Herodot = 1 geogr* Meile = 7,4 Kilometer. Der römische Fuss (Pes) verhielt sich zum griechisch- olympischen wie 24 : 25. Eratosthenes rechnet den Schcenus zu 40 Stadien (= 7 ,47 Kilometer). Vergl. Plin. XII, 14.
Tafel II. Flächenmaasse.
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Tafel III. Maasse für Getreide und andere trockne Waaren.
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0)267
1
2 1
3
IV« 1
12 6 4 1
0,138 0.069 0,046 0,011
Tafel IV. Maasse für Flüssigkeiten.
CO
P
O
CO
p
cS
O
Amphora
(Quadran- tal)
c3
a
00
p
ö o u
CO
p
■rH
c3
■+3
cd
cä 1
Quarta- rius
( Quadrans)
-s.3
CO
-*3
cä
ü
Ligula
3
1
18V«
20
40
160
960
1920
3840
7680
11520
46080
512,16
1
IV«
3
12
72
144
288
576
864
3456
38,4i2
1
2
8
48
96
192
384
576
2304
25,co8
1
4
24
48
96
192
288
1152
12,804
1
6
12
24
48
72
288
3,201
1
2
4
8
12
48
0-533
1
2
1
4 2
1
6 3
IV« 1
24
12
6
4
1
0,266 0,133 0,066 0,044 0,011
17
Tafel V.
Gewichte.
c8
°o
ö
'S
Ol
3 o
'S
's
-1-3
X
o>
in 'Ö
S 03
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o
o
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3
CO
2 2
C5
1
12
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48
72
96
288
576
1728
2304
345
1
3
4
6
8
24
48
144
192
28,75
l
l'/a
2
22/s
8
16
48
64
9,58
1
IV«
2
6
12
36
48
7„85
1
IV«
4
8
24
32
4,79
1
3
1
6 2
1
18 6 3
1
24 8 4
IV« 1
3,5'.) 1,20
0,C0
0,20
o,15
Folgende Unterabtheilungen des römischen Pfundes wurden mit einem bestimmten Namen bezeichnet:
As = 7 Unzen.
Sextans = * 6 As = 2 Unzen Septunx
Quadrans = ' 4 — = 3 — Bes
Triens = »/, — = 4 — Dodrans = 3/4 — = 9 —
Quincunx= 5/i2— =5 — Dextans = 5/6 — = 10 —
Sextunx = »/2 — = 6 — Deunx = »/i2 — == n _
Semisis
Yictoriatus als Gewicht hatte die Schwere eines halben Denars.
Tafel VI. Münzen.
Das Geld der Alten ist von ihrem Gewichte abhängig. Die Römer hatten Gold-, Silber- und Kupfermünzen; aber das Verhältniss des Werthes dieser Metalle gegen einander war nicht immer das näm- liche, wiewohl die Haupteintheilung des Pfundes (in Silber und Gold)
2
18
in seinen kleineren Theilen fast durchaus unverändert blieb. Unter den römischen Kupfermünzen war die Einheit der Ass (As), dessen Multipla folgende sind: a) Dupondius — 2 Assibus. b) Sestertius = 21 2- c) Tripondius seu Tressis = 3. d) Quinquessis = 5. e) Sexis- =* 6. f) Septussis = 7. g) Vigesis = 20. Bis h) Centussis seu Cen- tum pondium =100 Assibus. — Der römische Ass war anfänglich l Pfund Kupfer, und würde etwa 1,2 Mark betragen haben. Bei den Römern war aber der Werth des Kupfers anfänglich viel geringer und ver- hielt sich zum Werthe des Silbers nur wie 1 : 960. Doch hob sich der Werth des Kupfers in der Folge als man den Ass nach und nach bis auf 1 Unze reducirte. — In den alten Zeiten der römischen Re- publik, wo der Ass 1 Pfund wog, galt der Silberdenar 10 Ass oder 10 Pf. Kupfer, der Quinar 5 Ass, die Sesterze 2V2 Ass. Die Li- belle, eine andere kleine Silbermünze, galt einen pfundigen Kupfer- ass; die Sembelle oder Selibelle '/2 Ass; derTerunzius 1 Quad- rans von 3 Unzen. Aber nach Verringerung des Asses (zuerst auf ein Sechstel seiner früheren Grösse, wobei der Ass noch 12 Unzen hatte und wobei man den Triens = l/a Ass oder 4 Unzen und den Quadrans = xjt Ass oder 3 Unzen [dieser daher auch Teruncius ge- nannt] unterschied — dann) bis auf 1 Unze Kupfer wurde beschlossen, dass der Denar 16 solche Ass (16 Unzen Kupfer), der Quinar 8, und die Sesterze deren 4 gelten solle, daher die letztere auch den Namen Quadrans führt1). Uebrigens ist zu merken, dass man in allen Sum- men, wo S esterzen oder Denare vorkommen, jederzeit nach altem Ge- brauche die Sesterze zu 2V2 Ass, oder den Denar zu 10 Ass zu ver- stehen habe, wenn nicht die Schriftsteller ausdrücklich das Gegen- theil sagen. Der Silberdenar, welcher unter den Kaisern der tägliche Sold eines Soldaten war, hatte für diesen allein den Werth von 10 Ass, auch nach der Reduction. — Die grosse Sesterze (Sester- tium) war keine wirkliche, sondern nur eine Rechnungsmünze, und galt 1000 kleine Sesterzen. Man bezeichnete die grosse Sesterze durch die Buchstaben HS, z. B. C H— S = 100 grosse = 100000 kleine Sesterzen. Wenn die Zahl über 100000 steigt, so werden die Worte : Centena millia von den Römern gewöhnlich ausgelassen, und es stehen dann bloss die Adverbia numeralia mit Nummüm oder Se- stertiüra, z. B. Quinquagies Nummüm = 5000000 kleine = 5000 grosse Sesterzen.
*) Einmal wurden sogar auch halbunzenschwere Asse geprägt.
19 Zur bequemen Uebersicht der Münzen dient die folgende Tabelle :
a
Aureus
Argenteus
Sestertius (Nummus) Quadrans
^ 3
c3
03
S
CO
CD
.2
3 3 Sh O
H
3
OD
CS
CO
CO
3
1
PI »
Quinarius
(Victoria-
tus)
CO
3
1
3
Quinarius
(Victoria-
tus)
u
li
1
10
20
250
500
1000
2500
5000
10000
171,4
1
2
25
50
100
250
500
1000
17)14
1
12»/2
25
50
125
250
500
8,57
1
2
4
10
20
40
0,68
1
2
5
10
20
0,34
1
2»/«
5
10
0,17
1
2
1
4
2
0,07 0,04
1
0,02
Das griechische Geld hatte mit dem Gewichte einerlei Einthei- lung. Für unsern Zweck theilen wir nur Folgendes davon mit:
Attisch:
Tä).avxov
Mvä
AQ*xm
'Oßoloq
Xakxovq
Mark
1
60
6000
i
36000
360000
4380
1
100
600*
6000
73
1
6 1
60
10
1
0,73 0,12 0,012
1 Drachme = 1 Denar am Gewichte. 10 „ =1 Cyathus „ „
15 „ =1 Acetabulum _
Erstes Euch.
C. Plinius Secundus au den Kaiser Titus Vespasianus.
Die Bücher der Naturgeschichte, ein unter den Schriften1) Deiner Römer2) noch neues Werk, erst jüngst von mir vollendet, habe ich beschlossen, Dir, geliebtester Kaiser (dieser Titel, an den wir durch Deinen erhabenen Vater 3) schon lange gewöhnt sind, sei auch der Deiner würdigste), in einer freimüthigen Zuschrift vorzutragen. Du pflegtest ja meinen unbedeutenden Arbeiten einigen Werth beizulegen4) — dass ich den Catull, meinen Landsmann, (Du kennst auch dieses militärische Wort) anzuführen wage; denn derselbe bediente sich, wie Du weisst, nicht der
') Camoenae, Musen, gelehrte Arbeiten.
"-) Quirites war eine ehrenvolle Benennung der Bürger in der Stadt Rom. Der Ursprung dieses Namens ist folgender: Nachdem unter Romulus zwischen den Sabinern und Römern Friede geschlos- sen, beide Reiche mit einander vereinigt und Rom als Sitz des ge- meinschaftlichen Regiments bestimmt war, wurde man eins, um den Sabinern doch auch einen Vorzug einzuräumen, dass für die Folge die sihmntlichen Römer nach der sabinischen Stadt Cures: Quinten heissen sollten. Der Ort, wo dieser Vertrag geschlossen wurde, hiess Comitium. S. Livius I. 13. Plutarch im Leben des Romulus.
3) Tit. Flav. Vespasianus, geb. im Jahre 9 nach Chr. und gestorb. im Jahre 79 nach Chr. Sein Sohn Titus wurde im Jahre 40 geboren und starb im Jahre 81.
Eine Stelle aus einem Gedichte Catull's an C. Nepos. — Q. Valeriua Catullus, einer der besten römischen Dichter, gebor, zu Sirmio im Veronesischen, lebte 86—48 v. Chr. zu Rom.
Erstes Buch. 21
feinsten Ausdrücke, als ihm seine setabischen Tücher1) ver- tauscht waren, weil er sie als Geschenk von seinen Freunden Veraniolus und Fabullus sehr in Ehren hielt. Zugleich soll aber durch diese meine Kühnheit das in Erfüllung gehen, über dessen Unterlassung Du Dich auf ein früheres ehrer- bietiges Schreiben von mir beklagt hast, damit einige Deiner Thaten an's Licht treten und Jedermann erfahre, wie würdig Du der Beherrschung des römischen Reiches bist. Du hast Triumphe gehalten, wärest Censor, sechsmal Consul und Dir wurde die Macht eines Tribuns zu theil; aber gross und edel hast Du gehandelt, da Du, als Befehlshaber der Leibwache, Deinem Vater und dem Ritterstande Deine Dienste widmetest, und das alles thust Du für den Staat, mir aber bist Du ebenderselbe im Feldlager. Bei Dir hat die Grösse des Glücks nichts geändert, als, mehr und mehr nützlich zu sein. Wenn daher den Uebrigen alle jene Mittel zu Gebote stehen, Dir Verehrung zu erweisen, so bleibt mir, um Dir auf eine vertrauliche Weise zu huldigen, nur die Kühnheit übrig. Diese magst Du Dir selbst an- rechnen, und, wenn ich schuldig bin, verzeihen. Ich wollte aller Blödigkeit entsagen, kann sie aber dennoch nicht ganz ablegen, denn Du trittst mir auf anderm Wege zu mächtig entgegen, und bestimmst mich durch Deine grosse Gelehr- samkeit, noch weiter zurückzuweichen. Noch bei Keinem glänzte so sehr die wahre rednerische Kraft, die Beredsam- keit der tribunitischen Gewalt. Wie donnerst Du das Lob des Vaters! Wie lieblich bist Du beim Lobe des Bruders! Wie gross ist Dein Dichtertalent! Oh, welche Fruchtbarkeit des Geistes! Du wusstest auch dem Bruder2) nachzuahmen. Aber wer kann diess alles wohl ohne Furcht würdigen,
') Setaba, zu Setabis (jetzt Xativa in Valencia) in Spanien ver- fertigt. Siehe auch III. B. 4. Cap. und XIX. B. 1. Cap.
2) Domitian, der, im Jahre 51 geboren, seinem Bruder in der Regierung folgte, der sich als einen der scheusslichsten Tyrannen bewies, und auf Anstiften seiner Gemahlin Domitia im Jahre 96 ermor- det wurde. In seinen Jünglingsjahren mag wohl sein Charakter eine bessere Aussenseite gezeigt haben.
22 Erstes Buch. »
wenn er sich dem überdiess noch erbetenen Urtheile Deines Geistes unterwerfen will? Denn die Lage Derer, welche etwas öffentlich herausgeben, ist verschieden von Denen, welche Dir speciell etwas widmen. In jenem Falle könnte ich sagen, warum liest Du diess, mein Kaiser? Es ist für das niedere Volk, die Bauern, Handwerker, zum Ausfüllen müssiger Stunden geschrieben; wer hat Dich zum Kichter bestellt? Als ich dieses Werk schrieb, wärest Du nicht mit auf jener Liste. Ich hielt Dich für zu erhaben, als dass ich glauben sollte, Du würdest Dich soweit herab- lassen. Ueberdiess giebt es ja auch eine öffentliche Zurück- weisung bei den Gelehrten. Ihrer bediente sich M. Tullius1), der doch über alle Geistesarmuth erhaben ist, und Hess sich, was mich wundert, durch einen Sachwalter ver- theidigen. „Es ist nicht für die gelehrtesten Männer be- stimmt; ich will nicht, dass Manius Persius, ich will, dass Junius Congus mich lese". Wenn diess Lucilius2), der zu- erst eine satyrische Schreibart einführte, von sich sagen zu müssen glaubte, wenn Cicero solches von ihm entlehnte, namentlich als er über den Staat schrieb, um wie viel eher habe ich Ursache, mich vor irgend einem Richter zu ver- wahren! Aber dieses Schutzmittels habe ich mich durch meine Zuschrift selbst begeben; denn es ist ein grosser Unterschied, ob Jemand einen Richter durchs Loos erhält oder ihn wählt; ferner sind die Zurüstungen bei einem ge- ladenen Gaste verschieden von denen bei einem unver- mutheten.
Wenn bei Cato, jenem Feinde von zudringlichen Amts- bewerbungen, der sich über versagte Anstellungen, gleich- sam als wären sie unveräusserbar, freuete, die Bewerber in den hitzigsten Versammlungen ihr Geld niederlegten, so
') Marcus Tullius Cicero, der bekannte römische Staatsmann, Redner und Philosoph, geb. 106 v. Chr. bei Arpinum, 53 auf seinem fonnianischeu Landgute ermordet.
5) C. Lucilius aus Suessa in Capanien um 150 v. Chr., röm. Ritter, Grossoheim des grossen Pompejus. der Schöpfer der eigentl römischen Satyre.
Erstes Buch. 23
gaben sie vor, sie thäten diess ihrer Unschuld wegen, die sie für das beste aller menschlichen Güter hielten. Dahin zielt jener edle Ausruf des M. Cicero; „Du glücklicher M. Porcius, von dem Niemand eine Ungerechtigkeit zu be- gehren wagte"! Als L. Scipio Asiaticus sich an die Tribunen, unter denen auch Gracchus war, um Hülfe wandte, lieferte er dadurch den Beweis, dass er sich auch dem Urtheile eines feindlichen Richters unterwerfen könne. So ernennt ein Jeder irgend einen zum höchsten Richter seiner Ange- legenheit, wenn er wählt, und daher kommt auch der Aus- druck „Aufruf."
Dass Du auf den höchsten Gipfel des menschlichen Geschlechts gestellt, mit grösster Beredsamkeit und Gelehr- samkeit begabt bist, ja selbst von den Dich Grüssenden ehrfurchtsvoll begegnet wirst, ist mir bekannt. Daher be- sorge ich, dass das, was Dir gewidmet wird, auch Deiner würdig sei. Aber es opfern ja die Landleute und viele Völker den Göttern mit Milch, und spenden mit Salz ver- mischtes Mehl, weil sie keinen Weihrauch haben; und nie- mals wurde es für ein Laster gehalten, die Götter so zu verehren, wie man es vermochte. Meine Kühnheit wird indessen noch dadurch vermehrt, dass ich Dir diese Bücher von leichterer Arbeit gewidmet habe; in ihnen vermisst man einen erhabenen Geist, der mir überdiess nur in sehr massigem Grade zu Theil ward; auch fehlen darin, wegen Trockenheit der Materie, Abschweifungen, Reden, Ge- spräche, merkwürdige Ereignisse, verschiedene Vorfälle, oder Gegenstände, welche angenehm zu nennen und in- teressant zu lesen wären.
Das Wesen der Dinge, d. h. ihr Leben wird darin be- schrieben, und zwar von seiner schmutzigsten Seite, so dass vieles mit gemeinen oder auswärtigen, ja sogar barbarischen und von einem anständigen Vorworte begleiteten Namen bezeichnet werden musste. Ueberdem ist diess bis jetzt nur erst ein Pfad, keineswegs eine von Schriftstellern schon betretene Strasse, oder eine solche, auf welche der Geist gern wandeln möchte. Niemand unter uns hat ihn noch
/
24 Erstes Buch.
benutzt; Niemand unter den Griechen, der alle diese Gegen- stände allein behandelt hat. Viele suchen nur die ange- nehme Seite der Studien auf. Was aber von Andern mit ausserordentlichem Scharfsinn bearbeitet sein soll, das liegt noch in tiefem Dunkel. Ich beabsichtigte nun alles das zu berühren, was, nach dem Ausdrucke der Griechen, in eine „Encyclopädie" gehört, was entweder noch unbekannt oder noch nicht sicher erforscht ist. Andere Materien sind aber von vielen Autoren bereits zum Ueberdrusse besprochen worden. Es ist eine schwierige Sache, alte Dinge in ein neues Gewand zu kleiden, neuen Dingen Ansehn, abge- nutzten Glanz, dunkeln Licht, faden ein gefälliges Gewand, zweifelhaften Glauben, allen aber ihr Wesen und dem Wesen alles, was ihm gehört, zu geben. Daher erscheint schon der Wille löblich und schön, wenn auch das Ziel nicht ganz erreicht wird. Ich bin wenigstens der Ansicht, dass ein besonderer Umstand in dem Bestreben Derer liegt, welche nach überwundenen Schwierigkeiten, den Nutzen zu helfen der Sucht zu gefallen vorzogen, und diess Princip habe ich auch in andern Schriften befolgt. Daher gestehe ich meine Verwunderung über den berühmten Schriftsteller T. Livius1), welcher einen Band seiner vom Ursprünge Rom's beginnen- den Geschichte also eröffnet: „er habe sich schon Ruhm genug erworben und hätte seine Thätigkeit einstellen können, wenn nicht sein rastloser Geist an dem Werke selbst Nahrung fände." Denn ihm ziemte es wahrlich, zum Ruhme der Völker besiegenden Nation und des römischen Namens und nicht für seinen eigenen jenes Werk zu ^er- fassen. Es wäre verdienstvoller gewesen, wenn er aus Liebe zur Sache, nicht seines Geistes wegen, und für das römische Volk, nicht aber für sich so beharrlich gear- beitet hätte.
Zwanzigtausend merkwürdige Gegenstände (sie sollten daher, wie Domitius Piso sagt, eher Schatzkammern und
') Aus Padua, der vornehmste römische Geschichtsschreiber, lebte lange am Hofe des Augustus und starb 19 n. Chr. in seiner Vaterstadt.
Erstes Buch. 25
nicht Bücher heissen), gesammelt durch das Lesen von etwa zweitausend Büchern, unter welchen erst wenige ihres schwierigen Inhalts wegen von den Gelehrten benutzt sind, von Hundert der besten Schriftsteller1), habe ich in XXXVI Bänden zusammengefasst, dazu aber noch vieles gefügt, wovon entweder unsere Vorfahren nichts wussten, oder was das Leben erst später ermittelt hat. Ich zweifle in- dessen nicht, dass auch mir manches entgangen ist; ich bin ja Mensch, mit Geschäften überhäuft, arbeitete an dem Werke nur in meinen Nebenstunden, d. h. des Nachts, um der Meinung nicht Kaum zu geben, als habe ich von den für Dich bestimmten Stunden etwas entzogen. Die Tages- zeit widme ich Dir, ich schlafe nach Maassgabe meiner Gesundheit, bin sogar mit dieser einzigen Belohnung zu- frieden, weil ich (wie M. Varro sagt) im Dienste der Musen so viele Stunden mehr lebe. Denn nur das Wachen ist Leben. Dieser Ursachen und Schwierigkeiten wegen wage ich nichts zu versprechen; Du bist mir selbst Bürge dafür, weil ich an Dich schreibe. Diess ist kein Vertrauen auf mein Werk, sondern nur eine Empfehlung für dasselbe. Viele Dinge scheinen nur darum sehr werthvoll, weil sie den Tempeln geweihet sind. Ich habe Alle, Deinen Vater, Dich und Deinen Bruder in einem andern Werke geschildert, welches in der Geschichte unserer Zeiten da beginnt, wo Aufidius Bassus aufhört. Du wirst fragen, wo es sei? Längst vollendet, wird es noch ausgebessert und überdiess
') Nach einer von mir unternommenen genauen Zählung hat Pli- nius in diesem Werke 505 Schriftsteller benutzt. Von diesen sind nur 447 in den Inhaltsverzeichnissen des ersten Buches, 58 dagegen nur im Texte genannt worden. Ausserdem finden sich noch 8 Schrift- stellerinnen (7, nämlich : Agrippina, Elephantis, Lais, Olympias, Phe- monoe, Salpe und Sotira in den Inhaltsverzeichnissen, 1 nämlich: Erinna nur im Texte) und 3 öffentliche Urkunden (Acta und Acta triumpho- rum in den Inhaltsverzeichnissen, Annales nur im Texte). Die totale Summe aller von PI. benutzten Schriftsteller, Schriftstellerinnen und öffentlichen Urkunden beträgt also 516. Ein alphabetisches Verzeich- niss derselben folgt am Schlüsse des Werks.
26 Erstes Buch.
ist es zur Uebergabe an einen Erben bestimmt, um selbst den Schein zu vermeiden, als habe mein Leben nach Ehr- geiz gestrebt. Ich räume Denen den Platz gern ein, welche ihn zuvor schon inne hatten, aber auch den Nachfolgern, von Denen ich weiss, dass sie mit mir ebenso, wie ich mit den vorigen, wetteifern werden.
Den Beweis meiner Denkungsart magst Du daraus er- sehen, dass ich die Namen der Schriftsteller diesen Büchern vorgesetzt habe. Es ist nämlich, wie ich glaube, billig und zeugt von edler Schaam, zu bekennen, wem man sein Wissen verdankt, und es nicht zu machen, wie die meisten der von mir angeführten. Denn wisse, dass ich bei Ver- gleichung der Schriftsteller gerade unter den sich für originell ausgebenden und neuesten solche fand, welche die Alten wörtlich abgeschrieben und nicht genannt haben; nicht mit jenem Edelmuthe des Virgil, um zu wetteifern; nicht mit der Anspruchslosigkeit des Cicero, der in den Büchern „über die Republik" dem Plato gefolgt zu sein gesteht, der in der „Tröstung über den Tod seiner Tochter" sagt: ich folge dem Crantor; der in dem Werke „über die Pflichten" den Pansetius x) zum Muster nahm; — Du kennst ja diese Werke, welche studirt und nicht bloss täglich in die Hand genommen werden sollten. Es verräth sicherlich einen schwachen und unglücklichen Geist, lieber auf dem Diebstahle ertappt zu werden, als das Empfangene wieder zu geben, da ja aus den Zinsen wieder ein Capital wird.
Hinsichtlich des Titels eines Buches herrscht bei den Griechen eine wunderbare Fruchtbarkeit. Einige über- schreiben KtjqIov, was sie Honigscheibe genannt wissen wollen; Andere: Kegag afiaX^siag oder Hörn des Ueber- flusses, so dass man aus einem solchen Buche Hühnermilch zu schöpfen hoffen könnte. Andere Titel sind: 3Icovid2),
1) Von Rhodus, stoischer Philosoph aus dem 2. Jahrh. v. Chr., von dessen Werken wir keins mehr besitzen.
2) Veilchenbeet.
Erstes Buch. 27
Moväcti1), IlavdsxTai2), EyxsiQidiaz), steifioov*), Ilivc% 5), I%sdiov6)1 — Namen, wegen denen man wirklich einen Gerichtstermin versäumen könnte! Allein, liest man erst solche Bücher, ihr Götter und Göttinnen, welch' ein Nichts enthalten sie! Die Ernstern unter uns Römern bedienen sich der Worte: Antiquitates7), Exempla8), Artes9); die Scherzhaften sagen: Lucubrationes10), wie denn auch einer von ihnen ein Säufer war und so genannt wurde. Weniger ernst ist M. Varro, der seine Satyren mit Sesculysses11) und Flexibula12) überschrieb. Unter den Griechen hörte Diodorus13) zuerst auf zu scherzen und gab seiner Geschichte den Namen Bißho^xtj. Zwar schrieb der Grammatiker Apion14), der- selbe, welcher den Kaiser Tiberius die Cymbel der Welt nannte, während dieser doch eher als die Pauke des öffent- lichen Gerichts angesehen werden könnte, dass diejenigen mit der Unsterblichkeit von ihm beschenkt werden sollten, denen er etwas widmen würde. Mich reuet es nicht, keinen pomphaften Titel ausgedacht zu haben. Damit es aber nicht scheine, als verspotte ich die Griechen in jeder Beziehung, so möchte ich wohl nach jenen Gründern der Malerei und Plastik beurtheilt werden, welche Du in diesen Büchern findest, und die ihre vollendeten Werke sowie auch die- jenigen, welche wir nicht genug bewundern können, mit einer schwankenden Inschrift versahen, wie z. B.: „Apelles arbeitete daran"15), oder „Polycletus"; gleichsam als ob die Kunst stets nur eine angefangene, keine vollendete wäre, so dass dem Künstler den verschiedenen Urtheilen gegen-
*) Von Herodot. 2) Pandekten. 3) Handbücher, ein "Werk von Epictet. 4) Wiese, von Gellius. 5) Gemälde, von Cebes. 6) Skizze, von. Himerius. 7) Alterthümer, wie Varro. 8) Beispiele, wie Valerius Ma- ximus. 9) Künste. 10) Nachtarbeiten. u) Anderthalbfacher Ulysses.
I2) Krümmungen.
,3) Von Agyrion in Sicilien, daher auch D. Siculus genannt, Hi- storiker zur Zeit J. Caesar's und Augustus in Rom.
u) Ein Aegypter und bei'ühmter Schriftsteller aus der Zeit des Tiberius.
,5) faciebat.
28 Erstes Buch.
über noch eine Ausflucht zur Entschuldigung übrig blieb, in der Absicht, das was noch fehle zu verbessern, wenn er nicht unterbrochen wäre. Es zeugt daher von grosser Be- scheidenheit, dass sie alle ihre Werke wie als ihre neuesten bezeichneten, denen sie durch das Schicksal entrissen wären. Nur drei glaub' ich, sind, laut der Inschrift: „Der und Der machte sie"1), als vollendete bezeichnet und auf diese werde ich gehörigen Orts2) zurückkommen. Wir ersehen aus diesen Worten, dass der Verfertiger seiner Kunst völlig sicher zu sein glaubte, uud darum tragen alle dergleichen Kunstwerke das Gepräge der Prahlerei.
Ich gestehe, dass ich meinem Werke noch vieles hätte hinzufügen können, und nicht bloss diesem allein, sondern allen, welche ich verfasst habe, um mich vor jenen Homers- geisslern3) (wie ich sie mit Recht nennen möchte) zu hüten, weil ich vernehme, dass auch die Stoiker, Dialektiker und Epikuräer (denn von den Grammatikern habe ich das immer erwartet) gegen meine Schriften über die Grammatik zu Felde ziehen, und seit zehn Jahren nichts als unzeitige Geburten zur Welt bringen, während selbst die Elephanten schneller gebären. Aber ich müsste ja nicht wissen, dass gegen Theophrastus, einen Mann, der sich wegen seiner ausgezeichneten Beredsamkeit einen göttlichen Namen er- warb4), sogar ein Weib geschrieben hat, und dass sich daher das Sprichwort datirt: man solle sich einen Baum zum Erhängen aussuchen. Ich kann mich nicht enthalten, wenigstens die hieher passenden Worte des Censors Cato5) anzuführen, damit man daraus entnehme, wie sogar gegen ihn (der unter dem Africanus, ja unter Hannibal
') fecit. 2) Im XXXV. Buche. 3) Honieroniastigae, ungerechte Tadler.
4) Er hiess ursprünglich T yrtamus, nannte sich dann Euphrastus (der Wohlredner) und endlich sogar Theophrastus (der göttliche Red- ner). Er stammte aus Eresus auf Lesbos und lebte 392—286 v. Chr.
5) Marcus Porcius Cato, der ältere, berühmter römischer Staats- mann, Redner und Schriftsteller, lebte 232—147 v. Chr. Von seinen zahlreichen Schriften besitzen wir nur noch das Buch über den Landbau.
Erstes Buch. 29
die Kriegskunst erlernt hatte, der nicht einmal den als Feldherrn im Triumph eingezogenen Africanus leiden konnte), als er über das Kriegswesen schrieb, Leute bereit waren, durch Schmähung einer ihnen fremden Wissenschaft sich selbst einen Ruhm zu erwerben. Denn was sagt er in jenem Buche? „Ich weiss, dass Viele die Schriften, sobald sie der Oeffentlichkeit übergeben sind, verspotten werden; jene sind aber meistens von der Art, dass sie des wahren Lobes ermangeln; ich lasse daher ihre Reden un- beachtet vorüber gehen." Ebenso passend drückte sich Plancus aus, als es hiess, Asinius Pollio1) verfasste Reden gegen ihn, welche von ihm oder seinen Kindern erst nach Plancus Tode herausgegeben werden sollten, damit er nichts dagegen erwiedern könne: „Nur Gespenster stritten mit Todten". Durch diese Worte entkräftete er sie so, dass sie bei den Gelehrten für ein unverschämtes Machwerk ge- halten wurden. Ich werde daher, unbekümmert um die Fehlerankläger1) wie sie Cato treffend bezeichnet (denn was thuen sie anders als anklagen oder Streit suchen?), das be- gonnene Werk vollenden.
In Berücksichtigung Deiner Geschäfte, die ich als ein öffentliches Gut schonen muss, habe ich den Inhalt der einzelnen Bücher diesem Schreiben beigefügt, und die grösste Sorgfalt darauf verwendet, um Dir das Durchlesen der Bücher zu ersparen. Durch Dich3) werden also auch Andere des Durchlesens enthoben; wer aber über irgend etwas nähere Auskunft zu haben wünscht, braucht bloss in jenem Inhaltsverzeichnisse nachzusehen, um sogleich zu erfahren, an welcher Stelle es zu finden ist. Vor mir verfuhr in unserer Literatur ValeriusSoranus4) schon auf ähnliche Weise in den Büchern, welche er unter dem Titel 'Enomidcaf) herausgegeben hat.
*) Berühmter Redner und Historiker aus der Zeit des Augustus, dessen Werke sämmtlich verloren sind. 2) Vitelitigatores. 3) D. h. wegen der eigentlich nur für dich gemachten Bequemlichkeit.
4) Arzt und Zeitgenosse Cicero's. 5) Uebersichten.
Kurzer Inbegriff
der Naturgeschichte des C. Plinius Secundus.
Zweites Buch.
Von der Welt und den Elementen.
1. Ob die Welt Grenzen hat und ob sie einzig ist.
2. Von ihrer Gestalt.
3. Von ihrer Bewegung. Warum sie Mundus genannt wird.
4. Von den Elementen und den Planeten.
5. Von Gott.
6. Von den Gestirnen. Von dem Laufe der Planeten.
7. Von den Mond- und Sonnenfinsternissen. Von der Nacht.
8. Von der Grösse der Gestirne.
9. Wer alle diese Entdeckungen am Himmel zuerst gemacht hat.
10. Wann die Sonnen- und Mondfinsternisse wiederkehren.
11. Von dem Laufe des Mondes.
12. Der Lauf der Planeten und die Gesetze ihres Leuchtens.
13. Warum sie zuweilen entfernter, zuweilen näher erscheinen.
14. Warum ihre Bahnen ungleich sind.
15. Allgemeine Bemerkungen über die Planeten.
16. Woher es kommt, dass sie ihre Farben ändern.
17. Der Lauf der Sonne, und die Ursache der Ungleichheit der Tage.
18. Warum dem Jupiter die Blitze zugeschrieben werden.
19. Abstände der Gestirne von einander.
20. Musikalische Raumesverhältnisse zwischen den Gestirnen.
21. Geometrische Raumesverhältnisse der Welt.
22. Von den plötzlich entstehenden Gestirnen oder den Kometen.
23. Ihre Beschaffenheit, Lage und Arten.
24. Hipparch's Ansichten von den Gestirnen.
25. Wunderbare Erscheinungen am Himmel, durch geschichtliche
Beispiele beglaubigt: Fackeln, Lampen, Spiesse.
Erstes Buch. 31
26. Feurige Balken und vom geöffneten Himmel.
27. Von den Farben des Himmels und dem flammenden Himmel.
28. Von himmlischen Kränzen.
29. Von plötzlich entstehenden Ringen.
30. Längere Verfinsterungen der Sonne.
31. Mehrere Sonnen.
32. Mehrere Monde.
33. Tageshelle in der Nacht.
34. Feurige Schilde.
35. Ein nur einmal am Himmel bemerktes Zeichen.
36. Vom Hin- und Hergehen der Sterne.
37. Von den Sternen, welche auf der Erde und im Meere vorkommen.
38. Von der Luft, und woher der Steinregen kommt.
39. Von den bestimmten Witterungen.
40. Vom Aufgange des Hundssterns.
41. Bestimmter Einfluss der Jahreszeiten.
42. Von den unbestimmten Witterungen, vom Platzregen.
43. Vom Donner und Blitz.
44. Entstehung der Winde.
45. Verschiedene Bemerkungen über die Winde.
46. Arten der Winde.
47. Zeiten, wann Winde entstehen.
48. Beschaffenheit der Winde.
49. Der Ecnephias und Typhon.
50. Wirbel, feurige Wirbelwinde, Drehwinde und andere merkwürdige
Sturmarten.
51. Von den Blitzen; in welchen Ländern es nicht blitzt und warum.
52. Arten der Blitze und ihre wunderbaren Eigenschaften.
53. Beobachtungen der Etruscer und Römer über dieselben.
54. Von der Beschwörung der Blitze.
55. Allgemeine Bemerkungen über die Blitze.
56. Was der Blitz niemals trifft.
57. Von Milch-, Blut-, Fleisch-, Eisen-, Wolle- und Ziegelstein-Regen
58. WafFengeklirr und Hörnerschall vom Himmel her gehört.
59. Steine die vom Himmel fallen. Ansichten desAnaxagoras darüber.
60. Der Regenbogen.
61. Beschaffenheit des Hagels, Schnees, Reifes, Nebels, Thaues, der
Wolken. Bilder in den Wolken.
62. Beschaffenheit des Himmels an verschiedenen Orten.
63. Beschaffenheit der Erde.
64. Von ihrer Gestalt.
65. Ob es Gegenfüssler giebt.
66. Wie dag Wasser mit der Erde verbunden ist.
67. Ob der Ocean die Erde rings umgiebt.
32 Erstes Buch.
68. Welcher Theil der Erde bewohnt ist.
69. Dass die Erde der Mittelpunkt der Welt ist.
70. Von der schrägen Lage der Erdgürtel.
71. Von der Ungleichheit der Klimata.
72. Wo die Sonnen- und Mondfinsternisse nicht gesehen werden, und
warum.
73. Welche ßewandtniss es mit dem Tageslichte auf der Erde hat.
74. Darauf bezügliche Bemerkungen über die Sonnenuhren.
75. Wo und wann kein Schatten entsteht.
76. Wo zweimal im Jahre Schatten und wo das Gegentheil ist.
77. Wo die Tage am längsten und wo sie am kürzesten sind.
78. Von der ersten Stundenuhr.
79. Von der Bestimmung der Tagesdauer.
80. Verschiedenheit der Völker nach ihrem Wohnsitze.
81. Vom Erdbeben.
82. Von Erdfällen.
83. Merkmale eines bevorstehenden Erdbebens.
84. Hülfsmittel gegen bevorstehende Erdbeben.
85. Wunder auf Erden, die nur einmal geschehen sind.
86. Wunderbare Erscheinungen beim Erdbeben.
87. In welchen Gegenden das Meer zurückgetreten ist,
88. Wie Inseln entstanden sind.
89. Welche und zu welchen Zeiten sie entstanden sind.
90. Welche Länder durch das Meer abgerissen sind.
91. Welche Inseln an das feste Land gesetzt sind.
92. Welche Länder vom Meere verschlungen sind.
93. Welche Länder von selbst untergegangen sind.
94. Städte, die das Meer verschlungen hat
95. Von den Luftlöchern der Erde.
96. Länder, welche immer zittern; schwimmende Inseln.
97. An welchen Orten es nicht regnet-
98. Eine Menge Wunder von Ländern.
99. Von der Natur der Ebbe und Fluth.
100. Wo Ebbe und Fluth von der Regel abweichen.
101. Wunder des Meeres.
102. Welchen Einfluss der Mond auf Land- und Meer-Geschöpfe hat.
103. Einfluss der Sonne auf dieselben.
104. Warum das Meer salzig ist.
105. Wo das Meer' am tiefsten ist.
106. Wunder der Quellen und Flüsse.
107. Vereinigte Wunder des Feuers und Wassers. *
108. Von der Maltha.
109. Von der Naphtha.
110. Welche Orte stets brennen.
Erstes Buch. 33
111. Wunder des- Feuers an sich.
112. Bestimmung der Grösse der ganzen Erde.
113. Hannonische Berechnung der ganzen Welt.
Zusammen: 417 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, Sulpicius Gallus, der Kaiser Titus, Q. Tubero, Tullius Tiro, L. Piso, T. Livius, C. Nepos, Sebosus, Cselius Antipater, Fabia- nus, Antias, Mucianus, Caecina der über etruskische Einrichtungen geschrieben hat, Tarquitius desgleichen, Julius Aquila desgleichen, Sergius, Paulus.
Von fremden Schriftstellern: Plato, Hipparchus, Timaeus, Sosigenes, Petosiris, Nechepsus, die Pythagoraeer, Posidonius, Anaximander, Epigenes, Gnomonicus, Eu- clides, der Philosoph Coeranus, Eudoxus, Democritus, Critodemus, Thrasyllus, Serapion, Dicaearchus, Archimedes, Onesicritus, Eratosthe- nes, Pytheas, Herodotus, Aristoteles, Ctesias, Artemidorus von Ephe- sus, Isidorus von Charax, Theopompus.
Drittes Buch.
Von der Lage und Grösse der Länder, Meere, Städte, Häfen,
Berge, Flüsse und den Völkern, welche noch da sind
oder da waren.
1. Europa' s Grenzen und Lage im Allgemeinen.
2. Von Spanien überhaupt.
3. Die baltische Provinz.
4. Das diesseitige Spanien.
5. Die narbonensische Provinz.
6. Itaüen.
7. Der neunte Bezirk von Italien.
8. Der siebente Bezirk von Italien.
9. Der erste Bezirk von Italien. Die Tiber, Rom.
10. Der dritte Bezirk von Italien.
11. 64 Inseln, unter ihnen die Balearen.
12. Corsica.
13. Sardinien.
14. Sicilien.
15. Gross- Griechenland; von Locri an.
16. Der zweite Bezirk von Italien.
17. Der vierte Bezirk von Italien.
18. Der fünfte Bezirk von Italien.
3
o. Erstes Buch.
19. Der sechste Bezirk von Italien. 20 Der achte Bezirk von Italien.
21. Der elfte Bezirk von Italien; Italien jenseits des Po.
22. Der zehnte Bezirk von Italien.
23. lstrien und dessen Bewohner.
24. Die Alpen und ihre Bewohner.
25. Liburnien und Illyrien.
26. Dalmatien.
27. Noricum.
28. Pannonien.
29. Moesien.
30. Die Inseln des ionischen und adriatischen Meeres.
Zusammen: Städte und Völker. ]
Berühmte Flüsse. Die Zahlen
Berühmte Berge. \ fehlen in allen
Inseln. Handschriften.
Untergegangene Städte und Völker, j 316 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Turranius Gracilis, Com. Nepos, T. Livius, der Censor Cato, M.. Agrippa, M. Varro, der Kaiser Augustus, Varro von Atace, Hyginus, L Vetus MelaPomponius, Curio der Vater, Caelius, Arruntius, Sebo- sus, Licinius Mucianus, Fabricius Tuscus, L. Attejus Capito, Vemus Fla'ccus, L. Piso, Gellianus, Valerianus.
Von fremden Schriftstellern: Artemidorus, Alexander Polyhistor, Thucydides, Theophrastus, Isidorus, Theopompus, Metrodorus von Scepsis, Calhcrates, Xenephon von Lampsacus, Diodorus von Syracus, Calliphanes, Timagenes.
Viertes Buch.
Von der Lage und Grösse der Länder, Meere, Städte,
Häfen, Berge, Flüsse und den Völkern, welche noch
da sind oder da waren.
1. Epirus.
2. Acarnanien.
3. Aetolien.
4. Locris und Phocis.
5. Der Peloponnes.
6. Achaja.
7. Messenien.
Erstes Buch. 35
8. Laconien.
9. Argolis.
10. Arcadien.
11. Attica, Griechenland.
12. Böotien. 18. Doris.
14. Phthiotis.
15. Thessalien.
16. Magnesien.
17. Macedonien.
18. Thracien, das ägeische Meer.
19. Die Inseln, welche vor diesen Ländern liegen, darunter:
20. Creta.
21. Euböa.
22. Die Cycladen.
23. Die Sporaden.
24. Der Hellespont. Der Maeotis.
25. Dacien, Sarmatien.
26. Scythien.
27. Die Inseln im Pontus. Die Inseln im nördlichen Ocean.
28. Germanien.
29. 96 Inseln im gallischen Ocean, unter diesen:
30. Britannien.
31. Das belgische Gallien.
32. Das lugdunensische Gallien.
33. Das aquitanische Gallien.
34. Das diesseitige Spanien vom gallischen Ocean an.
35. Lusitanien.
36. Die Inseln im atlantischen Meere.
37. Bestimmung der Grösse von ganz Europa.
Zusammen: Städte und Völker.
Berühmte Flüsse. Die Zahlen
Berühmte Berge. \ fehlen in allen
Inseln. Handschriften.
Untergegangene Städte und Völker. Gegenstände, Erzählungen !und Bemerkungen. .
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, der Censor Cato, M. Agrippa, der Kaiser Augustus, Varro von Atace, Com. Nepos, Hyginus, L. Vetus, Pomponius Mela, Licinius Mucianus, Fabricius Tuscus, Attejus Capito, der Philolog Attejus.
Von fremden Schriftstellern: Polybius, Hecatseus, Hellanicus, Damastes, Eudoxus, Dicsearchus, Timosthenes, Eratosthenes, Ephorus, der Grammatiker Cratetes, Se-
3*
36 Erstes Buch.
rapion von Antiochien, Callimachus, Artemidorus, Apollodorus, Aga- thocles, Euuiachus, Timseus aus Sicüien, Myrsilus, Alexander Poly- histor, Thucydides, Dosiades, Anaximander , Philistides von Mallus, Dionysius, Aristides, Callidemus, Mensechmus, Aglaosthenes, Anticlides, Heraclides, Philemon, Xenophon, Pytheas, Isidorus, Pliilonides, Xena- goras, Astynomus, Staphylus. Aristocriton, Metrodorus, Cleobulus, Posidonius.
Fünftes Buch.
Von der Lage und Grösse der Länder, Meere, Städte,
Häfen, Berge, Flüsse, und den Völkern, welche
noch da sind oder da waren.
1. Mauritanien.
2. Numidien.
3. Afrika (im engern Sinne).
4. Die Syrten.
5. Cyrenaica.
6. Das libysche Mareotis.
7. Die Inseln um Afrika.
8. Das innere Afrika.
9. Asien. Aegypten und Thebais.
10. Der Nil.
11. Die Städte in Aegypten.
12. Arabien, welches am ägyptischen Meere liegt.
13. Syrien.
14. ldumäa, Palästina, Samaria.
15. Judäa.
16. Decapolis.
17. Phönicien.
18. Das antiochische Syrien.
19. Das übrige Syrien.
20. Der Euphrat.
21. Syrien am Euphrat.
22. Cilicien und die anwohnenden Völker.
23. Die Isaurer und die Homonader.
24. Pisidien.
25. Lycaonien.
26. Pamphylien.
27. Der Berg Taurus.
28. Lycien.
29. Carien.
30. Lydien.
Erstes Buch. 37
31. Ionien.
32. Aeolien.
33. Troas und die anwohnenden Völker.
34. 212 Inseln vor Asien, darunter:
35. Cypem.
36. Rhodus.
37. Samos.
38. Chios.
39. Lesbos.
40. Das Hellespont und Mysien.
41. Phrygien.
42. Galatien und die anwohnenden Völker.
43. Bithynien.
44. Die Inseln im Propontis.
Zusammen: Städte und Völker. Berühmte Flüsse. Berühmte Berge. 318 (?) Inseln. Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Agripppa, Suetonius, Paulinus, M. Varro, Varro von Atace, Com. Nepos, Hyginus, L. Vetus, Mela, Domitius Corbulo, Licinius Mucianus, der Kaiser Claudius, Arruntius, Livius der Sohn, Sebosus, die Acten über die gehaltenen Triumphe.
Von fremden Schriftstellern: Der König Juba, Hecata^us, Hellanicus, Damastes, Dicsearchus, Baeton, Timosthenes, Philonides, Xenagoras, Astynomus, Staphylus, Aristoteles, Dionysius, Aristocritus, Ephorus, Eratosthenes, Hippar- chus, Pansetius, Serapion von Antiochia, Callimachus, Agathocles, Polybius, der Mathematiker Tima^us, Herodotus, Myrsilus, Alexander Polyhistor, Metrodorus, Posidonius, welcher 2 Bücher „die Erdum- schiffung" und die „Erdumwanderung" geschrieben hat, Sotades, Pe- riander, Aristarchus von Sicyon, Eudoxus, Antigenes, Callicrates, Xenophon von Lampsacus, Diodorus von Syracus, Hanno, Himilco, Nymphodorus, Calliphanes, Artemidorus, Megasthenes, Isidorus, Cle- obulus, Aristocreon.
Die Zahlen fehlen in allen Hand- schriften.
Sechstes Bach.
Von der Lage und Grösse der Länder, Meere, Städte,
Häfen, Berge, Flüsse, und den Völkern, welche
noch da sind oder da waren.
1. Der Pontus und die Mariandyner.
2. Die Paphlagonier.
38 Erstes Buch.
3. Die Cappadocier.
4. Das theniiscyrenische Land und seine Völker. Die Heniocher.
5. Das colische Land, die Achaeer und die übrigen dort wohnenden
Völker.
6. Der cimmersche Bosporus.
7. Mseotis und die um ihn wohnenden Völker.
8. Cappadocien.
9. Gross- und Klein-Armenien.
10. Die Flüsse Cyrus und Araxes.
11. Albanien, Iberien und die anwohnenden Völker.
12. Die caucasischen Pässe.
13. Die Inseln im Pontus.
14. Die Völker vom scythischen Ocean an.
15. Das caspische und hyrcanische Meer.
16. Adjabene.
17. Medien und der caspische Pass.
18. Die Völker am hyrcanischen Meere.
19. Die scythischen Völker und die Länder vom östlichen Ocean an.
20. Die Serer.
21. Die Indier.
22. Der Ganges.
23. Der Indus.
24. Taprobane.
25. Die Gedroser und die angrenzenden Provinzen. Die Arianer.
26. Schifffahrten nach Indien.
27. Carmanien.
28. Der persische und der arabische Meerbusen.
29. Die Länder der Parther.
30. Mesopotamien.
31. Der Tigris.
32. Arabien.
33. Der Busen des rothen Meeres.
34. Troglodytice.
35. Aethiopien.
36. Die Inseln des äthiopischen Meeres.
37. Von den glückseligen Inseln.
38. Vergleichung der Länder miteinander nach ihrem Flächeninhalte .
39. Vertheilung der Länder in Parallelen und gleiche Schatten.
Zusammen: 1195 Städte. 576 Völker. 115 berühmte Flüsse. 18 berühmte Berge. 108 Inseln.
95 untergegangene Städte und Völker. 2214 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Erstes Buch. 39
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Agrippa, M. Varro, Varro von Atace, C. Nepos, Hyginus, L. Vetus, Mela Pomponius, Domitius Corbulo, Licinius Mucianus, der Kaiser Claudius, Arruntius, Sebosus, Fabricius Tuscus, T. Livius, Seneca, Nigidius.
Von fremden Schriftsteilem: König Juba, Hecatseus, Hellanicus, Damastes, Eudoxos, Dicsear- chus, B«ton, Timosthenes, Patrocles, Demodamas, Clitarchus, Era- tosthenes, Alexander der Grosse, Ephorus, Hipparchus, Pansetius, Calli- machus, Artemidorus, Apollodorus, Agathocles, Polybius, Eumachus, Timaeus von Sicilien, Alexander Polyhistor, Isidorus, Amometus, Metrodorus, Posidonius, Onesicritus, Nearchus, Megasthenes, Diogne- tus, Aristocreon, Bion, Dalion, Simonides der Jüngere, Basilis, Xeno- phon von Lampsacus.
Siebentes Buch.
Von der Entstehung und Beschaffenheit des Menschen und von der Erfindung der Künste.
1. Vom Menschen.
2. Wunderbare Gestalten der Völker.
3. Seltsame Geburten.
4. Von der Erzeugung des Menschen; merkwürdige Beispiele der
Schwangerschaft von sieben bis zu dreizehn Monaten.
5. Anzeigen bei Schwange» in Bezug auf die Erkennung des Ge-
schlechtes der Leibesfrucht. <>. Monströse Geburten.
7. Kinder, die aus der Mutter Leibe geschnitten sind.
8. Welche Menschen Vopiscer heissen.
9. "Von der Empfängniss und Zeugung.
10. Beispiele von Aehnlichkeiten.
11. Von der Zeit der Pubertät. Beispiele zahlreicher Empfängniss.
12. Bis zu welchem Alter der Mensch zeugungsfähig ist.
13. Wunderbare Bemerkungen über den Monatsfluss der Weiber.
14. Von der Zeugungsfähigkeit.
15. Geschichtliche Bemerkungen von den Zähnen, desgleichen von
den Kindern.
16. Beispiele auffallender Grösse.
17. Frühreife Kinder.
18. Ausgezeichnete Merkmale am menschlichen Körper.
19. Ausserordentliche Kräfte.
20. Ausserordentliche Schnelligkeit.
21. Sehr scharfes Gesicht.
40 Erstes Buch.
22. Sehr feines Gehör.
23. Beispiele von Ausdauer.
24. Beispiele von starkem Gedächtniss.
25. Beispiele von Geisteskraft.
26. Beispiele von Milde und Grossmuth.
27. Von hoher Berühmtheit in der Leitung ausserordentlicher Ange-
legenheiten.
28. Von den drei grössten Tugenden und von der grössten Unschuld
eines Menschen.
29. Von der grössten Tapferkeit.
30. Beispiele von ausgezeichneten Genie's.
31. Dessgleichen von grosser Weisheit.
32. Sehr nützliche Lebensregeln.
33. Von der Kraft des Weisssagens.
34. Wer für den rechtschaffensten Mann gehalten worden ist.
35. Welche Frauen die keuschesten gewesen sind.
36. Beispiele höchster kindlicher Liebe.
37. Ausgezeichnete Männer in den Künsten, der Sterndeutekunst,
Sprachkunde und Medicin;
38. Der Geometrie, Architectur;
39. Der Malerei, Bildhauerei, der Kunst in Elfenbein zu arbeiten und
getriebene Arbeit zu verfertigen.
40. Sehr hohe Preise für Menschen.
41. Von der höchsten Glückseligkeit.
42. Seltene Beispiele von dauerndem Glücke in Familien.
43. Merkwürdige Beispiele von Glückswechsel. Ein zweimal Ver-
bannter.
44. Merkwürdige Beispiele von Ehrenbezeugungen.
45. Die zehn höchsten Güter bei einem Manne.
46. Widerwärtige Schicksale des Kaisers Augustus.
47. Welche Menschen von den Göttern für die glücklichsten er-
klärt sind.
48. Wen man schon bei seinen Lebzeiten als einen Gott zu ver-
ehren befohlen hat. Ein merkwürdiger Blitz.
49. Von der längsten Lebensdauer.
50. Von der verschiedenen Geburtszeit.
51. Verschiedene Beispiele von Krankheiten.
52. Vom Tode.
53. Welche Menschen schon zu Grabe getragen und wieder auf-
gelebt sind.
54. Beispiele von plötzlich erfolgtem Tode.
55. Vom Begräbniss.
56. Von den Geistern der Verstorbenen; von der Seele.
57. Was ein Jeder im Leben erfunden hat.
Erstes Buch. 41
58. Worin die erste Uebereinkunft der Völker besteht.
59. Wann zuerst Barbiere gewesen sind.
60. Wann die erste Uhr existirt hat.
Zusammen: 747 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen. Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
Verrius Flaccus, Cn. Gellius, Licinius Mucianus, Massurius Sabi- nus, Agrippina des Claudius Gemahlin, M. Cicero, Asinius Pollio, M. Varro, Messala, Rufus, C. Nepos, Virgilius, Livius, Cordus, Melis- sus, Sebosus, Com. Celsus, Valerius Maximus, Trogus, Nigidius Figu- lus, Pomponius Atticus, Pedianus Asconius, Fabianus, der Censor Cato, Fabius Vestalis, die Acten.
Von fremden Schriftstellern: Herodotus, Aristeas, Bseton, Isigonus, Crates, Agatharchides, Calliphanes, Aristoteles, Nymphodorus, Apollonides, Phylarchus, Dä- mon, Megesthenes, Ctesias, Tauron, Eudoxus, Onesicritus, Clitarchus, Duris, Artemidorus, der Arzt Hippocrates, der Arzt Asclepiades, He- siodus, Anacreon, Theopompus, Hellanicus, Damastes, Ephorus, Epi- genes, Berosus, Petosiris, Nechepsus, Alexander Polyhistor, Xenophon, Callimachus, Democritus, der Geschichtsschreiber Diyllus, Strato der gegen die „Erfindungen" des Ephorus schrieb, Heraclides von Pontus, Asclepiades welcher tragische Begebenheiten schrieb, Philostephanus, Hegesias, Archimachus, Thucydides, Mnesigiton, Xenagoras, Metrodo- rus von Scepsis, Anticlides, Critodemus.
Achtes Buch.
Von den Landthieren.
1. Von den Elephanten, von ihrem Verstände.
2. Wann sie zuerst zum Ziehen gebraucht sind.
3. Von ihrer Gelehrigkeit.
4. Wunderbare Dinge in Bezug auf ihre Handlungen.
5. Dass die wilden Thiere wissen, was ihnen Gefahr bringt.
6. Wann in Italien zuerst Elephanten gewesen sind.
7. Ihre Kämpfe.
8. Wie sie gefangen werden.
9. Wie sie gezähmt werden.
10. Von ihrer Geburt und von ihrer übrigen Beschaffenheit.
11. Wo sie geboren werden. Von ihrer Feindschaft mit den Schlangen.
12. Von der Schlauheit der Thiere.
13. Von den Schlangen.
42 Erstes Buch.
14. Schlangen von ausserordentlicher Grösse.
15. Von den scythischen Thieren. Von den Bisons.
16. Von den nordischen Thieren; vom Elenthiere, dem Bonasus.
17. Von den Löwen und ihrer Geburt.
18. Ihre verschiedenen Arten.
19. Ihre sonstige Beschaffenheit.
20. Wer zuerst zu Rom einen Löwenkampf veranstaltet hat. Wer die
meisten Löwen dazu geliefert hat.
21. Wunderbare Begebenheiten von den Löwen.
22. Wer von einer Schlange erkannt und gerettet worden ist.
23. Von den Panthern.
24. Senatsbeschluss und Gesetze in Bezug auf die afrikanischen Pan-
ther. Wer die afrikanischen zuerst, und wer die meisten nach Rom gebracht hat.
25. Von den Tigern. Wann der erste in Rom gesehen worden. Be-
schreibung derselben.
26. Von den Kameelen und ihren Arten.
27. Von der Giraffe. Wann die erste in Rom gesehen worden.
28. Von dem Thiere Chama und dem Cephus.
29. Vom Rhinoceros.
30. Vom Luchs, den Sphingen, Crocotten und Meerkatzen.
31. Die Landthiere Indiens.
32. Die Landthiere Aethiopiens. Ein Thier, welches durch seinen An-
blick tödtet.
33. Von den Basilisken.
34. Von den Wölfen. Woher die Sage von Verwandlung in Wölfe
kommt.
35. Die Arten der Schlangen.
36. Vom Ichneunion.
37. Vom Krokodil.
38. Vom Scincus.
39. Vom Flusspferde.
40. Wer zuerst ein Flusspferd und ein Krokodil zu Rom gezeigt hat.
41. Arzneimittel, welche von Thieren entdeckt sind.
42. Anzeigen von Gefahren an Thieren beobachtet.
43. Völker, die von Thieren vertilgt sind.
44. Von den Hyänen.
45. Von den Crocuten und Mantichoren.
46. Von den wilden Eseln.
47. Vom Castoreum. Von Thieren, welche im Wasser und auf dem
Lande leben. Von der Fischotter.
48. Von den Laubfröschen.
49. Vom Seekalbe. Vom Biber. Von den Stellionen.
50. Von den Hirschen.
Erstes Buch. 43
51. Vom Chamaeleon.
52. Von den übrigen Thieren, welche ihre Farbe verändern. Vom
Rennthiere, dem Lycaon, dem Thos.
53. Vom Stachelschweine.
54. Von den Bären und ihren Jungen.
55. Von den pontischen Mäusen und den Alpenmäusen.
56. Von den Igeln.
57. Vom Löwentödter und Luchse.
58. Von dem Dachse, dem Eichhörnchen.
59. Von den Vipern und Schnecken.
60. Von den Eidechsen.
61. Von den Hunden; Beispiele von Treue gegen ihre Herren. Welche
sich Hunde zum Kriege gehalten haben.
62. Von ihrer Fortpflanzung.
63. Mittel gegen die Hundswuth.
64. Von den Pferden.
65. Von ihrem Verstände. Merkwürdige Begebenheiten von einem
Gespann aus vier Pferden.
66. Von ihrer Fortpflanzung.
67. Welche durch den Wind empfangen.
68. Von den Eseln und ihrer Fortpflanzung.
69. Von den Mauleseln, dem übrigen Zugvieh und ihrer Fortpflanzung.
70. Von den Ochsen und ihrer Fortpflanzung.
71. Vom ägyptischen Apis.
72. Von dem Schafe überhaupt und seiner Fortpflanzung.
73. Von den Arten der Wolle und ihrer Farbe.
74. Von den verschiedenen Kleidern.
75. Von den äussern Merkmalen des Schafs; vom Musimon.
76. Von den Ziegen und ihrer Fortpflanzung.
77. Von den Schweinen.
78. Von den wilden Schweinen. Wer zuerst Thiergärten angelegt hat.
79. Von den halbwilden Thieren.
80. Von den Affen.
81. Von den Hasen-Arten.
82. Von den Thieren, welche weder zahm noch wild zu nennen sind.
83. Welche Thiere in manchen Gegenden nicht sind.
84. Welche Thiere nur den Ankömmlingen, und welche nur den Ein-
heimischen schädlich sind, und wo diess der Fall ist. Zusammen: 787 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Mucianus, Procilius, Verrius Flaccus, L. Piso, Cornelius Valeria- nus, der Censor Cato, Fenestella, Trogus, die Acten, Columella, Vir- gilius, Varro, Lucilius, Metellus, Scipio, Com. Celsus, Nigidius, Tre- bius Niger, Pomponius Mela, Mamilius Sura.
44 Erstes Buch.
Von fremden Schriftstellern: König Juba, Polybius, Herodotus, Antipater, Aristoteles, der Phy- siker Demetrius, Democritus, Theophrastus, Euanthes, Agrippa der die olympischen Siege beschrieben hat, König Hiero, König Attalus Philometor, Ctesias, Duris, Philistus, Archytas, Phylarchus, Amphilo- chus von Athen, Anaxipolis von Thasus, Apollodorus von Lemnos, Aristophanes von Milet, Antigonus von Cymse, Agathocles von Chios, Apollonius von Pergamus, Aristander von Athen, Bacchius von Milet, Bion von Solis, Chsereas von Athen, Diodorus von Priene, Dion von Colophon, Epigenes von Rhodus, Euagon von Thasus, Euphronius von Athen, Hegesias von Maronea, Menander von Priene, Menander von Heraclea, der Dichter Menecrates, Androtion der über den Acker- bau geschrieben hat, Aeschrion desgleichen, Lysimachus desgleichen, Dionysius der den Mago übersetzt, Diophanes der aus dem Dionysius einen Auszug gemacht hat, König Archelaus, Nicander.
Neuntes Buch.
Von den Wasserthieren.
1. Warum die grössten Thiere im Meere sind.
2. Die Thiere des indischen Meeres.
3. Welche im Weltmeere überhaupt die grössten sind.
4. Von der Gestalt der Tritonen, Nereiden und Seeelephanten.
5. Von den Wallfischen und Orken.
6. Ob die Fische athmen und ob sie schlafen.
7. Von den Delphinen.
8. Wen sie lieb gehabt haben.
9. Wo sie gemeinschaftlich mit den Menschen Fische fangen.
10. Andere merkwürdige Erzählungen von ihnen.
11. Von den Tursionen.
12. Von den Schildkröten. Die Arten der Wasser-Schildkröten und
wie sie gefangen werden.
13. Wer zuerst Schildkrötenschalen geschnitten hat.
14. Eintheilung der Wasserthiere nach ihren Arten.
15. Welche behaart und welche nicht behaart sind; wie sie gebären.
Von den Seekälbern und Robben.
16. Wie viele Arten von Fischen es giebt.
17. Welche Fische am grössten sind.
18. Von den Thunfischen, Cordylen und Pelamiden, welche, wenn sie
in Stücke geschnitten und eingesalzen sind, Melandrya, Apo- lecti und Cybia heissen.
19. Von den Amien und Scombern.
Erstes Buch. 45
■20. Welche Fische es im Pontus nicht giebt; welche an der einen Seite hinein- und an der andern wieder heraus schwimmen.
21. Warum die Fische aus dem Wasser hervorspringen. Vom Schwerdt-
fisch.
22. Von Wahrsagungen aus Fischen.
23. Welche Fischart keine Männchen hat.
24. Welche einen Stein im Kopfe haben; welche im Winter verbor-
gen liegen, und welche im Winter nur an bestimmten Tagen gefangen werden.
25. Welche im Sommer verborgen liegen; welche Fische von einer
Erstarrung befallen werden.
26. Von dem Mugil.
27. Vom Stör.
28. Vom Seewolf; vom Kabliau.
29. Vom Scarus; von der Mustela.
30. Arten der Meer-Barbe; von dem Gesellschafter Sargus.
31. Ausserordentliche Preise für Fische.
32. Dass ein und dieselben Fische nicht überall beliebt sind. Vom
Coracinus.
33. Von den Kiemen und Schuppen.
34. Fische, welche eine Stimme haben und ohne Kiemen sind.
35. Welche auf das Land kommen. Zeiten ihres Fanges.
36. Eintheilung der Fische nach der Gestalt. Unterschied zwischen
den Rhomben und Passeres. Von langen Fischen.
37. Von den Flossen und der Art und Weise des Schwimmens der
Fische.
38. Von den Aalen.
39. Von den Muraenen.
40. Arten der Plattfische.
41. Vom Echeneis und seiner zauberischen Kraft.
42. Welche Fische die Farbe wechseln.
43. Welche über dem Wasser hinfliegen; von der Meerschwalbe ; von
dem Fische der bei Nacht leuchtet; vom Hornfische; vom See- drachen.
44. Von den Fischen die kein Blut haben; von den sogenannten
Weichfischen.
45. Von der Sepia, der Loligo, den kleinen Kammmuscheln.
46. Von den Polypen.
47. Von dem Polyp „der Segler" genannt.
48. Arten der Polypen; ihre Schlauheit.
49. Von dem Segler Nauplium.
50. Von den Schalenthieren; von den Krabben.
51. Arten der Krebse; von dem Pinnotheres, dem Seeigel, den
Schnecken und Kammmuscheln.
46 Erstes Buch.
52. Arten der Muscheln.
53. Dass im Meere die Ursache grosser Verschwendung liegt.
54. Von den Perlmuscheln; wie und wo sie entstehen.
55. Wie sie aufgefunden werden.
56. Wie viele Arten von Perlen es giebt.
57. Was dabei zu beobachten, und welches ihre Natur ist.
58. Geschichtliche Bemerkungen über die Perlen.
59. Wann sie zuerst in Rom in Gebrauch gekommen sind.
60. Von den Stachelschnecken und Purpurschnecken.
61. Von den Arten der Purpurschnecken.
62. Wie die Wolle damit gefärbt wird.
63. Wann der Gebrauch des Purpurs in Rom aufgekommen ist; wann
die breiten Purpurs treifen und mit Purpnr verbrämten Ober- kleider dort zuerst getragen sind.
64. Von den conchylienfarbigen Kleidern.
65. Von dem Färben in Amethyst; vom tyrischen Farbstoff, dem
Dunkelroth und Scharlachroth.
66. Vom Pinna und dem Pinnotheres.
67. Von den Empfindungen der Wasserthiere; vom Zitterfische, dem
Stachelrochen, dem Scolopender und Wels; von dem Fische- Aries.
68. Von den Wasserthieren, welche eine dritte Natur haben, d. h. die
der Thiere und Pflanzen zugleich; von den Seenesseln.
69. Von den Schwämmen, ihren Arten, ihrem Wohnorte und dass sie
Thiere sind.
70. Von den Hundsfischen.
71. Von den Wasserthieren, die in eine steinige Schale eingeschlos-
sen sind; -welche ohne Empfindung sind, und von den übrigen unbedeutenderen Thieren.
72. Von den giftigen Seethieren.
73. Von den Krankheiten der Fische.
74. Von ihrer Fortpflanzung. Merkwürdige Nachrichten über Zeu-
gungen.
75. Bei welchen sich Eier und Junge zugleich erzeugen.
76. Welchen beim Abgange der Leibesfrucht der Uterus platzt und
dann wieder zusammenwächst.
77. Welche eine Schaam haben; welche sich selbst begatten.
78. Wie lange die Fische leben.
79. Wer zuerst Austernteiche angelegt hat.
80. Wer zuerst Teiche für die übrigen Wasserthiere angelegt hat.
81. Wer zuerst Teiche für Murinen angelegt hat. Merkwürdige
Nachrichten über Fischteiche.
82. Wer zuerst Teiche für Schnecken angelegt hat.
83. Fische die auf dem Lande leben.
Erstes Buch. 47
84. Von den Mäusen im Nil.
85. Von dem Fange der Anthien-Fisehe.
86. Von den Seesternen.
87. Wunderbare Dinge von den Fingermuscheln.
88. Von der Feindschaft und Freundschaft der Wasserthiere unter sich. Zusammen: 650 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Turrianus Gracilis, Trogus, Msecenas, Alfius Flavius, C. Nepos, der Mimenschreiber Laberius, Fabianus, Fenestella, Mucianus, Aelius Stilo, Statius Sebosus, Melissus, Seneca, Cicero, Aemilius Macer, Messala Corvinus, Trebius Niger, Nigidius.
Von fremden Schriftstellern: Aristoteles, König Archelaus, Callimachus, Democritus, Theo- phrastus, Thrasyllus, Hegesidemus von Cythnos, Alexander Polyhistor.
Zehntes Buch.
Von den Vögeln.
1. Vom Strausse.
2. Vom Phoenix.
3. Arten des Adlers.
4. Ihre nähere Beschreibung.
5. Wann sie Feldzeichen der Legionen wurden.
6. Von einem Adler, der sich auf den Scheiterhaufen einer Jung-
frau setzte.
7. Vom Geier.
8. Vom Sanqualis und Immussulus.
9. Vom Buteo.
10. Wo die Habichte und Menschen gemeinschaftlich Vögel fangen.
11. Welcher Vogel allein von seinem eigenen Geschlechte umgebracht
wird; welcher Vogel nur ein Ei legt.
12. Von den Milanen.
13. Eintheilung der Vögel in Gattungen.
14. Von den Krähen, den Unglück bringenden Vögeln. In welchen
Monaten sie nicht zu sehen sind.
15. "Von den Raben.
16. Vom Uhu.
17. Vögel, welche nicht mehr existiren oder nicht genau bekannt sind.
18. Welche mit dem Schwänze zuerst aus dem Eie kommen.
19. Von den Nachteulen.
20. Vom Picus Martius.
21. Von den Vögeln mit krummen Krallen.
48 Erstes Buch.
22. Von den Pfauen.
23. Wer zuerst Pfauen zum Essen geschlachtet, wer sie zuerst ge-
mästet hat.
24. Von den Hühnervögeln.
25. Wie sie verschnitten werden. Von einem sprechenden Hahn.
26. Von der Gans.
27. Wer zuerst Gänselebern zubereitet hat.
28. Von dem Commagenum.
29. Von den Chenalopeces und Chenerotes, den Auerhähnen und
Trappen.
30. Von den Kranichen.
31. Von den Störchen.
32. Von den Schwänen.
33. Von den fremden Vögeln die zu uns kommen; von den Wachteln,
dem Glottis, Cychranius und der Ohreule.
34. Von den Schwalben.
35. Von unsem einheimischen Vögeln, welche fortziehen und wohin ;
von den Amseln, Kranmietsvögelu, Staaren. Von den Vögeln, welche sich während der Mauserzeit verbergen; von der Tur- teltaube und der Holztaube. Vom Fluge der Staare u. Schwalben.
36. Welche Vögel ein ganzes, welche ein halbes und welche ein viertel
Jahr bei uns bleiben. Vom Galgulus, Wiedehopf.
37. Von den Memnons-Vögeln.
38. Von den Meleagris-Vögeln.
39. Von den Seleucis-Vögeln.
40. Vom Ibis.
41. Welche Vögel an gewissen Orten nicht sind.
42. Von den Arten der Singvögel und denen, welche ihre Farbe und
Stimme verändern.
43. Von den Nachtigallen.
44. Von den Schwarzköpfen, den Rothkehlchen und Rothschwänzen.
45. Vom Oenanthe, dem Grünlinge, der gemeinen Amsel, dem Ibis.
46. Die Heckezeit der Vögel.
47. Von den Eisvögeln und den nach ihnen benannten Tagen, an
welchen das Meer schiffbar ist.
48. Von den übrigen Wasservögeln.
49. Von der Geschicklichkeit der Vögel im Baue der Nester. Wun-
derbareErzählungen von denSchwalben. Von den Uferschwalben.
50. Vom Acanthyllis.
51. Vom Merops und den Rebhühnern.
52. Von den Tauben.
53. Ihre wunderbaren Verrichtungen und ihre Preise.
54. 'Von dem verschiedenen Fluge und Gange der Vögel.
55. Von den fusslosen oder Höhlen-Schwalben.
Erstes Buch. 49
•56. Von der Nahrung der Vögel. Vom Ziegenmelker, dem Platea.
57. Von dem Verstände der Vögel. Vom Carduelis, Taurus u. Anthus.
58. Von den sprechenden Vögeln; von den Papageien.
59. Von den Eichel-Elstern.
60. Ein Aufstand des römischen Volkes wegen eines sprechenden
Raben.
61. Die Vögel des Diomedes.
62. Welche Vögel nichts lernen.
63. Vom Trinken der Vögel. Vom Purpurhuhn.
64. Von den Himantopoden.
65. Von der Nahrung der Vögel.
66. Von der Kropfgans.
67. Von den fremden Vögeln; von den Phaleriden, Fasanen und nu-
midischen Vögeln.
68. Von den Flamingo's, Attagenen, Scharben, Rcthraben, Lagopoden.
69. Von neuen Vögeln; von den Vipionen.
70. Von fabelhaften Vögeln.
71. Wer zuerst Hühner gemästet hat; welche Censoren diess zuerst
verboten haben.
72. Wer zuerst Vogelhäuser angelegt hat. Von der Schüssel des Aesop.
73. Von der Fortpflanzung der Vögel. Welche Thiere, ausser den
Vögeln, Eier legen.
74. Arten und Beschaffenheit der Eier.
75. Von den Fehlern und Hülfsmitteln beim Brüten.
76. Vom Wahrsagen aus Eiern.
77. Welche Hühner die besten sind.
78. Ihre Krankheiten und die Mittel dagegen.
79. Wann die Vögel Eier legen und wie viel.
80. Welche Eier Windeier und welche Cynosuren genannt werden;
wie man die Eier am besten aufbewahrt.
81. Welches geflügelte Thier das einzige ist, das lebendige Junge ge-
bärt und säugt.
82. Welche Landthiere Eier legen. Begattung der Schlangen. £3. Von der Fortpflanzung aller Landthiere.
84. Wie die Thiere in der Gebärmutter liegen.
85. Bei welchen Thieren die Abkunft noch ungewiss ist.
86. Von den Salamandern.
87. Welche Thiere aus nicht geborenen entstehen, und welche ge-
boren sind und sich nicht fortpflanzen. Welche geschlechts- los sind.
•88. Von den Sinnen der Thiere. Bei welchen das Gesicht, bei wel- chen das Gehör, bei welchen der Geruch ausgezeichnet ist. Von den Maulwürfen. Ob die Austern ein Gehör haben.
S9. Welche Fische am besten hören.
50 Erstes Buch.
90. Welche Fische den schärfsten Geruch besitzen.
91. Verschiedenheit der Thiere hinsichtlich der Nahrungsmittel.
92. Welche von Gift leben.
93. Welche von Erde leben. Welche durch Hunger und Durst nicht
sterben.
94. Von der Verschiedenheit des Saufens bei den Thieren.
95. Welche unter sich in Feindschaft leben. Von der Freundschaft.
und den Abneigungen der Thiere.
96. Beispiele davon bei den Schlangen.
97. Vom Schlafe der Thiere.
98. Welche Thiere träumen.
Zusammen: 794 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen. Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
Manilius, Corn. Valerianus, die Acten, Umbricius Melior, Massu-
rius Sabinus, Antistius Labeo, Trogus, Cremutius, M. Varro, Aenrilius-
Macer, Melissus, Mucianus, Nepos, Fabius Pictor, T. Lucretius, Com..
Celsus, Horatius, Deculo, Hyginus, Säsernus, Nigidius, Mamilius Sura*.
Von fremden Schriftstellern:
Homerus, Phemonoe, Philemon, Boeus der über die Zeugung der Vögel, Hylas der über die Augurien geschrieben hat, Aristoteles,. Theophrastus, Callimachus, Aeschylus, König Hiero, König Philome- tor, Archytas von Tarent, Amphilochus von Athen, Anaxipolis von Thasus, Apollodorus von Lemnos, Aristophanes von Milet, Antigonus von Cymse, Agathocles von Chios, Apollonius von Pergamus, Aristan- der von Athen, Bacchius von Milet, Bion von Solis, Chrereas von Athen,. Diodorus von Priene, Dion von Colophon, Democritus, Diophanes von Nic«a, Epigenes von Rhodus, Euagones von Thasus, Euphronius von AtLen, Juba, Androtion welcher über den Ackerbau geschrieben hatr Aeschrion desgleichen, Lysimachus desgleichen, Dionysius der den Mago übersetzt, Diophanes der einen Auszug aus dem Dionysius ge- macht hat, Nicander, Onesicritus, Phylarchus, Hesiodus.
Elftes Buch.
Von den Insekten.
1. Von ihrer zarten Beschaffenheit.
2. Ob sie athmen und ob sie Blut haben.
3. Von ihrem Körper.
4. Von den Bienen.
5. Von der Ordnung in ihren Verrichtungen.
6. Von dem Commosis, Pissoceros und Propolis.
7. Von dem Erithace oder Sandarace oder Cerinthos.
Erstes Buch. 51
8. Aus welchen Blumen sie den Stoff zu ihren Arbeiten nehmen.
9. Welche Personen sich mit Bienenzucht beschäftigt haben.
10. Wie die Bienen ihre Arbeit verrichten.
11. Von den Drohnen.
12. Von der Beschaffenheit des Honigs.
13. Welcher Honig der beste ist.
14. Vqn den Arten des Honigs in jeder Gegend.
15. Woran man sie erkennt. Von der Erice oder Tetralice oder Sisara.
16. Von der Fortpflanzung der Bienen.
17. Von der Beschaffenheit eines Bienenstaats.
18. Dass sie in Haufen versammelt zuweilen eine glückliche Vorbe-
deutung sind.
19. Arten der Bienen.
20. Von ihren Krankheiten.
21. Von ihren Feinden.
22. Von ihrer Erhaltung.
23. Von ihrer Wiederherstellung.
24. Von den Wespen und Hornissen. Welche Thiere aus einem
fremden Geschlechte ihr eigenes fortpflanzen.
25. Vom assyrischen Seidenspinner.
26. Von den Seidenraupen und den Seidenpuppen. Welches Frauen-
zimmer das erste seidene Kleid gemacht hat.
27. Vom coischen Seidenspinner. Wie ein Kleid von coischer Seide
gemacht wird.
28. Von den Spinnen; welche von ihnen weben und von welcher
Natur ihr Webestoff ist.
29. Fortpflanzung der Spinnen.
30. Von den Scorpionen.
31. Von den Stellionen.
32. Von den Cicaden; dass ihnen Mund und After fehlt.
33. Von den Flügeln der Insekten.
34. Von den Käfern. Von den Leuchtkäfern und den übrigen Arten-
35. Von den Heuschrecken.
36. Von den Ameisen.
37. Von den Puppen der Schmetterlinge.
38. Thiere, welche in oder aus dem Holze entstehen.
39. Vom Ungeziefer am Menschen. Welches Thier das kleinste ist-
Im Wachse enstandene Thiere.
40. Ein Thier ohne After.
41. Von den Motten, Canthariden, Mücken. Ein Thier im Schnee.
42. Vom Pyralis oder Pyrausta. •
43. Von dem Thiere, welches nur einen Tag lebt.
44. Beschreibung der Thiere nach den einzelnen Gliedern. Welche
Hauben und welche Kämme haben.
4*
52 Erstes Buch.
45. Von den Hörnern; welche bewegliche Hörner haben.
46. Von dem Kopfe; welche Thiere keinen haben.
47. Vom Haupthaare.
48. Von den Knochen des Kopfes.
49. Vom Gehirn.
50. Von den Ohren; welche Thiere keine Ohren oder derartige Oeff-
nung haben und doch hören.
51. Vom Gesichte, der Stirn, den Augenbrauen.
52. Von den Augen. Von denThieren, die keine od. nur ein Auge haben.
53. Von der Verschiedenheit der Augen.
54. Vom Sehen. Welche Thiere des Nachts sehen.
55. Von der Pupille. Welche Thiere die Augen nicht schliessen.
Welchen Thieren die Augen wieder wachsen, wenn man sie ihnen ausgerissen hat.
56. Von den Augenwimpern; welchen Thieren sie ganz fehlen und
welche nur eine haben.
57. Welche keine Augenlider haben.
58. Von den Wangen.
59. Von der Nase.
60. Von den Backen, den Lippen, dem Kinn und den Kinnladen.
61. Von den Zähnen und ihren Arten; welche nicht in beiden Kinn-
laden Zähne und welche hohle Zähne haben.
62. Von den Zähnen der Schlangen und ihrem Gifte. Welcher Vo-
gel Zähne hat.
63. Wunderbare Erzählungen von Zähnen.
64. Dass man an ihnen das Lebensalter erkennt.
65. Von der Zunge und den Thieren welche keine haben. Von der
Stimme der Frösche. Vom Gaumen.
66. Von den Mandeln am Halse, dem Zapfen, dem Deckel, der Luft-
röhre, der Speiseröhre, der Kehle.
67. Vom Nacken, dem Halse, dem Rückgrate.
68. Von der Kehle, dem Schlünde und Magen.
69. Vom Herzen, dem Blute und der Seele.
70. Welche Thiere das grösste Herz, welche das kleinste, und welche
Thiere zwei Herzen haben.
71. Wann man angefangen hat, das Herz zu den weissagenden Ein-
geweiden zu rechnen.
72. Von der Lunge; welche Thiere die grösste, welche die kleinste,
welche nichts als eine Lunge haben und worin die Ursache der Schnelligkeit der Thiere besteht.
73. Von der Leber; Bemerkungen der Wahrsager über den Kopf der
Eingeweide; welche Thiere in gewissen Ländern zwei Lebern haben.
Erstes Buch. 53
74. Von der Galle; welche Thiere in gewissen Ländern zwei Gallen,
welche keine haben, und bei welchen sie nicht mit der Leber in Verbindung steht.
75. Von der Kraft der Galle.
76. Bei welchen Thieren die Leber mit dem Monde wächst und ab-
nimmt. Beobachtungen der Vogeldeuter und andere seltsame Nachrichten über dieselbe.
77. Vom Zwerchfell. Vom Lachen.
78. Vom Bauche und welchen Thieren er fehlt. Welche sich erbrechen.
79. Von den Dünndärmen, den Kleindärmen, dem Unterleibe und
dem Grimmdarme. Warum manche Thiere unersättlich sind.
80. Von dem Netze, der Milz, und den Thieren, welche keine Milz
haben.
81. Von den Nieren; welche Thiere vier und welche keine haben.
82. Von der Brust, den Rippen.
83. Von der Blase; welche Thiere keine haben. Die Ilia.
84. Von der Gebärmutter; von der Gebärmutter und dem Euter der
Schweine.
85. Welche Thiere Talg, welche Schmalz haben und welche nicht
fett werden.
86. Vom Marke; welchen Thieren es fehlt.
87. Von den Knochen und Gräten. Welchen Thieren beides fehlt.
Vom Knorpel.
88. Von den Nerven. Von den Thieren ohne Nerven.
89. Von den Arterien und Venen. Von den Thieren die beides
nicht haben. Von dem Blute und Schweisse.
90. Von welchen Thieren das Blut sehr schnell stockt und von wel-
chen nicht; welche sehr dickes, welche sehr dünnes und welche gar kein Blut haben.
91. Welche zu bestimmten Jahreszeiten kein Blut haben.
92. Ob das Blut der wichtigste Theil des Körpers ist.
93. Von der Haut.
94. Von den Haaren und der Hautbedeckung.
95. Von den Brüsten; welche Vögel Brüste haben; welche Thiere
ihrer Euter wegen merkwürdig sind. Welches Thier im Fort- schreiten an sich saugen lässt.
96. Von der Milch, dem Colostrum, den Käsen; welche Milch keinen
Käse giebt; vom Coagulum. Verschiedene Nahrungsmittel aus der Milch.
97. Von den verschiedenen Käsen.
98. Unterschied der menschlichen Gliedinaassen von den thierischen.
99. Von den Fingern und Armen.
100. Von der Aehnlichkeit der Affen mit dem Menschen.
101. Von den Nägeln.
54 Erstes Buch.
102. Von den Knieen und Kniekehlen.
103. Welche Glieder des menschlichen Körpers für heilig gehalten
werden.
104. Von den Krampfadern.
105. Vom Gehen; von den Füssen und Schienbeinen.
106. Von den Klauen.
107. Von den Füssen der "Vögel.
108. Von den Füssen der Thiere, von 2 — 100. Von den Zwergen.
109. Von den Geschlechtstheilen; von den Zwittern.
110. Von den Hoden. Drei Arten von Halbmännern.
111. Von den Schwänzen.
112. "Von der Stimme der Thiere.
113. Von den nachgewachsenen Gliedern.
114. Zeichen der Lebensdauer und des Charakters, menschlichen Glie-
dern entnommen.
115. Von dem Athem und der Nahrung.
116. Welche Thiere durch den Genuss von Gift nicht sterben.
117. Warum der Mensch seine Speisen nicht künstlich zusammen
setzen soll. Von den Mitteln gegen unverdauete Speisen.
118. Wie der Körper zu- und wie er abnimmt.
119. Was schon in geringer Menge Hunger und Durst stillt. Zusammen: 2270 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, Hyginus, Scropha, Saserna, Com. Celsus, Aemilius Ma- cer, "Virgilius, Columella, Julius Aquila der über etruskische Einrich- tungen geschrieben hat, Tarquitius desgleichen, Umbricius desgleichen, der Censor Cato, Domitius Calvinus, Trogus, Melissus, Fabianus, Mu- cianus, Nigidius, Manilius, Oppius.
Von fremden Schriftstellern: Aristoteles, Democritus, Neoptolemus der über die Bienenzucht geschrieben hat, Aristomachus desgleichen, Philistus desgleichen, Nicander, Menecrates, Dionysius der den Mago übersetzt hat, Empe- docles, Callimachus , König Attalus, Apollodorus der giftige Thiere beschrieben hat, Hippocrates, Herophilus, Erasistratus", Asclepiades, Themison, der Stoiker Posidonius, Menander von Priene, Menander von Heraclea, Euphronius von Athen, Theophrastus, Hesiodus, König Philometor.
Zwölftes Buch.
Von den Bäumen. 1. u. 2. Von ihrem Ansehn und Werthe.
3. Von den fremden Bäumen. Wann und woher die Platane zuerst nach Italien gekommen ist.
Erstes Buch. 55
4. Beschreibung der Platanen.
5. Wunderbare Dinge von ihnen.
<6. Von den Zwergplatanen. Wer zuerst die Bäume beschnitten hat.
7. Wie der assyrische Apfelbaum gepflanzt wird.
8. Von den indischen Bäumen.
9. Wann der Ebenbaum zuerst nach Italien gekommen ist; seine
Arten.
10. Von dem indischen Dorngewächse.
11. Vom indischen Feigenbaume.
12. Vom Palabaume und dem arienischen Apfel.
13. Von den indischen Bäumen, welche keinen Namen haben, und
denen woraus Leinwand verfertigt wird.
14. Von den Pfefferbäumen; von den Pfefferarten, dem Brechma und
Zingiber oder Zimpiber.
15. Vom Caryophyllon; dem Lycium und chironischen Buxdorn.
16. Vom Macir.
17. Vom Zucker.
18. Von den Bäumen des arianischen, gedrosischen und hyrcanischen
Volks.
19. Von den Bäumen in Bactrien; vom Bdellium oder Brochon oder
Malacham oder Malodacon. Scordastum. Verfälschungen, Prü- fungen und Preise von Parfümerieen und Gewürzen. ■20. Von den Bäumen in Persien.
21. Von den Bäumen auf den Inseln des persischen Meeres. Von
dem Wolle tragenden Baume.
22. Vom Chynas-Baume. Von welchen Bäumen im Oriente Leinwand
gemacht wird.
23. Wo die Bäume ihre Blätter nicht verlieren.
24. Von den Erzeugnissen der Bäume. ■25. Vom Costus.
26. Zwölf Arten der Narde.
27. Vom Asarum.
28. Vom Amomum und Amomis.
29. Vom Cardamomum.
30. Vom Vaterlande des Weihrauchs.
31. Welche Bäume Weihranch tragen.
32. Beschreibung des Weihrauchs und seiner Arten. 83. Von der Myrrhe.
34. Von den Myrrhe liefernden Bäumen.
35. Beschreibung und Arten der Myrrhe. 86. Vom Mastix.
37. Von dem Ladanum und Strobos.
38. Von der blutstillenden Arznei.
39. Vom Baume Bratus.
56 Erstes Buch.
40. Vom Baume Stobrus.
41. Von der Glückseligkeit Arabiens.
42. Vom Zimmt und Holzzimmt.
43. Von der Cassia.
44. Vom Cancamum und Taron.
45. Vom Sericbatum und Gabalium.
46. Vom Myrobalanenbaume.
47. Vom Phoenicobalanus.
48. Vom wohlriechenden Calmus und Juncus.
49. Vom Hammoniacum.
50. Vom Sphagnus.
51. Vom Cyprus.
52. Vom Aspalathus oder Erysisceptrmn.
53. "Vom Maron.
54. Vom Balsambaume, Opobalsamum und Xylobalsamum.
55. Vom Styrax.
56. Vom Galbanum.
57. Vom Panax.
58. Vom Spondylion.
59. Vom Malobathrum.
60. Vom Omphacium.
61. Vom Bryum, der Oenanthe und dem Massaris.
62. Von der Elathe oder Spathe.
63. Vom Cinnamum und Camacum.
Zusammen: 974 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, Mucianus, Virgilius, Fabianus, Sebosus, Pomponius Mela, Flavius, Procilius, Trogus, Hyginus, Kaiser Claudius, Com. Nepos, Sextius Niger der in griechischer Sprache über die Arznei- kunde geschrieben hat, Cassius Heniina, L. Piso, Tuditanus, Antias.
Von fremden Schriftstellern: Theophrastus, Perodotus, Callisthenes, Isigonus, Clitarchus, Anaxi- menes, Duris, Nearchus, Onesicritus, Polycritus, Olympiodorus, Diog- netus, Nicobulus, Anticlides, Chares von Mitylene, Mensechmus, Do- rotheus von Athen, Lycus, Antaeus, Ephippus, Dion, Democles, Pto- lomteus Lagi, die Macedonier Marsyas und Zoilus, Democritus, Ani- philochus, Aristomachus , Alexander Polyhistor, Juba, Apollodorus der über die Rauchwerke geschrieben hat, die Aerzte Heraclides, Archimedes, Dionysius, Democlides, Euphron, Mnesis, Diagoras und Jollas, Heraclides von Tarent, Xenocrates von Ephesus, Eratosthenes.
Erstes Buch. 57
Dreizehntes Buch.
Von den fremden Bäumen, den Salben und Balsamen.
1. Wann zuerst Balsame bereitet sind.
2. Zwölf Arten und Zusammensetzungen davon.
3. Von den Räucherspecies, dem Magma; von der Aechtheit der
Salben.
4. Von dem grossen Luxus mit Balsamen.
5. Wann sie zu Rom in Gebrauch gekommen sind.
6. Von den Palmen.
7. Beschreibung derselben.
8. Ihre Anpflanzung.
9. Ihre Arten und Kennzeichen.
10. Von den Bäumen in Syrien; von den Pistacien, Cottanen, Da-
mascener Pflaumen und Sebesten.
11. Vom Cedernbaume. Welche Bäume eine dreijährige Frucht
haben.
12. Von der Terebinthe.
13. Vom Rhus.
14. Von den Bäumen Aegyptens; von dem alexandrinischen Feigen-
baume.
15. Vom cyprischen Feigenbaume.
16. Vom Johannesbrotbaume.
17. Vom Pfirsichbaume; an welchen Bäumen die Früchte stets nach-
wachsen.
18. Vom Kokosbaum.
19. Vom ägyptischen Dombaum.
20. Acht Arten Gummi; von der Sarcocolle.
21. Von der Papierstaude; wann das Papier in Gebrauch gekom-
men ist.
22. Wie und wo die Pflanze wächst.
23. Neun Sorten Papier.
24. Von der Güte des Papiers.
25. Von den Fehlern des Papiers.
26. Vom Leimen des Papiers.
27. Von den Büchern des Numa.
28. Von den Bäumen Aethiopiens.
29. Von den Bäumen des Atlas. Vom Citrus und den daraus ver-
fertigten Tischen.
30. Welche von diesen Tischen gelobt, welche getadelt werden.
31. Von einem andern Citrusbaume.
32. Von den Lotus-Pflanzen.
33. Von den Bäumen in Cyrene, vom Paliurus.
34. Neun Sorten Granatäpfel. Von der Granatbliithe.
58
Erstes Buch.
35. Von den Bäumen in Asien und Griechenland; von der Epipactis.
Erice, Granum gnidium oder Thymelaea oder Chamelaea oder Pyrosachne oder Cnestrum oder Cneorum.
36. Vom Tragion und Traganth.
37. ^om Tragus oder Scorpio; Myrice oder Brya, Ostrys.
38. Vom Evonymus.
39. Vom Baume Eon.
40. Vom Adrachne.
41. Von dem Coccygia, Apharce.
42. Von der Ferula.
43. Von der Thapsia.
44. Von der Capparis oder dem Cynosbatos oder Opheostaphylos.
45. Von dem Sari.
46. Vom königlichen Dornbaume.
47. Vom Cytisus.
48. Von den Bäumen und Sträuchem unseres Meeres; vom Phycos
oder Prason oder Zoster.
49. Vom Seemoose.
50. Von den Gewächsen im rothen Meere;
51. Im indischen Meere;
52. Im troglodytischen Meere; vom Isis-Haare, vom Liebesauge. Zusammen: 468 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, Mucianus, Virgilius, Fabianus, Sebosus, Pomponius Mela, Fabius, Hyginus, Trogus, Procilius, Kaiser Claudius, Com. Nepos, Sextius Niger der in griechischer Sprache über die Arzneikunde geschrieben hat; Cassius Hemina, L. Piso, Tuditanus, Antias.
Von fremden Schriftstellern: Theophrastus, Herodotus, Callisthenes, Isigonus, Clitarchus, Anaxi- menes, Duris, Nearchus, Onesicritus, Polycritus, Olympiodorus, Diog- netus, Cleobulus, Anticlides, Chares von Mitylene, Mensechmus, Do- rotheus von Athen, Lycus, Antaeus, Ephippus, Dion, Adimantus, Pto- lemseus Lagi, Marsyas von Macedonien, Zoilus ebendaher, Democritus, Amphilochus, Alexander Polyhistor, Aristomachus, König Juba, Apollo- dorus der über die Rauchwerke geschrieben hat, die Aerzte Hera- cUdes, Botrys, Archidemus, Dionysius, Democedes, Euphronius, Mne- sis, Diagoras und Jollas, Heraclides vonTarent, Xenocrates vonEphesus.
Vierzehntes Buch.
Von dem Weinstocke und dem Weine. 1. und 2. Von der Beschaffenheit der Weinstöcke; wie sie tragen. 3. Von den Trauben und der Sorge für die Weinstöcke.
Erstes Buch. 59
4. 91 Sorten Weinstöcke.
5. Regeln für die Anlage von Weinbergen.
6. Von den ältesten Weinen.
7. Von der Beschaffenheit des Weines.
8. 50 edle Weinsorten.
9. 38 überseeische Weine.
10. 7 gesalzene Weine.
11. 17 süsse Weine. Vom Rosinenweine und dem eingekochten
Moste.
12. 3 Sorten Weine zweiter Qualität.
13. Dass die edlen Weine in Italien erst seit Kurzem bekannt sind.
14. Von der Achtung, welche Romulus dem Weine bezeigte.
15. Von den Weinen der Alten.
16. Bemerkungen über die Weinkeller; vom opimianischen Weine.
17. Wann zuerst 4 Sorten Wein auf die Tafel gesetzt worden sind.
18. Vom Gebrauche der Labrusca; welcher Saft von Natur der
kälteste ist.
19. 66 Sorten gekünstelte Weine.
20. Vom Meth oder Melicraton.
21. Vom Sauerhonig.
22. 12 seltsame Sorten Wein.
23. Welche Weine bei Opfern nicht gebraucht werden sollen.
24. Auf welche verschiedene Arten man den Most behandelt.
25. Von Pech und Harzen.
26. Von Essig und Hefen.
27. Von den Gefässen für den Wein; von den Kellern.
28. Von der Trunkenheit.
29. Dass man aus Wasser und andern Früchten weinähnliche Ge-
tränke bereitet.
Zusammen: 510 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen. Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
Com. Valerianus, Virgilius, Celsus, der Censor Cato, Saserna Vater und Sohn, Scropha, Varro, D. Silanus, Fabius Pictor, Trogus, Hyginus, Flaccus Verrius, Graecinus, Julius Atticus, Columella, Massu- rius Sabinus, Fenestella, Tergilla, Maccius Plautus, Flavius, Dos- sennus, Scsevola, Aelius, Attejus Capito, Cotta Messalinus, L. Piso, Pompejus Lenseus, Fabianus, Sextius Niger, Vibius Rufus. Von fremden Schriftstellern:
Hesiodus, Theophrastus , Aristoteles, Democritus, König Attalus Philometor, König Hiero, Archytas, Xenophon, Amphilochus von Athen, Anaxipolis von Thasus, Apollodorus von Lemnos, Aristo- phanes von Milet, Antigonus von Cymse, Agathocles von Chios, Apollonius von Pergamus, Aristander von Athen, Botrys von Athen, Bacchius von Milet, Bion von Solis, Chsereas von Athen, Chseristus
60 Erstes Buch.
von Athen, Diodorus von Priene, Dion von Colophon, Epigenes von Rhodus, Euagon von Thasus, Euphronius von Athen, Androtion der üher den Ackerbau geschrieben hat, Aeschrion desgleichen, Dionysius der den Mago übersetzt, Diophanes der einen Auszug aus dem Dionysius gemacht hat, der Arzt Asclepiades, Onesicritus, König Juba.
Fünfzehntes Buch.
Von den obsttragenden Bäumen.
1. Von dem Oelbaume; wie lange ihn die Griechen kennen, wann
er nach Italien, Spanien und Afrika gekommen ist.
2. Von der Beschaffenheit der Oliven und ihrem Wachsthume.
3. Vom Oele, Arten und Kennzeichen derselben.
4. 15 Sorten Oliven.
5. Von der Natur des Oeles.
6. Von der Cultur der Oelbaume; von der Aufbewahrung der Oliven;
wie das Oel daraus bereitet wird.
7. 48 Sorten gekünstelte Oele. Vom Cici oder Croton oder Seseli
oder Sesamum.
8. Von der Amurca.
9. Arten der Baumfrüchte und ihre Beschaffenheit. Vier Arten von
Piniennüssen.
10. Vier Arten Quitten; vier Arten Sperlingsäpfel.
11. Sieben Arten Pfirsiche.
12. 12 Arten Pflaumen.
13. Von der Persea.
14. 30 Arten Aepfel. Wann und woher die fremden Aepfel zuerst
nach Italien gekommen sind.
15. Welche in neuester Zeit erst dahin gekommen sind.
16. 41 Arten Birnen.
17. Von dem Unterschiede der gepropften, und von der Abwendung
des Blitzes.
18. Von der Aufbewahrung der Aepfel und Weintrauben.
19. 29 Arten Feigen.
20. Geschichtliche Bemerkungen von den Feigen.
21. Von der Caprification.
22. 3 Sorten Mispeln.
23. 4 Arten Speierlinge (Ariesbeeren).
24. 11 Arten Nüsse.
25. 18 Arten Kastanien.
26. Vom Johannisbrote.
27. Von dem fleischigen Obste; von den Maulbeeren.
28. Von dem Unnedo.
Erstes Buch. 61
29. Von den Beeren.
30. 9 Arten Kirschen.
31. Von der Kornelkirsche und dem Mastixbaume.
32. 14 Arten des Geschmacks bei den Säften.
33. Von der Farbe und dem Gerüche der Säfte.
34. Von der Verschiedenartigkeit des Obstes.
35. Von der Myrte.
36. Geschichtliche Bemerkungen von der Myrte.
37. 11 Arten der Myrte.
38. Ihr Gebrauch zu Rom bei den kleinen Triumphen.
39. 13 Arten des Lorbeers.
40. Geschichtliche Bemerkungen vom Lorbeerbaume. Zusammen: 520 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Fenestella, Fabianus, Virgilius, Com. Valerianus, Celsus, der Censor Cato, Saserna Vater und Sohn, Scropha, M. Varro, D. Sila- nus, Fabius Pictor, Trogus, Hyginus, Flaccus Verrius, Grscinus, Atticus Julius, Massurius Sabinus, Tergilla, Cotta Messalinus, Columella, L. Piso, Pompejus Lenseus, Maccius Plautus, Flavius Dossennus, Scse- vola, Aelius, Attejus Capito, Sextius Niger, Vibius Rufus. Von fremden Schriftstellern: Hesiodus, Aristoteles, Democritus, König Hiero, Archytas, König Attalus Philometor, Xenophon , Amphilochus von Athen, Anaxipolis von Thasus, Appollodorus von Lemnos, Aristophanes von Milet, An- tigonus von Cymae, Agathocles von Chios, Apollonius von Pergamus, Aristander von Athen, Bacchius von Milet, Bion von Solis, Cha^reas von Athen, Chseristus von Athen, Diodorus von Priene, Dion von Colophon, Epigenes von Rhodus, Euagon von Thasus, Euphronius von Athen, Androtion der über den Ackerbau geschrieben hat, Aeschrion desgleichen, Lysimachus desgleichen, Dionysius der den Mago übersetzt, Diophanes der einen Auszug aus dem Dionysius gemacht hat, der Arzt Asclepiades, der Arzt Erasistratus , Commias der über den "VVein geschrieben hat, Aristomachus desgleichen, Hi- cesius desgleichen, der Arzt Themiso, Onesicritus, König Juba.
Sechszehntes Buch.
Von den wilden Bäumen.
1. Von den Völkern, welche keine Bäume haben.
2. Wunderbare Dinge von Bäumen in den nördlichen Ländern.
3. Von den eicheltragenden Bäumen ; von der Bürgerkrone.
4. Vom Ursprünge der Kränze.
ß2 Erstes Buch.
5. Welche Personen mit einem Laubkranze beschenkt sind.
6. 13 Arten Eicheln.
7. Von der Buche.
8. Von den übrigen Eicheln; von den Kohlen.
9. Von den Galläpfeln.
10. Was diese Bäume ausser den Eicheln noch tragen.
11. Von der Cachrys.
12. Vom Coccus.
13. Vom Agaricus.
14. Von welchen Bäumen die Rinden gebraucht werden.
15. Von den Schindeln.
16. Von der Fichte.
17. Vom Pinaster.
18. Von der rothen und weissen Tanne.
19. Vom Lärchenbaume und der Taeda-Fichte.
20. Vom Taxus.
21. Wie der Theer und das Cedrium gemacht werden.
22. Wie der Theer eingedeckt wird.
23. Von dem Harze Zopissa.
24. Von welchen das Holz besonders geschätzt wird.
25. 2 Arten der Linde.
26. 10 Arten des Ahorns.
27. Vom Bruscum, Molluscum, Staphylodendron.
28. 3 Arten des Buxus.
29. 4 Arten der Ulme.
30. Von der Beschaffenheit der Bäume nach ihrem Stande; welche
auf Bergen und welche in Ebenen wachsen.
31. Welche gern trocken, welche im Wasser stehen und welche das
Mittel davon halten.
32. Eintheilung der Arten.
33. Welche Bäume das Laub nicht verlieren. Vom Rhododendron.
Welche nicht alle Blätter verHeren, und von welchen Arten kein Baum das Laub verliert.
34. Von der Verschiedenheit des Abfallens der Blätter.
35. Von ihrer verschiedenen Farbe; welche Blätter ihre Gestalt ver-
ändern. 3 Arten Pappeln.
36. Welche Blätter sich alljährig umdrehen.
37. Von der auf die Palmenblätter zu verwendenden Sorgfalt und
ihrem Gebrauche.
38. Wichtige Bemerkungen von den Blättern.
39. Von der Ordnung der Natur in den Aussaaten.
40. Welche Bäume niemals blühen. Vom Wachholder.
41. Von der Empfängniss der Bäume; von dem Ausschlagen; der
Fruchtreife.
Erstes Buch. 63
42. In welcher Ordnung sie blühen.
43. Wann sie Früchte tragen. Von der Comelkirsche.
44. Welche ein Jahr und welche drei Jahre lang ihre Früchte tragen.
45. Welche keine Früchte tragen , und welche für unglückbringend
gehalten werden.
46. Welche die Frucht oder Blüthe sehr leicht verlieren.
47. Welche Bäume in gewissen Gegenden nicht tragen.
48. Wie die Früchte auf den Bäumen sitzen.
49. An welchen die Früchte eher kommen als die Blätter.
50. Bäume, welche zweimal und welche dreimal im Jahre tragen.
51. Welche sehr schnell und welche sehr langsam altera. Frühe und
späte Früchte.
52. Welche Bäume Verschiedenes tragen. Vom Crataegus.
53. Von dem Unterschiede der Bäume nach Stamm und Aesten. Der
Lotos oder die griechische Bohne.
54. Von den Aesten.
55. Von der Rinde.
56. Von der Wurzel.
57. Bäume, welche von selbst wieder lebend geworden sind.
58. Wie die Bäume ohne Wartung heranwachsen. Dass nicht allent-
halben alles gedeihet.
59. Welche Bäume nicht überall gedeihen.
60. Von den Cypressen.
61. Dass oft etwas aus der Erde wächst, wovon vorher keine Spur
da war.
62. 20 Arten des Epheu.
63. Vom Smilax.
64. Von den Wassergewächsen; 28 Rohr-Arten.
65. Von den Pfeilrohren und Schreibrohren.
66. Von den Pfeifenrohren; vom orchomenischen Rohre, dem Rohre
zum Vogelstellen und zum Fischfange.
67. Vom Winzerrohre. Von den Erlen.
68. 7 Arten der Weide.
69. Was ausser der Weide zum Binden dient.
70. Von den Binsen, welche zu Lichtern, Fahrzeugen und Decken
dienen.
71. Von den Hollunder- und Brombeersträuchen.
72. Von den Säften der Bäume.
73. Von den Adern und dem Fleische der Bäume.
74. Von dem Fällen der Bäume.
75. Cato's Ansichten darüber.
76. Von der Grösse der Bäume. Von den Holzarten.
77. Feuerzeuge aus Holz.
78. Welche Bäume nicht faul und welche nicht rissig werden.
£4 Erstes Buch.
79. Geschichtliche Bemerkungen über die Dauer der Hölzer.
80. Von den Holzwürmern.
81. Von dem Bauholze.
82. Von dem Holze für Künstler.
83. Vom Leimen des Holzes.
84. Von den Brettern.
85. Von dem Alter der Bäume. Bäume, die von dem altem Africanus
gepflanzt sind. Ein fünfhundert] ähriger Baum in Rom.
86. Bäume von der Zeit der Gründung Rom's her.
87. Bäume um Rom, die älter als die Stadt sind.
88. Bäume, die von Agamemnon gepflanzt sind; Bäume vom ersten
Jahre des trojanischen Krieges; von dem Ursprünge des Namens Ilium; Bäume bei Troja, die älter als der trojanische Krieg sind.
89. Bäume zu Argos, die von Hercules gepflanzt sind; von Apollo
gepflanzte Bäume; ein Baum älter als Athen.
90. Welche Bäume bald absterben.
91. Bäume d. durch besondere Begebenheiten in Ehren gehalten werden.
92. Welche Bäume keinen eigenen Wohnsitz haben; welche auf an-
dern Bäumen leben und in der Erde nicht fortkommen; 9 Ar- ten davon. Vom Cadytas, Polypodium, Phaunus und Hippo- pha^stum.
93. Drei Arten des Viscum; Stelis, Hyphear. Von der Beschaffenheit
des Viscum und ähnlicher Gewächse.
94. Von der Bereitung des Vogelleims.
95. Geschichtliche Bemerkungen vom Viscum.
Zusammen: 1135 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, Fetialis, Nigidius, C. Nepos, Hyginus, Massurius, Cato, Mucianus, L. Piso, Trogus, Calpurnius Bassus, Cremutius, Sextius Ni- ger, Com. Bocchus, Vitruvius, Grsecinus.
Von fremden Schriftstellern: Alexander Polyhistor, Hesiodus, Theophrastus , Democritus, Ho- merus, der Mathematiker Tinneus.
Siefoenzehntes Buch.
Von den angepflanzten Bäumen.
1. Ausserordentliche Preise für Bäume.
2. Von der Einwirkung der Luft auf die Bäume. Nach welcher
Himmelsgegend die Weinberge liegen müssen.
3. Welches Erdreich das beste ist.
4. Von den Erden, welche man in Griechenland und Gallien rühmt;
8 Arten davon.
Erstes Buch. 65
5. Vom Gebrauche der Asche.
6. Von dem Miste.
7. Welche Saaten das Land fruchtbarer machen und welche es aus-
saugen.
8. Wie der Mist anzuwenden ist.
9. Wie die Bäume gepflanzt werden.
10. Was aus Samen entsteht.
11. Was niemals ausartet.
12. Was aus Schösslingen wächst.
13. Was aus Abreissern und was aus Schnittlingen wächst.
14. Von den Baumschulen. Vom Versetzen der Baumschulen.
15. Vom Anpflanzen der Ulmen.
16. Von den Pflanzgruben.
17. Von dem Abstände der Bäume von einander.
18. Vom Schatten.
19. Von den Traufen.
20. Welche Bäume langsam und welche schnell wachsen.
21. Von der Fortpflanzung durch Ableger.
22. Von der Versetzung durch Samen und wie sie erfunden ist.
23. Von der Versetzung durch Augen.
24. Von den verschiedenen Methoden des Pfropfens.
25. Von der Pfropfung des Weinstocks.
26. Von dem Rindenpflaster.
27. Von der Fortpflanzung durch Zweige.
28. Welche Bäume durch Schnittlinge fortgepflanzt werden und wie
diess geschieht.
29. Von der Cultur des Oelbaumes.
30. Wann die verschiedenen Pfropfarbeiten etc. vorgenommen werden
müssen.
31. Von dem Grabenziehen um die Bäume und von dem Behäufeln.
32. Von den Weidenpflanzungen.
33. Von den Rohrpflanzungen.
34. Von den übrigen Materialien zu Stöcken und Pfählen.
35. Von Anlegung der Weinberge und der Bäume zur Befestigung
der Weinstöcke.
36. Mittel um die Trauben vor den Thieren zu schützen.
37. Von den Krankheiten der Bäume.
38. Wunder und Zeichen von Bäumen.
39. Mittel gegen die Krankheiten der Bäume.
40. Von dem Bewässern.
41. Merkwürdige Dinge von bewässerten Gegenden.
42. Von dem Schröpfen der Bäume.
43. Andere Heilmittel für die Bäume.
44. Von der Caprification der Feigen.
5
$Q Erstes Buch.
45. Von den Nachtheilen des Beschneidens.
46. Von der Düngung.
47. Verschiedene Heilmittel für die Bäume.
Zusammen: 1380 Gegenstände Erzählungen und Bemerkungen. Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
C. Nepos, der Censor Cato, M. Varro, Celsus, Virgilius, Hyginus,. Saserna Vater und Sohn, Scropha, Calpurnius, Bassus, Trogus, Aemi- lius Macer, Grsecinus, Columella, Atticus Julius, Fabianus, Sura Ma- milius, Dossennus Mundus, C. Epidius, L. Piso. Von fremden Schriftstellern:
Hesiodus, Theophrastus , Aristoteles, Democritus, Theopompus,. König Hiero, König Attalus Philometor, König Archelaus, Archytas, Xenophon, Amphilochus von Athen, Anaxipolis von Thasus, Apollo- dorus von Lemnos, Aristophanes von Milet, Antigonus von Cymse, Agathocles von Chios, Apollonius von Pergamus, Bacchius von Milet, Bion von Solis, Chsereas von Athen, Chaeristus von Athen, Diodorus von Priene, Dion von Colophon, Epigenes von Rhodus, Euagon von Thasus, Euphronius von Athen, Androtion der über den Ackerbau geschrieben hat, Aeschryon desgleichen, Lysimachus desgleichen, Dionysius der den Mago übersetzt, Diophanes der einen Auszug au s dem Dionysius gemacht hat, Aristander der über Wunderzeichen ge- schrieben hat.
Achtzehntes Buch.
Von den Feldfrüchten.
1. Vom fleissigen Betriebe des Ackerbaues bei den Alten.
2. Von dem ersten Aehrenkranze in Rom.
3. Von dem Jugerum.
4. Wie oft und zu welchen Zeiten die Getreidepreise am niedrigsten
gewesen sind.
5. Welche Männer am besten über den Ackerbau geschrieben haben.
6. Was beim Baue eines Ackers zu beobachten ist.
7. Von der Lage der Landgüter.
8. Vorschriften der Alten über die Bebauung des Ackers. >
9. Arten der Feldfrüchte.
10. Ihre Beschaffenheit nach den einzelnen Arten; vom Getreide.
11. Vom Far.
12. Vom Weizen.
13. Von der Gerste und dem Reise.
14. Von der Polenta.
15. Von der Ptisana.
16. Vom Tragum.
Erstes Buch. 67
17. Vom Stärkmehl.
18. Von der Beschaffenheit der Gerste.
19. Von der Arinca, Olyra, Zea. Von den übrigen Arten im Orient.
20. Vom Siligo und Similago.
21. Von der Fruchtbarkeit des Weizens in Afrika.
22. Vom Sesamum, Erysimum oder Irio, Horminum.
23. Vom Mahlen des Getreides.
24. Von der Hirse. 25^ Vom Panicum.
26. Vom Sauerteige.
27. Vom Brotbacken und dessen Ursprünge.
28. Wann in Rom zuerst Bäcker gewesen sind.
29. Von der Alica.
30. Von den Hülsenfrüchten; von der grossen Bohne.
31. Von den Linsen und Erbsen.
32. Von den verschiedenen Kichererbsen.
33. Von den Schwertbohnen.
34. Von den weissen Rüben.
35. Von den Steckrüben.
36. Von der Wolfsbohne.
37. Von der Wicke.
38. Von der Erve.
39. Von der Silicia.
40. Vom Seeale oder Asia.
41. Vom Farrago; Cracca.
42. Vom Ocymum; Ervilia.
43. Von der Medica.
44. Von den Krankheiten der Feldfrüchte; vom Hafer.
45. Mittel dagegen.
46. Was in jede Bodenart zu säen ist.
47. Wie man bei den verschiedenen Völkern säet.
48. Von den verschiedenen Pflugscharen.
49. Vom Pflügen.
50. Vom Eggen, Gäten, Behacken nach den einzelnen Arten der
Feldfrüchte; vom Nacheggen.
51. Von der höchsten Fruchtbarkeit des Bodens.
52. Vom mehrmaligen Säen in einem Jahre.
53. Von der Düngung.
54. Von der Güte des Samens.
55. Wie viel von jeder Getreideart auf ein Jugerum zu säen ist.
56. Von der rechten Säezeit.
57. Eintheilung der Gestirne in irdische Tage und Nächte.
58. Aufgang und Untergang der Gestirne. 59. Von den Cardinalzeiten.
ßg Erstes Buch.
60. Von der rechten Zeit zum Säen der Winterfrüchte.
61. Wann die Hülsenfrüchte und der Mohn zu säen sind.
62. Von den Feldarbeiten, und was in jedem Monate auf dem Acker
geschehen soll.
63. Was im Winter geschehen soll.
64. Was vom kürzesten Tage an bis zum ersten Frühlingswinde,
65. Was von da an bis zur Frühlings-Tag- und Nachtgleiche,
66. Was von da an, und
67. Was vom Aufgange des Siebengestirns an geschehen soll. Vom Äeu.
68. Von der Zeit der Sommer-Sonnenwinde.
69. Ursachen der Unfruchtbarkeit.
70. Hülfsmittel dagegen.
71. Was von der Sommer-Sonnenwende an geschehen soll.
72. Von der Erndte.
73. Von der Aufbewahrung des Getreides.
74. Von der Weinlese und den Arbeiten im Herbste.
75. Von der Berücksichtigung und dem Einflüsse des Mondes und
76. des Windes.
77. Von der Begrenzung der Felder.
78. Voranzeigen der Witterung: von der Sonne.
79. dem Monde,
80. den Sternen,
81. dem Donner,
82. den Wolken,
83. dem Nebel,
84. irdischen Feuern,
85. dem Wasser,
86. den Stürmen,
87. den Wasserthieren, Vögeln,
88. vierfüssigen Thieren,
89. Kräutern und
90. Speisen.
Zusammen: 2060 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen. Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
Massurius Sabinus, Cassius Hemina, Verrius Flaccus, L. Piso, Com. Celsus, Turrianus Gracilis, D. Silanus, M. Varro, der Censor Cato, Scropha, Saserna Vater und Sohn, Domitius Calvinus, Hyginus, Virgilius, Trogus, Ovidius, Grsecinus, Columella, Tubero, L. Tarutius der in griechischer Sprache über die Gestirne geschrieben hat, der Dictator Caesar desgleichen, Sergius Paulus, Sabinus Fabianus, M. Cicero, Calpurnius Bassus, Attejus Capito , Mamilius Sura, Accius welcher praktische Bemerkungen verfasst hat.
Von fremden Schriftstellern:
Hesiodus, Theophrastus, Aristoteles, Democritus, König Hiero,
Erstes Buch. 69
König Attalus Philometor, König Archelaus, Archytas, Xenophon, Amphilochus von Athen, Anaxipolis von Thasus, Aristophanes von Milet, Apollodorus von Lemnos, Antigonus von Cyinae, Agathocles von Chios, Apollonius von Pergamus, Aristander von Athen, Bacchius von Milet, Bion von Solis, Chanreas von Athen, Cha^ristus von Athen, Diodorus von Priene, Dion von Colophon, Epigenes von Rhodus, Euagon von Thasus, Euphronius von Athen, Androtion der über den Acker- bau geschrieben hat, Aeschrion desgleichen, Lysimachus desgleichen, Diönysius der den Mago übersetzt, Diophanes der einen Auszug aus den Diönysius gemacht hat, Thaies, Eudoxus, Philippus, Callippus, Dositheus, Parmeniscus, Meton, Criton, Oenopides, Zeno, Euctemon, Harpalus, Hecatseus, Anaximander, Sosigenes, Hipparchus, Aratus, Zoroaster, Archibius.
Neunzehntes Buch.
Von dem Leine und der Cultur der Gartengewächse.
1. Von der Beschaffenheit und dem "Wunderbaren des Leins.
2. Wie er gesäet wird; 27 verschiedene Arten desselben.
3. Von der Zubereitung des Flachses.
4. Von dem unverbrennlichen Flachse.
5. Wann man angefangen hat, den Flachs zu färben.
6. Wann zuerst Vorhänge in den Schauspielhäusern gewesen sind.
7. Von dem Spartum.
8. Von dessen Zubereitung.
9. Wann es in Gebrauch gekommen ist.
10. Von dem Wolle tragenden Zwiebelgewächse.
11. Was ohne Wurzel entsteht und gedeihet; was entsteht und nicht
gesäet werden kann.
12. Vom Misy, Iton, Geranion.
13. Von den Trüffeln.
14. Von den Peziken.
15. Vom Laserpitium, Laser und Maspetum.
16. Vom Magydaris.
17. Von der Färberröthe.
18. Von der Pflanze Radicula.
19. Von dem Ansehn der Gärten.
20. Abtheilung des Landes.
21. Eintheilung der Gartengewächse, ausgenommen Feldfrüchte und
Sträucher.
22. Die Beschaffenheit und das Geschichtliche von 20 Arten Garten-
gewächsen. Wie sie gebauet werden.
23. Was von knorpeliger Beschaffenheit ist, von den Gurken und
Peponen.
70 Erstes Buch.
24. Von dem Krbiüs.
25. Von den weissen Rüben und Steckrüben .
26. Vom Rettig.
27. Vom Pastinak.
28. Vom Siser.
29. Von der Inula.
30. Von den Zwiebeln, der Meerzwiebel, dem Amin.
31. Von den Wurzeln, Blüthen und Blättern aller Gartengewächse.
Welche die Blätter verlieren.
32. Von den Arten der Zip ollen.
33. Vom Porrum.
34. Vom Knoblauch.
35. Am wievielsten Tage ein Jedes hervorkommt.
36. Von den Samen.
37. Welche Gewächse nur eine Art und welche mehrere haben.
38. Beschaffenheit und Geschichtliches von 23 Arten Gewächsen,
welche im Garten gebauet werden. Von den Latticharten.
39. Arten des Intubus.
40. 4 Arten der Beta.
41. Arten des Kohls.
42. Vom Spargel; von der Corruda. 43- Von den Disteln.
44. Von den übrigen Gartengewächsen. Ocymum, Eruca, Nasturtium.
45. Von der Raute.
46. Vom Eppich.
47. Von der Minze.
48. Vom Olusatrum.
49. Vom Feldkümmel.
50. Vom Ligusticum.
51. Vom Lepidium.
52. Vom Gith.
53. Vom Mohn.
54. Von den übrigen, die in der Herbst-Tag- und Nachtgleiche ge-
säet werden.
55. Vom Serpyllum und Sisymbrium.
56. 4 ruthenartige Gewächse. Vom Hanfe.
57. Von den Krankheiten der Gartengewächse.
58. Hülfsmittel dagegen. Wie man die Ameisen vertilgt. Mittel
gegen die Kohlraupen und Mücken.
59. Welchen das Salzwasser nützt.
60. Von der Bewässerung der Gärten.
61. Von den Säften und dem verschiedenen Geschmacke der Garten-
gewächse.
62. Von der Piperitis, Libanotis und dem Smyrniurn. Zusammen: 1144 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Erstes Buch. 71
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Maccius Plautus, M. Varro, D. Silanus, der Censor Cato, Hyginus, Virgilius, Mucianus, Celsus, Columella, Calpurnius Bassus, Maniilius Sura, Sabinus Tiro, Licinius Macer, Q. Hirtius, Vibius Rufus, Caesen- nius der über den Gartenbau geschrieben hat, Castritius desgleichen, Firmus desgleichen, Petrichus desgleichen.
Von fremden Schriftstellern: Herodotus, Theophrastus , Democritus, Aristomachus , Menander der nützliche Bemerkungen für das Leben geschrieben hat, Anaxilaus.
Zwanzigstes Buch.
Arzneimittel von den Gartengewächsen. 1. und 2. Von der wilden Gurke, 26 Arzneien.
3. Von dem Elaterium, 27.
4. Von der Schlangengurke, 5.
5. Von der Gartengurke, 9.
6. Von der Pepo, 11.
7. Vom Kürbis, 17. Spongos, 1.
8. Von der Coloquinte, 9.
9. Von den weissen Rüben, 9.
10. Von der wilden Rübe, 1.
11. Von der Steckrübe, dem Bunium oder Bunias, 5.
12. Vom wilden Rettig, 43 und vom Meerrettig, 1.
13. Vom Gartenrettig.
14. "Vom Pastinak, 5. Vom Hibiscus oder der wilden Malache oder
Plistolochia.
15. Vom Staphylius oder wilden Pastinak, 32.
16. Vom Gingidium.
17. Vom Siser, 11.
18. Vom Sili, 12.
19. Von der Inula, 11.
20. Von den Zipollen, 27.
21. Vom Schnittlauch, 32.
22. Vom Kopflauch, 39.
23. Vom Knoblauch, 61.
24. Vom Lattich, 42; vom Ziegenlattich, 4.
25. Vom Csesapum, 1; vom Waid, 1; vom wilden Lattich, 7.
26. Von der Hieracia, 17.
27. Von der Beta, 14.
28. Von dem Limonium oder Neuroides, 3.
29. Von dem Intubus, 8.
72 Erstes Buch.
30. Vom Cichorium oder Chrestum oder Fancratium oder Ambula, 12.
31. Von der Hedypnois, 4.
32. Von drei Arten Salat, 8.
33. Vom Kohl, 87. Cato's Verordnungen darüber.
34. Verordnungen der Griechen darüber.
35. Von den jungen Kohlsprossen.
36. Vom wilden Kohl, 37.
37. Von der Lapsana, 1.
38. Vom Meerkohl, 1.
39. Von der Meerzwiebel, 23.
40. Von den Zwiebeln, 30.
41. Von der Bulbine, 1; von der Brechzwiebel.
42. Vom Spargel.
43. Von der Corruda oder Lybicum oder Horminum, 24.
44. Vom Eppich, 17.
45. Vom Apiastrum oder Melissophyllum.
46. Vom Olusatrum oder Hipposelinum, 11; vom Oreoselinum, 11;
vom Heleoselinum, 1.
47. Von der Petersilie, 1; vom Buselinum, 1.
48. Vom Ocymum, 35.
49. Von der Eruca, 12.
50. Vom Nasturtium, 42.
51. Von der Raute, 84.
52. Von der wilden Minze, 20.
53. Von der gemeinen Minze, 41.
54. Vom Polei, 25.
55. Vom wilden Polei, 17.
56. Von der Nepeta, 9.
57. Vom Cuminum, 48; vom Cuminum sylvestre, 26.
58. Vom Ammi, 10.
59. Vom Capperstrauche, 18.
60. Vom Ligusticum oder Panax, 4.
61. Von der Ochsen-Cunila, 5.
62. Von der Hühner- Cunila, 5.
63. Von der Cunilago, 8.
64. Von der weichen Cunila, 3; von der Weihrauch-Cunila, 3.
65. Von der Garten-Cunila, 3; von der Berg-Cunila, 7.
66. Von dem Pfefferkraute oder Siliquastrum, 5.
67. Vom Origanum onite oder Prasium, 6.
68. Vom Tragoriganum, 9.
69. Von drei Arten des Origanum heracleum, 30.
70. Von der Kresse, 3.
71 Vom Gith oder Melanthium, 23. 72. Vom Anis oder Anicetum, 61.
Erstes Buch. 73
73. Wo der Anis am besten ist und von den übrigen aus ihm be-
reiteten Arzneien.
74. Vom Anethum, 9.
75. Vom Sacopenium oder Sagapenum, 13.
76. Vom weissen Mohn, 3; vom schwarzen Mohn, 8; von seiner
Schlaf machenden Kraft; vom Opium. Man soll es den Trän- ken gegen Fieber, Mangel an Verdauung und gegen Ver- stopfung nicht zusetzen. Vom Meconium, 1.
77. Vom Rhoeas-Mohn, 2.
78. Von dem wilden gehörnten Mohn oder Glaucium oder Paraliurn, 6.
79. Vom wilden heraclischen Mohn oder Aphrum, 4. Vom Diacodion.
80. Vom tithymalischen Mohn oder Paraliurn, 3.
81. Von der Porcilaca oder Peplis, 25.
82. Vom Coriander, 21.
83. Von der Atriplex, 14.
84. Von der Malva malope, 13; von der Malva malache, 1; von der
Malva althaaa oder Plistolochia, 59.
85. Vom wilden Lapathum oder Oxalis oder Lapathum cantherinum
oder Rumex, 1; vom Hydrolapathuni, 2; Hippolapathum, 6; Oxylapathum, 4.
86. Vom zahmen Lapathum, 21; Bulapathum, 1.
87. Von drei Arten des Senfs, 44.
88. Von der Adarca, 48.
89. Vom Marrubium oder Prasium oder Linostrophum oder Philopaes
oder Philochares, 29.
90. Vom Serpyllum, 18.
91. Vom Sisymbrium oder Thymbraeum, 23.
92. Vom Leinsamen, 30.
93. Vom Blitum, 6.
94. Vom Meum athamanticum, 7.
95. Vom Fenchel, 22.
96. Vom Hippomarathrum oder Myrsineum, 5.
97. Vom Hanfe, 9.
98. Von der Ferula, 8.
99. Vom Carduus oder Scolymus, 6,
100. Zusammensetzung des Theriaks.
Zusammen: 1606 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Der Censor Cato, M. Varro, Pompejus Lenaeus, C. Valgius, Hy- ginus, Sextius Niger der in griechischer Sprache geschrieben hat, Julius Bassus desgleichen, Celsus, Antonius Castor. Von fremden Schriftstellern: Democritus, Theophrastus, Orpheus, Menander der nützliche Be- merkungen für das Leben geschrieben hat, Pythagoras, Nicander.
74 Erstes Buch.
Ton Aerzten: Hippocrates, Chrysippus, Diocles, Ophelion, Heraclides, Hicesius, Dionysius, Apollodorus von Tarent, Apollodorus von Citiuni, Praxa- goras, Plistonicus, Medius, Dieuches, Cleophantus, Philistion, Ascle- piades, Cratevas, Petronius, Diodotus, Jollas, Erasistratus, Diagoras, Andreas, Mnesides, Epicharmus, Damion, Dalion, Sosimenes, Tlepo- lernus, Metrodorus, Solon, Lycus, die Olyinpias von Theben, Philinus, Petrichus, Micton, Glaucias, Xenocrates.
Einundzwanzigstes Buch.
Von den Blumen und Kränzen. 1 und 2. Von den Kränzchen und Blumenguirlanden.
3. Wer zuerst verschiedene Blumen zu Kränzen geflochten hat,
•wann und warum sie zuerst Corollen genannt sind.
4. Wer zuerst einen Kranz mit goldenen und silbernen Blättern ge-
geben hat; dass sie aus diesem Anlass Kranzgeschenke genannt wurden. Von den Bändern an den Kränzen; wer diese zuerst von getriebener Arbeit hat machen lassen.
5. Wie gross die Ehre, einen Kranz zu tragen, bei den Alten war.
6. Strenge der Alten hinsichtlich des Tragens der Kränze.
7. Wen das römische Volk mit Blumen bekränzt hat.
8. Von den Friedenskronen; von den zusammengebundenen, den
aus Narden und mit Seide gefertigten Kränzen.
9. Welche Personen über Blumen geschrieben haben. Eine Hand-
lung der Königin Cleopatra mit Kränzen.
10. 12 Arten der Rose. 32 Arzneien daraus.
11. 3 Arten der Lilie. 21 Arzneien daraus.
12. 3 Arten der Narcisse. 16 Arzneien daraus.
13. Wie der Same gefärbt wird, dass daraus gefärbte Blumen ent-
stehen.
14. Wie alles wächst, gesäet und behandelt wird, nach den einzelnen . Arten. Drei Farben der Viole, 17 Arzneien daraus. Fünf Ar- ten der gelben Viole, 10 Arzneien daraus.
15. Von der Caltha und dem königlichen Zweige.
16. Von der Baccharis, 17 Arzneien. Von dem Combretum, 1. Von
dem Asarum.
17. Vom Safran, 20 Arzneien. Wo die besten Blüthen vorkommen.
Von den Blumen zur Zeit des trojanischen Kriegs.
18. Von den Gerüchen.
19. Von der Iris, 41.
20. Von der Saliunca, 2.
Erstes Buch. 75
21. Vom Poliuin oder Teuthriuin, 18 Arzneien. 5 Arten.
22. Nachahmung der Blumen in den Kleidern.
23. Vom Amarant.
24. Vom Cyanus 2, vom Holochrysus 3.
25. Vom PetiHum, Bellio.
26. Von der Chrysocoine oder Chrysitis, 6.
27. Von welchen Sträuchern die Blumen z. Kränzen genommen werden.
28. Von welchen die Blätter genommen werden.
29. Vom Melothron, der Spirsea, dem Origanum; zwei Arten des
Cneorum oder Casia; vom Melissophyllum oder Melittoena, 21 Arzneien. Von den Meliloten in Campanien.
30. 3 Arten des Trifolium. Vom Myophonum.
31. 3 Arten Thymian; 28 Arzneien. Was aus einer Blume und nicht
aus Samen entsteht.
32. Von der Conyza; 4 Arzneien.
33. Von der Jupitersblume; der Hemer ocallis, 4; dem Helenium, 5;
der Phlox. Pflanzen deren Aeste und Blätter riechen.
34. Vom Abrotanum, 22; 2 Arten der Adonis. Was sich von selbst
fortpflanzt. Vom Leucanthemum, 1.
35. 2 Arten des Amaracus. 60 Arzneien.
36. Von dem Nyctegretum oder Chenamyche oder Nyctalops.
37. Von den Meliloten.
38. In welcher Zeitordnung die Blüthen hervorkommen. Frühlings-
blumen: Viole, Kranz-Anemone, 10; Oenanthe, 6; Melianthum, 11; Heliochrysuru, 11; Gladiolus, Hyacinthe, 7 Arzneien.
39. Sonunerblumen: Lychnis, 7 Arzneien; Tiphyon, phrygischer Ama-
racus, 2 Arten des Pothus, Vincapervinca oder Chamsedaphne, 4 Arzneien. Welches Kraut stets grün ist.
40. Von der Lebensdauer der Blüthen.
41. Welche Blumen der Bienen wegen gezogen werden müssen.
Von der Cerinthe.
42. Von den Krankheiten der Bienen und den Hülfsmitteln dagegen*
43. Von der Ernährung der Bienen.
44. Von giftigem Honig und den Mitteln dagegen.
45. Honig, welcher Raserei bewirkt.
46. Honig, den die Fliegen nicht anrühren.
47. Von den Bienenstöcken und ihrer Wartung.
48. Wann die Bienen Hunger leiden.
49. Von der Bereitung des Wachses; welches Wachs das beste ist,
vom punischen Wachse.
50. Vom Gebrauche der wildwachsenden Kräuter bei den Völkern,
ihrer Beschaffenheit und ihren Wundern. Von den Erdbeeren, dem Tamnus, Ruscus, 4; von zwei Arten des Batis, 4 Arzneien. Vom Wiesen-Pastinak und dem Weidenhopfen.
76 Erstes Buch.
51. Von der Colocasia, 2 Arzneien.
52. Vom Cichorium, Anthaliurn, Oetum, Arachidna, Aracos, Condrilla,
Hypochseris, Caucalis, Anthriscus, Scandix oder Tragopogon, Parthenium, Strychnum, Corchorus, Aphace, Acinos, Epipetron. Was niemals und was immer blühet.
53. 4 Arten des Cnicus.
54. Stachelige Kräuter. Eryngium, Glycyrrhiza, Tribulus, Ononis,
Phleos oder Stoebe, Hippophaes.
55. 4 Arten der Urtica. Lamium, Scorpionkraut.
56. Carduus, Acoma oder Phonos, Leucacanthos, Chalceus, Cnicus,
Polyacanthus, Onopyxus, Helxine, Scolymus, Chamadeon, Tetralix, Mastiche acanthice.
57. Cactus, Ptemix, Paprjus, Ascalia.
58. Tribulus, Ononis.
59. Arten der Kräuter nach den Stängeln. Coronopus, Anchusa,
Anthemis, Phyllanthes, Crepis, Lotus.
60. Unterscheidung der Kräuter nach den Blättern. Welche theil-
weise blühen; welche che Blätter nicht verlieren; vom Helio- tropium, Adiantum, Polium.
61. Arten der Aehren tragenden Kräuter. Cynops, Alopecurus, Ste-
lephurus, oder Ortyx oder Plantago, Tryallis.
62. Perdicium, Ornithogale.
63. Welche erst nach einem Jahre zum Vorschein kommen. Welche
von der Spitze, und welche von unten an blühen.
64. Das Kraut Lappa, an welcher die Blume eingeschlossen wächst.
Die Opuntia, aus deren Blatte eine Wurzel wird.
65. Jasione, Chondrylla, Picris, welche das ganze Jahr hindurch blühet.
66. An welchen die Blume vor dem Stängel, und an welchen der
Stengel vor der Blume erscheint; welche dreimal blühen.
67. Von den Cypirus-Arten, 8 Arzneien. Vom Thesium.
68. Vom Asphodelus oder Königsspiess; Anthericus oder Albucus.
69. Von 6 Arten der Binse, 4 Arzneien.
70. Vom Cyperus, 14. Cyperis, Cypira.
71. Vom Hoioschcenus.
72. Von der wohlriechenden Binse oder Teuchites, 10.
73. Arzneien von den oben genannten Blumen; von der Rose, 22.
74. Von der Lilie, 16.
75. Von der Narcisse, 28.
76. Von den Violen, 28. '
77. Von der Baccharis, 17. Vom Combretum.
78. Vom Asarum, 8.
79. Vom gallischen Nardus, 8.
80. Vom Phu, 4.
81. Vom Safran, 20.
Erstes Buch. 77
82. Von der syrischen Safransalbe, 2.
83. Von der Iris, 41; von der Saliunca, 3.
84. Vom Poliuni, 19.
85. Vom Holochrysum, 3; von der Chrysocome, 6.
86. Vom Melissophyllum, 13.
87. Vom Melilotus, 13.
88. Vom Trifolium, 4.
89. Vom Thymian, 29.
90. Von der Hemerocallis, 4.
91. Vom Helenium, 5.
92. Vom Abrotanum, 22.
93. Vom Leucanthemum, 1; vom Majoran, 9. 04. Von der Anemone oder dem Phrenion, 10.
95. Von der Oenanthe, 6.
96. Vom Heliochrysum, 11.
97. Von der Hyacinthe, 8.
98. Von der Lychnis, 7.
99. Von der Vincapervinca, 4.
100. Vom Ruscmn, 3.
101. Von der Batis, 2. Acinos.
102. Von der Colocasia, 2.
103. Vom AnthylHum oder Anthylluni, 6.
104. Vom Parthenium oder Leucanthes oder Amnacum, 8.
105. Vom Trychnon oder Stiychnon oder Halicacabuni oder Callion
oder Dorycnium oder Manicon oder Perisson oder Neuras oder Morion oder Moly, 8.
106. Vom Corchorus, 6.
107. Von der Persoluta, 1.
108. Erklärung der griechischen Namen der Gewichte und Maasse. Zusammen: 730 Arzneimittel, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Der Censor Cato, M. Varro, Massurius, Antias, C«pio, Vestinus, Vibius Rufinus, Hyginus, Pomponius Mela, Pomponius Lenseus, Corn. Celsus, Calpurnius Bassus, C. Valgius, Licinius Macer, Sextius Niger der in griechischer Sprache geschrieben hat, Julius Bassus desgleichen, Antonius Castor.
Von fremden Schriftstellern: Theophrastus, Democritus, Orpheus, Pythagoras, Mago, Menander welcher nützliche Bemerkungen für das Leben geschrieben hat, Ni- cander, Homerus, Hesiodus, Musaeus, Sophocles, Anaxilaus.
Von Aerzten: Mnesitheus der über die Kränze geschrieben hat, Calliniachus desgleichen, der Physiker Phanias, Simus, Timaristus, Hippocrates, Chrysippus, Diocles, Ophelion, Heraclides, Hicesius, Dionysius, Apol-
78 Erstes Buch.
lodorus von Citium, Apollodorus von Tarent, Praxagoras, Plistonicus, Medius, Dieuches, Cleophantus, Philistion, Asclepiades, Cratevas, Pe- tronius, Diodotus, Jollas, Erasistratus, Diagoras, Andreas, Mnesis, Da- mion, Dalion, Sosrmenes, Tlepolemus, Metrodorus, Solon, Lycus, die Olympiasvon Theben, Philinus, Petrichus, Micton, 61aucias,Xenocrates.
Zweiimdzwanzigstes Buch.
Von dem Ansehn undWerthe der Kräuter und Feldfrüchte. 1 u. 2. Völker, welche sich der Kräuter ihrer Gestalt wegen bedienen.
3. Vom Färben der Kleider mit Kräutern; vom Sagmen, der Verbena
und Clarigatio.
4. "Von dem Kranze aus Gras und seiner Seltenheit.
5. Welche Personen allein damit beschenkt sind.
6. Wer allein als Centurio damit bekränzt ist.
7. Arzneien von den übrigen Kranzblumen.
8. Vom Erynge oder Eryngium.
9. Vom Hundertkopf, 30.
10. Vom Acanum, 1.
11. Von der Glycyrrhiza oder Adipsus, 15.
12. Von 2 Arten des Tribulus, 12.
13. Von der Stcebe oder Pheos.
14. Von 2 Arten der Hippophye, 2.
15. Von der Urtica, 61.
16. Vom Lamium, 7.
17. Von 2 Arten des Scorpionkrauts, 1.
18. Von der Leucacantha oder Phyllon oder Ischias oder Polygonatos, 4
19. Von der Helxine, 12.
20. Vom Perdicium oder Parthenium oder Urceolaris oder Astericum,ll.
21. Von 2 Arten des Chamseleon oder Ixia oder Ulophonon oder Cy-
nozolon, 12.
22. Vom Coronopus.
23. Von der Anchusa, 14.
24. Von der Pseudoanchusa oder Echis oder Doris, 3.
25. Vom Onochiles oder Arcebion oder Onochelis oder Rhexia oder
Enchusa, 30.
26. Von 3 Arten der Anthemis oder Leucanthemis oder Chamasmelum
oder Melanthium, 11.
27. Vom Kraute Lotus, 4.
28. Von der Lotometra, 2.
29. Von 2 Arten des Heliotropium oder Helioscopiurn oder Verrucaria,
12. Vom Tricoccum oder Scorpiurum, 14.
30. Von 2 Arten des Callitrichum oder Adiantum oder Trichomanes
oder Polytrichum oder Saxifraga, 28.
Erstes Buch. 79
31. Von der Picris, 1; vom Thesium, 1.
32. Vom Asphodelus, 51.
33. Vom Alimum, 14.
34. Vom Acanthus oder Psederos oder Melamphyllum, 5.
35. Vom Bupleurum, 5.
36. Vom Buprestis, 1.
37. Vom Elaphoboscum, 9.
38. Vom Scandix, 9. Anthriscus.
39. Von der Jasione, 4.
40. Von der Caucalis, 12.
41. Vom Sium, 11.
42. Vom Silybum.
43. Vom Scolymum oder Limonium, 5.
44. Von 2 Arten des Sonchus, 15.
45. Vom Condrillum oder der Condrille, 6.
46. Von den Boleten und ihrer eigenthümlichen Entstehungsweise.
47. Von den Pilzen; Kennzeichen der giftigen und 9 Arzneien aus
diesen.
48. Vom Silphium, 7.
49. Vom Laser, 39.
50. Vom Stopfwachs, 5; vom Honig, 16.
51. Durch welche Speisen auch die Sitten sich ändern.
52. Vom Wassermeth, 18.
53. Vom Weinmeth, 6.
54. Vom Honigtranke, 3.
55. Vom Wachse, 8.
56. Wider die Compositionen der Aerzte.
57. Arzneien von den Feldfrüchten. Vom Siligo, 1; vom Triticum,
1; von der Spreu, 2; vom Far, 1; von der Olyra und Arinca.
58. Von den Mehlarten, 28.
59. Von der Polenta, 8.
60. Vom Staubmehle, 5; vom Mehlbrei, 1; von den Papiermehl, 1.
61. Von der Alica, 6.
62. Von der Hirse, 6.
63. Vom Panicum, 4.
64. Vom Sesamum, 7; Sesamoides, 3; Anticyricum, 3.
65. Von der Gerste, 9; von der Mauergerste, die bei den Griechen
phönizisches Kraut heisst, 1.
66. Von der Ptisane, 4.
67. Vom Stärkmehl, 8; vom Hafer, 1. 68 Vom Brote, 21.
69. Von der Bohne, 16.
70. Von der Linse, 17; von der Sumpflinse, 3.
71. Von dem Elelisphacus oder Sphacus oder Salvia, 13.
£0 Erstes Buch.
72. Von der Kichererbse, 23.
73. Von der Erve, 20.
74. Von der Wolfsbohne, 35.
75. Vom Irio oder Erysimum, welches die Gallier Vela nennen, 15.
76. Vom Horminum, 6.
77. Vom Lolium, 5.
78. Vom Hirsetod, 1.
79. Vom Bromus, 1.
80. Von der Orobanche oder Cynomorium, 1.
81. Von den Thierchen auf den Hülsenfrüchten, und den Mitteln
dagegen.
82. Von dem Getränke Zythus und von dem Biere.
Zusammen: 906 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von Schriftstellern sind benutzt: Dieselben wie im vorigen Buche und ausserdem noch: Chrysermus, Eratosthenes und Alcseus.
Dreiundzwanzigstes Buch.
Arzneimittel von den cultivirten Bäumen. 1 und 2. Von den Weinstöcken, 30.
3. Von den Weinblättern und Weinranken, 7.
4. Vom Omphacium aus Trauben, 14.
5. Von der Oenanthe, 21.
6. Von den reifen und frischen Trauben.
7. Von 3 Arten eingemachter Trauben, 14.
8. Von den Traubenstielen, 1.
9. Von den Traubenkernen, 6.
10. Von den Weinbeerhülsen, 8.
11. Von der Theriaktraube, 4.
12. Von den Rosinen oder Astaphides, 14.
13. Von der wilden Astaphis oder Staphis oder Taminia oder Pitui-
taria. 12.
14. Von der Labrusca oder wilden Rebe, 12.
15. Vom Sahcastrum, 12.
16. Von der Vitis alba oder Ampeloleuke oder Ophiostaphylos oder
Melothros oder Psilothros, Archezostis oder Cedrostis oder Mados, 35.
17. Von der Vitis nigra oder Bryonia oder Chironia oder Gynajcanthe
oder Apronia, 35.
18. Vom Moste. 15.
19. Vom Weine.
Erstes Buch. 81
20. Vom surrentinischen Weine, 3; vom albanischen, 2; vom faler-
nischen, 6 Arzneien.
21. Vom . setinischen, 1; vom statanischen, 1; vom siguinischen, 1.
22. Von den übrigen Weinen, 64.
23. Wiederum von Weinen, 61.
24. Welchen Kranken, wann und
25. Wie er gereicht werden soll, 91. Bemerkungen dazu.
26. Von den gekünstelten Weinen.
27. Vom Essig, 28.
28. Vom Meerzwiebelessig, 17.
29. Vom Sauerhonig, 7.
30. Vom gekochten Moste, 12.
31. Von der Weinhefe, 12.
32. Von der Essighefe, 17.
33. Von der Hefe des gekochten Mostes, 4.
34. Von den Blättern des Oelbaumes, 23.
35. Von der Blüthe desselben, 4; vom Baume selbst, 6.
36. Von den weissen Oliven, 4; von den schwarzen, 3.
37. Von der Amurca, 21.
38. Von den Blättern des wilden Oelbaums, 23.
39. Von dem Omphacium aus Oliven, 3.
4°. Von dem Oele aus den Trauben des wilden Weinstocks und von allen Oelen, 28.
41. Vom Oele des Cici-Baumes, 16.
42. Vom Mandelöle, 16.
43. Vom Lorbeeröle, 6.
44. Vom Myrtenöle, 20.
45. Vom Zwerg- oder Spitzmyrtenöle, Cypressenöle, Citronenöle, Nuss-
öle, Gnideröle, Mastixöle und Dattelöle.
46. Vom Cyprusöle, 16; vom Gleucinusöle, 1.
47. Vom Balsamöle, 15.
48. Vom Oele des Malobathrum, 8.
49. Vom Bilsenöle, 2; Wolfsbohnenöle, l; Narcissenöle , 1; Rettig-
öle, 5; Sesamöle, 3, Lilienöle, 3; selgitischen Oele, 1; igu- vischen Oele, 1.
50. Vom Honigöle, 2; vom Pechöle, 2.
51. Von den Palmen, 9.
52. Von der Myrobalane, 3.
53. Von der Palme Elate, 16.
54. Arzneien aus den Blüthen, Blättern, Früchten, Aesten, Rinden,
Säften, Hölzern, Wurzeln und der Asche der einzelnen Arten. Von den Aepfeln, 6; den Quitten, 22; den Sperlingsäpfeln, 1.
55. Von den süssen Aepfeln, 6; den sauren, 5. 55. Von den Citronen, 5.
g2 Erstes Buch.
57. Von den Granatäpfeln, 26.
58. 14 Mundarzneien.
59. Vom Cytinus, 8.
60. Von der Granatblüthe, 12.
61. Vom wilden Granatbaum.
62. Von den Birnen, 13.
63. Von den Feigen, 111.
64. Von den wilden Feigen, 42.
65. Vom Kraute Erineus, 3.
66. Von den Pflaumen, 4.
67. Von den Pfirsichen, 2.
68. Von der wilden Pflaume, 2.
69. Von der Baumflechte oder dem Limus, 2.
70. Von den Maulbeeren, 39.
71. 4 Mundarzneien.
72. Von den Kirschen, 5.
73. Von den Mispeln, 2; den Ariesbeeren, 2.
74. Von den Piniennüssen, 13.
75. Von den bittern Mandeln, 29.
76. Von den süssen Mandeln, 1.
77. Von den welschen Nüssen, 24.
78. Von den Haselnüssen, 3; von den Pistacien, 8; Kastanien 5.
79. Vom Johannisbrote, 5; von der Kornelkirsche, 1; vom Unedo..
80. Von den Lorbeeren, 69.
81. Von der Myrte, 60.
82. Von dem Myrtidanum, 13.
83. Von der wilden Myrte, 6.
Zusammen: 1418 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: C. Valgius, Pompejus Lenseus, Sextius Niger der in griechischer- Sprache geschrieben hat, Julius Bassus desgleichen, Antonius Castor, M. Varro, Com. Celsus, Fabianus.
Von fremden Schriftstellern: Theophrastus, Democritus, Orpheus, Pythagoras, Magon, Menan- der welcher nützliche Bemerkungen für das Leben geschrieben hat, Nicander, Homer, Hesiodus, Musseus, Sophocles, Anaxilaus.
Von Aerzten: Mnesitheus, Callimachus, Phanias, Timaristus, Simus, Hippocra- tes, Chrysippus, Diocles, Ophelion, Heraclides, Hicesius, Dionysius, Apollodorus von Citium, Apollodorus von Tarent, Plistonicus, Medius, Dieuches, Cleophantus, Philistion, Asclepiades, Cratevas, Petronius Diodotus, Jollas, Erasistratus, Diagoras, Andreas, Mnesis, Epicharmus,.
Erstes Buch. 83
Damion, Dalion, Sosimenes, Tlepolemus, Metrodorus, Solon, Lycus, die Olympias von Theben, Philinus, Petrichus, Micton, Glaucias, Xenocrates.
Yierundzwanzigstes Buch.
Arzneimittel von den wilden Bäumen.
1. Von der Feindschaft und Freundschaft zwischen den Bäumen und
Kräutern.
2. Vom italischen Lotus, 6 Arzneien.
3. Von der Eiche, 13.
4. Von der Kermesbeere, 3.
5. Von den Galläpfeln, 23.
6. Von der Mistel, 11.
7. Von den Kügelchen, 1 und der Cerr-Eiche, 8.
8. Von der Korkeiche, 2.
9. Von der Buche, 4.
10. Von der Cypresse, 23.
11. Von der Ceder, 13.
12. Von der Cederfrucht, 10.
13. Vom Galbanum, 23.
14. Vom Ammoniakum, 24.
15. Vom Styrax, 10.
16. Vom Spondylium, 17.
17. Vom Sphagnum, 5.
18. Von der Terebinthe, 6.
19. Von der Rothtanne und dem Lärchenbaume, 8.
20. Von der Feldcypresse, 10.
21. Von der Pityusa, 6.
22. Von den Harzen, 22.
23. Vom Pech (und Theer), 34.
24. Vom (Theer -und) Theeröl, 16.
25. Vom Asphaltpech, 2.
26. Von der Zopissa, 1.
27. Vom Tsedabaume, 1.
28. Vom Matixbaume, 22.
29. Von der Platane, 25.
30. Von der Esche, 5.
31. Vom Ahorn, 1.
32. Von der Pappel, 8.
33. Von der Ulme, 16.
34. Von der Linde, 5; vom wilden Oelbaume, 1.
35. Vom Hollunder, 15.
36. Vom Wachholder, 21.
6*
84
Erstes Buch.
37. Von der Weide, 14; von der amerinischen Weide, 1.
38. Vom Keuschbaurne, 33.
39. Von der Erica, 1.
40. Von der Genista, 5.
41. Von der Myrica oder Tamariske, 3.
42. Von der Brya, 29.
43. Von der Blutruthe, 1.
44. Vom Siler, 3.
45. Vom Ligustrum, 8.
46. Von der Erle, 1.
47. Vom Epheu, 39.
48. Vom Cissus, 5.
49. Vom rothen Cissus, 2;"vom Zwergcissus, 2; der Smilax, 3; der
Clematis, 18.
50. Vom Schilfe, 1.
51. Von der Papierstaude, 2.
52. Vom Ebenbaume, 5.
53. Vom Rhododendron, 1.
54. Vom Rhus, 8 Arzneien und 1 Mundarznei.
55. Vom rothen Rhus, 9.
56. Von der Färberröthe, 11.
57. Von dem Alyssum, 2.
58. Von dem Struthion oder der Radicula, 13 ; vom Apocynum, 2.
59. Vom Rosmarin, 18.
60. Von der Cachrys. .61. Von der Sabina, 7.
62. Von der Selago, 2.
63. Vom Samolus, 2.
64. Vom Gummi, 11.
65. Vom ägyptischen oder arabischen Dorngewächs, 4.
66. Von dem weissen Dorngewächs, 2; vom Acanthium, 1.
67. Von der Acacie. 18.
68. Vom Aspalathus, 1.
69. Erysisceptrum oder Adipsatheum oder Diachetum, 8.
70. Vom Hängedom, 2; vom Pyracantha, 1.
71. Vom Paliurus, 10.
72. Vom Aquifolium, 1; vom Taxus, 1.
73. Von den Rubusarten, 51.
74. Vom Cynosbatus, 3,
75. Vom Rubus idieus.
76. Von 2 Arten des Rhamnus, 5.
77. Vom Lycium, 18.
78. Von der Sarcocolla, 2.
79. Von der Oporice, 2.
Erstes Buch. 85
80. Von derTrixago oder Chamsedrys oder Chamserops od.Teucrium,16.
81. Von der Chamsedaphne, 5.
82. Von der Chamselea, 6.
83. Von der Chamsesyce, 8.
84. Vom Chamsecissus, 1.
85. Von der Chamaeleuce, 1.
86. Von der Chamarpeuce , 5; Chamsecyparissus, 2; Ampeloprasum,
6; Stachys, 1.
87. Vom Clinopodium, 3.
88. Vom Centunculus, 3.
89. Von der Clematis oder Echite oder Scammonia oder Lago.
90. Von der ägyptischen Clematis oder Daphnoides od.Polygonoides,2.
91. Vom Dracontium; widersprechende Ansichten in Bezug auf das
Arum.
92. Vom Arum, 13.
93. Vom Dracunculus, 2.
94. Vom Aris, 3.
95. Vom Millefolium oder Myriophyllum, 7.
96. Vom Pseudobunium, 4.
97. Von der Myrrhis oder Myrrha oder Myrrhiza, 7.
98. Von der Onobrychis, 3.
99. Von den Zauberkräutern. Coracesia und Callicia.
100. Von der Minyas oder Corysidia, 1.
101. Von der Aproxis, 6.
102. Von den fabelhaften Gewächsen, welche Democrit beschrieben
hat. Aglaophotis oder Marmaritis ; Achsemenis oder Hippopho- bas; Theombrotium oder Semnium; Adamantis; Arianis; The- rionarca; Aethiopis oder Merois; Ophiusa; Thalassegle oder Potamacys; Theangelis; Gelotophyllis; Hestiatoris oder Proto- media; Casignete oder Dionysonymphas; Helianthes oder Helio- caUis; Hermesias; Aeschynomene; Crocis; Oenotheris; Anacamp- seros.
103. Von der Eriphia.
104. Von dem wolligen Kraute, 1; von der Lactoris, 1; der Mihtaris, 1.
105. Von der Stratiotes, 5.
106. Von dem Kraute auf dem Haupte einer Bildsäule, 1.
107. Von dem Kraute in Flüssen, 1.
108. Von dem Zungenkraute, 1.
109. Von dem Siebkraute, 1.
110. Von dem Kraute auf Misthaufen, 1.
111. Von dem Kraute, neben welches die Hunde pissen, 1.
112. Von dem Rodarum, 3.
113. Von der Impia.
114. Vom Venuskamme, 1.
gg Erstes Buch.
115. Vom Exedum oder der Nodia, 2.
116. Von dem Philanthropus, 1.
117. Vom Tordylum oder Syreum, 3.
118. Von dem Grase, 17.
119. Vom Dactylus, 5.
120. Vom Fcenum grsecum oder Silicia, 31.
Zusammen: 1176 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen. Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
C. Valgius, Pompejus Lenseus, Sextius Niger welcher in griechi- scher Sprache geschrieben hat, Julius Bassus desgleichen, Antonius Castor, Cornelius Celsus.
Von fremden Schriftstellern:
Theophrastus , Apollodorus, Democritus, Orpheus, Pythagoras, Magon, Menander der nützliche Bemerkungen für das Leben geschrie- ben hat, Nicancler, Homer, Hesiodus, Musseus, Sophocles, Anaxilaus.
Von Aerzten:
Mnesitheus, Callimachus, Phanias, Timaristus, Simus, Hippocrates, Chrysippus, Diocles, Ophehon, HeracUdes, Hicesius, Dionysius, Appol- lodorus von Citium, Apollodorus von Tarent, Praxagoras, Plistonicus, Medius, Dieuches, Cleophantus, PhiHstion, Asclepiades, Cratevas, Pe- tronius Diodotus, Jollas, Erasistratus, Diagoras, Andreas, Mnesis, Epi- charmus, Damion, Sosimenes, Tlepolemus, Metrodorus, Solon, Lycus, die Olympias von Theben, Philinus, Petrichus, Micton, Glaucias, Xe- nocrates.
Fiinfuiidzwanzigstes Buch.
Von der Beschaffenheit, dem Ansehn und Werthe der wild- wachsenden Kräuter.
1. Von dem Ursprünge ihres Gebrauchs.
2. Welche Personen über ihren Gebrauch in lateinischer Sprache
geschrieben haben.
3. Wann die Kenntniss davon zu den Römern gelangt ist.
4. Von den griechischen Schriftstellern, welche Kräuter abgebildet
haben.
5. Welche Griechen zuerst über Kräuter geschrieben haben.
6. Kräuter, welche auf wunderbare Weise entdeckt sind; warum ihre
Heilkräfte wenig benutzt werden. Von der Hundsrose, 2 Arz- neien; vom Dracunculus-Stängel, 1; von d. Kraute Britannica, 5.
7. Welche die edlen Kräuter entdeckt haben.
8. Von dem Moly, 3.
9. Vom Dodecatheon, 1.
10. Von der Pieonia oder Pentorobus oder Glycysis, 1.
Erstes Buch. 87
11. Vom Panax oder Asclepius, 2.
12. Vom heraclischen Panax, 3.
13. Vom chironischen Panax, 4.
14. Vom centaurischen oder pharnacischen Panax, 3.
15. Vom siderischen Heracleum, 4.
16. Vom chironischen Weinstocke, 1.
17. Von 2 Arten des Hyoscyamus oder Apollinaris oder Altercum, 3.
18. Von 2 Arten des Linozostis oder Parthenium oder Hermupoa oder
Mercurialis, 22.
19. Vom achilleischen Kraute oder Sideritis oder Millefolium oder
Panax oder Heracleus oder Scopa regia, 6; 3 Arzneien.
20. Vom Teucrium oder Hemionium oder Splenium, 2.
21. Drei Arten des Melampodium oder Elleborus oder Veratrum.
Wann es gesammelt wird und welches die Kennzeichen seiner Güte sind. .22. Von dem schwarzen, 24. Von seiner Anwendungsweise.
23. Von dem weissen, 23.
24. 88 Bemerkungen über beide Arten.
-25. In welchen Fällen der Elleborus nicht gegeben werden soll.
26. Vom Mithridatkraute, 2.
27. Vom Scordotis oder Scordium, 4.
28. Von der Polemonia oder Philetseria oder Chiliodynama, 6.
29. Von der Eupatoria, 1.
30. Vom Centaurium oder Chironium, 20.
31. Von dem Centaurium leptum oder Libadium oder Erdgalle oder
Exacum, 22.
32. Von dem dreihodigen Centaurium, 2.
33. Von dem Clymenus, 1.
34. Von der Gentiana, 13.
35. Von der Lysimachia, 8.
36. Von der Artemisia oder Parthenis oder Botrys oder Ambrosia, 5. -37. Von zwei Arten der Nyinphsea oder Heracleum oder Rhopalum
oder Madium, 14.
38. Von zwei Arten der Euphorbia, 4.
39. Von zwei Arten der Plantago, 46.
40. Von der Buglossus oder Euphrosine, 2.
41. Von der Cynoglossus, 3.
42. Von dem Buphthalmus oder Cachla, 1.
43. Kräuter, die von Völkern entdeckt sind; vom scythischen Kraute, 3.
44. Von der Hippace, 3. .45. Von der Ischa^mone, 2.
46. Von der Vettonica oder Serratula oder Cestrus oder Psycho-
trophum, 48. -47. "V' on dem cantahrischen Kraute, 2.
$g Erstes Buch.
48. Von der Consiligo, 1.
49. Von der Iberis, 7.
50. Kräuter, welche von Thieren aufgefunden sind; von derCheIidonia,6.
51. Von der Canaria, 1.
52. Vom Elaphoboscum oder Seseli.
53. Vom Dictamnus, 8; vom falschen Dictamnus oder Chondris. An
welchen Orten die kräftigsten Kräuter wachsen. Dass man in Arcadien der Kräuter wegen, welche die Thiere fressen, deren Milch trinkt.
54. Von der Aristolochia oder Clematitis oder Cretica oder Plistolochia
oder vielwurzeligen Lochia oder Erdapfel, 22.
55. Von dem Gebrauch der Kräuter gegen den Biss der Schlangen.
56. Von der Argemonia, 4.
57. Vom Agaricus, 33.
58. Von 3 Arten des Echius, 2.
59. Von 2 Arten der Hierabotane oder Peristereum oder Verbenaca, 10.
60. Von der Blattaria, 1.
61. Vom Lemonium, 1.
62. Vom Pentapetes oder Pentaphyllum oder Chamsezelum oder Quin-
quefolium, 33.
63. Vom Sparganium, 1.
64. Von 4 Arten des Daucus, 18.
65. Von der Therionarce, 2.
66. Von der Persolata oder Arciuni 8.
67. Vom Cyclamen oder Erdknollen, 12.
68. Vom epheuartigen Cyclamen, 4.
69. Vom niedrigen epheuartigen Cyclamen, 3.
70. Vom Peucedanum, 28.
71. Vom Ebulus, 6.
72. Von der Polemonia, 1.
73. Vom Verbascum oder Phlomus, 15.
74. Von der Phlomis, 2. Von der Lychnitis oder Thryallis.
75. Vom Thelyphonum, 1.
76. Vom Phrynium oder Neuras oder Poterium, 1.
77. Vom Alisma oder Damasonium oder Lyrum, 17.
78. Vom Peristereus, 6.
79. Mittel gegen Gifte.
80. Vom Antirrhinum oder Anarrhinum oder Lychnis agria, 3.
81. Von der Euplea, 1.
82. Von 2 Arten des Pericarpum, 2.
83. Mittel gegen Kopfkrankheiten; von der heraclischen Nymphsea, 2.
Vom Kraute Polythrix.
84. Von der Lingulaca, 1.
85. Von der Cacalia oder Leontice, 3.
Erstes Buch. 8$
86. Von der Callitrix, 1.
87. Vom Hyssopus, 10.
88. Von der Lonchitis, 4.
89. Vom Xiphium oder Phasganium, 4.
90. Vom Psyllium oder Cynoides oder Crystallium oder Sicelicum
oder Cynomyia, 1; Thysselinum, 16.
91. Augenmittel.
92. Von zwei Arten der Anagallis oder Corchorus oder Wildauge, 6.
93. Von der Aegilops, 2.
94. Von 2 Arten der Mandragora oder Circsea oder Morium oder
Hippophlomus, 24.
95. Von der Cicuta, 13.
96. Vom wilden Crethnius, 1.
97. Von der Molybdsena oder Plumbago, 1.
98. Von der ersten Capnus oder Hühnerfuss, 1.
99. Von der strauchigen Capnus, 3.
100. Vom Acorum und wilden Acorum, 14.
101. Von 2 Arten des Cotyledon, 61.
102. Vom grossen Aizoon oder Buphthalmum oder Zoophthalmum
oder Stergethrum oder Hypogesum oder Ambrosia oder Ame- rimnum oder grossen Sedum oder Auge oder Fingerchen, 31; vom kleinen Aizoon oder Erithales oder Trithales oder Chryso- thales oder Isoetes, 32.
103. Von der wilden Andrachne oder lllecebra, 32.
104. Mittel gegen Krankheiten der Nase.
105. Mittel gegen Zahnschmerzen.
106. Vom Erigeron oder Pappus oder Acanthis oder Senecio, 8.
107. Vom Ephemerum, 2.
108. Vom Labrum Venereum, 1.
109. Von 4 Arten des Batrachium oder Ranunculus oder Strumea.
oder Strumus, 14.
110. 2 Mittel gegen übelriechenden Athem.
Zusammen: 1292 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: C. Valgius, Pompejus Lenseus, Sextius Niger welcher in griechi- scher Sprache geschrieben hat, Julius Bassus desgleichen, Antonius Castor, Cornelius Celsus, Fabianus.
Von fremden Schriftstellern: Theophrastus, Apollodorus, Democritus, Juba, Orpheus, Pythago- ras, Magon, Menander welcher nützliche Bemerkungen für das Leben geschrieben hat, Nicander, Homerus, Hesiodus, Musseus, Sophocles, Xanthus, Anaxilaus.
Von Aerzten: Mnesitheus, Callimachus, Phanias, Timaristus, Simus, Hippocra-
<90 Erstes Buch.
tes, Chrysippus, Diocles, Ophelion, Heraclides, Hicesius, Dionysius, Apollodorus von Citium, Apollodorus von Tarent, Praxagoras, Plisto- nicus, Medius, Dieuches, Cleophantus, Philistion, Asclepiades, Crate- vas, Petronius Diodotus, Jollas, Erasistratus, Diagoras, Andreas, Mnesis, .Epicharmus, Daniion, Sosimenes, Tlepolenrus, Metrodorus, Solon, Ly- cus, die Olympias aus Theben, Philinus, Petrichus, Micton, Glaucias, Xenocrates.
Seclisimdzwaiizigstes Buch.
Ton den übrigen Arzneimitteln aus Kräutern, nach den verschiedenen Krankheiten zusammengestellt.
1. Von neuen Krankheiten.
2. Was man unter Flechten versteht.
3. Wann man sie zuerst in Italien kennen gelernt hat.
4. Vom Karbunkel.
5. Von der Elephantiasis.
6. Von der Kolik.
7. Von der neuern Arzneikunde. Vom Arzte Asclepiades. -8. Wie er die alte Arzneikunde umschuf.
9. Einige Worte wider die Magier. .10. Mittel gegen die Flechte; vom Flechtenkraute, 5 Arzneien.
11. Wider die Bräune. Von der Proseqiinaca, 1.
12. Wider den Kropf.
13. Von der Bellis, 2.
14. Vom Condurdum, 1.
15. Wider den Husten.
16. Vom Bechium oder Tussilago oder Chamseleuce, 3.
17. Von der Salvia, 4.
18. Wider Schmerzen der Seite, Brust und des Magens.
19. Vom Molum oder Syrum; Amomum, 3.
20. Von der Ephedra oder Anabasis, 3.
21. Vom Geuin, 3.
22. Für die Leber, Nieren, gegen Erbrechen. Vom Tripoliuin, 3.
23. Von der Grompha^na, "24. Vom Malundrum, 2.
25. Vom Chalcetum, 2; vom Molemonium, 1.
26. Vom Halus oder Colonea, 5.
•27. Von der Chaxna?rops, 1; von der Stoechas, 1.
28. Mittel für den Unterleib.
29. Vom Astragalus, 6.
30. Vom Ladanum, 18.
-31. Von der Chondris oder dem falschen Dictamnus, 1; von 2 Arten Hypocist oder Orobethrum, 8 Arzneien.
Erstes Buch. 91
32. Vom Laver oder Sion, 2.
33. Vom Potamogeton, 8. Von der Statice, 3.
34. Von der Ceratia, 2; vom Leontopodium oder Leuceorum oder
Doripetrum oder Thoribetrum, 3; Lagopus.
35. Vom Epithymum oder Hippopheos, 8.
36. Vom Pycnocomum, 4.
37. Vom Polypodium, 3.
38. Vom Scammonium, 8.
39. Vom Tithymalus cbaracias.
40. Vom Tithymalus myrsinites oder curyites, 21.
41. Vom Tithymalus paralius, 4.
42. Vom Tithymalus helioscopius, 18.
43. Vom Tithymalus cyparissias, 18.
44. Vom Tithymalus platyphyllus oder corymbites oder amygdalites, 3.
45. Vom Tithymalus dendroides oder cobius oder leptophyllus, 18.
46. Von der Apios ischas oder dem wilden Rettig, 2.
47. Gegen Bauchgrimmen.
48. Von der Heilung der Milz.
49. Gegen Blasensteine und andere Blasenübel.
50. Vom Crethmum, 11; und dessen Frucht Cachrys.
51. Vom Anthyllium, 2; von der Anthyllis, 2.
52. Von der Cepsea, 1.
53. Vom Hypericum oder Chamsepitys oder Corium, 9.
54. Von dem Coris oder Hypericum, 10.
55. Von der Callithrix, 1; der Perpressa, 1; dem Chrysanthemum, 1;
der Anthemis, 1.
56. Vom Silaus.
57. Vom Fulvischen Kraute.
58. Krankheiten der Hoden und Lenden.
59. Vom Schaamkraute oder Argemone.
60. Mittel gegen Geschwulste; von der Chrysippea, 1.
61. Mittel gegen die Begierde zum Beischlaf.
62. Von der Orchis oder Serapias, 5.
63. Vom Satyrium, 3. Vom Satyrium Erythraicum, 4.
64. Mittel gegen Podagra und andere Fusskrankheiten.
65. Von der Lappago oder Mollugo, 1; von der Asperugo, 1.
66. 3 Arten des Seetangs; von der Ochsenklette.
67. Mittel gegen Leiden des ganzen Körpers.
68. Von 3 Arten des Geranium oder Myrrhis oder Myrtis, 6.
69. Von der Oenothera oder Onuris, 3.
70. Mittel gegen Epilepsie.
71. Mittel gegen Fieber.
72. Mittel gegen Wahnsinn, Schlafsucht und Karbunkeln.
73. Für Wassersüchtige. Von der Acte oder Ebulus. Chamaeacte.
92 Erstes Buch.
74. Gegen die Rose.
75. Zur Heilung von Verrenkungen.
76. Gegen Gelbsucht.
77. Gegen Furunkeln.
78. Gegen Fistelschäden.
79. Gegen Saftanhäufungen und Verhärtungen.
80. Gegen Brandschäden.
81. Für die Sehnen und Gelenke.
82. Gegen Blutfluss.
83. Von 3 Arten der Hippuris oder Ephedra oder Anabasis oder
Equisetuni, 18.
84. Vom Stephanomelis.
85. Gegen Bruch und Verrenkungen.
86. Gegen die Läusekrankheit.
87. Gegen Geschwüre und Wunden.
88. Vom Polycnemum, 1.
89. Zur Vertreibung der Warzen und Heilung von Narben.
90. Mittel gegen weibliche Krankheiten.
91. Vom Arsenogonum, 1; vom Thelygonum, 1.
92. Vom Mastus, 1.
93. Für die Kopfhaare. Von der Lysiniachia; von der Ophrys, 1.
Zusammen: 1019 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, C. Valgius, Pompejus Lenseus, Sextius Niger der in griechischer Sprache geschrieben hat, Julius Bassus desgleichen, An- tonius Castor, Cornelius Celsus.
Von fremden Schriftstellern:
Theophrastus , Apollodorus, Democritus, Juba, Orpheus, Pytba- goras, Magon, Menander der nützliche Bemerkungen für das Leben geschrieben hat, Nicander, Homerus, Hesiodus, Musseus, Sophocles, Xanthus, Anaxilaus.
Von Aerzten:
Mnesitheus, Callimachus, Phanias, Timaristus, Simus, Hippocrates, Chrysippus, Diocles, Ophelion, Heraclides, Hicesius, Dionysius, Apol- lodorus von Citium, Apollodorus von Tarent, Praxagoras, Plistonicus, Medius, Dieuches, Cleophantus, Philistion, Asclepiades, Cratevas, Pe- tronius Diodotus, Jollas, Erasistratus, Diagoras, Andreas, Mnesis, Epicharmus, Damion, Tlepolemus, Metrodorus, Solon, Lycus, die Olympias von Theben, Philinus, Petrichus, Micton, Glaucias, Xeno- crates.
Erstes Buch. 93
Siebenundzwanzigstes Buch.
Von den übrigen Kräutern und ihrer arzneilichen An- wendung.
1. Vom Fleisse der Alten in dieser Beziehung.
2. Vom Aconitum oder Thelyphonum oder Myoctonum oder Cam-
marum.
3. Vom äthiopischen Kraute, 4.
4. Vom Ageratum, 4.
5. Von der Aloe, 29.
6. Von der Alcea, 29.
7. Vom Alypum, 1.
8. Von der Alsine oder Myosotus, oder Helxine, 5.
9. Von der Androsace, 6.
10. Vom Androssemum oder Ascyrum,
11. Von der Ambrosia oder Botrys oder Artemisia, 3.
12. Von der Anonis oder Ononis, 5.
13. Vom Anagyrus oder Atopus, 3.
14. Von dem Kraute ohne Namen, 2.
15. Von der Aparine oder Omphacocarpus oder Philantropus 3. IG. Von dem Arctium oder Arcturum, 5.
17. Vom Asplenium oder Hemionium, 2.
18. Von der Asclepias, 5.
19. Vom Aster oder Bubonium, 3.
20. Vom Ascyrum oder Ascyroides oder Androssemum, 3.
21. Von der Aphaca, 3.
22. Vom Alcibium, 1.
23. Vom Alectorolophus oder Christa, 2.
24. Vom Alum oder Symphytum petrseum, 14.
25. Von der rothen Alge, 1.
26. Von der Actsea, 1.
27. Vom wilden Weinstock, 11.
28. Von 4 Arten des Absinthium, 48.
29. Vom Meer-Absinthium oder Seriphium.
30. Von der Ballota oder dem schwarzen Porrum, 3.
31. Von der Botrys oder Ambrosia oder Artemisia, 1.
32. Von der Brabyla, 1.
33. Vom Bryum marinum, 5.
34. Vom Bupleurum, 1.
35. Von der Catanance, 1 ; vom Cemus, 1.
36. Von der Calyx, 1.
37. Von der andern Calyx oder Anchusa oder Onoclea, 2.
38. Von der Circaea, 3.
39. Vom Cirsiura, 1.
94 Erstes Buch.
40. Von 2 Arten des Cratseogonum, 8.
41. Vom Crocodilium 2.
42. Von der Cynosorchis oder Orchis, 4.
43. Von 2 Arten des Chrysolachanum, 3; vom Coagulum terra?, 2„
44. Von dem Culicus oder Strumus oder Strychnos, 6.
45. Von der Conferva, 2.
46. Vom Coccum Gnidium, 2.
47. Vom Dipsacus, 3.
48. Vom Dryopteris, 2.
49. Vom Dryophonum, 1.
50. Von der Elatine, 2.
51. Vom Empetrus oder Calcifraga, 4.
52. Von der Epipactis oder Elleborine, 2.
53. Vom Epimedium, 3.
54. Vom Enneaphylluni, 3.
55. 2 Arten der Filix, Pteris, Blechnos, Thelypteris oder Pteris nym-
pha?a, 11.
56. Vom Femur bubulum,
57. Von der Galeopsis oder Galeobdolon oder Galium, 6.
58. Von der Glaux, 1.
59. Vom Glaucium, 3; vom Collyrium, 2.
60. Von der Glycysis oder Pseonia oder Pentorobum, 20.
61. Vom GnaphaKum oder Chameezelum, 6.
62. Von der Gallidraga, 1.
63. Vom Holcus oder Aristis.
64. Von der Hyoseris, 1.
65. Vom Holosteum, 3.
66. Vom Hippophsestum, 8.
67. Von der Hypoglossa, 1.
68. Vom Hypecoum.
69. Von der Idsea, 4.
70. Vom Isopyrum oder Phaseolus, 2.
71. Von der Lathyris, 2.
72. Vom Leontopetalum oder Rhapeion, 2.
73. Vom Lycapsus, 1.
74. Vom Litbospermum oder Exonychum', oder Diospyrus oder He-
racleum, 2.
75. Vom Steinmoos, 1.
76. Vom Limeum, 1.
77. Von der Leuce oder Mesoleuce oder Leucas, 3.
78. Von der Leucographis, 5.
79. Vom Medium, 3.
80. Von der Myosota oder Myosotis, 3.
81. Vom Myagrus, 1.
Erstes Buch. 9J>
82. Von der Nyma, 1.
83. Von der Natrix, 1.
84. Von der Odontites, 1.
85. Von der Othonna oder Anemone, 1.
86. Von der Onosma, 1.
87. Vom Onopordon, 5.
88. Von der Osyris, 4.
89. Von der Oxys, 2.
90. Vom Polyanthemum oder Batrachium, 3.
91. Von 4 Arten des Polygonum oder Thalassias oder Calligonum
oder Polygonatum oder Teuthalis oder Carcinethrum oder Clema oder Myrtopetalum oder Sanguinaria oder Oreum, 40.
92. Vom Pancratium, 12.
93. Von der Peplis oder Syce oder Meconium aphrodes, 3.
94. Vom Periclymenus, 5.
95. Vom Pelicinum, 1.
96. Von der Polygala, 1.
97. Vom Poterium oder Phryniuin oder Neuras, 4.
98. Vom Phalangites oder Phalangiuni oder Leucantheinum oder Leu-
cacantha, 4.
99. Vom Phyteuma, 1.
100. Vom Phyllum, 1.
101. Vom Phellandrium, 2.
102. Von der Phalaris, 2.
103. Vom Polyrrhizum 5.
104. Von der Proserpinaca, 5.
105. Von der Rheucyma, 36.
106. Von der Reseda, 2.
107. Von der Stcechas, 3.
108. Vom Solanum oder Strychnos, 2.
109. Vom Smyrnium, 32; vom Sinum, 2.
110. Vom Telephium, 4.
111. Von der Trichoinanes, 5.
112. Vom Thalictrum, 1.
113. Vom Thlaspi oder persischen Senf, 4.
114. Von der Traehinia, 1.
115. Von der Tragonis oder Tragium, 1.
116. Vom Tragus oder Scorpio, 4.
117. Vom Tragopogon oder Coma, 1.
118. Von der Dauer der Wirksamkeit der Kräuter.
119. Unter welchen Umständen sie am wirksamsten sind.
120. Von den verschiedenen Krankheiten der Völker. Zusammen: 602 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
9g Erstes Buch.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: C. Valgius, Pompejus Lenseus, Sextius Niger der in griechischer Sprache geschrieben hat, Julius Bassus desgleichen, Antonius Castor, Cornelius Celsus.
Von fremden Schriftstellern: Theophrastus , Apollodorus, Democritus, Aristogiton, Orpheus, Pythagoras, Mago, Menander welcher über nützliche Gegenstände für das Leben geschrieben hat, Nicander.
Von Aerzten: Mnesitheus, Callimachus, Timaristus, Simus, Hippocrates, Chry- sippus, Diocles, Ophelion, Heraclides, Hicesius, Dionysius, Apollo- dorus von Citium, Apollodorus von Tarent, Praxagoras, Plistonicus. Medius, Dieuches, Cleophantus, Philistion, Asclepiades, Cratevas, Petronius Diodotus, Jollas, Erasistratus , Diagoras, Andreas, Mnesis, Epicharmus, Damion, Tlepolemus, Metrodorus, Solon, Lycus, die Olympias von Theben, Philinus, Petrichus, Micton, Glaucias, Xeno- crates.
Achtundzwanzigstes Buch.
Arzneimittel von den Thieren. 1 und 2. Arzneien vom Menschen.
3. Ob bei der Heilung die Worte irgend eine Kraft haben.
4. Dass Wunderzeichen als Heilmittel verordnet und dadurch die
Uebel vertrieben werden.
5. Von ihrer verschiedenen Anwendungsweise.
6. 226 Arzneien und Bemerkungen von Männern.
7. Vom Speichel.
8. Vom Ohrenschmalze.
9. Vom Haupthaare, den Zähnen etc.
10. Vom Blute, vom Beischlafe etc.
11. Arzneien von Todten.
12. Verschiedene Erdichtungen der Magier.
13. Vom Unrathe des Menschen.
14. Arzneimittel, welche vom menschlichen Geiste ausgehen (nicht
materiell sind).
15. Vom Niesen.
16. Vom Beischlafe.
17. Verschiedene Arzneien.
18. Vom Harne.
19. Anzeigen des Befindens aus der Besichtigung des Harns.
20. 41 Arzneien von weiblichen Personen.
21. Von der Frauenmilch.
22. Von dem weiblichen Speichel.
Erstes Buch. 97
23. Von dem Monatsflusse.
24. Von fremden Thieren; vom Elephanten, 8.
25. Vom Löwen, 10.
26. Vom Kameel, 10.
27. Von der Hyäne, 79.
28. Vom Krokodil, 19; vom Krokodilkothe, 11.
29. Vom Chamaeleon, 15.
30. Vom Scincus, 4.
81. Vom Flusspferde, 7.
32. Vom Luchs, 5.
33. Allgemeine Arzneien von wilden Thieren oder von zahmen der-
selben Art. Vom Gebrauche der Milch nebst 54 Bemerkungen.
34. Von den Käsen, 12.
35. Von der Butter, 25.
36. Von der sauren Milch.
37. Vom Gebrauche des Schmalzes nebst 52 Bemerkungen.
38. Vom Talge.
39. Vom Marke.
40. Von der Galle.
41. Vom Blute.
42. Besondere Arzneien von Thieren, nach den Krankheiten einge-
theüt. Gegen die Schlangen. Von den Hirschen, 3; von den jungen Hirschen; vom Ophion; vom wilden Schweine, 12; von den Ziegen und Böcken, 46; vom Esel, 76.
43. Gegen den Biss der tollen Hunde. Vom Kalbe, 58.
44. Gegen Hexereien.
45. Gegen Gifte.
46. Gegen Kopfübel; gegen Glatzen.
47. Gegen Augenübel.
48. Gegen Ohrenübel.
49. Gegen Zahnübel.
50. Gegen Fehler des Gesichts.
51. Gegen geschwollene Mandeln und Kröpfe. Von der Seife.
52. Gegen Schmerzen im Genick.
53. Gegen Husten und Blutauswurf.
54. Gegen Magenschmerzen.
55. Gegen Schmerzen der Leber und gegen schweres Athemholen.
56. Gegen Schmerzen der Lenden.
57. Für die Milz.
58. Für den Unterleib.
59. Gegen Stuhlzwang, Würmer und Kolik.
60. Bei Blasenleiden und Blasensteinen.
61. Bei Fehlern an den Geschlechtstheilen und am Hintern.
62. Beim Podagra und andern Fussübeln.
7
98 Erstes Buch.
63. Gegen Epilepsie.
64. Gegen Gelbsucht.
65. Bei Knochenbrüchen.
66. Gegen Fieber.
67. Bei Melancholie, Schlafsucht, Schwindsucht.
68. Bei "Wassersucht.
69. Gegen die Rose und gegen Schleimergüsse.
70. Bei Verrenkungen, Verhärtungen und Furunkeln.
71. Bei Brandschäden. Von dem Ochsenleime und 7 Arzneien daraus.
72. Bei Schmerzen der Sehnen und bei Contusionen.
73. Zum Stillen des Blutes.
74. Bei Geschwüren und Krebsschäden.
75. Gegen Krätze.
76. Zum Ausziehen dessen, was im Körper steckt und für Narben.
77. Bei weiblichen Krankheiten.
78. Bei Kinderkrankheiten.
79. Bei Träumen und Schweiss.
80. Mittel bei Liebeswerken und gegen die Trunkenheit.
81. Wunderbare Dinge von Thieren. Vom wilden Schweine, 12 Arz-
neien; vom zahmen, 9; vom Hirsche, 3; vom Wolfe, 27; vom Bären, 24; vom wilden Esel, 12; vom zahmen, 76; vom Esels- füllenkothe, 3; vom wilden Pferde, 11; vom Füllen, 1; vom zahmen Pferde, 42; vom Pferdekäse, 1; vom wilden Ochsen, 2; vom zahmen, 81; von der Kuh, 53; vom Kalbe, 59; vom Hasen, 64; vom Fuchse, 20; vom Dachse, 2; von der Katze, 5; von der Ziege, 46; vom Bocke, 31; vom jungen Bocke, 21. Zusammen: 1682 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, L. Piso, Fabianus, Valerius Antias, Verrius Flaccus, der Censor Cato, Servius Sulpicius, Licinius Macer, Celsus, Massurius, Sextius Niger der in griechischer Sprache geschrieben hat, Bythus von Dyrrachium, der Arzt Opilius, der Arzt Granius.
Von fremden Schriftstellern: Democritus, Apollonius der über die Salben geschrieben hat, Miletus, Artemon, Sextilius, Antaeus, Homerus, Theophrastus, Lysi- machus, Attalus, Xenocrates, Orpheus der über besondere Natur- bildungen geschrieben hat, Archelaus desgleichen, Demetrius, Sotiras, die Lais, die Elephantis, die Salpe, die Olympias aus Theben, Dio- timus aus Theben, Jollas, Andreas, Marcion von Smyrna, der Arzt Aeschines, Hippocrates, Aristoteles, Metrodorus Scepsius, der Arzt Icetidas, der Arzt Apelles, Hesiodus, Dalion, Csecilius Bion der über die Kräfte geschrieben hat, Anaxilaus, König Juba.
Erstes Buch. 99
Neunundz wanzigstes Buch.
Arzneimittel von den übrigen Thieren, welche entweder zu den nicht zahmen oder zu den wilden gehören.
1. Vom Ursprünge der Heilkunst.
2. Von Hippocrates, wann die Klinik und wann die Salbenheilkunst
zuerst betrieben ist.
3. Von Chrysippus und Erasistratus.
4. Von der empirischen Arzneikunst.
5. Von Herophilus und den übrigen berühmten Ärzten. Wie oft
das Prinzip der Arzneikunst geändert ist.
6. Wer und wann der erste Arzt in Rom war.
7. Urtheil der Römer über die alten Ärzte.
8. Schattenseiten der Arzneikunst.
9. Von der Wolle, 35 Arzneien.
10. Von dem Oesipum, 32.
11. Von den Eiern, 22.
12. Von den Eiern der Schlangen.
13. Von der Bereitung des Commagenum, 4 Arzneien daraus.
14. Arzneien vom Hunde.
15. Arzneien nach den Krankheiten eingetheilt. Gegen den Biss der
Schlangen. Von der Maus.
16. Vom Wiesel.
17. Von den Wanzen.
18. Von den kleinen Giftschlangen.
19. Vom Basilisk.
20. Vom Drachen.
21. Von der Viper.
22. Von den übrigen Schlangen.
23. Vom Salamander.
24. Mittel von Vögeln gegen die Schlangen. Vom Geier.
25. Von den Hühnervögeln.
26. Von den übrigen Vögeln.
27. Von den giftigen und übrigen Spinnen.
28. Von den Stellionen.
29. Von verschiedenen Insecten.
30. Von den Canthariden.
31. Wider einige Gifte.
32. Wider den Biss der tollen Hunde.
33. Wider die übrigen Gifte.
34. Wider die Glatzen.
35. Wider Nisse und Grind.
36. Wider Schmerzen und Wunden des Kopfes.
37. Für die Augenbrauen.
100 Erstes Buch.
38. Wider Fehler der Augen.
39. Wider Schmerzen und Fehler der Ohren.
40. Wider Ohrengeschwüre.
Zusammen: 621 Arzneien, Erzählungen Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, L. Piso, Verrius Flaccus, Antias, Nigidius, Cassius Hemina, Cicero, Plautus, Celsus, Sextius Niger der in griechischer Sprache geschrieben hat, der Arzt Ca3cilius, Scipio Metellus, der Dichter Ovidius, Licinius Macer.
Von fremden Schriftstellern: Homerus, Aristoteles, Orpheus, Democritus, Anaxilaus,Palaephatus.
Von Aerzten: Botrys, Apollodorus, Archidemus, Aristogenes, Xenocrates, Dio- dorus, Democrates, der Philosoph Chrysippus, Horus, Nicander, Apollonius von Pitanaea.
Dreissigstes Buch.
Die übrigen Arzneimittel von diesen Thieren.
1. Vom Ursprünge der Magie.
2. Wann und von wem sie gegründet ist; welche Personen sich
vorzüglich mit ihr befasst haben.
3. Ob sie in Italien geübt worden ist; wann zuerst der Senat ver-
boten hat, Menschen zu opfern.
4. Von den Druiden der Gallier.
5. Von den Arten der Magie.
6. Von den Ausflüchten der Magier.
7. Urtheil der Magier über die Maulwürfe; 5 Arzneien von letztern.
8. Gegen Zahnschmerzen.
9. Gegen den Geruch aus dem Munde und gegen Mundgeschwüre.
10. Gegen Flecken im Gesichte.
11. Gegen Krankheiten des Schlundes.
12. Gegen Bräune und Kröpfe.
13. Gegen Schmerzen der Schultern.
14. Gegen Schmerzen in den Praecordiis.
15. Gegen Magenschmerzen.
16. Gegen Leberschmerzen und Blutspeien.
17. Für die Milz.
18. Gegen Schmerzen der Seite und Lenden.
19. Gegen Dysenterie.
20. Gegen Darmgicht und sonstige Unterleibsübel.
21. liegen Blasensteine.
Erstes Buch. 101
22. Gegen Uebel des Afters und der Schaam.
23. Gegen Podagra und andere Fusskrankheiten.
24. Gegen Krankheiten des ganzen Körpers.
25. Gegen Erkältungen.
26. Gegen Lähmungen.
27. Gegen Epilepsie.
28. Gegen Gelbsucht.
29. Gegen Wahnwitz.
30. Gegen Fieber.
31. Gegen Wassersucht.
32. Gegen die Rose.
33. Gegen Karfunkeln.
34. Gegen Furunkeln.
35. Gegen Brandschäden.
36. Gegen Nervenleiden.
37. Gegen Fehler der Nägel und Finger.
38. Zum Blutstillen.
39. Gegen Geschwüre und Wunden.
40. Gegen Knochenbrüche.
41. Gegen Narben und Leberflecke.
42. Zum Ausziehen dessen, was im Körper steckt.
43. Gegen weibliche Krankheiten.
44. Zur Beförderung der Entbindung.
45. Zur Erhaltung der Brüste.
46. Zur Vertreibung der Haare.
47. Gegen Kinderkrankheiten.
48. Gegen Träume.
49. Gegen die Sucht des Beischlafs.
50. Gegen die Läusesucht nebst andern vermischten Arzneien.
51. Gegen Trunkenheit.
52. Merkwürdige Dinge von Tbieren.
53. Sonstige Wunder.
Zusammen: 854 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, Nigidius, M. Cicero, Sextius Niger der in griechischer Sprache geschrieben hat, Licinius Macer.
Von fremden Schriftstellern: Eudoxus, Aristoteles, Hermippus, Homerus, Apion, Orpheus, De- mocritus, Anaxilaus.
Von Aerzten: Botrys, Horus, Apollodorus, Menander, Archidemus, Aristogenes, Xenocrates, Diodorus, Chrysippus, Nicander, Apollonius von Pitansea.
102 Erstes Buch.
Einunddrei ssigstes Buch.
Arzneimittel von dem Wasser.
1. Wunderbare Dinge vom Wasser. |
2. Verschiedenheiten des Wassers. I 266 Bemerkungen.
3. Arzneien davon.
4. Welches Fruchtbarkeit hervorbringt und Raserei heilt.
5. Welches bei Steinbeschwerden gut ist.
6. Welches Wunden heilt.
7. Welches die Leibesfrucht anhält.
8. Welches Leberflecken vertreibt.
9. Welches Einfluss auf die Farbe der Wolle hat.
10. Was es bei den Menschen bewirkt.
11. Welches Wasser das Gedächtniss stärkt und welches Vergessen-
heit macht.
12. Welches die Sinne schärft, welches Stumpfheit und welches die
Stimme zum Singen geschickt macht.
13. Welches Ekel vor Wein erzeugt und welches betrunken macht.
14. Welches die Stelle des Oels vertritt.
15. Welches salzig und bitter schmeckt.
16. Welches Felsen fortgeschleudert hat; welches Lachen und Weinen
bewirkt; welches die Liebeswuth heilen soll.
17. Wasser, das nach dem Schöpfen die Wärme 3 Tage lang behält.
18. Wunderbare Erzählungen vom Wasser; in welchem alles und in
welchem nichts untergeht.
19. Wasser, das tödtlich wirkt-, von giftigen Fischen.
20. Welches zu Stein wird oder Steine erzeugt.
21. Von der Heilsamkeit des Wassers.
22. Von seinen Verunreinigungen.
23. Von der Güte des Wassers.
24. Von der Aqua Marcia.
25. Von der Aqua Virgo.
26. Wo man Wasser vermuthen kann.
27. Merkmale, dass sich irgendwo Wasser befindet.
28. Unterschied des Wassers nach dem Erdreiche.
29. Beschaffenheit des Wassers nach den Jahreszeiten.
30. Geschichtliche Bemerkungen über Wasser, was plötzlich hervor-
gekommen und wieder verschwunden ist.
31. Von der Leitung des Wassers.
32. Wie man die Mineralwässer gebrauchen soll.
33. Vom Gebrauche des Meerwassers. Was uns die Schifffahrt nützt.
34. Wie man sich Meerwasser mitten im Lande machen kann.
35. Bereitung des Meerwassermeths. 56. Bereitung des Wassermeths.
Erstes Buch. 103
37. Mittel, sich auf Seereisen trinkbares Wasser zu verschaffen.
38. 6 Arzneien vorn Wassermoose. Arzneien vom Sande.
39. 204 Bemerkungen von den Salzarten, ihren Zubereitungen und
Arzneien.
40. Von der Salzsoole.
41. 120 geschichtliche Bemerkungen von der Vortrefflichkeit des
Salzes.
42. Von der Salzblüthe, 20 Arzneien; von der Salsugo, 2.
43. Vom Garum, 15.
44. Von der Alex, 8.
45. Von der Natur des Salzes; vom Salzschaume.
46. 221 Bemerkungen von den Nitruui- Arten, ihren Zubereitungen
und Arzneien.
47. 92 Arzneien und Bemerkungen von den Schwämmen.
Zusammen: 924 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
M. Varro, Cassius von Parma, Cicero, Mucianus, Cselius, Celsus, Trogus, Ovidius, Polybius, Somatius.
Von fremden Schriftstellern: Callimachus, Ctesias, Eudicus, Theophrastus, Eudoxus, Theopom- pus, Polycritus, Juba, Lycus, Apion, Epigenes, Pelops, Apelles, Demo- critus, Thrasyllus, Nicander, der Schauspieler Menander, Attalus, Sal- lustius Dionysius, Andreas, Niceratus, Hippocrates, Anaxilaus.
Zweiunddreissigstes Buch.
Arzneimittel von den Wasserthieren.
1. Grösste Kraft der Natur in der Antipathie. Vom Schiffshalter.
2. Vom Zitterfische, 7 Arzneien.
3. Vom Seehasen, 5.
4. Wunderbare Erzählungen vom rothen Meere.
5. Von der Schlauheit und dem Verstände der Fische.
6. Merkwürdige Eigenthümlichkeiten der Fische. " 7. Wo sie aus der Hand fressen.
8. Wo sie auf den Ruf erscheinen und wo man von Fischen weis-
sagende Antworten ertheilt.
9. Wo die Fische bitter, wo sie salzig, wo sie süss sind, und wo
sie einen Laut von sich geben.
10. Wann zuerst Seefische gebraucht worden sind. Eine Verordnung
des Königs Numa über die Fische.
11. 43 Arzneien und Bemerkungen von den Corallen.
104 Erstes Buch.
12. Von der Sympathie, Antipathie und der Feindschaft der Seethiere
unter einander. Vom Galeas, 15; vom Mullus, 15 und vom Pastinak, 8.
13. Von den Thieren, welche auf dem Lande und im Wasser leben.
66 Arzneien und Bemerkungen von dem Castoreum.
14. Von der Schildkröte, 66 Arzneien und Bemerkungen.
15. Mittel von Wasserthieren, nach den Krankheiten eingetheilt.
16. Wider Gift und Giftmischerei. Vom Goldfisch, 4; vom Seesteme, 7.
17. Gegen den Biss der Schlangen und Hunde und gegen andere
giftige Thiere. Vom Seedrachen, 3; von den eingesalzenen Fischen, 15; von den Sarden, |; vom Cybium.
18. Vom Seefrosch, 6; vom Flussfrosch, 52; vom Laubfrosch; 32 Be-
merkungen darüber.
19. Von der Wasserschlange, 6. Vom Flusskrebse, 14. Von den
Flussschnecken, 7. Von den rabenschwarzen Fischen, 4. Von dem Meerschweine, 2.
20. Vom Seekalbe, 10; der Mursene 1; dem Seepferdchen 1; dem
Seeigel 11.
21. Von den Arten der Auster, 59 Bemerkungen und Arzneien.
22. Von dem Seetange, 2.
23. Gegen Glatzen, zum Färben der Kopfhaare und gegen Kopfge-
schwüre dienen: das Seepferd, die Seemaus, der Seescorpion, die Blutsauger etc.
24. Für die Augen und Augenlider: Fischfett, der CaUionymus, die
Galle des Coracinus, die Sepien, Ichthyocolla etc.
25. Bei Fehlern der Ohren: die Batia, der Bacchus oder Myxon, die
Seeläuse.
26. Bei Zahnschmerzen: der Hai etc.
27. Bei Flechten und Flecken im Gesichte: der Delphin, die Coluthia
oder Corythia, das Halcyoneum, der Thunfisch etc.
28. Bei Kröpfen, Geschwüren hinter den Ohren, Bräune und Krank-
heiten des Schlundes: der Mama, Scolopender, Saurus, die Muscheln, der Silurus etc.
29. Gegen Husten und Brustübel.
30. Bei Schmerzen der Leber und Seite : der Strombus oder die lange
Muschel, die Tethea etc.
31. Gegen Unterleibsbeschwerden: der Meerkohl, Myax, Mitulus, Pe-
loris, Seriphium, Maena, Erythinus etc.
32. Gegen Milz-, Stein- und Blasenschmerzen: der Solea, Rhombus,
Blendea, Seenessel, Seelunge, Onyx etc.
33. Bei Darmbruch und Leiden des Afters: die Wasserschlange, der
Mugil, Pelamis etc.
34. Gegen Fettbeulen und gegen Fehler an der Schaam: der Scisena,
Perca, Squatina, Smaris etc.
Erstes Buch. 105
35. Bei Unenthaltsamkeit des Hams: das Ophidion etc.
36. Bei Podagra und andern Fussleiden: der Biber, das Bryon etc.
37. Gegen Epilepsie.
38. Gegen Fieber: der Asellus, Phagrus, Wallfisch etc.
39. Gegen Schlafsucht, Schwindsucht und Wassersucht.
40. Gegen Brandschäden und die Rose.
41. Gegen Fehler der Nerven.
42. Zum Stillen und Ausziehen des Blutes: der Polyp, Blutigel etc.
43. Zum Ausziehen dessen was im Körper steckt.
44. Bei Geschwüren, Krebsschäden und Karbunkeln.
45. Gegen Warzen und rauhe Nägel: der Glanus etc.
46. Gegen weibliche Krankheiten: der Glauciscus etc.
47. Zum Wegbeitzen der Haare.
48. Gegen Kinderkrankheiten.
49. Gegen Trunkenheit: der Rubellio, Aal, die Seetraube.
50. Zur Verhinderung sowie zur Erregung der Lust des Beischlafs:
das Flusspferd, das Krokodil etc.
51. Gegen Krankheiten der Thiere.
52. Von den übrigen Wassergeschöpfen. Adarca oder Calamochnus,
Calamus, Sepientinte etc.
53. 176 Namen aller im Meere lebenden Thiere.
54. Die im Ovid befindlichen Namen.
55. Fische, die von keinem Schriftsteller genannt sind. Zusammen: 990 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Licinius Macer, Trebius Niger, Sextius Niger der in griechischer Sprache geschrieben hat, der Dichter Ovidius, Cassius Hemina, Mse- cenas, Jacchus, Sornatius.
Von fremden Schriftstellern: Juba, Andreas, die Salpe, Apion, Pelops, Apelles, Thrasyllus, Nicander.
Dreiunddreissigstes Buch.
Von den Metallen.
1. Von den Metallen.
2. Vom Golde.
3. Welches seine erste Empfehlung ist.
4. Vom Ursprünge der goldenen Ringe.
5. Von der Goldmenge bei den Alten.
6. Von dem Rechte goldene Ringe zu tragen.
7. Von den Decurien der Richter.
8. Vom Ritterstande.
9. Wie oft der Name des Ritterstandes geändert ist.
106 Erstes Buch.
10. Von goldenen und silbernen Kriegsgeschenken.
11. Von den ersten goldenen Kränzen.
12. Von dem übrigen Gebrauche des Goldes bei den Frauen.
13. Von den Goldmünzen. Wann zuerst Gold und Silber geprägt ist;
wie man vorher das Kupfer gebrauchte und welche Geldsumme bei der ersten Vermögensschätzung die grösste gewesen ist. Wie oft und zu welchen Zeiten sich der Werth der geprägten Kupfermünzen geändert hat.
14. Ueber die Sucht nach Gold.
15. Welche Personen am meisten Gold und Silber besessen haben.
16. Wann zuerst silberne Geräthschaften auf dem Kampfplatze er-
schienen. Wann Silber auf das Theater kam.
17. Zu welchen Zeiten das meiste Gold und Silber in der Schatzkam-
mer des römischen Volkes gewesen ist.
18. Wann die vergoldeten Zimmerdecken aufgekommen sind.
19. Warum das Gold den Vorzug von allen andern Metallen hat.
20. Vom Vergolden.
21. Vom Auffinden und Fördern des Goldes.
22. Vom Auripigment.
23. Vom Electrum.
24. Von den ersten goldenen Statuen.
25. 8 Arzneien vom Golde.
26. Von der Chrysocolla.
27. Ihre Anwendung in der Malerei.
28. 7 Arzneien von der Chrysocolla.
29. Von der Chrysocolla der Goldarbeiter oder der Saterna (Santerna).
30. Von der wunderbaren Eigenschaft, Metalle unter sich zu verbin-
den und zu verarbeiten.
31. Vom Silber.
32. Vom lebendigen Silber (natürlichen Quecksilber).
33. Vom Stimmi oder Stibium oder Alabastrum oder Larbasum oder
Platyophthalmum.
34. 7 Arzneien davon.
35. Von dem Silberschaume. 6 Arzneien davon.
36. Vom Minium; wie heilig es bei den Alten gehalten wurde.
37. Von seiner Auffindung und seinem Ursprünge.
38. Vom Cinnabaris.
39. Vom Gebrauche des Cinnabaris und Miniums in der Malerei.
40. Arten des Miniums, und seine Anwendung in der Malerei.
41. Vom (künstlich bereiteten) Quecksilber.
42. Von der Vergoldung des Silbers.
43. Von den Probirsteinen.
44. Arten des Silbers und Versuche damit.
45. Von den Spiegeln.
Erstes Buch. 107
46. Vom ägyptischen Silber.
47. Von übermässigen Geldsummen. Welche Personen die grössten
Schätze gehabt haben.
48. Wann das römische Volk zuerst Geldgeschenke ausgetheilt hat.
49. Von der Verschwendung in silbernen Gefässen.
50. Beispiele von Sparsamkeit der Alten im Silber.
51. Wann zuerst Silber an Betten angebracht ist.
52. Wann zuerst übermässig grosse Schüsseln, wann zuerst Gestelle
von Silber, wann zuerst Pauken gemacht sind.
53. Von übermässig theuren Silbersachen.
54. Von silbernen Statuen.
55. Berühmte Werke und Künstler in Silber.
56. Von dem Sil; welche Personen zuerst damit malten und wie.
57. Vom Bergblau
58. 2 Arzneien daraus.
Zusammen: 1125 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen. Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
Kaiser Domitian, Corvinus, L. Piso, Verrius, M. Varro, C. Nepos, Messala, Junius Gracchanus, Atticus Pomponius, Mucianus, Calvus Licinius, Bocchus, Fetialis, Fenestella, Valerius Maximus, Julius Bas- sus der in griechischer Sprache über die Arzneikunst geschrieben hat, Sextius Niger desgleichen.
Von fremden Schriftstellern:
Democritus, Theophrastus, Juba, der Historiker Tiimeus welcher über die metallischen Arzneien geschrieben hat, Heraclides, Andreas, Diagoras, Botrys, Archidemus, Dionysius, Aristogenes, Democles, Mnesides, der Arzt Attalus, Xenocrates des Zeno Sohn, Theomnestus, Nymphodorus, Jollas, Apollodorus, Pasiteles der wunderbare Arbeiten beschrieben hat, Antigonus der über die Kunst, erhabene und ge- gossene Arbeiten zu machen, geschrieben, Mensechmus desgleichen, Xenocrates desgleichen, Duris desgleichen, Menander der über die Verfertiger solcher Arbeiten geschrieben, Heliodorus der über die Tempelgeschenke der Atheniensergeschrieben, Metrodorus vonScepsis.
Vierunddreissigstes Buch.
Von den Metallen des Erzes.
1. Von den Metallen des Erzes.
2. Arten des Erzes.
3. Vom corinthischen Erze.
4. Vom delischen Erze.
5. Vom äginetischen Erze.
108 Erstes Buch.
6. Von den Leuchtern.
7. Von den Zierrathen der Tempel aus Erz.
8. Von den erzenen Tischen.
9. Welches Götterbild in Rom zuerst aus Erz gemacht ist. Vom
.Ursprünge der Bildsäulen und ihrem Ansehn.
10. Arten und Gestalten der Bildsäulen. Welche Bildsäulen zu Rom
mit einem Panzer versehen sind. Welche Bildsäulen zu Rom die ersten waren.
11. Welchen Männern zuerst Bildsäulen gesetzt, welchen sie zuerst
auf einer Säule gesetzt sind; wann man die Schiffsschnäbel auf die Rednerbühne gebracht hat.
12. Welchen Fremden zu Rom Bildsäulen öffentlich gesetzt sind.
13. Welche Reiterstatue zuerst zu Rom öffentlich aufgestellt ist, und
welchen Frauen in Rom dergleichen öffentlich gesetzt sind.
14. Wann alle von Privaten und Behörden aufgestellten Bildsäulen
von öffentlichen Orten weggeschafft sind.
15. Welche Bildsäule zuerst von Fremden öffentlich gesetzt ist.
16. Dass schon vor langer Zeit Bilclgiesser in Italien gewesen sind.
17. Von ungeheurem Werthe der Bildnisse.
18. Von den berühmtesten Riesenstatuen in Rom etc.
19. 366 berühmte Arbeiten und Künstler in Erz.
20. Der Unterschied des Erzes und seine Mischung. Vom Pyrop
und dem campanischen Erze.
21. Von der Erhaltung des Erzes.
22. Von der Cadmia.
23. 15 Arzneien daraus.
24. Von den Erzschlacken, der Erzblüthe und den Erzschuppen.
25. Von dem Stomoma; 47 Arzneien aus diesen vieren.
26. Vom Grünspan, 18.
27. Vom Hieracium.
28. Von der Scolecia, 18.
29. Vom Chalcitis, 7.
30. Vom Sory, 3.
31. Vom Misy, 13.
32. Vom Chalcanthum oder der Schusterschwärze, 16.
33. Vom Pompholyx.
34. Vom Spodos oder Spodium, 6.
35. Vom Antispodos oder Antispodium, 15.
36. Vom Spegma.
37. Vom Diphryges.
38. Vom servilischen Drittelass.
39. Vom Eisen.
40. Statuen und getriebene Arbeit aus Eisen.
41. Der Unterschied des Eisens und seine Mischung.
Erstes Buch. 109
42. Von dem sogenannten lebendigen (magnetis ch gemachten) Eisen.
43. Schutzmittel gegen das Rosten des Eisens.
44. 7 Arzneien vom Eisen.
45. 14 Arzneien vom Eisenroste.
46. Vom Eisenhammerschlage, 17. Von dem flüssigen Pflaster.
4>7. Von den Bleimetallen; vom weissen Blei; von dem doppelten Ursprünge des schwarzen Bleies.
48. Vom Stannum; vom Silberblei.
49. Vom schwarzen Blei.
50. 15 Arzneien vom Blei.
51. Von der Bleischlacke, 15.
52. Spodium vom Blei.
53. Von der Molybdaena, 15.
54. Vom Bleiweiss, 6.
55. Vom Sandarak,
56. Vom Arsenicum, 11.
Zusammen: 915 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen. Von römischen Schriftstellern sind benutzt:
L. Piso, Antias, Verrius, M. Varro, Corn. Nepos, Messala, Rufus, der Dichter Marsus, Bocchus , Julius Bassus der in griechischer Sprache über Arzneikunst geschrieben hat, Sextius Niger desgleichen, Fabius Vestalis.
Von fremden Schriftstellern :
Democritus, Metrodorus von Scepsis, Mensechmus der über die Kunst, erhabene und gegossene Arbeiten zu machen, geschrieben hat, Xenocrates desgleichen, Antigonus desgleichen, Duris desglei- chen, Heliodorus der über die Tempelgeschenke der Athenienser ge- schrieben, Pasiteles der wunderbare Arbeiten beschrieben, Timseus der über die metallischen Arzneien geschrieben, Nymphodorus, Jollas, Apollodorus, Andreas, Heraclides, Diagoras, Botrys, Archidemus, Dionysius, Aristogenes, Democles, Mnesides, Xenocrates des Zeno Sohn, Theomnestus.
Fünfunddreissigstes Buch.
Von der Malerei und den Farben.
1. Ehre der Malerei.
2. Ehre der Gemälde.
3. Wann zuerst Brustbilder gemacht und öffentlich ausgestellt sind.
4. Wann sie in Häusern eingeführt sind.
5. Vom Ursprünge der Malerei; von dem Malen mit einer Farbe;
von den ersten Malern.
HO Erstes Buch.
6. Alter der Malerei in Italien.
7. Von den römischen Malern.
8. Wann die fremde Malerei zuerst in Rom gewürdigt ist.
9. Wann und durch welche Männer die Malerei zuerst in Rom
öffentlich gewürdigt ist.
10. Welche Personen ihre Siege in Gemälden aufgestellt haben.
11. Von der Art zu malen.
12. Von den natürlichen und künstlichen Farben und den Farben
zur Malerei, ausser den metallischen.
13. Von der sinopischen Erde, 11 Arzneien daraus.
14. Vom Röthel und der lemnischen Erde, 4 Arzneien aus letzterer.
15. Von der ägyptischen Erde.
16. Vom Ocher. 3 Arzneien vom Röthel.
17. Vom Leucophorum.
18. Von der paratonischen Erde.
19. Von der melischen Erde.
20. Von dem gebrannten Bleiweiss.
21. Von der eretrischen Erde. 6.
22. Vom Sandarak.
23. Vom Sandys.
24. Von der syrischen Erde.
25. Von dem Atrament.
26. Von der Purpurfarbe.
27. Von dem Indigo, 3.
28. Von der armenischen Farbe, 1.
29. Vom appischen Grün.
30. Von der Ringfarbe.
31. Welche Farben nicht nass aufgetragen werden.
32. Mit welchen Farben die Alten gemalt haben.
33. Wann zuerst die Kämpfe der Fechter bildlich dargestellt sind.
34. Von dem Alter der Malerei. 405 berühmte Gemälde und Maler.
35. Erster Wettstreit in der Malerei.
36. Welche mit dem Pinsel gemalt haben, was ein Ieder in der
Malerei erfunden hat, und was das Schwierigste in der Ma- lerei ist.
37. Von den Arten der Malerei.
38. Von der Beschwichtigung des Gesanges der Vögel.
39. Welche enkaustisch und mit dem Pinsel gemalt haben.
40. Wer zuerst Zimmerdecken gemalt hat; wann zuerst gewölbte
Decken gemalt sind. Ausserordentliche Preise für Gemälde.
41. Von der enkaustischen Malerei.
42. Von bemalten Kleidern.
43. Die Erfinder der Plastik.
44. Wer zuerst Gesichter und andere Bilder abgenommen hat.
Erstes Buch. Hl
45. 14 berühmteste Künstler der Plastik. -46. Arbeiten aus Thon.
47. Von den verschiedenen Erden; vom puteolanischen Staube und
anderen Erdarten, welche zu Stein erhärten.
48. Von den geformten Wänden.
49. Von den Ziegelsteinen.
50. Von den Arten des Schwefels; 14 Arzneien daraus. ,51. Von den Arten des Erdpechs, 27.
52. Von den Arten des Alauns, 38.
53. Von der samischen Erde, 3.
54. Arten der eretrischen Erde.
55. Von dem Waschen der Erde zum medicinischen Gebrauche.
56. Von der chiotischen Erde, 3; von der selirrasischen, 3; von der
Pnigitis, 9; von der Ampelitis, 4.
57. Vom Gebrauche der Kreide zu Kleidern; von der eimolischen, 8;
von der sardischen, der umbrischen und von der Steinkreide.
58. Von der Silberkreide. Mit welcher die übermächtigen Freige-
lassenen bezeichnet wurden.
59. Von der galatischen, clupeischen, balearischen und ebusitanischen
Erde, 4. Zusammen: 956 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: Der Redner Messala, der alte Messala, Fenestella, Atticus, Ver- rius, M. Varro, Corn. Nepos, Deculio, Mucianus, Melissus, Vitruvius, Cassius, Severus Longulanus, Fabius Vestalis der über die Malerei geschrieben hat.
Von fremden Schriftstellern: Pasiteles, Apelles, Melanthius, Asclepiodorus, Euphranor, Helio- dorus welcher die Tempelgeschenke zu Athen beschrieben hat, Me- trodorus welcher über die Baukunst geschrieben hat, Democritus, Theophrastus , der Grammatiker Apion welcher über die Kenntniss der Metalle geschrieben hat, Nymphodorus, Andreas, Heraclides, Jollas, Apollodorus, Diagoras, Botrys, Archidemus, Dionysius, Aristo- genes, Democles, Mnesides, Xenocrates, Zeno, Theomnestus.
Sechsunddreissigstes Buch.
Von den Steinen.
1. Von der Verschwendung in Marmor.
2. Wer zuerst in öffentlichen Gebäuden Marmor angebracht hat.
3. Wer zuerst in Rom Säulen aus fremdem Marmor gehabt hat.
112 Erstes Buch.
4. Welche Personen zuerst in Bearbeitung des Marmors berühmt
waren und wann. 225 berühmte Werke und Künstler in Mar- mor. Das carische Mausoleum.
5. Wann zuerst der Marmor in Gebäuden in Gebrauch gekom-
men ist.
6. Welche zuerst Marmor geschnitten haben und wann.
7. Wer zuerst in Rom die Wände damit überdeckt hat.
8. Wann die verschiedenen Marmorarten zu Rom in Gebrauch ge-
kommen sind.
9. Wie man Mamior schneidet; von dem Sande, mit welchem man
ihn schneidet.
10. Von dem naxischen und armenischen Steine.
11. Vom alexandrinischen Marmor.
12. Vom Onyx und dem Alabastrites, 6 Arzneien davon.
13. Vom lygdinischen, corallitischen, alabandischen, thebischen und
syenitischen Steine.
14. Von den Obelisken.
15. Von dem, welcher als Sonnenzeiger auf dem Marsfelde steht.
16. Andere wunderbare Werke. Von den Pyramiden.
17. Von der ägyptischen Sphinx.
18. Vom Pharus.
19. Von den Labyrinthen.
20. Von den hängenden Garten und einer hängenden Stadt.
21. Von dem Tempel der Diana zu Ephesus.
22. Andere merkwürdige Tempel.
23. Von dem flüchtigen Steine. Von dem siebenfachen Echo zu
Cyzicum. Von Gebäuden ohne Nägel, auch zu Rom.
24. 18 bewunderungswürdige Werke in Rom.
25. Vom Magnetsteine, 3 Arzneien.
26. Vom scyrischen Steine.
27. Vom sarkophagischen Steine zu Assus, 10.
28. Von dem Chernites und Porus.
29. Von knochenartigen und handförmigen Steinen; von dem täna-
rischen und caranischen Steine; vom schwarzen Marmor.
30. Von den Mühlsteinen. Von den Feuersteinen, 7.
31. Vom Ostracites, 4.
32. Vom Gaeodes, 3.
33. Vom Melitites, 6.
34. Vom Gagates, 6.
35. Vom Schwammsteine, 6.
36. Vom phrygischen Steine.
37. Vom Blutsteine, 5; vom Schiefer, 7.
Erstes Buch. 113
38. Vom äthiopischen Steine; dem Androdamas, 2; dem arabischen;
dem Miltites oder Hepatites, dem Anthracites.
39. Vom Adlersteine; vom taphiusischen Steine und dem Callimus.
40. Vom samischen Steine, 8.
41. Vom arabischen Steine, 6.
42. Vom Bimssteine, 9.
43. Von den Mörsern zu Arzneien und anderen Dingen. Von etesi-
sischen, thebaischen und hagelartigen Steinen.
44. Vom siphnischen und den weichen Steinen.
45. Vom Spiegelsteine.
46. Vom Leuchtsteine.
47. "Von den Wetzsteinen.
48. Von den Tofsteinen.
49. Von den Kieselsteinen.
50. Von den übrigen Bausteinen.
51. Von der Zusammenfügung der Steine.
52. Von den Cisternen.
53. Vom Kalke.
54. Von den Arten des Sandes. Von der Mischung des Sandes mit
Kalk.
55. Von den Fehlern im Bauen. Von den Tünchwerken.
56. Von den Säulen und ihren Arten.
57. 5 Arzneien vom Kalke.
58. Von der Maltha. *9. "Vom Gypse.
£0. Von den Aestrichen. Von dem sogenannten ungefegten Hause.
61. Wann in Rom der erste Aestrich gemacht ist.
62. Von den Aestrichen unter freiem Himmel.
63. Von den griechischen Aestrichen.
■64. Wann zuerst Musivarbeit und wann zuerst gläserne gewölbte Decken gemacht sind.
65. Ursprung des Glases.
66. Seine Arten und wie sie dargestellt werden.
67. Von dem obsidianischen Glase. Hsematinon.
68. Wunderbare Dinge vom Feuer.
69. 3 Arzneien von dem Feuer und der Asche.
70. Wunderzeichen auf einem Heerde.
Zusammen: 434 Arzneien, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M. Varro, Cselius, Galba, Cincius, Mucianus, Com. Nepos, L. Piso, Q. Tubero, Seneca, Fabius Vestalis, Annius Fetialis, Fabianus, der Censor Cato, Vitruvius.
Von fremden Schriftstellern: Theophrastus, Pasiteles, König Juba, Nicander, Sotacus, Sudines,
8
114 Erstes Buch.
Alexander Polyhistor, Apion, Plistonicus, Durides, Herodotus, Euhe- merus, Aristagoras, Dionysius, Artemidorus, Butoridas, Antisthenes,. Demetrius, Demoteles, Lyceas.
Siefoenunddreissigstes Buch.
Von den Edelsteinen.
1. Ursprung der Edelsteine.
2. Von dem Edelsteine des Tyrannen Polycrates.
3. Von den Edelsteinen des Pyrrhus.
4. Von den berühmtesten Steinschneidern.
5. Von der ersten Edelsteinsammlung in Rom.
6. Von den Edelsteinen, welche in dem Triumphe des M. Pompejus-
mitgebracht sind.
7. Wann zuerst die mun-hinischen Geschirre gemacht sind, und von
der Verschwendung damit.
8. Von der Beschaffenheit der murrhinischen Geschirre.
9. Von dem Krystall und den Arzneien daraus.
10. Von der Verschwendung in Krystall.
11. Vom Bernsteine; was die Schriftsteller Falsches von ihm berichtet
haben.
12. Arten des Bernsteins und 6 Arzneien daraus.
13. Vom Luchssteine, 2.
14. Von den Edelsteinen nach ihren Hauptfarben.
15. 6 Arten des Diamants; 2 Arzneien daraus.
16. Von den Smaragden.
17. 12 Arten derselben.
18. Ihre Fehler.
19. Vom Tanus und Kupfersmaragd.
20. 8 Arten des Berylls und ihre Fehler.
21. 7 Arten des Opals.
22. Bare Fehler und Prüfung auf ihre Ächtheit.
23. Vom Sardonyx, seinen Arten und Fehlern.
24. Von den Arten des Onyx.
25. 12 Arten des Karbunkels.
26. Ihre Fehler und Prüfung auf ihre Ächtheit.
27. Vom Anthracitis.
28. Vom Sandastrus oder Sandaresus.
29. 4 Arten des Lampensteins.
30. Vom carchedonischen Karbunkel.
31. 5 Arten des Sarda.
32. 2 Arten des Topas.
Erstes Buch. 115
33. Vom Callais.
34. 3 Arten des Prasius.
35. Vom Nilius.
36. Vom Molochites.
37. 14 Arten des Jaspis und ihre Fehler.
38. Von den Arten des Blausteins.
39. Von den Sapphiren.
40. 4 Arten des Amethysts.
41. Vom Hyacinth.
42. 7 Arten des Chrysoliths.
43. Vom Chryselectrum.
44. 4 Arten des Leucochrysus.
45. Vom Melichrysus und Xuthus.
46. Vom Psederus oder Sangenos oder Tenites.
47. Vom Asteria.
48. Vom Astrius.
49. Vom Astroites.
50. Vom Astrobolus.
51. 4 Arten des Ceraunia; von dem Ba^tylos.
52. 2 Arten des Iris.
53. Vom Leros.
54. Die übrigen Edelsteine in alphabetischer Ordnung. 1. Achates.
2. Acopos und Arzneien davon. 3. Alabastrites und Arzneien davon. 4. Alectoria?. 5. Androdamas. Argyrodamas. 6. Anti- pathes. 7. Arabica. 8. Aromatites. 9. Asbestos. 10. Aspi- sates. 11. Atizce. 12. Augites. 13. Amphidanes oder Chry- socolla. 14. Aphrodisiaca. 15. Apsyctos. 16. Aegyptilla.
55. 1. Balanitae. 2. Batrachita?. 3. Baptes. 4. Oculus Beli. 5. Belus.
6. Baroptenus oder Barippe. 7. Botryites. 8. Bostrychites. 9. Bucardia. 10. Bronte. 11. Bolce.
56. 1. Cadmitis. 2. Callais. 3. Capnitis. 4. Cappadocia. 5. Callaina.
6. Catochitis. 7. Catoptritis. 8. Cepitis oder Cepolatitis. 9. Ceramites. 10. Cina?dia?. 11. Ceritis. 12. Circos. 13. Corsio- des. 14. Coralloachates. 15. Corallis. 16. Craterites. 17. Cro- callis. 18. Cytis. 19. Chalcophonos. 20. Chelidoniae. 21. Che- lonia. 22. Chelonitis. 23. Chloritis. 24. Choaspitis. 25. Chry- solampis. 26. Chrysopis. 27. Ceponides.
57. 1. Daphnia. 2. Diadochos. 3. Diphyes. 4. Dionysias. 5. Dra-
contites.
58. 1. Encardia oder Ariste. 2. Enorchis. 3. Exebenus. 4. Erythallis.
5. Erotylos oder Amphicome oder Hieromnemon. 6. Eumeces.
7. Eumithres. 8. Eupetalos. 9. Eureus. 10. Eurotias. 11. Eu- sebes. 12. Epimelas.
8*
11(5 Erstes Buch.
59. 1. Galaxias. 2. Galactites oder Leucogaeas oder Leucographitis
oder Synnephitis. 3. Gallaica. 4. Gassinnade. 5. Glossopetra.
6. Gorgonia. 7. Gonisea.
60. 1. Hiliotropion. 2. Hephsestitis. 3. Herrnusedseon. 4. Hexeconta-
lithos. 5. Hieracitis. 6. Hammitis. 7. Hörn des Hammon.
8. Hormesion. 9. Hysenise. 10. Haamatites.
61. 1. Ideei dactyli. 2. Icterias. 3. Jupiters Stein. 4. Indica. 5. Ion
62. 1. Lepidotis. 2. Lesbias. 3. Leucophthalmos. 4. Leucopsecilos.
5. Libanochrus. 6. Limoniatis. 7. Lipare. 8. Lysimacbos.
9. Leucochrysos.
63. 1. Memnonia. 2. Medea. 3. Meconites. 4. Mithrax. 5. Morochi-
tes. 6. Morion oder Pramnium oder Alexandrinum. 7. Myr- rbites. 8. Myrmecias. 9. Myrsinitis. 10. Mesoleucos. 11. Me- somelas.
64. 1. Nasamonitis. 2. Nebritis. 3. Ninparena.
65. 1. Oica. 2. Ombria oder Notia. 3. Oritio oder Sideritis. 4. Ostra-
cias oder Ostracitis. 5. Ophicardelos. 6. Obsidiana. 7. Ono- cardia.
66. 1. Panchrus. 2. Pangonius. 3. Paneros oder Panerastus. 4. Vier
Arten des Pontica. 5. Phloginos oder Cbrysitis. 6. Phcenicitis.
7. Phycitis. 8. Perireucos. 9. Pseantides oder Gseanides.
67. 1. Sonnenstein. 2. Sagda. 3. Samothracia. 4. Sauritis. 5. Sar-
citis. 6. Selenitis. 7. Sideritis. 8. Sideropoecilos. 9. Spongitis.
10. Synodontitis. 11. Syrtides. 12. Syringitis.
68. 1. Trichrus. 2. Thelyrrhizos. 3.Thelycardios oder Mulc. 4. Tra-
cia, drei Arten. 5. Tephritis. 6. Tecolithos.
69. 1. Venushaar. 2. Vejentana.
70. 1. Zathene. 2. Zmilampis. 3. Zoraniscsea.
71. Edelsteine, welche nach Gliedern des Körpers benannt sind. He-
patitis, Steatitis, Adadunephros, Adaduophthahnos, Adadudac- tylos, Triophthalmos.
72. Edelsteine, welche ihren Namen von Thieren haben. Carcinias,
Echitis, Scorpitis, Scaritis, Triglitis, Aegophthalmos , Hyoph- thalmos, Geranitis, Hieracitis, Aetitis, Myrraecitis, Cantharias Lycophthalmos, Taos, Chehdonias.
73. Von den übrigen Steinen. Ammochrysos, Cenchritis, Dryitis,
Cissitis, Narcissitis, Cyamea, Pyren, Phönicitis, Chalazias, Py- ritis, Polyzonos, Astrapias, Phlogitis, Anthracitis, Enygros. Polytrichos, Leontios, Pardalios, Drosolithos, Melichrus, Melich- loros, Polias, Spartopolias, Rhoditis, Chalcitis, Sycitis, Bostry- chitis, Gernitis, Ananchitis, Synochitis, Dendritis etc.
74. Von plötzlich entstandenen neuen Edelsteinen und solchen, die
keinen Namen haben. Von den Cochliden.
75. Von der Gestalt der Edelsteine.
Erstes Buch. 117
76. Von der Prüfung der Edelsteine.
77. Vergleichung der Natur nach den Ländern; Vergleichung der
Naturdinge nach ihrem Werthe. Zusammen: 1300 Gegenstände, Erzählungen und Bemerkungen.
Von römischen Schriftstellern sind benutzt: M.Varro, die Triumph- Akten, Mascenas, Jacchus, Cornelius Bocchus.
Von fremden Schriftstellern: König Juba, Xenocrates des Zeno Sohn, Sudines, Aeschylus, Phi- loxenus, Euripides, Nicander, Satyrus, Theophrastus, Chares, Phile- mon, Demostratus, Zenothemis, Metrodorus, Sotacus, Pytheas, Timseus aus Sicilien, Theochrestus, Asarubas, Mnaseas, Theomenes, Ctesias, Mithridates, Sophocles, König Archelaus, Callistratus, Democritus, Ismenias, Olympicus, Alexander Polyhistor, Apion, Horus, Zoroaster, Zachalias.
Zweites Euch.
Von der Welt und den Elementen. 1.
Wir haben Ursache zu glauben, dass die Welt und das, was wir mit einem andern Namen Himmel nennen, dessen Wölbung alles bedeckt, etwas Göttliches, Ewiges, Unermessliches sei, welches weder erzeugt ist, noch unter- gehen wird. Ueber dieses hinaus zu forscheu, nützt weder dem Menschen, noch vermag sein Geist es deutend zu er- fassen. Sie ist heilig, ewig, unermesslich, ganz in dem Ganzen, ja sie ist selbst das Ganze; begrenzt und doch scheinbar unendlich, sicher in allen ihren Theilen und doch scheinbar unsicher; sie umfasst alle Dinge in sich; sie ist zugleich ein Werk der Natur und die Natur selbst.
Es war thöricht, dass Einige über ihre Grösse nach- dachten und dieselbe auszusprechen wagten; Andere wie- derum, diess benutzend, von unzähligen Welten redeten, so dass man eben so viele Naturen, oder, wenn Eine alle jene belebte, doch ebensoviele Sonnen, ebensoviele Monde und die übrigen unermesslichen und unzähligen Gestirne in einer annehmen müsste; als wenn nicht, bei dem Wunsche nach einem Ziele, am Ende des Nachdenkens dieselbe Frage immer wieder kehrte, oder, weun diese Unendlichkeit der Natur dem Urheber aller Dinge zugeschrieben werden könnte, sich jenes nicht leichter an eiuem einzigen, so grossen Werke erkennen Hesse. Unsinn, wahrer Unsinn ist es, noch weiter zu gehen und nach Dingen zu forschen,
Zweites Buch. 119
welche ausser ihr liegen, als wäre ihr ganzer Inhalt schon völlig bekannt, gerade wie wenn Jemand das Maass von einem Gegenstande, den er noch nicht kennt, ausmitteln, oder, der menschliche Geist etwas erspähen wollte, was die Welt selbst nicht umfasst.
2.
Dass ihre Gestalt die einer vollkommenen Kugel sei, lehrt besonders ihr Name und die Uebereinstimmung aller Völker darin, dass sie sie Orbis x) nennen, dann aber auch die in ihr selbst liegenden Beweise. Denn eine solche Figur neigt sich in allen ihren Theilen zu sich selbst, muss sich selbst tragen, schliesst sich ein und hält sich ohne Beihülfe von Banden, hat kein Ende und keinen Anfang in allen ihren Theilen; sie ist ferner für die Bewegung, worin sie sich, wie wir bald zeigen werden, beständig drehen muss, die schicklichste Form. Endlich lehrt es auch der Augenschein, weil sie gewölbt ist, und man überall in der Mitte sich befindet, was bei einer anderen Figur nicht möglich wäre.
3.
Der Auf- und Untergang der Sonne setzen es ausser Zweifel, dass die so gestaltete Welt im ewigen ununterbro- chenen Umlaufe mit unbeschreiblicher Schnelligkeit, ihre Bahn in 24 Stunden vollendet. Ob durch den beständigen Umschwung einer solchen Last ein ausserordentliches und über unsere Hörkraft hinausgehendes Geräusch entsteht, kann ich eben so wenig behaupten, als dass das Getön der umeinander wandelnden und im Kreise sich drehenden Gestirne eine liebliche und von unglaublicher Anmuth be- gleitete Harmonie sei. Für uns, die wir mitten darin leben, verfolgt die Welt Tag und Nacht ihren Lauf ruhig. Dass ihr unzählige Gestalten von Thieren und Gegenständen aller Art aufgedrückt sind, und dass sie nicht, wie wir von den Eiern der Vögel wahrnehmen, ein völlig glatter Körper ist, wie doch sehr berühmte Schriftsteller behauptet
') Hier in der Bedeutung von Himmel, Himmelsgewölbe, Weltall.
120 Zweites Buch.
haben,1) geht aus vielen Gründen hervor; denn aus den von dort herabgefallenen und meistens vermischten Samen aller Dinge entstehen besonders im Meere unzählige wunder- bare Gestalten. Ausserdem erblicken wir mitten in einem helleren Kreise2) über uns, hier die Gestalt eines Wagens, dort eines Bären, dort eines Stieres, dort eines Buchstaben.3) Ich werde hier noch an die einstimmige Meinung der Völker erinnert. Denn, was die Griechen xoafiog oder Schmuck nennen, das nennen auch wir wegen ihrer vollkommenen Schönheit Mundus. Den Himmel aber hat man nach der Erklärung M. Varro's4) von der getriebenen Arbeit caelum genannt. Diess beweist noch die Ordnung der Gegenstände an dem sogenannten Thierkreise, welcher in 12 Thierbilder getheilt ist, und die so viele Jahrhunderte lang durch jene Bilder gleichmässig gehende Bahn der Sonne.
4. Auch über die Existenz von vier Elementen5) scheint kein Zweifel zu obwalten. Das höchste ist das Feuer; da- von entstand jene gleich Augen schimmernde Menge vor* Sternen. Demnächst kommt die Luft, welche die Griechen und wir mit ein und demselben Worte A'er (dtjg) nennen. Sie ist das belebende, alles durchdringende, und mit allem in Verbindung stehende; durch ihre Kraft getragen schwebt die Erde in der Mitte der Welt, mit dem vierten Elemente, dem Wasser. So wird durch wechselseitige Verbindung Verschiedenartiges verknüpft, das Leichtere durch Gewichte verhindert zu entfliehen und das Schwere, damit es nicht herabstürze, in leichter Spannung in der Luft gehalten. Ein gleichmässiges Streben nach verschiedenen Richtungen
') Wahrscheinlich Plato im Timäus und Cic. de nat. Deor. II. 18.
2) Die Milchstrasse.
3) Das in Form des griechischen Delta aus 3 Sternen bestehende hell leuchtende Sternbild in der Cassiopeja.
4) De lingua latina IV. 3. — M. Terentius Varro, der gelehrteste Römer seiner Zeit, wurde 116 v. Chr. geb. und starb 27 v. Chr.
5) Nach der Lehre des sicilianischen Philosophen Empedokles (zu Agrigent um 440 v. Chr.)
Zweites Buch. 121
bewirkt, dass jedes der 4 Elemente durch seine eigene Kraft besteht und durch den ununterbrochenen Umschwung der Welt selbst zusammengehalten wird. Während diese nun beständig um sich schwingt, bildet die Erde den innersten und mit- telsten Theil in dem Weltall, in dessen Axe sie schwebt, und dem Medium, welches sie trägt, das Gleichgewicht haltend. Sie allein ist unbeweglich,1) während die übrigen Himmelskörper sich um sie wälzen, sie umschlingen und sich zu ihr neigen. Zwischen der Erde und dem Himmel schweben in derselben Luft, und durch bestimmte Räume getrennt, 7 Gestirne,2) welche wir wegen ihres Laufes Irr- sterne (Planeten) nennen, obgleich sie doch nichts weniger als irren. Von ihnen befindet sich die Sonne, ein Gestirn umfassendster Grösse und Macht, in der Mitte, unter deren Einfluss nicht nur die Zeiten und Länder, sondern auch die Sterne und der Himmel selbst stehen. Wohl ziemt es uns daher, in Anerkennung ihrer Wirkungen, sie für die Seele der ganzen Welt zu halten, ihr die höchste Herrschaft der Natur und göttliche Kraft beizulegen. Sie giebt den Gegenständen das Licht und verscheucht die Finsterniss; sie verdunkelt durch ihren Schimmer die übrigen Gestirne; sie bestimmt den Wechsel der Jahreszeiten und das nach Naturgesetzen sich immer wieder erneuernde Jahr; sie zerstreuet die Düsterheit des Himmels, und erheitert selbst das traurige Gemüth des Menschen; sie giebt auch den
') Eine im Alterthum oft vorkommende, aber auch ebenso oft bestrittene Behauptung. Plato, Aristoteles und Ptolemseus stellten sich die Erde weder als rotirend noch fortschreitend, sondern als unbeweglich im Mittelpunkte stehend, vor. Nach dem Berichte des Philolaus aus Croton lehrten die Pythagoräer die fortschreitende Be- wegung der nicht rotirenden Erde, ihren Kreislauf um den Weltheerd (das Centralfeuer, Hestia). Hicetes aus Syrakus, der mindestens älter als Theophrast ist, Heraclides aus Pontus und Ecphantus kannten die Axendrehung der Erde; aber nur Aristarchus von Samos und be- sonders Seleucus der Babylonier, anderthalb Jahrh. nach Alexander, wussten, dass die Erde nicht bloss rotire, sondern sich zugleich auch um die Sonne, als das Centrum des ganzen Planetensystems, bewege.
2) Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond.
122 Zweites Buch.
übrigen Sternen ihr Licht. Sie ist herrlich, über alles er- haben, allsehend und allhörend, wie Homer,1) der Vater der Gelehrsamkeit, an einer Stelle2) so schön sagt.
5.
Ich halte es daher für ein Zeichen menschlicher Schwäche, das Bild und die Gestalt Gottes zu erforschen. Wer auch Gott ist, wenn es noch einen giebt und wo er sich befin- det, so ist er ganz Sinn, Gesicht, Gehör, Seele, Geist und ganz er selbst. Aber an unzählige Götter glauben und so- gar nach den Tugenden und Lastern der Menschen an einen Gott der Schaamhaftigkeit, Eintracht, Klugheit, Hoff- nung, Ehre, Milde, Treue, oder (wie Democrit3) sagt) an zwei, ein Wesen der Bestrafung und Belohnung, zeugt von einem noch grösseren Unverstände. Die gebrechlichen und mühseligen Menschen haben, ihrer Schwachheit eingedenk, die Gottheit in Theile getheilt, damit ein Jeder den Theil verehre, dessen er am meisten bedarf. Daher finden wir bei andern Völkern andere Namen von zahllosen Göttern; auch sind unterirdische Dinge, Krankheiten und viele böse Seuchen in Gattungen getheilt, weil wir sie in zagender Furcht besänftigt wissen möchten.
So hat man auf dem palatinischen Berge einen Tempel des Fiebers, einen Tempel der Laren4), einen Altar für die Orbona5) und für das böse Geschick einen auf dem exqui- linischen Hügel eingeweiht. Die Zahl der Götter muss grösser als die der Menschen ausfallen, weil ein Jeder für sich so viele Götter macht, indem er sich eine Juno6) oder einen Genius7) wählt. Gewisse Völker aber halten Thiere und sogar schmutzige, desgleichen viele Dinge, die ich mich
') Der allbekannte griechische Dichter, über dessen Lebensver- hältnisse wir nichts Näheres wissen.
2) Iliade III. 277.
3) Von Abdera, lebte 469—361 v. Chr.
4) Hausgötter, sie wurden aber auch öffentlich verehrt.
5) Göttin der Eltern, die ihrer Kinder beraubt sind.
6) Junonen hiessen die Schutzgeister des weiblichen Geschlechts.
7) Genien waren die Schutzgeister des männlichen Geschlechts.
Zweites Buch. 123
zu nennen schäme, für Götter, und schwören bei stinkenden Speisen und ähnlichen Sachen. Dass man aber glaubt, unter den Göttern fänden Ehen statt, aus welchen in langer Zeit keine Kinder geboren würden; ferner, einige von ihnen wären sehr alt und immer Greise, andere Jünglinge und Knaben, von schwarzer Farbe, geflügelt, lahm, aus einem Eie gekommen, abwechselnd einen Tag lebendig und todt, das grenzt an kindischen Wahnsinn. Allein alle Unver- schämtheit übersteigt es, wenn man Ehebruch, Zank, Hass unter ihnen, ja sogar Gottheiten des Diebstahls und der Verbrechen annimmt.
Wer dem Sterblichen hilft, der ist ihm ein Gott und das ist der Weg zum ewigen Ruhme. Ihn gingen die be- rühmtesten Römer, ihn wandelt jetzt im himmlischen Schritte mit seinen Kindern der grösste Herrscher unsers Zeitalters, Vespasianus Augustus, als ein Retter in der Noth. Das ist die älteste Sitte, dass man sehr verdiente Männer, um sich ihnen dankbar zu erweisen, unter die Götter versetzt. So sind auch die Namen aller übrigen Götter und der oben genannten Gestirne von verdienstvollen Männern entstanden. Wer sollte es nicht natürlich finden, dass es einen Jupiter oder Merkur oder Andere anders benannte gegeben habe, und dass ein himmlisches Namens- verzeichniss existire? Lächerlich aber ist die Behauptung, dass ein höchstes Wesen sich um die Angelegenheiten der Menschen kümmere. Sollen wir nicht glauben, dass es durch ein so trauriges und vielseitiges Amt entehrt werde?1) Es ist in der That zu bezweifeln und kaum zu entscheiden, ob es dem menschlichen Geschlechte dienlicher sein würde, wenn Einige den Göttern keine, oder Andere ihnen nur eine Verehrung erzeigen, die ihnen zur Schande gereicht. Diese dienen auswärtigen heiligen Gebräuchen, tragen Götter an den Fingern, verdammen wohl gar die Unge- heuer, welche verehrt werden, ersinnen Speiseopfer und
') Dies war die Meinung Epikurs, zu dessen Lehren sich Plinius bekannte.
124 Zweites Buch.
behandeln sie tyrannisch, indem sie ihnen nicht einmal ruhigen Schlaf gönnen. Keine Ehen werden eingegangen, keine Kinder gewählt und überhaupt nichts ohne heilige Gebräuche unternommen. Andere betrügen auf dem Kapi- tolio, und schwören Meineide beim donnernden Zeus; und ihnen nützen die Schlechtigkeiten, jenen aber bringt ihr heiliges Wesen Strafe.
Zwischen diesen beiden Meinungen erdachten sich jedoch die Sterblichen eine mittlere Gottheit, damit ja die Verwirrung recht vollständig wäre. In der ganzen Welt, an jedem Orte und zu jeder Stunde wird nämlich von allen Stimmen die Fortuna allein angerufen und genannt; sie allein wird angeklagt, beschuldigt, nur an sie gedacht, nur sie gelobt und getadelt und mit Schimpfen verehrt. Man hält sie für veränderlich, grösstenteils aber für blind, für unstet, unbeständig, unsicher, wankelhaft und für eine Gönnerin Unwürdiger. Ihr werden alle Ausgaben, ihr alle Einnahmen zugeschrieben, und in dem Rechnungsbuche der Sterblichen füllt sie allein beide Seiten aus. So sehr sind wir also dem Zufall unterworfen, dass dieser selbst für einen Gott gilt, und dieser Gott daher für unzuverlässig gehalten wird.
Andere verwerfen auch diese Ansicht, und schreiben alle Begebenheiten ihrem Gestirne und dessen Stande bei der Geburt zu; sie glauben, alles Zukünftige sei von Gott ein für allemal beschlossen, um das Uebrige kümmere er sich nicht. Diese Meinung fängt an, Eingang zu gewinnen, und die gelehrte sowie die rohe Menge läuft ihr zu. Daher entstanden die Warnungen durch Blitze, die Prophezeihun- gen der Orakel, die Weissagungen der Haruspices, und um auch das Geringste zu nennen, die Bedeutung des Niesens bei den Auguren und des Anstossens mit den Füssen. Der göttliche Augustus t) erzählt, dass ihm an dem Tage, wo ihm
') Der bekannte römische Kaiser, Sohn des C. Octavius und der Atia, Grossneffe von mütterlicher Seite des Jul. Caesar, geb. 63 v. Chr., starb 13 n. Chr.
Zweites Buch. 125
ein militärischer Aufstand gefährlich zu werden drohte, der linke Schuh verkehrt angezogen worden sei. *) Alles diess beweist, dass die Menschen nichts vorher wissen; nur so viel ist gewiss, dass es nichts Gewisses giebt, und dass nichts ehuder und stolzer ist als der Mensch. Denn die übrigen lebenden Geschöpfe sorgen nur für ihre Nahrung, welche ihnen die gütige Natur freiwillig in reichlicher Menge spendet; schon das eine ist allen Gütern vorzuziehen, dass sie über Ruhm, Geld, Ehrfurcht und den Tod nicht nachdenken.
Allein bei alledem dürfen wir aus dem täglichen Leben schliessen, dass die Götter sich der menschlichen Angele- genheiten annehmen, dass die Strafen für die Verbrechen von der so sehr beschäftigten Gottheit zwar etwas aufge- schoben, nie aber unterbleiben werden, und dass der Mensch darum ihm am nächsten stehend geschaffen sei, um sich mit den Thieren nicht auf einer und derselben Stufe der Niedrigkeit zu befinden. Für die unvollkommene Natur des Menschen ist es hingegen der grösste Trost, dass selbst Gott nicht allmächtig ist, denn er kann sich weder den Tod anthun, wenn er auch will, was er dem Menschen als das beste Mittel bei den grossen Mühseligkeiten des Le- bens verliehen hat; noch kann er den Sterblichen die Un- sterblichkeitverschaffen oder Todte ins Leben zurückrufen; noch machen, dass wer gelebt hat, nicht gelebt habe, wer Ehrenstellen bekleidet hat, sie nicht bekleidet habe; noch hat er ein anderes Recht über die Vergangenheit, als sie zu vergessen. Endlich, damit wir auch durch scherzhafte Beweise die Unvollkommenheit Gottes zeigen, kann er nicht machen, dass 2 mal 10 nicht 20 sind, und noch viele ähn- liche Dinge. Hieraus geht unleugbar die Macht der Na- tur hervor, und dass sie das sei, was wir Gott nennen. Diese Abschweifung hielt ich für nicht unpassend, da die unaufhörliche Frage über Gott so allgemein verbreitet ist.
') Man vergleiche das Leben des Augustus bei Suetonius. XIV.92.
126 Zweites Buch.
6. Wir wollen nun zu den übrigen Gegenständen der Natur zurückkehren. Die Gestirne, welche wir angeheftete *) genannt haben, sind nicht, wie der gemeine Haufe glaubt, den einzelnen Menschen zugetheilt, die hellen den Reichen, die kleinen den Armen, die dunkeln den Gebrechlichenr und leuchten nicht nach dem Schicksal eines Jeden; denn sie entstehen und vergehen nicht mit dem Menschen, noch bedeutet ihr Fall, dass Jemand sterbe. Wir haben keine so grosse Gemeinschaft mit dem Himmel, dass dort der Glanz der Gestirne mit uns sterblich ist. Jene geben, wenn sie zu viel Nahrung an Feuchtigkeit mit feuriger Kraft an sich gezogen haben, den Ueberfluss wieder von sich, und dann glaubt man, sie fallen; etwas Aehnliches nehmen wir an unsern brennenden Oel-Lampen wahr. Ue- brigens haben die himmlischen Körper eine einzige Dauer, denn sie halten die Welt zusammen, und bilden durch die- ses Zusammenhalten ein Ganzes. Ihre Gewalt erstrekt sich vorzüglich auf die Erde, und wir kennen sie wegen ihrer Wirkungen, Klarheit und Grösse sehr genau, wie ich an seinem Orte zeigen werde.2) Auch die Lehre von den Himmelskreisen werde ich schicklicher bei der Erde 3) vor- tragen, da sie ganz dahin passt; nur von der Erfindung des Thierkreises muss hier das Nöthige gesagt werden. Der Erste welcher seine Schiefe4) erkannt und mithin die Thore dieses Gegenstandes geöffnet hat, soll Anaximander von Milet gewesen sein, zur Zeit der 58sten Olympiade. 5) Die Zeichen desselben, und zwar zuerst die des Widders
') Fixsterne.
2) Im XVII. und XVIII. Buche, welche von der Landwirthschaft handeln.
3) Im VI. B. 39. C.
4) Richtiger die Schiefe der Ekliptik.
5) Die Olympiade war bei den Griechen ein Zeitraum von 4 Jah- ren, und die allgemeinste Zeitrechnung in Griechenland, welche 776 v. Chr. anfing. Die 58. Olympiade ist also gleich 548—544 Jahre v. Chr. G.
Zweites Buch. 127
und des Schützen hat Kleostratus *) entdeckt. Den Kreis selbst aber erkannte Atlas lange vorher. Nun verlassen wir den Himmelskörper selbst, und wollen von den übrigen Erscheinungen zwischen Himmel und Erde handeln.
Dass das Gestirn, welches Saturnus heisst, am höch- sten2) steht, und daher am kleinsten erscheint, auch den grössten Kreis beschreibt und in 30 Jahren3) seine Bahn vollendet, ist gewiss. Aber der Lauf aller Planeten, und unter ihnen der der Sonne und des Mondes hat eine dem Umlaufe der Welt entgegengesetzte Kichtung, das heisst, diese geht nach links, während jene immer der Rechten zueilen. Obgleich sie durch die beständige Drehung in un- geheuerer Geschwindigkeit von der Welt emporgehalten und gegen Abend hingerissen werden, so behauptet doch ein jeder in entgegengesetzter Richtung seine Bahn, Da- her geschieht es, dass die durch die ewige Drehung der Welt an eine Stelle zusammengedrängte Luft, nicht zu ei- nem trägen Balle erstarrt, sondern durch den Gegenstoss der Gestirne zertheilt wird. Der Saturn ist von kalter und starrer Natur; weit tiefer liegt die Bahn des Jupiter, wel- cher daher auch in schnellerer Bewegung innerhalb 12 Jahren seinen Lauf vollendet.4) Das dritte Gestirn, der Mars, auch Herkules genannt, ist feurig und brennend we- gen der Nähe der Sonne, und bedarf beinahe 2 Jahre zu seinem Laufe. 5) Durch dessen allzu grosse Hitze und
>) Aus Tenedos, um 536 v. Chr.
2) Bis zum Jahre 1781, wo Herschel den Uranus entdeckte, war dieser der entfernteste Planet; seine mittlere Entfernung von der Sonne beträgt 384 Millionen Meilen und er durchläuft seine Bahn in fast 84 Jahren. 1846 beobachtete aber Galle einen noch weit ent- fernteren, den er Neptun nannte, und dessen Existenz von Leverrier schon vorausgesagt war; derselbe ist von der Sonne über 600 Mill. Meilen entfernt.
3) Vielmehr in 29 Jahren und 154 Tagen Von der Sonne ist er 191 Millionen Meilen entfernt.
4) Er vollendet seine Bahn in 11 Jahren und 312 Tagen und ist 104 Millionen Meilen von der Sonne entfernt.
5) Er vollendet seinen Lauf in 1 Jahre 322 Tagen und ist 30,5 Mil-
128 Zweites Buch.
durch die Kälte des Saturnus erhält der zvvischen beiden liegende Jupiter eine gewisse Mässigung, die ihm wohl- thätig ist. Dann folgt die in 360 Theile getheilte Sonnen- bahn; damit aber die durch sie bewirkten Schatten bei ihrer Rückkehr dieselben bleiben, wurden noch 5V4 Tage hinzugesetzt. Aus diesem Grunde bekommt jedesmal das 5. Jahr noch einen eingeschalteten Tag, um die Zeitrech- nung mit dem Laufe der Sonne in Uebereinstimmung zu bringen.
Unterhalb der Sonne läuft ein grosser Stern, die Ve- nus,1) mit abwechselnder Bahn,2) und wetteifert durch ihre Beinamen mit der Sonne und dem Monde. Erscheint sie nämlich vor Tagesanbruch, so heisst sie Lucifer, weil sie als eine zweite Sonne den Tag früher bringt; leuchtet sie aber vom Sonnenuntergänge an, so heisst sie Vesper, weil sie den Tag verlängert und die Stelle des Mondes vertritt. Pythagoras 3) von Samos erkannte zuerst das Verhältniss, ohngefähr um die 32. Olympiade, das ist im 113. Jahre der Stadt Rom. Schon an Grösse tibertrifft sie alle anderen Gestirne,4) und ihre Helligkeit ist so bedeutend, dass durch ihre Strahlen Schatten entstehen. Daher hat sie auch viele Namen. Einige haben sie Juno, andere Isis, an- dere die Mutter der Götter genannt. Durch sie wird alles auf der Erde erzeugt; denn indem sie bei ihrem zwei- fachen Aufgange einen belebenden Thau spendet, befruch- tet sie nicht nur die Erde, sondern reizt auch alle lebenden
lionen Meilen von der Sonne entfernt. Zwischen dem Jupiter und dem Mars entdeckte man 1801—1807 4 kleine Planeten, Ceres (1801), Pallas (1802), Juno (1804), Vesta (1807), denen man den gemeinschaft- lichen Namen Asteroiden gab. Seit 1845 haben sich die Entdeckun- gen von Asteroiden so vermehrt, dass deren Anzahl bereits auf 200 gestiegen ist.
*) Sie ist etwa der Erde an Grösse gleich; der grösste Planet ist der Jupiter.
2) d. h. sie geht bald vor der Sonne, bald folgt sie ihr nach.
3) Schüler des Pherecydes, Sohn des Mnesarchus, geb. um 584 v. Chr., starb 79 — 80 Jahr alt zu Metapontum.
4) Was natürlich ganz irrig ist; siehe Anmerkung, 1.
Zweites Buch. 12?
Wesen in gleicher Weise an. Sie vollendet ihren Lauf in 348 Tagen, und ist nach Timseus l) nie weiter als 46 Grade von der Sonne entfernt. 2)
Auf ähnliche Weise, aber von weit geringerer Grösse und Kraft, befindet sich ihr zunächst das Gestirn des Mer- kurs, der von Einigen auch Apollo genannt wird. Er voll- endet seine niedrigere Bahn in einem um 9 Tage kürzeren Zeiträume, leuchtet bald vor Sonnenaufgange bald nach Sonnenuntergänge, und ist niemals weiter als 22 Grade3) von der Sonne entfernt, nach dem Zeugnisse Ebendesselben*) und des Sosigenes. 5) Daher haben auch diese Gestirne eine eigenthümliche, von den oben genannten Gestirnen verschiedene Beschaffenheit; denn sie sind um den vierten -und den dritten Tbeil des Himmels von der Sonne entfernt, stehen ihr oft gegenüber, und beschreiben sämmtlich an- dere Bahnen bei vollkommner Umdrehung, von denen wir bei Betrachtung des grossen Jahres reden wollen.
Aber alle Bewunderung übertrifft das letzte Gestirn, wel- ches auf der Erde am bekanntesten ist, und das die Natur .zur Verscheuchung der Finsterniss erfand, der Mond. Durch seinen vielartigen Lauf setzte er den Geist der Beobachter, und derjenigen, welche es unter ihrer Würde hielten, das nächste Gestirn nicht zu kennen auf die Probe, indem er beständig zu- oder abnimmt. Denn bald ist er in zwei Hörner gekrümmt, bald gleich getheilt, bald ein ganzer Kreis; einmal fleckig und plötzlich wieder glänzend, bald bildet er eine ausserordentlich grosse Scheibe, bald ist er unsichtbar; zuweilen scheint er die ganze Nacht hindurch
') Pythagoräer aus Locri um 400 v. Chr., schrieb über Physik und Mathematik.
2) Die Entfernung beträgt 14,5 Millionen Meilen von der Sonne, und sie vollendet ihren Umlauf in 224 Tagen 16 Stunden.
3) 7,8 Millionen Meilen beträgt sein Abstand von der Sonne und seine Umlaufszeit 88 Tage.
4) Tima^us.
5) Er lebte in Alexandrien und berichtigte auf Ctesars Veran- lassung den Kalender.
9
130 Zweites Buch.
zuweilen nur Abends spät und unterstützt einen Theil des Tages das Licht der Sonne; bald ist er verfinstert und bleibt doch während der Verfinsterung sichtbar; gegen Ende des Monats ist er Verborgen und doch glaubt man nicht, dass er fehlt. Er ist bald hoch und bald niedrig, und diess nicht einmal immer auf dieselbe Weise, sondern ein mal nähert er sich dem Himmel, ein ander mal den Bergen, bald steigt er gegen Norden empor, bald senkt er sich gegen Süden. Endynnion1) war von allen Menschen der erste, welcher diese Erscheinungen einsah, und deshalb, sagt man, soll er sich in den Mond verliebt haben. Wir sind wahrlich nicht dankbar gegen die, welche sich bemüh- ten, uns über dieses Licht aufzuklären; und eine wunder- bare Krankheit des menschlichen Geistes ist es, dass wir lieber Blut und Kriege in den Jahrbüchern aufbewahren, damit die Schlechtigkeiten der Menschen denen, welche von der Welt nichts wissen, bekannt werden.
Der Mond ist also dem Mittelpunkte der Welt2) am nächsten, daher vom geringsten Umlaufe, und durchläuft in 211J3 Tagen denselben Raum, wozu das höchste Gestirn, der Saturn, wie gesagt, 30 Jahre gebraucht. Darauf ver- weilt er 2 Tage lang in Zusammenkunft3) mit der Sonne, und fängt spätestens am 30. Tage seinen Lauf wieder eben- so an. Ich weiss nicht, ob er nicht der Leiter für alles, was wir am Himmel erkennen konnten, war, und veranlasste, dass das Jahr in 12 Monate getheilt wurde, da er selbst ebensoviel mal die zu dem Anfangspunkte ihres Laufes zurückkehrende Sonne erreicht. Von dem Schimmer der Sonne werden der Mond sowie alle übrigen Gestirne re- giert, sie leuchten mit dem von ihr entlehnten Lichte ganz auf eben die Weise, wie wir ein Licht aus dem Wasser zurückspiegeln sehen; daher er mit seiner mildern und schwächern Kraft die Feuchtigkeit nur auflöst, ja wohl gar
') Sohn des Aethlios und der Kalyke, war Hirt und kam aus Thessalien mit einer Colonie nach JElis.
2) Worunter bekanntlich PI. die Erde versteht.
3) coitus, jetzt gewöhnlich Conjunction genannt.
Zweites Buch. 131
vermehrt, welche die Sonnenstrahlen verzehren. Er hat ein ungleiches Licht, weil er nur in der der Sonne entgegen- gesetzten Stellung voll ist, an den übrigen Tagen aber nur soviel von sich sehen lässt, als er selbst von der Sonne erhält. Bei der Zusammenkunft1) sieht man ihn nicht, weil er alles auf der entgegengesetzten Seite empfangene Licht dahin zurück schickt, woher er es bekommen hat. Die Gestirne werden ohne Zweifel von der irdischen Feuch- tigkeit ernährt; bei halber Scheibe erscheint er zuweilen fleckig, weil dann seine Kraft nicht hinreichend ist um alles aufzunehmen, denn die Flecken sind nichts anderes, als Unreinigkeiten, die er mit Hülfe der Feuchtigkeit von der Erde aufgenommen hat. Seine Verfinsterungen und diejenigen der Sonne, eine der bewunderungswürdigsten und wunderbarsten Erscheinungen in der Natur, zeigen durch die entstehenden Schatten die Grösse dieser Welt- körper an.
7. Es ist nämlich klar, dass die Sonne durch dieZwischen- kunft des Mondes und der Mond durch die Zwischenkunft der Erde uns unsichtbar wird, sodass dort die Sonnen- strahlen durch den Mond der Erde, hier aber durch die Erde dem Monde entzogen werden. Tritt letzterer vor die Sonne, so entsteht plötzlich Dunkelheit, und wiederum wird durch den Schatten der Erde jenes Gestirn verfinstert. Auch ist die Nacht nichts anderes, als der Schatten der Erde. Die Gestalt dieses Schattens ist wie die Meta2) oder ein umgekehrter Kreisel beschaffen; nur sein oberster Theil trifft ir> den Mond und geht nicht darüber hinaus, weil kein anderes Gestirn dadurch3) verdunkelt wird, und eine solche Figur keine Spitze hat. Die höchsten Flüge der Vögel bezeugen nämlich, dass der Schatten durch die Entfernung
*) d. h. bei Neumond oder Conjunction.
2) Die am Ende des römischen Circus befindliche Spitzsäule, um welche die Wettfahrenden herumfuhren.
3) Durch die Zwischenkunft der Erde.
9*
132 Zweites Buch.
abnimmt und endlich ganz aufhört. Daher ist die Grenze des Schattens auch die der Luft und der Anfang des Aethers. Ueber den Mond hinaus herrscht durchaus reines und beständiges Licht.1) Wir sehen des Nachts die Ge- stirne, gleichwie Lichter aus der Finsternis?, und ebendes- halb wird der Mond nur des Nachts verfinstert. Beide Arten von Finsternissen treten aber, wegen der schiefen Lage des Thierkreises, wegen der schon besprochenen, sehr ab- weichenden Bahn des Mondes und der nicht immer auf die kleinsten Theilchen zusammentreffenden Bewegung der Gestirne, nicht zu bestimmten Zeiten und Monaten ein.
8. Diese Betrachtung erhebt die sterblichen Seelen in den Himmel, und offenbart ihnen von da aus die Grösse der drei grössten Naturkörper. Es könnte nämlich die Sonne nicht ganz der Erde entzogen werden durch den Zwischen- tritt des Mondes, wenn die Erde grösser wäre als der Mond. Der ungeheuere, die Erde sowohl als den Mond übertreffende Umfang der Sonne, ergiebt sich von selbst, und es ist da- her unnöthig, ihre Grösse durch den Augenschein und durch Vermuthungen zu erforschen. Sie ist unermesslich gross, denn sie wirft die Schatten der an den Wegen auf mehrere 1000 Schritte hin stehenden Bäume immer in gleichen Entfernungen von einander, als wenn sie überall im Mittelpunkte wäre; ferner bei der Tag- und Nachtgleiche allen Bewohnern der heissen Zone zugleich über dem Scheitel, und die Schatten der um die Wendekreise Woh- nenden fallen Mittags gegen Norden, und Morgens gegen Westen. Alles diess könnte nicht eintreten, wenn die Sonne nicht weit grösser wäre, als die Erde; auch würde sie bei ihrem Aufgange den Berg Ida nicht an Breite übertreffen, während sie bei so ungeheuerer Entfernung doch die rechte und linke Seite desselben bescheint.
') Man weiss jetzt, dass auch andere Planeten, z. B. Jupiter und Saturn, durch den Durchgang ihrer Trabanten zwischen ihnen und der Sonne verdunkelt werden.
Zweites Buch. 133
Die Mondfinsterniss ist ein unzweideutiger Beweis ihrer Grösse, so wie sich aus der Verfinsterung der Sonne die Kleinheit der Erde ergiebt. Denn da 3 verschiedene Ge- stalten des Schattens entstehen können, und es gewiss ist, dass, wenn der Körper, welcher den Schatten wirft, dem Lichte an Grösse gleicht, ein säulenförmiger Schatten ohne Ende entsteht; dass aber, wenn der Körper grösser als das Licht ist, der Schatten die Gestalt eines Kreisels hat, dessen unterster Theil am schmälsten, dessen Länge aber eben- falls unendlich; und, ist der Körper kleiner als das Licht, der Schatten sich als eine, nach der Spitze zu abnehmende Säule zeigt, wie z. B. bei der Mondfinsterniss, so erhellt auf unzweideutige Weise, dass die Erde von der Sonne an Grösse übertroffen wird. Auch in der Natur finden wir schweigende Beweise dafür; denn warum entfernt sich im Winter die Sonne von der Erde? Um durch das Dunkel der Nächte die Erde zu erquicken, welche sie sonst ohn- fehlbar verbrennen würde, was auch in gewissen Theilen der Erde geschieht. So bedeutend ist ihre Grösse.
9. Die Ursache beider Verfinsterungen hat unter den Rö- mern zuerst Sulpicius Gallus, der mit Marcellus Consul war, bekannt gemacht1); er war damals noch Kriegstribun, und befreiete, als ihn der Feldherr den Tag vor dem Siege des Paullus über den König Perseus zur Vorhersagung der Finsterniss öffentlich aufforderte, das Heer von der Furcht; nachher hat er ein Werk darüber geschrieben. Unter den Griechen erforschte Thaies2) von Milet jenen Gegenstand zuerst; er sagte im 4. Jahre der 48. Olympiade eine Sonnenfinsterniss vorher, welche unter dem König Alyattes,3) im 170. Jahre Roms erfolgte. Nachher hat Hipparchus4) den Lauf beider Gestirne auf 600 Jahre vorausgesagt, wobei er
') Im Jahre Roms 584 (166 v. Chr. G.) Vergl. Livius 44, 37.
2) Einer der sieben Weisen Griechenlands, geb. 648 v. Chr.; starb 568.
3) Vater des Krösus, König von Lydien.
4) Aus Nicsea in Bithynien, starb um 125 v. Chr.
134 Zweites Buch.
zugleich die Zeitrechnung, Tage, Stunden, die Lage der Orte und die Art, wie den verschiedenen Völkern diess alles erscheinen würde, mit berücksichtigte. Nach der Meinung seines Zeitalters bewerkstelligte er sein Vorhaben dadurch, dass er an den Rathschlüssen der Natur Theil nahm. Gross und über die Natur erhaben waren diese Männer, welche den schwachen Geist der Menschen, der bei den Finsternissen schwere Unglücksfälle oder den Untergang der Gestirne fürchtete, von diesem Wahne be- freieten. Dass aber die Menschen sich bei Sonnenfinster- nissen gefürchtet haben, beweisen die erhabenen Gesänge der Dichter Stesichorus *) und Pindar;2) man beschuldigte den Mond der Zauberei, und wollte durch heftiges Geräusch die Gefahr abwenden. Aus gleicher Furcht und unbekannt mit der wahren Ursache wagte es der atheniensische Feld- herr Nicias*) nicht, die Flotte aus dem Hafen zu führen, und veranlasste dadurch die Niederlage seiner Truppen. Dank daher eurem Scharfsinn, ihr Deuter des Himmels, die ihr die Natur der Dinge erfasst, die Gründe erforscht und dadurch Götter und Menschen besiegt habt! Denn sollte der, welcher alles dieses und die sogenannten beständigen Arbeiten der Gestirne4) erkennt, nicht die Notwendigkeit seiner Sterblichkeit einsehen?
Jetzt will ich die Ansichten über alle diese Er- scheinungen in einzelnen Abschnitten kurz berühren, und an den Orten, wo es nöthig erscheint, die Gründe bündig hinzufügen; denn erstens liegt eine solche Beweisführung nicht in dem Plane meines Werkes, und zweitens ist es weniger zu verwundern, dass wir nicht die Ursachen von allen Dingen angeben können, als dass wir es bei einigen im Staude sind.
') Aus Himera in Sicilien, lebte 5—600 v. Chr.
2) Aus Theben in Griechenland, lebte von 520—442 v. Chr.
3) Er versäumte von Syrakus abzufahren und wurde von den Sy- rakusanern gänzlich geschlagon. S. Plutarch 33. 34. Thucydides VII. 50.
") Yirgils Aeneide I. 746.
Zweites Buch. 135
10.
Es ist ausgemacht, dass die Verfinsterungen nach 223 Monaten wiederkehren, dass eine Sonnenfinsterniss nur im Neumonde, was man die Zusammenkunft1) nennt, eine Mondfinsterniss aber nur bei Vollmond und zwar immer wenn er beinahe voll ist, entsteht. Alljährig treten diese Verfinsterungen beider Gestirne an bestimmten Tagen und Stunden auf der Erde ein. Da sie aber über uns entstehen, so können sie theils wegen den Wolken, theils, weil wegen der Kugelgestalt der Erde das Gewölbe des Himmels nur stellenweise zu sehen ist, nicht allenthalben beobachtet werden. Hipparchus hat, von 200jährigen Erfahrungen unterstützt, auf eine scharfsinnige Weise dargethan, dass eine Mondfinsterniss gewöhnlich im 5. Monate, eine Sonnen- finsterniss im 7. Monate nach der vorigen erfolgt; ferner, dass diese Verfinsterung zwei mal in 30 Tagen auf der Erde entsteht, aber bald hier bald dort gesehen wird. Das Wunderbarste dabei ist, dass der Mond durch den Schatten der Erde bald auf seiner westlichen und bald auf seiner östlichen Seite verdunkelt wird. Und wie wird die einmal vorgekommene Erscheinung, dass der Mond beim Untergange der Sonne sich verfinsterte, während beide Gestirne noch über dem Horizonte standen, zu erklären sein, da doch jener verdunkelnde Schatten beim Aufgange der Sonne unter die Erde hätte fallen müssen? Denn, dass beide Gestirne innerhalb 15 Tagen am Himmel vermisst wurden, hat sich in unserer Zeit, als der Kaiser Vespasian zum dritten und sein Sohn zum zweiten Male Consul war, zugetragen.2)
11.
Dass der Mond stets seine Spitzen von der Sonne ab und gegen Osten wendet, wenn er zunimmt, nach Westen aber, wenn er abnimmt, ist ausser Zweifel. Bis er voll
J) Mit der Sonne.
2) Im Jahre Roms 825 (71 n. Chr.), wo am 8. Febr. eine Sonnen- und am 22. Febr. eine Mondfinsterniss statt fand.
136 Zweites Buch.
wird, scheint er täglich um mehr als 3/4 Stunden1) länger,, wenn er abnimmt, um so viel kürzer. Innerhalb 14 Graden der Sonne ist er stets unsichtbar. Hierin haben wir den Beweis, dass die übrigen Planeten grösser sind als der Mond, da jene auch bei 7 Graden sich zeigen. Nur ihre Höhe macht, dass sie kleiner erscheinen. Ebenso verhindert der Sonnenschein, dass wir die Fixsterne am Tage sehen, obgleich sie bei Tag und Nacht leuchten, was sich aus den Beobachtungen während der Sonnenfinsternisse und in tiefen Brunnen ergiebt.
12.
Die drei Planeten, welche, wie oben gesagt wurde, über der Sonne stehen, sind unsichtbar, wenn sie mit ihr zusammen kommen. Sie erscheinen aber früh Morgens wieder, sobald sie nur um 11 Grade wieder entfernt sind. Darauf werden sie von den Sonnenstrahlen bedeckt, und halten im Gedrittstein, nämlich 120 Grade von der Sonne entfernt, ihren Frühstand, welchen man auch den ersten nennt; auf der entgegengesetzten Seite erfolgt in einer Entfernung von 180 Graden ihr Abendaufgang. Nähern sie sich aber wieder auf 120 Grade von der anderen Seite,, so halten sie ihren Abendstand, oder den zweiten; bis die Sonne sie in einer Nähe von 12 Graden verdunkelt, was dann der Abenduntergang heisst.
Der Mars, welcher der Sonne näher ist, empfindet auch im Geviertscheine, d. i. in einem Abstände von 90 Graden ihre Strahlen, daher hat seine Bewegung den Namen „erste und zweite Neunziger-Bewegung", von beiden Aufgängen an gerechnet, bekommen. Wenn er seinen Stillstand hält, verweilt er 6 Monate in den Zeichen, ausserdem nur 2 Monate, während bei den übrigen Planeten beide Stillstände nicht volle 4 Monate dauern.
Die beiden unteren Planeten2) werden in der Abend- Zusammenkunft auf gleiche Weise verdunkelt, und halten.
!) 47 » 2 Minuten.
2) Venus und Merkur.
Zweites Buch. 137
nachdem sie die Sonne verlassen, in gleichen Graden ihren Frtihaufgang. Von den entferntesten Punkten ihres Ab- standes an folgen sie der Sonne, werden, wenn sie sie er- reicht, beim Frühuntergange verdeckt und gehen vorbei. Bald darauf gehen sie in derselben Entfernung bis zu den von uns angegebenen Grenzen am Abend auf, kehren von diesen zur Sonne zurück und verschwinden beim Abend- untergange. Die Venus hält auch von beiden Aufgängen an 2 Stillstände, einen früh Morgens, den andern Abends, und zwar in den entferntesten Grenzen ihres Abstandes; die Stillstände des Merkur sind von zu kurzer Dauer, als dass sie wahrgenommen werden können.
13.
So verhält es sich mit dem Leuchten und den Verfinster- ungen der Planeten, Erscheinungen, welche wegen der Art der Bewegung sehr verwickelt und von vielen Wundern begleitet sind, denn sie verändern ihre Grösse und Farbe, gehen nach Norden und entfernen sich nach Süden, bald sieht man sie der Erde, bald dem Himmel näher. Wenn wir bei diesen Gegenständen vieles anders, als unsere Vor- fahren erklären, so räumen wir doch auch jenen, welche zuerst den Weg zu weiterer Forschung gezeigt haben, ein Verdienst ein. Möge daher Niemand zweifeln, dass mit den Zeiten die Kenntnisse zunehmen. — Alle diese Er- scheinungen beruhen auf mehreren Ursachen.
Die erste Ursache liegt in den, von den Griechen Apsiden x) genannten Punkten der Planeten-Bahnen, (denn wir werden uns hier der griechischen Worte bedienen müssen). Eine jede Planetenbahn hat aber ihre eigenen Apsiden, die von denen der Welt verschieden sind; denn die Erde ist von den beiden Scheitelpunkten aus, welche man Pole nennt, der Mittelpunkt des Himmels und des Thierkreises, der schief dazwischen liegt. Alles dieses er-
*) Apsiden heissen die beiden Endpunkte der grössten Axe in der Ellipse, wo der eine von der Sonne am weitesten entfernt, der andere ihr am nächsten ist.
138 Zweites Buch.
hellt aus der stets unzweifelhaften Beschaffenheit des Zir- kels. Daher entstehen zwei Apsiden von jedem der beiden Brennpunkte der Planetenbahn; aus dieser Ursache haben sie auch verschiedene Kreise und ungleiche Bewegungen, weil die innern Apsiden nothwendig kürzer sein müssen. Von dem Mittelpunkte der Erde liegt die entfernteste Ap- side des Saturn im Skorpion, des Jupiter in der Jungfrau, des Mars im Löwen, der Sonne in den Zwillingen, der Ve- nus im Schützen, des Merkur im Steinbock, und zwar alle mitten in diesen Zeichen. Auf der entgegengesetzten Seite liegen die tiefsten und dem Mittelpunkte der Erde näch- sten Apsiden.1) So geschieht es, dass die Planeten sich langsamer zu bewegen scheinen, wenn sie die entfernteste Bahn durchlaufen; nicht, weil sie etwa ihre natürliche Be- wegung, welche für sie bestimmt und jedem eigentümlich ist, beschleunigten oder verzögerten, sondern, weil die von den höchsten Apsiden aus gezogenen Linien sich nothwendig zusammendrängen müssen, wie die Speichen an den Rädern. Ein und dieselbe Bewegung erscheint also je nach der Nähe des Mittelpunkts bald grösser bald geringer.
Eine zweite Ursache der Höhe der Planeten ist, dass sie ihre von ihrem eigenen Brennpunkte entferntesten Apsiden in andern Zeichen haben, nämlich Saturn im 20. Grade der Wage, Jupiter im 15. des Krebses, Mars im 28. des Steinbocks, die Sonne im 20. des Widders, Venus im 17. der Fische, Merkur im 15. der Jungfrau, der Mond im 4. des Stiers.
Ein dritter Grund ihrer Höhe ergiebt sich aus der Grösse des Himmels, nicht der Kreisbahn, indem sie unsern Augen in dem unermesslichen Räume der Luft auf- und abzusteigen scheinen.
Mit diesem Grunde hängt die der Breite und schiefen Lage des Thierkreises zusammen. Durch ihn wandern die
l) Also die des Saturn irn Stier, des Jupiter in den Fischen, des Mars im Wassermann, der Sonne im Schützen, der Venus in den Zwillingen, des Merkur im Krebs.
Zweites Buch. 139
genannten Planeten. Auch wird kein anderer Theil der Erde als der unter ihm liegende bewohnt; die übrigen Theile nach den Polen hin sind wüste. Nur die Venus überschreitet ihn um zwei Grade, und diess mag die Ursache sein, dass einige Thiere selbst in öden Gegenden vorkommen. Auch der Mond geht durch seine ganze Breite, überschreitet dieselbe aber nirgends. Demnächst geht der Merkur am weitesten, doch so, dass er von den zwölf Graden, welche die Breite des Thierkreises ausmachen, nur 8 durchläuft, aber auch diese nicht gleichmässig, sondern 2 mittlere, 4 obere und 2 untere. Die Sonne bewegt sich in der Mitte innerhalb 2 Graden mit gebogenem schlangenähnlichem Laufe; Mars in den 4 mittelsten; Jupiter in dem mittelsten und den 2 darüber befindlichen; Saturn in den beiden mit- telsten, wie die Sonne. So Verhaltes sich mit den Breiten der nach Süden herablaufenden, oder nach Norden aufstei- genden Planeten. Viele sind der irrigen Meinung, dass hierauf auch die dritte Ursache der Höhe der von der Erde zum Himmel aufsteigenden Planeten beruhe, und dass auf gleiche Weise auch die Erde emporsteige; um diese zu widerlegen, müssen wir den höchsten und alle Gründe umfassenden Scharfsinn anwenden.
Es ist die übereinstimmende Meinung, dass die Plaueten beim Abenduntergange, sowohl der Breite als Höhe nach, der Erde am nächsten stehen; dass ihr Morgenaufgang beim Anfange einer jeden Breite und Höhe, und ihre Stillstände in der Mitte ihrer Breiten, welche Ekliptik genannt wird, stattfinden. Ferner hat man zugestanden, dass die Bewe- gung zunimmt, so lange sie der Erde nahe sind, und ab- nimmt, wenn sie sich von ihr entfernen, was sich am meisten aus den Entfernungen des Mondes erweist. Auch waltet kein Zweifel mehr ob, dass ihre Bewegung schneller bei den Morgenaufgängen, und dass die der obersten Planeten vom ersten Stillstande bis zum zweiten geringer ist. Unter solchen Umständen ist ihr Steigen in die Breite vom Mor- genaufgange an offenbar, weil sie in dieser Stellung zuerst eine langsam zunehmende Bewegung anfangen; sie werden
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aber in den ersten Stillständen in die Höhe gehen, weil dann zuerst die Zahl abzunehmen beginnt und die Sterne zurückgehen. Den Grund hiervon muss ich noch besonders angeben. Getroffen in dem bereits erwähnten1) Grade, werden sie durch den Gedrittschein der Sonne an ihrem geraden Laufe verhindert, und durch die feurige Kraft in die Höhe gezogen. Dies können wir mit unsern Augen nicht geradezu wahrnehmen, sie scheinen also still zu ste- hen, und daher kam der Name: Stillstand. Dann geht die Macht jener Strahlen noch weiter, und die zurückprallende Hitze nöthigt sie zurückzugehen. Noch weit mehr ist solches der Fall bei ihrem Abenduntergange, wenn die Sonne sich hinter ihnen befindet, denn sie werden zu ihren höchsten Apsiden getrieben und am wenigsten gesehen, weil sie am höchsten stehen und die geringste Bewegung haben, die um so geringer sein muss, wenn sie in den höch- sten Zeichen der Apsiden erfolgt. Vom Abendaufgange an geschieht die Bewegung in die Breite herunter, jetzt aber in weniger abnehmender Weise, nimmt jedoch nicht vor dem zweiten Stillstande wieder zu, da auch die Höhe sich vermindert, indem der Strahl von der andern Seite hinzukommt und sie mit derselben Kraft zur Erde hinab- drückt, welche sie beim ersten Gedrittschein gegen den Himmel hintrieb. So gross ist der Unterschied, wenn die Strahlen von unten oder von oben kommen. Weit öfter ereignet sich diess beim Abenduntergange. So verhält es sich mit den obern Gestirnen; schwieriger ist die Beschaf- fenheit der übrigen zu ergründen, und noch Niemand hat vor mir davon gehandelt.
14. Zuerst will ich erklären, warum die Venus nie weiter als 46 und Merkur nie weiter als 20 Grade von der Sonne entfernt sind, oft aber noch unter diesen Graden nach der Sonne zurückkehren. Beide haben, da sie unterhalb der Sonne liegen, entgegengesetzte Apsiden, und von ihren
') 120sten.
Zweites Buch. 141
Bahnen liegt so viel unterhalb der Erde, als hei den vor- erwähnten Planeten oberhalb derselben. Sie können also nicht weiter entfernt sein, weil der Bogen der daselbst be- findlichen Apsiden keine grössere Ausdehnung hat. Daher bestimmt bei beiden auf ähnliche Weise die Peripherie ihrer Apsiden die Grösse der Bahn, und was ihnen an Länge abgeht, wird durch die Ausdehnung in die Breite ersetzt. Aber warum gelangen sie nicht stets zum 46. und 23. Gra- de? Sie thun es allerdings, nur die gewöhnliche Berech- nung betrügt uns; denn es erhellet, dass sich ihre Apsiden auch bewegen, weil sie niemals über die Sonne kommen. Wenn daher die Grenzen der Apsiden auf der einen oder andern Seite theilweise in die Sonne fallen, so werden auch die Planeten ihren grössten Abstand erreicht haben; wenn die Grenzen und eben so viele Grade diesseits, so glaubt man, dass sie schneller zurückkehren, da jener Punkt für beide immer der höchste ist. Hieraus ergiebt sich nun ihre entgegengesetzte Bewegung; denn die obern Planeten gehen beim Abenduntergange am schnellsten, diese am lang- samsten; jene sind von der Erde am weitesten entfernt, wenn sie sich am langsamsten bewegen, diese, bei ihrer schnellsten Bewegung.
Sowie bei jenen die Nähe des Centrums (Brennpunktes) den Lauf beschleunigt, so thut es hier die Entfernung ihrer Bahn. Jene fangen vom Morgen auf gange an lang- samer, diese schneller zu gehen, jene halten ihren Rücklauf von ihrem Morgenstillstande an bis zu ihrem Abendstill- stande; die Venus aber vom Abendstillstande bis zum Mor- genstillstande. Sie fängt von ihrem Morgenaufgange an in der Breite zu steigen, steigt aber in die Höhe und folgt der Sonne vom Morgenstillstande an, und am schnellsten und höchsten läuft sie beim Morgenuntergange. Dann geht sie in der Breite herab und vermindert ihre Bewegung vom Abendaufgange an, kehrt aber wieder zurück und geht nieder vom Abendstillstande au.
Merkur steigt auf beiderlei Weise1) vom Morgenauf-
') In Höhe und Breite.
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gange aD, nimmt aber in der Breite vom Abendaufgange an ab; nachdem er sich der Sonne bis auf 15 Grad genä- hert, bleibt er fast 4 Tage lang unbeweglich stehen;1) dann steigt er von der Höhe herab und geht rückwärts vom Abenduntergange an bis zum Morgenaufgange. Nur er und der Mond steigen in eben so vielen Tagen aufwärts, wie abwärts. Venus bedarf 15 Tage mehr zum Aufsteigen; Saturn und Jupiter haben doppelt, und Mars viermal so viel Zeit nöthig. So viel Mannigfaltigkeit liegt in der Na- tur. Aber der Grund davon ist klar; denn die Sterne, welche zur Glüht der Sonne hinstreben, entfernen sich un- gern wieder von ihr.
15. Es können bei dieser Gelegenheit noch manche Ge- heimnisse der Natur, und Gesetze, denen sie selbst unter- worfen ist, angeführt werden; z. JB., dass der Mars, dessen Lauf am schwierigsten zu beobachten ist, wenn der Jupiter im Gedrittschein steht, niemals einen Stillstand macht, und nur sehr selten, wenn er 60 Grade von ihm entfernt ist; diese Zahl theilt den Weltkreis in ein Sechseck. Auch geht er nur in zwei Zeichen, dem Krebse und dem Löwen, mit ihm zugleich auf. Merkur aber hält seinen Abendauf- gang selten in den Fischen, am häufigsten in der Jungfrau, seinen Morgenaufgang aber in der Wage und im Wasser- mann, sehr selten im Löwen. Sein Rückgang geschieht nie im Stiere und in den Zwillingen, im Krebse aber nicht unter dem 25. Grade. Der Mond kommt in keinem andern Zeichen als den Zwillingen zweimal mit der Sonne zusam- men, und nur im Schützen zuweilen gar nicht. Man sieht ihn an dem ersten Tage oder in der ersten Nacht, wo er neu wird, nur im Widder, und auch diess haben nur wenige wahrgenommen. Daher wurde auch Lynceus2) wegen sei-
») Nach neueren Erfahrungen dauert dieser scheinbare Stillstand etwa zwei Tage.
2) Sohn des Aphareus und der Arene, der so scharf sah, dass sein Blick nach Pindar (Nem. X. 114) Eichen, und nach Orpheus (Ar- gonaut. 179) sogar Himmel, Erde und Unterwelt durchdrang. Er
Zweites Buch. 143
ner Sehkraft berühmt. Saturn und Mars sind meistens 170 Tage lang nicht sichtbar am Himmel; Jupiter 36, oder mindestens 26; Venus 69, oder mindestens 52, Merkur 13s oder höchstens 18 Tage.
16. Die Farbe der Planeten ist nach ihrer Höhe verschie- den; denn sie werden denjenigen Sternen ähnlich, in deren Dunstkreis sie beim Aufsteigen kommen, und die Kreisbahn eines anderen, der sie sich von einer oder der andern Seite nähern, färbt sie. Ein kalter Stern macht sie blass, ein heisser roth, ein windiger giebt ihnen ein furchtbares An- sehn; die Sonne^aber, die Vereinigungspunkte der Apsiden und ihre weiteste Bahn machen sie dunkelschwarz. Jeder hat seine eigenthüraliche Farbe; so ist der Saturn weiss, Jupiter hell, Mars feurig, Lucifer glänzend hell, Vesperus leuchtend, Merkur strahlend, der Mond milde, die Sonne beim Aufgange brennend, nachher aber strahlend. Mit die- sen Ursachen muss man auch die Erscheinungen der übrigen am Himmel befindlichen Sterne verbinden; denn bald sind viele Sterne um die halbe Mondscheibe versammelt und erleuchten sie massig in heiterer Nacht, bald nur sehr wenige, so dass wir voll Verwunderung glauben sollten, sie wären entflohen, während sie doch der Vollmond nur ver- birgt, oder die Strahlen der Sonne oder der eben genann- ten Gestirne unsere Augen blenden. Ohne Zweifel haben die Sonnenstrahlen selbst durch ihren verschiedenen Einfall Theil an dem ungleichen Lichte des Mondes, indem die Convexität der Welt ihre Beugung schwächt, ausgenommen, wenn sie im rechten Winkel auf ihn fallen. Daher ist er beim Geviertscheine der Sonne hell, beim Gedrittscheine beinahe voll, im Gegenscheine aber ganz voll, und wieder- um beim Abnehmen zeigt er dieselben Erscheinungen in gleichen Zwischenräumen auf ähnliche Weise, wie die drei Gestirne oberhalb der Sonne.
nahm Theil an der kalydonischen Jagd und am Argonautenzuge. Endlich wurde er nebst seinem Bruder vom Pollux und Jupiter er- schlagen.
144 Zweites Buch.
17. Die Sonne selbst aber bietet 4 Verschiedenheiten dar: zwei in der Tag- und Nachtgleiche, im Frühling und und Herbste, wenn sie senkrecht über der Erde im 8. Grade des Widders und der Wage steht ; zwei in sehr verschie- denen Tageslängen, nämlich im Winter, wenn die Tage zunehmen, im 8. Grade des Steinbocks, und im Sommer, wenn sie abnehmen, im 8. Grade des Krebses. Die Ur- sache dieser Ungleichheiten ist die schiefe Lage des Thier- kreises, da die eine Hälfte der Welt stets unter der Erde, und die andere Hälfte über derselben sich befindet. Die- jenigen Zeichen, welche bei ihrem Aufgange sich senkrecht erheben,1) leuchten länger, aber die schief aufsteigenden ziehen schneller vorüber.
18. Die meisten Menschen wissen noch nicht, was die ge- lehrtesten Männer durch ihre grossen Bemühungen und die Himmels-Erscheinungen entdeckt haben, dass nämlich das- jenige, was wir Blitz nennen, Feuer ist, welches vou den 3 obern Planeten und vorzugsweise dem mittleren (Jupiter) auf die Erde herabfällt; vielleicht, weil er den zu grossen Andrang von Eeuchtigkeit aus der obern, und von Hitze aus der untern Kreisbahn, auf diese Weise fortschafft. Daher ist das Sprichwort entstanden, dass Jupiter Blitze schleudere. So wie sich aber von brennendem Holze eine Kohle mit Geräusch ablöst, ebenso von dem Gestirne das himmlische Feuer, und dieses ist dann bedeutungsvoll, da- mit auch nicht einmal der abgelöste Theil in seinem gött- lichen Wirken aufhöre. Meistentheils ereignet sich der- gleichen bei trüber Luft, weil die gesammelte Feuchtigkeit jenen Ueberfluss zur Entladung reizt, oder weil die Luft durch die Geburt des gleichsam schwangeren Gestirnes getrübt wird.
19. Auch den Abstand der Planeten von der Erde haben
') Krebe, Löwe, Jungfrau, Wage, Scorpion und Schütze.
Zweites Buch. 145
Viele zu ergründen gesucht und gesagt, die Sonne sei von dem Monde 19 mal so weit entfernt, als der Mond von der Erde. Pythagoras aber, ein sehr scharfsinniger Mann, gibt die Entfernung der Erde vom Monde zu 126,000 Sta- dien, des Mondes von der Sonne zum Doppelten und der Sonne von den 12 Zeichen zum Dreifachen an. Dieser Meinung ist auch unser Gallus Sulpicius l) zugethan.
20.
Aber Pythagoras bestimmte diese Weiten zuweilen auch nach musikalischen Gesetzen, und nannte die Entfer- nung von der Erde zum Monde einen Ton, vom Monde bis zum Mars einen halben, vom Mars bis zur Venus beinahe einen halben, von der Venus zur Sonne anderthalb, von der Sonne zum Mars, gleich wie von der Erde zum Monde, einen, vom Mars zum Jupiter einen halben, vom Jupiter zum Saturn einen halben und vom Saturn zum Thierkreise anderthalb. So entstehen 7 Töne, welche man die voll- ständige Harmonie, d. h. den Inbegriff aller Tonverhältnisse nennt. Saturn soll sich nun in der dorischen, Jupiter in der phrygischen Tonart bewegen, und von den übrigen Planeten handelt er in ähnlichem Sinne mit mehr unterhal- tender als praktischer Genauigkeit.
21.
Ein Stadium beträgt 125 Schritte, oder 625 Fuss. Po- sidonius2) sagt, die Höhe, in welcher Nebel, Wind und Wolken sich befinden, sei von der Erde weniger als 40 Sta- dien entfernt; von da an sei die Luft rein, klar und von ungetrübter Helle. Von der Region der Wolken soll der Mond 2,000,000, und von da die Sonne 5,000,000 Stadien weit sein. Dieser ungeheuere Zwischenraum sei die Ur- sache, dass die Erde nicht verbrenne. Viele Wolken sollen jedoch bis zu 900 Stadien hinaufsteigen. Diese Behauptun- gen sind zwar ungewiss und unerweisbar, allein ich muss
') Ueber denselben s. d. 9. Kapitel.
2) Von Apamea in Syrien, geb. 135 v. Chr., machte grosse Rei- sen, kam 100 nach Gallien, 86 nach Rom, wo er Cicero's und Pom- pejus' Freund war, und lebte nachher zu Rhodus; starb 51 v. Chr.
10
146 Zweites Buch.
sie so vortragen, wie man sie uns überliefert hat. Dennoch ist hiebei eine auf untrüglichen Grundsätzen der Geometrie ruhende Berechnung nicht zu verwerfen, wenn man jene Dinge weiter verfolgen will. Nur sollte man damit niemals das Maass ergründen wollen, (denn das wäre ein unsinniger Zeitvertreib), sondern dem forschenden Geiste nur eine ohngefähre Schätzung darbieten.
Da nämlich die Sonnenbahn aus fast 366 Theilen von dem Umfange der Sonuenscheibe besteht, und der Durch- messer stets den dritten Theil, weniger beinahe einem Sie- bentel eines Drittels, vom Umfange1) ausmacht; so erhellt, dass, wenn man die Hälfte davon nimmt (weil die Erde mitten in der Bahn liegt), beinahe der sechste Theil dieses unermesslichen Baumes, den man sich als die Bahn der Sonne um die Erde denkt, der Entfernung der Sonne von der Erde gleich sei; die Entfernung des Mondes aber den zwölften Theil betrage, weil er in so viel kürzerer Zeit als die Sonne seinen Umlauf hält. Der Mond schwebt daher mitten zwischen der Sonne und der Erde.
Man muss sich wundern, wie weit die Verwegenheit des menschlichen Geistes geht; durch einen kleinen Erfolg, wie wir ihn oben mitgetheilt haben, angereizt, übersteigt seine Unverschämtheit alle Grenzen. Die da wagten, die Entfernung der Sonne von der Erde zu errathen, wollten diess auch auf den Himmel anwenden, weil die Sonne sich in der Mitte befinde; ja es scheint fast, dass man die Grösse der Welt nach Zollen berechnen will. Als wenn man das Maass des Himmels durch das Bleiloth bestimmen könnte, weil der Durchmesser eines Kreises 7, und der Umfang 22 solche Theile hat! Nach einer ägyptischen Berechnung von Petosiris und Nechepsus 2) beträgt ein einzelner Grad in der Mondbahn (die, wie wir gesagt haben, die klein- ste ist) etwas mehr als 33 Stadien; in der des Saturn,
') Der Durchmesser des Kreises verhält sich zur Peripherie wie 7 : 22, oder wie 1 : 3, 14.
2) Sie lebten im 6. Jahrhundert v. Chr.; der letztere war König in Aegypten.
Zweites Buch. 147
welche am grössten ist, doppelt soviel; in derjenigen der Sonne, welche wir als die mittelste bezeichnet haben, die Hälfte von der Summe beider Grössen. Dieses Rai- sonnement ist noch das bescheidenste, weil, wenn man zur Bahn des Saturn die Entfernung des Thierkreises fügt, eine unzählige Vervielfältigung entsteht.
22.
Von der Welt bleibt jetzt nur noch etwas Weniges zu sagen übrig. Am Himmel entstehen nämlich plötzlich Sterne und zwar verschiedener Art. Die Griechen nennen sie Kometen, wir Haarsterne *), denn sie haben einen furchtbar blutrothen Schweif, und auf dem Scheitel gleich- sam rauhe Haare. Auch nennen die Griechen dieselben Bartsterne2),, weil unten an ihnen eine, einem langen Barte ähnliche Mähne herabhängt. Pfeilsterne3) heissen sie, weil sie gleich einem Geschosse dahineilen, und ihre Vorbe- deutungen sehr schnell eintreffen. Ein solcher war der, welchen der Kaiser Titas während seines 5. Consulats4) in einem herrlichen Gedichte beschrieb, und der bis auf diesen Tag der letzterschienene ist. Sind sie kürzer und endigen sie in eine Spitze, so heissen sie Schwertsterne.5) Diese sind unter allen Sternen die blassesten, glänzen wie ein Schwert und werfen keine Strahlen. Die Scheiben- sterne 6), welche, wie der Name schon sagt, scheibenförmig sind, haben eine hellgelbe Farbe, und werfen nur wenige Strahlen. Der Fassstern7) hat die Gestalt eines Fasses und in der Höhlung ein rauchiges Licht. Der Homstern8) gleicht einem Hörne; ein solcher stand am Himmel, als die Griechen bei Salamis den Sieg erfochten.
Der Fackelstein9) sieht brennenden Fackeln ähnlich; der Rossstern 10) Pferdemähnen, die sich in schnellster Be- wegung im Kreise um ihn drehen. Es giebt auch einen weissen Komet, mit silberfarbigem Schweife, und so glän-
') Crinita?. 2) Pogonia?. 3) Acontiae. '') Im Jahre 76 n. Chr. 5) Xiphise. 6) Disceus. 7) Pitheus. 8) Ceratias. 9) Lampadias. 10) Hippeus.
10*
148 Zweites Buch.
zend, dass man ihn kaum ansehen kann; dabei zeigt sich in ihm ein Bild der Gottheit in menschlicher Gestalt. An- dere sind rauh wie Wolle und mit einer Wolke umgeben. Einmal nur verwandelte sich eine Mähne in einen Spiess, in der 109. Olympiade, dem 398. Jahre der Stadt.1) Der kürzeste Zeitraum ihrer Sichtbarkeit wird zu 7, der längste zu 80 Tagen angegeben.
23.
Einige Kometen bewegen sich nach Art der Planeten, andere sind unbeweglich. Gewiss ist, dass sie alle im Nor- den erscheinen, zwar nicht immer in einer bestimmten Region, meist aber doch in dem weissen Streife, welcher den Namen Milchstrasse erhalten hat. Aristoteles2) er- zählt, es würden wohl auch mehrere zugleich gesehen; diess hat jedoch, soviel ich weiss, Niemand weiter bemerkt. Sie zeigen starke Winde und Hitze an. Auch in den Win- termonaten, sowie am Südpole sind sie sichtbar, dann aber ohne Mähne. Ein fürchterlicher Komet zeigte sich den Bewohnern Aethiopiens und Aegyptens, der von dem da- maligen Könige Typhon genannt wurde; er hatte einen feurigen Schein, war wie eine Spirale gewunden, von gräss- lichem Ansehn, und eher ein feuriger Klumpen als ein Stern. Zuweilen sieht man auch an den Planeten und übrigen Sternen Haare. Niemals zeigt sich ein Komet am westlichen Theile des Himmels.
Meistentheils ist der Komet ein schreckenerregendes und nicht leicht zu versöhnendes Gestirn, wie der Bürger- aufstand unter dem Consul Octavius 3) und der Krieg zwischen Pompejus und Caesar 4) beweisen. Auch in unserer Zeit sah man, als der Kaiser Claudius vergiftet wurde5), ferner unter der Regierung seines Nachfolgers
») Dieses Jahr fällt aber in die 106. Olympiade.
2) Der berühmteste Schüler des Plato, geb. 384 zu Stagira in Macedonie», starb 322 zu Chalkis.
3) 76 v. Chr. A) 49 v. Chr.
5) Seine Gemahlin Agrippina vergiftete ihn 54 n. Chr. Er hiess mit
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Domitius Nero *) lange Zeit einen schrecklichen Kometen. Man glaubt, ihr Einfluss hänge davon ab, nach welcher Gegend sie hineilen, welches Sternes Kräfte sie annehmen, welchen Dingen sie ähnlich sehen und an welchen Orten sie sich zeigen. Haben sie die Gestalt von Flöten, so sol- len sie auf Tonkunst deuten; auf unzüchtige Sitten aber, wenn sie in den Schaamtheilen der Thierbilder stehen; auf Verstand und Gelehrsamkeit, wenn sie eine 3- oder 4sei- tige gleichwinklige Figur mit den naheliegenden Fixsternen bilden; auf Giftmischerei, wenn sie im Kopfe der nördlichen oder südlichen Schlange stehen.
Nur an einem einzigen Orte auf der Erde, nämlich zu Rom, wird ein Komet in einem Tempel verehrt, weil ihn der göttliche Augustus als ein sehr günstiges Zeichen für sich ansah. Dieser erschien nämlich zu Anfang seiner Regierung, während der Spiele, die er zu Ehren der Venus Genetrix2), kurz nach dem Tode seines Vaters Caesar, in dem von letzterem gestifteten Collegium 3) hielt. Mit folgenden Worten bezeugte er seine Freude darüber: „In den Tagen meiner Spiele wurde ein Haarstern 7 Tage lang am nördlichen Theile des Himmels gesehen. Er entstand um die elfte Tagesstunde, war klar und in allen Ländern sichtbar. Das Volk glaubte, er bedeute die Aufnahme der Seele Caesars unter die unsterblichen Götter, und aus dieser Veranlassung habe ich jenes Zeichen an dem Kopfe des Standbildes, welches ich bald nachher auf dem Forum ein- weihete, angebracht." So legte er es öffentlich aus, aber im Herzen freuete er sich und nahm an, der Stern sei
seinem vollständigen Namen Tiberius Claudius Drusus Caesar, war der jüngste Sohn des Cl. Drusus Nero des Aelteren und der Schwester- tochter des August, der jüngeren Antonia, Bruder des Germanicus Caligula's Vatersbruders, geb. 9 v. Chr. zu Lyon, und wurde 41 n. Chr. nach Caligula's Ermordung, Kaiser. ») 64 n. Chr.
2) Unter diesem Beinamen verehrte man die Venus als Stamm- mutter des Julischen Geschlechts. Ihr Fest fiel in den Anfang des Octobers.
3) Ein Priester-Collegium zur Feier jener Tage.
150 Zweites Buch.
seinetwegen erschienen und bedeute seine wachsende Grösse; und, wenn wir die Wahrheit gestehen sollen, so war diess auch wirklich eine der Erde heilsame Vorbedeutung.
Einige halten die Kometen für beständig dauernde Ge- stirne, die ihren Umlauf haben, aber nur, wenn sie von der Sonne entfernt sind, gesehen werden können. Andere mei- nen, sie seien zufällige Erzeugnisse von Feuchtigkeit und einer feurigen Kraft, und lösten sich von selbst wieder auf 1).
24.
Eben jener Hipparchus, der nie genug gelobt werden kann, da Niemand besser als er die Verwandtschaft der Gestirne mit dem Menschen, und dass unsere Seele ein Theil des Himmels sei, erwiesen hat, entdeckte einen neuen Stern von anderer Beschaffenheit, der zu seiner Zeit ent- standen war. Durch dessen Bewegung an dem Tage, wo er leuchtete, kam er auf die Vermuthung, dass diess öfter geschehe, und dass sich auch diejenigen bewegten, welche wir für feststehend halten. Er wagte auch — ein frevel- haftes Unternehmen — den Nachkommen Sterne zuzuzählen, und sie nach ihren Namen zu ordnen. Er erdachte Instru- mente, vermittelst welcher er den Standort und die Grösse eines jeden bezeichnete, damit man hiedurch nicht nur ihr Verschwinden und Entstehen, sondern auch überhaupt, ob sie vorüberziehen und sich bewegen, ob sie grösser oder kleiner werden, leicht unterscheiden könnte. So hinterliess er der Nachwelt den Himmel als eine Erbschaft, wenn Je- mand sich fände, der seine Berechnung begreifen würde.
25.
Es leuchten auch Fackeln am Himmel, können aber nur gesehen werden, wenn sie herabfallen. Eine solche flog, während eines von Germanicus Caesar2) gegebenen
') Tyge Brahe und Mtestlin, Keplers Lehrer, scheinen zuerst die Kometen als Himmelskörper erkannt zu haben; Kepler wies ihnen geradlinige Bahnen an. Der Danziger Astronom Hevelius nahm parabolische Bahnen an, ebenso Newton, dessen Methode von Halley ausgebildet wurde.
'-) Neffe des Tiberius, Gemahl der älteren Agrippina, Vater des
Zweites Buch. 151
Fechterspiels vor den Augen des Volkes am Mittage vor- über. Man unterscheidet zwei Arten davon; die einen nennt man schlechthin Fackeln *), die andern heissen Wurf- spiesse2); eine solche erschien zur Zeit des Mutinensischen Krieges. 3) Sie unterscheiden sieb dadurch von einander, dass die Fackeln eine lange Spur hinterlassen, während ihr vorderer Theil brennt; die Spiessfackel aber brennt ganz und nimmt einen grösseren Raum ein.
26.
Auf ähnliche Weise entstehen aueb feurige Balken, welche die Griechen doxoi nennen; ein solcher zeigte sich, als die Lacedämonier, zur See besiegt4), die Herrschaft über Griechenland verloren. Bisweilen spaltet sich auch der Himmel, was man Chasma nennt.
27.
Auch erscheint zuweilen ein blutrothes Feuer (eine der schrecklichsten Erscheinungen für den furchtsamen Men- schen), das dann vom Himmel zur Erde fällt; z. B. im drit- ten Jahre der 107. Olympiade 5), als der König Philippus 6) Griechenland bedrängte. Ich glaube, dass diese, sowie die übrigen Naturerscheinungen, zu bestimmten Zeiten eintreten, und nicht, wie die meisten annehmen, aus verschiedenen, von ihnen erst ergrübelten Ursachen entstehen. Zwar sind sie immer Vorboten grosser Unglücksfälle gewesen, allein mich dünkt, dass letztere nicht eintrafen, weil jene ge- schehen waren; sondern dass diese vorausgingen, weil jene eintreffen sollten. Bei ihrer Seltenheit ist uns ihre nähere
Caligula und der jüngeren Agrippina, Nero's Grossvater, geb. 15 v. Chr., starb 19 n. Chr. im Oriente. ') Lampades.
2) Bolides.
3) Mutina, jetzt Modena,. Brutus wurde darin (44 v. Chr.) von Antonius belagert.
4) Durch Conon, den Befehlshaber der Athenienser, 395 v. Chr.
5) 350 v. Chr.
6) Der II. oder der Grosse von Macedonien, Vater Alexanders des Grossen, war der jüngste Sohn des Königs Amyntas IL, regierte bis 336 v. Chr. mit grossem Ruhme; wurde von Pausanias ermordet.
152 Zweites Bück
Beschaffenheit noch verborgen; daher kennen wir sie nicht so genau wie die oben beschriebenen Aufgänge, Finsternisse und viele andere Erscheinungen.
28.
Man sieht auch Sterne bei der Sonne ganze Tage lang,, welche meistens die Sonnenscheibe wie einen aus Ähren geflochtenen Kranz umgeben. Ferner buntfarbige Kreise bemerkte man; ein solcher erschien, als der Kaiser Au- gustus in früher Jugend nach Eom kam, um nach dem Tode seines Vaters dessen grossen Namen auf sich über- zutragen. Auch um den Mond und andere vorzügliche Sterne, sogar um die Fixsterne, zeigen sich Kränze.
29.
Um die Sonne erschien ein Bogen unter den Consuln L. Opimius und Q. Fabius1); eine Scheibe unter L. Por- cius und M. Acilius2); ein Ring von rother Farbe unter L. Julius und P. Rutilius. 3)
30.
Auch ereignen sich wunderbare und länger dauernde Sonnenfinsternisse, wie bei der Ermordung des Dicta- tors Caesar4), und im Antonianischen Kriege5), wo die Sonne fast das ganze Jahr hindurch blass war.
31.
Auch sieht man zuweilen mehrere Sonnen auf ein- mal, aber weder oberhalb noch unterhalb von ihr, sondern in schräger Richtung; niemals neben ihr, noch zur Erde gekehrt, noch des Nachts; sondern entweder beim Auf- oder Untergange der Sonne. Einmal sollen auch solche Sonnen Mittags am Bosporus gesehen worden sein, und vom Morgen
') 683 nach Roms Erbauung oder 121 v. Chr. 2) 640 » „ „ 114 „ „
3)664 , „ „ £0 , „
4) 710 „ , „ 44 , „ C. Julius Caesar, Sohn des Prätors gleichen Namens und der Aurelia, Cotta's Toch- ter, geb. den 6. Juli 100 v. Chr. Seine Ermordung fiel auf den 15. März des genannten Jahres.
5) Krieg des Antonius gegen Octavianus Augustus; er endigte mit der Seeschlacht bei Actium, 721 nach R. E. oder 29 v. Chr.
Zweites Buch. 153
bis zum Abend gedauert haben. Drei Sonnen haben die Alten öfters gesehen, so unter Sp. Postumius und Q. Mu- cius *); Q. Martius und M. Porcius2); M. Antonius und P. Dolabella 3); M. Lepidus und L. Plancus 4). In un- serer Zeit sah man dergleichen unter der Regierung des vergötterten Claudius, da derselbe mit Cornelius Or- fitus5) das Consulat bekleidete. Mehr als drei sollen bis jetzt noch nicht gesehen worden sein.
32.
Auch 3 Monde sind zugleich sichtbar geworden, und zwar unter den Consuln Cn. Domitius und C. Fannius6). Viele nennen diese nächtliche Sonnen.
33.
Unter C. Csecilius und Cn. Papirius7) und auch ausserdem noch oft sah man des Nachts am Himmel ein Licht, welches die Nacht gleichwie einen Tag erhellte.
34.
Ein brennender Schild fuhr, Funken sprühend, bei Sonnenuntergang von Abend nach Morgen hin unter den Consuln L. Valerius und 0 Marius8).
35.
Nur einmal und zwar unter den Consuln Cn. Octavius und C. Scribonius 9), soll ein Funken aus einem Sterne gefallen, jemehr er sich der Erde genähert immer grösser geworden sein und nachdem er die Grösse des Mondes erreicht, eine Helligkeit gleichwie die eines nebligen Tages verbreitet haben; darauf wieder zum Himmel zurückgekehrt und zu einer Fackel geworden sein. Diese Erscheinung sah der Proconsul Silanus und sein Gefolge.
') 580 nach R. E. oder 174 v. Chr.
2) 636 „ „ . „ 118 „ .
3) 710 . , . , 44 . „
4) 712 „ » , , 42 „ „
5) 51 n. Chr.
6) 632 nach R. E. oder 122 v. Chr.
7) 641 „ . „ , 113 . .
8) 654 , * , , 100 „ „
9) 678 . , , , 76 „ .
154 Zweites Buch.
36.
Auch scheinen die Sterne hin und her zu fahren, jedoch nicht ohne Grund, denn die Entstehung heftiger Winde von derselben Seite her hängt damit zusammen.
37.
Auch im Meere und auf der Erde giebt e s Sterne. Ich selbst habe bei den nächtlichen Feldwachen einen leuchtenden Schein von derartiger Gestalt auf den Spiessen der vor dem Walle stehenden Soldaten gesehen. Sie lassen sich auch auf die Segelstangen und andere Schiffstheile nieder, mit einem vernehmbaren Geräusch, wie wenn Vögel von einem Sitze zum andern fliegen. Wenn sie einzeln er- scheinen, bringen sie Unheil, denn sie versenken dann die Schiffe und wenn sie unten in den Kiel fallen, so ver- brennen sie dieselben; zu zweien aber sind sie ein günstiges Zeichen und verkünden eine glückliche Fahrt. Durch ihre Ankunft soll jene schreckliche und Unglückdrohende so- genannte Helena *) verjagt werden. Deshalb schreibt man auch diese Kraft dem Castor und Pollux 2) zu, und ruft sie auf dem Meere als Götter an. Auch die Häupter der Menschen leuchten rings um in den Abendstunden, was von grosser Vorbedeutung ist. Die Ursachen aller dieser Er- scheinungen kennt man nicht genau; sie sind in der Hoheit der Natur verborgen.
38.
So viel von der Welt selbst und den Gestirnen. Nun wollen wir zu den übrigen Merkwürdigkeiten des Himmels übergehen; denn auch das nannten die Alten Himmel, was wir jetzt mit einem anderen Namen Luft nennen. Dieser Lebenshauch nimmt allen scheinbar leeren Raum ein. Un- terhalb des Mondes ist ihr Sitz, und noch viel tiefer (wie ich allgemein angenommen finde) wird sie, indem sich eine unendliche Menge der obern Luft mit einer unendlichen
*) Nach Euripides wurde die spartanische Helena nach ihrer Er- mordung von der Juno in den Himmel versetzt, wo ihr Gestirn aber den Schiffern Gefahr drohete.
2) Die Zwillinge im Thierkreise.
Zweites Buch. 155
Menge irdischer Ausdünstungen mischt, mit beiden Antheilen erfüllt. Daraus entstehen Wolken, Donner und Blitz, Ha- gel, Reif, Regen, Stürme und Wirbel. Von da herab kommen die meisten Uebel der Menschen, und dort ist der Schau- platz des Kampfes der Naturkräfte unter sich. Die Macht der Gestirne drückt die irdischen, zum Himmel strebenden Theile nieder, und zieht die, welche nicht von selbst auf- steigen, zu sich empor. Regen fällt herab, Nebel steigen auf, Flüsse trocknen aus, Hagel stürzt nieder, die Sonnen- strahlen dörren die Erde aus, drängen sie von allen Seiten nach der Mitte hin, prallen ungeschwächt zurück, und neh- men mit sich, was sie können. Die Hitze kommt von oben und steigt wieder dahin zurück. Leer stürzen die Winde herbei und kehren mit Raub beladen wieder zurück. Viele Thiere ziehen die Luft von der Höhe ein; allein diese strebt wieder empor und die Erde ergiesst ihren Hauch in die Leere des Himmels. So wird, indem alles in der Na- tur wie in einem Triebwerke hier und dort hin strebt, die Zwietracht durch die schnelle Bewegung der Welt genährt. Der Kampf kann nicht ruhen, sondern dauert bei dem reissend schnellen Umschwünge fort, und zeigt, indem er mittelst der Wolken plötzlich den Himmel anders überdeckt, die Ursachen der Erscheinungen in der die Erde umgeben- den unermesslichen Runde. Diess ist auch das Reich der Winde. Daher hat die Natur die vorzüglichsten Erschei- nungen, und fast alle übrigen Ursachen derselben dort vereinigt; denn die Meisten schreiben auch den Donner und Blitz der Gewalt der Winde zu. Ja es hat sogar zuweilen Steine geregnet, die vom Winde emporgerissen waren, und vieles andere. Wir müssen daher ausführlicher über diesen Gegenstand sprechen.
39. Es ist gewiss, dass die Ursachen der Witterung und andere Erscheinungen zum Theil fest bestimmt, zum Theil zufällig oder noch unerforscht sind; denn wer möchte zwei- feln, dass Sommer und Winter, und was sonst im Laufe der Zeit einem jährlichen Wechsel unterliegt von dem Laufe
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der Gestirne abhänge? Sowie daher die Natur der Sonne an der Anordnung des Jahres erkannt wird, so haben auch alle übrigen Gestirne ihre eigenthümlichen und ihrer be- sondern Natur nach in ihren Wirkungen fruchtbaren Kräfte. Einige sind ergiebig an Feuchtigkeit, die sich in Regen verwandelt, andere an solcher, die zu Reif oder zu Schnee oder zu Hagel wird; einige bringen Sturm, andere laue Luft, andere Hitze, andere Thau und andere Kälte. Man darf aber ja nicht glauben, dass sie nur so gross sind wie wir sie sehen; denn die Berechnung einer so ungeheuren Höhe beweist, dass keiner von ihnen kleiner ist als der Mond. Ein jeder wirkt daher bei seiner Bewegung nach der ihm innewohnenden Kraft; wie bekanntlich das Vor- überziehen des Saturns sich durch Regen ankündigt. Diese Kraft ist nicht nur den wandelnden Gestirnen eigen, son- dern auch vielen am Himmel fest sitzenden, so oft sie durch die Annäherung der Planeten angetrieben oder durch die auf sie fallenden Strahlen gereizt werden. Diess nehmen wir am Regengestirn *) wahr, welches die Griechen des- halb nach ihrer Bezeichnung des Regens „Hyaden" nennen» Ja, einige bringen von selbst und zu bestimmten Zeiten Regen, wie die Böcke2) bei ihrem Aufgange; aber der Stern des Arcturus3) geht fast niemals ohne stürmisches Hagel- wetter auf.
40. Wem ist nicht bekannt, dass beim Aufgange des Hundsgestirns4) die Hitze der Sonne zunimmt? Die Wir- kungen dieses Gestirns werden weit und breit auf Erden empfunden. Bei seinem Aufgange schäumt das Meer, braust der Wein in den Kellern und bewegen sich die Sümpfe. Eine wilde Ziege, in Aegypten Oryx5) genannt, soll sich bei seinem Aufgange ihm entgegen stellen, es ansehen und
') Suculae. Sie stehen im Kopfe des Stiers.
2) Haedi, neben und in der linken Schulter des Fuhrmannes.
3) Oberhalb des linken Knies des Bärenhüters (Bootes).
4) oder Sirius in des Schnauze des grossen Hundes. *) Vielleicht die Spiessgemse, Antilope Oryx.
Zweites Buch. 157
durch Niesen gleichsam anbeten. Auch ist kein Zweifel, dass die Hunde in der ganzen Zeit am leichtesten toll werden.
41. Sogar einzelne Theile einiger Thierzeichen haben be- sondere Kraft, denn im Herbst - Aequinoctium und im Winter-Solstitium sehen wir das Gestirn durch stürmisches Wetter getrübt. Allein diess lässt sich nicht bloss an Regengüssen und Stürmen wahrnehmen, sondern wird auch durch viele Erfahrungen an unserm Körper und auf dem Felde bestätigt. Einige Menschen werden davon angehaucht, andere spüren zu gewissen Zeiten eine Bewegung im Un- terleibe, den Nerven, dem Kopfe und Geiste. Der Oelbaum, die weisse Pappel und die Weiden rollen im Sommersol- stitium ihre Blätter zusammen. Selbst am kürzesten Tage blühet das an Häusern aufgehangene, trockne Poleikraut, und mit Luft gefüllte Blasen springen. Wundern wird sich der, welcher die tägliche Erfahrung nicht beachtet, dass ein Kraut, Heliotropium genannt, die Sonne stets ansieht, und zu allen Stunden sich mit ihr drehet, selbst wenn jene mit Nebel bedeckt ist. So wachsen und schwinden selbst durch den Einfluss des Mondes die Körper aller Austern, Schnecken und Muscheln. Fleissige Beobachter haben auch gefunden, dass die Fibern der Spitzmäuse der Tagezahl des Mondes entsprechen, und dass das so kleine Thier, die Ameise, die Gewalt des Gestirns empfindet und stets im Neumonde ruhet. Dem Menschen gereicht seine Unwissen- heit hierin um so mehr zur Schande, da er sieht, dass die Augenkrankheiten, besonders einiger Lastthiere, mit dem Monde zu- und abnehmen. Alles steht unter dem Schutze des weiten Himmels, dessen unermesslicher Umfang in 72 Zeichen getheilt ist. Diese Zeichen sind Bilder von Ge- genständen und lebenden Wesen, in welche die Gelehrten den Himmel geschieden haben. In ihnen haben sie noch 1600, durch Glanz und Grösse ausgezeichnete Sterne be- stimmt; z. B. im Schweife des Stiers 7, welche das Sieben-
158 Zweites Buch.
gestirn J) heissen, an der Stirn desselben die Suculae und den Bootes, welcher dem grossen Bären folgt.
42.
Dass, abgesehen von den angeführten Ursachen, auch auf andere Weise Regen und Winde entstehen, will ich nicht in Abrede stellen; denn so viel ist gewiss, die Erde haucht einen feuchten, sonst aber durch Einflüsse der Hitze rauchigen Dunst aus. Auch die Wolken erzeugen sich aus der in die. Höhe gestiegenen Feuchtigkeit oder aus den zu Feuchtigkeit verdichteten Dünsten. Dass sie eine ge- wisse Dichtigkeit haben und etwas Körperliches sind, geht unbezweifelt daraus hervor, dass sie die Sonne verdecken, welche doch sonst den Tauchern in jeder Tiefe unter dem Wasser sichtbar bleibt.
43.
Auch ist nicht zu leugnen, dass oben aus den Sternen ein solches Feuer (wie wir es oft bei heiterem Himmel sehen), in die Wolken fallen kann, durch dessen Schlag die Luft erschüttert wird, da ja auch abgeschossene Pfeile ein Geräusch machen. Sobald nun das Feuer in die Wolke gelangt ist, entwickelt sich ein zischender Dampf, wie wenn glühendes Eisen ins Wasser getaucht wird, und ein Rauchwirbel steigt empor. Auf solche Weise entstehen die Sturmwinde. Kämpfen in den Wolken Wind oder Dampf sich drängend, so haben wir den Donner; durchbricht die Glüht die Wolken, den Blitz; nimmt sie aber einen län- geren Gang, das Wetterleuchten; dieses zertheilt die Wol- ken, jener durchbricht sie. Die Donner sind also Stösse des andringenden Feuers, daher gleich darauf feurige Risse in den Wolken schimmern.
Auch die von der Erde aufgestiegene, aber durch den Gegenstoss der Sterne niedergepresste und von einer Wolke aufgehaltene Luft kann Donner erzeugen. So lange die Luft kämpft, erstickt die Natur jeden Laut; bricht sie sich aber Bahn, so entsteht ein Knall, wie beim Zerspringen
') Vergilise.
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einer mit Luft gefällten Blase. Ferner kann sich die Luft, von welcher Beschaffenheit sie auch sein mag, beim Herab- stürzen durch Reibung entzünden. Gleichfalls kann beim Zusammentreffen von Wolken, ähnlich wie aus zwei an- einander geriebenen Steinen Feuer entsteht, woher das Funkeln der Blitze kommt. Aber alles diess gehört zu den zufälligen Erscheinungen; solche Blitze sind meist wild und unbedeutend, und weichen von dem natürlichen Gange der Natur ab. Sie fahren in Berge und Meere; alle ihre anderen Schläge sind wirkungslos. Jene andern aber kom- men nach festbestimmten Ursachen als Verkünder des Schicksals von oben herab aus ihren Gestirnen.
44.
Dass auf ähnliche Weise Winde oder vielmehr Luft- ströme aus der dünnen und trocknen Ausdünstung der Erde entstehen können, möchte ich nicht leugnen; auch aus der von den Gewässern ausgehauchten weder zu Nebel verdichteten noch zu Wolken verdickten Luft; sowie durch den Trieb der Sonne (denn der Wind wird für nichts anderes gehalten als für ein Strömen der Luft), endlich noch auf verschiedene andere Weise bilden sie sich. Denn auch aus Flüssen, und aus dem selbst ruhigen Meere ent- wickeln sich Winde; andere, Atlanen genannt, steigen aus der Erde. Wenn diese vom Meere zurückkehren, nennt man sie Tropäen, und wenn sie über das Meer hinziehen, Apogeen.
Die Bergzüge aber, ihre zahlreichen Gipfel, ihre wie Ell- bogen gekrümmten oder wie Schultern gebrochenen Rücken, die Aushöhlungen der Thäler, welche durch ihre Ungleich- heit die aus ihnen emporgestiegene Luft durchschneiden (daher auch die Stimme darin widerhallt), erzeugen fort- während Winde. Ja selbst in Höhlen entstehen Winde; so befindet sich an der Küste von Dalmatien eine weite jähe Schlucht, in welcher durch Hineinwerfen eines leich- ten Körpers selbst an ruhigen Tagen ein, einem Wirbel- winde ähnliches Brausen erfolgt. Der Ort führt den Na- men Senta. So soll auch in der Landschaft Cyrene ein
160 Zweites Buch.
dem Südwinde geheiligter Fels liegen, welchen keine menschliche Hand berühren darf, ohne dass der Südwind sogleich den Sand aufwirbelt. Sogar in manchen Häusern haben viele durch Abhaltung des Lichts feucht gewordene Gemächer ihren Wind; an einer Ursache fehlt es daher niemals.
45. Zwischen dem Luftstrome und dem Winde findet ein bedeutender Unterschied statt. Jener wehet beständig und fühlbar, und zieht sich nicht bloss über einzelne Striche, sondern über ganze Länder hin. Er ist weder eine milde Luft, noch ein Sturmwind, sondern wie schon der Name x) anzeigt, der männliche Wind. Er wird entweder durch den beständigen Lauf der Welt und den Gegenlauf der Sterne erzeugt; oder er ist jener, allen Naturwesen gemeinsame, bald hier bald dorthin wie in einem Schlauche herum- schweifende Hauch; oder er ist die, durch den ungleichen Stoss der Planeten und den vielfältigen Wurf der Strahlen gepeitschte Luft; oder er entsteht aus besondern, den Son- nenstrahlen näheren Sternen, oder aber aus den Fixsternen. So viel ist gewiss, dass jenem Strome ein nicht unbekanntes, wenn auch noch nicht genugsam erforschtes Naturgesetz zum Grunde liegt. Mehr als 20 alte griechische Schrift- steller haben ihre Beobachtungen darüber mitgetheilt. Es ist in der That sehr zu bewundern, dass auf der uneinigen und in kleine Staaten getheilten Erde, unter fortwährenden Kriegen, wo die Gastfreundschaft verletzt ward, und sogar Seeräuber, die Feinde aller Menschen, die Uebergänge be- setzt hielten, so viele Männer mit so schwierigen Sachen beschäftigt gewesen sind; so dass heutzutage ein Jeder in seinem Lande aus den Werken jener Forscher, welche doch nie dahin gekommen waren, über jene Gegenstände besser unterrichtet ist, als durch die Kunde der Eingebornen. Jetzt aber, bei dem beglückenden Frieden, unter einem Künste und Wissenschaften befördernden Fürsten, erwei-
•) Flatus.
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tern wir unser Wissen nicht nur nicht, sondern machen uns auch nicht einmal mit den Erfindungen der Alten be- kannt. Die damaligen Belohnungen waren nicht gross, denn die Glücksgüter theilten sich unter viele; und die meisten fanden keinen anderen Preis für ihre Bemühungen als das Bewusstsein, der Nachwelt genützt zu haben. Die Sitten der Menschen sind gealtert, nicht ihre Werke. Eine zahllose Menge schifft allenthalben auf dem offnen Meere umher, und nimmt die Gastfreundschaft aller Küsten in Anspruch, nicht der Wissenschaft, sondern des Gewinnes wegen. Der blinde, von Habsucht so erfüllte Geist bedenkt nicht, dass er seinen Endzweck durch die Wissenschaft weit sicherer erreichen kann. Ich werde daher von den Winden genauer, als es vielleicht für den Plan dieses Wer- kes passt, handeln, weil ich auf so viele Tausend Seefahrer Kücksicht nehme.
46. Die Alten nahmen überhaupt vier Winde, nach den vier Weltgegenden an (daher auch Homer nicht mehrere nennt); allein diese Eintheilung war, wie man bald einsah, mangelhaft. Das folgende Zeitalter fügte mit allzugrosser Genauigkeit und Zersplitterung, noch acht hinzu. Die fol- genden wählten das Mittel zwischen beiden, indem sie zu der kleinern Eintheilung noch vier von der grössern setz- ten. Dadurch kommen also je zwei auf die vier Himmels- gegenden. Vom Aequinoctial-Aufgange (der Sonne) kommt der Ostwind *), vom Winteraufgange der Südostwind 2); jenen nennen die Griechen Apeliotes, diesen Eurus. Vom Mittag kommt der Südwind8), vom Winteruntergange der Südwest4); bei den Griechen Notus und Liba. Vom Aequi- noctial-Untergange der Westwind5), vom Solstitial-Unter- gange der Nordwest6); bei den Griechen Zephyrus und Argestes. Von Mitternacht der Nordwind7), zwischen ihm und dem Solstitial-Aufgange der Nordost8); bei den Grie-
') Subsolanus. 2) Vultumus. 3) Auster. 4) Africus. 5) Favonius. «) Corus. 7) Septentrio. 8) Aquilo.
11
1(32 Zweites Buch.
eben Aparktias und Boreas. Nach der grössern Eintheilung kommen noch vier Winde dazwischen, nämlich: der Nord- nordwest1), mitten zwischen Nord und dem Solstitial-Unter- gange; der Ostnordost2) mitten zwischen dem Nordost und dem Aequinoctial- Aufgange, vom Solstitial-Punkte an; der Südsüdost 3), mitten zwischen dem Winteraufgange und Mittag; der Südsüdwest 4) mitten zwischen Mittag und dem Winteruntergange, d. h. zwischen Süd und Südwest 5) und da- her aus beiden (Namen) zusammengesetzt. Aber das ge- nügte noch nicht! Einige setzten nämlich zwischen dem Boreas und Csecias den Nordostnord6), und zwischen den Eurus und Notus den Südostsüd.7)
Einige Winde sind nur gewissen Ländern eigenthüm- lich, und gehen nicht über einen bestimmten Strich hinaus; wie z. B. bei den Atheniensern der Sciron, der wenig vom Argestes abweicht und dem übrigen Griechenland unbekannt ist. An andern Orten, wo er etwas mehr von Norden weht, heisst er Olympias; allein gewöhnlich ist mit allen diesen Namen der Argestes gemeint. Auch den Csecias nennen Einige Hellespontias. Ueberhaupt haben dieselben Winde an verschiedenen Orten verschiedene Namen. In der Nar- bonensischen Provinz ist der Circius der bedeutendste aller Winde, denn er steht keinem an Heftigkeit nach, und weht meistens über das ligurische Meer nach Ostia hin. Der- selbe ist nicht nur in den übrigen Theilen der Erde unbe- kannt, sondern er berührt auch nicht einmal Vienna, die Hanptstadt jener Provinz, weil er, ungeachtet seiner Heftig- keit, nahe vor der Stadt durch einen nicht sehr bedeuten- den Bergrücken aufgehalten wird. Auch Fabianus leugnet, dass der Südwind in Aegypten wehe. Hieraus geht ein Naturgesetz hervor, wonach auch den Winden Zeit und Grenzen gesetzt sind.
47.
Der Frühling eröffnet den Schiffern die Meere; bei sei-
•) Thrascias. 2) Csecias. 3) Phoenix. 4) Libanotus. 5) Notus und Liba. 6) Meses. 7) Euronotus.
Zweites Buch. 163
nem Anfange, nämlich wenn die Sonne im 25. Grade des Wassermanns steht, erreicht der Westwind den winterlichen Himmel. Der Tag, an welchem diess geschieht, ist der sechste vor den Iden des Februars.1) Dasselbe gilt fast von allen Winden, die ich später besprechen werde; nur in den Schaltjahren kommen sie um einen Tag früher, in dem folgenden Lustrum2) aber befolgen sie wieder die alte Ordnung. Der Westwind heisst bei Einigen vom ach- ten Tage vor den Kaienden des März3) an Chelidonias wegen der Ankunft der Schwalben, bei Anderen Ornithias, weil er vom 71. Tage nach dem Wintersolstitium, das ist von der Ankunft der Vögel an, neun Tage lang wehet. Der dem Westwinde entgegengesetzte heisst Ostwind. Der Sommer tritt mit dem Aufgange des Siebengestirns in dem- selben Grade4) des Stieres, am neunten Mai, ein; diess ist die Zeit des Südwindes, welcher dem Nordwinde entgegen steht. In der heissesten Periode des Sommers geht der Hundsstern auf, beim Eintritt der Sonne in den ersten Grad des Löwen, oder am 16. Juli. Ohngefähr 8 Tage vor seinem Aufgange wehet der Nordost, der daher auch Vorläufer 5) heisst. Aber zwei Tage nach seinem Aufgange wehet derselbe Wind in den Hundstagen beständig fort, und heisst Passatwind. 6) Man glaubt, die Hitze der Sonne verbunden mit der des Hundssterns mildere diesen Wind, welcher beständiger als alle andern Winde ist. Darauf folgt wieder häufiger Südwind bis zum Aufgange des Arc- turus, elf Tage vor dem Herbst-Aequinoctium. Mit dem
') Der 7. Februar. Mus war der 15. Tag im März, Mai, Juli und October, in den übrigen Monaten der 13.
2) Hier ein Zeitraum von 4 Jahren. Ursprünglich aber verstand man darunter das Sühnopfer, welches alle 5 Jahre vorgenommen wurde.
3) Am 22. Februar. Kalendse war der erste Tag eines jeden Monats.
4) Dem 25.
5) Prodromus.
6) Etesias.
11*
164 Zweites Buch.
Herbst- Aequinoctium beginnt als Herbstwind der Nordwest; ihm ist der Südostwind entgegen. Etwa 44 Tage nachher tritt mit dem Untergange des Siebengestirns der Winter ein, welcher Zeitpunkt auf den 10. November zu fallen pflegt. Mit ihm beginnt auch der winterliche Nordost, wel- cher von dem im Sommer wehenden sehr verschieden ist; sein Gegner ist der Südwest. Sieben Tage vor und. nach dem kürzesten Tage ist das Meer mit der Brut der Eis- vögel bedeckt, woher auch diese Tage ihren Namen1) er- halten haben; die übrige Zeit ist es Winter. Allein selbst durch die Rauheit des Wetters wird das Meer nicht ver- schlossen. Anfangs sah man sich nur aus Furcht, den Seeräubern zur Beute zu werden, mit Todesgefahr genö- thigt, im Winter das Meer zu beschiffen; allein jetzt ist die Habsucht die Triebfeder dazu.
48.
Am kältesten siud die Winde, welche, wie wir an- gegeben, vom Norden her wehen, uud der ihnen benach- barte Nordwest. Diese herrschen auch über die andern und vertreiben die Wolken. Feuchte Winde sind der Südwest, und vorzüglich für Italien der Südwind. Auch im Pontus soll der Ostnordost die Wolken an sich ziehen. Trockne Winde sind der Nordwest und Südost, ausgenommen wenn sie ruhig wehen. Der Nordost und Nord bringen Schnee, der Nord und Nordwest Hagel, der Südwind ist heiss, der Südost und West lau, beide aber trockner als der Ostwind, und im Allgemeinen sind die von Norden und Westen kommenden trockner als die, welche von Süd und Ost. Der gesundeste unter allen ist der Nordost; der Südwind nachtheilig und mehr trocken, vielleicht, weil er feucht, und darum kälter ist. Während er wehet, sollen die Thiere weniger Hunger empfinden.
Die Passatwinde hören fast immer bei Einbruch der Nacht auf und erheben sich um die dritte Tagesstunde2)
•) Halcyonides,
2) 9 Uhr Morgens. Der Tag fing bei den Römern nach unserer Zeitrechnung um G Uhr Morgens an.
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wieder. In Spanien und Asien wehen sie von Osten her, im Pontus von Nordost, in den übrigen Ländern von Mittag. Sie wehen auch vom kürzesten Tage au, wo sie dann Ornithiä heissen, aber milder sind und nur wenige Tage dauern. Zwei Winde verändern auch ihre Natur mit der Ortlage; der Südwind bringt Afrika heitern, der Nordost trüben Himmel.
Alle Winde wehen grösstenteils abwechselnd, oder so, dass, wenn einer aufhört, der entgegengesetzte anfängt. Erhebt sich aber der zunächst liegende, so geschieht diess, gleich dem Laufe der Sonne, von der linken Seite zur rechten. Ihre Beschaffenheit während eines Monats hängt von dem 4. Tage nach dem Neumonde ab. Mit ein und demselben Winde kann man in entgegengesetzter Richtung schiffen, wenn man die Segeltaue nachlässt, weshalb auch häufig des Nachts von entgegengesetzten Seiten kom- mende Fahrzeuge zusammenstossen. — Der Südwind schlägt grössere Wellen als der Nordost, denn jener weht von dem untersten Ende des Meeres her, dieser dagegen vom ober- sten. *) Daher treten nach dem Südwinde besonders häufig gefährliche Erdbeben ein. Des Nachts ist der Südwind, am Tage der Nordostwind heftiger. Die Ostwinde halten länger au als die Westwinde. Die Nordwinde hören meistens an ungeraden Tagen auf, was auch für viele andere Naturgegenstände gilt, daher hält man die ungerade Zahl für die männliche. Die Sonne vermehrt und unter- drückt die Winde; die Vermehrung findet bei ihrem Auf- gange und Untergange, die Verminderung zur Sommerzeit um Mittag statt. Daher ruhen sie grösstenteils in der Mitte des Tages oder der Nacht, indem sie durch die all- zugrosse Kälte oder Hitze vertrieben werden. Auch durch Regen werden die Winde beschwichtigt. Aber fast immer sind wir ihrer gewärtig, wenn zerrissene Wolken den Him-
') Dieser Satz wird verständlich, wenn man sich, im Sinne der Alten, die nördliche Weltgegend weit höher denkt als die südliche.
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mel durchblicken lassen. Eudoxus x) glaubt, dass (wenn man die geringsten Nebenumstände beachten würde) alle vier Jahre dieselben Wind- und Witterungswechsel wieder- kehren. Der Anfang dieser vierjährigen Periode ist im Schaltjahre, beim Aufgange des Hundssternes. Soviel von den allgemeinen Winden.
49. Nun gehen wir zu den plötzlich entstehenden Winden über, welche sich, wie gesagt 2), aus den Dünsten der Erde erzeugen, dann aber, mit einer Wolkenhülle umgeben, nie- derstürzen und in vielfacher Gestalt erscheinen. Umher- schweifend und gleich reissenden Strömen fortstürzend er- zeugen sie (nach der oben angeführten Meinung Einiger) 3) Donner und Blitz. Wenn sie mit grösserer Kraft und schnellerem Anlaufe eine trockne Wolke durchbrechen, so entsteht der Sturmwind, den die Griechen Eknephias nennen. Haben sie aber, enger zusammengerollt, die Wolke in einem flachen Bogen durchbrochen, jedoch ohne Feuer, d. h. ohne Blitz, dann bilden sie einen Wirbel, welcher Typhon oder gewirbelter Eknephias heisst. Dieser nimmt ein abgerissenes Stück von der kalten Wolke mit sich, und, indem er es wälzt und drehet und seine Zerstörung durch jenes Gewicht noch beschleunigt wird, zieht er in reissendem Wirbel von Ort zu Ort. Besonders den Seefahrern ist er ein gefährliches Uebel, denn er zerbricht nicht nur die Segelstangen, sondern die Fahrzeuge selbst. Mit einem sehr billigen Mittel kann man sich gegen ihn schützen; man giesst ihm nämlich Essig, dessen Natur sehr kühlend ist, entgegen. Wird er nach heftigem Anprallen zurück- gestossen, so reisst er das Ergriffene saugend mit sich in die Höhe.
50. Wenn er die gepresste Wolke in einer grössern Höh-
') Aus Knidos, ein Schüler des Plato, war Arzt und Geometer und starb 348 v. Chr.
2) Im 42. Cap.
3) Im 43. Cap.
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lung, die aber nicht so weit ist als beim Sturmwinde, mit Krachen durchbricht, so heisst er Wirbelwind1), und reisst dann alles nieder, was ihm nahe steht. Ist er aber heiss und zündet er während seines Tobens, so nennt man ihn feurigen Wirbelwind2); er verbrennt und vernichtet alles, was er berührt. Niemals entsteht aber bei Nordost- winde der Typhon, noch im Winter oder wenn Schnee liegt, der Eknephias. Wenn letzterer beim Durchbruch der Wolke sich entzündet, das Feuer aber schon bei sich ge- habt und nicht erst empfangen hat, so wird er zum Blitze. Er unterscheidet sich vom Prester, wie die Flamme vom Feuer. Dieser verbreitet sich durch sein Blasen weit und breit, jener wird durch seine Heftigkeit zusammengeballt. Der Dreh wind3) unterscheidet sich vom Wirbelwinde durch sein Wiederkehren, gleich wie ein prasselndes Geräusch vom Knalle. Von beiden aber ist der Sturmwind4) durch seine Breite verschieden; er treibt die Wolken mehr aus einander als er sie durchbricht. Es giebt auch schwarze, ungeheuren Thieren ähnliche Wolken, welche für den Schiffer Unheil drohend sind. Man nennt sie Säulen, wenn die verdickte und starre Feuchtigkeit sich selbst aufrecht hält. Zu derselben Gattung gehört ferner die Wolke, welche gleich einer Röhre das Wasser an sich zieht.
51. Im Winter und Sommer sind, aus entgegengesetzten Ursachen, die Blitze selten, denn im Winter wird die ohnehin dichte Luft durch die dickere Wolkenhülle noch mehr verdichtet; alle Ausdünstung der Erde ist starr und eisig, und was sie an Feuerstoff empfängt, erlöscht. Aus diesem Grunde ist Scythien sammt den umliegenden kalten Ländern frei von Blitzen; dagegen hat in Aegypten die allzugrosse Hitze dieselben Folgen, denn die heissen und trocknen Dünste der Erde verdichten sich nur selten, und
') Turbo.
2) Prester.
3) Vortex.
4) Procella.
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dann nur zu dünnen, lockern Wolken. Allein im Frühlinge und im Herbste entstehen häufiger Blitze, weil die Ur- sachen, welche ihrem Entstehen im Winter und Sommer hinderlich sind, in jenen beiden Jahreszeiten wegfallen. Daher wird Italien oft von Blitzen heimgesucht, denn die bewegliche Luft des mildern Winters und feuchten Sommers gleicht gewissermaassen derjenigen im Frühlinge und Herbste. Auch in den mehr südlich gelegenen Gegenden Italiens, wie um Rom und in Companien, blitzt es im Sommer sowohl wie im Winter, was in andern Ländern nicht geschieht.
52.
Man giebt von den Blitzen selbst mehrere Arten an. Die trocknen zünden nicht, sondern zerschmettern nur; die feuchten brennen nicht, sondern sengen nur. Eine dritte Art, der helle Blitz genannt, ist von wunderbarer Beschaf- fenheit; er leert die Fässer aus, ohne sie im geringsten zu beschädigen oder sonst eine Spur zu hinterlassen. Er schmelzt Gold, Silber und Kupfer in den Beuteln, ohne die letztern zu verbrennen, und nicht einmal das wächserne Siegel wird dadurch verletzt. Marcia, eine vornehme Rö- merin, wurde während ihrer Schwangerschaft vom Blitze getroffen, und blieb selbst ohne ander weiten Unfall am Leben, während ihre Leibesfrucht getödtet ward. Unter andern Wunderzeichen während der Catilinarischen Ver- schwörung ereignete es sich auch, dass der Dekurio1) M. Herennius aus der Pompejanischen Pflanzstadt 2) an einem heitern Tage vom Blitze erschlagen wurde.
53.
In den Schriften der Thuscer3) wird angegeben, dass neun Götter die Blitze entsenden, und dass es elf Arten derselben gebe; Jupiter allein schleudere drei davon. Die Römer haben nur zwei behalten, und schreiben die am Tage erfolgenden dem Jupiter, die des Nachts entste-
') Rathsherr in einer Pflanzstadt (municipium).
*) Pompeji.
3) Etruscer oder Hetrurier.
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henden dem Summanus a) zu. Die letzteren sind wegen des kältein Himmels seltener. In Etrurien glaubt man, es brächen auch Blitze aus der Erde hervor und nennt sie unterirdische. Sie erfolgen im Winter und sind äusserst wüthend und schrecklich, denn sie haben alle einen irdi- schen Ursprung und gehören nicht zu den allgemeinen, welche von den Gestirnen herabkommen, sondern erzeugen sich aus den nächsten und unreinem Stoffen der Natur. Der auffallende Unterschied beider Arten liegt darin, dass alle vom Himmel kommenden Blitze schräg, die sogenann- ten irdischen aber gerade einschlagen. Da sie aber aus einem uns nähern Stoffe fallen, so glaubt man, sie kommen aus der Erde, weil sie keine Spur ihres Zurückprallens zeigen; allein dieses Verhalten spricht nicht für einen von unten kommenden Schlag, sondern für einen diesem gerade entgegengesetzten. Diejenigen, welche die Sache genauer untersucht haben, glauben, sie kämen vom Saturn herab, sowie die zündenden vom Mars. Durch einen solchen Blitz ward Volsinii2), die reichste Stadt der Thuscser, ganz ver- brannt.
Familienblitze nennt man die für das ganze Leben bedeutungsvollen, welche dem, welcher eine Familie be- gründet, zum ersten Male erscheinen. Uebrigens glaubt man, dass die Vorbedeutungen der Blitze in Privatange- legenheiten sich nicht über zehn Jahre hinaus erstrecken, ausgenommen diejenigen, welche am Geburtstage und bei der ersten Heirath erscheinen; in öffentlichen Angelegen- heiten weissagen sie nicht über 30 JaJire, ausgenommen bei der Anlegung neuer Städte.
54.
In den Jahrbüchern3) findet man, dass durch gewisse Opfer und Gebete die Blitze weggebannt und herbei-
*) Gott der Unterwelt (Summus manium).
2) Volsena.
3) Annales, waren von den Priestern geführte Bücher, über die Hauptereignisse eines jeden Jahres, aus welchen die spätem Histo- riker ihren Stoff schöpften.
170 Zweites Buch.
gerufen werden können. Eine alte Sage in Etrurien er- zählt, man habe, als einst ein Ungeheuer, Volta genannt, die Aecker verwüstete und die Stadt Volsinii bedrohete, Blitze herbeigerufen. Auch Porsenna1), der dortige Kö- nig, erflehete Blitze; und dass vor ihm Numa2) dasselbe gethan, berichtet L. Piso3), ein glaubwürdiger Schriftsteller im ersten Buche seiner Annalen; T. Hostilius4) habe ihm darin, aber weniger glücklich nachgeahmt, denn er sei vom Blitze erschlagen. Wir haben zu diesem Behufe Haine, Altäre und heilige Gebräuche; und neben dem Jupiter Stator5), Tonans6) und Feretrius7) haben wir auch einen Jupiter Elicius8) angenommen. Im gemeinen Leben hegt man hierüber verschiedene Meinungen, die sich nach den Ansichten eines Jeden richten. Es ist ein kecker Gedanke, die Natur beherrschen zu wollen, und nur ein schwacher Verstand wird behaupten, dass man Naturkräften durch Opfer ihren Einfluss benehmen könne; ja die Kenntniss in der Erklärung der Blitze ist schon so weit gekommen, dass man durch Hülfe ihrer zukünftige Blitze auf den Tag be- stimmt vorhersagt, und wie aus unzähligen Erfahrungen
') König von Clusium in Etrurien, im 6. Jahrh. v. Chr., zu dem der aus Rom vertriebene Tarquinius flüchtete, Vergl. XXXIV. B. 14. Cap.
2) Numa Pompilius, der zweite römische König, 715 — 670 v. Chr.
3) L. Calpurnius Piso, ein verdienter Staatsmann, der 133 v. Chr. das Consulat bekleidete.
4) Enkel des Hostus Hostilius, dritter römischer König, 670 — 638 v. Chr. Vergleiche XVIII. B. 2. Cap.
5) Romulus gelobte dem Jupiter einen Tempel, wenn er die vor den Sabinern fliehenden Römer zum Stehen bewegen würde. Liv. I. 12.
6) Der Donnerer.
7) Romulus weihete dem Jupiter einen Tempel und brachte ihm die dem Könige der Cänimenser abgenommene Beute dar, welche auf einer Bahre (feretrum) getragen wurde.
8) Der herabgelockte. Numa soll nämlich die Kunst verstanden haben, durch zauberische Gebräuche den Jupiter vom Olymp zu sich herabzulocken.
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•des öffentlichen und Privatlebens hervorgeht, bestimmt, ob sie das Schicksal ändern, oder das Kommen neuer Ereig- nisse andeuten. Mögen diese Dinge nun, wie es ihre Na- tur mit sich bringt, Einigen als gewiss, Andern als zweifel- haft, Andern als erwiesen, Andern als verwerflich erschei- nen; wir wollen die übrigen Erscheinungen, welche hiebei noch bemerkenswerth sind, nicht übergehen.
55. Dass der Blitz eher gesehen als der Donner gehört wird, obgleich beide zu gleicher Zeit entstehen, ist gewiss, aber auch kein Wunder, denn das Licht pflanzt sich weit schneller fort als der Schall. Die Natur hat es zwar so eingerichtet, dass Schlag und Schall in demselben Momente zusammenfallen; aber der Schall ist die Wirkung des aus- fahrenden, nicht des einschlagenden Blitzes. Noch schneller als der Blitz ist die Luft, daher wird alles eher erschüttert und ange wehet als vom Strahle getroffen, auch Niemand vom Blitze erschlagen, der ihn zuvor gesehen oder den Donner gehört hat. Die Blitze, welche von der linken Seite herkommen, werden für glücklich gehalten, weil der Sonnen- aufgang uns zur Linken Seite der Welt liegt. Jedoch wird dabei nicht sowohl auf seine Ankunft als vielmehr auf seine Rückkehr Rücksicht genommen; ob nämlich sogleich nach dem Schlage Feuer abspringt , oder ob nach vollendetem Schlage oder nach verlöschtem Feuer die Luft sogleich wie- derkehrt. Die Thuscer haben zu diesem Behufe den Him- mel in 16 Theile getheilt. Der erste Theil erstreckt sich vom Norden bis zum Aequinoctial- Aufgange; der zweite von da bis Mittag; der dritte von hier bis zum Aequinoc- tial-Untergange; der vierte enthält den übrigen Raum von da bis zum Norden. Jeder dieser Theile zerfällt wiederum in vier, von denen acht die dem Sonnenaufgange links, und acht die demselben rechts liegenden genannt werden. Von allen Blitzen haben nun diejenigen die schrecklichste Bedeutung, welche von West nach Nord sich zeigen. Es kommt also sehr viel darauf an, von woher sie ziehen und wohin sie sich wenden. Am besten ist es, wenn sie da,
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wo sie entstanden sind, wieder hineilen. Kommen sie da- her vom ersten Theile des Himmels her und kehren wie- der dahin zurück, so verkünden sie das grösste Glück, wie dergleichen dem Dictator Sulla *) widerfahren sein soll. Die Blitze, welche von den übrigen Theilen kommen, sind we- niger Glück bringend oder Unheil verkündend. Manche Blitze soll man weder nennen, noch nennen hören dürfen, es sei denn, dass mau einem Gastfreunde oder Verwandten davon erzählte. Wie unsicher diese Beobachtung ist, hat sich in Rom erwiesen, als unter dem Konsul Scaurus2), welcher bald darauf der erste unter seinen Amtsgenossen wurde, der Blitz in den Tempel der Juno einschlug.
Blitz ohne Donner bemerkt man mehr bei Nacht »als bei Tage. Das einzige lebende Wesen, welches er nicht immer tödtet, ist der Mensch, die übrigen sterben auf der Stelle. Die Natur scheint ihm diesen Vorzug deshalb ge- geben zu haben, weil ihn so viele Thiere an Stärke über- treffen. Alle Thiere liegen auf der dem Schlage entgegen- gesetzten Seite; der Mensch stirbt nicht, wenn er nicht auf die getroffene Stelle geworfen wird; die von oben Getrof- fenen werden sitzend, die wachend Getroffenen mit geschlos- senen Augen, und die schlafend Getroffenen mit offenen Augen gefunden. Nach religiösen Vorschriften soll ein vom Blitz erschlagener Mensch nicht verbrannt, sondern beerdigt werden. Kein Thier wird, wenn es nicht schon todt war, vom Blitz angezündet. Die vom Blitze herrührenden Wun- den sind kälter als der übrige Körper.
56.
Von allem, was die Erde hervorbringt, wird der Lorbeer- baum nicht vom Blitze getroffen, und nie dringt er über fünf Fuss tief in die Erde. Daher halten Furchtsame sich in tiefen Höhlen, oder auch in Zelten aus den Fellen der Seekälber für sicher, denn diess Thier ist das einzige unter den Seegeschöpfen, welches der Blitz nicht verletzt, sowie
') Geboren 147, gestorben 78. v. Chr. 2) 115 v. Chr.
Zweites Buch. 173
unter den Vögeln der Adler, daher derselbe als Träger die- ses Geschosses abgebildet wird. In Italien zwischen Ter- racina und dem Tempel der Feronia1) werden in Kriegs- zeiten keine Thtirme mehr erbauet, weil keiner derselben vom Blitze verschont blieb.
57.
Ausserdem finden sich, was die untere Region des Himmels betrifft, Nachrichten, dass es unter den Konsuln M. Acilius und C. Porcius2) und auch sonst noch Milch und Blut geregnet habe; ferner Fleisch, unter den Kon- suln P. Volumnius und Servius Sulpitius 3), und die Stücke, welche die Vögel nicht weggeholt hätten, sollen nicht ver- fault sein. Auch Eisen regnete es in Lukanien ein Jahr zuvor, ehe M. Crassus nebst allen lukauiscben Soldaten, von denen sich eine grosse Anzahl bei seinem Heere be- fand, von den Parthern niedergemacht wurde. 4) Im Aeussern glich das herabgefallene Eisen Schwämmen; die Harus- pices hatten auch schon vorher vor Wunden, welche von oben kämen, gewarnt. Unter den Konsuln L. Paulus und E. Marcellus5) regnete es in der Nähe des compsanischen Kastells6) Wolle; ein Jahr darnach wurde dort T. Annius Milo getödtet. Die öffentlichen Urkunden 7) berichten auch, dass es, als jener seine Rechtssache vertheidigte, Ziegel- steine geregnet habe.
58.
Man erzählt, dass während des cimbrischen Krieges s), und auch häufig früher und später Waffengeklirr und
') Göttin der Freiheit und Beschützerin der Wälder und Haine. Der Tempel lag an der Stelle des heutigen Lago di Ferona. -) 640 n. R. E. 114 v. Chr. 3) 293 n. R. E. 461 v. Chr. «) 701 n. R. E. 53 v. Chr.
5) 704 n. R. E. 50 v. Chr.
6) bei Compsa (Conza).
7) Acta, eine Art Zeitungen, welche unter Julius Caesar auf- kamen.
8) 101 v. Chr.
174 Zweites Buch.
Hörn erschall vom Himmel herab gehört worden sei. Aber unter dem 3. Konsulate des Marius *) sahen die Ameriner und Tuderter Waffen am Himmel, die von Morgen und Abend her gekommen so lange mit einander kämpfteu,' bis die letztern zurückgedrängt waren. Dass selbst der ganze Him- mel brennt, ist keineswegs wunderbar und schon oft ge- sehen, wenn die Wolken von einem grossen Feuer ergriffen wurden.
59. Die Griechen rühmen von Anaxagoras 2) aus Klazomenä,. dass derselbe im 2. Jahre der 78. Olympiade3) vermöge seiner Kenntniss in der Astronomie vorhergesagt habe, an welchem Tage ein Stein aus der Sonne fallen würde, und dass diess wirklich in einer Gegend von Thracien, am Flusse Aegos4) bei Tage geschehen sei. Dieser Stein, von der Grösse eines beladenen Wagens und von brandiger Farbe, wird noch jetzt gezeigt. Um jene Zeit stand auch ein feuriger Komet am Himmel. Wer aber an eine solche Vorhersagung glaubt, der muss noth wendig auch zugeben, dass die Weissagungskraft des Anaxagoras ein noch grös- seres Wunder war; und unsere Einsicht in das Wesen der Dinge würde in Nichts zerfallen, und in gänzliche Verwir- rung gerathen, wenn entweder die Sonne selbst ein Stein wäre, oder man glaubte, dass jemals ein Stein auf ihr ge- wesen sei. Dass aber dennoch häufig Steine herabfallen, wird darum keinen Zweifel erleiden. In der Fechtschule zu Abydus5) wird noch heutzutage ein Stein, der zwar nur klein ist, dessen Herabfallen mitten auf das Land aber Anaxagoras. ebenfalls voraus gesagt haben soll, heilig ver- wahrt. Auch zu Cassandria, welches jetzt Potidäa6) heisst,
') 103 v. Chr.
-) Geboren 500 v. Chr., starb 428 zu Lampsacus.
3) 4G7 y. Chr.
4) An der Strasse der Dardanellen.
5) Es gab mehrere Orte dieses Namens, einen in Troas, einen in Thebais und einen in Japygia.
6) Auf der Landspitze Pallene in Macedonien; jetzt heissen ihre Ruinen Porte di Cassandro.
Zweites Buch. 175
wird ein solcher Stein aus derselben Veranlassung verehrt Ich selbst habe im Gebiete der Vocontier x) einen gesehen, der erst kurz vorher herabgefallen war.
60.
Was wir Kegenbogen nennen, ist eine häufige, weder mit Wundern noch Deutungen begleitete Erscheinung; denn nicht einmal Hegen oder heiteres Wetter zeigt er mit Sicher- heit an. Es ist offenbar, dass der in eine hohle Wolke einfallende Sonnenstrahl, an der Spitze gebrochen und ge- gen die Sonne zurückgeworfen wird; und dass die Ver- schiedenheit der Farben aus der Mischung der Wolken, der Luft und des Feuers hervorgeht. Er entsteht in der That auch nur auf der der Sonne entgegengesetzten Seite, und niemals anders, als in der Gestalt eines Halbkreises; auch erscheint er nie des Nachts, obgleich Aristoteles an- giebt, dass man um diese Zeit einst einen solchen gesehen habe, zugleich gesteht er aber, dass diess nur am 14. Tage nach dem Neumonde möglich sei. Die meisten Regenbogen bilden sich im Winter, vom Herbst-Aequinoctium an, wenn die Tage abnehmen. Wenn diese wieder zunehmen, also vom Frühlings-Aequinoctium an, erscheinen sie eben so wenig wie zur Zeit des Sommer-Solstitiums, in den läng- sten Tagen. Im Winter-Solstitium, an den kürzesten Ta- gen, sind sie sehr häufig. Sie stehen hoch, wenn die Sonne tief, und tief, wenn die Sonne hoch steht; sie sind Morgens und Abends kleiner, aber breiter, Mittags schmäler, aber von grösserem Umfange. Im Sommer sieht man sie des Mittags nicht, jedoch nach dem Herbst-Aequinoctium zu jeder Stunde. Nie erscheinen auf einmal mehr als zwei.
61.
Die übrigen hieher gehörigen Naturerscheinungen dürf- ten wohl den Meisten klar sein. Der Hagel entsteht aus gefrorenem Regen, der Schnee aus derselben, nur lockerer vereinigten Feuchtigkeit, der Reif aber aus erstarrtem Thau. Im Winter fällt Schnee, aber kein Hagel, dieser selbst am
') Jetzt Vaison im südlichen Frankreich.
176 Zweites Buch.
Tage öfter als in der Nacht und zergeht schneller als der Schnee. Nebel entstehen weder im Sommer noch bei strenger Kälte; Thau fällt weder bei Kälte, noch bei Hitze, noch beim Winde, sondern in heitern Nächten. Durch den Frost wird die Wassermasse verringert und wenn das Eis aufthauet, dieselbe Quantität nicht wiedergefunden. In den Wolken nimmt man verschiedene Farben und Gestalten wahr, je nachdem das beigemischte Feuer die Oberhand hat oder untergeordnet ist.
62.
Ausserdem zeigen einige Orte gewisse Eigenthümlich- keiten. So hat man in Afrika im Sommer thauige Nächte. In Italien zu Locri1) und am velinischen See2) erscheinen jeden Tag Kegenbögen. Zu Rhodus und Syrakus ist der Himmel nie so sehr mit Wolken bedeckt, dass man nicht "wenigstens zu einer Stunde des Tages die Sonne sehen kann. Alles dies werde ich jedoch passender bei den be- treffenden Orten vortragen. So viel von der Luft.
63.
Nun folgt die Erde, welcher wir, wegen ihrer grossen Verdienste, allein von allen Theilen der Welt den Namen und die Verehrung einer Mutter verliehen haben. Sie ist dem Menschen das, was der Gottheit der Himmel ist; sie nimmt uns bei der Geburt auf, ernährt und erhält uns fortwährend, und zuletzt, wenn die übrige Natur sich von uns lossagt, empfängt sie uns in ihrem Schoos und bedeckt uns als eine liebende Mutter. Durch kein Verdienst ist sie uns heiliger, als dass sie uns selbt heilig macht; auch trägt sie unsere Monumente und Inschriften, und pflanzt so unsere Namen und unser Andenken weit über das kurze Leben hinaus fort. Im Zorne rufen wir sogar ihre Gottheit gegen die Todten an, als wenn wir nicht wüssten, dass sie es allein ist, welehe nie einem Menschen zürnt.
Die Wasser werden zu Regen, erstarren zu Hagel,
f) Jetzt Motta di Burzano.
2) Jetzt Rio de Luco oder Lagodella Mann.
Zweites Buch. 177
schwellen zu Fluthen an, und stürzen als reissende Ströme daher; die Luft verdichtet sich zu Wolken und wüthet in Stürmen. Aber diese gütige, milde, geduldige, und dem Sterblichen stete Dienerin, was bringt sie nicht durch An- bau hervor! Was spendet sie nicht schon freiwillig! Welche Gerüche, Speisen, Säfte, dem Gefühle angenehme Dinge, welche Farben! Mit welcher Treue giebt sie das ihr an- vertraute Gut verzinst zurück, und was ernährt sie nicht um unsertwillen! Denn die giftigen Thiere, an deren Da- sein ihr belebender Geist schuld ist, muss sie, durch diesen befruchtet, aufnehmen und nach der Geburt erhalten. Aber die Schuld liegt an denen, welche das Uebel erzeugen. Sie nimmt die Schlange, welche einen Menschen tödtete, nicht wieder auf1), und vollführt die Strafen im Namen der Trä- gen; sie spendet heilsame Kräuter und zeuget nur immer für den Menschen. Ja es ist wahrscheinlich, dass sie auch die Gifte aus Erbarmen mit uns hervorgebracht hat, damit nicht, beim Ueberdruss des Lebens, der Hunger, eine den Verdiensten der Erde ganz fremde Todesart, uns langsam verzehrend aufreibe; oder Felsen den zerrissenen Körper zerstreuen; ferner, damit nicht der Strick uns auf unnatürliche Weise martere und den Geist einschliesse, der einen Aus- weg sucht; damit nicht, wenn wir im Wasser den Tod suchen, unsere Leiche zum Frasse werde; damit endlich nicht das Eisen unsern Körper zertheile. So erzeugte sie aus Erbarmen etwas, durch dessen leichten Genuss wir mit unverletztem Körper und vollem Blute, ohne Mühe, gleich Dürstenden das Leben aushauchen, damit die so Gestorbe- nen kein Vogel oder wildes Thier berühre, und der in der Erde bewahrt werde, welcher sich selbst den Tod gab. Um die Wahrheit zu gestehen, so gab uns die Erde das Mittel wider die Uebel, wir machen es aber zum Gifte für das Leben. Denn bedienen wir uns nicht des Eisens, wel- ches wir nicht entbehren können, auf ähnliche Weise? Und dennoch haben wir Unrecht zu klagen, wenn sie auch die
») Siehe XXIX. Buch, 23. Capitel.
12
178 Zweites Buch.
Ursache irgend eines Uebels wäre, und nur gegen diese eine Seite der Natur sind wir undankbar. Zu welchem Vergnügen und zu welchen Schandthaten ist sie nicht dem Menschen behilflich? Sie wird ins Meer geworfen, oder, um Kanäle zu bauen, aus dem Wasser hervorgegraben ; mit Eisen, Holz, Feuer, Steinen und Früchten wird sie stets gequält, mehr um des Vergnügens als der Nahrung willen. Das würde noch erträglich erscheinen, was man an ihrer Oberfläche vornimmt. Allein wir dringen auch in ihr Inne- res, graben nach Gold und Silber, Erz und Blei; sogar edle und andere kleine Steine suchen wir in tief angelegten Schächten. Wir reissen ihre Eingeweide heraus, um den Stein, welchen wir suchen, am Finger zu tragen. Wie viele Hände sind bemüht, damit nur ein Glied glänzen kann! Wenn es unterirdische Menschen gäbe, wahrhaftig durch jene habgierigen und schwelgerischen Gräber wären sie längst herausgescharrt. Sollen wir uns nun noch wundern, wenn sie etwas zu unserm Nachtheil hervorgebracht hat! Denn die wilden Thiere, glaube ich, schützen sie noch und halten die räuberischen Hände ab. Graben wir nicht mitten unter Schlangen, und suchen die. Goldadern bei giftigen Wurzeln? Allein die Göttin ist deshalb versöhnt, weil alle diese Quellen des Reickthums zu Verbrechen, Mord und Krieg führen, weil wir sie mit unserm Blute benetzen und mit unsern unbegrabenen Gebeinen bedecken. Jedoch, nach- dem sie uns gleichsam unsere Wuth vorgeworfen hat, be- deckt sie endlich selbst jene Gebeine, und verbirgt so die Schlechtigkeiten der Menschen. Unter die Verbrechen der Undankbarkeit möchte ich auch noch das zählen, dass wir mit ihrer Natur noch nicht gehörig vertraut sind.
64. Ihre Gestalt aber ist das erste, worüber man einerlei Meinung hat. Mit Recht nennen wir sie Erdkreis, und geben zu, dass ihre Kugelform von Spitzen umschlossen sei. Denn bei der ungeheuren Höhe der Berge und Fläche der Felder kann sie keine vollkommene Kugel darstellen; aber,
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wenn man die äussersten Endpunkte durch eine Umfangs- linie verbindet, dann entsteht ein vollkommener Kreis. Die ganze Anordnung der Natur erheischt diess schon, nur nicht aus denselben Ursachen, welche wir bei dem Himmel angegeben haben. Denn dieser bildet eine in sich selbst geneigte Hohlkugel, die allenthalben in ihrer Angel, d. i. der Erde ruht. Diese dagegen, fest und voll, erhebt sich gleichsam aufschwellend und strebt nach aussen. Die Welt neigt sich zum Mittelpunkte, allein die Erde geht vom Centrum aus, indem ihre ungeheure Masse durch den be- ständigen Umschwung der Welt um sie in der Kugelform erhalten wird.
65. Bei den Gelehrten und dem gemeinen Volke herrscht ein grosser Streit darüber, ob die Erde allenthalben von Menschen bewohnt sei, die einander die Füsse entgegen- kehren, ob sie alle denselben Scheitelpunkt am Himmel haben, und auf gleiche Weise an jedem Orte in der Mitte stehen. Die Letzteren dagegen werfen die Frage auf, wo- Jier es denn käme, dass die Gegenfüssler nicht fielen? als ob die Gegenfüssler sich nicht eben so gut darüber wun- dern könnten, dass wir nicht fallen. Dazu gesellt sich noch eine andere, wenngleich nur dem dummen Volke wahr- scheinliche Meinung, dass die Erde, da sie nur eine unvoll- kommne Kugel, etwa wie eine Pinienfrucht gestaltet sei, doch allenthalben bewohnt werde. Doch was bedeutet diess gegen ein anderes Wunder, was sich uns darbietet? Sie schwebt sogar frei und fällt nicht mit uns herab. Allein, lässt sich die Kraft der Luft, die ausserdem noch von der Welt eingeschlossen ist, bezweifeln; und kann die Erde fallen, da die Natur ihr widerstrebt, und ihr keinen Raum lässt, wohin sie falle? Denn sowie der Sitz des Feuers nur im Feuer, der des Wassers nur im Wasser und der Luft nur in der Luft selbst ist, so hat die Erde, allent- halben eingeschlossen, nur in sich selbst Platz. Wunder- bar erscheint es aber doch, dass sie bei der ungeheuren Fläche des Meeres und der Ebene noch eine Kugel bildet.
12*
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Dieser Meinung pflichtet auch Dicsearchus l), ein sehr ge- lehrter Mann bei, der auf Befehl der Könige2) die Berge ausmaass, unter denen er den Pelion 3) als den höchsten zu 1250 Schritten nach der senkrechten Höhe angab und sagte, dass diese Höhe im Vergleich zu dem ganzen Umfange der Erde ganz verschwinde. Mir scheint diese Behauptung unzu- verlässig, denn ich kenne Alpenspitzen, die sich in langem Zuge bis zu 50,000 Schritten4) erheben. Aber am meisten widerstreitet der Pöbel, wenn er sich die , Oberfläche des Meeres auch als gerundet denken soll. Und doch giebt es iu der ganzen Natur nichts, was durch den blossen Anblick be- greiflicher wäre; denn auch herabhängende Tropfen bilden Kugeln, und bringt man sie auf Staub oder wollige Blätter, so erscheinen sie ebenfalls in vollkommener Kugelgestalt, und in gefüllten Bechern steht der mittlere Theil am höch- sten. Alles diess lässt sich wegen der Zartheit und Weich- heit des Wassers leichter durch Vernunftsschlüsse als durch den blossen Anblick einsehen. Noch wunderbarer ist die Erscheinung, dass, wenn man in einen gefüllten Becher nur das Geringste von Flüssigkeit noch hinzugiebt, der* selbe sogleich überläuft, was hingegen nicht geschieht, wenn man Gewichte, selbst bis zu 20 Denarien schwer, hineinlegt. Der Grund davon beruht darauf, dass alles, was ins Innere der Flüssigkeit gelangt, diese in die Höhe treibt, aber, was auf die schon convexe Fläche gegossen wird, herabläuft. Darum sieht man auch von den Schiffen aus das Land nicht, was man von Mastbäumen aus er- blickt, und darum scheint bei einem wegsegelnden Schiffe etwas Glänzendes, was an der Spitze des Mastbaumes befestigt ist, allmählig hinabzusteigen, und verschwindet zuletzt ganz. Unter welcher anderen Gestalt würde endlich der Ocean, den wir für das Aeusserste hal- ten, zusammen halten und nicht herabfallen, da ihn kein
') Von Messina um 330 v. Chr.; Schüler des Aristoteles.
a) Die Nachfolger Alexanders des Grossen.
3) Jetzt Petras in Thessalien.
*) Eine viel zu hohe, offenbar durch Abschreiber entstellte Zahl.
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Ufer einschliesst? Gleichwohl bleibt es bei der Kugelform wunderbar, dass der äusserste Theil des Meeres nicht ab- fliesst. Dass diess aber nicht stattfinden könne, wenn auch das Meer so flach wäre, wie es uns scheint, beweisen mehrere griechische Forscher mit vieler Selbstgefälligkeit und Ruhm- rederei durch folgende geometrische Spitzfindigkeit: „Da nach der einstimmigen Meinung das Wasser von der Höhe zur Tiefe hinabgezogen würde, auch Niemand daran zweifle, dass dasselbe so weit sich zum Ufer erstrecke, als seine Abschüssigkeit es nur immerhin zugiebt; da es ferner be- kannt sei, dass, je tiefer etwas liege, es dem Mittelpunkte der Erde um so näher sei, und alle Linien, welche von diesem Mittelpunkte aus zum nächstliegenden Wasser ge- zogen würden, kürzer wären, als diejenigen, welche von da bis zur äussersten Wasserfläche gehen; also strebe die ganze Wassermasse nach dem Mittelpunkte, und könne nicht herabfallen, weil sie nach Innen drücke."
66. Man muss annehmen, dass die kunstreiche Natur des- halb diese Einrichtung getroffen hat, damit, weil die trockne und dürre Erde für sich nicht ohne Wasser, und wiederum das Wasser nicht ohne die Stütze der Erde sich halten kann, beide Elemente durch gegenseitige Verschlingung verbunden würden. Die Erde breitet ihren Schooss aus, das Wasser durchströmt sie von innen, aussen und oben, und seine Adern kreuzen sich wie Bande durcheinander, ja selbst auf den höchsten Bergen bricht es hervor. Durch Dünste getrieben und durch die Last der Erde gepresst, springt es wie aus Röhren hervor, und ist so weit entfernt von der Gefahr des Herabfallens, dass es sogar sehr weit in die Höhe treibt. Daraus erklärt es sich denn, warum das Meer durch den täglichen Zufluss so vieler Ströme nicht grösser wird. Die Erdkugel ist daher in ihrem mitt- leren Umfange ganz vom Meere umgürtet, Diess braucht nicht erst durch Beweisgründe erforscht zu werden, sondern ist längst durch die Erfahrung bekannt.
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67. Von Gades1) und den Säulen des Herkules2) au wird längs der Küste von Spanien und Gallien heutzutage der ganze westliche Theil der Erde befahren. Auch das Nord- meer ist grösstentheils beschifft, denn unter der Regierung des vergötterten Augustus fuhr eine Flotte um Germanien herum bis zum cimbrischen Vorgebirge3); von da gelangte man, nachdem man ein unermessliches Meer gesehen oder wenigstens davon gehört hatte, zum scythischen Lande und zu wasserreichen, von Eis starrenden Gegenden. Es ist da- her gar nicht wahrscheinlich, dass da, wo ein Ueberfluss an Feuchtigkeit ist, das Meer fehle. Ebenso ist im Osten vom indischen Meere aus unter demselben Sternbilde der ganze gegen das kaspische Meer liegende Theil 4j durch die macedonische Flotte unter der Regierung des Seleukus und Antiochus5), welche diese Gewässer auch nach ihren Namen benannt wissen wollten, durchschifft worden. Un- weit von dem kaspischen Meere sind auch viele Küsten des Oceans untersucht, und das ganze Nordmeer ist von dieser sowohl als von jener Seite bis auf eine Strecke durchrudert. Dass aber dennoch den blossen Vermuthungen noch kein Ziel gesteckt ist, beweist der Mäotische See6) aufs deutlichste, von dem man immer noch nicht weiss, ob er, wie viele geglaubt haben, einen Busen jenes Oceans, oder ein stehendes, nur durch eine Landenge von ihm ge- trenntes Gewässer bildet.
') Cadix in Spanien.
2) So hiessen die beiden Berge Abyla und Calpe auf den Küsten von Gibraltar, welche Herkules auf jeder Seite der Meerenge errich- tet haben soll, um dem Mittelmeere einen Durchgang zu verschaffen und ein Denkmal zu setzen, wie weit er auf seinen Reisen gekommen sei.
3) Das Scagencap in Jütland. Die hier gemeinte Fahrt unternahm Drusus; s. Tacitus Annal. IL 8.
4) Nach der damaligen Ansicht bildete das Caspische Meer einen Busen des nördlichen Oceans; s. im VI. Buch 15 und 17 Capitel.
5) Zu Ende des dritten und zu Anfang des zweiten Jahrhunderts v. Chr.
°) Das asowische Meer.
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Auf der andern Seite von Gades wird heutzutage von dem westlichen Ocean her ein grosser Theil des Südens längs Mauritanien x) befahren. Ein noch grösserer Theil davon, sowie des Ostmeeres bis an den arabischen Meer- busen ist durch die Siege Alexanders des Grossen2) be- kannt geworden. Als auf letzterm C. Caesar, der Sohn des Augustus Krieg führte, soll man Ueberbleibsel von früher daselbst gestrandeten spanischen Schiffen gefunden haben. Auch Hanno3) schiffte, als Carthago's Macht noch blühete, von Gades bis zur arabischen Küste, und gab darüber eine Schrift heraus. Zu derselben Zeit wurde Himilco4) aus- gesandt, um die äussersten Grenzen Europa's kennen zu lernen. Ausserdem erzählt Cornelius Nepos, dass zu seiner Zeit ein gewisser Eudoxus auf seiner Flucht vor dem Kö- nige Lathurus 5) vom arabischen Meerbusen aus nach Gades gesegelt sei; und lange vor ihm berichtet Caelius Antipater6), er habe Einen gekannt, welcher von Spanien nach Aethio- pien in Handelsangelegenheiten geschifft sei. Derselbe Nepos sagt von den nördlichen Küsten, dass Quintus Me- tellus Celer, der Mitkonsul des L. Africanus, aber damals noch7) Prokonsul in Gallien, von dem Könige der Sueven einige Indier zum Geschenk erhalten habe, die des Handels wegen von Indien gesegelt und durch Stürme nach Ger- manien verschlagen worden wären. So entziehen uns die den Erdball allenthalben umfliessenden Meere einen Theil desselben, zu dem es weder von uns, noch zu uns von ihm her eine wegsame Bahn giebt. Diese Betrachtung, welche besonders die Eitelkeit der Menschen ans Licht stellen
') Fez und Marokko.
2) Sohn Philipps II. von Macedonien, und der Olympias, ge- boren zu Pella den 6. August 356 v. Chr., starb 323.
3) Karthagischer Feldherr aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
4) Ebenfalls ein Karthager.
s) Diess war der Beiname des ägyptischen Königs Ptolemaeus VIII., der von 117 — 81 v. Chr. regierte.
6) L. Cselius Antipater aus Kotyseum, geboren 20 v. Chr., beschrieb unter den Römern zuerst den 2. punischen Krieg.
') 63 v. Chr.
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kann, veranlasst mich, den ganzen bekannten Erdkreis, auf welchem Niemand seiner Habsucht Schranken setzt, gleich- sam vor Augen zu stellen, und zu zeigen, wie gross er ist.
68.
Schon frühe scheint man das feste Land als die Hälfte der Erde betrachtet zu haben, als wenn dadurch der Ocean nicht zu kurz käme, da er doch das Ganze rings umgiebt, alle andern Gewässer ausströmt und wiederum in sich auf- nimmt, indem alles, was in die Wolken steigt, von ihm ausgeht und er selbst so viele Gestirne ernährt; welchen ungeheuren Raum muss er also einnehmen? Uebermässig und unendlich muss der Umfang dieser ungeheuren Masse sein. Nun denke man hinzu, was von dem übriggebliebe- nen Theile der Himmel weggenommen hat. Die Erde wird nämlich in 5 Theile getheilt, welche Zonen heissen. Alles was an den beiden äussersten liegt, wird von heftiger Kälte und ewigem Eise eingeschlossen, und grenzt an die bei- den Pole, von denen der eine Nordpol und der andere ihm entgegengesetzte Südpol heisst. In beiden herrscht ewige Finsterniss, der Anblick der milden Gestirne ist ihnen fremd, und nur ein kärgliches, durch den Reif weissliches Licht ihnen verliehen. Der mittlere Erdgürtel aber, den die Sonne umkreist, ist von der Hitze verbrannt und gänzlich ausge- dörrt. Nur die beiden Zonen, zwischen der heissen und kalten, sind gemässigt, stehen aber wegen des Brandes der Sonne nicht miteinander in Verbindung. So hat also der Himmel der Erde drei Theile entrissen; was der Ocean weggenommen, ist unbestimmt.
Aber ich weiss nicht, ob der uns noch übrig gebliebene Theil sich nicht in grösserer Gefahr befindet; denn der Ocean, welcher, (wie ich noch zeigen werde) so viele Bu- sen bildet, tobt mit solcher Wuth auf die benachbarten innern Meere ein, dass z. B. der arabische Meerbusen nur noch 115,000 Schritte vom ägyptischen, und der kaspische See nur noch 375,000 Schritte vom pontischen Meere ent- fernt ist. Ferner dringt er in so viele Meere, durch welche er Afrika, Europa und Asien von einander trennt; wie viel
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Land nimmt er also ein? Hiezu rechne man die Grösse so vieler Flüsse, so grosser Seen, Sümpfe und stehenden Gewässer, und ziehe noch ab die zum Himmel emporstre- benden, steilen Bergrücken, jähe Wälder und Schluchten, einsame und aus tausend Ursachen wüste Gegenden! Die- ser Theil der Erde, dieser, wie Einige sie genannt haben, Punkt der Welt (denn im Vergleich mit dem Weltall ist die Erde nichts anderes) ist der Gegenstand und Sitz un- seres Ruhmes. Hier bekleiden wir Ehrenstellen, beherr- schen Länder, streben nach Schätzen, beunruhigen das menschliche Geschlecht, erregen sogar Bürgerkriege, und machen uns durch gegenseitigen Mord die Erde geräumi- ger. Und, um die öffentlichen Volksaufstände zu übergehen, hier ist es, wo wir unsere Grenznachbarn vertreiben, ihre Raine stehlen und zu unserm Acker pflügen; allein, den wievielsten Theil der Erde hat der wohl, welcher die Gren- zen seiner Felder erweiterte, und seine Nachbarn vertrieb? Oder wenn er auch sein Besitzthum nach Maassgabe seiner Habsucht vergrössert hat, wie viel wird er bei seinem Tode davon behalten?
69.
Dass die Erde in der Mitte der Welt liegt, ergiebt sich aus mehreren unbezweifelten Gründen, am deutlichsten aber aus der Gleichheit der Stunden im Aequinoctium. Denn dass, wäre sie nicht in der Mitte, auch keine gleichen Tage und Nächte stattfinden könnten, beweisen schon die Dioptern *), nach welchen zur Aequinoctialzeit Aufgang und Untergang in ein und derselben Linie, sowie der Solstitial- Aufgang und Brumal-Untergang in einer Linie liegen. Al- les diess könnte auf keine Weise stattfinden, wenn di& Erde nicht in der Mitte läge.
70.
Drei über den oben genannten Zonen liegende Kreise bestimmen die Ungleichheit der Zeiten. Der Solstitialkreis,
') Wörtlich: Durchsichten, auch Sonnenquartanten genannt, ein Instrument, an welchem die Sonne durch eine Oefthung auf eine fläche fällt, und die Zeit angiebt.
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welcher sich an dem für uns höchsten Theile des Thier- kreises befindet, liegt nach Norden; der Brumalkreis nach dem andern Pole hin, mitten aber durch den Thierkreis zieht sich der Aequinoctialkreis.
71.
Die Ursache der übrigen von uns bewunderten Er- scheinungen liegt in der Gestalt der Erde selbst; sowie ihre und mit ihr der Gewässer kugelrunde Form aus den- selben Gründen hervorgeht. Daher kommt es denn ohne Zweifel, dass uns die Gestirne am nördlichen Himmel nie- mals untergehen, hingegen die südlichen niemals aufgehen; ferner werden unsere Sterne von den Bewohnern der süd- lichen Länder nicht gesehen, weil die Erdkugel den Blicken in den Weg tritt. Im Lande der Troglodyten *) und dem benachbarten Aegypten sieht man den Nordstern nicht; den Canopus2), das sogenannte Haar der Berenice, sowie das Gestirn, welches unter dem vergötterten Augustus der Thron des Kaisers genannt wurde, welche doch alle dort wahr- zunehmen sind, sieht man in Italien nicht. Ja die Krüm- mung der Erdkugel ist so merklich, dass der Canopus etwa nur um den vierten Theil eines Zeichens für Alexandrien über den Horizont hervorzuragen scheint, während er zu Rhodus scheinbar die Erde streift; im Pontus, wo der Nord- stern am höchsten steht, sieht man jenen gar nicht. Da- gegen ist der Nordstern auf Rhodus und noch mehr in Alexandrien unsichtbar; im November bleibt er während der drei ersten Nachtstunden3) verborgen, in den drei fol- genden erscheint er; zu Meroe erscheint er imSolstitium eine kurze Zeit des Abends, und wenige Tage vor dem Aufgange des Bären4) sieht man ihn gleichfalls bei Tagesanbruch.
Dergleichen Erscheinungen bieten sich am häufigsten
1) Nubien und Abessinien.
2) Ein Stern erster Grösse im südlichen Ruder des Schiffes Argo.
3) Prima vigilia. Die Römer theilten die Nacht in vier Vigilien, jede von drei Stunden; die Griechen aber hatten bloss drei Vigilien, jede von vier Stunden.
4) Am 21. Februar.
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den Seefahrern da, indem das Meer auf der einen Seite in die Höhe steigt, und auf der andern sich wieder herabsenkt, wodurch dann die Sterne, welche erst hinter dem Erdballe verborgen waren, plötzlich sichtbar werden, indem sie gleich- sam aus dem Meere hervortauchen. Denn keineswegs er- hebt sich (wie Einige behaupten) die Welt an diesem (nördlichen) Pole so hoch, dass diese Sterne allenthalben gesehen werden könnten, sondern sie scheinen denjenigen, welche dem Pole näher wohnen, höher, den Entferntem dagegen tiefer zu stehen. Sowie nun den am üussersten Punkte wohnenden jener Pol sehr hoch vorkommt, so er- heben sich denen, welche noch darüber hinaus gehen, die tiefer liegenden Sterne, und diejenigen senken sich, welche dort am höchsten standen; was alles nicht stattfinden könnte, wenn die Erde nicht die Gestalt eines Balls hätte.
72. Daher können die Bewohner des Ostens die am Abend «ich zeigenden Sonnen- und Mondfinsternisse ebenso- wenig, wie die Bewohner des Westens die am Morgen ent- stehenden, sehen; öfter aber erscheinen beiden die mittägigen Finsternisse. Als Alexander der Grosse die grosse Schlacht bei Arbela1) gewann, soll daselbst in der zweiten Stunde der Nacht eine Mondfinsterniss stattgefunden haben, wäh- rend sie in Sicilien zur selbigen Zeit beim Aufgange des Mondes eintrat. Vor einigen Jahren, unter den Konsuln Vipstanus und Fontejus2) sah man in Kampanien am 30. April zwischen der 7. und 8. Tagesstunde eine Sonnenfinster- niss, welche Corbulo, der damalige Feldherr in Armenien, zwischen der 10. und 11. Tagesstunde bemerkt haben will. So zeigt und verdeckt die Erde durch ihre Ku- gelform dem Ein&n diess, dem Andern jenes. Wäre die Erde flach, so würden alle Menschen solche Erscheinungen zugleich sehen, auch würden die Nächte nicht von unglei- cher Dauer sein; denn sowohl diejenigen, welche in der
') Am 21. Sept. 331 v. Chr. gegen Darius. 2) 59 n. Chr. unter Nero.
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Mitte wohnten, als auch alle Andern würden Tage und Nächte von zwölf gleichen Stunden haben.
73. Deshalb ist es auch nie auf der ganzen Erde zugleich Tag und Nacht, denn auf der der Sonne entgegengesetzten Hälfte der Kugel entsteht Nacht, und durch ihren Um- schwung bringt sie dieser Hälfte den Tag wieder. Diess beweisen viele Erfahrungen. In Afrika und Spanien wurden von Hannibal Thürme, und in Asien ähnliche Warten ge- gen die Ueberfälle der Seeräuber erbauet; wenn man nun auf denselben das Signalfeuer um die 6. Tagesstunde an- zündete, so sahen es, wie mehrere Fälle beweisen, die dort absegelnden Schiffe bloss bis zur dritten Stunde der Nacht. Philonides, der Läufer Alexanders des Grossen, legte den 1200 Stadien langen Weg von Sicyon nach Elis in neun Stunden am Tage zurück; von da aber, kehrte er, unge- achtet es bergab ging, erst in der 3. Stunde der Nacht zu- rück. Die Ursache war, dass er hinwärts mit der Sonne ging, auf dem Eückwege aber ihm die Sonne entgegen kam. Aus gleichen Gründen haben die nach Westen Segelnden, selbst am kürzesten Tage, länger Tag als Nacht, weil sie gleichsam die Sonne begleiten.
74. Nicht überall kann man dieselben Stundenuhren ge- brauchen, weil sie sich alle 300 bis 500 Stadien mit dem Schatten der Sonne verändern. So beträgt die Schatten- länge des Zeigers (welchen man Gnomon nennt) in Aegyp- ten am Tage des Aequinoctii zur Mittagszeit etwas mehr als die halbe Länge des Zeigers. Zu Rom fehlt dem Schat- ten Vs der Länge des Zeigers; in Ankona ist er um V35 länger; in dem Theile von Italien, welcher Venetia heisst, gleicht zu derselben Stunde die Länge des Schattens der des Zeigers.
75. Auch erzählt man, dass zu Syene *), einer Stadt, welche
') Jetzt Assuan.
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5000 Stadien jenseits Alexandrien lie