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Wissenschaftlicher Realismus - Luhmann, Hegel
Auch Philosophen betrachten einen Gegenstand aus verschiedenen Perspektiven, woraus sich, wenn die Gesichtspunkte untereinander nicht offengelegt werden, Missverständnisse, Streit, wenn nicht „Kämpfe“ der Diskutanten ergeben können und sich die Frage ergibt, ob sie überhaupt noch über dasselbe reden oder ob – unter der Hand – jeder für sich perspektivisch nicht einen ganz anderen Gegenstand in den Blick genommen hat. Die Frage zu stellen, heißt, sich des Problems bewusst zu sein. Und eine Antwort zu geben, setzt voraus, den jeweils eingenommenen Beobachtungsstandpunkt von Idealisten und Realisten genau und detailliert zu kennen: Was zeichnet den einen Standpunkt vom jeweils anderen aus? Was lässt sich aus der Perspektive des einen sehen, was derjenige, der anders beobachtet, nicht beobachten kann? Und vor allem: Welche „Beobachtungstechnik“ wurde angewandt, um den einen Standpunkt und nicht den anderen einzunehmen? Die vorliegende Arbeit wird getragen von der Annahme, die zu erörtern und zu begründen ist, dass es unterschiedliche Beobachtungstechniken sind, die zu den genannten erkenntnistheoretischen Positionen des Idealismus oder Realismus führen. Sie möchte den Mangel einer jeweils unbestimmten Perspektivität beheben, der für Beiträge zur Erkenntnistheorie sehr oft kennzeichnend ist, und sie unternimmt hierzu eine Standpunkt- bzw. Konstruktionsanalyse, ohne dafür den Anspruch, einer „Dekonstruktion“ zu erheben. Gezeigt wird in einer Auseinandersetzung mit dem „milden“ Konstruktivismus des Kant-Nachfolgers Niklas Luhmann und dem „objektiven Idealismus“ Hegels, dass mit Blick auf die Wissenschaften in beiden Perspektiven „gute Gründe“ für eine realistische Erkenntnistheorie sprechen.
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