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Theorie der Einheitsbildung
Wenn alles Denken mit Einheiten operiert, entsteht ein grundlegendes Problem: Wie können wir überhaupt verstehen, was eine „Einheit“ ist, ohne dabei bereits wieder Einheiten vorauszusetzen? Genau hierin liegt der Ausgangspunkt der Theorie der Einheitsbildung. Denn sobald wir denken, unterscheiden, ordnen und stabilisieren wir bereits Bedeutungen. Schon Begriffe wie „Ding“, „Objekt“, „Ich“, „Welt“ oder sogar „Gedanke“ setzen voraus, dass etwas als zusammengehörige Einheit erfasst wird. Denken bewegt sich daher niemals außerhalb von Einheitsbildungen, sondern immer innerhalb ihrer. Die Theorie der Einheitsbildung geht davon aus, dass Einheiten nicht einfach neutrale Bestandteile einer bereits vollständig bestimmten Wirklichkeit sind, die wir lediglich vorfinden. Vielmehr bilden sie die grundlegenden Bedingungen des Verstehens selbst. Ohne Einheiten gäbe es keine Orientierung, keine Wiedererkennbarkeit, keine Sprache und keine Erfahrung von Zusammenhang. Daraus ergibt sich ein erkenntnistheoretisches Paradox: Wir versuchen mit Hilfe von Einheiten zu verstehen, was Einheiten überhaupt sind. Die Theorie der Einheitsbildung untersucht daher nicht primär fertige Einheiten, sondern die Prozesse ihrer Entstehung, Stabilisierung, Veränderung und Auflösung. Im Zentrum steht die Frage, wie für ein erkennendes Wesen überhaupt etwas als Einheit erscheinen kann und wie dadurch Welt, Bedeutung, Wirklichkeit und Wissen hervorgebracht werden.
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