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Normative Qualität als Bedingung moralischer Beurteilung

Görgen, Christoph J.
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philosophy
Diese Arbeit entwickelt ein epistemisch geführtes Argument über die Bedingun- gen normativer Bewertung unter interpersoneller Vermittlung. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass normative Bewertungen, die mehrere Perspektiven einbeziehen, strukturellen epistemischen Bedingungen unterliegen, die ihre Reichweite und Rechtfertigbarkeit systematisch begrenzen. In vier Schritten wird gezeigt: dass interpersonelle Beurteilung unter epistemi- scher Distanz rekursiv wird und dabei an Unterbestimmtheit wächst; dass strukturelle Asymmetrie und Skalierung die Bedingungen interpersoneller Rechtfertigung überproportional verschlechtern; dass sich daraus eine inhaltsneutrale Dimension normativer Qualität ableiten lässt, die als Bedingung moralischer Beurteilung fungiert; und dass diese Bedingung auf Institutionen eine konstitutive Verpfichtung zur konstruktiven Selbstaulösung legt. Das Argument führt keine externen Werte ein. Sein normativer Gehalt entsteht performativ im Vollzug des Argumentierens selbst. Eine abschließende Bemerkung skizziert die Übertragbarkeit der Argumentstruktur auf weitere Felder interpersonell vermittelter Erkenntnis.
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